Ausgabe 
21.8.1917 Erstes Blatt
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RkMerMunsühigkett rpctftt mehr -ium Heeresdienst ein gezogen werden dürfen. In SVsstündiyem Vortrag fflhrte der Verbandsvorsitzende

Äans Adorf-Essen die Ziele unL Bestrebnngcu der Organisation aus. Dm Weg zur Bes Erring der Lage und der ivirtfchafttiche'l Zn^ Lrnft der Ktiegsbefchädi gleit kömie imr durch Zusammenschluß aller Kriegsbeschädigten in einer starken, festgest'ichen Organisation er reicht werden. Der Redner rührte ferner ans, daß die heute de i stehende Kriegsfürsorge rein amttich ist, trotzdem die an die Spitze gestellten Perionen ba* Allerbeste für die Krieg sbeschädigten rvollten und auch entsprechende Mnsrmgen ihren amtlichen Unterorganen; geben, scheiterte die Fürsorge bis heute vielfach an den ausübenden Organen. In richtiger Erkeimtnis dessen wollten die Kriegsbe­schädigten sich frei anesspreckwn, wo Ue Hel stände zn beseitigen iind bestehende Härten auszu merzen seien. Die KttegÄbeschäissgten wüß- ten in erster Linie, ivie eine wirksame Kriegsbefchädigten-F-ürsorge ansznbauen sei. weil sie selbst als Haupweteiligte in Frage kom­men. Darum wollten sie kurzerhand selbst Mitarbeiten und Helsen, die bestehende Fürsorge so z-n gestalten, daß sie in jeder Beziehung ersprießlich zu erbeiten vernröge. Die Kriegsbefchädigten-Fürsorge sei Geiueingut des deutschen Volkes geworden, und daher dürfe keine besondere Gruppe das Recht für sich in Anspruch nehmen, allein maßgelxnrd und hestinnnend zu sein. In sechs Punkten legte nun der Redner die Bestrebungen auseinander. Zuerst nahm er ätellnng zur Berufsberatung.

Die Mehrzahl der zivilämtlichen Beratungsaalsschüsse' kranken stack) Ansicht dev Redners cm der unsack^enräßen Besetzung. Es fehleu in den meisten Fällen die Prakttker der einzelnen ^rnfs^ arten. Um den Fürsorgrausfckssrfsen den streng amtlichen El^arakter zu nehnien und um das Vertrauen zu ihnen bei den .ürlegsbesctüb- d-iigterl wachzn rissen, müsie inan darauf driitgeit, daß neben der amt- lrcl>en Vcrtretnrng, dein Arzt uni> den beratenden Praktikern, auch bie. Bertr»ruie:l--! erj rtc ans den .Kriegsbeschädi gtenkrei sen Sitz imd Stimme in allen wlttttchen Fürsorge-Ausschüssen erlxrlten. Der SteUienrdachlocch sei Ins heute fftr viele äußerst schwierig. Viele ick-merzlickw und peinliche Wege nttcßten gemacht »oerden, ehe es ibu«l nach langem BenriLhen gelänge, irnterznkommLN. Deshalb müsse amtlicherseits unverzüglich in all«: Orten ein amtlicher StellÄmachsrieis für Kriegsbefchädrgte errichtet werden. Hierbei sei vor allem daraus m nehmen, 'daß ständig eine ausgedehnte

Liste freier Stellten für alle Berufe aüfliegt. Den Arbettgeberoer- bänden limch es zur mumehmstim Pflicht gemacht werden, hierin rn iweitgehendster Weife wohl) vollendes Entgegenkommen zu Leigen. Ebenso folben alle Berufsverbän.de entsprechenHeVorkehrnngen treffen.

Zu Punkt 2 sprach der Redner Wer Lohn- und GeHa'tsftagen amtliche B-estimuumg sage: ,,Twe Rente darf ntctft gnf das Entkomuren verre-lmet rver-dcn" Gerade tit bezug auf ihr Ern tcnrtmen hätten die Kriegsbeschädigten viel trübe Erfahrungen ge- Mlcvcht. Werl der K riegsbeschiSn-gte eben knegsbeschädigt sei, müßten die Arbeitgeber insgesamt dis grbßinuögttche Rücksichtttcchme üben innb zu Opfern bereit sein. Das gelte auch für die KomrnnnaL- und St-acrtsangestellttn Desgleichen iväre zu wünschen, daß das Ein­kommen der Kriegsbestk-ädigven. ivelches oft großen Schwankungen uMerroorfOi kej, ittdjt als Uutedxrge bei sHeuten.festfetzunqen benutzt imfce. Ganz beseitigt könnten diese .Härten nur dnrrl) gesetzliche StegdiMKr luecberi.

