Nr. m Zweiter
e rscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Sei lagen: „Giehrner ZamilienblStter^' und „Krcisblatt für den Kreis Giehen".
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Blatt tör. Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
Mittwoch, 8. August W
ZwitlingSrunddruck und Derlag: Brühl'jcheUniversitätS-Bllch-n.St.'iiidruckerec.
N. Lange, Gießen.
Zchriftleitung. Geschäftsstelle und Druckerei:
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Schriftleitung: 112.
Anschrist für Draht.mchrlchken:AnzeigerGießelu
Kriegsbriefe aus dem Westen.
Von unserem Kriegsberichterstatter.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^
Das Scheitern des englischen DurckchrucheS nach der Küste.
Bei bei deuffcheii ftlawbcrnarmee, 2. August.
Neben der^vollen, freudigen Zuversicht, düst keilt englischer Durchbruchsversuch mehr Erfolg haben wird, als der am 31. Juli gesckieiterte, begegne ich lßer überall noch immer dem Sttruneq über die wahnsinnige, alles menschliche Begriffsvermögen iiber- schreiteiide Hölle des diesmaligeir Trommelfeuers. Dre Eitgländer haben nichts gespart, um den Versuch), ob technische Mittel gegen deutsck)en Maniiesmut und soldatische Zucht eine Schlacht gewinnen können, restlos zu lösen. Diesmal ist nicht nur die Zahl der ver- roendetelr Granateil gegenüber der bei früheren Großttrmrm elfeuern an der Westfront vervielfacht worden, sondern es lvurde auch der betrommeltcu Zone eine Tiefe gegeben, w-ie nochl niemals zuvor. Bis 20 Kilometer hinter die Fi'vnt, bis nach Roulers hinein, lvurde das Feuer der schweren Batterien in der langen Vorbereitungszeit verlegt. Seine gewaltigen Munitionsankäuse erlaubten dem Feind, sein Feuer noch täglich zu steigern. AM 29. Juli hatte es eine Höhe erreicht, die nun wirklich nicht mehr zu überbieten war. Dann aber flaute es plötzlich anr 30. merklich ab, um am 31. früh, eine Stunde lang vor dem. ffsenercckangriffe. sich dann zu einem undurchdring- ltcf>en Hagel von Volltreffern und Splittern zu verdichten, der alle früheren Steigerungen überbot. Auch sonst hatte der Feind jede denkbare Vorbereitung getroffen. Jnsbesvnlxre hgtte er in istonate- langer Minierarbeit Sprengst ollen unter ihist lvichttg erscheinende Teile unserer vorderen Linie getrieben, aber diese Arbeiten waren rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen gettosfen. Ter große Offensivsturm begann gleichzeittg und mit voller Wucht aus der ganzen Froitt von Nordschrote bis zirrLys. doch entwickelten sich die schwersten Kämpf« in dem schnitte Stecnstraete bis zum Kanülknie bei Hollebeke Hier, lvv sie um j<ü)eu Preis durchbrechen wollten^, batten die Englällder ihre besten Divisionen^ darunter die Gardedivision und eine sehr kampsbewährte schottische Angrifssdivi- sion, ausgcsdeltt. Unmittelbar hinter diesen, in engem Raume zusammengedrängten Elitedivisionen stand die gleiche Anzahl Reservedivisionen. die in den letzten Tagen durch die in erster Linie stehenden Divisionen.hindurch Patrouillen unternommen hatten, um sich von dem Zustande unserer Verteidigungslinie zu überzeugen und das Angrifssgelände selbständig zu. erkunden. Der Angriff ist dann, teils Don den in erster Linie stehenden Divisionen, teils von den hinter ihnen iu Reserve stehenden — wo die ersten unter der deutschen Gegenwirkung schon zu sehr gelitten hatten —, teils von beiden, die eng zusammen ged rängt im selben Abschnitte gemeinsam vorgingen, ausgeiührt worden.
