Ausgabe 
15.8.1917 Erstes Blatt
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Landkreis Gießen.

/m. Müschen heim, 1b. Aug. Am Somttag tra.) hier die »cochrrcht em haß wt-evermn: ein Sohn unseres Ottes, der 19 jährige Lu>dwi-g Ocholt es. Äiesber Sohn des Bal-n Vorstehers »Uos, <Mallen. ist. Gr sbcrnd in einem Garde-Füsilier-Regimeul fiel her dan Letzten schweren Käanlpsen in Mindern.

. Kreis Büdingen.

. ,-^rdda, 15. Aug. Schulverwalter Julius Le vi von hier P er tLrfatzreservist in einem Jnfanbette-Reg'iment kämpft, hat das Erlerne >bveuz 2. Kl erhalten. Er ist der zweite Sohn des Uhr- rnruyer^^evr von hier: sein älterer Bruder starb vor einigen Wochen , nj^^****"k htrß Baterland. Die Behörde scheint jetzt doch

^rnsttrchLiegen dreienigM Geflügelhalter, die gar keine oder'mir memge Eier «wgelrefert haben, vorzug-ehen. Sie tvurdsn heute bei >ltrsgave der Bezugsscheine für Einmac^ucker ausgeschlossen. Für Jgf uvngen Errrmohner der Stadt kamen auf den Kops 5 Pfund Enmm chzucker zur Verteilung. In ähnlicher Weise müßten auch cne^mgxn gestmst werden, die keinen Speck abgeliesjerl haben Kreis Schotten.

^ enhain, 15. Aug. Die kreisamtlichen Maßnahmen

vre JSscrtimvcTbrritiimg der hier herrschenden Ruhrkran k- Y e i ttmitöcn heule dahin erweitert, daß auch die Verbringung von Ge genstät lden.^errdwelcher Art.ans der Gemarkung verchenhain. pesondevs der Versand von Paketei:, mrber Verbot gestellt wurde. Starkenburg und Rheinhesftn.

15. Aug. Am^ Sonntag zeigte die gegenwärtig »bgevattene Mene euren selb ft im Frieden nicht beobachttten Masseir- vesuch) aus. In kurzer Zeit warm die Zuckerhuden ausverkaust, ob- ^Echen schrver besttmmbarm Zuckerstückchen schloß 1,50 Mk. ko) täte. Uitb das am Anfang des vierten Kriegs- rachaS. Das Geld rollt. . . .

Hessen-Nassau.

> ^Frankfurt a. M., 15. Aug. Die vier O pse r des jüng- » Egerangriffe.sl werden am kommenden Donnerstag vM Kosten der Stadt im Hauptsttadhos beigxfetzt. Boraussichitlich g«Mhrt die Stadt den Hinterbliebenen der minderbemittelten Ocher ^ entsprechender Antrag ist bereits bei der ^adLmrordmMnversanrmdrng gestellt. Zrrr Ersparnis von Kohlen werden während des kommenden Winters 11 Mittel- Mpaen, 28 Volksschulen wrd eine .Hilfsschule Mit anderen Schulen vevernrgiL. Für einen Dell der Schüler findet vormittags, für den wDeven nachmittags Unterricht statt.

= Frankfurt a. M., 14. Aug. Die Stadtverordne­tenversammlung beschäftigte sich heute in langstündigen Nusemandersetzungen mit der Kartoffel versorgun g der Bevölkerung. Anlaß bot eine Besckiwerdeschttst früheren der stadttscben Kättoffelstelle, Eduard Stern, die eine Reihe Mißftäirde ausdeckte, über die aber, weil angeblich unbegrün­det, der Prüfungsakts schuß zur Tagesordnung übergek^n wollte. Es ^ Ausschuß Mgegeben, daß im Sommer 1916 etwa 285 Elsenbahnwagen mit Kartoffeln als Bichfutter verwendet wer­den mußten. Sclmld daran sott aber die RcichSkartusfelstetle ge- tvagsr habeir. Die Stadt wurde dadurch um mehr als eine Million Mark geschädigt: sie hatte aber inschern selbst Mitschuld daran, Äs sie lehr Mangell>ift für Lager- und Berteilungseinrichtungen Smmc getragen hatte. Bon sozialdemokratischer Seite unrrde auf die kommende Versorgung hiugeuüesm, die noch trübere Ausblicke aewalTre als jemals zuvor. Dem Magistrat wurde eine zu große Schwäche gegenüber Berlin vorgeworsen. Auch von anderer Seite warf nian dem Magisttat die mangelhafte Organisation des Lebensk- mrttelamtes vor, das in der Butterversorgung gegenüber anderen Städten völlig versage. Ebenso ginge man gegen den Wucher, den Schleichhandel und das Schnnwitt dunwese u nicht mit der nötigen Energie vor. Ein Antrag, dem Lebensmittelanit eine straffere Or­ganisation unter Leitung eines verantwort!. Mannes zu geben, fand

Ammhme- m dem Achensinittelarnt sollen auch Frauen beratend um> helfend Sitz und Stimme erhallen, lieber die Beschwerdeschrist des Herrn Stern ging das Haus schließlich nach vierstündiger Be­ratung zur Tagesordnung über.

Permij^te#.

. ^ Zugentgleisung.

* Aschvffenburg, 14. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Zwi- fckstu Hergenbrücken und Laufach entgleisten gestern abend, wie der Mobachber am Main" meldet, fünfzehn Wagen eines 'Güterzuges, ! ^ ^ Bremser leicht verletzt wurden. Der PersvNiurzug verkelw wsrrD durch Umparkieven an der Unfallstslle ausrechterhalten, wüh- re der Schnellzugverkehr über Hanau©ßm 1 Gemünden geleitet wird. Die Freilegung der Weise wird im Laufe des Vormittags beendet fern.

