sTri^Sirtbadfeie bedeutend gestiegen fei Hftrdurcb ergebe sich die NotVendigkeit von Einsäfränkungen. die für jedermann vcrterlän- bische Pflicht sei, und die auf dem Gebiet der Industrie und des sonstigen großen Verbrauchs systematisch dnrchgeführt werden müßte. Nach dem ausgestellten Berteilungsplan sei der Bedarf der Eisenbahnen und Binnenschiffahrt, für Hausbrand und Landwirtschaft und für die vertragsmäßig mit unseren Verbündeten und mit den Neutralen festgelegte und unbedingt notwendige AuSfutir sicherzustellen, für die Industrie nach Gesichtspunkten der Kriegs- ivichtigkert und der rationellen Ausnutzung. Er hoffe, daß es gelingen werde, die Interessen von Heimat und Heer durch die getroffenen und bereits eingeleiteten Maßnahmen bei gutem Millen non allen Seiten miteinander in Eitcklang zu bringen.
Aul die Aussü hrungen des Staatssekretärs folgten längere Dar- le^ungen .des Reichslohlenkoimnissars und eines Vertreters des Kriegsministertums.
Ein Zentrumsabgeordneter führte aus, daß bei Beobachtung der richticMt Maßnahmen der gesamte Kohlen bedarf restlos hätte gedeckt werden können. Die Zusammenlegung von tveni- ger kriegswichtigen Industrien sei gefalullch, ebenio die. Stillegung des .Kleingewerbes. Die EntWridung darüber liege oft bei Personen, die von den tatsächlichen Verhältnissen rvenig oder gar keine Kenntnis haben, llnver den Klein geiverbetreibende,t herrsche daher große Mißstimmung. Das Zentrunr beantrage daher. Maßnahm %n treffen, durch die eine ausreichende Hilfeleistunig des Reiches für die zwangsweise geschlossenen Betriebe des gewerblichen Mittelstandes vorgesehen wird. Ferner.müsse eine umfassende Kreditorgant- sation für den Wiederaufbau des gewerblichen Mittelstandes getroffen werden. Gegen die Belieferung der Neutralen mit Kohle sei gewiß nichts zu sagen. Aber die Neutralen müßten dafür die notwendigen Arbeitskräfte stellen. Den Beschwerden der Bergarbeiter salbe nach Möglichkeit entsprochen werden.
Ein Sozialdemokrat schloß sich in vielen Punkten dem Vorredner an. Die Kohlenfrage sei in der Tat sehr ernst. Leider lasse sich von einer Prvduktivnsstetgeruna nach Ansicht von Sachverständigen nur wenig ennarten. denn sie fei in erster Linie eine Arbeiterftage. und an Arbeitskräften fehle es. Wettn die BeAah-, lung in den Münitionssabribm soviel besser sei, als tm' sOergban, dürfe mau sich über die ^lbwarcherimg der Arbeiter nicht wundern. In seinen weiteren Anssüdrrmgen verurnate der sozialdemokrattsche Rsdwer, daß. dem Hausbrand >rrrter allen Umständen der Bedarf zugeftrhrL werde. Dies müsse oberster Grundsatz sein, selbst aus die Gefahr einer Einschränkung der R?MungsiNidnstrie hin. Sollte das nicht gehen, so müsse man die Zü^annnenlogiorg der Betriebe weiter dnrchftihven, zuma> man damit noch sehr sin Rückstand sei. Natürlich dürfe das nickü vom grünen Tisch ans. sondern iimner im Einver- stär.dnis mit den beteiligten i'^iverbekrKsen gemacht toerden. Durch rechtzeitigen Ladenschluß auch der Lebensmittelgeschäfte lasse sich viel Kohle sparen. Der Redner'besprach, dann weiterhin die gänzlich Ur beftiedigende Regelnwg der Gasfrage. Auch eine rein schenra- tffche prozentnale Enrschrimkimg auf Grund des vorjähriger! Ver- broixbes führe -n argen Unbilligkeiten. Man solle bei allen Maßnahmen die Konfnmenten hören.