Ter englische Angrisfsvlan war sehr genau ausgearbeitet und geübt.'Von jeder Tivision sollten zwei Drittel, in zwei Wellen gegliedert, vorbrechen und sich in den Besitz der ersten und zweiten! deutschen Stellung setzen. Sobald dies — wie die Engländer an- nahmen, nach so langer Vorbereitung ohne Mühe und groste Verluste — geghückt war, sollte das dritte Ti visionsdrittel, welches bis dahin als Reserve gefolgt war, die dritte deutsche Linie stürmen, sich in dieser festsetzen und einrichten und eine Postenkette feindwärts vorschieben. Beim Sturme wurden die englischen Massen von ttefflicgenden Sturmfliegern begleitet, welche unsere Verteidigungsstellung mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angreise n sollten. Auch die Tanks, von deren Mitwirkung sich die Engländer iarmer wieder eine gute moralische Wirkung auf ihre Jnftrnterie versprechen, waren in einer bisher noch nicht dagewesenen Zahl berettg-estellt und hatten ein genaues Arbeits- Programm erhalten. Sie sollten der Infanterie voraufsahren, bis zur dritten deutschen Linie, beziehungsweise bis zu der. nach bereit Einnahme einzurichtenden englischen Postenkette, durchstoßen oder auch nach Erfüllung anderer Aufgaben vorher umkehren und sich zu neuen Befehlen bereitftellen. Allein in dem Raumle Höoge— Boesinghe waren nicht weniger als 60 Tanks aufgesahren, von denen jetzt Hort 6, von unserer Artillerie zerschossen, auf ihrem Wege liegen. Wiederum hat auch die englische Kavallerie einzu- grerfen versucht. An einer Stelle war starke Kdrpsartillerie bereitgestellt worden, um die in die Flucht geschlagenen Deutschen zu verfolgen. Kvvalleriepattouillen sind vor der Infanterie zum Sturm vorgeritten. Sie wurden im deutschen Feuer vernichtet. Ter englische Angriff, der schon auf den 19. Juli festgesetzt gewesen lvar, hat infolge unserer kräfttgen Gegenwirkung erheblich verschoben werden müssen, ohne daß der Aufschub dem Angreifer Vorteile bringen konnte. Unsere unermüdlich arbeitende Artillerie hat der seindliä>en. die bei den Hauptangriffsdivisionen zu Hunderten von Batterien massiert war, schwere Verluste an Mannschaften und Material beigebracht. Durch unser machtvolles Wir- kungsseuer wurden die feindlichen Batterienester stundenlang und oft halbe Tage zum Schweigen gezwungen. Unser erfolgreicher Vorstoß an der Ys-er am 10. Juli hat den ganzen englischen Angrisfsvlan verzögert. Als dann die Engländer den Generalsturm wagen mußten, war bei einen, Teile ihrer Mannschaften die Sttmmung nichts weniger als siegesgewist. Cs liegen uns Aussagen von Gefangenen. deren uns eine für eine Abwehrschlacht erfreulich hohe Zahl in die Hände gefallen sind, vor, daß die Mannschaften lieber hätten ihre -OEziere erschießen wollen, als sich in den offenbaren Wahnsinn dieses mörderischen und aussichtslosen Durchbruchs- angriffes hineinjagen zu lassen. Der Erfolg des 31. Juli, welcher die Engländer die ganze Garnittir ihrer in vorderer Lime eingesetzten Divisionen gekostet l-at, ist schon gekennzeichnet worden. Von der Lys bis südlich Hollebeke ist eine merlliche Veränderung der durch unzusammenhängende Trichterstellungen gekennzeichneten Linie nicht erfolgt. Weiter nördlich ist es der Uebermacht der englischen Jnfanteriemassen und der Mitwirkung der Tanks den dünnen deutschen Sicherungen der Abwehrzone gegenüber zunächst gelungen, in Zonnebeke mch Langemarck einzudringen und über St. Julien hinaus zu kommen. Ferner konnte eine französische Division Bixschoote besetzen. Ter noch in den Vormittagsstunden einsctzende deutsche Gegenstoß entriß ihnen alle diese Vorteile wieder und lvarf sie bis in eine im allgemeinen unserer frü- heren zlVeiten Stellung entsprechende Lime zurück. Bixschoote, welches ungünstig vor dieser Linie liegt, wurde nach wechselvollem Kampfe später von uns geräumt. Die Hauptstoßkraft des Feindes hatte fid; am ersten Tage vor dem deutschen Widerstand erschöpft.
