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3.10.1917 Erstes Blatt
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Kr. 232

Der GteZ-mer Ä,zer§« erjchevrt rägLich, nutzer £*w«te$?, - Beilage«: «cheverSauMrrvhMeri

Lreisdlatj

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*67. Jahrgang

er Anzeiger

Mittwoch, 3. Moder l«B

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Der S^rreWsche Mnisterpräslbrnt über Krieg und Weden.

<SE£S.) GrvtzeS H«n»tq-lartier. 2. Okwber. flMyü

Neftlicher KrirsSschanplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Nr der Mitte der flandrischen Front mar der ArtilleriekMrrpf stark, Mischen Lnngemarck und .Hollebeke mchrstrch m heftigen Tvkmrmelsieuerwellen gesteigert.

Morgens entrissen rmsere Sturnttruppen den Englän­dern Mir ^riygon-Walde, nördlich der Strafe Menin Mtvn, in etwa 500 Meier Tiefe Kancpfgelände, das gegen mehr-maligen starken Gegenangriff behauptet wurde. Auster erhMichen Verlusten büsfte der Feind Gefangene ein.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nordöstlich von Soisfons wchm die Kampftätitzkeit der Artillerie zu.

Vor Verdun war der Feurrkarnpf im Anschluß an ein erfolgreiches Unternehmen auf dem Oftufer der Maas lebhaft. Bei Bezonvanx brachen morgens Jnfanteriestost- gruppen mit Pionieren bis in die Hinteren Linien der fran­zösischen Stellung, zerstörten dort die Grabenanlagen und kehrten mit mehr als 100 Gefangenen in die eigene Stellung hestAsgemütz zurück.

Auf dem

i Deutlichen Kriegsschauplätze und an der

Mazedonischen Front

blieb bei geringer Gefechtstätigteit die Lage unverändert.

Der Erste Generelgmrrtiermeister Ludrndorff.

Dsr ASendbericht.

Berlin, 2 Ott., abends. (WTB. Amtlich.).

In Flunder n und vor Verdun mehrfach starker Feuerkrnnpf. Kleine Jnfanterrekämpfe verliefen für uns er­folgreich.

In lchter Nacht wurden London, Sheerncst, M a m s g a t e, D o v e r ernertt von im seren Fliege r »l an­gegriffen.

Im Osten nichts Besonderes.

Nach dkm deutschen Erklävuwgim im Hauptaus schuß des Reichstags hat auch der Leiter der österveichisch-anigarisch-en Politik noch eimnal zu. den großen Fragen des künftigen Friedens das Wort genormrüen. Was der Reichskanzler und Staatssvkretar v. Kühlnuaimr nicht noch einmal ausführlich behandelt hatten, das griff Graf Czernin zu einer beson­deren Bekundung heraus. Me Antworten der Mittebnächte an den Papst hüten de,: Mrüstmrgs- und Schiedsgerichts- gedarrken als maßgebend für die künftigen Gestattungen hervorgel-oben; Herr v. Mhlmann hatte in allgemeinen Sätzen von der neuen Stimrumregsatmosphäre gesprochen, die den Ftttedsusschllch ermöglichen und erleichtern müsse. Wir haben aus dem Echo der feindlichen Presse und der Rede des Herrn Wqirith entnommen, daß über England und Frankreich ltorf) die Depression der Enttäuschung und alter Enrblld ungern liegt. Herr Asquith hatte dieöligen Allgenreinhetten" in dem Programm der Mttelmächte be- nrärrgelt. Darauf antwortet nun Graf Czernin ganz Box und dsntüch. Wir veriveisen ans den nachstehenden Auszug ans seiner neuesten Rede. Kanin jemals sind Wünsche und Ziele, die sich irat Abri'isrung irnd Schiedsgerichte drehen, so offen und bestimmt Mm Ausdruck gekoinmen, niemals hrt auch, irgend ein Friedens freund eingehender nähere Ausführimrgsbestimmnngen umschrieben, als es hier, in Budapest, geschah. Wais Graf Czernin da entwickelte, ist wirklich der Grundriß des- Auchaues einer neuen Wellord- nirng. Fm Gegenteil, früher, vor beut Kriege, war für die Verankerung eines dauernden Weltfriedens manche Terrain- schwierigSeit vorharstden. Da war mancher Gedarrte ans Sand gebaut. Man war ähnlich vorgegarrgen, im ebeim Neubau eines großerr Staatspalastes. Ein Mügetbau sollte errichtet werden, während man es der ungewissen Zuttmft vorbehielt, ob nach der airdern Seite die bauliche EryävrMrg vor genom­men werden könnte. Heute hat der gewrcktige Weltkrieg ab­schließende Vorarbeit«: geleistet. Die Terrarnbeschafsenheit rst genau untersucht- sie steht fest, und wir brauchen und dürfen den gesicherten Weltfrieden nicht mehr auf den Sand der ungeschmälerten englischen Weltmacht gründen. Die Freiheit des hohen Meeres rückt in den Vordergrund, die Abrüstung auch zur See, nicht nach irgend einem willkür­lichen Verhältnis-Stand, wie sie England vormals in seinem einseitigen Interesse befürwortete, wird jetzt zur absoluten Forderung. Der ungeheure Weltkrieg soll klare Verhältnisse geschafft haben und schaffen. Also handelt es sich nicht mehr um bßoße FÄeeu ur-d Phantasiegebilde. Revanchekriegen inuß ein für allemal vorgebeugt werden, künftigen W irisch afts- krrcgen st»ll vougebant sein. Das alles kann mit dem über- ernst-immen, was wir ein«: starken, deutschen Frieden neu- n«l. Es soll nicht nur ein starker deutscher Friede sein, sondern auch ein dauernd gesicherter, deutscher Friede, wie wir chn schließen wollen. Graf Czernin hat aucf} die Ent- schOngmrgsfrage neu fundiert und bei den Gegnern an- gefragt, ob sie etwa nur einseitige Entschädigungen für sick) selber wollten. Das war ungemein wichtig und notkvendig. Wer entschädigt uns für die verlorenen Werte im deutschen Wirtschaft^- und .Hairdelsleben, tver baut die Verwüstungen m unseren Kolonien wieder auf?

