Ausgabe 
20.8.1917 Erstes Blatt
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Unsere Bombengeschwader.

Berlin, 19. Aug. (WTB.) Unsere Bombenge­schwader benutzten gestern das bessere Weiter zu kräftigen Angriffen gegen feindliche Anlagen hinter der flandrischen Schlachtfront. In zahlreichen Flügen warfen sie bei Nacht und bei Tage insgesamt 15 000 Kilogramm Sprengstoff aw Flughäfen, Lager und Batterienester. An der ganzen Front maßen sich die Luftstreitkräfte in zahlreichen Kämpfen. Un sere Flieger schossen zwanzig Flugzeuge und vier Fessel- balloue ab. Sechs Flugzeuge fielen unseren Abwehrgeschützen zum Opfer. Oberleutnant Dostler besiegte seinen 26., Offi- zierstellvertreter Müller seinen 22., und Oberleutnant Bethge seinen 12. und 13. Gegner. Leutnant Gvntermann schoß den 13. und 14. Fesselballon ab und erhöhte damit die Zahl seiner Siege auf 30.

Luftangriff auf Freiburg i. Br.

Berlin, 18. Aug. (WDB. Amtlich.) Ein feind l ich es Geschwader von sieben Flugzeugen, darunter zwei als Bedeckung dienende Kampseinsitzer, erschien gestern zwischen 12 und 1 Uhr mittags über Frei bürg i. SEk. Und warf aus großer Höhe auf die offene Stadt mehrere Bom­ben. Vier Personen wurden durch Glassplitter zersprun­gener Fenster leicht verletzt, drei Gebäude beschädigt. Mili­tärischer Sachschaden wurde nicht verursacht. Unsere zur Verfolgung auf gestiegenen Kampfflieger schossen eins der feindlichen Flugzeuge Ms dem Geschwader heraus. Das feindliche Flugzeug zertrümmerte am Boden.

Der Zriedensbrief des Papstes.

Der Reichskanzler und die Kundgebung des Papstes.

Berlin, 18. Aug. (WM.) DieNordd. Allgem. Ztg. schreibt: In der für nächsten Dienstag anberaumten Sitzung des HauptarrZschusses des Reichstags wird der Reichskanzler das Wort nehmen und sich auch, wie wir HSren, zu der Kundgebung des Papstes äußern.

Werter meldet das Blatt: Der Staatssekretär v. Kühl- m ann hat seine für nächste Woche geplante Reffe nach München verschoben

«errkerungen der Wiener Presse.

Wien, 19. Aug. (Pffv.-Tel.)Reicksplost" erblickt in dem Lchrrtt des Pappes eine moralische Stärkung der Stellung der Mrttelmckhte, da der allgenreine Nahmen des Papstschreibens derielbe ist, den die veramrtwvrtlichen Leiber der Politik Oester- rerch-Urrgrrrns und Teuffchlands, vor allem aber auch die Heiden .Kager der Mittelmächte zu wiederholten Malerl bezeichnet haben, lieber die «allgemeinen Grundsätze, die der Papst für die Er- stredung des Weltfriedens vorgezeichnet habe, könne es keine Memiungsverschiedenheil geben. Aber auch in den konkreten Vor­lagen des Papstes glaubt das Blatt, ohne der Auffassung des Bundesgenossen vorzugreifen, dessen Sache es sei, seine besonderen ^mereßen ms Auge zu fasse»», üom österreichischne Standpunkt ^raut hmweisen zu können, daß sich hie Mittelmächte über Ersatzansprüche überhaupt nicht geäußert hätten, daß sich also der darauf bezügliche Vorschlag des Kapstes.gegen eine These rrchtee, me vorr den Gegnern ausgestellt und als Frideensbedingung errtart werde. Daß es auch gerechte Ersatzansprüche geben kan»», ore vor allem dann vorhanden sind, tvenn ein Staat dem andreen ohne icke ochektrve oder subjektive Nötigung mit Verletzung be- NelMcher feierlicher Bündnisverträge überfalle, diese Möglichkeit laße dre ^Papjtnote offen, indem sie ausdrücklich davon spreche,

