Ausgabe 
10.9.1917 Erstes Blatt
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# * ©röftte Sorgfalt in der Aufschrift und Ver­packung der P ostpaket e wird von neuem dringend einrwdlen, um Absender und Enftffänger vor Schaden zu bewahr«:. Unbedingt erforderlich ist, den BesdinrnMivgsvri der Päkete sorg­fältig und deutlich mft .hervv-rtretenden 'Schriftzeichen niederM- fdnaiben und zu unterstreichen. Es entpfvehtt siäi ftrner, daß die Aviender in deii PakeLMlsschriften nicht )rur die anrtfiche Bezeich­nung der' Postorte angeben, sondern abgesehen von den Orten mit dem Sitz eurer Olrcr-Postpftäktänr und sonsftg«: allgentein belcrunten gvoßen Städten auch Kusätzliche Bezeich­nungen l'O ber-Postdirektivnsbezirk oder Kreis, Provinz, Bundesstaat, Fluß, Gebirge oder dgl.) hin- Mfügen. inn den jetzt im Verteilungsdienst besä-üftigten wenig ge­übten Hilfskräften die richtige Leitung zu erleichtern. Viel zu klagen ist über die ungenügende ^Verpackung der Pa­ket e. Im eigenen Porteil der Postsbenutzer liegt es, die Pakete unter Verwendmrg guter und ausreichender Zutaten entsprechend der BrfförderuugSstrecke. dem Umfange der Seud-mrg und der Be- schafsenheit des Anhalts recht haltbar und sirl>ernd zu fertigen. Tabei muß stets ein Doppel der Aufschrift oben auf den Jtchalt des Patets gelegt Werden, damit dieses auch dann dem Empfänger zuge- fschrt werden bann, wenn die Aufschrift abgefallen j.st.

Kreis Büdingen.

# Echzell, 10. Sept. Dem WehrmwmOtto Sargk wurde da -. Eiserne Kreuz 2t. Klasse verlieben.

4k- Leidhecken, 10. Sept. Das Eisern« Kreuz erhielt dev Umewffizftr,Ä!Mf Mheinfurl hZSohn dos« Pfarrers Rheinfurth.

Kreis Alsfeld.

--- A lsfeld, 10. Sept Amtlichen Nachrichten des .Kreis­amtes zufolge nvaden im Kreise bereits wieder erhebliche Ge- treidevorräte beiseite geschafft und sollten der öffentlichen Bewirt- schaftung entzogen wrtt>en. Die von den Gendarmen aufgefundcnem heimlichen Vorräte wurden beschlagnahmt. Ferner stellte das Amt fest, daß Landwirte Getreide auf ihre Kornböden gebracht haben, das amtlich noch nicht verwvgen war.

Kreis Friedberg.

sc. Friedberg, 10. Sept. In der hier abgehaltenen di.es- lährigen HouMersammbung der hieftgen Psennigfparbasse wurde berichtet, daß der Dparmarckenverkauf in dem abgelaufenen Ge- schäslnahre, trotz der .Kriegszeit, einen günstig«: Verlauf ge­nommen hat. Es wurden 10176 Sparmarten gegen 6092 Stück int Vorjahre verkauft. 2ln Melle des verzogen«: Bürgermeisters Stahl wurde Kreisdrvcküvr Freiherr von Schenck in das Kuratorrimt gewählt.

bz. Butzbach, 10. Sept. Die in Butzbach und Umgegend wohnenden Mitglieder des Alldeutschen Verbandes Hab«: sich zu eine: Ortsgruppe vereinigt.

# Dorheim, 10. Sept. Das Eiserne Kreuz 2. .Klasse erhielt der Musketier Wilhelm Schutt. Die hessische Tapferkeftsniedaill'e ist bereits in seinem Besitz.

Hessen-Nassau.

= Ba den ha äsen., 10. Sept. Der KölnWürzburger 0 - Z u.g 1 5 4 ist Samstag vormittag 8.40 Uhr infolge eines Rad- bruclies der Maschine bei der Signalbrücke der Station Mainaschaff entgleist. Menschenleben kamen nicht zu Schcchen. Der Sach- schcü«t ist tricht erheblich. Abends waren die AusräuUttmgsarbeften beendet, so daß der volle Betrieb auf der Strecke nsteder aufge- nontmen werden konnte.

X Bad-Orb, 10. Sept. In der Stadtverordnetensitzuug wurde beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, das Erforderliche für den größeren Abschuß von Rotwild zu veranlassen. Der Wild­schaden ist ein ganz bedeutender.