In der fongesetzten Aussprache des Hauptausschusses über die K>hlenfvage führte der Reichs ko m m i s sa r für Kohlenversorg urtg aus. daß der Kohlenmangel erst allmählich die Schärfe angenommen lnrbe. unter der wir jetzt leiden. Im vorigen Winter hcrichelte es sich hauptsächlich um TransportfchwierigkeiteU! nicht um ein Versagen der .Kohlenerzenguug. Vielleicht hätte bei genügendem Vorhandensein von Transportmitteln die Kohlen- Iproduktron allen Ansprüchen genügen können. Später mußte man ierkemren, daß tatsächlich, ein Ml des Bedarfes durch dic Produk-' tion nicht mehr gedeckt werden konnte, und man mußte Wege linden, die kriegenurckck>aftlickmnchsigen Verbraucher möglichst wenig unter dem KoAenmangel leiden zu Gofjött, unter stärffter Einschränkung des Nr die Kriegswirtschaft weniger wi-chtijren Berbrmnhs. Diese Aufgabe übertrug nmn ein«,! besonderen Neichskomnrissar ßür .Kohlen-, versormnvg. Nel»en ihm sind mit der Kohleufvaye befaßt die Kriegs- RohstDmableilnng und das .Kriegs-Ersatz- und Arbeitsdepartement. Im Lande arbeitet der Neichskostlerffommissar mit den Kriegsantts- stellen, den Stadt vermal dm gen und Komnrunalverbänden und der Organisation des .Kohlen Handels, Im Gegensatz zu den Produzenten bcüöen die Verbraucher. twn .Kohle keinen Zusammenschluß. Sie Mrden in folgende Gruppen enrgeteill: Industrie (gewerbliche Betriebe von mehr als 10 Tonnen RMnatsbedarf); Haushaltungen^ Landwirtschaft und Kleingewerbe in Gemeind«, von mehr als 10000 Einwohnern Hanslmlttmgen. Landwirtschaft und .Kleingewerbe in Gemeinden von weniger^ als 10000 EsiMwlprer: Ostfront unb EiMlhr in beimmbete Staaten: Ausfuhr in neutrale Staaten. Die Aufgabe des ReichstohlenkommissarS war es ,rnn. Kohtenprodullion und Verbrauch miteinander in Uebereinstimmung,
! zu bringen. Zu diesem Ztveckc mußte entweder die Produktion ge- ^ steigert ode der Verbrauch eingeschränkt worden. Ideal untre eine) Steigernncc Nr Produktion bis zu einem Grade gewesen, der jeden Bedarf besi'Adigt hätte. Mau darf davon überzeugt sein, daß die Bergwerissenvassimgen schon in ihrem eigenen Interesse alles tun, i lütt die Produktion zu steigern. Einer solch«, Steigerung aber ^ wirken iet* eine ganze Reil^c von Gründen entgegen. Vor allem liegt die Arbeiterfrage ungünstig. Keinesfalls können restlos alle Bergleitle ans dem Heer entlassen werden. 'Aber nicht nur - die Zahl der Bergarbnter ist geringer, sondern auch die Leistungsfähigkeit des einzelnen Bergarbeiters. Die ungünstigere Ernährung und die stärkere Beanspruchung durch lieber- imd Nebenschichten kann nicke ohne Emfluß mff die Leiftnugsfähigkeit bleiben. Die Forderung einer Produktivnssteigernng ist also leichter gestellt als drrrchge rührt. Man wird itoT) sein Tonnen, nunu die sinkende Köpf- gfnote der Erzeugung durch Zuführung weiterw' Arbeitskräfte soweit ausgeglichen miät, kdaß die Prvduktilon sich gleich bleibt. Dm? ReichS- kohlenkommissar muß daher beit Verbrauch der Erzeugung an- passen. Je kriegswictstiger der Betrieb ist. desto kleiner muß der Msfall in der Belieferung mit Kohle sesii. Jedes Kohlenl-amstern chuß vermieden werden. Um für die Belieferung der