Ausgabe 
10.9.1917 Zweites Blatt
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$<t$ boctfdje Voll hat in den vevgangenen drei Jahren bewies«r, baß es ftutn, nm es will und es will. Euch Heiden sei L<iirk! Due ein jeder seine Pflicht, noch mehr wie bisher, an dem ."Hap e, an bcm er steht. lNänner und Frauen, Kirrder imb Greise. pi v urneve Stellung muß «ehalten werden, ebenso gut wie die ducmßen. Fort mit all dem kleinlichen Riißinüt über T«ierung und Entvehuungen über dies mrd jem-s. Denkt an die Slädw und Awfer im Kriegs gebiet dort in Feindesland amb seht unsere sorg- losen Zkinder, imser trautes Heim. die !>errlichen Fluren und Felder W-ehe, Iverm durch geriu-ges Nachikchian in.der.Arbeit, in der finan- zielleic Stärlüng unserer ddation die Honftrungen unserer westlichew Fvrnde sich erMtrn:

i^rhre Pferde im Rhein zu tränken und neu gestärkt alles

vernichtend nach Berlin zu iög-ot". paltet durch, wir können es. die schwersten Momcke sind über >tareden nrrd die Ernte hat uns uid>t im Stich gelassen Wenn auch die Lebensmittel knapp sind rmd die Kost schmal, so haben wir dock> «gelernt, uns einMsckiränken. mrd Gold und Eisen haben wir rwch Schmiedel Waffen darwcs! Gebt Eure Arbeit und Euer Geld! vllles, tvas wir bis heut,' getan, geschafft, entbehrt und gelitten/ I-al^n, wäre umsonst geweßm, jeder Tropfen Blut ist unnütz ver­gossen, njeiin wir jetzt um Zlleini gleiten willen versagen und nicht uusbieten. Wir wollen und müssen uns einen deut­schem Frieden enrrrgen mit Blut und Schweiß, Hammer und ^xfawrrt, dem letzten Goldstück und dem eisernen Willen:

^durchhalten und sieben!".

A u e i da it u mg. Dem j-Oörrar^t Dr. med. Hugo Ma per aus Hsteßeri, der jeit Beginn des Krieges im Felde steht, wurde bas Eiserne Kreuz 1. Masse verlicherr.

^ t^>e rne IIu. biläen. Die GaiLsche Darnpfziegelei und

Donwavensabra war in der vergmrgenen Woche wieder in der Lage, das 25iälwrge Arbeitsinbiiläum minger ilper Mitarbeiter begclurr zu können. Der Berlademeister Oleorg Happel aus Garbenteich, der Sortnwer '-Ldam, Ohr aus Gießen, der Formermeister Mcp inü- lurn S che pp aus Lindenstruth und der Bremier Karl Heil ans Weßen haben düm! Werk 25 Jtchre l-rndurch treue Dienste tTSwidniet. I!n Anerkeirnuny dieser Tatsache Erden die vier Jubllare von vwrrrn Geheimüat Dr Will). Gail durch eine Ansprache geehrt, beglückwünscht und besclv-nkt. Bon dem Deutschen Verein für Ton., Zemimt mid Kalkindustrie und dem Verein Feuerfester Pro­dukte ist den Jubilaren je ein Diplom rmd eine Denkmünze über­mittelt worden..

** Stadt verord netensitzuna. WieunSmitqeteilt wird, tit der Antrag zur Betmlligung eines Stipendmms für türkische Sck'üler nicht durch idas Finanzministerium, sondern durch die Deutsch-Dürkische Gesellschaft in Berlin erfolat.

