Ausgabe 
21.8.1917 Erstes Blatt
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Umrr Zagdflnqdvenst qrQ miM te fm Saufe des 18. August besondere starke Tätigkeit. 11 deutsche FlNgtzouge stürzten im Ver­laute von Luftkäurpffn mir mtfenen Fliegern breimend ab aber wurden gänzlich. zerstört. Außerdem mußten 6 feindliche Apparate mit schweren Beßt Legungen int ihren Linien nieder gehen. Fn der Nacht roiit 17. auf den 18. August und im Verlaufe des 18. bombardierten untere (Flugzeuge die Bahnhöfe von Cottemark, Thouront, Lichtereide. Ostendev und Comdroi. die Barackenlager im Walde von Houtbitesl, den Bahnhof von Dun an der Maas und die Mnw kionsdenotS von Bauckheoille. Am Bahnhof von Cambrai brock eine Feuersbrunst ans.

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200. Sieg der Jagdstaffel Richthofeu.

Berlin, 21. Ang. (WTB. Nichtoanttlich.) Der 17. August ist zu einem Ehrentag in der Geschichte unserer Jagdflieger gc* Morden. An diesem Lage hat die ehemals von Rittmeister Freii Herrn von Richthofeu. jetzt von Leutnant Wolfs geführte Jagdstaffel Nr. 11 das 200. feindliche Flugzeug abgeschossen. Davon erbeutete sie 121 Flugzeuge und 196 Maschinengewehre. Das 197. wurde von Sartmrn^ Gr^oS als sein fünftes abgeschossen. Es war einep der vielgepriesenen englischen Dreidecker. Das 198. war das fünfte; des Leutnants M oh nicke, ein pon unseren Gegturn als bestes gegenwärttg vorhandenes Flugzeug gerühnrtes PS. Spad, das 199. Wurde wieder von Leutnant Giwos besiegt und war abermals ein Dreidecker, das 200. Flugzeug endlich, ein Sopwich-Zweisitzer, wurde von Leutnant von der Osten aus einem Gefckmader zwölf englischer Flugzeuge herausgeschossen. Seit die Jagdstaffel Är. 11 inr Herbst 1915 airfgestellt wurde, hat sie in beispiellos schneller Folge Sieg an Sieg gereiht. Ter Geist Bölckes lebt in ihrem Führer und durch ihn in iedem ihrer Angehörigen. Viele unserer Bester haben in dieser Staffel gekämpft: Mnwnröder, Schäfer, Wolfs, Frechem Sotbctr von Rickckhofen, Kreist imd Feftner ge­hörten m ihr. Manchen van ihnen deckt der grüne Rasen, keinen ll^ettebenden hat der Tod geschreckt. .Unauslöschlich brennt in iedem der Wille zum Siege.

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Die Kämpfe am 3fonjo.

Wien, 20. Aug. WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kttegs- presseguartier im'rd gemeldet: Südwestfront: Die J!nfan- teriekämpfe dauerten gestern den ganzen Tag an. ^e waren iör uns durchgehend erfolgreich. Nach starkem Artillerieseuer griff der Italiener zweimal den Krn-?lbschnitt an. Unser Feuer warf chn schon zurück. Auf dein Mrsle Brh wurde der Feind aus einem Grabenstück der Front, wo er einzudringen vermochte, durch einen Gegenstoß wieder geworfen. Dm Tvlmeiner Brückenkopf liegt scbwe- res Artilleriefeuer. Nördlich Canale hielt den Einbruch des Geg­ners ein schneidiger Gegenstoß auf. Mehrere Angriffe der Italiener bei Britos. dann auf die Stellungen von Bodice bis pt Monte San Gabriele wiesen wir verlustreich für den Feind ab. Ebenso brachen wiederholte Vorstöße gegen unsere Linien südöstlich Görz in unserem Feuer zusammen. Die größten ?lnstrengungen machte der Feind, uni zwischen Wippacb-Tal und Eostaniewics dnrchzn- brechen. Die anstürmenden feindlichen Massen wurden in unserem Abwehrfeuer zerfetzt. Ungemein scknver sind die blutigen Verluste des^ Italieners. 3000 Gefangene brachten wir überdies ein. Sie gehören^'öZ^ Brigaden an. Gestern abend gaben feindliche Monitore Neben Schüsse auf Triest ab. Fünf Schüsse fielen in Privathäuser und zwei auf die Straße. Es gab sechs Tote, eilt Bttnrn, eine Frau imd vier Kinder, schwm- verwundet wurden überdies eilte Frau und ein Kind.^Ein Meisterschuß unserer Batterien zlvang einen Moni­tor, das Feuer einzustellen. Auch unsere Seeflugzeuge beteiligten! sich gestern hervorragend an der Schlacht. Sie belegten die seind- lichen Batterien an der ^tobbanründnng, dann die Triest be­schießenden Monitore erfolgreich mit Bomben. Trotz heffiger feind­licher Geschützabwehr lehrten alle Seeffngzeuge zurück.

