Berlin, 18 Aug. (WTB.) Die heutige Ausgabe der „Boss. Ztg." enthält eine Erklärung des Verlages Ullstein u. (So-., tu der es heißt: In letzter Zeit ist das Gerücht verbreitet worden, daß die „Voss. Ztg." an die Schwerindustrie verkauft worden sei, oder daß ihr Verkauf bevorstehe. Dieses Gerücht ist in jeder Hinsicht unbegründet. Die „Boss. Ztg." ist iveder verkauft worden, noch hat irgend jemand die Beteiligung an ihr erworben. Es haben auch keinerlei Verhandlungen über den Verkauf oder über die Beteiligung dritter stnttgefuüden. Ebensowenig ist irgendwie eine Veränderung in der Teilhaberschaft unserer Firnra eingetreten.
Aur Stadt und Land.
Lieben, 20. August 1917 .
** Auszeichnungen. Unteroffizier Ludwig Pitz erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Musketier Willy Le s ch erhielt für bewiesene Tapftrkeit bei der Frühj ahrsoffensive bei Reims das Eiserne Kreuz zweiter Klasse.
** Stadt. Obst verkau f. Bei der städt. Obswerteiluugs- stelle B r a u d p l a tz 3 werden von heute mittag an und die s»lgenden Tage, solange der Vorrat reicht. Aepfel, Birnen, Pfirsiche und Zwetscheu von 30 Pfund an und mehr, sowie Brombeeren pfundweise verkauft
** Bestandsaufnahme v«on Brenn- und Heizstoffen. Der Reichst ommissar für die Koblerrvertei- lung hat eine Erhebung über den Bestand am 1. September 1917 und den Bedarf an Heiz- imd Brennstoffen für die Zeit vom 1. September bis zum 31. März 1918 angeordnet. Es wird schon heute darauf hrngewiesen, daß j e d e r Kohlen- verbrancher verpflichtet ist, seinen Bestand und seinen Bedarf an Brenn- und Heizstoffen fristzeitig anzu- melden. Die näheren Bekanntmachungen erfolgen in Kürze. Der hiesigen Stadt sind von dem Reichstommissar für die Kohlenverteiluny vorläufig 46 700 Zentner Brenn- und Herz-
erftgülttge Regelung erst nach dem Ergebnis der Bestandsaufnahme am 1. k. M. erfolgen kanu. Die zuaesagten.Hausbrandkohlen werden, sobald die Landwirtschaft genügend mit Drusch kohlen versorgt ist, angeliefert.
** Der Un terricht hat in den hiesigen Schulen mit heute Morgen wieder begonnen. Allzuviel schöne Feriendage loaren den mhvlnngsbedürftigen Stadtkindern nicht beschreiben. Als unvollkommene Entschädigung wurde ihnen gestern noch ein herrlicher Sonnen-Sountog geboten, der zu zahlreuhen Ausflügen in die Umgebung Anlaß gab.
Die hessische Lazarett^eitung Nr. 50 enthält folgende Beiträge: Wie ich Galizien fand von Heinrich Jvst; Der siebenten Kriegsa:ckeihe entgegen von Christian Seitz; ZVekche Unrerslützung steh! meiner Familie zu: Der Einfluß des U-Boot- krioges aus den Landkrieg: Englands Schiffsverlust und Neubau; Lazavett-Bevatmrg: Dom deutschen Geist; Scherz und Rätsel. Die Gießen er Beila ge brftigt als Beiträge: Schwere Zeiten von Walter Bloem; Ansiedlung Kriegsbeschädigter; NachzaMmg von Invalidenrenten: ^Arbeitsmarkt; Derwundetenunterricht.
** Das Kreisblatt Nr. 143 enthält: Fristung im Sinne des 8 49 Ms- 8 der Gewerbeordnmw, Bekanntmachung der Reichs- bekleidungsfdellc, Einkauf von Flachs, Feldbereinigung Kesselbach.