H. R. Die hohen Schuhpreise. Der Zentvalverein der deutschen Lederindustrie schreibt:AlliMnein ist die Ansicht ver­breit^. als ob die hohen Preise, die wir für Sckmhe und Schul>- reparadrvcu zu zahlen haben, ans ül'ermäßig lwlt' Lederpreise ziurückzuftthren seien. Diese ylufsiasftmg ist mczutrefftnd. Die Leder- Vreise stehen in Deutschland lvert hinter denen der anderen Länder zurück. Bei genauer Berechnung ergibt sich auch, daß das gesamte Leder (Ober-und Unterleder) für ein Paar Schuhe ssür Erwachsene) nur um 45 Mark teicrer- geworden ist, als es im Frieden loar ilwilei die Pveisverhältnisse aus der Zeit unmittelbar vor dem >lr-iege und die jetzigen Höchstpreise zugrunde gelegt sind Da für Herren- und Dmuenstiefel Mittlern- Preislage' im Frieden l2.5016.60 Ml für das Paar bezahlt urorden sind, während belrte 4050 Mk. «rgelegt werden mjüssen, so muß jedem ejirlliuchtcn, daß das Leder- zum aller geringster Teil die .Preis­erhöhung verursacht hat Bei Schuhre-paratnren b^iffert sich der Lederverbvauck) für Sohlen mrd Lldsatzflecke für das Paar auf cüvn 2.50- -3 Mk. Der Unterschied ist hier gsgeirüber der Friedens- zerr 1.25 1.75 M. für das Paar Schuh? füg Erwachsene. Bei den Reparaturen bildet die Lederprerserhöhung also ebenfalls nur einen kleinen Teil der für Reparaturen Lu zahlenden Pveis- auffäiläge." Wemr diese Angaben ftd> bestätigen, daun ent­geht sofort die sellsstlx'rstLndliche Frage, wer demr nun eigentlich an der unglaubliären Aerluveruug der Schuhwaven- und Pevara- turenl'reise die Schuld trägt. ES wäre zu wünschen, daß die Rrchtigkeit der obigeir Angaben von ^ständiger Seite geprüft rrnd damr den für die Verteuerung ^airtwortLichen energisch M Leibe gegvngen würde.

** ä. Wr Derarbeitung von Birtten und Pfla:«-. «eu. Durch eine w BeSanntnrachnny ber ReichSsdelL- für Ge-

nLüse 'und Obft wird unter Aufhebung iriLher erlassener Bestimmun­gen wieder Myebrssen. daß ObsterzQvger Birnen in den Grenzen ihves Hausbedarfes in sogenannten Krautpressen zu Obstkraut für sich verarbeiten lassen. Ilm übrigen darf Obstkraut wie Dörrobst ge- wer bsmäß ig nur mit Genehmigung der KriegsgeseLschaft für Obst­konserven und Marmeladel) hevgestellt werden Die gewerbsmäßige Herstellung von^Pflamivenmus ist gänzlich verboten.

** Die Schiffsjuirgendiv>isi.on rn Mensburg- Mürwik stellt rwch Anwärter Mm 1. Oktober d. I. ein. Arrmeldungen 1517jLhräger jumger Leute im Laufe des Oktober für unsere Gegend an das Bezirks kommapdo OZie ßen

** Die nächste Ausgabe des Reichs-Kursbuchs erscheint infolge Hinausschiebens der Gnsührung des Mtntersahr- Plans auf den .Eisenbahnen nicht Anfang Oktober, sondern erst Auf-ang November.

Auch Andenken müssen geopfert werden! Der volle Goldwert wird vergütet!

Die Goldankaufftelle

in den Raumen der Bezirlzsparkasse Gießen ist morgen von Z bis 5 Uhr geöffnet!

Landkreis Gießen.

** Lang-Göns, 10. Sept. Den ÄüftmteristLn Wilhelm Hetzler und Willy Weber wurde das Eiserne Kreu^ 2 Klasse verliehen.

* O b e r - B e s j i n g e n , 1.0. Sept. Dem Obermatrosen Schüseilbein wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, nachdem er schon im vorigen Jahre mit der Hiessisck>cn Tapferkeitsmedaüle' ausgezeichjnet loorden war. -Auck> sein ältester Bruder, der als 47jäihrig!er bei einer -Päonier-Park-Koinp. steht, wurde mit dem Eisernen KveuK 2. Klasse bedacht.

b. Steinbach, 10. Sept. llnteroffizicr d. L. II. Ludwig Walb, seit Anfang letzten Jahves im Besitz der Hess. Tapferkeits-' Medaille, erhielt am 1. d. Mts. das Eiserne Kreuz 2. Kl.