Schon an, 1. August, dem zweiten Offensivtage, enttoickelten sich örtliche Kämpfe, in welchen diese Generaloffensive nach ihrem Scheitern wie alle früheren sich), zu zerflackeru begann, und die voiaussickitlich mit Erbitterung fvrtdauern Werben. Um eine kleine Einbuchtung nordwestlich Warnetvn wurde gestern den ganzen Tag gekämpft. Ferner gelang es feindlichen Kräften, in einen Teil von Holkbeke wieder ejn zudringen. Aus Langeistarck, wo der in bec Nach, vorübergehend Fuß gefaßt hatte, warf ihn eine Gardedivision ohne Befehl und auf eigenen Antrieb wieder hinaus. Ihrem Plane, in der Richtung aus Brügge imd die See durch,zubrochen, sind die verbündeten Feinde keinen Schritt näher gekommen, dagegen haben sie Verluste erlitten, die ihre eigenen (befangenen durch Iweg als schrecklich bezeichnen. Wenn auch di« Schätzung englisck-er Gefangener, daß die Engländer 10 Tote auf einen Deutsck>eu verloren haben, nicht zuverlässig ist, sondern sich aus brtlid« beschränkte Verhältnisse beziehen mag, so steht doch ßest, daß der Umfang der englischen Niederlage ungeheuer ist. Namentlich- da, wo die dichcheu englischen Sturmbö lonnen im Glauben, die Deutschen seien von der Artillerie.völlig nieder-
getämpst, plötzlich von den verborgen eingebauten deutschen Maschiinengewehren gefaßt wurden, sind sie reihenweise nieder- gemacht worden. In den Gesichtern der Gefangenen malt sich das Entsetzen über den Merlaß, den Englands Volkskraft bei diesem gescheiterten Einbruchsversuch nach Flandern erlitten hat. Heute nacht setzten starke Regenstürmje ein, und seit heute behindert, Landwgen bei tiefverhangenem Himmel die beiderseitigen Artillerien an voller Entfallung.
M. Scheuer mann, Kriegsberichterstatter.
Die Weissagungen unserer Gegner.
Was toix rm vergangenen Kriegsj>cchre geleistet Mid erreicht haben, kann vielleicht nicht besser bewertet iverden als durch einen Rückblick ans das, was Uns unsere Feinde für dieses Jahr als Schicksal vivvans-gesagt hatten.
Am 29. Jnni 1916 schrieb Henry Vereng er im „Mcrtin", 3. Ansg.: „Die englische Infanterie mit einer Million junger Athleten wird sich fähig zeigen, die Fröitt an die Grenz« zürnchiudrängen, und die Russen »verden gleichzeitig den zweiten Hanptakt zwischen Riga nnd Dün'abnrg spielen." -- Das war vor einem Jcchre, und heute stehen unsere braven Truppen noch tief in Frankreich nnd Belgien, vergießen die englischen „Athleten" ihr Blut in fruchtlosem Anstürmen gegen die deutschen Stellungen. Der russische Hanptakt aber hat sich für die Entente zu einem Trauerspiel gestaltet, in dsäsen Verlauf sich das durch die Revolution bis ins Jnnersm erschütterte russische Heer in vollen: Rückzüge vor den in Breiter Front nachdringenden Verbündeten befindet.