Nerven und ümerltcb Kranke zählten ohne Frage mit zu den Schwerstbeschädigteii N?«cm müsse frer mit aller Besttmnttbeit er­warten, daß auf sie die größte Rücksicht genommen. werde. 1. Seitens der antklicheu Svellegr bei der Festlegung der Rente imd.Gewährung vo« ErholLrirgslüren. 2. Seitens der gesamten Arbeitgeber bei der Lckkm- uud Gehattsrrage. 3. Seit ms der Arbeitskollegen. 4. Sei itens der Krankenkassen, welch' erioagen sollen, cch gerade fi'kr die erwälmt Beschädigten durch eine Neuregelung chr Satzungen, die drei Karren Zage nicht in Fortfall kommen können. Mit den Nerven kranken gleicßzustellen seien die schwer Herz-, Lungen- und Ittcren M$ro. KtomLai .

Tche Ueberwcrchung der lvittschaftüchen Lage der arbeitsunfähi­gen «ad büvÄeu Kamevapen werde der Vorstand mit aller Macht mr die Hand nehmen.

Was die linterstützungs- und Sterbevasse angehe, so stehe der Verband aus dem StandvluiMe, daß der Staat roohl sorgen müsse, aber allein den immer größer werdenden Anforderungen nicht ge­nügen könne. Ein Recht aas Unterstützung lsabe der Kriegsbeschä­digte, cvemr auch tatsächliches BÄuirsuis vorliege, bis heute nicht. '<§3 wäre zu wünschen, wenn die verantwortlichen amtlichen Stellen lMr eine Aenderwng zum Bessern herbei führten. Man müsse ver- bnrgeu, daß die Kriegsbeschädigten unter allen Umständen pi amMchen Bureaus mit der ihnen gebührenden Achtung behmwelt ^mirdeu, auch »vemc sie als Unterstützungsfrlchende kommen. Der Verband selbst wolle aber, so bald wie möglich, eine eigene mib dauernde Uuterstützuugs- mch Sterbekasse gründen mit seftgelegten Statuterc, auf Grund deren dem Kameraden für den gegebenen Fall die entspveckrmlde Unterstützung rechtlich zustehe.

Dann sprach der Redner über die (Vesundleitsvilege. Die Stra pazeu des Krieges, Bernmnidung und Lazarettzeit mir den mehr ober weniger schloeren Operationen haben den Körper und die Ge- . fmtdheit fast aller Kmneraden stark geschiwächr. Die Widerstands-' kraft ist Mehr oder weniger geschwunden, der Körper ist empffndlich geworben. Al'er, so sagte der Rednm, wir wollen inieder die alten stein, wir stehen noch alle im besten Mmuesalter, haben hoffentlich alle noch etn langes Lebetn vor uns, und das wollen wir freudig leben und nicht kränkelnd verbringen. Urrsere ganze Energie wollen wir anwendeu, um unscrn Körper dahiri ZU bringen, daß er gllen an «hn gestellter Anforderungen genügt. Dcyu gehört, daß wir jetzt Md immer unsere Gesundheit und unfern Körper pflegen. Wir falb das nicht nur uns selbst, sondern auch unserer Fcmnkie und der Mgemeinheit schuldig. Mit der Gesundtzeitspslege soll auch wieder die Leben snrude, die Freude an allem Schönen und Großen einkelren JU Kürze werde ein seit eirriger Zeit gefaßter Entschluß die Gesundbeitspflege obligatorisch für: das ganze Gleich emsÄhven. Uebevall, wo Kriegsbeschädigte binwvllten, werde ihnen hre Segnung der Gesundheitspslege kostenlos zugänglich gemocht und der Verband hoffe, daß Staat und Komcmnre im Interesse der KrisgsbeschäDigten und des BolkswoAs dies Bestreben.weitgehend isnterstützten. Die Einrichtung der GesundheitsMlege solle nach dem Kriege auch allen aus dem' Felde zurückvelirrenden Kameradeic znr Dermguug gesteM werden. Ferner soll eine dlrbütsgenmssenschaft gebildet lynchen zur Beschaffung von Rohmaterialien imd 9luf- tragen für solche KaUteraden, die nur noch Heimarbeit oernchten können. ).

