Ausgabe 
28.8.1917 Zweites Blatt
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Zweites Statt

Erfchstnl tt-llch mit DtlSnahme de« Sonntag«.

veilasten:Siehener Zamiltenolatte^ und .Freirblatt für den Kreis Sietzen".

-O-fch«llonr«: Krankfurt am Main Nr. 11*86.

Vankvertehr: Gewerbebanf Sietzen.

16 T. Jahrgang

. r LsrZe.

General-Anzeiger für Gberhejjen

vienstag. 28 . August fyir

ZwillingSrundoruck und Verlag: Brühl'scheUnlversitäts-Bllch-u.Steindrucrerel.

R. Lange, Gießen.

Lchristteitung, Geschäftsstelle und Druckerei:

bchulstraße?. Geschäftsstellen.Verlag:

Schriftleilung: L--E 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.

Die Moskauer Konferenz.

Kt dsml lAujang der Rede Kerenskis in unserem gestriger Watte

ist nach nachLrÄraMu:

KeoensQ suchr fort: Der Staat durchschreitet eine Stande tödlicher Gefahr. Ich will nicht weiter davon sprechen,'denn jeder von Illtzren ist sich dessen hewusil, aber Sie tvissen auch alle, daß die Ausgabe, die Mn>en zufältt, besonders der KaUipf gegellt einen Mächtigen, unversöhnlichen, orgaiüfterteit Feittd, große Opfer, SÄbstvetbeuUnuttg, tiefe Vaterlandsliebe und Vergessen unserer in­neren Stvettigkeiten verlangt. Unglücklicheriveise > vollen nicht alle, die es können-, alles dies ans den Aftgr des durch den Kbieg zer- störten Vaterlandes niederlegen und tnckchen so die krttisck-e Lage des Landes Mit jedem Tage noch kritischer. In: politischen Leben ist dvejier Prozeß der Dr'sorgamsatiolr noch lebhafter Md treibt sogar Hawiffe Rußland dewolMmde Nationalitäten dazu, ihr.veil nickst sil enger Vereinigung Mit dem Mutterlande zu suchen, sondern in sepauafistffchen Bestrebungen. Endlich wurde das Emanze gefrönt dulvch die große Schmack- an der Front, )m russische Truppen, ihre 'Wicht gegen das Vaterland vergessend, ohne Widerstand vor dem Drängen des Feindes wichen und so für ihr Volk neue Zcketten des Despotismus schmiedeten. Wir sind so tief gesaltetr, weil lvir uns noch nicht twit der verhängnisvolle: r Erbschaft des alten Regimes fretmckchen können, das wir ^hassen, aber dem wir gehorchen., denn wtr Mchben es. Jetzt, wo die.Macht sich aus die Freiheit, reicht ans BckzorvÄte stützt, übertragen >,vir kvotzdeM aus diese neue Macht daS erbliche Mißtrauen. Nun !m!arschieren diejerrigcn, die vorher vor emm autokratischen Regierung z-itterterr, kühn gegen die Macht, die Wauen in der Hand, aber Mögen sie wissen, daß unsere Geduld ihre Grenzen, hat, und daß die, die sie überschreiten werden, auf eme Macht flößen wenden, die sie die Zeiten des ZariSntus zurück- rnfen lassen wird. Wir werden unvetfföhnllch sein, iveil wir über­zeugt sind, daß die höchste Gen-alt allein das Heil des Vaterlandes sichern wird. Deshalb werde ich tatkräftig jeden Versuch verhindern, aus tan nationalen Unglück Rußlands Nutzett zu ziehen.

KMenski sprach dann von dem rusiischen Heer, dos während des alten Regimes ein Körper auf tönernen Füßen, fast ohne Kopf, war. Er wies auf die Opfer und die Selbst Verleugnung der Offi­ziere hin, die nach Möglichkeit gegen die Anarchie und die Des- orgmnsation des Heeres ankämpftm, weül-e die Aufgabe des russischen Volkes und seiner Regierung, Freiheit und Vaterland zu retten, so schwierig machen. Der Redner sagte darin, das; die Zeit geLmrmen sei, die Eroberungen der Revolution und den Staat selbst U «mte wllieren. Er fuhr fort: Vor einiger Zeit haben wir mit <Mtrüftung den Vorschlag eines Sond erfriedench^z urü ck-- gewiesen. Vor einigen Tagen waren wir Zeugen eines neuen fchmählichen ähnlick-en Bersuch.er, der sich gegen Misere Verbün­den richtete < !). Diese hoben ihn mit derselben Entrüstung zu- ruckgSmeswr Und namens des großen russischen Volkes sage ich -unseren Mrierten: Das ist die einzige Antwort, die wir von Euch euv urtete n. lLanganhaltender Beifall.) Huldigungen der garizen Versammlung vor den anwesenden Diplomaten der Alliierten.

