llr. l§5 Zweites Blatt
Erscheint täglich rnü Ausnahme des Sonntags.
veilagen: „Kietzener FamilientzlStter" und ..ltreisblatt für den Kreis Giehen".
-oftscheckfaato-. Frankfurt am Main Nr. U686.
Vankvettehr: Gewerdebank Ließen.
\bl. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhessen
Donnerstag, . August IM
Zwillingsrunddrue: und Verlag: BrühlfcheUniversiläts»Buch-,,.Stnndruckerel.
R. Lange, Gießen.
5chriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: ^49 61, Schriftleitung: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGteßen.
Ariegrdrieft ans dem Westen.
Bon unserem Kriegsberichterstatter.
(unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten^
Bei der flandrischen Armee, 6. August.
Bis freute, eine volle Woche nach Beginn der englisch-französi- schm -Irieserumansive, ist es dem Feinde noch nicht gelungen. seitie Vorläufige Erschöpfung M überwinden. Schon das beweist, wie umfangreich die Umgruppierungen der durch die deutschen Gegeii^ zerfrümmerten gegnerischen Verbände sind. Wie fckuvar^e ^^rmulkruder englischen Niederlage ragen 25 zerschossene und aus- g-eovannte Danks. teils vor und teils in unseren zurückgenommenen Lrmen. aus den: trümmerbesäten Schlachtfelde, dessen Granat- und Minentrichter zwischen Ypern und Mtschaete sich infolge der Regenfälle der letzten Tage in ein Netz von Wassertümpeln verw-an- dein. Ber Ypern steigerte sich das Artillerieseuer gestern abend zu groher Heftigkeit, doch erfolgten noch teilte Angriffe, während wrammje Infanterie, die nach ebenfalls starker Feuer- lLigMing gestern abiMd bei Wyffchaete vorging, restlos zurückae-- schtagen wurde. Eine Anzahl von uns unternommener Pcckrvuillen hatten den gewünschten Erfolg. Das Wetter klärte sich seit gestern aus, ledoch mit starker Gewitterneigung und dickem Böennebel, der W in den späten Vormittag die Sicht verschleierte. Bei lebhafter Kaanpstätigkeil der vielfach in geschlossenen Geschwadern gegen einander angehenden Flieger wurden 5 Flugzeuge des Feindes heruntergeholt, davon eins durch 'Abwehrgeschütze.
Die gefangenen englischen Offiziere, welche der Ueberzeugung sind, daß England die Schlacht sobald als nurglich wieder aufnehmen muß, weil der Gedanke. diese Bordereitirngeii und Menschenopfer umsonst gewagt z-u haben, für den englischen Swlz unerträglich sei. schiedest die größte Schuld an der Niederlage ihres Jnfan- terieangriffs aus die überragende Ueberlegenheit deutscher Jnfan- rerieausbildung. Schottische Regimenter haben 60 Prozent ihrer Verluste durch Kopfschüsse gehabt, so kaltblütigl haben die deutscheii Trichterdesatzungen nach dem 14tägigen Trommelfeuer gezielt. Dieses Mißverhältnis der Ausbildung auszu- gfleichen, werde es lahrelanger Arbeit bedürfen, deshalb haben die lemtüichen Offiziere wenig Vertrauen auf einen besseren Erfolg ihrer Waffen bei der Fortsetzung der flandrischen Offensive.
Wl Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
Aus dem Reichs.
Abgeordneter Schiffer Unten'laatsfekretär.
Berlin, 7 Aug. iWTB. Die „Nordd. Allgem. Atg" schreibt : ..Die Mehrbelastung des R e i-ch s s ch a tz a m t S mit Aufgaben, die durch die Kriegsfiucmzierung bedingt sind, danÄen aber auch die Vorarbeiten für die demnächstige Nmm^gesetzgeouug rrach dem Kriege machen es notwendig, daß die dritte Abteilung des Schatzamtes, in der ein wesentlicher Teil der Lteuergesetzgebung bearbeitet wird, einen b e s o n d e re n Leiter erhält. Mit dieser Leitung ist der Oberverwaltungsgerichtsrat Schiffer unter Verleihung de? Titels eines Direktors mit dem persönlichen Range der Räte erster Klasse betraut worden, Es wird beabsichtigt, in den auch infolge der Teilung des Reichsamts des Innern notwendig werdenden Nachtragsetats die Stellung dieses Abteilungsleiters in die eines 'zweiten Unterstaatssekretärs um zu wandeln."
