föcdeautigsWevte aus, in den jtteineceat das Kreisamt. In der Versammlung wurde faul <VMA allgemckn der hohe Preis des
Dcmer-Wintewbstes fchars Tritifiiert. kWpftl SU 40 Mark beti Zentner, die mit Gebühren (2 'Dbatf 'füsc ben .Mffkäufer, 4 Mark für Ber- 4 xsdimg und Stellung der Körbe, 75 Pfennig, für den Kreiskom- nriffionär und 75 Pfentrig für die Landjesobststelle) 47,50 Mark Losten, sollen in feiner A-usmachiüntg in Seidenpapier und Holzwolle verpackt, zum Versand kommen, ebenso die feinen Edelbirnen dieser Gruppe zu 42M Mark. Der anwesende Vertreter der Stadt $üi\eu betonte, daß man hier gerne auf diese Art Obst Verzicht lotste, man nünsche Obst der Gruppe 1 b, gut in Körben verpackt und rickftig am Batptve ausgeveift, von dem der Zentner Aepfel mit Gebühren 36 Mark und Mrnen 34 ALark kosten. Aut Anfragen von nt ehrerett .Seiten, ob denn die Höchsckreise nrcht Hera besetzen seien, was ja auch dien Erzeugern fast allgeinerN ganz recht sei, wurde erwidert, Hessen könne nichts machen, da die Preise einheitlich für das ganze ffi.äd) festgjesetzt seien Wenn fi« für Snddeutfchland zu hoch seien, so sei man in Norddeutschland, besonders in den Großstädten an tolche Preise gewöchrt. — Der Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Büdingen mrlangt von Hern Aufkäufern der Landes stelle, daß unreifes Obst, besonders unreife Aepfel unter kamen Umstanden angenommen und verfandt werden dürfen. Wer es trotzdem tut, hat zu gewärttgen, daß tzas Obst als Fallobst verwertet und dem Aufkäufer außerdem die Ausweiskarte entzogen wird.
Ehrenurkunden für unentgeltliche Abgabe von Rltfachen.
Durch die Abgabe von Gold wird die wirtschaftliche Kraft Unseres Vaterlandes gestückt: eine gleiche Wirkung übt die uN«tt- geltliche Llbaabe von entbchckrchen MÄleideru, Wäsche und schuhen an die Mtb ekl eidungsstellen aus. Wenn die vielen Be,lande, ine jefyt Tioch unbenutzt in Schränken mchTütchen liegen , der allgemeinem Bewirtschaftung zugeführt werden, so wird es möglich sckn, den großen Anforderungen gereckst zu werden, die bei der Rückkehä unseverf Fckdgvauett an die Bestände von bürgerlicher Kleidung gestellt werden. Für diesen Augenblick vorMftrgeu. ist unsere Pflicht! Wer wollt»' nicht gern von seinen entbehrlichen MMeidern abgeben, wenn er dadirrch einem tapferen Feldgrauen den Weg zu eurer gesicherten bürgerlichen Existenz nach dem .Kriege bahnen belfen kann? In diesem Weltkriege ist das deutsche Volk oft vor schwierige Ausgaben gestellt iviorden, die schier unlösbar schienen. — Ter einmütige Wille des ganzen Volkes aber ftihrte dockt mrs allen iWärrrnsion, allen Hemmuffftn -zum Trotz, zu einem guten Ziele. So wird auch bei der dringenden Forderung des Augenblicks^ nv es heißt, Millionen deutscher Männer aus dem Kampfe ins Wirtscsmfts leben zurückzufühven, der Opfermut und die Willenskraft des deutschen Volkes nicht vertagen.
Deute darf nichts rentlios in unserer großen Volkswirtschaft bleiben. Schätze, die im Schvanke vermroderrl. helfen dem Volke nicht. Tie Reichsbäkleidungsstelle hat naierbingsS' für jeden, der Attsachen im Schätzungswerte von mindestens 5 Mark unentgeltlich abliesert, Ehrenurkunden Herstellen lassen, die als würdige Totu mente aus harter Zeit kammeriden Geschlechtern von dem einmütigen Opferwillen unseres Volkes zeugen sollen. Tie Alt- -stcklen, die diese (Mrnurtutrüen zum Selbstkostenpreis von der ReichsbÄleidimgsstelle beziehen können, werden jedem, der durch 'mentgellliche Abgabe von Altsachen Anspruch darauf hat, diese Nckunden ausjertigen.