Landkreis Gießen.
-m Hungen, 19. Aug. Seit Wochen sitzt mm die Frucht noch größtenteils auf Haufen im Felde und konnte infolge der ungünstigen Witterung nicht eingefahren werden. Sowohl der Kern als das Stroh haben durch die Nässe großen Schaden gelitten. Der Hafer ist teilweise handlang aus den Garben herausgewachsen, auch die übrigen Fruchtarten fangen an zu keimen. Seit vorgestern ist besseres Wetter eingetreten und gestern und heute waren wieder recht warnte Sommertage lieber all im Felde war der Lcmdmann daher auch heute, am Sonntag, eifrig tättg, mrd da man Gewitter befürchtete, ist viel Frucht eingefahren worden. Falls die gute Witterung anhält, dürsten die Fruchtfelder in den nächsten Tagen leer stehen und die Dreschmaschine kann, ihr Werk beginnen.
h. Londorf, 19. Aug. Ein für unser Tors seltenes Schauspiel ward den Einwohnern Lorrdorfs am Abend des 18. d. Mts geboten. Gegen 9 Uhr hörte man in der ünft das Geratter eines Flugzeugs. Bald wurde die Jugend in den Straßen auf den in ziemlicher Höhe schwebenden Flieger aufmerksam. Nach mehreren Kreisen, die er über dem Dorfe zog, verringerte er immer mehr seine Höhe. Man mertte, daß er zu landen beabsichtigte. Bald ging er denn.auch im Felde zwischen Londorf und Nordeck nieder Vom 'Dorfe aus hatte man dieses von vielen Einwohnern noch nie gesehene Schauspiel gut beobachten können. Deshalb strömte nun alt und jung zur Landungsstelle, um sich das Flugzeug von nahem zu betrachten. Der Jugend war es eine Befriedigung. als sie feststellen konnte,, daß. es ein deutscher Flieger sei. Es bandelte sich um einen Doppeldecker, der die Fluarichtungj verloren hatte. Ter Flieger übernachtete in Londorf, um am nächsten Morgen seinen.Flug fortzusetzen. Unsere Londörfer aber hatten ein interessantes Erlchnis, über das noch lange gesprockstn werden wird.
W. Londorfinder Rabenau, 20. Aug. Seit einigen Tagen ist die hiesige Gendarmerie durch 4 Hilfskräfte fl Bizefeldlvckbel und 3 Mann) verstärkt, um den Ertrag der diesjährigen Ernte festzustellen.
Kreis Büdingen.
-stBergheim, 20. Alug- Das Ritterkreuz 2. Kl. mit Schwertern des Grosch. Badischen Zähringer Lowenordens erhielt der hiesige Lehrer Heinrich Krau sch, Oberleutnant und Kompagnie- s schrei-.
4 Ortenberg, 20. Aug .Gefreiter Der sch von hier, Gerichtsschreiber in Homberg a. d. Ohn:, wurde zum Unteroffizier befördert. Er befinbet sich seit Kriegsbegimi unter den Waffen. — Oberamtsrichtcr Dr. P :: s ch erhielt für seine rege Vortragstätigkeit. die er für die Kriegsanleihen entfaltet hat, das preußische Verdienstkreuz für KriegshÜfe.
Kreis Lauterbach.
a. Wa l l e n r a b , 20. Aug. Hiesige Kinder hantierten um das Fuhrwerk des Jtths. Lämrelz von Mmenrod herum und stachen mst Strohhalmen nach dem Pferd. Hierbei schlug das Pferd aus und traf das eine der Kinder an den Kopf, so daß es ins Krankenhaus verbracht werdet: mußte. — Im benachbarten Hergersdorf wurde am Montag abend ein Pferd des sicheren Bürgermeisters durch Blitzschlag getötet.
Kreis Schotten.