Kerenski huldigte dann im besondererr ^em rumänischen Volke, das infolge des Krieges so sehr gelitten habe, und sagte, daß es m Rußland Gastfreundschaft finden würde, wenn es gezwungen teertat sollte, das Heimatland vorübergehend zu verlaffen.

out nctiunalen Frage tibergehend, erklärte .Kerenski, daß die Demokratie Rußland trotz der nicht allzufreundschastlichen Haltung einiger Nationalitäten gegenüber dem Mutterlandc diesen alles geben werde, was sie durch den Mund der vorläufigen Re­gierung versprochen habe, und was ihnen die Verfassungsgebendef Ver)anrmlung noch würde bewilligen wollen, aber, sagte der Mi­nister, da wo der Kampf die Grenzen des Möglichen iibersck-reitet. Wo NKM aus unseren Verlegenheiten Nutzen ziehen will, um den Venen Mllen Rußlands zu vergewalttgen, sagen wir:Hände weg!" Kerenski sprach dann im besonderen von Finnland und be­stätigte, daß die Regierung die Wiedereröffnung des aufgelösten Landtages mft Gewalt verhindern werde uttd hoffe, daß das ganze Land diesen Enffchtüß der Regierung billigen werde.

Kerenski erklärte sodann, daß die Regierung das Heer gegen iumstürzberische Eingriffe, die jedes Gefühl für die militärische Schmach aus den Herzen der Soldaten vertrieben haben, zu be­schützen wissen und energisch gegen die Maximalfften und jeden Versuch ihrerseits, die Disziplin -zu verändern, kämpfen foerde Der Mtnisterprafident sckloß: Meine .Kollegen werden Ihnen tat Zustand der tiefen Desorganisation schDdern, in der sich das Land befindet, nur ihm abzuhelfen, müsslen wir alle die notwendigen! Opfer bringen und müssen aus persönliche und aus Partei-Ist- leressen verzichten.

Nach Kerenski erklärte der Minister des Innern Ankentiew, der Rede deffMinisterpräfitatten, -der die Munden Rußlands gezeigt habe l-abe er nicht viel hirrzuznfügen. Die gegenwärfige Aufgabe des Ministeriums des Jrtuern fei, das Leben in der Provinz auf der ^Grundlage ^der Gesetze zu organisieren, die die Regierung auf den verschietaren Gebieten des öffentlichen Lebens schaffen werde, üin eine vollkommene Einigkeit in der Gesetzgebung aller örtlichen Behörden herzu stellen. Unter den ausgearbeiteten Gesetzentwürfen befinde,sich einer, der besonders die für die Provinz zu schaffenden Orgaitpationen betreffe, welche eine Etappe zwischen tar höchsten Gewalt und der örtlichen Behörde eröffmnr würden, ferner einen Erttwurf über die Schaffung .eines? Korps herumreifmder Kom­mst are der provisorischen Regierung.

Der Minister für Handel und Industrie Prokopowitsch erklärte darauf, der lckngelpunkt der wirtschafllichen Lage Rußlands sei der ünLg, der während des ersten Iahpes 53 Milliarden Rubel kostete und während des zweiten Jahres 112 Milliarden Rubel.

Andererseits hätten die gesamten Einnahmen im ganzen Reiche iw ^ahve 1913 ungefähr 16 Milliarden betragen. Da Rußland bei Beginn 'des Krieges vom Weltmarkt abgeschnitten worben sei, hätte es «alles aus Herr inneren Märkten rvehnten müssen, was M einer großen Knappheit der Waren führte. Zu der gleichen Zeit habe die allgemeine industrielle Erzeugung erne starke Verminderung er- fahveir. Zmn Beispiel im Donez-Beckerr um 50 Prozent. Was dte Lebensmittelversorgung anbetreffe, so sei die Lage des Landes anßer- ordentlick- schoierig. In mehreren Provinzen könnte das Brot mis- gel^erl. Die Verpflegung von Moskau und Petersburg habe den tieffteir Stand erreicht. Lfflch in der Armtzv habe der jüngste Durch­bruch der Front zu großen Schwierigkeiten geführt. Zur Industrie übergehend sagte der Minister, er suche die vorhmrdene Jüdifftne zu schoncir, ihre schöpferischen Kräfte ausrechtzuerhalten und sie für die Dümlobilisierung vorzubereiten. Er bemühe sich, die Konflikte zwi­schen Kapital und Arbeit beizuldgen und halte es für notwendig, die Gewinne der Jwdu.strtellen zu regeln, Mn ihre.Bereicherung auf Kosten des Volkes zu verhindern.