Der italienische Bericht.

Bvm 20. Angarst, 1 Uhr nschtmrttags.

Die SchlacA an der fülischen Front ist im Gange. Gestern Morgen begann unsere Infanterie nach einer Borbeveittrng von 24 Kunden, währenddessen unsere dfftilteie mff immer steigender Stärke ine feindlichen Stellungen beschossen batte, das Vorrücken bk ihr gefetzten Ziele nörvkich von AniLova. In glänzender übertvand sie die Schwteri-gLeffen Und den Widerstand des Feindes. Zahlreiche Brücken wurden über den Jfonzo geschlagen, und unsere Truppen gingen auf das Unke Ufer des Flusses über. 'Die übrigen.überschritten von Plava bis an das Meer die erste feindliche Linie, die vollständig zerschossen war. und rückten dem Gegner aus den Leib, der im! .Gelände Deckung suchte und von zahl­reichen Maschinengewehren unterstützt wurde. Die Artillerie setzte verzweifelten Widerstand entgegen. 2 0 8 u n s e r e r F l u g z e u g e halfen nxabrenö der Schlacht unermüdlich mff imd griffen zu wiedtw- hvtten Mcalen mit Bombeit utid Maschinengewehren die hinter den feindlichen Stellungen zusmnmengezogenen Truppen an. Die Aktton unserer Infanterie dauerte prachtvoll an, während bk Artillerie ihr vernichtendes Zerstörnngsfener unerbittlich fortsetzte. Die Ver­luste des Gegners sind sehr fchiver. Die bis jetzt gemachte Beute ist sehr beträchtlich. Einige (beschütze und zahlreiche Maschinen­gewehre fielen in unsere Hand. Bis gestern abend passierten 7 50 0 Mann unb einige hundert Offiziere die Konzenttations-- stelle für Geßarrgene.

Der Hriedensvorschlag des Papstes.

Aeußernngen der russischen Presse.

Petersburg, 19. Aug. (WTB. Acichtmull. - Nach der Pe­tersburger Telegraphen - Age ntur bespricht die ganze russische Presse das Rundschrechen des Papstes im gleichen Sinne.

No wo je Wremjff' wiederholt u. a die fforderungen der von Deutschland angegriffenen Völker (!) »rnd sagt, der heilige ottchl würde kr aff des moralischen Einflusses der Menschheit einen unernußlicken Dienst leisten, wenn er die an der Welt- katastrophe schuldigen kennzeichnen würde.

Riet sch" erklärt den Versuch des Papstes für ebenso wenig gangbar wie die anderen Bernrffttmtgsentwürfe und be­tont, daß der Papst bei dem Vorschlag auf Entwaffnung das Schiedsgericht vergesse, u,rd daß dieses Ziel erst nach dem Kriege erreichbar sei. Seine Vorschläge 'würden nur das .Archiv von Frkdensvonck lägen bereichern.

TieB ö r se nz eitttng" kritisiert den Gedanken der Ent- 'chädrgimg der besetzten Lander durch Beistenern aller Kriegs führenden ebenso, wie den Vorschlag der gegenseitigen Zurückgabe der besctzltw Gebiete. Die Wiederherstellung des ^tatu8 qvo sei ausschließlich ein deutscher Grundsatz. In der Llsaß-lothrinap schen Frage beffiedige die 9Lote des Papstes nicht nur Scheidemann sondern sogar Erzberger und Attchaelis.