Industrie die zahlemnäßigerr Grundlagen zu beschaffen hat am 1. Juli erstmalig eine Erhebung stattgemnden.dic am 1. September nnederholt werden soll. Für die Haushaltungen, die Landwirtschaft und das 1 Kleingewerbe findet am 1. September eine Erhebung statt Die Erhebungen erstrecken sich aus den früheren Verbrauch, den an grub lick- lichen Bestand und den zukünftigen Bedarf. Es müffen natürlich zu hohe Bedarssangaben verhütet nrerden. Nach dem Ergebnis dieser Erhebungen soll dann der Gesamtbedarf sestimstellt werden. Die kriegswichtige Betriebe sollen weniger, die umvickstigeren mehp beim .Kohlenverbrccuck» geklirzt werden. Man darf vor der Tatsache, daß tatsächlich Kohle fehlt, die Augen nicht mehr verschließen. Man muß stets daran denken daß für den kriegswichttgsten Bedarf die vollen Kohlenmengen .rellestrt werden müssen, und daß denrnach die Fehlmengen bei den übrigen Verbrauchern ieingefpart werden müssen. Je grö^r die Zahl der rnchl oder wenig einzuschränkenden Verbraucher ist. um so rücksichtsloser müssen dir übrigen Verbraucher eingeschränkt lverden. und man kann sich llar mach«t. daß es bei der Kohlenverteilung ohne Härten nicht abgehen kann.. Fedoch werden Gleichnaßigkeit und Ge-- rechtigkeit bei der Durchführung der Kohlenverteilung tveirigstens angeftrebt werden. Die Kohlenausfuhr ist eingeschränkt ward«' Einigen weniger wichtigen Verbrouchergruppen wurde l-ereits vor ber Bearbertung des statistischen ^Naterials ein TÄ ihres bisherigen .Kohlenbezugs gesperrt. Der Landobsatz der Gruben' nmrde aus ein Sechstel eingeschränkt, um zu verhindern, daß die günstig zu den Gruben liegend«, Qrtsti>aften sich zun, Nachteil der übrigen Verbraucher icbermäßtg eindecken. Der Gaskoks-Versand wurde mtt eine Entternung von 30 km beschränkt, um um die unwirtschaftlichen Dransporte zu ersparen und um den .Kaks her betreffenden Stadt als Htrusbrand zu erhalten. Für die Landwirtschaft wurden besondere Mengen für den Früh-- drusch und später für Drusch. Mlug, Molkerei- und Schmiede^ zwecke zur Verfügung gestalt. Ferner wird eure zahlenmäßige bestimmte Menge zur Hausbrandversorgung geliefert. Mas den Hausbrand anlmrgt, so ist urrmöglich, ihn von dem landwirt- schasllichen und klerngewerbllchen Kotzlenbedars scharf zu scheiden. \'T(/r.’ mußte deshalb eine Äesamtgruppc ,,Haushaltungen, Land- Wirtschaft und KleiTvgewerbe" bllden. Für diese Gnwpe übernimmt ccr R«chs kohlen ko mnri^ar nur die Oberverteilung der .Kohle und ulajafrt die lltrterVerteilung der Kommunalverwaltuttg. Der ll ' .'ck skommffsar beschÄtigt sich also mir damit, daß die vorgesehene -vhleumenge m den BeriorgwlgMMk hmevrkomnu. während es
Sache der ^Gemeinde ist, erne zweckncäßige und gerechte Unterverteiluug xu weffen. Das Ergebiris der Erhebung vom 1. September wifrd die Unterlagen dafür geben, welche Niengen die einzelnen Gemeinden und Kommunal verbände erl>alten sollen. Nun ist aber nicht angängig, bis in den Oktober hinein lebe Regelung der Hausbrandfrage zu verschieben. Es ist dacher durch,vorläufige Vöaßnahmen wenigstens eine gewisse Regelung herbeigesührt worden. Die auf dw Zbopf der Bevölkerung entfallende Menge