4 Gedern, 20. Aüg. Hofprediger und Pfarrer W i d m a n n von hier erhielt vom Kaiser in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Werbetätigkeit für die Kriegsanleihe das preußische Verdienstkveuz für Kriegshilfe.
KreiS Friedderg.
— Fried b e r g, 19. Aug. Unter besonderem Hinweis aus die in Bad-Nauheim ausgedeckten großen Lebensmittelschuiugge- leien und Geheimschlächtereien erläßt -der Kreisrat des Kreises Faied- berg eine besonders scharse Verwarnung an die Bevölkerimg. Jeder Ankauf von Lebensmitteln im steien Verkehr von Händlern und Agenten wird verboten. Me Gasthäuser und Geschäfte, deren Inhaber Schleichhandel oder Geheimschlächtereien betreiben, werden nnnachs: östlich geschlossen, die Inhaber außerdem bestraft. Die Behörden und Sicherbeitsorgane sr'rG an Swie eit worden, verdächtige Fulwwerke zu durchsuche:: ui:d auch das Gepäck von verdächtigen Reisenden ohne Rücksicht auf die Person nachzuseben. Von dem Recht der Gepäckdurchsuchung auf Bahnhöfen, im Fuhr-
und Eisenbahnverkehr, auf den Landstraße:: und imS Postversand wurden den Polizeibeantteu außerordentlich evoeiterte Vollmachten gegeben. Jeder Einwohner des Kreises wird ersucht, alle ihm geschäftlich begegnenden LebenSmfttelhäntster usw. sofort zur Anzeige zu bringen. Bei der Untersuchung des Tatbestandes wird der Anzeigende nicht genannt. Die Warrumg des Kftäsrates ist fest heute früh an allen verkehrsreichen Punkten im! ganzen Kreisgebiet in leuchtend roten Plakaten angeschlagen.
Hessen-Nassau.
Kongreß der Zentralheizungs-Industrie.
= Wiesbaden, 19. Aug. In Erwartung einer ansgiebrgen Besprechung und Klärung der vont Reichsstmrmissar erlassenen Verordnung für den Verbrauch von Gas und Elektrizität fand der am Samstag hier abgehaltene Kongreß der Zenttalheizungs-Jndusttie eine außerordentlich starke Beteiliguug aus ganz Deutschland. /Professor K ü b l e r - Berlin, der Vertreter des Reichskommissars, leitete die Verhandlungen Mit inner Ansprache ein, in der er die.scharfe und überall auf Widerstcnrd stoßende Verordnung über die Ersparung von Heizmaterial als eine drttvgende Maßnahme hinstellte, die nur dem verschwenderischen Kohlenverbrauch steuern solle. Es solle mit der Verordnung Leu: Unfug getrieben rverden, aber sie würde durch- geführt, um das Ziel der Kohlenersparnis von 60 o. H. zu erreichen. Mit dem staatlichen Einschreiten durfte nicht länger gSvarttt werden, tvenn die Verhättnisse nicht auf die Spitze getrieben wettren sollten. - Direktor Dietrich-Berlin sprach über Einrichtung, Bau und Betrieb von Zentralheizungen vom kriegswirtschaftlichen Standpunkt aus. In der Gas Verordnung solle kein Zeichen wirtschaftlicher Schwäche zu erblicken sein. Man lmtüsse mit 50—60 v. H. des bisherigen Verbrauchs aus kommen, da Mit einer Mehrlieferung von Kühlen für die Privatw-irtschaft nicht zu rechnen sei. Die bisher bekannt gegebenen Beschränkungswiaßnahmen seien nur als R ichtlinienaufzufassen. Der Redner botdann Erläuterungen zu den bekannten behördlichen Maßnahmen zur Beschränkung der Herzanlaaen. — lieber