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** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herzog hat dm! 25. August den Kreisamtmann. Regierungsrat Ernst Werner zu Mainz zum Rat bei einer Provinzialdirektion unter Belastung des Charakters als Regierungsrat und den Kabi- iretls'ekreter Ferdinand Pennrich zum Kreisamtnrarm ernannt. — Uel^ertrage" rurde am 24. August der Schulamtsaspirantin Elly W i t 1 b o h n aus Edemannswisch, .Kreis Norder-Tittmarschen, eine Lehrerinstelle au der Volksschule %\i Rurnpenheim, Kreis Ofseirbach.
** A-i s ' e i ch n u n g. Der Kriegsfreiwillige K. Döring, w-elcher seit Beginn dcs .Krieges draußen steift, wurde Et dem Eisernen Kreuz zwüter Klane und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille atuge-eiduu . > uvie jetzt ttxgen tapferen Berhalteits zum Vizefeld- wckel befördert.
^Beförderung. Zum Leutnant befördert wurde Wllhelm K opp. vom.Regiment 116, zurzeit im Felde, Sohn des Friedrich :stopp, Bismarckstraße.
** Ihre Sil berne Hochzeit begehen am heutigen Dienstag die Eheleute Hermann Lubkinski und Frau Julie gck. .Sawück. ^
L. U Bort der Landesttniversität. Derordent- liche Professor an der Universität Gießen Dr. jrrr. Rickolf Hübner hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Halle zmn 1. April 1918 angenommen. Im lonr- menden Wintersemester wird er somit noch an unserer Universität lesen.
** Ans dem Stadtthea terbureau. Der nächste Sonntag bringt die letzten Vorstellungen dieses Sommers und zwar sind es zwei Werke musikalischen Charakters, die zur Mrffühvrrng gelangen. Sonntag abend 7 % Uhr wird zum letzten Male das so liebenswürdige und beliebte Singspiel „Das Dre im äderlhaus" (H<mptrollen : Frl. Ulrich, Heer Goll und .Herr Falken) gegeben. Am Nachmittag gelangt die neue Gesangsposse „Die Königin der Luftt" von Rermann und Schwartz, den Verfassern des „Glücks- ttiädels", zur Aufführung. Auch dieses Werk ist nrit ersten Kräften besetzt und wird sicher in der flotten Darstellung durch das Bad-Nanheimer Personal auch hier dieselbe stürmische .Heiterkeit erregen, wie an den anderen Bühnen. — < Bestellungen auf Eintrittskarten für d,iese Vorstellungen bittet man an die Ka'sse des Städttheaders zu richten.
** Versand ivon frischem Obst ins Feld. Das Militärpaleta-mt Frankfurt lg. M. teilt mit: Trotz wiederholter Warnung, frisches Obst an ,Angehörige des Feldheeres zu versenden, werden solche Pakete täglich in größter Zahl aufgeliefert. Sckwn durch den kurzen Transport bis zum Paketamt ist der Inhalt vielfach vollständig zerdrückt und verdorben
Und muß vernichtet werden. Abgesehen von den gesundheitlichen Schädigungen wecken Miss diese Wselrse große Mengen Obst der Volksernährung entzogen mtb dem Verderben prersgegckeni Es 'rcirb daher an dieser Stelle nochmals dringend davor gewarnt, Obst «oder sonstige leichtverderbliche Ware zu versenden. —- Bei dieser Gelegenheit wick noch darauf hürgewielen, daß beim Bersand von Feldpaketen möglich nur gutes Material verwendet wecken darf. Wenn schon beim Milftärwaketamt täglich Hunderte von Paketen neu verpackt wecken müssen, so ist zweifellos, daß noch ein weit größerer Teil während der Weiterbeförderung rns Feld infolge des schlechten Packmaterials derartig leidet, daß be- bguerlicf)e Verluste entstehen, für die bekanntlich weder von der Post- noch Müitärverwaltnng Ersatz geleistet nnck.