wurde nach der Größe der Städte abgestuft. Ängerechnet werden auf diese vorläufigen Liesermengen alle für .Haushaltungen, Landwirtfcktztft und Kleingewerbe vom 1. August den Geuteindeverband lsinein- gelangendcn Kohlen. Es handelt sich bei der vorlänsigen Lieferung innner nur nur ein Berspreckstm des K'vhlenkomnrissars, das er zu einem bestimmten, noch tricht festsf^genden Termin für eine Belieferung zunächst der am ungünstigsten stehenden Gemeinden sorgen wird. Es irst: Mzingeben, daß dies Versprechen nicht viel bedeutet, aber immerhin hat der Kommiffar Anweisung gegeben, im Laufe des August 46 Millionen Zentner Hausbrandkohle zu liefern. Eine ähnliche Anordnung wird für den September ergehen. Wieviel Prozent des Hansbraudbi'darfs für den Winter zugesagt lverHep kaim, ist noch ungewiß. Erst müssen die Ergebnisse der Statistik vom 1. September vorliegen, und es muß. feststtehen. rvieviel Kohle durch Einschränkung der Industrie freigemacht werden ka,m. Ohne eine scharfe Einschränkung des industriellen Verbrauchs läßt sich detz Hculsbrandbedarf nicht decken. Wenn also die iNaßnahmr deA Rcichskohlenkoncmissars gegen weniger kriegswichtige industriell^' Betrielx' rücksichtslos erscheint, so muß darin gedacht werden, vcksj Mir auf ibiefc Weise die nötige Hausbratchkohle sieigemacht werden kann. Die Gemeinden müssen ebenfalls jeden Ueberflnß vern^iden, utn die Nchrisdiglvrg des notwendigen Bedarfs zu sichern. Ohne den Kohlenhandel ist di-e ganze Kohlenverteilung nicht möglich. Man hat gesagt, daß seine Interessen mft den Interessen der Allgemeinheit sich nicht decbän, piell-eicht sogar ihnen entgegen stehen. Bis zu einem gewissen Grade mckg das richtig sein. Aber man mützLei sonst ein neues Organ schaffen, dessen Arbeft ein Experiment sein toürde. zu dessen Durchführung jetzt mcht mehr die nötige Zeit zur Verfügung steht. Tie Kohlenverteilung wird deshalb zweckmäßig mit dem Handel und durch den Handel ausgeführt, aber unter einer .Kontrolle des Handels, die sicher stark verbefsernngsi-- bedürstig ist, an deren Berbesskwung aber dauernd gearbeitet wird.
Ein unabhängiger Sozialdemokrat führte die Leistungsfähigkeit des ernzelnen Bergarbeiters auf die mangelhafte Ernährung zurück und trat für ausreichende Belieferung der Bergarbeiter mit Brot und Fett ein. Vielfach läßt die Behandlung noch zu wünschen übrig, und die Löhne fiirb keineswegs tm Verhältnis zur Teuerung gestiegen. Soweit es inilitärische Interessen irgendwie gestatten, muß eine noch wcitergehende Einschränkung der Verkokung als nur bis zu 6 Prozem erfolgen. Ein ausreichender Hausbrand ist heute viel wichtiger als im Frieden. Der Vorschlag, Lüftungsernrichtungen zu sperren, ist. wie jeder Sachkenner weiß, töricht. Ohne Bäder kann man nicht auskommen. Die ärmeren Schickten können sich nicht weiter einschränken, die Einschränkungen bei den Reichen aber schlagen nicht zu Buch. Die geplanten Gaseinschränkungen würden zu ungeheuren Schwierigkeiten führen. Ohne die Gemeinden und die Hausfrauen zu ftagen, hat n,an eine ganz unerträgliche Regelung vorgenommen. Nur eine Produktions^- steigerung kann wirklick)e Abhilfe schaffen.
