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5.9.1917 Erstes Blatt
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ttürm' wurden grdfetertteifö berefts durch Mwehrseuer ab-

gewi?! ': Was bis an die deutschen Gräben herankam, wurde im Nahkampf zuruckgeworfen und zum größten Teile gefan­gen genommen. Die FliegertäLigkeit blieb rege. Deutsche Flie­ger griffen erneut das von.dem letzten Angriff noch brennerrde Calais an. Ferner wurden zahlreiche Bahnhöfe, Flugplätze und andere militärische Anlagen mit Bomben beworfen. Ententeflieger töteten bei Bombenabwürfen auf das Stadt- innere von Brügge mehrere Frauen und Kinder.

Im Artois griffen die Engländer wieder einmal zwi­schen der Kolonie St. Auguste und Lens am 4. September um 1 Uhr 30 morgens an und wurden wiederum zurück- geworsen. In Gegend von St. Quentin war das Artillerie- feuer lebhaft. Südwestlich der Stadt machten die Deutschen einen erfolgreichen Vorstoß.

Von der Aisnefront ist außer erfolgreicher deutscher Flie- gertälrgkeil nichts Besonderes zu melden. Nördlich Reims wurde bei La Neuville ein französischer Vorstoß nach kurzem Handgran atenkampf abgeschlagen. In der Champagne haben die Franzosen beiderseits der Straße Somme-Py-Souain seit mehreren Tagen ihr Artilleriefcuer gesteigert. Am 3. wuchs es zum Trommelfeuer an. Um 7 Uhr abends begannen die Franzosen starke Truppen in den vordersten Gräben bereit­zustellen. Diese Ansammlungen wurden deutscherseits recht­zeitig erkannt und unter zusammengefaßtes Vernichtungs­feuer genommen. Schlverste Verluste unter den in den engen GrLben dichtgedrängten Massen waren die Folge. Nur eirren Bruchteil der bereitgestellten Sturmtruppen brachten die Franzosen zum Angriff vor. Ein ungebrochenes Feuer emp­fing die schon erschütterten Angriffsmassen. Auch die deut­schen Infanterieflieger griffen aus geringer Höhe mit ihren Maschinengewehren wirkungsvoll in den Kampf ein. Nur etwa 150 Mann gelangten bis in die deutschen Stellungen, sie durch Gegenstoß wieder zurückgeworfen wurden.

Au der Verdun-Front hielt das Artilleriefeuer an. Deutsche Stoßlruppmrternehmen brachten an: Caurieres- Weldr und westlich von Pont-a-Mousson Gefangene ein. Deutsche Flieger griffen mit Bomben und Maschinengeweh­re aus geringer Höhe französische Unterkünfte und Wald­lager an. Zahlreiche Brände und Explosionen wurden be­obachtet.

Im Osten nchmen die Operationen nach der Einnahme von Riga ihren planmäßigen Fortgang. Von der übrigen Front ist außer Patrouillentätigkeit am Zbrucz und Dnjestr und ernem deutschen Vorstoß südlich des Pruth in Gegend des Czardaki nichts zu melden. An der Moldau erlitten die Russo-Rumänen am Moncel durch mehrere erfolglose An­griffe weitere schwere Verluste. An der Rimnic-Mündung brachte ein deutscher Stoßtrupp wieder Gefangene und Beute ein.

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dem Großen Hauptquartier.

Großes Hauptquartier, 4. ®ept. (WTB. Amtl.) Serne Majestät der Kaiser haben dem General Luden- dorsf anläßlich der Einnahme Rigas das Groß kreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern ver­liehen.

oeme Majestät der Kaiser empfing heute den Erz­herz og Karl Albrecht nach ferner Reise an die West- fvont. >owie den türkischen MarinemiTnster Djemal st" ich a. Seme Majestät verliehen dem letzteren den Orden Pour le merite. *

Ferner nähmen Seine Majestät die Meldung des svell- vertreteriden Militärattachss Major v. Schweinitz im Haag entgegen. ' "

Eine Ehrung Hindenbnrgö.

Rudolstadt, 4. Sept. (WDB. Nichtamtlich.) Der 3 hvrru^er Ätädtetag hat beschlossen, dem Gener alfetdmar- uchall o. Hindenburg anläßlich, seines 70. Geburtstages Oktober das Echrenbürgerrecht sämtlicher Thüringer- L>tadte als Geburtstagsgabe anMtragen.

RichthofeuS 60tcr.