DerCourier" sieht die Vorschläge des Papstes geradezu als solche der Mittelmächte an, als die .Hand, die der Feind durch den Vatikan hindurch nach Rußland ausstrecke.

Nach derR u fkafa Wolfa^ sind die nebelhaften Aus­drücke des Papstes für greffbcrre Vorschläge durchaus^ unangebracht. DaS Blatt wirff dem Vatikan auch zu gr^ßc Zunickhaltun^ gegenüber der Frage der Wiedervereinigung Polens vor, nährend er betreffend die vollständige Zurückgabe der deutschen Kolonien, durchaus bestimmt spreche.

Nowoja Shin" meint, der Papst hätte niemals ein Rundschreiben zu veröffentlichen geimvgt, ivenn er bic Umstände nicht tut günnrg gestatten hätte. Der Katholizismus habe immer davon geträumt, der Meirschhieit den Oelzwevg zir bringeir Der Papst hätte diese (Gelegenheit nickst den Sozialisten, den schlimm­sten Feinden des Barrkans, überlassen körmen. Der heilige Stuhl sei überzeugt, daß die Regkrwngen, ivenn sie die Wahl statten« mffrr ffrr den Vatikan als für Stockholm sein würden.

Der englische Bergarbeiterverband gegen die

Deilnahme an der Stockholmer Konferenz.

London, 20. Arrq. >WTB. Nichttrmtlich.) Reutermeldung: In her Konferenz des Bergarbeiterverbandes von GwHbritonnien, die heute unter AUsfckfuß der Oeffentlichkeff abge- haltm wvt er, wurde mit 170 gegen 854 StimMen beschlossen, den ]rrfpr.imqlw1-<'i Befchtuß der Vergorbechu, Vertreter nach Stock- k»stm M itfwfrtt, rückq-Snmp zu machen.

Mn Ausftand Ser Lokomotivführer in Lonoon.

London, 1,9. Aug. >WTB.) Meldmrg des Reuterschen Bu­reaus: Der Präsident des Haudelsamts empfing die Vertreter der Veremigung der Lokomo 1i v führe r, .die in den Aus- itand zu treten drohen. Der Minister sagte, die .Leute könnten ihre Forderungen nach Verkürzung der Arbeffszeff iracki Bcendigmrg. der Feindseligkeiten wiederholen. Damr würde sie die Rsgkrnng> wohlro-ollend in Erwägung ziehön. 'Nach der lttiterredung inr .Handelsantt äirßerte sich der ©dfretär der Lokomotivführerve«ini-> gung, die Lage sei unverändert. Er glaube, daß der Ausftand sicher sei. ?LnderersLffs vertraut der ^lbgeordnote Thomas noch, immer darauf, daß eS der nationale Eisenbahnerverband ablehnen werde, den Streik .zu .nnterstützen. Die in London abgehattene! Versammlung, auf der 300 000 Mitglieder des nationalen Eisen­bahn er verbarrdes vertreterr waren., beschloß, jedes Vorgehen ihrer Exekutive M unterstützen, welches die Teilnahme der Abgesandtem der ArbeiteTkoufere^ wn 'der Stockholmer Konferenz beivirken, toerde Andeverieits^ sprach sich die Vereinigung per Bergleute! von "l'vtttngham, die sernecheff einen Vertteter zur Reise nach P^ttrsburg ernannt hat, mff Raursdn Macdvnald mit überunegender Mehrheit gegen die Teiluähme an der Stockholmer Konferenz aus.

Eine Friedensbervegung unter den englischen Frauen.