^ Fällen, wo besondere Gründe und Grundsätze dem Verricht ans Rriegsentschadrgung entgegenstehen mögen, diese Gründe gleich- maspg und gerecht chMSvägen seien. Hinsichtlich^, territoriales prägen nenne der Papst, ohne überhaupt in der Aufzählung er-

^ Äffchen Italien und ^ der Ausdruck Aspirationen nicht dre Raubgleuste Italiens meinen kann, gegen solche Miß- Sen der päpstliche Stuhl gefeit, der im 'Jlamh Mefei: Mpiratronen selbst des Patrimoniums Petri beraubt wurde ckalrcmschen Aspirationen könne sich in Dalmatien u?b rm OüstMland, m> die große Mehrheit der Bevölkerung rL ^bNisch sei. Nicht gesprochen Werden, Und falls irgend­welche ftagftchcn Aütonvmürechte miter Aspirationen verstanden wurdm, w habe dre oskwveichische Regierung siebst schon die Ant- gegeben, indem fte nationale Autonomie im Rahmen

Irisch gewordenen Gebilde Oesterreichs in Aussicht nehme Könne also dieser.^rsms im Papstbrief der Mvnarchienicht zn- muten, Raubermstmkte mck Geschenken zu honorieren, so idente

österreichischen Standpunkt aus Äs -NEervorschlag des PaHes abgelehnt werden könne. Das M^Mbt sachlich der M sicht Ausdruck, daß die Mittelmächte alles mtternehmen werden, die Friedensbemühungen des Papstes entggeerckommend ziu urrttrstützen ^

ii®* erführt bfe S^Mbemokratrn

konnten dm Bvffchrag twllercht mrt der Aufrichtigsten Stimmung bsgrm-en, denn N-as er als notwendige Grundlagen eines gerechten und dauerhatterr Friedens verkünde, sei zuerst von ihnen ansgr- Ivrochen worden. -

.8eit"_pebt hervor, daß bet väpUiche Vorschlag mit ben Vpnma vbevmtftwme, btie Gras Czrrirm kürzlich als n^entlick- eGrundlagm -des zu erstrebenden Verständignngssrickens Blatt zweifelt nicht, daß die schönen Worte ver päpstlichen Kundgebung ihren Eindruck rncht verfehlen werden Und.wam auch, der unmittelbare Erfolg ausbleiben sollte, so sei dEl doch erne neue mächtige Welle ßu der großen geistigen Zertlttomimg gefo-inaner», die zum Friedere kommt. u w tt" schreibt, daß die Mittelmächte trotz

aller Vorbehalt gegen einzelne Punkte des Päpstlichen Vorschlages gmergt lern dürften, sich dem Schritt des Vatikans anzuschließen, um damit neuerlich, ihre Bereitwilligkeit zu einer ehrenvollen Beeidigung des furchtbaren Krieges zu bekunden.

«n-E^^Eitrr n-gt^ sagt, die Entente, welche bereits beginne, on den Worten und Handlungen des Papstes zu deuteln und zu wwdochttgeu, »verde niemals Sinn und Ziel der edel gedacksten Papstirote weder durch Kunstgriffe n-ock) durch hochmütige Ablehnung verschieben können.

"D eu t sches V o l ks b la t t" verkennt nicht die Bedeutung bei dem es sich wesentlich auch wohl darum handeln durfte Gelegenheit Mm Meinungsaustauschi zu schaffen, verhält Nch ledoch zu den Einzelheiten ablehnend.

Die französische Presse.