Berlin, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Rittmeiste Freiherr v. Richthofen hat seinen 60. Gegner im Luftkamp oesiegt. D^e zehnte feindliche Fliegerabveilung liegt zer Ichmettert am Boden, überwunden von dem einen Mann Uchere Feinde haben ihm kernen gleichen gegenüb erznstetlev Wrr aber haben viele, die ihm gleich sind an Schneid uni überlegener Ruhe, denen gegenüber für unsere Feinde er hohter Einsatz au Zahl gleichbedeutend ist mit erhöhter Zah ^^Derlustes. Diese Gewißheit kann uns ruhig in die^Zu kunft sehen lassen. Mögen England, Frankreich und de neu l ^5?^. ^Erika auch den Himmel schwarz werden lasse:

von Flugzeugen, ein Mann hat genügt, un runs Dutzend von ihnen jfri fben jStaUb zju streiken, und hunder er c ftnb gleich ihm. (Inzwischen hat Freiherr voi ^.rchthosen, tme aus dem gestrigen Tagesbericht hervor geht, seinen 61. Lufisieg errungen.)

Bomben auf Lahr.

k^«rlsruhe 4 .%*!!.) State mittag &etwtrfei tetuWiaie ^icger die offene &tabt Lahr ntit Bomben, durch di zwei Personen getötet mrd drei schwer verletzt wurden. Der an gerichtete Sachschaden rst gering.

Der Kassier über Sttchomlmow.

.'WTB ) Der Reichskanzler empfing de ^rekwr am Wvlf^> welegraphstchnn Bureau Dr Mantler Hebt seme Ntermmg M den Enthüll imgeu aus dem SLuhotnlinMv-Pre zepe benagt, äußette sich der Kanzler wie folgt-

Oberen russischen .Kriegsmmisters un Wcnm lstEchefs sind von der größten Bedatttimg. Sie sind goeigne dre feindliche Legende von der deutschen Schul mn >ttregc vollends zu zerstören, und sie werden die europäische un die außereirropänche Oeffentffct/kett, soweit ihr überhaupt du B< rrchtr Mganstw) gemacht weüdm, znnngen, ihr Urteil zu bericht gew Der Zeitpunkt, zu dem die Enchüllungen erfolgen, ist um s KrstiMr, als wrr soeben von der amerikanischen Antwort ar d« zum Friesen rnahnende päpstliche Note Kenntnis erhalte haben, jn oer Note Lansrngs wird die deutsche Regierung als ein ^^^5^ -^ ^ewerungst gekennzeickMt, ,chie im 'Geheime ^Wellherr.c^fr plante, die ihre eigene Zeit für den Krie dl< m grausam und plötzlich ausführte, sich wede im du Lchvanken des (Gesetzes noch an die Wahrhaftigkeü kchtt Emnen Kosten ^ntarent mtt dem Blute nicht mir von Soldater sondern nrtt dem Bürte toffchuldiger .Frauen und .Kinder und hilf loser Armen uberströmte". }

Offenbar hatte die amerikanische Regierung, als sie sich dies A.nitLWrn aus der

Berleumdungswerkstatt der Entente

KEnrUnis von dem Verlaufe de 54* J?# doch mn Ende antgrn Ä'" Kriege gewählt hat. steht wok

W E^erlegllch fest. Nicht Deutschland ist es gewesen, sonder etne Jhlitarpaxt n b te den nhmchen Zaren unrgab und sich ii l«n Frantte^ mw Errgland befunden hat. Ter Deutsch * t;ar J*J n n^^'Eich auch Rußland gegenüber, lx

'Ewem mgenen Friidenswülen un vern des deuttrlxm Bollvs Ausdruck gegeben hat. i,t von den Ereia Aeallgemern bekanw auf ferner Erholungsreise nLc »eu rwrbrscheu Landern uüerrajcht worden. Bis zum letzten Augen

bück har er in seinem TelegranrmWecUel 7tät dem! Zaren und dem englbchpl König die ernstesten und eindringlichsten Versuche ge- nurcht, int Sinne des Friedens zu wirken. Der Schwetwuntt der neuen Enthüllungen liegt darin, daß der Zar, der über Krieg und Frieden zti entscheiden hatte, durch die Bemühungen des Deutschen Kaisers auck» in der Tat zu der Ueberzeugung gelangt war, daß Teittschland. den Krieg nicht wollte. Die Folge seiner Ueberzeugung war sein bindender Befehl, die russische Mobilisierung rückgängig zu machen, aber ein paar

Verbrecher, die den Zaren belogen haben sich über den Befehl hinweggesetzt und leine Ausführung dirrchkreuzt. Tie Folgen der Bemühungen des Deutschen Kaisers war weiter die Weisung des Zaren an den General Januschke- witsch, dem deutsckien Blstschaster Grafen spourtalss Versicherungen über den Friedenswillen Rußlands abzugeben. Auch die Ausfüh­rung dieses Befehles ist hintettrieben worden, und zwar ditrch Herrn Sasonow, der offenbar befürchtete, daß der um die Erl-al- tung des Friedens verdiente deutsche Botschafter daraufhin noch weitere wirksame Schritte für die Vermeidung des drohenden Krieges tun könttte.