Gras Czernin hat keine Rede eines Aengstlichcn oder ftch schwach Fühlend«: gehalten. Er hat noch ein

erlöseirdes Wort mannhaft ausgesprochen. Jetzt können

dre Gegner einen Frieden der evvähnten Art von ims haben; bei der Fortsetzung des Krieges aber behalten wir uns freie Hand vor. Und es kem!zeichnet die gefestigte Stimnru.ng in den Ländern unserer Bundesgenv-ssen, wenn Graf Czernin hrnMfügte: Wir tvürden in einem Jahre noch unvergleichlich günstiger dastehen als heute. In diesen! Leitgedcurten war die Bnda- pester Erklärung eine wiltbornmene Himdenb-urg-Gebwrts- tagsrede.

-- wirra.tr; b

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 2.Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verürutbart:

Auf allen Kriegsschauplätzen ist die Lage unverändert.

Der Chef des Generalstabes.

über die Friedenssrage.

Zu Ehren des Ministers ides

Graf Czernin

Budap-e st, 2. Okt. Zu Ehren des Ministers des Aeußern Graf-en Czernin gab Ministerpräsident Weckerlc ein Mahl. Hierbei hielt Czernin eine Rede imd erNärte, ür großeii U:n- risjcil fei das österueichi,ch-ungarische Programm als Ausbau E t ^ e r neuen W e l t o r d n u n g zu bezeichneir. dNit dem Augeir- vtick, m dein die österreichisch-ungarische Monarchie bewiesen httbe, daß \\c gesund und nicht ein zerfallendes Staatsgebilde sei, sei ste m der Lage, gleichzeitig mit den Gegnern die Waffen abzu- legen und etwaige Streitigkeiten schiedsgerichtlich und friedlich zu regeln. Diese neue Erkenntnis, die sich in der Welt durchgerungen, biete Oesterreich-Ungarn die Möglichkeit, für den Abrüstungs- u.nd Schiedsgerichtsgedanken mit allen Kräften, einzutreten. Europa muß nach diesem Kriege auf eine neuiö internationale Rechtsbasis gestellt 'wnLen. Diese Rechtsbasis müsse vierfacher Art sein: Es dürfe keinen Revanchekrieg geben, ^er Jt'ne-j als Mittel der Politik müsse bekämpft werden. Auf internationaler Basis und Unter irrternatianaler Kontrolle rm'isse allgemeine gleichmäßige sukzessive Mrüstung aller Staaten L ^ ^lOigen und die Wehrmacht auf das urrumgänglich Nötige beschränkt werden. Das zweite Prinzip sei die Freiheit des b.o h c n Meeres, wenn auch nicht der Msevengen, sowie die Ab­rüstung zur See. Damit entfalle drittens jeder Grund für terri­toriale Sicherungen. Der Note des Papstös liege dieser Gedanke zuariinda Der vierte Grundsatz sei die freÜVrrtfchaflliche Betätigung und b:c «unbedingte Vermeidung eines kün s t igen W i vt scha' t s.krieae s. Wir nri'issen, bevor nür einen Frieden sch netzen, dre positive Sicherheit haben, daß unsere heutige: i Gegner me,en Getan e i <art ag baten. Was di' Ent sch a d i g u n g e n arr- llrngt, fragte der M/enistesch 'ob die Entente ihrerseits die Absicht habe, uns TTor