Roch weniger Glück hatte Oberst Mande, der im Juniheft des „Royal Magazin" von 1916 das Einrücken der Verbandsmächte in Berlin nnd damit den Schluß des Krieges in 6—,12 Monaten in Aussicht stellte. Marschall Haig hatte soaar laut „Information" vom 17. Februar 1917 fchon ben Kino^Offizier bestimmt, der seinen Einzug in Brüssel knipsen sollte. Seine Landsleute iverden wohl darauf verzichten müssen, ihn in dieser Rolle im Lichtspieltheater zu bewundern.
Die Voraussage des Generals Cherfils im „Gau- lois" vor der Mederwerfnng Rumäniens, daß dessen Ver- nichttrng Ermöglich sei, da es eine feste Stütze an dem russischen Koloß habe, erlvies sich ebenfalls als Trugschluß. Als der Russe endlich auf der Wahl statt erschien, war es zu spät. Nur Trümmer des rmnänischen Heeres konnten sich noch retten, trotzdem der „Messagero" vom 21. Juli 1916 Mackensen als besiegt erklärte und erneu vernichtendeiu Schlag gegenHindenburg prophezeite.
Aber nicht nur niilitärisch. auch wirtschaftlich waren wir nach Meinung unserer Gegner am Ende unserer Kräfte. Laut „Corriere della Sera" berichtete der FinanzLvrrespon- dent des „Daily Telegraph" bereits am 22. Juni 1917, daß die deutschen Hilfskräfte dem Ende nahe seien, finanziell mib kommerziell stehe Deutschland vor deni Zusammenbruch. —i Uebcr welche unermeßlichem Kräfte Deutschland verfügt, hat sich erst recht gezeigt, als durch Hrnd-Orburg die gesamten wirtschaftlichen Kräfte für die Zwecke der Kriegsfühmrng und der Kriegswirtschaft zusammemgefaßt wurden. Auch der überraschende Erfolg unserer Kriegsanleihen führt, eine beredte Sprache.
Ein ebenso undankbarer Stoff für die Sehergabe der feindlichen Propheten ist unser U-Boot-Krieg. Im „Demps" vom 7. Septernber 1915 nreldete der 'Marine- Mitarbeiter zur Freude seiner Leser, daß sich infolge der starken Verluste der deutsck^en U-Boot-Flotte keine Mannschaften mehr für diesen Dienst melden. Der Jubel war ver- ftüht. Wir wissen, wieviel U-Boote wir inzwischen in Dienst gestellt und mit vorzüglichen Mannschaften bemannt haben. Welche Erfolge diese erzielen, beweist die Tatsache, daß England nur noch so viel Schiffsraum besitzt, um die für den Krieg irnbedingt erforderlichen Gegenstände befördern 'zu künuen, und sogar gezwungen war, die Saloniki-Expeditton erheblich einzuschräicken.
Das Glück, das ihnen bei den Date:: so sehr mangelt, ist unseren Feinden bei den Worten mcht günsttger. Am 31. August 1916 forderte die „Daily News ar'rd Leader" die Entente mit flammenden Worten auf: „Haltet aus, lveist jede Friedensanregu^g ab. Ihr iverdet Deittschland zermalmen! — Sowenig das in der vergangenen Zett möglich war, sowenig wird das konmrende Kbnegsjahr diese Hoffnungen der Erfüllung näher bringen.
Aus und Lnnd.
Gießen, 8. August 1917.
Äerkehr mit Stroh und Häcksel.