»
Berlin, 7. Aug. Eine arbeitsrechtliche Bittschrift, in ivelcher die Bildung eines Zentralarbeits- auoschuffes gefordert wird, hat der Verband Deutscher Eisenbahnhandwerker und -arbeitcr dem Eiienbahmninister überreicht. Er betont darin die Notwendigkeit, durch gemeinsam besetzte Rechtseinrichtungen das gute Einvernehmen zwischen Erseiibahnv-erwaltung und Arbeiterschaft zu fördern. Deshalb bedauert er dieAus- schaltui^ der Eisenbahner beim Hilfsdienftgesetz, die um so bitterer empfunden werde, als Vertreter der Eisenbahner auch zu den Schlichtungsstellen gewählt seien, dort aber nur über Privatarb eiterv erh ältnifse und nicht über ihre eigenen urteilen dürften. In der Eingabe wird u. a. gefordert, daß der neue Zentralarbeiterausschuß dürft) Urwahlen noch dem Verhältniswahlsystem zustandekomnie und daß auch Verbands angestellte wählbar sein sollen.
Asrs Stadt wafc Land.
Dießen, 9. August 1917.
** Reichsfleischtarte im Reiseverkehr. .Jur Behebung v'oar Irrtümern sei darauf hingewiesen, daß den Personen, bte ihre Wohnsitzgemeinde verlassen, die Reichsfleischtarten in jedem Falle ohne Rücksicht auf die Dauer der Reise zu belassen sind, .'handelt es sich um eine Reise von länger als 14 Tagen oder um einen dauernden Wechsel des Aufenthaltsorts, so ist bestimmungsgemäß dem Wegrer)enden eine Abmeldebescheinigung auszustellen. In dieser ist in einer dafür vorgesehenen Spalte ein Vermerk darüber aufzunehmen, auf wie lange Zeit der Reisende noch mrt Reichs)lerschtarten versehen ist.' Der Ga stört ist zur Aushändigung einer Rei chs flei s chka r te erst dann verpflichtet, wenn ausweislich der Abmeld ebes ch e r n i g ung die im Heimatsort ausgegebene Rei chsfleischkarte abgelaufen ist.
LU. Von der Land esu niversi tat. Der ordentl. Professor aii der Landäsuniversität Gießen Dr. jur. Rudolf H u b.ner hat einen Ruf an die Universität .Halle erhalten, or- dem St a d tthe aterbur e au. Auf die
Ausführung des so beliebten Singspiels „Das Drei- maderlhans" am kommenden Sonntag Nachmit tag sei auch aus dem Grunde wiederholt Hingeiviesen, weil SL 1*. /^^ßtich geworden ist, ob sich noch eine weitere Wmderholung dieser Nachmittags-Vorstellung ermöglichen
™ ** ? ^ E t c n - B e r a t u ii g s st^l l e wurde im
Mvmn Juli oon 28 Perjonen m 30 Fällen in Anspruch genommen Beraten wurden in der Sprechstunde 20. in den Lazaretten 2 schriftlich b Perwnen. Bon den erteilten Auskünften Strafen: Arbciterveriichelung 19, Kriegsversorgung und sonstige milftatt- sche Angelegenheiten o. Angehörigenunterstützung 5. sonstige Fragen 1 Aeben der Erteilung von Rat und Auskunft wurden durch die Verw>undeten-Beratungsstelle im Monat Juli 28 Schriftstücke angefertigt. außerdem wurden die Versicherteii auch im abgelaufenen Monat vor dem Oberversicherungsamt, sowie vor dein Rerchssterircherungsamt mit Erfolg vertreten.