Wer steckte hinter all dieserr Leuten, die es doch wohl nicht aus srch selbst allein unternehmen konnten, die russische Großmacht und damit Europa und schließlich die ganze Welt in einen Krieg ? cm Z^mals dagewesener Furchtbarkeit hirreinziutveiben? Ich orauche nicht an die Bsziehmtgen SuchonUtnows zu her französi­schen Chauvinistengruppe der Herren

Vorn ca re und Genossen zu erinnern. Bekannt ist, daß schon die Wahl von Poineare unter dem Zeici/en ^ eines russisch-fran^öfisck-en Angriffskrieges gegen Deutschland fkattsand, und daß 'Luchomlinow damals nach Paris entboten wurde, um Poinarre die Leitung der französischen Re­publik in die Härrde zu spielen. Damals gab Suchomlinow in Paris eine Erklärung über die Angriffskrast des russisä)en Hoeres utrb die Umändewmg der russischen Mobilmachungspläne ab, die er kurz^ vor^ deur Kriege in dem bekarmten Aussätze der russischen' Börsenzeituna über die .Kriegsbereitsd>aft 'Kußlands in l-eraus- forderndem Sinne wiederholt. Die Angriffspläne gegen Deutsch­land waren sckwn lange von einer einflußreichen politischen Gruppe in Frankreich, England und Rußland vorbereitet. Was den eng­lischen Einfluß in Petersburg während der kritischsten Tage des 29. und 30. Juli bettifft, so brauche ich nur auf die Depeschen des Petersburger Renterkorrespvndenten und aus den bekannten Bericht des belgischen Geschäststtägers De L'Escaille zu verweffen, ans denen klar hervorgeht, daß die

Gewißheitder englischen Unter ft ü tz u n g die leitenden Männer Rußlands in ihrem Entschluß zum Kttege bestärkt hat. Während Rußland so den Angriffskrieg in die Wege leitete und insgeheim nicht nur gegen Oesterreich-Ungarn, sondern auch gegen Deutschland mobil machte, versuchte man, Deutschland hinzuhalten und zu betrügen, um Zeit zu gewinnen und die eige­nen Truppen an die Grenze vorziel-en zu können. Das Ehrenwott des Ianuschkewitsch wird in der Geschichte fortleben!

Wie^ der damalige Militärattachee in Petersburg, Major v. Eggeling, soeben telegraphisch mitterlt, bezog sich das Ehrenwort des russischen Generalstabschefs ausdrücklich auch darauf, daß bis zum 29. Juli nackMittags noch keinerlei Mobiltnachungsbefehl ergangen sei. Ianuschkewitsch versicherte dem deutsck-eir Militär- attachee, dach die berulßgenden Eröffnungen Suchomlinows vom 27. über etwaige MobilmachurrgÄtbsichten Rußlands nach wie vor vollständig zuträfen. Und dabei hatte Herr Januschkewitfch den russischen

Mobilmachungsbefehl in der Tasche.

Nun sollte Deutschland durch Vorschläge mit dem Haager Schiedsgericht hinters Licht gefühtt werden, während Rußüutb eifrig daran weilerarbeitete, seine Armeen für den geplartten 2lm- griff 'auf den Kriegsfuß zu bringen. Welche Bederttimg gewinnt ffr diesem^ Zusammenhang das Telegrantm des Zaren an den Deut­schen ^Kaiser, das am 30. 7., nachmittags Q20 llhr, äbgeschickt wurde und über die allgemeine Mobilmachung Rußlands, die nach dem bekannten Ukas von 1912^üen Krieg gegen Deutschland bedeutele, nach wie vor die Täuschmg aufrvcht erhaben sollte, daß diese in Kraft tretenden mllitäiischeu^ Rälstnahtnen lediglich aus Gründen der Verteidigung gegen Vorbereitungen Oesterveich^Ungarns ge* troffen worden seien? "tt der Depesche des Zaren war ferner auch die Entsendung des ^epls Tatifchtfcheff mit einem Brief zum Deutschen Kaiser in Ausffcpt gestellt.