Jm^ abgelausenen Wirtschaftsjahre wurde der Sttohbedars stir das Heer iw freihändigen Ankauf, bei gleichseitiger Festsetzung. von Höchstprescssen Mr den gjeisjamLVn Sttohhaudel, gejdeW,- ,dock) stieß dieses Verfahren vielfach mrf große Schwierigkeiten, obwohl i>ie Strohernte sehr reichlich )oar. Es würde daher iiN neuen Wirtschasis- jahre die Sicherstell.'Mlg des Heeresbedarfs nicht geirügend gewährleisten. Ferner ist es bei der großen .Knappheit au sonstigen Futtermitteln und bei der Notwendigkeit, alle zur menschlichm Ernährmrg tauglichen Erzeugnisse dieser porzubehallen. erforderlich, der Herstellung von aufgeschlossenem! Stroh, das für die Zugtiere in den kriegswirtschaftlich wi^ttgen Betrieben drürgend gebraucht Wird, die beirötigten Sttohmiemzen zuzuführen. Tie öffentliche Beloittschas- tuiig der gesamten Rauhfutterernte sollte. vermieden werben, um! den Landwirten wenigsteiis über diesen Teil ihrer Erzeugnisse tunlichst freie Verfügung zu belassen: auch würde hierdurch eine ueue erhebliche Belasttiug der Vollzugsbehörden entstehen. Die in diesen Tagen vom! Bundesvat beschlossene Vewrdumig über den Verkehr Mit Sttoh imd Häcksel sieht deshalb Landliestrungen vor, die nickst nur den Hvevesbedarf, sondern auch die für die Kraststwhherstellung erforderlichen Meugeii sicherstiellen sollen.
Um die DurckMhrmig der Londliefevungen zu erleichtern, sind auch für den allgemeinen Berkelir Höchstpreise vorgesel)en: nur für den Klemverkauf ist der Handel, »oie bisher, ganz- ftrigegeben, soweit nicht die Laudeszeutralbehörden anders besttmMcn. Die Preise für Stroh und Häcksel sind Wesentlich M>er angosetzt: dies rechtfertigt fick) aus der voraussichtliche« Knappheit der Stvohernte und dem gesteigerten Bedarf« der Landwirte an Stroh in der eigenen Witt- sck-aft. Sofern di« vorgesehenen Höchstpreis« in einzelnen Teilen des Reichs den öttlichen VerhLlttüffen nicht entsprechen, ist den Landeszenttralbech^^ di« BesuMriS ttngjeväiMljt, die' Höchstpreise niedttger festrufetzen,
Der Erlaß von VerkelA'sbeschr chiku ^ na e i i (Ansfuhtterbvtrn) ist, soioeit und solange dies zur SicherstMow der Landttsferungei^ notwendig ist, zugelafsen worden.
Der Verteilung der Landlieferungen auf die einzelnen Bundesstaaten und Elsaß-Lothringen wirb ein Maßstab zugrunde gelegt werden, der sich vor allem auf dem tatsächlichen Ernteergebnis ausbaut: die ersteii Teillieferungen müsfeil einstweilen nach einem vor- l äusigen Schlüssel auf gebraucht werden. , ,
Die Uitterverteilung inner kalb der einzelnen Staatsgebiete wird durck) die Londeszenttalbehörden vorgenommcm werden.
Für Lupinen sttoh solvie für Zucker- und Runkelrü ben samenstroh ist ein VorbrufSrecht des Kriegsausschnssos für Ersatzfutter oorge- scheii, in gleicher Weise, wie das bisher für die BezugsVereinigung der deutschen Laiidwitte bezüglich aller Strohgattungen galt.