Die Nationalitätenfrage Rußlands.

Bern, 26. An.g. (MDB. Nichtaintl.) Wie derTemps aus Petersburg meldet, hat der erste Kongreß der natio­nalen sozialistischen Partei Rußlands stattgefunden. Zwölf sozialistische Parteien der verschiedenen Nationalitäten Rrtß- lands, darunter Letten, Armenier, Ukrainer, Mohamme­daner und Juden, hatten Vertreter entsandt. Unter anderem wurde beschlossen, daß den verschiedenen großen Natio­nalitäten Rußlands administrative Autonornie gewährt werden soll; ferner soll die Internationale auf gefordert werdeit, nichi nur Vertreter verschiedener Staaten, son­dern auch verschiedener Nationalitäten aufzunehmen. Das Zentralkomitee der sozialistischen Partei Finnlands rich­tete einen Aufruf bezüglich der Wiederaufnahme der Arbeit des Landtags au das gmrze ftnuische Volk. In dem Mani­fest wird erklärt, die vorläuftge Pebersbrurger fNegiemmg habe bei der Auflösung des Landtags nur die Beschränkung der Freiheiten Finnlands im Auge gehabt. Der Landtag könne die Geseßlichteit der Auflösung nicht anerkertnen.

Rußlands Finanzlage.

Bern, 36. Aug. (WDB. Mchtanrtlich) Nach einerMel- drmg desTemps ^aus Petersburg hat der Leiter.des> Finanz­ministeriums, Professor Birnnatzch, aus dern Kongreß der kternen und mittleren Industrien Rußlands bezüglich der finanziellen und wirtschaftlichen Lage Rußlands bekannt- gegeben, daß der Staatsbaushalt für 1916 einen Ausfall von 15 VMiarden Rubel errvarten lasse. Der Ausfall sei fiir Rußland wenig bedeutend, denn isengt die gesamte Einwohnerschaft des Lartdes mit der durch die ernste Lage bedingten Energie und Gelviffenhaftigkeit arbeite, könne der Ausfall von 12 bis 15 Milliarden leicht' gedeckt wer­den. Ein Unglück für Rußland fei es, daß 14 Milliardeit Rubel Banknoten auf den Markt geworfen worden seien, da dieses Geld keinen materiellen Wert darstellt, aus dem die Bevölkerung stÄchen ziehen könne. Es sei unbedingt notwendig, mit dein Höchstmaß aller Kräfte zu arbeiten. Rirßland sei für das sozialistische Regime noch nicht reif, nur ern kapitalistisches wirtschaftliches Sy,stem könne es retten. Die Regierung werde die indirekten Steuern er­höhen, weil es in Rußland mcht genügend reiche Leute gebe, um dw StaatsÄrffen zju füllen. Der Finanzminister Mekrasen erklärte, daß das gewöhnliche Budget für 1917 5 NMiarden Rubel und das für 1918 7i/ 2 Milliarden be­sagen werde. Die militärischen Ausgaben sollten durch Atlleiheit, die gewöhnlichen durch Steuern und Zollerträa- nisse gedeckt werden. Die indirekten Steuern würden nrerk- lich erhöht und gewisse Erzeugnisse, wie Streichhölzer und Zucker, vom Staate monopolisiert werden.

Ein Anschlag auf Kornilow.

§ aa &'- ^ug. (L.A.) DieDimes^ melden aus Moskau: Die Extremisten verfuckften am Freitag den Eisen­bahnzug, m dem der Oberbefehlshaber Kornilow reiste, zum Entgleisert zu bringen. Sie bereiteten einen Ausrtchr vor zu dem Zwecke, ihre verhafteten Führer M befreien

Aus Stadt und Land.