Bern,19. Aug. WTB. Nichtamtlichst Die französische gfttttl wwvxfopx j&Bum up #pi]pishgmu a l j i a d fh j 11a g." Greste setzt ihre Kritik zur Herabsetzung der Papsstnote fort römischen Korrespondenten, wonach die ^toote, den Einflüsterungen deutscher und österreichischer Prälaten und Kardinale gemäß muh einem eingehenden Schriftivechsel mit den den deittschen und öster­reichischen Diplomaten abgefaßt worden sein soll. Die vatikanischen Kreise seren Wer die ablehnende .Haltung der Entente überrascht. xxt österreichischen und \>eut)tiyn<z Jnformatorm hätten dem Papste dre Laoge wvhl unter einem schiefen Lichte dargestellt, nämlich, VW ber der Entente durchaus keine Einigkeit herrsche. Die Ein^ st^n Migrett der Ablehnung .best der Entente habe nunmehr alle ftiedensfreundluhen Pläne .des Vatikans über den Haufen ge­worfen. Der Papst habe ferner bei den Neutralen Schritte unter­nommen, sie rnochten sich seinem Vorschläge anschließen, habe aber bisher feine Antwort erhalten.

^b^er veröffmtlicht die ftanzösische Presse ein Telegrainm, das aus Blättersttmmen desBerl Lok.-Anz.", derMünch ^^achr-" 'Berl Dghl ", den Nachweis zu erbrüigen

versucht, daß Deutschl-Mid schon früher voii der Note Kenntnis hatte Diese m ihrer Tendenz durchsichtigen Meldungeir geben den Grundton für bxc Pressebesprechungen, die in der gestern ge- m:retten Ablehnung beharrar und nur noch in emzetnen Punkten genaue Angaben inachen. .TerTemps" schreibt, es sei

unnötig, mit dem Papste zu diskutieren. Lloyd George habe in seiner vorgestrigen Rede bewiesen, daß England nicht ausgehungert wecken und Deutschland nicht mehr siegen könne. Warum da noch über ein angebliches Friedensprogramm reden, das Deuffchland alle Botteile ließe, hie Mittel, sich ^u.bereichern, sund seine! Kolonien, und uns während Generationen die Last unserer Ruinen zu tragen und uns zum Äkußreben unserer heiligen 'Rechte verur­teilen würde? TerTemps" nimmt heftig Stellung gegen die von der^Action Francaise^, derLibre Parole" und demEcho £§., Ams" gecurßerte Bedauern, daß Frankreich beim Zeitigen Ltuhl keine biplomallsche IFettretung 'yabe, und erllart, mgn 'lcknne den^Papst doch fiflSjft 'überzeugen, daß die Entente einen Kieuzzng führe, dann muFie sich'der Papst gegen 5en Kaiser Oesterreich, den König von Bayern uno selbst gegen 'Kaiser Wilhelm wenden. Die Esttente ^dürse 'keinen einzigen Friedens- Vorschlag ins Auge fassen, der nicht authentisch aus Teutschlaud stamme und Deutschland amtlich verpflichte. Frankreich könne die Erörterung nicht annehmen ohne die Zusicherung der Herausgab« Elsaß-Lothringens und von Wiedergutmachungen. Kein Alliier­ter werde jemals zu Grrnstmr des anderen Frieden schließen, selbst wenn de rändere geschwächt oder von der Kriegsliste ausgelöscht sei.