die Verminderung des. Brennstoffverbrauchs bei Zentralheiz:rngen berichtete Geh. Oberbaurat Uber- Berlin: der die Ernschränftmg bis zu dem Maße bezw. dem Tan- pevattrrgrade fordert, als für die Gesundheit es nur unbedingt nötig itft. Von Interesse waren, die Ausführungen des Stadttals Dr. La ndmann - Frankfurt a. M., der als Vertreter des .Deutsche:: Städtetages sich mit dem Hinweis des Reichskommissars, daß die Verordnung mir Rrchttrmewentbalte, die den örtlichen Verhältnissen jeweils angepaßt werden dürfen, zufrieden erklärte, der aber nckmschde, daß dieses Zugeständnis auch auf die Warmwasserfrage ausgedehnt würde und dann auch in !der Vervrdrrung zunt Ausdruck käme. ^ Den Vorschlag, die Pvlkzewrgane mit dem Amt der Heiz- kommissionen niit zu bettauen, bekämpfte Dr. Landmann scharf. In diese Ausschüsse gehörten nur Vertreter der Gemeinde. Eine Anfrage über die Kokshelieserrmg wurde von Prvf. Kü ble r dahin beantwortet, daß er es ablehne, bestimmte Ziffern für die Lieferung zu nennen, deni Hausbrand würden jedoch möglichst große Mengen geliefert. Zn Schluß der ausgedetznte.n Tagung wurde Prof. Kübler die VoMmcht erteilt, sich wegen der Errichtung vor: Heizberatungsstellen mit den Gemeinden in Verbindung zu setzen.
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ra. Biedenkopf, 20. Aug. Der Landrat fordett wie folgt zur Sa m mlnng des Fallobstes auf: „Fallobst bildet einen erheblichen Teil unserer Gesamternte an Aepfeln und Birnen und darf in diesern Jahre unter keinen Nlnständen dem Verderben an- heimfallen oder in: Wege des Schleichhandels der Mlgemeinheit entzogen werden. Für den Kreis Biedenkopf sind 6 Sammelstellen eingerichtet, woselbst die Ablieferung des Fallobstes erfolgen kann. Der Erzeugerhöchstpreis ist für Acpfel auf 10 Mk. und für Birrien auf 8 Mk. pro Zentner festgesetzt. An alle Erzeuger ergeht daher die dringende Bitte: Gä»t alles Fallobst an d-ie Sammelstellen und helft so mit zur Versorgung unseres Heeres und der Zivilbevölkerung."
= Frankfurt a. M., 18. Aug. Die Krimrnalpolrzei hob in der vergangenen Nacht in eütem 1 H<mse des Bahnhofsviertels e:ne GlückssPieter gesellschaft yon etwa 30 Personen auf. Die Herrschaften hatten sich seit längerer Zeit fast allnächtlich in der dichtverhängten Küche einer Gastwirtschaft zmn.Spiel vereinigt. In ihrem Besitz fand die Polizei erhebliche Bettäge, auch stellte sie fest, daß ft: der Spielerrunde um große Summen gespiett wurde.
--- Frankfurt a. M„ 19. Aug. Der Magistrat ordnete an, daß bei der Anrechnung der Kartoffelernte im Stadtgebiet den Erzeugern die Frühkartoffeln ganz freizugeben sind. Be: mittelfrühen Kartoffeln tvird ein Erttag von 2 Zentner, bei Spätkartosfeln ein Ertrag von ,2y 2 Zentner auf den Ar Anbaufläche zugrunde gelegt. Von den so errcchneten Mengen werden für jedes Haushalttmgs- mitglied 25 Pfund, mindestens aber 1 Zentner nicht in Anreä>nung gebracht. Von dem überschießeitden errechneten Erttag wird für jedes Hanshaltungsmftglied aus den Kopf 1 Pfund zum Verbrcu:ch zugelassen.