** Die Gemeinnützige Rechtsberatungsstelle bes n g. Arbeitervereins wttrde im Monat Juli von 22 Prionen 10 männlichen, 12 weiblichen» m 25 Fällst in Anspruch genommen Von den Ratsuchenden gehörten 10 dem Arberterstande an, 5 waren Gewerbetreibende, 6 kleine und mittlere Beamten, 1 lonstrge Person. Von den erteilten Auskünften betrafen: Arbefteroerftcherung 8. Angestelltenversicherung 1
Krtegsverwrgung, jonsttge nrilftärische Angelegenheiten 6, Ange^ hon genunter) tu tzu ng 5, Verschiedenes 5. Dre Zahl der im oer- stosnmen Monat angesertigten Schriftstücke betrug Io
** Tie Ha ndwerker-Beratungsstelle des Orts- ?^°^rbc Vereins wurde im Monat Juli von 15 Personen in 1 b glicht rn Anspruch genommen. Tie erteilten Auskünfte erfe* streckten nch aus folgende Gebiete: Arbdfterversicherung 5, Knegs- oersorgung, jonstlge nnlitärische Angelegenheiten, Ängehörigen-- imterstutzung 3, Lteuerftagen 3, Geiverbeordnung 1, Berschiede- neS 4. Die vahl der durch die HaiidWerker-Beratungsstelle im Monat Juli angefertigten Schriftstücke betrug 27.
Landkreis Gießen.
** ^uern, 8. Aug. Deut Gefreiten Karl Belloff von önrtfje das Erserne Kreuz, dem Gefreiten Heinrich Otto die Hessische Dapserkeftsmedaille verliehen^
I" G r ü n b e r g, 9. Aug. IN den erbitterten' Kämpfen um die Brucken der Zbmcz wurde an der Spitze seiner Kompagniq Leutnant Hille von hier schwer verwundet Ein russisches Ma- schinen-Gewehr zerschmetterte ihm den rechten Unterarin Leutn 5)ille der .jetzt zum wetten Räale verwundet vom Schlachtselde lMmtehrt. ttägt seit seiner dritten Verwundung (Argonnen 1916> einen säst kraftlosen, Halbsteisen linken Arm; jetzt ist sein gesunder rechter Arm auch zertrümmert.
Kreis Büdingen.
-- Nieder j osba ch. 8. Aug. In der hiesigen Gemarkung wurde ein freinder Mann beim Ausreißen von Kartoffelbüschen überrascht und verhaftet. In seinem Besitz hatte er schon nahezu einen Zentner Kartoffeln.
Kreis Schotten.
^ Äerchenhain. 8. Aug. Musketier Albert Kalbfleisch, Solw des Großh. Forstwarts i. P. Johannes Kalbfleisch, wurde
nachdem er wenige Tage zuvor mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. aus- gezeichnet worden war, am 28. Juli nun auch zum Gefreiten befördert.
Kreis Friedberg.
^ Friedberg . 8. Aug. Gegen Barzahlung von 110 Mi. verkaufte kürzlich ein Ingenieur S t a p p e r , der sich als Vertreter des Rings Kassel „Glückaui" ausgab, einem' diesigen Kotzlengeschäft eine größere Menge Briketts und Kob len. Als die Sendung urch^ znr vereinbarten - Zeit eintraf, erkundigte sich das Geschäft in Kassel und mußte Mer erfahren, daß es einem Schwindler zum Opfer gefallen war. Feststellungen ergaben, daß her. etwa 30 jährige ^Ingenieur" auch noch zahlreiche Kohlenhandlungen auf die gleiche Weise geprellt hatte. Der Kohlenschwindler konnte noch nicht ergriffen werden.
* B u tzba ch , 7. Aug. Am 6. Aug. traten zum erstenmal die Ehvenschützen um 10 tthr abends am Rathause ihren Dienst an. Es haben sich außer dem Gemeinderat noch 67 Ehrenschützen ge>- Edet. Jede Nacht sind 8 Ehrenschützen abwechselnd im Dienst von 10 Uhr abends bis 5 Uhr nrorgens. Sie müssen die ganze Gemar- kung begehen. Jeder ist im Besitze einer Ausweiskarte und berech- ttgt, Lchlußwaffen zu tragen. — Die Obstlesetage sind vom Gemeinderat festgesetzt und ftnden Montags, Mittwochs und Freitags in der Woche von vormittags 8 bis 12 Uhr statt. Der Ge- -n^uderar hat infolge der Kohlennot beschloffen, frühzeitig eine Holzfällung aussühren zu lassen. Dieses geschlagene Holz soll nur an hiesige Bewohner verlost und der Preis einheillich festgesetzt werden. — Gegenwärtig werden Verhandlungen zwischen der Stadt und der Ueberlandzentrale der Provinz Oberhessen wegen Anschluß des Itädtischen Elektrizitätswerks an die Ueberlandzentrale gefühtt.