Bern, 19. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) ,FZournal des Debats^' erllätt kategorisch, das Programm des Papstes könne knner Friedensbesprechung zur Mundlage dienen Ter Papst kömie nur dann dem Frieden einen Dienst erweisen, wenn er ge­naue annehnibare Friedensvorschläge zu übermitteln habe. Tie ubttge Presse ergeht sich in den üblichen Floskeln und Phrasen und m scharfen Ausfällen gegen den Papst, allen voran H,erv<6 in derVrctoire" und dieBataille sy ndi c a l i ft e". Tie ^Humanite" betont die grundsätzliche Uebereinstimmung des Papstes mit den Sozialisten b^üglich der Gesellschaft der Nationen und einiger anderer Punkte und hebt als Schwäche des Dokuments das vollkommene Uebergehen der Verantwottlichkeit für den Ktieg hervor. Tic katholische Presse versucht sich mit der Erklärung mis der schwierigen Lage zu neben, der Papst habe die Friedensziele, der Entente gutgeheißen uird gegen diejenigen der Mittelmächte Stellung genommen.La Croix" schreM, die Anllvvrt auf die Note des Papstes werde zwar eine Weigerung sein, der Papst aber wolle, daß man von Frieden spreche. So wecke das Ziel des Papstes wenigstens teilweise emeicht.Libre Parole" erllätt. der Appel des Papstes, der mit den Friedenszielen der Entente über- einstimme,^ werde von den Mittelmächten noch nicht aehött wecken. Man müsse sie mit Waffen zwingen, di ebesetzten Gebiete zu räumen und das Völkerrecht anzuerkennen Der Papst habe vor den Augen aller llargestellt, daß Deutschland für die Fortsetzung der Feind­seligkeiten verantwortlich sei. Seine Hoffnung, seine Wünsche we­nigstens teilweise durchzusetzen, sei heu^t /edas ^einzige Hindernis für den Friedensschluß.Gaulois" führt aus, der Papst habe gewisse Puntte nicht berühren können, da er eine vefföhnliche Rolle spielen wolle.Echo de Paris" bedauett, daß Frankreich am Heiligen Stuhl nicht diplomatisch vettreten sei, glaickt jedoch, daß die Katholiken der Entente gegen die Note des Papstes Stellung nehmen müßten.

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Bern, 19 .Aug. (WTB. Nichtamtlich.)Osservatore Romano" stellt das Gerücht, daß die Papstnote von den Mittelmächten inspiriert sei, aufs en tschiedendste in Abrede.

Wilso«.

Bern, 18. Aug. iW,TB.) DerMatin" meldet aus New Dvrk, Wilson beobachte zur Papstnote durchaus Zurückhal- ttnrg. Wilsons Umgebung glaube, daß seine Gesichtspunkte unver­ändert seien, nämlich, daß die Entertte ihre Kriegsziele wiederholt biekanrttgegeb-en habe, und es nunmehr an Deuffchland sei, die seini- gen näher M bezeichnen. Wchson sei jedoch der Ansicht, daß der Appel be# Papstes von den Alliierten. nacÄ>em sie sich verständigt hätten, beantwortet wecken müsse. Wilson werde auf jeden Fall im Namen der Vereinigten Staaten antworten und erneut die Kriegs- ziele Amerikas auseinandersetzen.

Lanfing hatte mit den diplomatischen Vertretern Englands, Italiens, Frankreichs, Belgiens und Brasiliens eine Besprechung Über die Papstnote und crllärte, er glaube nicht, daß die Ver­einigten Staaten die in dem Schriftstück vorgeschlagenen Grund^- lagen annehmen könnem Der italienische Boffchafter crllärte. nicht im Namen der italienischen Regierung zu sprechen, und bezeichnete den status guo ante als unannehmbar. Brasiliens Boffchafter hob hervor, die Alliierten hätten schon solche Opfer gebracht, daß die Oeffentlichkeit der Ententestcvaten den Status guo ante nicht an­nehmen würde, ohne daß Deuffchland sein Verbrechen sühnte.

Balfour über die PoMik im Osten.