Wo blieb Herr Tatischtschess?

Aon feiner Reise hat mtnt nichts tnehc gehört. Sollten Sirchvkw- lirww, JännMMpitsch und ihre Mitverschworenen^n an der Abreise verhindett haben, oder war >auch die Ankünoigung seiner Miffton mtr dazu bestimmt, DeutsichSand betrügerisch in Sicherheit Kn wsgen? Drutschiatä)> mußte in den schweriben Berterdigungs^ kampr um fein Dasein «intveten, wlsll es von seinen beute- mrd machtgierigen Nachbarn Frankreich vnd Rußl«nd, die es zerstören wollten bedwbt war, und iveil Pas Inselreich jenseits des Kanals der Ansicht war, daß es.ben Kampf um die Hogemmrie Europas, wie Sir Eduard Gvcp sich ^einmal Mrsgiedrückt hat, führen wollte. Diese Hegemonie Europas!, die es gesahndet glatchte, wollte sich England rächt streitig machen lassen. Deshalb unterstützte es Deutschlands feindliche Nachbarn lund ihre -auf den Krieg gerichtete Politik. Weder die deutsche Regierung noch das deutsche Soff, das seinem Reich^vberhaupt in unverbrüchlicher-Treue ergeben ist, war damals oder zu irgendeiner anderen Zeit von dem ihr angedich­teten Macht- und Ervberungsgelüste beseht. Wäre das Gegenteil tvahr, so hätte Deutschland sich in den 43 Jahren, die zwischen dem Eiche des letzten Krieges mit Frankreich und dem AuÄbrnch oos heutt- gett Weltkrieges lagen, aenftß Nicht die mehr als einmal gebotene Gelegenhett entgehen lassen, den Kampf Hinter weniger schsvierigenj Umständen zu beginnen. Es hat,in jenem Abschnitt i>cr Geschichte! Zeiten gegeben, \vo Frankreich so gut wie olhnmiächtig war. W hat auch Zetten gegeben, >wv Englandflmch wv Rußiländ durch kriege­rische BerwiMmgen außerhalb Erwopas gelcchmt waren. Trotzdem hat

unsere Hand nicht znrN Schwerte gegriffen, das Deutschlands bedrohte Lage im HerMn Guwpas wie. Lloyd George einst selber zugestand uns scharf zu erhalten zwang.'

Nickis anderes als der frevelhafte Wille feindlicher verbreche­rischer Kriegstreiber hat mt£ in den blutigen Berbeidigungskampf Nm Leben und Freiheit hineingÄzwungen. An dieser durchs Suckwnt-- linvw und JmmschkÄvitsch jetzt erneut l^stätigdsn geschichllichest Wahrheit kann keine amerikanische Note etwas ändern, und ebenso wenig wird eine solche Note.auch,unseren festen Willen erschüttern, in treuer Gemeinfch>aft 'zwischen Kdvne, Regierung und Volk das Kriegsziel zu erkämpfen, für das unsere Helden nun schon mehr als drei Jahre lmrg ringen und bluten: die Wiahrüng unseres heiligen Rechtes >auf Deu.rW'an!ds! Anversthrcheit und die Freiheit seiner gesicherten friedlichen Weiterent-.vicklung.

Die tage in Rutzlantz.

Stürmer

Petersburg, 3. Sevt. 'WTB.) Der ehemalige Mirnster- präsident Sturmer ist im Mter von 77 Jahren an Unvmie ge­storben.

Aus Finnland.

Kopenhagen, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Berlingske Tidende" wird über Hnparanda ans Helsingfo-rs aenreldet, daß das von Petersburg ans verbreitäe Gerücht, der Landtag solle am 1. September znsamnrentreten, nicht richtig ist. Die Mitglieder des Landtags h-atten bereits am Mittwoch abend nach der ersten Sitzung im alten Landtags­gebäude die Heimreise anöetreten. Der ganze Mitttooch^ verlief voltöomtTrerl rnhig. Der Generalgvnverneur richtete eineit öffentlichen Dartt an die Bevötkernng für ihr ruhiges Verhalten. Es sind umfassende Maßregeln getroffen, um den Schmuggeleien an der finnisch-schwedischen Grenze ein Ende zu bereiten.

Die Vrandkatsstrophe bei Kasan.