Als letzten Punkt berührte der Redner das dNamischastsversor- gungsgesetz. Wre er ausführte, sind die ällgenreinen Kriegsbeschä- digteu-Fürsorgagesetze im Frieden entstanden. Als Unterlagen dien­ten die in ideu vergangenen Kriegen geUrachtecr Erfahrungmi. Da der Weltkrieg aber alle Vorl^erechnnugen und 4iormdn zu schänden ge^

^ Marlst hat, konnte es auch nicht ausblerben, daß diese (Z^esetze in " vielem utnzüLäicglich sind, namentlich in der Festsetzung der Hohe der Renten stnd der VerstümmebrngsÄulagmr. tz^anz besonders aber ist zu erwähnen, daß -der Unterschied zwischen Munnschastsversor-

VrngS- und O ffizrersversorgungsgefetz unberechtigt gwß ist. Die ^chimr, Lungen-, Herz- imd Nerven- ufw. Krmiken kommen bei der Rente am schlechtesten weg und dock) sind sie ganz entscksteden mit den Sckpuerverstüinui-elten gleichzustellen. Nach den heutigen Ge- ,etzen jtelst ihnen nur eine überraschend kleine Rente zu. Ein neues N^nil.,ck)aftsversorgu 2 lgsgesetz ll>mme, und warmherzige und groß deirkmrde Mariner seien >an der Ausarbeitung tätig. 'Slber, weil sie bei der Fülle der an sie gestellten Llüsorderungen iiich>t lvissen körrnMn, )uo tatsächliche Härten in der (Rsetzgelmug bestehen, wolle der Verband mit bezüglichen Eingaben an die maßgebenden Stellen hermrtveterr uead uni Mhi lfc bitten.

Ter Redner erntete reichen Beifall für seine Ausführungen. Hieraus mgriff Reichstagsabgeordneter Dr. Werner das Wort. Er stimmte den ?lusführungeu des Redners zu imi> erklärte, daß nur eiue jtarke gesckstossene Organisatwu zürn Ziele gelangeii könne Er versprach weiter, alles, was m seinen Kräften steht, zu tun um das Los^ der Kriegsbeschädigten zil erleichtern und die Verbands rnteresien zu fördern. Um 7 Uhr )u<tr die Versammlung zu Ende Danach meldeten sich eine Anzahl Känreraden dem Verbände an Pakete an Kriegsgefangene in Frankreich.

Berl iii, Ist. Aug. (WTB.) Wie bereits amllick mitgeteilt wurde, ist das in den französischen Lagern erlassene V e r b o der Auslieferung von Lebensmitteln, Tabak und dNedikamenten an unsere Kriegsgefangeneir aufgehob en worden. Die Lhrgehörige können daher Pakete mit den genannten Gegenständen deir Ge fangcnen wieder wie früher zugehen lassen.

Bei dieser Gelegenheit wird erneut empfohlen, bei Versorgung der Gefangenen mit Lebensmittelfendungen usw. die Vermittlung der mtter der Riitwirküng der dentsckMr Rote-Kreuz-Vereine iit Bern geschaffenen Einrichtung weitgehend in Anspruch zu nehmen. Sie bietet die Möglickjkett der Versendung von Paketen aus der Sch^veiz an Gefangene.

Tie Pakete sind außenorderttlich zweckmäßig zusammengestellt euthatten Waren von bester Beschaffenhett und sind verhältnis­mäßig wohlfeil. Tie Benutzung der genamtten Einrichtung ge­nährt vor aallem auch den. Vorteil, daß die Pakete viel schneller Uud sicherer in den Wfftz/ d«M Gchangenenjg-elauM, als dies beim. Versand aus Deutschland möglich ist.