London, 17. AM. (WTB.) NöeLdung des Reuteffchen Bu­reaus. Zm Unterhaus lenkte ein Abgeordneter die Aufmerksamkeit auf die kürzliche Konferenz der Miierten und fragte, :oelcher Fottschtttt infolge dieser Konferenz erzielt wocken fei. Er be- chäfffgte sich dann im allgemein-eir mit der .Kriegslage und ver­langte, daß, >dem Balkmr mehr AufmerffaTnkeit gttvidmet toecke. In der Erwiderung zollte Minister Balfour den Truppen an der Saloni'kfront hohes Lob. Er Wies darauf hin, daß die Operationen, unter der ^Aufsicht eines französischen Generals länden. Balfour stimmte zu, daß es von großer Wichtigkeit sei, die deuffcherr Pllm-e, sich auf den: Wege über Oesterreich auf dem Balkan und Kl-einasi-en bis zum Persischen Golf und darüber hinaus auszudehnen, zu vereiteln. Er hege das volle Vertrauen, daß der Ausgang des Krieges diesen ehrgeizigen Plänen einen Miß!erftüg bereiten wecke. ^Er könne hierüber keine Mitteilungen machen^ weil er in der gegenwättigen Zeit des Krieges nicht von dem Er- ölg diplomatische iVerhandlung-en., sondern von den Erfolgei») abhänge, die den veffchiedenen Kriegführ eichen zuteil würden, die unter anderen großen, weltpolitffchen Plänerr hierfür kämpfen. Hinsichttich Serbiens hätten die Rede»» Lloyd Georges und Lord Robert Cecils auf den» kürzlichen Frühstück yw Ehren der Serbe»» die Ansichten der Regierung wickergegebeir. Die englische Re­gierung stshe niemandem u-ach in der Bewunderung des Mutes und der ausg^eichneten und unvergleichliche Tapferkeit, mit der die Serben inmitten des großen Unglücks Und der fast »iber- wälffgenden Prüfungen den Ruf ihrer Rasse aufrechterlMten hätten. Er blicke in die Z»ck»mft mit der Hoffnung und den» Vertrauert auf die Wiederherstellung des serbischer» Königreiches unter Be­dingungen, die seine Zukurrft ctsolgreicher, rühnrreicher und ver­heißungsvoller machen »oürden. als es in den Jjahren vor diesem großen Unglück der Fall gewesen s-ei. Mehr könne er nicht sag er», aber die Regierung teile diese Hoffnungen und verttaue auch darauf, daß sie schließlich eine gebührende Erfüllung ftnden würden^ Aus den Vorwurf, daß dem Balkarrkriegsschauplatz nach dem Maß- 'taüe des westlichen ringenügcrche Aufmerffamkeit gewidmet werde, erklärte Balfour: Achl würde es für eine Anmaßmig halten, über eine rnilitärische Frage eine Ansicht auszusprechen, aber die Schwierigkeiten des Charakters des Oarrdes zeigen jederrfalls beim ersten Blick klar, daß dies nich,1 eine Front sei, an der ein Haupt­angriff mit der besten Hoffnung aus eine»» schsießlichen Erfolg in» Maßstabe des Westens ausgeführt werden könnte. Er hege das Ver­trauen, daß; »nan an dieser Front erfolgreiche Unter»»ehlnu 7 »gen ehe»» werde, aber die Schwierigkeiten seien sehr grvßi. Die Urrter- nchrnungen hingen von den vielen großen physischen, moralischen, interationalen und materiellen Umständen ab. Er halte es für sehr unwcchrscheinlich, daß man in nächster Zukunft irgendwelche Operationen an dieser Front erwarten jkönne in den» Umfange^ wie ihn Davies m wünschen cheine, und der mit große»» Operationien zu vergleiche»» wäre, wie sie jetzt in Frankreich und »nöglicherweise anderswo im Gange eie»». Balfour schloß.: Davies ersucht mich, dem Ha»»se! M versichern daß dies «eine,Seite der Angelegenheit' ist, die der Msinerffamklüt der verbüirdete»» Regierungen nicht entgangen fft. Balfour beschäftigte ich darauf ausführlich nnt der Kritik, die an de»» diplomatischen Methoden Englands geübt wurden, und mit der Anregung, daß nach dem Muster ähnlicher AussckMe in den auswärtige»» Parlamenten ein Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten gewählt werden solle Er verteidigte die Leistungen des bestehendeir Systerns und betontes daß es zur Ausvechterhaltuug guter internatiorraler Beziehungen mit dm Freunden .EngLands und den NeuLvahsr Wirte. W habe

niornals eine Zeit gegeben, wo die Unrstände nr&l Äie Bezrehungay'

mit den Neutralen es so »richtig machten unü so »vünsch-ensiverL erscheinen ließen, sw freundlich und angenckn» zu geslalcen imd zu erhalten, wül der Weg der Neuttaten nicht viel »oeniger schwierig und dornenreich sei, als der Weg der Kriegführenden.