--- H öchst a. M., 19. Aug. Während einer Vorstellung brach heute nachmittag im Lichtspieltheater der Kleinen Tarrmrs- stvaße ein Brand aus, der den Operationsraum und die hier por- htandenen Apparate und Films vernichtete. Die Besucher konnten sich durch die Haupt- und Nvtausgange rechtzeitig in Sicherheit brmgm, so daß niemand zu Schaden kam: nur der Filmvorführer erlitt leichte Brandwunden. Die Feuerwehr verhütete eine Weiterausdehnung des Brandes auf den Zluschmierraum. Die Brandursache ist Kurzschluß.
K a s s e l, 20. Aug. Auf dem Ersenbahnwege von Neuß a.Rh. nach hier verschwanden Anfang August aus einem Güterwage:: mehr als 200 Säcke Kaffee im Werte von 250 000 Mk. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib der tvertvollen Ladung blieben ergebnislos. Jetzt steM es sich heraus, daß der Kaffee schon in Ne::ß ,,umgeladertt" und anstE nach Kassel nach Bergisch-Gladbach geschickt wurde, wo ihn Hehler in Empfang nahmen und sofort weiter verkauften. Eine Anzahl Pettonen wurde bereits verhaftet
Ul. L i m b u r g , 18. Llüg. Der Kreisch^schuß hat mft Wirkung vom 20. Mgust die Ausfuhr von Obst aus dem Kreise Limburg strengstens untersagt. Gleichzeitig wirrde verboten, unreifes Obst zu ernten uird in den Verkehr zu bringen.
= Büdesheim. 19. Aug. Der Kanonendonner, der von der Westfront her seit Anfang Mai verstummt war, ist in den letzten Tage:: ans den Rheinhöhen wieder deutlich hörbar.
Un^Versitäts-Nacbviebten.
Tübingen, 18. Aug. lWTB.) Der Vorstand der hiesigen Frauenllinik Professor Sellheim bat einen Ruf nach Halle angenommen.
Berlin, 17. Aug. Der L. A. zufolge ist Dr. Erwin Henning von der Berlimr Itt:iversität als Professor für Geologie und Paläontologie an die Umversität Tübingen berufen iüor6en.
Briefkasten der Redaktion.
tAnouhme Anfragen bleiben unberücksichtist.»
h. m. J 00 . Auch Wehrpflichtige, unterstehen, so lange sie nicht zum Heeresdienst einberufen sind, dem Hilfsdienstgesetz. Ein Rekla- mi^erter. der in einen: Hüssdienstbettiebe tätig ist, muß, wenn er seine Beschäftigung wechseln tvill, ebenso wie ein anderer Hilfs- dienstpslichttger dem neuen Arbeitgeber en:e Besck^inigung seines letzten Arbeitgebers vorlegen, aus der hervvrgeht. daß er die Beschäftigung mit dessen Zustin:mung ausgegeben hat, denn memand darf einen Hilfsdienstpflichtigen in Beschäftigung nehmen, der in einen: Hitssdienstbettieb tätig oder in den letzten zwei Wochen beschäftigt gewesen ist. Weigert sich der Arbeitgeber, die von dem Hilssdienstpflicküigen beanttagtc Bescheinigung auszustellen, so steht diesen: die Beschwerde au den Schlichtungsausschuß zu. Erkennt der Ausschuß nach Untersuchung des Falles an, daß ein berechtigter 'Grund für das Ausscheiden vorliegt, so stellt er eine Bescheinigung ans, die in ihrer Wirkm:g die Bescheinigung des Arbeitgebers ersetzt. Als berechtigter Grund soll insbesondere eine angemessene
Verbesserung der Arbeitsbedingungen im vaterländischen Hilfst dienst gelte::.