st.Bon den Viehseuchen in beiden Hessen. Der Artweisung über den Stand der Viehseuchen im! Deutschen Retckfe am 15. August ist zu entnehmen, daß die Maul- und zplanenieuche sowohl in Hessen-Nassau wie auch im .Gvvßherzogtum Hessen völltg erloschen ist. Dagegen wurde die Sckfweineseuche rm Regierungsbezirk Kassel in 105 Gehöften, welche sich auf 26 Gemettcheir in10 Kreisen verteilen und im Regierungsbezirk Wiesbaden in 20 Gehöften, welche sich aatf 12 Gemeinden in 6 Kreisen verteilen,, fest- gestellt. Im Großherzogtum Hessen beschränkt sich die letztere Seuche nur auf ein Gehöft in der Provinz Rheinhessen.
** Schwarz-Weiß-Theater. „Unter heißer Zdnck betitelt sich das «große Sensations- und Swabenteuer des holländischen Kapitäns Oliver Peer, Kommandant des Ozeanriefen „Rotterdam", das mit alleinigem Erstaufführmtgsrecht ab Dienstag, 28., bis Freitag, 31. August, zur Vorführung gelangt. In den Harcptckllen wirrten der bestbekannte Wildwestdarsteller nnd nordische^ Künstler Mo- gens Eilger kam Neuen Tltaater in Kopenhagen Und die ebenfalls beliebte Künstlerin Martha Novellga voni Lustspielhans Berlin. Außerdem! üvick >das Neueste vost deii Kriegsschauplätzen gezeigt. Beginn der letzten Vorstellung ist 9 Uhr. (Näheres siehe Anzeige.)
Landkreis Gießen.
)( Mainzlar, 28. Aug. Das Eiserne Kckuz erhielten die Brüder Wilhelm und Ludwig Vogel. — Ein Feldgrauer sandte aus Ma^ckonien seinen Eltern 2 lebende Schildkröten. Die Tiere kamen hier wohlbehalten an und haben sich an ihre neue» Ümgckmrg schon gewöhnt.
Starkenburg und Rheinhessen.
— Bir stein, 27. Aug. Fürstin Luise von Jsenbnrg-Bir- stein, die Gattin des Fürsten Karl von Isenhurg-Birstein, ist iiach längerem Leiden in Hanau verstorben. Tie Verschickene, eine Prinzessin von Oesterreich, stand im 72. Lebensjahre und war seit 1865 vermählt. Tie Leiche wick in der hiesigen Kirche beigesetzt.
Kreis Lauterback.
rr. Schlitz, 28. Aug. Schulverwalter Wähl. Offtziersaspi rant in einem Insanterie-Regt. in Rumänien erhielt das Eiserne Kreuz. — Dank des außerordentlich günstigen Erntewetters der letzten Woche sind die Fntchtfelder durchweg geräumt, slsirr wenig Hafer ist noch hier und da zu sehen. Schon brummen die Dreschmaschinen hier und auf den Dörfern, um die reiche Mrnerernte ftir Stadt und Laiid nutzbar zu machen. Auch die Grummeternte ist im Schlitzerland im vollen Gange und fällt wenigstens in den feuchten Flußtälern ausgezeichnet aus.
Hessen-Nassau.
mr. Frankfurt a. M., 28. August. Ter von Frankfurts Bürgern gestiftete Lazarettzug P I. ist Freitag nachnsittag von seiner 200. Fahrt und feinem 100. Transport in die.Stifterstadt zurückgekehrt. Er ist fest dem 17. ^üo-vember 1914 in Tätigkeit. Er hat in 200 Fahrten 122 329 Kilometer zurückgelegt uird in 100 Transporten 16 702 Verwundete mit 43 441 Berpfleguns- tageu befördert. U. a. wurde der Zug am 6. Juli 1916 in Vslu von Fliegern mit^öornben beworfen, dabei wurden sechs Insassen getötet. In Pevonne mußte das Einladen der Verwundeten unter schwerstem Trommelfeuer erftlgen. Zfveirnal war der Zug im Osten, während er im Westen bei fünf verschiedenen Armeen tätig war. In der Hauptsache war er aber der II. Armee von der! Marwitz zugeteilt, für die er 62 Transporte ausführte. Aus Anlaß der 200. Fahrt veranstaltete der hiesige Verein vom Roten Kreirz in Beckindung utfcfc her Stadt am Samstag vormittag in der Geschlechterstube des Rathauses eine kleine Gedenkfeier, an der auf Befehl der obersten Heevesleitung der Obergeneralarzt der II. Armee Herr Tr. Scheibe teilnahin. Jin Wärmen der Stadt beglückwünschte Bürgermeister Tr. Luppe das Personal des Zuges zu seiner segensreichen Tätigkeit und überreichte dem Transport-- füHrer Rittmeister von der Marwitz, der an allen Fahrten tellnahm, dem leitendest Arzt Tr. Werthinvcmn, dem Rechnungsführer Dr. Frey, slvwie den Schwestern Vckrgarete Dietrich, Jda Holz und Marie Doktor die von der Stadt Frankfurt gestiftete Denkmünze für Kriegsfürsorge.