Hessen-Nassau^
= Franksu r t a. M., 8. Aug. Kaum hat von den Schulbehörden eine umfassende Werbearbeit für das Tragen von Hotz- sandalen seitens der Kinder eingesetzt, so schnellen auch schon die Preise für diese Fußbekleidungen buchstäblich riesenhaft in die Höhe. Ern Paar^nsachster Sandalen mit etwas Gurtbändern an den Fersen und als Riemen, das bis vor einer Woche höchstens 2,50 Mk kostete, muß man heute bereits mit 5, ^vielfach.init 6 Mk. bezahlen.
nötig, daß an einem Paar Sandalen aus dem Wege von der Werkstätte bis zum Verbraucher 500 Und mehr Prozent verdient werden müssen/
= Frankfurt a. M. 8. 'Aug. Die diesjährige Herbst- Le d ermesse wiöd vom 10.—15. September abgehalten. Di« Frühjahrsmesse 1918 beginnt am 2. April.
^ Frankfurt a. M., 8. Aug. Aus der städtischen Butter- Verteilungsstelle in der Mainzer Landstraße wurden in der vergangenen Nacht vierZentner Butter gestohlen. Die Butter sollte heute zur Vetteilmtg kommen. — Bei einem Wohnungseinbruch in,der Großen Eschenhämk'c Sttaße ft'e^n den Äebeu Schmücksachen rm Wette von etwa 4000 Mk. in die Hände.
= K a f fei, 8. Aug. Eine vrächttge K r i e g s - B e r d i n - gungsblüte brachte die Vergebung der Arbeiten zum Ausbau einer Straße. Der billigste Unternehmer wäll die Arbeiten für 66 820 Mk. lefften, der teuerste fordett 175 190 Mk. Das ist ein Uifterschied von 108 370 Mk. oder rund 160 Piwzent.
A M arburg, 8. Aug. Die Zahl der seit etwa vierzehn Tagen seitens der Schulkinder bei der Polizei abgeliesetten Kohlweißlinge hat heute 100 000 überschritten. Für je 100 Stück werden 50 Mg. vergütet. — Die auf gestern abend cmberaumte Stadt- verordnetensitzung, in welcher der Magistrat den in der letzten Sitzung vvrgebrachten Vorwürfen über Mißstände in der Lebensmittelversorgung gegenüber eine beruhigende Erklärung abgeben wollte, war beschlnßnnsähig und konnte dsshlftb nicht stattfmden.
Briefkasten der Redaktion.
Mnoritzme Anfragen bleiben uuberüLstchttgt-»
ff. M. Alle Wohn-, Schlaf- und Arbtttsräume müssen, insoweit es die Verhältnisse gestatten, so angelegt und in solchem Material ausgesührt werden, daß sie hinlängliche Höhe, Licht und Luft haben, ttocken und der Gesurchheit nicht nachteilig sind, sowie die erforderlichen Einrichtungen zur .Herstellung eines gehörigen Luftwechsels erhalten. Soweit in LokalPolizeireglements oder Polizei Verordnungen keine näheren Vottäftiften erteilt sind, ijt es Aufgabe der Baupolizeiverordnungen, im einzelnen Fälle Einrichtungen zu verhindern, welche mft den allgemeinen Rücksichten der Gesundheit und Sicherheit nicht verträglich sind. Diese Rücksichten werden bei Privathäusern, die gewöhnlichen Wohnzwecken dunen, nur ausnahmsweise die polizeiliche Einmischung! rechtserttgen. Ob und inwieweit am dottigen Platze ein Polizei- reglement oder diesbezügliche Polizei Verordnungen bestehen, ist uns Nicht bekannt.
Die wahisprüche der hohenzollern.