Bern, 20.Aug. WTB.) Auf einer Versammttmg in Lei- eesterr am 12. August sprach die Gattin des Parlamentariers 'Stiow- d«r energisch für einen Fried enskreuzzug ber jvraiieii. Tie Rednerin beton::, die englische Presse täusche das Volk über die ^trnmrung der .IlnieriLruiw bezüglich des Krieges. Kürzlich stabe eine große Friedensversammluug in Madisougarden in New- Port ftattgesunden, der 15000 Person?n beiwohnten, während Tausende fernen Pl-ch mch'e ümben. Tie Pazifisten mehrerer Staaten feien eutichlvssen, sich der EnM-ehung zuur Milffärdienste gs- w-altfam zu unü-erseyen. Der Grund für die Teilnahme Anrerikas am >kriege liege in der Befürchtung, dre Mrleihen ferner Fmarrziers vm die UMiertcai zu v-erlieven, tvogegeu diesen den Beittitt Amerikas^ gewünscht hätten, jdanrit die amerikanffchen Truppen die ffanzöfipchelr ersetzten, die jetzt fast erschöpft feien. Die Ameri­kaner wären hierüber getäuscht word^i, hätten dies aber erst nach dem Kriegseintritt erfahren. Wenn Amerika erst voll ausgerüstet wr. würden ferne Militaristen den Frieden nicht vor einer akttoen Beteiligung der Achnee zulaffen. Die englifcheir Paziffsten, insbe­sondere die Frauen, müssen daher alles daran setzen, den .Krieg bmcher zu beenden. Der Beschluß der Arbeiterpartei bezüglich Stockholms gäbe ihnerr .'Hoffnung und Mutt.

Eine bulgarische Festrede in Berlin.

Berlin, 20. Aug. (WTB.) Bei einem Festmahl im Äotel Wlon antwortete auf eine Ansprache des Cheffedcrkteurs R i p p l e r namens der bulgarischen Gäste Dimo Koertscheff, Mitglied der L7obranje, mit folgender Rede: .Hockfgeehrte Herren! 2ln der schwelle des vierten K'riegsjahres sind wir nach Deutschland ge- koncmen mit der Hoffnung, dieselbe Kraft und den gleichen Mut vorzufrnden. wie^ wir ihn bei dem Ausbüuch des großen Krieges erlebt haben. Mit Bewunderung und Stolz können wir von hier noch innerer Heimat und weithin in Feindesland himrusrufen: >paS i«u'"Le Volk und die deutsche 'Kraff hat vom Kriege viel ge­lernt, von verstanden und nicht verloren. lLebhaster Beifall.) So groß auch die Opfer des Weltkrieges sein mögen, der (gewinn vom Ktrege für alle Verbündete ist doch unendlich groß: Das deutsckfe Volk^hllt es in diesem Kriege in allen seinen Schichten erkannt, daß die -Stellung DeutsctstaudS in der Welt, die sogeTiannte äußere Po­litik, stets von den: Grurrdzuge der Ehrlichkeit und Gereckstigkeit beftlmmt war. Die Türken durchleben jetzt die letzten Prüfungen ihres langen Kampfes. Oesterreich-Ungarn hat das stoallick>e Dasein seiner Monarchie befestigt. Bulgarien Hai für sich die Schicksals­frage: Sein oder Nichtsein gelöst. (Lebhafter Beifall.) Die lange Dauer desffurchtÄMn Krieges liat allen den Beweis geliefert, daß die Weltstellung unseres Bündnisses so strerrg determiniert fft, daß Srmd-erbe)ttebungen völlig ausgeschloffen erscheinen. Die große Kfrrsc, die wir alle heute durchleben, erlaubt niemandem einen! wesentlichen Schritt zu tun, ohne sein Geschick dein geschichtlichen Gesetz zu unterwerfen, das uns alle bis jetzt geleitet hat. Tie Ereig- uisse vor dem SErietj und währerch des .Krieges haberr allen^ Ver­bündeten die Mögttchkett tiefer geschichtticher Einsicht gewährt. Ta witt> uns zuerst klar, daß unsere verbündeten Völker nur eine und dieselbe Zukunft hoben können. Einig in Kampfestagen mÄffen wir Einig blechen in allen Friedenstagen! Der Friede wird einen! schwierigen langen Prozeß durchleben müssen und die Schwierig­keiten des Prozesses sind wir gezwungen gemeinsam zu überwinden. 9kur von diesem Standpmrtt aus ist der Stoizismus gegenüber den Entbehrungen und Sorgen im heuttgen Kriege zu verstehen und ist ent Sinn der gemeinsamen Zukurrff, die nur vorbereiten. Mein Vaterlaicd als Verbündeter der Zelttralmächte ist im heutigen Riuigen nicht allein der Kämpfer für die eigerren Ziele, sondern hat den Berus auch ein starker Wächter des Weges BerlinK'onstan- tinopel auf dem Balkan yn werden. Mt dieser richttgen Lösung der Balkanfrage wird der Herd des europäischen Zwfftes ausgeschaltet. TaS deutsche Volk wird der Führer der europäisckfen Friedens- politik. Diesen Gedanken zum Gemeingut aller lverden zu lassen ist die Aufgabe der verbüirdeten Presse im jetzigen 2lugenblick. Ich bitte Sie, nnt mff das Glas zu erhebeir und einzusttmmen in den Ruf:Das edle deutsche Volt und seirre Presse, sie leben hoch, hoch, hoch \ J Diese eindrucksvolle Rede wurde mit sttffmischern Beifall aufgenommeu.