Ein fortschrittlicher Abgeordneter schloß sich den Gründen des Vertreters der Heeresvenualttmg an, daß Bergleute in noch größerem Umfange ans dem Heerestrcrband nicht entlassen werden können, so daß auf eine Steigerung der Förderung nicht zu reckinen ist. Der Ern stder Lage muß -daher rüchtig eingeschätzt und alles vermieden werden, was zü Mbeitsstörnngen führen, kann. Der Rücktritt Groencrs hat viel Beunrnhigung in Arbeiterkreisen und auch bei einem Dell der Arbeitgeber hervorgerufen. Die Schwerindustrie hat Gwener von Anfang an bekämpft. Was ist an den Gerüchten über seinen Rücktritt wahr? Möge der neue Chef des Kriegsamts in den Llrbeiterfragen beu Spuren seines Vorgängers folgen? Nicht alle Kricgsgewinne sind mryerechtfcrtigt, aber in der öffentlichen Meinung t>erskimmt das Auftreten der Schwerindustrie. Das sei in ihren, eigenen Interesse gesagt. Das einzige Mittel, das uns helfen kamt, ist Sparsamkeit. Tie Zu- scrmntenlegunq von Betrieben ist eine bittere Niottoendigkert. Bei dev Ueberaangswirtsckmft muß zuerst den stlllgelegten Betriebctt geholfen werden. Der Verbrauch des Jahres 1916 ist als Maßstab für den gegenwärtigen Bedarf ganz unbrauchbar, denn die Bedürftriffe sind andere und größer gewogen. Ein lljroßindustrieller hat gesagt, am besten wäre es, die ganze süddentsck>e Industrie stillzulegen,^ denn die Industrie gehöre dahin. >vo sich bi je Kohle beftnbe. Diese Aeußerungen l>aben viel Beunruhigung hervorgernfen, hoffentlich werden sie von der Regienmg abgelelmt. Die geplante Elektrizitäts- einschränkungi L ^ Undurchführbar. Iiede kbernstc Wasserkraft muß ausgetmht werdeit. Ist uütcc diesem Gesichtspimkt die Anhäufung der Kriegsindustrien in Berlin wirklich zweckmäßig, oder liegt darin vielmehr eine Gefahr? Wir müffen alles daransetzen, unt die Schwierigkeiten zu übernünden, die uns der kommende Winter bringen wird.
Ein nationalliberaler 2lbgeordneter hielt ein gutes Verhältnis zwischen den ^Arbeitgebern und den Arbeitern im Bergbau für selbstverständlich In dieser Beziehung hat sich General Groener ein großes Verdienst eNvvrben. Wir werden auch künftig noch mit Tvansportschtoierigkeiten zu kämpfen haben. Die Folge der unbedingt iwtwendig-en Ersparnis muß sein, daß nicht alle Betriebe gesichert arbeiten können. Für die Rbemschiffahrt muß das notwendige Heizer-, Maschinisten- und EntladnngS- perwnal zur Verfügung gestellt toerden. Wenn es nicht zu ver m^iderr ist. sollte man vor einer Aenderrmg des BinnenfchiftahrtS-j gefetzeS nicht zurücksckurcrkrnt. Unter dem neuen Reick-skohlcn- tommifsar sind die Verhältniffe zweifellos besser geworden. Für den Hausbrand muß auSreickxnd gesorgt werden. Auch ftir den fBedarf an Schmiedekohlen. Wie steht es mit einer Einfchränktmg der KinoS und Theater? Wie ist die Zuständigkeit für die Still- legnngsfrage geregelt? .Kommt für sie allein der Reichskommissar in Bctrackft oder fcmbelt er im Einverständnis mit dem Hilfsdicnst- ausschlch ? Die BeleucktnngSeinschränkung muß gleichmäßig gehand- habt iverdeu. Es ist ein rickstiger Grundsatz des Kobtenkommisiars. daß ohrre den Kohletrhandel keine Berteiliurg möglich ist.