mr. Frankfurt a. M.. 28. August. Der Magistrat hat eine KarrenvermittlUngsstelle eingerichtet, um so den tninderbemittelten Klasseit für eine geringe Leihgebühr die Möglichkeit zu geben, ihre Kohlen wtd das Brennmaterial nach Hause zu schaffen. Ickern Karren Wecken gleichzeitig eine Kohlenschaufel, sowie zwei große Eimer oder mehrere Säcke leilyveise nritgegeben.
^ Wiesbaden, 27. 9lug. Mit sofortiger Wirkung hat die Bezirksstelle für Obst Und Gemüse für das Gebiet des Regierungsbezirks Wiesbaden angeocknet, daß der Absatz von Aepfeln, Birnen, Pflaumen und Zwetschen nur an die Bezirksstelle erftlgen darf. Tiefe bestimmt, wohin der Versand geschieht. Edelobst kann von der VerkanfSverpftichtung an die Bezirksstelle ansgeschlossen und für den Frischverkehr freigegeben weckeir. Der Versand der fteigestellten Obstmengen darf nur nach Stationen des Regierungsbezirks Wiesbaden geschel-en. Der Antrag aus Pftaumen und Zwetschen ist vorerst nicht zulässig. Jede Obstausfuhr aus einem Ort unterliegt der Genehmigung der Ortsbo- höcke. Die Eisenbahnstatdonen des Bezirks sind angewiesen, Versendungen nur dann vorzunehmen, weirn auf dem Frachtbrief der Vermerk steht: „Versand genehmigt" und der Stempel der Orts- behörde vorhanden ist. Tie Versimdgenehmigung durch die Be-- zirksstelle an die Ortsbehörde geschieht stets telegraphisch.
Ne»»npchter.
Gnnordet.
* In >deni .Kirchdorf« Ku se y bei Gardelegcn wurde die siebzigjährige Fvau des Gutsbesitzers Lene cke von zwei sechzehnjährigen
Burschen erstochen und ihre 31 jährige Tochter ersck-osi^ft, Rckr- der lwaren beim! Betteln von Nahrungsmitteln abgennesen worden. Die Täter sind slüch.tig.
Grubenunglück.
* Breslau, 27. Aug. (Priv.-Tel.) Ein schweres Grubenunglück ereignete sich anr 24. August im Bergwerk der Westböhtnt- schen Bergbau-Aktiengesellschaft in Klein-Gorschütz (Oberschlesien). Es erfolgte eine Schlagmetterexplosion, bei der mehrere Bergleute vermtglücktmr. Bej denr Versuch, die Verunglückten zu retten, fanden der Betriebsführer Huisgen, fax Maschinensteiger Ludwig und der S-teigerstellvertreter Gappok den Tod.
B e r l i n , 27. Aug. Der neue Eisenbahntarif, der dem preußischen Landtage zugehen wick, sieht eine wesentliche Erhöhung sän tlicher Tarife für die Berliner Stadt- und Ringbahn und nrr die Borortsbahnen vor. Auch die Preise für die Ackeitermonatskarten und die Schüler- und Nebenkarten sind höher clls bisher.
* Ratibor, 27. Aug. (WTB.) Die Gesamtzahl der bei dem Grubemrnglück in Klerir-Gmftchrtz getöteten Peri>onen beträgt 10. Davon sin 7 Bergleute. Geborgen sind bisher nur drei der als tot gemeldeten Beamten. Tie Bencyingsarbeiten werden fortgesetzt.