Gießen. 28. August 1917.

Zur Obftverforguug.

Bon besonderer Seite wird uns gescknieben:

Tie Ernte des Frühobstes ist in vollem Gange und die An- Ucrerung befriedigend. Bei der Ernte macht man ckver leider keinen Unterschied Mischen Frü^h- und Herhstobst. Während vor dem Kriege der Verkauf unreifen Obstes verboten und strafbar war kommt jetzt zmn Teil noch ganz mrreifes Obst auf den Markt Es mag wohl die Angst vor der Beschlagnahme öder vor Diebstahl feint, was die Landwirte zu der allzuftühen Ernte veranlag: auch die hohen Preise mögen dazu reizen. Im Interesse der VoWgesuudheit

Die neue Front vor Riga

Der russische Rückzug bei Riga.

Die Russen haben vor Riga ihre Stellung lvestlich der Aa geräumt. Tamft sind die ^Orte Bigann und Oüing in unsere Hand gekommen Der erstgenannte Ort liegt am Rigaischen Meer­busen und M durch Chaussee über Schlock mit Riga verbunden. Das ganze Gelände ijt aber so sumpfig, daß ein Operieren hier >außer auf der Chaussee nur int Winker bei hartem Frost möglich ist. Derselbe Uebelitend gilt auch , für das übrige Gelände bis Oding. das Ichon im Bereiche des Tirul-Sumpfes liegt, dieses natürlichem Bollwerks fiir Riga, das bisher alle Amtäherungsversuche schetterst ließ.

aber müßte doch von berufener Seite darauf hingetvirlt werden, daß unreifes Obst vom Verkaitfe ausgeschlossen wird. Tie Obft- vertvertungsaenossenschaft Gießen fordert in einem Rundschreiben an ihre Auffäufer diese oris, trur gutes Obst zu kaufen, und darauf htnzuwirken, daß alle Wintersorten von dem Erzeuger nicht zu fiühe geerntet werden, damit die Früchte am Baunre richtig aus- reifen. Das ist sehr verständig, denn nur solches Obst ist haltbar. Aber über die Festsetzung der Höchstpreise miißte doch von beru­fener Sette aus ernstlich Widerspruch erhoben werden. Und dazti berufeti ist die Konsnmentenveremigung, die sich aber wenig darmn zu bekümmern scheint. Es gibt, auch im Kreise Gießen, io viel Aepfel, daß es durchaus nicht gerechtfertigt erscheint, den Preis auf 25-40 Pfg. fiir Aepfel und 2035 Psg. für Birnen fiir das Pfimd je nach der Sorte und QuMtät festznsetzen. Wer kann sich denn das leisten, für Aepfel pro Zenttter 40 Mk. z-n l^zahicn? Selbst tat Bauern ist der Preis zu hoch, und sie würden es gerne direkt in die Stadt verkaufen, wenn die Landesobstsrelle nicht alles Obst restlos zu erfassen suchte. Da die 10 Pfennig Gebühr für das Pfimd, das der Erzeuger auf dent Markt verkauft, auf den Antrag dos Landtagsabgeordneten Urstadt hin mm weggefalleit ist, so ist es den Landwirten jetzt tirögllck), thr Obst in die Stadt und auf den Markt Kn bringen: aber es fehlen ihnen die Leute und die Fuhr­werke dazu. Sie müssen also ihr Obst durch die 9luftäufer der Obst- verwerttmgsgenossenschäftenefiafsen" lassen, und dadurch kostet der Zentner Edeläpfel die Stadt jetzt wegen der verschiedenen Ge­bühren je nach Sorte 36, bis 47,50 Mk., Birnen 34, bis 42,50 Mk. Diese so der Stadt gelieferten Früchte werden nach mit dem Porto belastet und den Händlern zugestellt, die sie mit einem Aufschlag vott 10 bis 20 Prozent an die Cimvohner der Stadt ver­kaufen. Das srnd denn doch wirllich gmtz unerhörte Zustände, denen raschestens ein Ende gemacht wertat miißte. Der Abgeord­nete Urstadt hat deshalb bei der Zrveiten Kammer beantragt, daß für das -Obst, das eine Stadt sich selW beschafft, iegliche Gebnbr aufzuheben sei. Dazu müßten aber auch die Höchstpreise noch be­deutend heruntergesetzt und wirklich eingebolten ioerden, was in der Tat nicht ük'rall der Fall ist. Aehnlich wie mit den Preisen für Aepfel und Mrtten ist es auch mit den Preisen fiir alle anderen Obstarien. Llbhilfe tut dringend trvt.