Berlin, 20. Aug. iWTB.) Tic bulgarischen Tages­schriftsteller sind mittags nach Dresden abgereist, nach­dem sie vormittags das Reichstagsgebär;di' besichtigt nutz einer, Pressesitzung beigewohnt ffötten. Zur Verabschiedung hatten sick) am Bahnhof die Mitglieder der Gesandtschaff, Vertreter des^ Auswärtigen 'Amtes und der 'hiesigen Prejsevereiniguugen ein- geffmden. Tff herzlichen Gniße, die dabei aüsgetauscht wurden, ivgren ein beredtes Zeichen der ffniigen Beziehungen, die der viertägige Aufentlfatt der verehrten bu^arffchen Gäste zwischen ihnen >nrd ihren deutsckren BcMfsffeiinden geschaffen haben.

KabinettSwechfel in Ungarn.

B u d a pe st, 20. Aug. Alexander W c ck e r. I e ist vom König zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Er hat heute nack>mittag in der Ofener Hofburg den Erd geleistet.

Budapest, 20. Aug. lWTB. Nichtamtlich.! Mekdüng des ungarischen Korres poudenz b irre aus. Der neue Ministerpräsident Wekerle wffd es als seine erste Aufgabe bettachten, dem Ab­geordnetenhaus gleich bei Begirrn der Herbsttagung eine freisinnige Wa hl rechts vo rlag e zu unterbreiten. Bei der großen Bolks- tüNrlichkeit, die Wekerle der allen Parteien genießt, hofft man, daß ein Tell !der Tisza-Parter die friiheren Bedenken gegen die frei­sinnige Wahlreckstsresorm fallen lassen und ffff 'die Vorlage Wekerles stimmen wird, so daß -es nrög'lich fern wird, noch in denr gegenwärtigen AbgeordnLtenlAru.se ohne Anordnung von Neuwahlen die Wa hlrechtsvorlage einzubringen.

5eektteg.

Fm Juli 811000 Tonnen versenkt!

Berlin, 20. Aug. (WTB. Amtlich.) Fm Monat Juli sind an Handelssch iffsraum insgesamt HU 000 Brutto- registertonnen durch kriegerifchc Maßnahmen der Mittel­mächte versenkt worden. Damit und unter Hinzurechnung der nachträglich bekannt gewordenen Knegsverluste in Höhe von 1 000 Bruttoregiftertonnen sind im ersten .Halbfahr des uneingeschränkten N-Boot-.Krieges jnsgestrmt 5 495 000 Bruttoregistertoimen des von unseren Feinden imtzbaren Handelsschiffsraums vernichtet Nwrden.

Der Chef des ADmiralstabs der Marine.

Reue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 20. Aug. ^Amtlich.) Dirrch unsere ll-Boo-te wurden rm Atlantischep Ozean Und in der Nord- se e wiederum fünf Dampfer, zwei Segler versenkt, darunter der englische bewaffnete DanrpserRosem-oirnd" (3044 Do.).

mit Holz dion Archangelsk nach Ecrrdiff. Die übrigen Dumpfer wnrdeirvns starker Sicherung oder ans jG e teils zu g en heraus- geschossen. Einer der versenkten Segler, eine Viermastbark. war mit vier Geschützen bewaffnet.