* Die Liebe auf den ersten Blick. Daß die „Liebe «ck den ersten Blick" keineswegs zu den unwirllichen Idealen gehört, läßt sich in biographischen Wecken, besonders in den Schicksalen berühmter Künstler, auf Schritt und Tritt seststellen. Liebe auf den ersten Blick rvar es z. B., wie K. Altwallstädt im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erschesnelv- den Zeftschrift „Ueber Land und ?Reer" bemerkt, die den Dichter Justinus Kerner und sein „Rickele" zusammensuhrte. Als Kerner im April des Jahres 1807 mtt Bettvandten und Freunden in die Gegend von Reutlingen einen Ausflug tmternhm, erblickte«- ein junges Mädchen, das abseits stand und traurig in die Ferne schaute. Er sprach sie mitdenr goethischen Versau, der beginnt: ,F8ie kommts, daß du ft traurig bist? . .", sie erwiderte mit dem zweiten. Vers, und damit war über das Schicksal dieser beibett Menschen bereits entschieden. Eine Licke aus den ersten Blick hat auch die Eltern der Toni Adamberger, der Körneckraut, zusammengeführt, und dieselbe Liebe verband Dhäo-dor .Körner mit der jutrgen Toni, die bereits vor der Zeit ihrer Bekanntschaft eine hoffnungsvolle Größe des Wietter §>oftheaters tvar. Man weiß, daß diese Licke ebenso tragisch' endete, wie sie glücklich begonnen hatte, da nach der 1 Jahr währendeir Brautschast der Dichter als Opfer des Vaterlandes siel. IN den Kreis dieser Bettachttmgen gehört auch die Liebesgefchsichte des atts dem Kriege 1870/71 berühmten Kriegsministers von Rvvn. Als damals große Truppenübungen in der Nähe des Ortes Grosztinz stattfanden, nahm König Friedrich Wilhelm III. im Hause des dorttgen Pfarrers Rogge eine Mahlzett ein. So kam es, daß auch Roon die Schwelle des Pfarrhauses überschritt, wo er ftftrt die Tochter des^ Pfarrers erblickte. Bereits ber seinem zwecken Besuche in der darauffolgenden Woche fand dann die Verlobung statt. Für die psychologisch interessante Tatsache, daß auch der Anblick eines Bildes das tiefste Interesse, hervorzurnfen vermag, findet sich ein Beispiel im Leben Goethes. Als der Schriftsteller Georg Zimmermann Goethe unter IM Silhouetten auch die der Charlotte von Stein zeigte, ivar Goethe sofort begeistert, daß -er darüber die Worte schrieb: „Es wäre ein herrliches Schauspiel, zu sehen, wie die Welt sich m dieser «Decke
piegelt. Sie sieht die Welt, wie sie ist, Nnd d-och durchs Mckium der Liebe."
3JrIef?afictt dev
CfüHoumme Anfeagen bteiben
U. 60. Erlittene Bestrafungen, auch Zuchthäusstrasen mit Ab» erkennuttg der bürgerlichen Ehrenrechte, befreien nicht von der Verpflichtung zttt Uebernahme einer Tätigkeit im ^vaterländischen Hilfsdienst. Ein Zwang >der Arbeitgcker zur Einstellung besteht jedoch nicht.
5.8.60. Mit der Vollendung des 60. Lebetcsjahres sind Sic von der Berpllichtutrg zur Uebertiabme bzw. Ausübung einer Tätigkeil im vaterländischen Hilfsdienst entbunden.
L. Sch. Anträge wegen Gewährung von Witwen- und Waisen- gckd, sowie Kriogsverft-rgung sind bei der Ortspolizeibehörde desj Wohnorts oder des während des Krieges gewählten UusenthaltSi-. ortes unter Vorlage der erftckerlichen llntestLagen ltz^burtsmLmde, Heirats-, Sterbeuckunde tisw.) zu stellen. Die Eittscheidung über die Ansprüche steht der obersten Milckärverwaltungsbehörde ,'KriegS- Ministerium, Reichsmarinvamt) zu. Der Antrag auf Rente kann jederzeck gestellt werden, doch Muß die Kriogsdienstbeschädigung, die den Tod des betreffenden .Kriegsteilnehmers verursacht hat (sofern es sich nicht um Verwundung handelt), bis zum Ablauf von 10 Jahren nach dem Friedensschluß sestgestellt sein.