Matrose Th. K. Wenden Sie sich mit einem entsprechend begründeten Gesuch an die Kompagnie. Für den Sanftätsdienst beim Roten Kreuz sollen nach> ivcöglichkeit Hilfsdienstpflichtisü verwendet werde::. Buchstabe A bedeutet geringe körperliche Fehler und Gebrechen, die die Fähigkeit zun: Dienst mit der Waffe nicht aus schließen. Ziffer 45: Rücken.
xyz. Das Losungszeichen bedeutet: Allgemeine Körperschwäche, Blutarmut, Tlbgestumpftheit oder Mißgestalttmg, die den Dienst im stehenden .Heere u:tb in der Ersatzreserve ausq'chließen, aber die Tauglichkeit zum Landsturm vorhanden sein lassen.
Meteorologische Seobachtungen öer Station Sichen!
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19. August
1917
= ft 23.2' C.
Niederschlag: 0,0 mm.
18. * 19.
1917 --ft 13.6'6.
Witteruugsbericht.
(Oeffentlicher Wetterdienst.) Ziemlich heiter, ttocke::, ivorm.
Cctfctc ftacbricfctcti.
Der Wechsel in den Reichsünttern.
Berlin, 20. Aug. ^lach einer Mitteilung dse „Bett. Tghl." aus Königsberg i. Pr. scheinen sich die Gea'jchte über den bä«r- stehenden Rücktritt des^ Chefs des Zivitkabintets v. Balentini zu bestätigen. An erster Stelle 'wird als sein ^Lachfolger der Oberpräsident von Ostpreußen, v. Berg, in Betracht kommen. Dessen ^iachftlger im Amte des Oberpräside:tten würde der vishenge! Präsident des Kriegsernährungsamts von Batocki lverden.
Der englische Bericht.
Vom 18. August.
Außer dem erfolglosen feindlichen Angriff nordwestlich Lens, der heute morgen wieder eröffnet wurde, !u:rternahm der Feind in der Frühe zwei tveitere Gegenangriffe an dieser Front, den einen östlich von Loos. Bei diesen: wnrden die Angriffstruppen des Feindes öou unterem Sperr- und Maschinengewehrfeuer auf kurze Entfernung gefaßt und n:it schweren Verlusten in Unordnung. Mrückgetrieben. Auch kein: zweiten Angriff in der Nachbarschaft des Waldes Huge gelang es dem Feinde, obwohl er von Flammenwerfern unterstützt rourde, nicht, unsere Gräbei: zu erreichen, dl:: !der Schlachtftont von Ppern verhielt sich die feindliche Artilbme tagsüber ruhiger. -Ltarker Westwind war unseren Flugzeugen! gestern lvieder hinderlich, und gab deu im Kampfe befchädigtew Maschinen östlich Richtung und wenig Aussicht, die Flugplätze zu erreichen. Die Flüge der Bombenflugzeuge und das Verfahren, die feindliche Jnswttcrie durch Maschinengewehrfeuer zu belästigen,^ wurden von luns lebhaft fortgesetzt. Beobachtungen für unsere Mtillerie lvu rden den ganzen Tag über airs ge führt und emet ungewöhnlich große Zahl von Lichtbildern aiffgenommen. Im! Luftkcrmpse wurden zwölf deutsche Flug-zmge heruntergeholt. 18 steuerlos zur Landung gezwrmgen. Bon unseren Flugzeugen werden zwölf vermißt, von dene:: zwei ,die lvähvend des Kampfes zu- snmmenstießen, in die feindliche Linie sielen.
Von der Jsonzofront.
Wien, 19. Aug. An der Jsonzofront. 7var aitch bis achtern nacht schweres Artillerie- und Mrrenwerferfeuer am 'Monte Santoi und ft «nn nördlich an schließ!enden Täte der österr. Front 78 ei Vodiee und Desola wurde °es schon an: l^achurittag zum Trommelfeuer. Nach Mitternacht schwoll es besonders stark an. An deo Kärntner Und Tiroler Front stellenweise lebhaftes Artillericheuer^ Türkische Erfolge in Persien.