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Eine Sitzung der Obstverwertun gsg esell< sch-ast. .Gestern fand im Hotel Schütz <mre sehr stark besuckUe Versammlung statt, die von der ObstoerwertungSgeiwssensck>ait für tat Kreis Gießen oinberufen war, um den Mfkäufern des Obstes die ttätigen Instruktionen erteilen. Das Referat hatte Herr Latrdesobstbcnünspekwr Grode aus Darmstadt, der Geschäfts- ühror der Vertoaltungsabteiluug der Landesobststelle. Nach seinen Asirsfuhrungen muß Hessen 330 000 Zentner Obst zur Herstellung von Miarmelode an das Reich liefern. Gelirtgt dies, so sei eine Beschlagtuilstne des Obstes nicht z'u befürchten, im anderen Falle werde jedoch nnt der Beschlagnahme eine weitere Erhöhung der Höcbistpreffe fiir Obft' emtreten. Zur Eindeckung des Wimerbedarfes an Obst ilfimt sich jede HmtAhalttmg pro Kopf 1 / 2 Zentner Kern­obst (Aepfel und Birnen^ und Zentner Ziveffchrn direkt vom

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Erzeuger gegen eilten grünen BefördermtgSschein kaufen In 6^- meintat über 60M EinwohUer stellt die Bürgermeisterei die Be^

Die Ausgrabungen eines altegypiischen Sadeorles.

Kanopus, das Ostende der alten Aeghpber, die Stadt der Wunderbaven .Heilungen und der ausgelassensten BerMügungen. ff! nach jahrhundertelangem SchAf unter dem Leichentuch des! teandes wieder aufgefunden worden, und die ersten Ergeb-niffe der Ausgrabungeit lassen hoffen, daß shier eine eigenartige .Kultur­stätte wieder auferstchcn imrd von dem Leben im Altertum erzählen, wird, wie Pompeji und Herkulairnm. Die alte Küstenstadl, nach der die eine Nilmündung geitannt Wurde, lag 120 Stadieit östlich vonl Alexandria, tn der Nähe des heutigen Abukir. Iluen Namen sollte fie von Kcmopos. dent Steuermann des hierher' verschlagenen! Mcnelavs, erhalten haben. Bis zur ^gründang von Alexandria ^w^fie der Handelsmitlelpunkt von llirterägpptiekt und eine ivickttigej Kuf^itätte. Stralo, der die Stadt besuchte, erzählt besonders von dem Serapistcmpcl als tan lotchtigsteit Heiligtum, das int

die zu den Feststen von Aüuaichria ans dem .Kattal, der die beidenl stabte verband, herbeistcönite. Tag uitd Nacht n>ar dieser Kanal mit lwoteit beoeckt, aus denen Mjüimlsr und Fraum beim Klang der Instrumente ohim Rast und Ruhe sich au tat übermüligsteu Tänzen ergötztett. während in KanopuS selbst die Gasthäuser die Stätten uitgezügelten Vergnügens wurden. Die llngebuUvenheit des Lebens« tn diesem alten Badeort roar geradezu sprichwörtlich geivorden. Sie wurde aber auck^ der Anlaß zum Untergairg der Stadt Deirn im Altsang des 5. Zuhrhnnders n. Ehr. beleate sie der Pattiarch Eyril- lus weg.» ihres üb Ru es mtt tan Baitirftuch, und zwei Jahr­hunderte später, als die Mcaber m das Land ainbrachen, wußte man!