alle Verwüstungen schadlos zu halten, oder ob sie e^ue erns'lntige Vergütung erhoffe. Wenn «unsere Feinds uns ztoin- gen, den Krieg sortzusetzen«, werden wir gezwungen sein, unser Pw- gramm zu revidieren und unserersrits einen Ersatz zu verlangen <,ch spreche Air den jetzigen Digcnblick, weil ich die Ueberzeugnng dabe, daß letzt ans der neuen Basis der Wellsriede zustandekommen könnte. Bei Fortsetzung des Krieges aber behalten wir uns freie .Handvor. Wir wurden ineinem Jahr noch u n v e r g l t i ch l i ch g ü n st i g e r da st e he n a l s he u t f 1 . aber wir würden es für ein Verbrechen haltsr, .wegen rrge!idwelckwr miaterieller oder? terintorialer Vorteile diesen Krieg auch einen Tag länger fortzuMllrein, .all die Jüwgrität dir Monarchie und die Sicherheit der Zukunft erfordern. Aus diesem Grunde allein sei er für einen BerständigungsGieben gewesen und sei noch« heute für ihn. Wenn <cher unsere Feinde uns zur Fortsetzung dieses Mordens Zwängen, dann bebiellen wir uns die Ravifion iirnseves ProFvatnnE und die Freiheit wckerev ^dingemgen vor.

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hmöeirburgr 70. SebArtrtag.

Die Feier im Großen Hauptquartier.

Berlin, 2. Okt. (WTB.) FrMinvrgens erschien der Kaiser der Wohnung des GteneraLseldmarschalls Und sprach ihm als erster seine Glücbvünfche aus. Das kaiserliche Geschenk besteht in einer Mar wo rb^kk ste. Autzerdem stellte der Kaiser den General- seldmarschall h la suite des oldenbnrgischen Infanterie-Regiments Nr. 91. Als der Generatfeldrugrschall dann jum Dienst ging, säumten die Stieße von de»' Wohnung zum Generalstabsgebäude Schullinder ein, die ihm Herbstblmnen auf den Weg streuten, während Flieger M«nen und Lorbeeren abwarsen. Bor dem Genevalstabsgebäude emvfm.g General Lu dend o r ff an der Spitze der Gerveralstabso ffizi-ere des Großen Hnuptguartiers den General- fellimcrrschall, enkwarf in kurzem Worten ein Lebensbild des General- feldmarschafss als Berkörper^mg der ruhmreichen Eritwicllung des pveutzischen und deutschen Vaterlandes und brachte im ?tamen des Genevalstabs ein Hurra aus den Generalfeldmarschall aus Ter Fel dm arschall erwiderte mit Dank an seine Mich crrbeiter, besonders an seinen Ersten Generalauartiermeister. Er schritt darauf die Front der vor dein Generalstabsgebäude ausge­stellten Kriegervereine und anderer Korporation ab, für die der Londrat des .Kreises Glückwünsche aussprach. Der Feldmarschall erwiderte, datz es ihm am heutigen Tage eine ganz besondere« Freude sei, sich mit dem ganz-en deutschen Volle eins zu wissen in Siegeswillen und Siegeszuversicht, sprach in warmer erkcnnmrg von den Leistungen des Heeres nnd der Heimat und, brachte eilt Hurra auf den Kaiser und König aus.