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** Personalnachrichten der Ober-Pvstdirek- tion in Darm st ad t. Verl, wurde das^ heff. Kriegsehrmzeichen in Eisen dem Feldwebelleutnant, Postassistent Heckmann in Oslliofen (Rhh.): das Eiserne Kreuz 2. .Klasse und die Hefsffche Tapferkeitsmedaille dem Leutn. d. R., Telegrapheiiassisteiit Die hl aus Mainz: das Eiserne Kreuz 2. Klasse dem Leutnant d. R., Postaffistent Rost aus Lampertheim uiid den Feldpostsetretären Dietrich, aus Gießen und Wierner aus Offenbach (Main : di« Hessische Tapferkeitsmedaille dem Feldwebelleuttiant, Telse-- graphenassistent Budde aus Mainz: das Hessische Kriegs ehre n- zeicklen dem Feldpostsekretär Keßler aus Friedberg (Hessen' und den: Postsekretär Becker in König (Odenw.). Ans Anlaß des Scheidens ans dem Dienste: den roten Mlerorden 4. Klasse dem Ober-Postsekretär, Rechnungsrat Go mb el in Wvrms: das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdümstordcns Philipps des Großmütigen dem Posffekretär SchlUabel in Neckarsteinach; das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen in Silber dem Ober-Postschasf>ier Poppe in Bad-Nauheim: das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" dem Ober-Bttef- ttäger B ö n i n g in Merstein. Etatsmäßig angestellt wurden der Postsekretär Schlireider aus Frankfurt (Main) in Bingen (Rhein): die Telegraphnigehilfinnen Leonhard und Vöglein in Daimistadt. Uebertrageii wurde eine Ober-Post- sekret ärstelle dem Posffekretär Heß in Worms. Versetzt wurden der Vize-Postdirektor Frisch von Friedberg (Hessen) nach Trier unter Uebertragung einer Ober-Postinspekwrstclle, der Post- sekrctär Schmitt von Bingen «Rhein) nach Kreuznach unter Uebertragung einer Ober-Postsekretarstelle, der Postassistent Faust von Rüsselsheim nach Groß-Felda (Oberhessen) unter Ernennung zum Poflverwalter, dex Posffnspütor Jacobi von Frankfurt (Mainl nach- Friedberg (Hessen), die Postvenoalter Becker von Lindenfels nach, Neckarsteinach und Reitz von Groß^-Felda (OberHessen) nach Lindenfels; der Postassistent Heckmann von Osthofen (RHeinh.) nach Worms. Angenommen wurden als Telegraphengebilsin die Anwärtettn Jacobi in Bad-Nauheim, zum Postagent der Landivirt L. Schneider in Robbe im a. d. Bieber. In den Ruhestand getreten ist der Ober-Pvstassistent Wachtel in Bensheim. Gestorben ist der Ober-Postkassenrendant a. Ä Reuter in Marbach (Hessen), der Telegraphenassistent a. D. Skäbe in Wies eck (Kr. Gießen) und der Postagent I. Schneider in Rodheim a. d. Bieber.
** Auszeichnung. Das Kriegsehreuzeicheu lvurde verlieheii dem Maschinisten und stellvertreteiiden Mechaniker an der psychiatrischen Klinik hier Otto Espach, das Hessische Milttärfanitätskreuz dem Krankenpfleger Adam I a n s on und der Kraiikeiipflegerin Susanne Arndt, beide an der psychiatrischen Klinik Gießen.
** Hessenm ähercher vom Rhein. In einem Abteil 4 Klasse fuhr dieser Dige eine Gesellschaft junger Mädchen von Giesten nach. Großen-Linden, die durch ihr« farbenprächtige Hüttenberger Tracht die Bewunderung der Mitteisenden erregte. Ihre Spreck^veff« lvar allerdings für den Eingeweihten zweifelhaft, und vog deni Hüttenberger Wortschatz ließ sich auch nicht die geringste Spur entdeckeii, ja, di Mädchen stutzten, als' sie von „Eingeborenen" angeredel würben. Schließlich stellte es sich heraus, daß die Damen gar keine „Großelinner" oder „Hörnsheimer" waren, solidem waschechte „Mainzer", die aus Besuch in Oberhessen die Ge- legeiiheit benutzten, sich, als „Hesselämrer Mädercher" in Gießen photographieren zu lassen.