Ministerialdirektor Müller erklärte, daß. die Regierung die Sksiwierigkeiten in der Berliner Gas- ,md Elektrizitätsversorgung nicht verkemre. Eine neue Verordnung sei in Bearbeitung, die alle benirchteten Uebelstände beseitigen werde. Ohne Einschränkung iverde es frellich tveder beim Hausbrand, noch bei der Gasversorgung abgeben. Dagegen werde den wechselnden Berhältniss«, von Fall zu Fall Reckmnng getragen tverden.
Ein zweiter fortschrittlicher Redner regte zum Zweck der Kohlenerspartris die Zufaunnenlegimg verschiedener Haushaltungen an. Ohne Zwang werde es nicht gehen
Ein konservativer Abgeordneter nxirnte davor, dieEin- schränbmtgen im .Hausbrand zu weit zu treiben, so daß Fanlllicn frieren müssen. Die zentrale Bewirtschaftung der Kohle habe trotz k er Hermtziehung des Handels die Situation nicht gebessert. An einer Stelle erfolgten Doppelliefenmgen, an der anderen herrsche: Mangel.
Staatssekretär Dr. Helsferich betonte wiederholt, daß, wenn auch kein Grund zum Optimismus vorliege, so in der Frage dt>r Kohlenversorgung auch rein Anlaß zun, Pessimismus vorlwndeiH sei. Bei HMlSbrarch- und Gaöbeliejerung sind nur sehr geringe Einschränllmgen nötig und beabsichtigt. Wichti,; sei neben den: Zirsang der Verordnungen vor allem die freiwillige Beschränkung die sich jeder cmferlegen müsse. Jede Ersparnis an Ärhle. und sei sie noch so gering, komme imseven Truppen an der Front und damit auch den. Durchhalten in der Hemmt zugute.
.Kriegsminjster von Stein schloß sich den von verschiedenen Redner,! geäußerten Worten der Anerkennung für General Groener -ait und erklärte, daß ein Wechsel in den Grundsätzen für die Leitung des .Kriegsamtes nicht eintreten werde.
Ein Sozialdemokrat sScheibemann) erwähnledas Gerücht, daß die Sllpverindustrte ffir eine Aenderung des Hilfsdtenst- gesetzes eingctteten sei und daß daraufhin das KAl'egsamt eine Begrenzung der Unternehmergewinne verlangt habe.
S-taatsfekretär Hclffcrich erwiderte, daß ihm von einer Eu'sabe des GemmaLS Groener Mt den RLtchskMizLer mit dem vorn
Abgeordneter SchvdeMmrt dvxa£baxfiat&i ^dfaLt tmb um ta angeblich bannt 'zusammenyängenden Dovgän^en nichts beÜoack ftL
Ein Zentrum sabgeor du et er Ährte ru llederrintzrm-- mung mit dem sozialdOnokvatischen Redner aus, es seien unter bei Arbellern lebhafte Befovgnisse darüber entstanden, dcch Man ihnen ihre Rechte ans dem Hllfsdienstgesetz nehmen wcklL. Gervervl Groener habe großes Vertrauen bei den Arbeitern genoffen und über seinen Rücktritt müsse volle Aufklärung gegeben werden
Abg. Sch ei de mann erkannte gleichsaLls an, daß V&enaxA Groener trotz einzelner Mißgriffe bei den Arbeitern großes Ber- traneu genossen hat und fragte, ob eine Aeußerung Groeners an ,rgendeine hohe Stelle gelangt sei. Warnnt ist GMcral Gwener „gegangen worden?" x
Ein fortschrittlicher Abgeordneter b^ichncte bk Antwort des Kisiegsurmisters als nicht genügend. Warm das Krir^- anrt nach roste vor nach den gleichen Grundsätzen geleitet werden soll, warum hat dann General Groener seinen Posten verfassen, der dock, ein gearbeitet war? Es mttß davor gewarnt werden, daß mif diesem Gebiet Experimente gemacht werden.