Mt der ^Berner .Stelle und den Rote-Kreuz-Vereinen ist zur Vereinfachung des Verkehrs vereinbart worden, daß die Berner Stelle unmittelbare Bestellungen von Angehörigen nicht entgegen- rcimint, vielrnehr müssen Folche ausschließlich durch die zu­ständige Rote^Kreuz-Stelle oder durch dieHilfe für kriegsgesangene Deutschs aufgegeben werden, die in «allen Bezirken Deutschlands vertreten sind. Die unmittelbare Be- stelllmg durch Angehörige in Bern ist daher zwecklos da die Briefe von dort .zunächst wieder bat. Zuständigen Vereinen zugelckitet werden, und dadurch nur eine Verzögerirng entsteht. Es ist zn. hoffen, daß die Angehörigen die hier geboterve Gelegenhett einer schnellen und zweibmästigen Bersiorgung der (^fefangenen in möglichst weitenr Umfang benutzen werderr.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß­herzog >hat am 1 18. August beit Schreibgehilfen bei der .Zentral stells für die Landesstatt stik Balth. Lauten sch tag er zu Darni- ftadt zum Bureaubeaniten bei dieser Behörde ernannt.

** uszeichn u n g. Der Musketier Max Lorenz A.me n t Sohn des Hitttnacheizs Lorenz Ament, erhiett bei den Kämpfen in Flandern das Eiserne Kreuz.

** Schoko lade-Berteillun g. Von Mittwoch, den 22. d. Mts. ab, gelangt die auf den Bezugsabsckmttt 13' der Nährmittel­karte 8 * rote Karte tmtfaUenbe Schokolade zur Ausgabe. Auf jeden Abschnitt wird ein Viertelpsund zunt Preise von l,40 Mk. verttill.

** Eine T r a n s p'v r t a u s g l e i ch ste l l e ist auch hier in Gießen auf Anordnung des stellvertretenden Gene- ralkmunrcmdos itnter dem Vorsitz von Stadlbaumeister Brau­bach errichtet worden. Die Stelle ist dem Bureau des Stadt bauamtes angegliedert. Aufgabe der neuerrichteten Stelle ist, wie schon ihr Name besagt, bei der Knappheit der Trans­portmittel einen Ausgleich zwischen Angebot urtd Nachfrage zu schaffen. Vor allem sollen Fuhrwerke, die bisher nur ftnn )en- oder halbtageweise benutzt wurden, voll ausgenützt und verhindert werden, daß etwa ein Fnhnverk beladen zur Bahn und ler zurück fährt. Um dies zu verhindern, wurde in einer für gestern nachmittag 4 Uhr im Stadtverordneten-Sitznngs- 'aale anberaumten Sitzung beschlossen, daß jeder Fuhrunter nehmer zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags der Transport- ausgleichstelle mitzuleilen hat, zu welchen Stunden am näch- 'ten Tage sein Fuhrwerk nicht beschäftigt ist. In der gleichen Zeit kann sich jeder, der Bedarf an einem Fuhrwerk hat, an die Transportausgleichstelle wenden. Diese verschafft sich so eme Uebersicht, auf Grund deren sie den Fuhrwerksbesitzern bis 7 Uhr nächsten Morgen mitteilen kann, welche Fahr­ten sie auszuführen haben. Die Bezahlung der Fuhren soll durch die Transportausgleichstelle geschehen und zwar lxat der Besteller den Tarifpreis für die Fahrt zu hinterlegen. Die Abrechnung mit den Fuhrwerksbesitzern erfolgt wöchenl- ! ich. Der Preistarif soll von einer Kommission von Ver- trauensntännern festgesetzt werden, die auch bei Streitigkeiten ausgleichend einzugreifen haben. In diese .Kommission wur­den durch Vorschlag und Zuruf aus der Versammlung heraus gewählt die Herren: Abermann, Bender, Löber jun., Lyn- ker imd Schwan.

** Regelung der Kohlen abgabe. Gentäß der Ver­ordnung über die Regelung ber Kvhlcmabgabe vom 5. Päri 1917 sind alle Kohlenhändler, Gewerbetreibende und Geschiftsi-uhnber, oivie andere Personen und Anstalten, die Brenn- und Heizstoffe ür den eigenen Bedarf >oder zur entgelllichen oder unentgelllichest Abgabe an andere Verbraucher von auswärts beziehen, oerpfttckrtet, die KMenmeugen bei der Ortskohlenstelle ,'Gartenstraße 3', an­zumelden. Die Frachtbriefe sind von Heute ab bei der Annreldung vorznlegen. Wer die Anmeldungen nicht fristzeitt-g wririmntt, macht sich strafbar. Ferner sind alle Häniü-er, die Brenn- und Heizstoffe in die Stadt Gießen eiiMhven, vecpflühtrl. ein Drittel der bei ihnen lagernden und eingehenden Brennstoff zur Verfügung der Ortskohlenstelle dar Stadt Gießen M halten und den von dieser bezeichneteir Personen zu überlassen sowie d« Mir Uebergabe erforderlichen Handlungen vorzunehmeu. tiüheves ist aus den Bellrnnttnachuugen im ^lnzeigenteil ^u ersehen.