= Frankfurt a. M., 10. Sept. Admiral S che er stattete aut Freitag unserer Stadt einer: Besuch ob.

t =* Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Polizei ist einer an­scheinend weitverzweigt«: Fahrkartensälscher-^^dllfchaft aus die Spur gekommen, die mft teilweiser Hilft von Bahnsteigschaffnern größerer Städte Durchstecherei«: und Betrügereien vornahm. Hier­in Frankfurt wurde ein Bah Uhofsbe diensteter, der mit Hamburg .arbeitete". festgesteHt. Die Ermittlungen sind noch nicht abge­schlossen. ,

X Hanau, 10. Sept. Im Landkreise Hanau sind noch zwei Geineinden, Marköbel und Eichen, in der glücklichen Lage, von der Erhebung von Gemeindesteuern abfthen zu:men.

vermischte».

* Ein merkwürdiges Ersatzmittel. In den zahl­reichen ^Läden eines mitteldeutschen Butterfilial-Bet«ebes ist seit etwa Mitte Juni d. Id. ein neuesErsatzmitttl" aufgetaucht, dessen Pharttasie-^came (MarAe") hier nichts .zur Sache tut. ^ltach d«: Anpreisungen in den Schaufenstern harchelt es sich um einen Ersatz für Quark, auchMatz" genannt. Trotzdem das Präparat' sauber unter den bekannten Küise-> Butter- oder Matz- Gliocken dargeboten, in seiner jungfräulichen Weise recht appetftlch wirkte, war anfangs die Zahl der Käufer nicht gerade gvoß; mancher mochte sich durch den hohen Preis von 2 ^arf für das Pfund für ein«: m Frich-.«:s!zeften so niedrig eingeschätzt!«: ArtiLL wie Quark abschreck«: lass«:, martch anderer brachte vielleicht seiner Güte ein, nach den Erfahrungen, die er mit anderen Erjatz-Mosftn ge­macht .hatte, berechtigtes starkes Mißtrauen «ttgegen. ^liun. der Gewährsmann des Kriegsausschusses für KorrsumeNteninteressen. kann jeden ungläubigen Qualitäts-Thomas beruhigeni dieser ,,Er­satz" ist vorzüglich! Er ist nämlich ganz einfach richtiggehender Quark>er Matz und kann also seine Rolle alsErsatz" leicht spielen! Entweder handelt es sich um einen Mrslfttdischen oder inlä irdischen Tvocken-Käsestoff (Quark ist bekanntlich der aus der

ungekochten Milch durch Natürliche Säuerung ausgeschiedene, durch Abseihen von den Molken befrefte frische Käsestvff Casein der Milch), der durch Wiederanrühr«: mit Waffer oder etwas Mager- nrilch seine natürliche dickbreiige Beschaffenheft wiedergew?nnenl hat, oder er fft frische unveränderte Quark-Kvnttebande, die statt zu etwa 50 Pf. das Ptzurtd (so dürfte der Tageskleinhandelspreis für Quark, spweft solcher noch «HälÄich ist, sein» unter einem hochtönenden '-Lernten zum rund Vierfachen des Preises an den Mann -oder richtiger an die Frau gebracht wird! Tie hierbei ent­wickelte kaufmännische Findigkeit ist. so originell - bisher hat man noch keine Ware alsErsatz" für sich selbstherausgebracht"! daß m<m sie bewundern müßte, wenn die Sache nicht in den wirtschaftlichen Nöten des Weltkrieges ihre sehr ernste Seite hätte, von welcher sie hoffentlich das Kriegswucheramt ansehen roird!

VrßefSafteu dev Redaktion.

Mnouvme Anfrage» bleiben uuberücksichtigt.r

Lin Deutscher. Anonyme Eingesandte werden grundsätzlich nicht berücksichtigt.

Witteruugsbericht.

(Oesfentlicher Wetterdienst.) Meist heiter und.trocken, nachts kühler.

Letzte Rachrichte».

Der polnische Regentschaftsrat.

Berlin, 10. Sept. Als sichere Mitglieder des kommenden polnischen Regentschaftsrats werden Fürst Lubomirski, Erzbischof Kekowski und Graf Lldam Tarnowski, der frühere österreichische Botschafter in Washington, bezeichnet. Außerdem wurden Gra' Ostrowski und Staatsmarschall Flancjcwski genannt.

Ein früherer Sträfling als Zarenwächter.

Basel, 9. Sept. In Tobolsk ist, wie dieStampa" aus Paris vernimmt, der neue Reyierilitgskvmnrrffar Pmttratow, ein aus Sibirien Mrückgekehrter Verbannter, eingetrofftn. Er ist der Regiermm (ftär die Familie des Zaren haftbar. Die Bewachung 300 Schützen des Regiments Won Zarskoje Selo unter dem Befehl des Obersten Rabftinski auverttcrut.