Kreis Lauterbach.

z. Bermuthshain, 8. Sept. Gestern morgen traf der lüngste Sohn des Försters Tillmnth einen russischen Gefangenen, welcher sich beim Rothenberger Teichhaus Herumtrieb. Er wurde dem Waclü-Kommando Grebenhain überwiesen.

Kreis Schotten.

§ Herchenhain, 10. Sept. <DkN' Ausdruckwann und chon" genügt wohl iNicht jfür unser jetziges Herbstwettcr es! kanu wohl ruhig gesagt werden, daß eS heiß ist. Freitag nach- nrittag gegen 2 Uhr stieg jdas Tl-ermometer an der Sonne auf über oll, nahe an 40 Grad Celsius und zeigte um 4 Uhr rtixfy 34 Grad.

i Kreis Friedvera.

R. Z. Bad-Nauheim, 10. Sept. Am kommenden Diens­tag tritt im Tl-eabersaabe des .Kurhauses die Tänzerin Sent M'Ahesa aus und wird eine Auswahl älterer und neuer orientalischer Tänze zur Ausführung bringen. Wo oatt M'Ahesa bisher in Deutschland ausgetreten ist, hat sie das grösste Auffeben erregt und immer ausveriänflx Häuser erhell. Auch in Bad-Aarcheun sicht man dem Exrstspiel der interessanten Täirzerin mit lebhafter Svan- nung entgegen.

Starkeliburg und Rhciuhessen.

D. T. Tarmstadt 9. Sept. Die Großherzogliche .Hof- bidliothek veranstaltet vom 13.18. -SeptemÄer aus Anlaß ihrer lOOMrigen öffentlichen Wirksamkeit eine schusstellung von kost­bare Handschriften mit llläiniatuven, allchr Drucken' mit Ho^- schnitten und sehenswerten Einbänder, woderch die Ajufmerksamke-it in erhölüem ?)daße aujs die se überaus 'wertvolle Land.'ssammlung hrngxtenkt wird. Es tbn'trfl daher interessieom, daß die Anstalt nach ihrer Bändezahl gegenwärtig an neunter Sjtelle unter' dQi großen deutschen Mlüiotheken stelst. Nach den im letzten Jal/rbuch der deut­schen Biblrothckeu angegebimen Stand vom Oktober 1915 besaß die Köntgliche Bibliochek in Berlin 1580000 Bände, die Hop- rach Staatsbibliothek in München 1250000, die MckversitÄS- und!

LandesböÄiothek in Stvaßbura 1060 000. die llniversitätsbüb^ lwtl)e? in München 737 000, die in Lerptzig 640 000, die Landes«' bibliothek m Stuttgart 628000, die 11 niverfitätsbibliothek in Göttin gen 619000, die Landesbibliothek in Dresden 595000 unv- fast ebenso viel wie die LiandeÄ«iblioLh.ck des beinahe viermak. so großen Königreichs Sachsen Ine Hofbibliothek in Darmstddk^ nämlich 583348 Bände. Am 31. März 1917 waren es 603 295 Bände. ?llle anderen deutülM ^Bibliotheken luittkm einen g>d-> ringererr Bücherbestand, z. jB. die >tzarlsruher Hof und Landes- bidliothek nur 228 000 Bände.

Hessen-Nassau.