VSchenü. Aedrrficht der ToderfMe i. d. Stabt Sietzen.
33. Woche. Vom 12. August bis 18. August 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100. Sterblichkeitsziffer: 18,85 C / M . Nach Abzug von 8 Ortsfremden: 6,29°/,,.
Kinder
Lebens- vom 2 btß
1 ( 1 )
ES starben an
Zus.
er
wachsene
Altersschwäche
1 (1)
1(1)
Scharlach
1(1)
Tuberkulose der Lungen
1
1
Ruhr
1.(1)
1(1)
Krankh. d. KreiSlausSorgane anderen Krankheiten des
1(1)
1 (1)
Nervensystem»
Krebs
1 ( 1 )
3
and. benannten Todesursachen 3 (3)
3
1 ( 1 )
1 ( 1 )
( 2 ) -
8(4)
3 (3) 2 (L)
Summa: 12(8)
Aum.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vick der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärt- nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen.
Dr. Walger, Med-Nat.
teilweise bereits beraubtere Steinsarge eines Mädchens 2. sorgfältig ansgcktasene und verschiedentlich bemalte Eierschalen. Tie Er- llärungen solcher stzmde sind ziemlich strcktig, doch scheint es sich bei dem E-recku ud in Ideen Frankenthaler Grabe um eine Versinnlft ächmg des sttstnigungs --und Sühnungskultes mit der Beigabe von Opfern zu hairdeln.
Die Schutzmaßnahmen .gegen die Kinder^ tuberkulöse im Kriege. Nachdem in den letzten Friedens^ -jähre^r eine dauernde.Abnahmse der Tuberkulose-Sterbeziffer hatte sesigesrcklt werden können, !hat seil 1914 die Duberkulosemorbidität -und -mvrtalckät nftcker eine Zinnahmle lerfahren, die ztoeiselloA auf Kriegsumstiände zurückgeführt,werden muß. Im Rahmar dieser Frage ist wiederum von besonderer Bedeutung die Kindertubev- kulose, die übrigens auch vtor demf Kckeg-e keine neimenslvert^ -allgemeine Abnahme erfuhr, was durch ihren anfangs meist schleichenden und nicht leicht festzustcklenden Verlauf zu erklären ist. Da bei Behandlung in einem späten Studium, -auch, wem: nentnensivertef Fortschritte aus dem Gebiete der Tuberkulosetherapie erzielt iverd'cn sollten, die Heckung sehr sck^.ver ist^ gilt es vor altem, der jetzt geweigerten stinortu berkul ose durch. Schutzmaßnahme n im Sinne der Verhütung entgegenzuarbecken. Zu diesein Zwecke sind zuerst die btfinfaxen sckmldtt<rgend.n Umftände 'm beachten, über die Prio«l>->zent Dr. fo. Klicknschnndt sich im itoteftien Heft deck Dci'schMn rbredizmiyckien Wochenschrift aussprich Ein wichtiger Fabwr für Enttvicllmrg und Verlauf der (si:krankmtg ist die Art der sßr irLhrung. (Es> 'tiwnr nicht geleugnet wecken, daß die ein- fntim- '.-chtehydraternälniing ein.m ungi'lnstigen Esiffluh auf die Tuderkulosc ausübt, doch'wäre es grundfalsch, dieftnr Umstand allein schuld «uzufchreit-en Denn J>irl • bet fraglichen Tuber kn tose- (rfrcmiu'figen ergreifen die Kttckei lrerecks im.' SäuglingSalter
in ivetchien idtie Grnährnngsftrm auch> durch den Krieg nicht wesentlich! geäckert wurde, ^und auch ältere Kinder haben in vielen! Fällen wertiger unter der errffcktrgen Ernährung zu leiden, als Er- lvachsene, da zn ihren Gunsten auf mancherlei Verzicht geleistet wird. Eine -der wichtigsten SckM tzmaßnahwen liegt auf diätetischem Gebiete, es ist -kurz gesagt die Warrrung vor dem Genüsse roher Milckt,. Durch die Untersuchungen von Radi nowitsch nnd Hart wucke bestätigt, daß die augenblickliche Vermehrung der Kinder- tuberkulosefälle zu einem nicht geringen Teil durch die Zunähm^ boviner Infektftnen