Kopenhagen, 4. Sept. (WTB. Nichtamttich.) Die hier eingetroffenen russischen Zeitungen enthalten auMhttiche Em-

zelhetten über die furchtbare Brcntdkatasttovhe. von der Kasan trat 28. August heimgesucht nmrbc. Mindestens 1000 Personen sind umgekommen. Vier Vorstädte wurden gänzlich ein geäschert. Wäh­rend des Brandes erfolgte.eine Reihe Explosionen, die cm Stärke Zunahmen und eine ganze Anzahl Gebäude in die Luft sprengten, und zwar mit solcher Kraft, daß die Erde Risse aufwies, wie bei einem Erdbeben. Später stellte es sich heraus, daß noch mehrere Mullitionssabriken in die Luft geflogen sind.

Ein englischer Gewerkschaftskongreß.

London, 3. Sept. (WTB. Nichtamtl.) Reuter-Meldung k Der Gewerkschaftskongreß, der in Blackpool eröffnet wurde, ist von 695 Delegierten besucht urorben. Hill sagte in der Eröffnungs­ansprache, aus dem Bericht der Jndusttiekommission gehe hervor^ daß die Unruhen der Arbeiterschaft dem Wortbruch der Regierungt über die industrielle Dienstpflicht zuzuschreiben sei, da die Arbeiter aus Furcht vor der Einstellung in die Armee gezwungen wären- Immtrcbige Bedingungen anzunehmen. Ein anderer lbrund sei, daß die Arbeiter wüßten, daß die hohen Lebensmittelpreise eine Folge Kmgezügelt-er Preistreiberei durch die Zwisck^enhändler seien. Uebeü «den Krieg sagte Hill, daß alle Arbeiter darin einig seien, daß Bel­gien vollständig wiederhergestellt werden müßte. Polen, Elsaß und das Trentino wurde noch der übereinstimmenden Ansickft aller Verbündeten volles Recht zage sagt. Aber könne dies mit den Waffen! erreicht werden, wo beretts 9 Millionen Mann gefallen seien?

Ter Redner verurteilte es, daß der Denwkratte der Berbündetenl das Recht abgesprochen worden sei, Vertteterrt aller Länder zn be­gegnen, um die Demokratie der Wett zu propagieren und zu be­festigen. Ueber die inneren Reformen sagte er, dazu sei mehr nöttg, als Anträge zu stellen. Er meine aber nicht, daß eine Revolutionj dazu nötig fei, da diese mir eine Gruppe von Autokraten durch eine aridere efictze. Nöttg sei vielmehr die Agitation, Ausllärungt und Orgarttsatton. Hill schloß mit der Erklärung, daß die (^rverk- schaften die verlautbatte Absicht der Verbündeten unterstützten. Eine Kommission wurde ernannt, um über die Stockholmer Frage zu beraten. Sie bettchtete, daß die Stockholmer Konferenz äugend blicklich keinen Erfolg haben würde und schlug vor, sich darum zu bemühen, eine Uebereinlünft zwischen den arbeiteirden Klassen in den verbündeten Ländern zustande zu bringen, da dies die wich­tige Voraussetzung für eine erfolgreiche internationale ^vonfererrzl sei. Die Erötterung über die Stockl>olmer Wnfecenz imnfce aut ixm nächsten Tag verschoben. Der Kongreß beschloß, gegen die Ver- j Weigerung von Pässen nach Stockholm zu protestieren, da nach der allgemeinen Auffassung leine irtternationale Konferenz dem Abschluß eines dmierhaften demokratischen Friedens notwendig vorausgeheik müsse.

London, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- tefichen Bureaus. Der Gewerkschaftskongreß in Blackpool entschied mit 2 849 000 gegen 91 000 Stimmen, daß unter den gegerrwär- ttgen Umständen die Stockholmer Konferenz keinen Erfolg ver­sprechen würde.

Die Vertagung der Stockholmer Konferenz.

Kopenhagen, 4. Sept. (WTB. Nichtanttlich.) .^Berlingske Tidende" meldet aus Stockholm: Die Stockholmer .Konierenz wird um mindestens zwei Monate vertagt werden. Der holläudisch-skm- dinavische Ausschuß hält unerschütterlich an der Ueberzeugung fest, daß die Konferenz trotz aller Schwierigkeiten abgehalten wer­den muß.