Der Chef des Admffalstabes der Mari:re

AU5 dem Reichrtag.

Berlin, 21. Aug. Im Reichstage herrschte beretts am gesttrgen Montag reges Leben. Biele Abgeordnete sind jchon eingetroffen und besprecherc mff Parteifreunden die politische Luge. Als erste Fraktion hackte das Zentrum fflr 9 llhr vormrttags eine Sitzung anbercrumt, die bis in den 9(.achmittag hinein dauerte. Dann ttat eine kur.ze Unter­brechung ettr, urrd Mn 5 Uhr nahm die Sitzung lvieder ihren Fortgang. Wahrend in der Vormittagssitznng die Frie­dens Note des Papstes ausführlich besprochen wurde, nahin die Fraktion am Nachmittag die Wahl eines neuen Vorstandes vor. Der bisherige Vorsitzende Dr.

^ hat durch seine Erirennurrg zunr preußischen Justiz- mcnrster sem Mandat verloren und ist damit auch aus der Frartvmr ausgeschieden. Da der bisherige zweite Vorsitzeridc Abg. Gröber erkrankt ist, leitete Abg. M a y e r-Kauf b e ur en die Verhandlungen. Zmn ersten Vorsitzer,- d en der Fraktion rvurde der Abg. Gröber g ew ä h lt, zu fernem Stellvertreter der ?tbg. Trimborn. Zum Vo r- l l ^ eit A e1 !' Haushaltnngsansschufses, ein Amt, das brsher der Abg. Dr. Spahn bekleidete, wird drc Fraktron den Mg. Fehrend ach präsentieren, an dessen Lvahl nicht zu zweifeln ist. Abg. Fehrenbach ist nicht mir emer der besten Redner des Reichstags, sondern er besitzt J} L LP l f Leitung parlmnentarischer Körperschaften besondere ffah,gierten, die er sich als langjähriger und, wie von allen Par taten zugegeben wffd, ausgezeichneter Präsident der Zweiten Badischen Kammer erworben hat.

Am heutigen Dienstag halten die Na ti on a ll ibe- r a l e n und Konservativen Fraktionssitzungen ab.

Dte tin Verlatrfe der Julikrisis rleugeschaffenen in ter- fr ar trone l l e n Besprechungen der Vtehrheffs- parteten wnrdeli heute wieder ausgenommen. Me Par- teien, die sich damals zu diesen Besprechungen zusammen- gesirndei, hatten, waren lviederum ersucht worden, Ber- trete zn entsenden, auch die Nationalliberalen, die sich in ernein spateren Zeitpunkt wegen ihrer Gegnerschaft gegen die rredenserktsch'lteßnng abgesondert hatten. Man war ge-. fparlnt, ob die Nationalliberalen sich an den weiteren Ber^ Handlnirgen beteiligen würden. Das ist geschehen. Zu der gesttigen Besprechung waren die Nattonalliberaten erschie- nen und rverden im Reichstage sagte man:gmiz selbst- verstandttch" auch weiterhin an diesen Bespreckinliqen teffnehmen.

Berlin, 21. Aug. Der Reichskanzler hat die P artet fuhr er heitte, Dienstag, 9 Uhr zu sich gebete Man mmmt an, daß er sie von deit wesentlichen Teilen fernes ,m Bundesratsaus schuß erstatteten Berichtes in stenirtnrs setzen loffd. Ter Kanzler beabsichtigt nach Schluß der noch tut Laufe der Woche zu eNvartenden Ausschußsttzun- gen eim Reise nach Belgien airznttecken, um sich persönti,lp 7 Emdrucke über Belgien zu verschaffen.

Aur bm Reiche.

Der Kaiser in Hamburg.