vernrsachit wurde. Di>e Wgrnung vor bem Genüsse utigeköckter Milch ist um so dringender, als nach immer häufig au^^^! ärztlichersecks die Darreichung ilo-her Milch an Kinder empföhlen wirld. (Asus diese Weife bildete sich, in manchen Volkskreisen die Ansch.auung, lbaß> den Kindern durch Verabreichimg roher Milch, eine besnderoe Wohltat .erwiesen werde. Nach Ansicht Dr. Klein schm idts -aber entspricht keine ärzlliche Verordnung von roher Milch dem gegenwärttgen Stand der modernen Wiffenjchaft. Schon längst habetc die Unterfuchiungen von Finkckstein, Czerny usw. den Beweis dafür erbracht, daß, auch bei Ernährungsstörungen rohe Milch, keine größeretr Borteibe bringt als -die gekochte. Auch, die! Otachitis läßt sich entgegen anders lautenden überlieferten Anichau- ungeir nicht durch rohe Milch verhütet oder Hellen, llnbedmgt. sollte in jedem Fäll das Grundgesetz befolgt wecken, daß Kinder von hustcntden Phthisikern fernzuhalten sind, vor allenr Mrder per ersten Lebensjahr.'. Darum ffk es ein Unding, daß auch heute nach in Wahllosen Fällen den erwachsenen Tuberkulösen die Art ihrer .Krankheit vom Arzte ^verschwielen ,oder umschrieben -und die Ansteckimgs Möglichkeit nickt auseinandergefttzt nnrd. In! solchen Fällen unrschreibende Bezeichnungen, wie Lungenkatarrh, Lungenschwäche, .Lungensprtzenkatarrh ustv. zu gebrauchen, statt
die eintvandfrei festgestellte Tuberkulose als solche bekanntzngckien, bedeutet einen Vorscknblckstiung der Kinder tuberkulöse gegenüb^r^ Die An ßecknngsmögl ick kecken durch nr-enschliche Tuöerkelbazillenj ivurden in allen vom Kchege heimgesuchten Ländern gleichermaßen! vermehrt. Durch- die ftzialen .Kriegsverhältnisse wecken die Eltern vielfach geztvnngen, die Kinder in fremde Pflege zn geben, wick! dann die Gelegeitheit zur Jstftktton mit Duberkulose sich! leübiteck bietet. Schil>ieß5ich sdllte jeder ^lrzt bei jckem einzelnen Fall vonj Kindertttberkulose die ursprünglich'e Infektionsgnelle aufzuspilrenj suchen, tlm ihrer weck-eren schädlichen Wirkung Einhalt zu tun. - — Eine Wil hel m - vo n - S cholz - Uraüff ü h ru n g ö n f der PnVVenbü h n e. Ans M ü n ch, e n wird uns geschrieben : Die Sollner Pnppenbühne der Damen Jänsscn hat einen! Einakter von Wilhelm von Scholz, den Miagda Janssen, die literarische der drei künstlerischen Schwestern, fick die Marionetten- bühne bearbeitet hat, zur Uraufführung gebracht. Es ist d-as mystische Spiel ,„Der Besiegte", die alte Sage von einem jRitter, der ckdistle Frauen freit, sie in der Liebesnacht aber sterben läßt. Diese Geschichte dient zur Grundlage des Stückes, das in Szenen von mancher lyrischen Schönheit den Zuschauer eines^ der Liebesabenteuer des Ritters miterlebeu läßt. ?lber. menu auch die Puppenbühne gerade geeignet ersckieint, wirklichkeitsferne Stofft glaubhaft zu mack>en, in diesem Falle blick denr Zuschauer die letzte GebairTckheck des lleberzeitgtseins feru. Das Mißverhältnis zwischen der Puppe und dem vollen Organ des Sprechers wirkte fremdlich. Vielleicht sollte matt Kinder für die Marionetten sprechen lassen, männliche Vollstimnten sind jckenfallö nicht atu Platze, wenn auch so attsgezeichnete Sprecher am Werke feilt können, wie Herr .Kttpfer von den Münchener .Karntnersprelen, der die Mämtrrrollen des Stückes, unsichtbar, vertrat.