Die Wahlsprüche, die besonders in früherer Zeft nicht nur vlon den emzelnen Fürsten, sondern überhaupt von hervorragenden Männern sonne von Ländert!, Städten und Bereinigungen geftihrt wurden, haben 'ich in zahlreichen Fällen bis in unsere Tage fottge- pflanzt, und ihre Sammlung ergibt eine eigenartige, kurze und treft«ende Charatteristik der betteffenden Familie oder des betreffenden Landes. Auch von den Hohenzoilern sind viele Wahl lprüche bekannt.^doch waren sie bei ihnen nicht regelmäßig in G^rauch, wie D. Haek in enier Zusammenstellung im nächsten Heft der bet der Deutschen Vettags-iAnstalt in Stuttgart effchemen- den Zemchttft ..Ueber Land und Meer" ausführt. Der erste von den uns heute iwch bekannten Wahlsprüchen >var der des Kurffirften Friedrich, l: „Dt?r Gott getraut, den verlaßt er nicht." ?luck die Meichrchde dieles Spruches ist bekannt, diese Worte soll nämlich der Brschtor mm Bamberg an den Kurfürsten gerichtet l)aben. als er chm zum Krieqszug gegen die Hussiten am 8. September 1422 ftlnen Segen gab Als nächster Spruch ist der des Kurfürsten Achalles zn nennen, den er auf seinem Brustharnisch trug: „In Gottes Gewalt ' Hab ich's gestallt / Er hat's gefügt ' daß mft's genügt." Einen der kürzesten Wahlsprüche iühtte Ioachini I. nämlich: „Judicio et .institia“ - Klugheit und Gerechtigkeit Von Joachim Hektor, dessen Wahlfpruch aus Deutsch lautete: ..'Allen Wohltäter sein ist Fütttenatt", stamnit auch der heute iwch )ehr bekannte Vers: ..Gottes Wott und Luthers Lehr' ' Wird vergehen nimmerniehr." Der Bruder dieses Joachim Hektor, der M»rrkgraf Hans von .Küstrrn. trug auf seinem Harnisch den >Satz: „Solus spas mea Christas“ =-- Meine einzige Hoffnung ist Christus. Mit vier Buchstaben bepnügte sich Johann Georg, nämlich ,,ANGW“ was bedeutet: „Alles nach Gottes Willeir" Auch Joacknm Ernst von Ansbach begnügte sich mit vier Buchstaben: .,GFMB“ = Gottes Fügen Mein begnügen. Als besondere Merk- würt-igkeit ist ziu erwählen, daß der deutsche Ordensmeister Mark- Arai Friedrich, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts starb, neben !einem eigenttichen Wahtspruch: „Laß Gott walten", auch das von den Jesuiten geftchtte Monogramm des Namens Jesu I 11 8 Äs Wahlspwch hatte, das aber bei ihm bedeutete- .Ich hoffe später". Weiler sei als Wahlspruch in Form von Anfangsbuchstaben der Spruch Johann Albetts genannt: „MTULIGE"' d h * -.Mein Tim und Leben ist Gott ergeben." Im weiteren Verlaus der »e'chichte waren auck fremdsprachige Wahlsprüche zu bc- netten. Italienisch z. B. war der Spruch des ALarkgvafen Johann: .^L»ai dev dalla, a ehi kortana suona" .- Leicht kann gut tanzen.
Svnn das Glück auffpielt." Die Tochter Charlotte des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm wählte die französischen Verse: „Murimirer en malheur et perdre patience (J'est trop mal ä ptopos,
Vonloir ce qne Dieu reut, stt la acience Qui nons met en repos.“
Friedrich, der erste König von Preußen, hatte den Spruch: „Suam cuique" 1 = Jedem das Seine, der bekanntlich zur Devise des von ihm gestifteten Schwarzen Adlerordens wurde. Seine Gemahlin horchte Charlotte hatte einen ftanzösischeii Wahlspruch: „Mon devoir fait mon plaisir“- - Meine Pflicht ist mein Vergnügen. Aus dem Degen Friedrich Mflhelnis I. wiederum fand sich eine lateinische Inschrift: „?ro Deo et Patria." Ob dies aber gleich zeitig auch fern regelrechter Wahlspruch war. steht nicht einwandftei fest. Merkwürdigerweffe ist von Friedrich dem Großen kein eigentlicher Wahlspruch bekannt geworden. Am lstmstgsten envähnt wurde stets ferne Aeußerung: „Es ist nicht nöftg, daß ich lebe, wohl aber, datz ich meine Pflicht tue imd für das Vaterland kämpfe." Hier handelt es ftch also um einen längeren Satz, der. schon der un- geburckenen Form nach, nicht eigentlich als Wahlspruck gelten kann. Sein Nachfolger fHiedrich Wilhelm II. hatte ebenfalls keinen Wählspruch, dagegen dessen Sohn Ftt^drich Wilhelm III. den Spruch: „Gott mit uns", die Königin Luise die Worte- ,Gott ist meine Zuversicht." Auf .Kaffer Wilhelm II ist bekanntlich eine sehr große Zahl von Aussprüchen zurückzuführen, doch läßt sich schwer sagen, welcher davon als eigentlicher Wahlsprüche bezeichnet werden sollte. Der Reichtum an Wahlsprüchen von Fraueii aus der Hohenzollernfamilic erllätt sich mrs dem Brauche fticherer Zeit ihrer Namensunterschrift, die Anfangsbiichstabeii von Sentenzen beizufügen. Die längste Sentenz dieser Art hatte wohl die Gemahlm des Kurfürsten von Sachsen. Sophie: ,,A. M. T. V. H. S. 1.1. D H. D.“, das lautete in der Uebersetznng: All mein Trübsal und Hckrzeleid stell ich in die Heilige Dreieinigkeit. Sonderbar war die Sentenz der 1636 verstorbenen Barbara. Herzogin von Wütttem- berg. welche neben ihre Namensunterschrift das Wott „Musiea“ letzte. Zlur Erklärung sei bemerkt, daß damals häufig für II ein V geschrieben wurde, so daß das Wott den Satz ergab: .Mein Vertrauen steht in Christo allein."