** Hiolzv ersteigerung der Stadt Gießen. Mon­tag, den 27. August, vormittags 9 Uhr. -verdcn in den Waldrrn- cii der Stadt Gießen, im Betzirk des Forstwarts Arft, 4730 en Fichtenreisig versteigert, l'täheres siehe BeSauntturchung. ** Das Kreisblatt M. 144 enthält BekanntmackMngai

über: Sicherstellung des BetrftSs der Gasanitatveri. Iagdsttas- gesetz. Verkehr mit Obst. Petroleum, dlusdrusch von ^Ktteidc Höchitvreiie für Bier. Warirung. Wolle. Veranstaltung von Licht- 1 prelen. Gefechtsschießen. .Hilselefftjung in der Landwirttchaft. Ein- brrngung der Ernte. Feldbereinigimq Londo-rf. Bie^vage zu Anne­rod. Gefunden: Verloren.

Landkreis Gießen.

** Bellersheim, 21. Auy. Adolf Adathes, Inhaber des Etstrnen .Kreirzes 2. und 1. .Kl., der Hessischen Dtpferkettsmedaille und etnes österrcickstschen Ordens, wurde in Runtäuien schwer verwundet und hat am 9. d. ^7fts. in einein dvrttgen Feldlazarett den Tod mrs Vaterland gesunden. Ueber drei Jahre liat er die lck'werften Kämpfe im Osten und Westen mttgemacht.

> ^ Kreis Friedderg.

. Pohl-GöNs, 20. Aug._ Eine Mittftiöderverfmnmlung

ber,hrejigert c^par- und Darlehnskafse beschloß die Umwairdlung der Kasse mit unbejchränkter Haftung in eine solche mit beschränkter Hatttrng.

Hessen-Nassau.

Fuldaer Bifch^fskonferenz.

. ^ Fulda, 20. Aug. Mit Ausuahnie der baperisck>eu Biickwse Aal^n 'heute sämtltche deittschen Bischöfe - 18 au der Zahl zur Teilnahme an der diesjährigen BischoMoustrenz hier ein. Die Kon streng beginnt Dienst,ag früh in frer Bou ifcrttusgruft mit einer von, or a v Ed Erzbischof von H ar tm an n - Köln abgetalteneu Aitt^Ht An diese schließeit sich in der Aula des Priestm'eminars dre Berl^andlungen, bereu Vorsitz Kardinal yvu Hartmaun führt ^,-^auer^ der Konferenz ist noch unbestimmt. Die Thrifoier vsskvnferenzlkm blicken jetzt gerade aus ein ballihllNlderttähriges Vef tehen zurück imd wurden aus Veranlassung des damali^wn Vrschoss Don Mainz, Frei Herrn von Ketteler, eingenihrt.

*

^ Ft- Frankfurt a. M., 20. Aug. Die Marmelade- und L>chot0ladenlabrik Spieß L Go. in Bad-.Hombnrg v. d. H hatte vor einigen Monaten eine Marntelade unter dm- Bezeichnung Aprifofcnmarmelcbe" hergestellt und hier durch ihren Gelchaftsn'ihrer Iungblut vertreiben fassen, der 19 720 Pfund davon absetzte, die höchstens 15 .Prozent ^Lprikosen enthielten. Tte Firma Spieß ließ sich pro Zentner 82 Mark für diese Marme- lade zahlen, während der Höchstpreis für derlei Marmelade mir ^ -Nt.^ beträgt. Das SckOffengerichl verurteilte den Geschäfts- ftrhrer >mngblut rvegen Vergehens gegen das ^ alrrungsmittel - Höchstpreisüberschreitung Au einer (Geldstrafe von 10300 Mark. Das Gericht nahm hinsichtlich der .Höchstpretsiiberschreitung mildernde llmstänbc an,, sonst Hätte auf mindestens das Dovvelre errannt NTerdeu müssen.