Ern polnischer Abgeordneter ergänzte die Ausführungen des sozialdemokratischen Redners dahin, daß mirf, die stcllvertr^ tenben GeneralkomMa ndos bet der Beseitigung des Generals Groener ihre 5)and mit im Spiel hatten. Was sage dazu der Kriegs- Minister?
Ktregsmimifter von Stein: General Groener ftftLte sich in seiner Stellung nicht wötzl. Er iehnte sich nach einer anderen Be schäftigung. Niemand aus der Schwerinchrstrie ist an mich fjeran
getreten.
Das mehrfach genannte sozialdemokratische Aus- schußmitglied hrett anckr idese Antwort noch für ungenügend. Grvkner sei incht freiwillig gegangen, simdern sei weggeschickt worden.
Staatssekretär Dr. Helsferich: Das Persönliche scheidet vollftärtdig aus. Ich kann in Ue&emnflmnrantg mit dem Kriegs mimster erllären. daß auch von der Reichsleitmrg an eine gründe sätzliche Blenderung des Hllfsdienstgesetzes nicht gedacht wird. ES könnten höchstens solche Aenderungen a t Einzelheiten in Frage kommen v erie bereits im Hllfsdienstausschuß noch unter der Äegide des Generals Groener erörtert worden sind. Die Recht« der Ar beiter bleiben ,mberührt. >
Ein konservativer Redner wandte eni, daß die Ber Wendung eines OMziers nicht der Kritik des Reichstages unter liege. Der .Kriegsminister habe klar ausgesprochen, daß es tm Kriegs.-'" bei den bisherigen Grundsätzen bleiben solle.
Ein fortschrittli cher Abgeordneter betonte demgegenüber, daß General Groener auch das Vertrauen des Reichstags besaß, jund daß der Reichstag ein Jnterepe dorM, habe, daß me AuS sülnnngen des Hllfsdienstgesetzes nicht durch einen Personenwechsel geändert wird.
Darauf ging der Ädrsschuß über zur Befprechrmg der Nohstoffragr.
Die einleitenden Ausführungelr des Le-ters der Roh- stoffabteilung im Kriegsminist?rlnln . - ^ ' ftlr oertraulich
erklärt. **
Ein Zentrum sabgevrdne t i » a GeTrugturrng das vielfach günstige Mld hervor, daß diese A.,sführungen geboten hätten, und wandte sich wegen des zunehmenden Mangels au Leder gegen die übertriebenen hohen Preise für Holzsohlen.
Ein Regierungs Vertreter erwiderte, daß Höchstpreise für .Holzsohlen sich nicht durchführen ließen. In Mf'ntchen werde eine GesellsckMft ins Leben gerufen rverden die sich mit der Her fiel lung von Holzwhlen im Oiroßen beiatzl.
Staatssekretär Dr. Helsferich wies darauf hin. wir es bei unterem Feinde aussieht, und brachte einen Bericht über die dortige Fußbekleidung zum Vortrag.
Ein Fortschrittler fragte nach der Petrvkmngewrmrmtg in Rumänien, ein Konservativer verlangte eine gesund« Spannung z-wuchen 5)öute- und Lederpreisen. Der Stichivst müsse der Landwirtschaft rechtzeitig zugeführt werden und nicht so spät wie im letzten Winter.
Hievmff vertagte sich der Ausschuß auf Samstag vor- ürittag. Aus der Tagesordturng stehen die Verändernngen in der Regierung. Das Erscheinen des Reichska«z lers zn dieser Sitzung wird erwartet.
Die Kämpfe im westen.
Berlin, 24. Aug. (WDB. Mchkttrmtlich.) Die General- offensive der Entente flaute tim 23. ?kuAnft <rn der flandrisch- franMischen und der russisch-rrt7nünrsck>ou Front ab; nur an der italienischen Front tobte die Scftlacht mit der Heftigkeit der Vortafle.