Hamburg, 20. 9lug. (W-TW.- Im 'Anschluß an dte Be- ftchttgung der Flotte ffaf der Kaiser heute vormttLag in L>amburg ein. Der Kaiser wurde von dem Präsidenten'des Senats Bürgermeister Dr. Predoehl und dem Bürge-rmListcr Dr. v. Jnelsle aus dem Danimtorbahnhof begrüßt. Er begab sich, von beiden Bürgermeistern geleitet, von dort in die St. Michaelskffche, wo er dern Gottesdienst beiwohnte. Als­dann fuhr der Kaiser zur Besichtigung der Werft von Blohn, u. Voß und von dort zur Bulkanwerst. Line größere Anzahl von Meistert, und Arbeitern, die sich durch ihre Pflicht, erfülluug in der .Kriegsarbeit besonders hervorgetan hcttten. wurde durch die Verleihung des Verdienstkreuzes fttt Kriegs­hilfe ausgezeichnet. Im Rathause hatte der Senat ein nn- faches Frühstück veranstaltet, wo außer den Mitgliedern des Senats der Reichskommissar für die Uebergangswirt- schaft Dr. Stahmer, die Präsideitten der Mffgerfchaft, der preußffche Gesa,ffte Gras Quadt, Generaloberst v. Heeringen, der stellverttetende kommandierende General v. Fallt sowie eine Reihe hervorragender Vertrete des Hamburger Han­dels und der Schiffahrt zi,gegen waren. Aufgestellt war in, Bürgerineistersaale effre Radierung des Bildes des Kaisers von Richard B. Adam, die der Kaffer heute dem Präsidenten des Senats zun, Geschenk machte.

, Bvm Rathause aus begab sich der Kaffer, der den Wunsch äußerte, eine der Kriegswohlfal)rckseffirichtnnge,, von Ham­burg in Mgenschein zu nehtnen, nach der Krieg skü che in der Blumenhalle. Nachdem der .Kaffer in der preußischen Gesandffchast den T^ee efftgeno-mnren hatte, ffat er um 5V2 Uhr die Rückt eise an. Der Kaiser, der allenthalben von der Bevölkerung lebhaft begrüßt worden war, ersuchte bei settur Verabschiedung den Bürgermeister Dr. Predvehs, der Bevölkerung .Hanrburgs feinen Gruß auszudrülken.

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B er tin, 21. Aug. Einer Nachrichtenstelle zufolge ent­spricht die von einem Berliner Blatt verbreitete Nachricht, daß 5serr v. Bethmann Hollweg nach München übersiedeln solle, nicht den Taffackien. Es ist natürlich mög­lich, daß er seine in München verheiratete Tochter besuchen Wird, doch ist eine dauernde Niederlassung dort nicht beab­sichtigt.

S a a r b r ü ck e n , 19. Aug. Die Vertraue nsmätnrer des nat,onalliberalen Wwhlvereins stellten heute nachmittag den Landtagsabgeordneten Ghmnasialproffssor Herwig zur Ersatzwahl für unseren durch den Tod Basser- manns verwaisten Reichstagswahllreis als Kmtdidaten auf. Seine Wahl ist gesichert, da das Zenttum keinen Kandidattn aufftellen wird.

Arir und Land.

Tieße n. 21. August 1S17.

Wirtschaftliche Bereinigung Kriegsbeschädigter Gießen.

An, Sonntag nachmittag 4 llhr fmrd eine öffentliche Versamm­lung der Krtegsbeschädigten statt. Der Vorsitzende Herr Eigert cr- öffnete die Versau,mlung uird begrüßt,' die erschienenen Kameraden jimne die Herren Reichstagsabg eord neten Dr. Warner, Kommer- zienrat Hcichelhein, und Medizirralrat Dr. Oßwald. Der Vorsitzende bedauerte, daß die (tzießener Kriegsbeschädigten eim große In- teresselvsigkett zutage legten. Pon auswärts waren die Teil­nehmer zahlreicher vertreten. Wie wichtig die Bersanrmlung mar, zeigte sich dar an daß die Mehrzahl der Anwesenden nicht wußte, daß laut emer Verfügung vom 16. Januar 191t! die Familien- llnteiftütznngm Mvnctte^imchi der Entladung wetterzuzahlen sind. Ferner war den, größten Teck der Amoesenden unbekannt, daß laut Verfügung lx>nt 17. Jul, 1917. Kriegsbeschädigte mit über 50