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“ Shakespeare aus der japanischen Bühne Shakespeare beginnt jetzt die japaiftsche Mhm- zu erobern: im Kafferlichen Theater zu Tokio sind in letzter Zeit, ime eine New- Yorker Theaterzeitschttft berichtet, drei Wette des großen englischen Drruiatibws cmfgefühtt worden, nämlich Hamlet, Maeüeth und Othello. Die zugrunde liegende Ueborsttzung aus hem Englffchen
I rns ^apannche war eine Arbeit zweier japanffcher Gelehrter Dr Zubusci imd Dr. Ydott. Trotz d» Schwierigkeiten, die die Uebettragung nach dein Urteile aller Literatuttenner Japans pan vornherein bieten mußte, soll sie doch recht beftiedigend aussallen sein: einige Begttffe fteilich waren unübersetzbar, und die Wotte Teufel, .Hexe inrd .Hölle konnten nur den Zuschauern verständlich fern, die mit dem Mendlande gut vertraut waren Selbst diesen dürste der Sinn viele>r Stellen dunkel geblieben sein z B die Wvrtr d« MMb^h W« die S-Äe ihres Gatten / die Natur rst zu voll der MM, weicher Meirschllchkeit, irm aeraden WeqS <ruf4 Ö"*S» gbf". Mit der Darstellunz sollen sich die iapMÜschen tZiihnenkirnitler ganz gut abgesunden haben, imd dies gilt sotvvbl twn der au neuen Ausstattung, die natiftlich von dem Hettönimlichen vollkommen abwich, wre von dem Spiele selbst. Als Macbeth zeich- nete ftch Kato ans, der als einer der bedeittendsten Schauspieler als Polonius im Hamlet errang er großen Btt- ^/onigra ivurde m diesem Stücke von Frau Ura^i Jama- kowa gegeben dre große dramatische Fähigkttten.an den Tag legte der europäischen Art und Weise des Spiels auf der BiAhne nrcht recht befreunden wollte.
,^..77 Wie Eisen rostet. Dafür, daß das Rosten ein eloktro lytpcher Vorgang ist. fflbtt der „Prometheus" einen hübschen B - wers m Geit-att eenes anichcnlllckten Vettirches an. den ledermorm ohne große Schwierigkeit ausftchgen kamt. Etwas reine yVrlnt v' 'E&fT 171 «fl ***** aufgelöst, die Lösung
I^rnialer Kalilauge genau neutralisiert, wolxv Ptrnvl. Phtalern als Indikator oenvandt wird, dann setzr man ttiiiae ^i Ferroeyankali der Gallettmasse zu und ^mffches au) einer flachen schäle in Elswasser so daß drasch steif wird. Legt man jetzt einen Streifen gut gerttnchLn E ftns
das Metall vollkdinnnm von ck'r Ecktfft. und stellt das Ganze an emen trockne-ii, kühlen Ott. so ge- ^ Mrw enthaltene ^Nichtigkeit, nur die Oxhdatchn herbetzufuhren^ ^chon noch kurzer Zeit beginnt die elektrolvtische Wirftriig. dunkelblaue Flecke von kirgeliger und elliptischer Gestalt treten cntt imd zeigen du posittoqn Pole Mi. wäInend dimkelrosa gefärbte Zoneii, die manchmal nebelig, manchmat glänzmd auftreten
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