Die französischen Sozialisten und die Papstrwte.

Genf, 9. Sept. Capus ironisiert imFigaro" den vor den SozialistenSalem Aleikum machenden" Ribot, während Renaudel in derHumanitö" von der künftigen starken Einflußnahme der Sozialisten auf die Entschließun­gen der Regierrmg spricht. Das Schweigen auf die Papstnote entspreche durchaus nicht den Wünschen der Sozialisten.

England und die Papstnote.

Zürich, 9. Sept. DieNeue Zürcher Zeitung" ver­öffentlicht eine Londoner Korrespondenz, in der von den schwebenden Friedensfragen, insbesondere von der Aufnahme der Wilson-Note in England, die Rede ist. Danach sei man ftr den Kreisen der englischen Regierung durchaus der An­sicht, daß Wilsons Note ein weiterer Schritt vorwärts zu Besprechidtgen bei offenen Türen sei. Nur die gebundene Presse ,nicht aber die englische Regierung, glaube, daß man das deutsche Regierungssystem erst Umstürzen müsse, um zu einem Frieden mit den Mittelmächten zu gelanget:. Ein sol­cher Plan stehe nur noch als Mittel zur Kriegsführung in den Zeitungen. Die Londoner Regierung rechne nicht mit einer solchen Notwendigkeit oder Möglichkeit. Das offizielle England teile die von Wilson an den Papst übermittelte An­sicht, nach der ein Status quo ante bellum und einige im bescheidenen Rahmen bleibende Wiedergutmachungen als Grundlage für den künftigen Weltfrieden dienen können. Da­bei wolle es England z. B. Italien selbst überlassen, sich mit den serbischen Forderungen auseinanderzusetzen. Die Ant­wort auf die Papstnote werde nächstens auf einer Pariser Konferenz der Alliierten zur Erörterung stehen. Der Papst soll diese Antwort auf jeden Fall erst nach der Antwort der Mfttelmächte erhalten.

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Erstklassige Künstler-Kapelle

Morgen Uraufführung

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fcicMpielhaus Bahnhofftr. 34 . #

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des seit Wochen mit fieberhafter Spannung erwarteten Riesen-Filmwerks

Katharina Karaschkin

oder

Märtyrer der Liebe

zmzzz In der Hauptrolle: Ellen Richter. 1 ~:r:~z

Katharina Karaschkin ist das grö&te Film­kunstwerk, was je eine Lichtbühne in Gießen gezeigt hat.

Katharina Karaschkin ist so gewaltig, daß man es unbedingt sehen muß, wenn man nicht Großes versÄumen will.

Katharina Faraschkiu ist die größte Sensation der kommenden Saison und bietet inbezug auf Spiel, Wissenschaft, Xri­min alistik und Tanzkunst dasHervor- ragendste, was je die Kinemato­graphie geboten.

Kathartea Karaschkin stellt die Filmkunst vor ganz neue Probleme und sie löst sie in einer Weise, die allen Kinogegnern

auf das nachdrücklichste beweist, daß die unbeschränkte Möglichkeit des Films in künstlerisch einwand­freier Weise gestaltet werden kann.

Katharina Karaachkln wird von der bild­schönen, temperamentvollen Ellen Richter, die sich im Nu die Herzen aller Gießener erobert hat, dargestellt.

Ellen Richter in der Rolle als Katharina Karaschkin ist eine Offenbarung. Sie schenkt uns eine monumentale,

E -oße, durch und durch künstlerische eistung.

Katharina Karaschkin übertrifft bei weitem Sibirien. 6693a

Wegen des zu erwartenden großen Andrangs in den Abendvorstellungen bitten wir Dach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. Telephonische Vorbestellungen können nur auf Logen berücksichtigt werden.

6703

Obstversteigerung.

Donnerstag, den 13. ds. Mts., vormittags

9 Uhr anfangend, soll das Obst der Gemeinde Münster, bestehend in Aepfeln, Birnen und etwas Zwetschen, versteigert werden. Die Versteigerung findet unter den bestehenden Bedingungen statt. Zusammenkunft und Anfang am Brückenberg. Münster, den 9. September 1917.

Großh. Bürgermeisterei Münster.

G o n t r u m .

Obstversteigerung.

Mittwoch, den 12. September lfd. Js., von vormittags S Uhr an soll das Obst der Gemeinde Annerod, bestehend in großen Quantitäten Aepfeln,Birner und etwasZwetschenwersteigert werden. Zusammenkunft bei der Kirche.

Annerod, den 8. September 1917.

Großh. Bürgermeisterei Annerod.

tzorn. 6707

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Dienstag, 11. September, abends 9 ttbr, imPostkeller ,k .

PertbUdga.-Snraas 89 Uhr.