anscheinend nicht einmal ntehjr ihre StÄtte. da sie von keinem dev arabischen Schriftsteller erwähnt lorte. Die Nachforschungen, die in neuerer Zeit zu ^hrer Anfsindurrg angestellt wnrtat, führten lange zu keinem Ergebnis infolge des Mißverständtnsses einer 9hng<che von Strabo. Erst neuerdings hat, wie der Figaro lvrichtet, Dlanrnos Pascha, ein Schüler .Mariettes. die überlieferten Angaben getrauer nachgeprüfi, und so gelang es ihm, tat lfferkai der unter-, gegangenen Stadt wieder gustzsufintau der infolge der Senkung des Bodens, die art der ganzen ägyptischen Mste beobachtet wird, gegentvarfig 50 Meter 'vom! llftr entfernt Wtd 1,50 Meter fies unter der Oberfiäck>e der Bai voit ''Ilbtukir liegt. Die Ausgrabungen, die Daninos unternahm, haben NUN gu der Enüdeckung^ eiines! öffentlichen Badehauses von 26 Meter Breite utrd 24 Meter Tiefe geführt, das heute unterminier Sandschickst Port 8 Meter Dicke bt'graben liegt. Das Bad aus.ber Ptolomäerreit ist aus schtönem Kalkstein, der sorgfälfig behauen und mtt lebhaft beinaltem Gips «tachmtückt! ist, erbaut mrd umfaßt etwa 20 Räum«, tjkm taten der größte 8 Meter und der lleinste 3 Meter im Geviert miU. Die Dren- itlmgSmanern haben etwa l Vteter Dicke. Ein Schavimntbecken ist sehr schön erhalten: man stipg züt ihm hinab über dvei Stttsen, uitd das Wasser floß aus einem Behälter tritt drei Wasserspeient aus Stein. Daneben hat irant* * ganze Badewannen und Sitzbäder in Zement gefmtdcn, die so gut erhaltekk sind, als wäneu sie erst ganz kürzlich! hergestellt. Gin Zimmer war mtt Haufett von Ml- schilamm gefüllt, der wahrsck)cinkich ztu Schlarmnliädertt gebrauch wurde. Ein Saal von 7,90 zu 7 Meter tonst eine gemauerte Platte fiir die Mdstsage au!f, und danebnt wurden zwei Preffeit für aro- Wafische Oeke, die Au tat Wo-nblungen gebvottcht tourtat, und eilt anderer Fettstoff, der augenscheinlich als Sseife diettte. gefunden. In tan eintaroen Mnmen lagen auch BkouzcutüitzcU mit tau

Bildern Ptvbvniüus Svter, Ptolomäus Energetes tmd tat Königin- von Beronice utrd Kleopatea, fermer einige Statuetten datmMer einechinesische", die auf Handelsbezielmngett des alten Äegvptew' mtt,dem äußersten Ostett himoeist. In der Umgebung dos Bade- Hauses fand mfiu die Spitrett vou Splitursockeln in rosa und grauem Granit und mit Hier^llivhen-'Znschfiftett. Die An ^- abtrn- gen tverdett mit Eifer fortgesetzt, und inan envartet die '"(Ylvr*af>I ber Bauten auS tar alten Stadt wieder ausztrsinden, die gerade der über sie a^tSgesprvchene >Batriffliub> vor tan Sckncksal tawahrt hat, von Menschenhänden vollständig zerstört zu wertat da ntentand sich), ihtrett zu «nahen lvagte. Noirt» dieser Stedt ist 'amb dasDekret von Kanopus" auSgegangen, das im Ialne 256 v iS ln tic ägyptischen Prtester zu Ehreii taS Ptolomäus Euergete'- Inero glyphtsch. dcmtotisch Und griechisch erlassen tmd in allen 'enu'elu aufgestellt hatteu. Die Gntdecknug eines Exemplars Vieser drei- sprachigen Inschrift durch Lepsttrs hat für die Etttfffsernng der Hteroglypherr eine große Betattimg getrvtrnen

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^ in alten Gräbern. Ein interessanter

Fund winBe bet der Herstellung von Gr.ita-rit aus tat, Ehrensrisd- Jjtt ^vankettthal itt tarr baw'rtsch^n 'Wtfi .tewacht M.rn e^tttackte Nlwtltck> tn ettvem albm Grab eine 26 ZeMtmelw boW u «Sr ul itadxi lieft Reste von 'Miffcktenkiwchen. eine 'kteonze-. lncta, eute Münze Und 2 »Dorier befanden, die durch 2 kieffte Oefftttntgen am sprtzfin .Ende etttlaert nwrdetl waren. Me der PtDmecheuS zu dresevt nverivürdigiw Eterfmtd ltemevll, war ertre ähnluhe Eu^eckung rn dem nickst itat Mttt FgtrnGnttta! oim regelten bc-rettS vor 20 Iahtttt gentacht >norden Damal -

fatid lta: Forschet Kohl ttt Grätatt der ri^tnschien >tasetget! dte ungefähr aus der Zeck 300 n. Ehr. svamtmn .nochten, in tan