Es schloß sich die Beglückwünschung der Mstitärbevoll- mäckstigten der Verbündeten au. Kaiser Karl hat hierzu seinen Flügeladjutanten Oberstleutnant v. Capinollc mit beson­derem Handschreib en entsandt. Ter Sultan und der .König von Bulgarien ebenso wie die .Heeresleitungen der Verbündeten im 92m,ten ihrer Armeen haben telegrtwhisck-e Glückwünsche übermittelt. Auch Mordnungen von Offizieren imd i'Nrninschallen der Regi­menter, M denen der Feldniarschall als Chef oder/ ü h suile gehört, sind im Großen .Hauptquartier eingetroffeu. Vorinittags tvird weiter der Reichskanzler erwartet.

Hi»rd<?rb«rg beim Kaiser.

Berlin, 2. Okt. Im Anschluß au den täglichen L o r - trag des Ge n e ra l fe ld mc rschalls über die Lage aus dem Kriegsscharrpiatze fand beim Kaiser Mittagstafel statt, bei der der .Kaiser eine Ansprache hielt und v. Hindenburg als Feld­herrn und Heros des deutschen Dolles feinste. Hierauf dankte der Generalfeldmarschall seinen, kaiserlichen imd königlichen Herrn für das in ihm gesetzte Vertmnen, das er mit Heer und Doll rvchtfertigen werde.

Das Danktelegramm des Bnnde-ratS.

Berlin, 3. Okt. Der Bundesrat richtete m Genronl- feldmarschall v. Hindenburg ein Danktelegramm, in denr es u. a. heißt: Ihr in Gottvertvauen und tiefer Einsicht in des deutschen Volkes innerstes Wesen wurzelnder fester Glaube ceu Deutjchlands Sieg und Gxöße schasst und mehrt allen TeÄeru in Hser und Heimat Kraft und Zuversicht. Möge es Ew. Exzellenz gegöruU sein, das deutsche Volk zum großen Ziele zu föfaen und im Frieden noch lange dic Eullvicklrmg Ihres Werkes m schauen.

StaatSseEretür von älühlmaun an HrndenburA.

Berlin, 2. Okt. (WTB.) Ter Staatssekretär des Auswär­tigen Amtes, Dr. v. Kühl mann, richtete an GeneralsAdaurr- schall von Hindenburg folgendes Telegramm: Ruhmestaten von .unvergänglicher Größe gestatten sich am heutigen Tage zum nationalen Fest. Tie Gesamtheit des deutschen Volles feiert den 2. Oktober in heißem Dank für die Befreiung blühender Gaue, iu «unerschütterlichem Verttauev G!' die machtvolle Beschrrwung der Grenzen des Reichs imd in zuversichtlicher Hoffnung auf Deutsch­lands glückliche Zukunft. Im Namen meiner Mitarl>eiter, denen Euerer Exzellenz lcuästendes Vorbild ein steter Ansporn zum Einsatz aller Kstäfte im Dienst des Vaterlandes ist, bitte ich, den Ausdruck unserer herzlichen und ttefenrpstrndeuen Glücüvünschc entgegennehmen zu wollen.

Hannover, 2.Okt. (WTB.) Zu Hindenburgs Ge­burtstag samnielten die Klei neu und Kleinsten aus .Haunovec und Linden auf Veranlassung der freiwilligen Kriegshilfe für die Hindenburgspende Abfälle und ähnliches. Allein an Kar­iös felschaben wurden von ihnen über 576 Zentner Msammen- getragen. Am Nachmittag wurde die Sammlung, dessen Nesnttat dem General selbrar schall telegraphisch mttgeteilt worden ist, mit einem Umzug beendet, lieber 300 0 Kinder zogen mft Musik durck, die mit Fahnen geschmückten Straßen nach dem Heim Hinden- birrgs am Holzgraben, Ivo eine Abordnung der fleißigen Sammler eine Mnsterislch ansgeführte Glückwunschadresse abgab.

,B r n s s e l, 2. Oft. (WTB.) Eine schlichte Feier an­läßlich dcv 70. Geburtstages Hindenburgs hat lwute vormittag im große!! Saale des Zbonscrvatoriums statrgesunden. An der Spitze «eines Milllär- und Zivilstabes sowie der diplomatischen Pertrettr der verlmndeten Staaten war der Generalgonverneur Generaloberst von Falken hausen erschienen. Das Offizierkorps und Abordnungen der Beiatznngsarmee sowie Vertreter der deutschen Kolonie toaren muvesend. Ein Bild des General fei dmarschalls un'er Würdiglmg seiner großen Verdienste entwarf Major Spamragel. Eine sest- llche, für den Tag ge,'chafsiene Musik Fritz VoLbachs beerrde-e dic Stunde dankbaren Gedenkens.