Im türkischen Bericht vom 18. Aupust heißt es: Persien. Unsere in Richtt:ng Bane im Vorgehen befindkuhe gemischte Abteilung ivarf die Russen aus ihre:: Stellungur Bei Scheh Han' nordwestlich Rawanduz wiesen unsere Grenzwachen de:: Angriffs russischer Infanterie bei Gelischin üb. An der kleinasiattschen Mste wrwde durch bas im Bericht vom 15. d. Mts. berefts erwähnte Boot wieder ein feindlicher Kütter versenkt. Bier Mann der Besatzung wurden gefangen genommen. Smynra wurde erneut von feindlichen Fliegern angegriffen. Zwei Zivilisten tot, sechs verwimdtt. Sinaifront: In der Nacht zum 16. AuMft wurden zwei gegen die Gaza front vorstoßende englische Kompagnien abgewiesen. Am 16. August wurde ein feinoliches Flugzeug im Luftkampfe zunv Niedergehen gezwungen. Die Landung konnte jedoch hinter den! fenrdlickien Linien erfolgen. Am 17. August Pattouillenkämvfe an mehreren Stellen der Front. Vier französische Fliege:' warfen am 17. August Bomben auf den Hafen von Beirut. Ein Einwvb-' ner wurde verwundet.
Neuer Bombenangriff aus Kortsyk.
Berlin, 19. 2lug. (WTB. Nichtamtlich.) Die Stadt .Kortsyk wurde von '.englischen Fliegern erneut mit Bomben bewarf«.. Acht Zivilpersonen, darunter einige Kilcher :md ein holländischer Pater wurden getötet. Soldaten wurden nicht getroffen.
Die Abgesandten der Kronstadter Flotte verhaftet.
.Haag, 20. Mg. Wie hie „Tmres^ aus Petersburg:
berickften, wurde:: die Mgesandter: der Kroustädter Flotte, die auA Kristiania in Petersburg angekvnrmen loaten, sofort verhaftet und ins Gefängnis gelvorsen. Ter Arbeiter- und SolLoatemot in Helsingsors hat dagegen protestiert, svjvrttge Freilassung ver* langt und gefordert, daß künftig derartige Verhaftungen nicht v-oiko m men dürften.
Die Altstadt von Saloniki niederqebrannt.
U e s k n e b , 9. Aug., mittags. (WTB. Nicbtamtl.) Heute nacht brannte die ganze Altstadt von Saloniki nieder. Heute noch sind von derr Front aus schloere Rauchwolken über Saloniki sichtbar.
2 Lmtlicher Teil.
Bekanntmachung >
ibetteffend Höchstpreise für Kartoffeln. Vom 16. August 1917 IN Abänderung unserer früheren .Betannttrmchungen wird' der Erzeugerhöchstvre:s für Kartoffeln bis auf weiteres auf 8 Atark für deu Zentner und der- ^einhmwelshöchstpreis für Kartoffeln von: 20. Mgust 1917 ab bis auf weiteres aw 11 Pfg. für das Pfund festgesetzt.
Im übrige:: bleiben unsere Bekamwimchungen vom 21 T-uni und 21. Juli 1917 („Darmst. Ztg." Nr. 144 und Nr 169) recht erhalten.
Darmstadt, den 16. August 1917.
Lmcheskartoffelstelle.
Hechler.
An den Oberbüraermeift^ zu Gießen und an die Großh. Burgcrmelftereicn der Landgemeinden des Kreises. Voritehende Preisfejtsetzung ist ortsüblich bekannt zu machen. Großen, den 17.9lugust 1917.
GroßherzoglnN^s gceisinut Gießen.
Or. U f i n g er.
Lotir sngsnvkin von Geschmack, zugleich Appetit befördernd- Ueberall erhältlich, auch in Tablettenform bequem auf Remen.
halten LEC1FERRIM stets vorrätig, um bei
Schwächezuständen, nervöser Abspannung anzuwenden.