5eekrieg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 4. Sept. (Anttlüch) U-Boote der Mittelmüchte haben im Mrttelnreer rvieder erfolgreich! gearbeitet und 16 Dampfer mit einem Gesanttraumgehalt von fast 65000 -vonrren versenkt. Unter diesen befanden sich die bemaffnetzerr englischen DampferHachor" (3823 Donnen),Kilwrnmu<^ (3071 Domren),Nairn" (3627),Mlatmt" (3270 DoirnM). jD^te meisten versenkten Dampfer waren tief geladen, mehrere nnt Lebensmitteln, einer mit 4000 Donnen .Kohle, BrennSt m Fässern und Flugzeugbestandteilen. Fünf »oertvolle Dampfer hat ein osterreichssck^lngarisches U-Boot, Kvrw Mandant Lrniech chiffsleutnant Ritter v. Trapp, in sieben ^agen aus gesichertem GeleitFuge heraus geschossen.

^ Deutsche Marineflugzeuge haben am 3. September Hafenairlagen von Sulina (Donaumündung) erfolgreich mit Bomben angegriffen. Drei starke Brände tm Hafeuaebiet konnten beobachtet werden.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Kriegspressegnartter wird gemeldet: Eines unserer llnterfee- voote, Kommandant Linienschiffsleutnant Ritter von Trapp, der aus emer mehrtägigen Unternehmung im Mittelmeer zurnckgekehrt ist, versenkte in dieser Zeit * . 39 000 Brutto-Registertounerr

ferndttcher Handelsschiffe. Der fianzösiche bewaffnete Damp­ferConstanca" (2469 Br.-Reg.-Ton.), mit Stückgut bela­den, wurde aus emem von U-Boot-Jägern gesicherten Ge- lertzug nnt Torpedo herausgeschossen, ebenso der engliche, bttvaffnete DampferKitwinus" (3071 Br.-Reg.-T.), mit Murntton an Bord; ein weiterer, etwa 6000 Tonnen großer, an)chernend engttcher Dampfer und der bewaffnete englische »SS? ,^airut^ (8700 Br.-R.-T.) wurde aus einem durch Frjchdampfer gescherten Konvoi, ncchdem diese durch Bor- fefecht vertrieben waren mit Torpedoschuß in die Tiefe ge­sandt. Als letzte Beute fiel dem Unterseeboot ein unbekannter, bewaffneter Dampfer von 1012 000 Tonnen zum Opfer, der trotz der Beschießung der Untersee-Boote durch zwei im Konvol entfahrende Dampfer, die durch zwei Torpedofahr- zeuge der Englove-Klasse gesichert waren, durch zwei Tor- pedotreffer uch Arttlleriebechießung in den Grund gebohrt wurde.

Zum Borpostengefecht bei Jütland.

K o p e n h a g e n , 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich) Aus Bierregaaro wird berichtet, daß drei gestrandete deulühe Minensucher bereits derart versandet sind, daß nur noch der obere Teil des Mastes aus dem Wasser hervorragl. Nur das Achrsf des Wmirals Schröder lieg: unverändert auf den ^men ^nseln im Süd.teil von Ringköbing-Fjord. Etwa englsiche Geschosse wurden gefunden, die nicht explodiert find. Die Leiche des ertrunkenen Oberheizers Kleber wird auf dem Kirchhof Haurriig beerdigt. Der englische Konsul in Fredericia war aestern in Bjerregaard, nm den Schaden zu besichtigen, der durch die englischen OZeschffse anqerichlel worden ist.

Rrtzmi meldet: Aus Anlaß der während des Seegefechts vm Bierregard am 1. September von ktttisther Seite verübten Ver­ätzung des neutralen dänischen Hoheitsgebietes, erfjtelt der dänische gesandte in London Anweisung, bei der englischen Regi.-rung be> sttmmten Protest emzulegen. Es wird unteffucht, ob bei der ge> »nannten Gelegenheit eme Verletzung des dänischen Hoheitsgebiets auch von deutscher Sette durch Fvttsetzung des Kampfes auf däni. schem Seegebtet stattgesunden hat. Sämtliche Geborgmen im Timsti oer deutschen Marine stehenden Personen werden interniett

Kapstadt, 4. Sept. (WTB.) Reutermelbuna. Der LinrendampferCity of Athene" ist auf der Höhe von Kapstadt auf der Fahrt von 9reupork am 10. August mit voller Ladung gesunken. Bon 97 Passagieren sind 17 ertrunken. Das llntersuchungsgericht stellte als Ursache das Aufläufen auf eine Mine fest. Dem Kapitän wurde der Fahrterlaubnrssck)ein auf sechs Monate entzogen.