D. Z. Dillenburg, 10. Sept. Ein gm verflossenen Diens-- tag von der Kreisstelle Dillerrburg für Jnstmrdsetzungsar b er ttA. abgesandter Waggon mit 4000 Paar Mlitärschuben und -stiefetn larrgte bei dem BEechungs-Instandsetzungsamt des 18. A-K mit fehlendem Versclüuß an. Es wurden aus dem Wagen 229 Paar Schuhe und StiefÄn im Werte -von 910000 Mk. errtwendeL.

mr. Frankfurt a. M., 10. Sept. In der letzten Sitzung des Lebensmittelamtes wurde bekanntgi-geben, ^» die Kartoffellieferung an die Stadt Frankfurt in diesem Herbst voraussichtlich vollkommen geregelt wird, da die benötigten KartoHselmengen in der Hauptsache aus Hessen und Hessen-düassan bezogen werden sollen. Um im Frühjahr die Bevölkerung ausreiäiend mit Fleisch versorgen zu Können, hat die Stadt eiire größere Ar^ahl ^Ferkel angekauft.^ Iin städtischen Schlacht- imt> Viekstws wurde eine Marmelabefocbcrei eingerichtet. Gleichzeitig werden (dort große Ddengen Dörrobsti hergestellt, das im /Winter regelmäßig mr die Bevölkerung zu billigem Preis abgegeben werden soll.

Unrverfltäts-NachvHchten.

** Universitäts-Nachrichten. Das Programm der Technische Hochschule zu Darmstadt für das ^üitdienjahr 1917/18 sst soeben im Druck ersäftenen und zum Preise von 60 Pf. vom 'Sekretariat der Technischen Hochschule zu beziehen. Im Winter« semester beginnen die Einschreibungen .am 17. September und endigen am 25. Oktober.^Begssm der Vorlefungeir mid Uebungen 1. Oktober. Im Svmmersemisster beginnen die (3n- schreibungen am 18, Llpril und endigen am 16. Mai. Beginn der Vorlesungen und Uebnngen 23. i>lpril 1918. In den letzten beiden Jahren fanden 77 Studierende den Tod für das Vaterland, ebenso sind 5 Mitglieder beö Lehrkörpers auf dem Fetd -2 der Elge geblieben. Die Namen der Gefallenen sind auf GcdääitniS^ tafeln in der Vorhalle des Hauptgebäudes aufinnommen.

H. Z. M a rbu r g , 10. Sept. Ter Privatdozent in der hiesigen philosophischen Fakultät, Tr. phil. Hans Cloos, wurde mit der Vertretung des zum vaterländischen Hilfsdienste einberufenen Pro­fessors Dr. Fritz Frech für die Fäcl>er Oöeologie und Paläontologie an der Universität Breslau belunftragt. Prof. D. Rudolf O t l o in Breslau hat den an ihn ergangenen Ruf als Ordinarius für shsdemalifche Theologie an der hiesigeu Universität angenommen.^ nommen.

Dermifcftks*

* Hannover, 9,Sept. (WTB J!m Bühnsrhaus des %L Theaters ist heule morgen aus bislier iricht festgestellter Ursache ein Brand ausgebrochen. Der Schnürboden, die Lichtaillage und alle brennbaren Gegenstände fielen ibm zum Opfer. Die Vor­stellungen ^müssen vorlänfig aus fallen.

* Bochum, 8. Sept. (Priv.-Tel. ^luf der Iecht' MarS- feld in Langendreer find durch eine Erplofron schlagender Wetter 13 Bergleute getötet und 5 verletzt worden. Der übrige Test der Belegschaft konnte nngesätrdet aus fahren

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* Das si ngende Heer. Die Amerikaner icheinew von der belebenden Kraft gehört 'zu haban, die das Singen beim Mtars.TH und im Lager für .den deutschjen Soldaten bewiesen hat, und irt ihrem Drang nach ^ Vollkommenheit der Durchbildung wollen ißu Mickr dieses Mittel für ihre Soldaten nicht uirbenntzt lassen. Beim Einmorsch der amerikanischen Truppen in London fiel 'es aus, daß sie völlig fchweigfam einherzogen Das soll in Zukunft anders! werden. Das Kriegsamt in Sashington hat Berkehrungsti gs- troffen, daß in jedem Aiusbildmrgslager ein Gesangmsisvcr ang«^ stellt wiip, der den Soldaten die ihnen bis jetzt fehtende Kuüst beibrinsen wird.