** Das Schneiden de r Weiden. Das Kriegsamt in Berlin teilt mit dem Schreiben vom 23. Juni 1917 Nr. G. 1581/6. 17. K. R. A. !u. a. folgendes mit: „Zum Schiieideii der Weiden ist es bei dem anhaltend guten Wetter inzwischen zu spät geworden. Sowohl Kulturmerden als auch lvildgewachsene Wttden dürfen nickst mehr geschnitten werden, wenn man nicht die Weiden ernte für die Zukunft vernichten lvill. Das Schneiden der Kulttirw<7iden soll Ende August 1917 erfolgen. Die Ruten inüssen bei beit zu diesem Zeitpunkt geschnittenen 3V«iden ffofort ,geschält lverden. Jst^ ein Schneiden der Weiden aus Mangel an geeignetem Personal ^.Sckstl-' ler, Gefangene) zu diesem Zcitpuilkce nicht möglich, können die Weiden auch Ende September durch ben ganzen Winter hindurch geschnitten werden. In diesem Falle müsseii sie entwedt'r grün getrocknet verarbeitet oder duich Dämpfen bzw. Kocken schälinchf gemacht 'lverden. Diese Weideli kölmen auch in Wasser gesetzt und im Frühjahr^ von Anfang Mai an zum Schälen gebracht werden. Wildlvackffende Weiden sind in gleicher Weise zu behandeln." Landkreis Gießen.
o Stein heim b. Hungen, 6. Aug. Heute vor ackst Tagen ftel auf dem Felde der Ehre der P ioiner Wilhelm H o f nr a n n. Manrermeister von Beruf, hatte er bis kurz vor seiner Einberufung unser neues Schull)aus erbaut, in dessen Ausfüllung er fein ent Können ein Denkmäl setzte. Er hinterläßt eine kinderlose Witwen Hessen-Nassau.
}\ Aus dem kn rhes si scheu O b erhe s sen , 6. Ang. Der Schnitt des Roggens ist in iuanchen Geinarkniigen ick>on beendet imd der Anfang mit der Einbringung des Weizens uiid Hafers ge- lnächt. Aus den Feldern sielen überall die Garbenhaufen imd sobald es das Wetter, das in den letzten Tagen etivas viel liegen beichte, erlaubt, Wird l-eimgefahren. Welur auch das Sttob nicht die Läng«, wie in früheren Jahren, erreicht hat, so sind dock) die Llehreli — und das äst die .Hmipffache — voll besetzt. Viele Felder lverden sochrt nach der Räumung gedmrgt und wieb-er mit Rüben besät, das gibt dann eine gute Beihilfe zu den ftmttcrgeWcicbi'eu, die in die seist Jahr«, soweit Klee und besonders (öruminet in Bettmckit komntt, nickits zu wünschen Übrigtassen dürften. Auch mit der Ernte ivr Frülstartofseln wird begonnen, die Stöcke haben mittelmäßig mi- gesetzt, .die Kartofselii sind jedoch anßergewöWckich dick mib kochen sich mehl reich. Spütkartofseln und ffstnlüse kömren sich infolge der ein;7etret«nen Niederschläge gut eiitwickeln imd Bohnen iilid Gurken gibt es jetzt reichlich. Was das Obst anl>elangt, so zeigen die Aemel- imd Birlibämn«. besonders in den geschützten Tallagen, guten 'iV ■ jxmg, SteiM'bst scheint knapper ausziifalleli wie im Vorjahre, die Walnußbänme sind dagegen iit diesem Jalste gut behängen. Wie die Hcidelbeereii und Himbeeren, so veispreckxm mich dre Brombeeren veickMi Erttag.
Vriefkaften der ReSaktisn.
lAttlvrhmc Anfvagc» blcibcu Uttbcrüaflchttgt.»
D. P. E. V. Die Lcisttmgen der Unfall veisick>erung erstrecken sich lediglich auf Reltte, Heilwrsahren usw.. mcht aber ans die iwn Jlmcn erlEgtten Ersatzansprückie. Es soll durch die Uillallivi> sichcrilng dem Verletzten neben der Heillletimidliing lediglich rare eine Entsckiädigung für die durch den Unfall eingettetene Erwerbs« beschränkilng gewährt lverden.