^ ^_assei, 21. Aug Der Oberpräsident der Provinz .Hessen^ loassau, Exzellenz H e n g ft e u b e r g , hat sein Abschiedsgesuch ein- gereicht, dln s-eine Stelle tritt der bisherige Kuttusminifter v v n ^.rolt zu Solz. Herr von Trott zu Solz ist ein Sohn unserer Provmz Er begann seine Verwalttmgslausbahn 1886 als erster Landrat des Kreises .Höchst a. M., dann war er Landrat in Merburg. von 18991905 Regiernngspräsident in Kassel.

^- .L imb ur g, 20. Aug, Das Verdienstkreuz für vaterlaudi- vbe Krtegshilse wurde verliehen dein stellverttetenpm Landrat dc^s Kreffes Limburg v. Borcke und denr Krersiparfassenrendanten Grammel dahier.

Vevrnischte-.

Explofionelt in Quedec.

.. M o n t r ea l, 20. Aug. iReuter. Die zur .Herstellung von Explosivstoffen dienenden W^rke in Mgaud (Quebec sind in dre Luft geflogen. Rach den ersten Berichten werden dreihundett Per sonen vermißt. IM benachbarten Dorfe (^vagon wurden durch die gemÄdete Explosion vierzig Häuser zerstört. Die ganze Stadt ist von dichtem Rauch erfüllt. Ein Sanderz-ug mit Aerz'ten imd Pflege- rinnen ist von Montteal nach der Unfchlstelle almeiahren

Letzte Nachrichten.

WUson.

Genf, 21. LLuH. (L. A.) Aus WaPHirtflpon wrrd berichtet, daß Wilson sich auf Anraten der Aerzte an Bord der Jagd K^ayflvwer begeben habe, um die Antwort auf die päpstliche Note in der nervenstärkenden Seeluft a.nsznarbeiten.

Die Lage in FimUmrd.

Berlin, 21. Äug. Me der L. A ans dem .Haag be- ricfiitet, sei der Zustand irr Finriland so ernstz, daß ein schwerer Kampf mit der Regierung in Petersburg zu befürchten sei. falls diese nicht ttn letzten Angen blick iiachgebe, so »oie sie auch in der Bewegnrtg der Ukraine eingelerrrtt hat

.Kümpfe in Mawtto.

Bern, 20. Aug.Temps" nveldet aus Tanger: An- gesichts der zunehmenden Gährung bei den unter dem Ein- flitß dlbdel Maleks stehender! Stämmen marschierte an 4. Angnst die mobile Trnppe von Taza gegen die Aufstandi -chen, die über ungefähr 300 (^elvehre verfügten. Nackt zwei^ stt'lndigem Kampfe ivrcrden die Marokka'ner bei Belkacen- zurückgeworfen. Die Franzosen hatten 7 Tote, 23 Verwun dete, die Marokkaner 34 Tote und eine große Lknzahl Ver wundete. Am tt.^iirtd 9. August griffen die Marokkaner aber­mals an. Die Franzosen sollen ihre Stellungen belwuvter mrd den Marokkanern starke Verluste zugefügt haben.

Aus Spanien.

Bern, 20. ?lug. ,WTB. Mchtmnttich.Pettl Pariften" na>tet aus Barcelona: Sett gestern berrsckn hier stiuhe. Die (Ye chchtt srnd tweder geöffnet. Der Straßenbahn verkehr ist wiÄwr anfgenvnrmen worden.

,Kcho de Paris" meldet aus San Sebasttan: Man kann nun- st'^,rfagen. dap die Regierung die Lage beherrscht. Ihr größter E^olg ist qeiveiew den Eisenbahnverkehr beinah vollständig aur- recht. echallen zu können. Eine Erllärung über den Umiang der revMutwncrren Bewegung läßt sich Mr Ltunde nocki nicht abgebe,, Datfache Ot.chatz die Bewegmrg zahlreiche Industrien lahnrlegt wa^ den Jntereiien der Alliierten keineswegs eittspricht

NouveUiste de.Lyon" zilfolge l>at die ^lkegierungwvrläuftg die verboten. Man hofft, die Agitatoren fassen zn

Ausnmnderimg können.

.MTB MchtauitliwTemps" meldet am> Der König ist an emein Gelcnllvafserergnß im Knie er- krautc. Dre Erkrankimg ist imgefährlich.

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