Kundgebungett aus Oesterreich«

Wien, 2. Okt. (WTB.) In der hinttigen Vorstandssitznng des Deutschen National Verbandes wurde beschlossen, au dcn J .üeueralseldmarschall von Hindenburg das nach­stehende Telegramm zu senden :

Ter Deutsche National verband im österreicbffchen Abyeord- uetenhause bringt dem großen Führer des verbündeten Heeres zu lernen: 70. Geburtsfeste in deutscher Treue die ergebensten Glück­wünsche dar. Gez. Tvbcrnig.

^ Wien, 2. Okt (WTB' Kaiser Karl entsandte seinen' Slagelav>utanten Oberstlentnaut Freiherrm Cattnelli zu dem Genevalfeldnnrrschall Hindenburg ins deutsche Große Hauptquartier, nur dem Feldmarschall zu seinem '70. Geburtstag ein eigenhändiges Glücktvunschschreiben zu übermitteln. Das Schreiben ist überaus war,n gehalten. .Hindenburq empftnq um 10 Uhr vormittag im Großen Hauptquartier den Flügeladjutauten und nahm das kaiser­liche .'Handschreiben entgegen. Der 0>eneialseldmarschall war durch die Ehrung und durch den Jirhalt des Schreibens des Kvisers tief gerührt.

Wien, 3. Okt. Der Kaiser sandte an Generalfeldmarschall v. Hindenburg anläßlich dessen 70. Geburtstages ein Hand- lchreiben, in dem er ihm die allerherzlichsten (ÄilckwLnsche nberintttelt.

Die Wirren in Rußland.

Petersburg, 1. Okt. (WTB.) Meldung der Peters, bnrger Telegraphen-Agentur. Nach einem Telegrantm aus Taschkent proklamierte sich eine Gruppe pottttscherAgi­tatoren nach Verlassen einer Versamnilung als das revolu- tronäre Komttee, bemächtigte sich der Gewalt über die Stadt, zog zwei in der Stadt liegende Regmrenter cms ihre Seite mrd erklärte, die vorläufige Regierung nicht mehr anzuerkennen. Die Tnuselmanrsche Be^ Völkerung billigte dieses Borgehen nicht und ist bereit, ihm Widerstand entgegenzusetzen. Sie wird dabei von den Schü­ler!! der Militärschule unterstützt, weiche die Festung Tasch­kent besetzt haben. Alles dies macht den Ausbruch btttti-ger Unruhen wahrscheinlich. Ein telegraphisch cchgesandtes OLtO matuln der vorläufigen Regierung, das die Urtterwerftmg forderte, lvurde von den Rebellen zurückgMEse-n. Am Abend veröffentlichte die vorläufige Regierung eine Erklärung, in der sie mitteüt, daß sie den Kommandanten der Truppen des Bezirks Kasan Korovnitschenko zum GenerätkommUar von Turkestan ernannt und genm^eude Truppen zu jenur Verfügung gestellt habe, um die ttnr-uh>eu mit Genmlt zu unterdrücken.

Falsche Aeußerungen des rusfischeu KriegSministerö.

«c , 3. Okt. (WTB.) Der Staatssekretär des

Auswa v t ! g en Am t s hat gegenüber einem Vertreter des WTB. folgende Erklärung abgegeben: Der russische Kricqs- mnnsttr W e r ch o w s k i hat aus der Petersburger demo- ttatftchen Konferenz rn seiner Rede behauptet, der deutftüc Reichskanzler habe m Stuttgart u. a, erklärt, datz Deutsch- Md bereit «er, Frankreich Elsaß-Lothringen zurückzuqeben. Die Aeußenlngen, dre der- Reichskanzler seinerzeit in Sttit! gart getan hat, find allgemein bekannt. Die Behauptm!g des Krregsmnlfiters ist erfirnden. Ferner hat Werchowsk'i gc'- sagt, daß Dentfthland die Absicht habe, mit England und Frankreich einen Separatfrieden aus Kosten Rußlands zu schließen., und daß England und Frankreick), der russischen OS* gteruna mrtgeteilt hätten, sie seien hierfür nicht zu Hetzen.