In Flandern tourde die Kanrpftätigkeit teilweise durch schlechte Sicht und Staubwirbel beeinträchtigt. Das feindliche Feuer steigerte sich erst in den Nachmittagsund Albend stunden z»u größter Heftigkeit und tag zeitweise mir aller Wucht auf den Mschnitteit an der Küste uttd auf '.tnsereni Stellungsbogen um Ypern. Der Teilvorftoß, der v-on den Engländern bis nördlich der Straße Ypern-Menin vorgetragen wurde, brach blutig in unserem Feuer nieder Drei Panzerwagen, die den Angriff itnterstützen sollten, nmrden in kürzester Zeit außer Gefecht gesetzt^ Bewegungen der feindlichen Infanterie in der sagend von Ipern lvurdett tnehrfach mit erkennbarem Erfolg bekämpft. Versuche des Gegners, den Kartenbeck nördlich von Langemarck zu überschreiten, nmrden durch unser j \isanrntengesaßtes Feuer erstickt. 7 Nhr abends nmrdeit bei St. Iulieit erkannte feindliche Bereitstellungen durch unsere Feuerw-irbel zerschlagen. Durch unfern am Morgen ^des 24. durchgeführten erfolgreichen Vorstoß südlich der Straße Hpern—-Menin wurde das Errgländernest sin Hererttliage-Wald von uns gesäubert. Somit verbleibt den Enal ändern van dem mit schweren Verlusten erkauften örtlichen Erfolg nichts als das kleine Nest süd- östlich von St. Julien Aus den .zerschossenen 21 Panzerwagen komrten im ganzen nur 2 Offiziere und zjehn Mann lebend eingebracht tverden Auch aint 23 .Llugust wurden die kanadisckKM Truppen wiederum ohne jede Schonwtg gegen unsere Stellungen im Artois oorgewvrfen. 6 Uhr vormittags verbluteten starke Deilangriffe der Kanadier gegen unsere Stellimgen von nördlich Lens bis zum Süd- Westrand der Stadt in unseren! Abtvehrfeuer. Einzelne Gruf)- pen wrrrden unter schweren kanadisä^en Berütsteit im Nab' kampf zurückgeworfem Kurz nach 8 Uhr- vormittags griffen die Kanadier abernrals mit starkert .Kräften in der Gegend bes>; Souchez-Baches an. In erbitterten Nahkämpfen um unsere vordere Linie wurde der mit so großer Tapferkeit sümpfende «Z^egner au chdiesmal abgenüesen. Wir behaupteten unsere Stellungen und brachten aus den schiveren Kämpfen einen Offizier imd gegen 100 Mann gefangen ein. Die Kanadier erfttten abermals schwere Verluste. Ein . 10 Uhr abends angesetzter sbardw Teilangriff bei Lens-Mer, eourr wurde in unserem Feuer erstickt, ein weiterer 11.30 Uhr nach schiversten Feuenvellen erfolgender feindlickier Bor stoß nördlich der^ Scarpe wurde abgewies^n.
Die Stadt S t. Q u e n t i n wurde abermals beschosscu. In der Ehampagne gingen abend nach erheblicher Feuer steigerung inehrere stärkere feindliche Stoßtrupps gegen unsere Stellungen nördlich und nordwestliche Souain vor. Teils blieben sie in unserem Abwehrfeuer liegen, teils wurden sie tm Gegenstoß geworfen. Auch am 23. dlugust vernwchte der Franzose seine zusannnengeschossenen Divisionen im Raume von Verdun zu wuchtigen Angriffen nick)t vorzuiverfen. Der stärkste "Angriff dieses Tages, den die Franzosen gegen den Abschnitt der Höhe 304 ricksteten, brach in unserem Artil- . lene und Maschtnengewehrfeuer unter schweren französischen Verlusten zusammen. Auf dem Ostufer der Mmvh. wo sich dao