Neue Minister in England.

London, 17. Ang. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Folgende Ernennungen von Ministern »verden ver­öffentlicht: John Hodge Penswnsminister. George Roberts Arbeitsrninister, A. C. Geddes Atinister für de»» nationalen Dienst, George Wardle Parlamentssekretär im .Hanoelsaint.

Der ehemalige Zar und seine Familie.

Petersburg, 19. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach eiuer Mitteilung der einstweilige»» Regierung sind der ehe- malige Zar und die Zarin in Erwäguirg der StaLtsnot- tverckigkeit »rnter allen nötigen Vorsichtsmaßregeln »»ach Dobolsk verbracht worden, »vo sie u»»ter Bewachung fest» gehalten werden. Ihre Kinder » emtife Personen ihrer Umgebung hätten sie aus freien Wille»» begleitet.

Die Selbstverwalt»»ng der Ukraine.

Petersburg, 17. Aug. (WTB.) Meldung der Peters- burger Telegraphenagentur. Die vorläufige Regierung bil­ligte die Einrichtung ein^ Generalsekretariats der Urrai»»e, das bis ^ur Einberufung der verfassunggeben­de»» Versa»»rnrlung, die über alle Fragen der Selbstver»ria5- ckng entscheiden »vird, das höchste Organ der Verwaltung Kleinrußlands bilden wird. Die Mitglieder des Sekreta­riats tverden vom Generalrat der Ukraine, gena»»nt Radia-, vorgeschlagen und rwn der Regier»»ng ernannt werden. Das Sekretariat »vird fünf Provinze»», nämlich Kiew, Wol­hynien, Pvdvlien, Poltawa und Tscherni- gow, verwalten und noch andere, »venn ihre Semstwos dioÄ wünschen. Das Sekretariat wird sich z»ffa»nmeigetze»i auS Generalsekretären für die Finanzen, Landwirffchaft, öffeub- lrchen Unterricht, 5)andel und Industrie, Inneres, öffentliche- Arbeiten rmd »rationale Fragen. Es »vird Gesetzentwürfe, die das Leben des La»»des und seine Vettvaltung betreffen, beraten u»ck auAarbeitei» und sie der vvrläusigen Regierung zur Genehmigung unterbreiten. Zur Lösung der laufenden Fragen und Geschäfte, die die gerrawrien Berrvalkungsabteü- lange!» betreffen, sollen sich die Ortsbehörden an das Sekre­tariat »vercke»», das, nachdem es die vnrläusige Regieritna davon »»» Kenntlris gesetzt hat, deren Befehle und Anordnun­gen den ausführenoen Pvovinzstell-en Mitteilen nnrd.

Seefrieg.

Der Kaiser in WiLhelmshafen.

Großes Hauptquartier, 18. Aug. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser traf amt Sonnabend, den 18. August, vormittags, i»»»t dem Chef des Admiralstabes und dem Staatssekretär des Reichs- »»»anneamts zun» Besuch der Flotte in Wilhelmsliave»» .ein, schritt unter Fiihrung des Flottenchefs die Front oer Besatzu»»gen der im Hafen liegenden Hochseeslreitkräste ab und schiffte sich dann aus dem Flottennaggschifs ein zur Besichttgung der »»» See befindlichen Flottenttlle »rnd der Insel Helgolmrd. Auf den» Ackrsche »»ach Helgo­land und vo»r dort »»ach der Bäbe bildeten große u»»d lleine Kreuzer- Torpedos lotillen, Luftschiffe »rnd Flieger das nmlitärffche Geleit, ^n <ws den feindliche»» Gewässern heimtehrendes U-Boot, das als Erfolg die Versenkung von 23 000 Tormeü meldete, wurde durch ein persönliches Willkomm-Sig­na l von Seiner Majestät begrüßt. Aus der Elbe formte der Kaiser cnc hochverdienten Min.ensu.ch- und Räumverbände besichtigen und rhnen se»)ne Anerkennung aussprechen. Vvr dem^ Verlassen des Flaggschiffes erließ seine Majfftät folgenden Funkspruchbe­fehl an die Hochseestreitkräftc:

Nachdem ich vor kurzem tue Meldung bekonrmen hatte, daß der erneute schwere Ansturm des Feindes zum Aufrollen unserer See- ftdnt in Flandern erfolgreich abgeiriehrt ist, habe »ch mich heni» durch e»»»en Besuch nrjeiner Flotte und der Fnselseste .Helgoland überze»»gkn können von der Stärke und Sicherheit auch dieser Front. Ich spreche otten §>ochseestteitkräftrn zu Waffer, unter Wasser und trt Iber Lntft und der Feste Helgoland mehre warme Anerkerrnunaj ans, ftkr die rastlose, entsaguirgsvMe und erfolgreiche Arbeit, mF der fte dieses Ziel fest im Auge behalten und erreicht l-aben. Möge d»e ^Flotte ftch weiterhin benmßt bleiben, daß wei»» »rnd des Vater­landes Vertrauen fest auf ihr ruht. Zum Ausdruck meines Ber- ttauens verleihe ich, dem Vorschlag des Flottenchefs gemäß, die hrermit zugehenden Eisernen Krnrzhe. Gez. : Wilhelm I. R.

Reue N-Boot-Erfolge.

Berlin, 19. Aug. (WTB. Amtlich.) Neue U-BvvtK- Erffolge im Atlantischen O^ean und in der Nord-- s e e: 23 000 Bruttovegisterüvrrnen. Unter den verserrkten Schiffen befanden sich der englffche DampferCapo Soto" (3082 Donnen), Ladmrg anscheinend Honf; ferner ein bewaff­neter englffcher Dampfer von 55M Donnen mit Kohlen Vvn Errgland nach Port Said, ein bewaffneter französischer Dampfer und ein großer, durch Bewacher geleiteter Dampfer von mindestens 10 000 Donnen.

Der Chef des ?ldmiralstabes der Marine.

Berlin, 18. Aug. (WTB. Amtlich) Durch zwei unserer' U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum acht Dampfer, z»vei Segler, ein Fischerfahr-^ zeug versenkt, darunter der italren.ische DampferQ ue fta" (2674 Do.) »nit Kohlen, von Englarck »rach Genua unter­wegs, die französischen SeglerMfred de Courcp' und Mama Jesus Pvotsgez-Nous", beide mit Kohlen von New­castle nach Gravelines, und das englffche MschersahrAeug L. T. 454". Fünf Dampfer w-urden aus (PeleitzugM herausgeschosserr, je zwei davon nn Doppelschuß aus je einem Geleitzug.

Am 8. August wurde eine, englische U-Boots- Falle »n Gestalt eines Dampfers der Blue Funnel Linie von einem unserer U-Boote im Artilleriegesecht durch. Treffer m dre Maschine bewegungsunfähig geschossen. Durch wertere Artrllerietreffer wurde Munition auf dem Dampfer zur Explosron gebracht, wodurch das Unterschiff brs zur Wasferlrme aufgerollt »vurde und völlig ausbranntt. Nach ernem Torpedo tteffer in der Vtaschine sank die U-Boot- Falle hinten erheblich tiefer »rnd wurde darauf durch zelm weitere Artillerietreffer völlig wrack geschossen

Der Chef des Admiralftabes der Marine.

Aus dem Kelche.

Eine Sitzung des Bundesratsausschnffes für auswärtige Angelegenheiten.

München 19. Aug. (MDB. Nichta»»ttlich.) De»- König hat hvute vormittag de»» Minffterpräsidmten Grasen Herürng und am Nachanittag den bayerischen Gesunden i.» Berlin Graf Lerchenfeld zum Vortrag ernpfangen. Ministerpräsideitt Graf Herlling begibt ftch. heute abend nach Berlin, nw Morgen unter seinem Vorsitz mt NxstchislarMer Palais eine Sitzung des Bundesratsaussämsses füv> auswärtige AugelegercheitÄ» stattftnde.

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