*

* Berlin, 15. Aug. Die Generalindendandur gibt be- kanrtt, daß bis auf weiteres für jedes bei der Löfung einer Eintrittskarte an den königlichen Theaterkassen in Zahllma gegebene Goldstück eine Freikarte und zwar zu der Platz­gattung der gekauften Karte verabfolgt werden wird.

* Berlin, 15. Aug. Me dasB. T." erfährt, wurde der Major im Großen Generalstab Würz zum Leiter des Kriegspresscamts bestellt. Major Würz hat sein Amt als Nachfolger des Majors Stötten bereits angetreten.

Witterungsbericht.

Mesfentlicher Wetterdienst.)

Wechselnd bewölkt, zeitweise Regenschauer. Temperatur wenig geändert, Gewitterneigung. _

auö ferner jetzigen Finarrzkrise nur noch durch ein Wunder erlöst werden. Im Laufe von vier Monaten habe die neue Reglerung die Schuldenlast Rußlands um vier Milliarden erhöht. Nach dem Kriege werde Rußland jährlich 272 Milliar­den Rubel Zinsen entrichten müssen.

. Die Ernte in der Bukowina.

Wien, 14. Aug. Laut Bericht derNeuen Freien Presse" ist der Stand der Ernte in der Buttüvina gut. Trotz der russischen Requisitionen ist der Vieh- und Futterbeftand des Landes noch immer sehr groß.

von Bethmann-Hollweg.

Bk r lin, 15. Aug. Wie der L.-A. hört, werde der frühere Reichskanzler v. Bethmanrr-Hollweg demncühst von Hohen- sinow nach München übersiedeln, um sich dort Kunststudien zu widmen.

Amtlicher Teil.

Letzte Ncreiirichten.

Henderson.

Rotterdam, 14. Aug. DerN. Rott. Lonr." meldet aus London, daß Henderson eine sehr schlechite Pr^esfe habe. Daily News" ist das einzige ihm günstige Blatt. Hender- lons Erklärungen wurden kühl ausgenommen; man findet fte nicht überzeugend. Henderson entschuldigte das Ver­

schweigen des Tewgranrms der russischen Regierung u. a. damit, daß er sagte, er habe als Sekretär der Arbeiterpartei gesprochen und sei deshalb nicht berechtigt gewesen, das Telegramm zu erwähnen.

Rotterdam, 15. Aug. Nach demRott. Cour." be­ruhtetDaily News", daß 40 000 Bergarbeiter in Lamark- shire als Protest gegen den Lebeusmitttlwucher am 2. Aug die Arbeit niedergelegt haben.

Was geht in Frankreich vor?

Köln, 14. Aug. Tie Köln. Ztg." meldet von der Schwei­zer Grenze: Die sranzöüsch-,chfveizerische Grenzsperre wird so scharf ge handhabt, »nie nie zuvor. Keine Telegramme, Briese oder Zerttmgen werden aus Frmrkrerch herausgelassen; sogar Stück­güter werde:: ziwückgehalten. Die von Frankreich nach Genf füh­renden Straßen wurden verbarrikadiert und mit Drahtverhauen versehen. Am Montag sind sogar die Pariser Börsenkurse aus- geblreben.Es geht etwas vor", meint dasBerner Tagblatt" Rußlands Finaitzen.

B e r 1 1 n , 15. Aug. Wie dem L.-A. aus Kopenhagen ge­meldet wird, belaufen sich Petersburger Berichten zufolge die Betrage, die England bisher Rußland ttn Kriege vorgeschos- en hat, auf 12',i Milliarden Francs. Der frühere Minister

Schmgarew habe in einer Ansprache erklärt, Rußland könne

vaterlästdischer Hilfsdienst.

Aufforderung des Ariegsamts zur steiwilligen Mel­dung gemäß 8 7 Abf. 2 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst.

Hilfsdienstpflichttge werden zur Vettvendnna bei Militärbe- ^rden und Zivil Verwaltungen im besetzten Gehret für folgende Beschäftigungsarten gesucht:

Gerrchtsdrenst, Post- und Tckegraphendienst, Maschinen- und Dilfsschreiber. Botendienst, Technischer Dienst, Kräftsahrdienft, Ersenbahiidienst, Bäcker und Schlächter, Handwerker ieber 9lrt, und forstwirtsck>astlicher Arbeitsdienst, anderer Arbeitsdienst Att, Pferdepfleger, Kutscher, Viehwärter, Sicherheitsdienst (Bahnich-utz, Gefangenen- und Gefängnisbelvachkung), Krankenpflege.

Hilfsdienstpflichttge mit französischen oder vlämischen Sprach- kenntnisse werden besonders berücksichtigt.

Hllfsdienstpflichtige im wehrpflichttgen Llller ivevden nicht angenommen.

. Bis zur endgültigen Uebettveisimg an die Bedarfs stellen des besetzten Gebietes tvird einvorläufiger DienstDertrag" abge- geschlossen. Die Hilfsdienstpflichltigen erhallen: Freie Bervflegung oder Geldenychädigung für Sell"stverpslegnng, freie Unterkunft, freie Eiseirbahnfahrt zum Besttinmuiigsott rmd zurück, freie Be­nutzung der Feldpost, freie ärzttiche und Lazarettbeharchllrng, sowie angemessenen Lohn für die Dauer des vorläufigen Dienstverttages. Die cndgülttge Höhe des Lohnes oder Gehaltes kann erst beim Abschluß des endgülttgen Dienstvertvages festgesetzt werden und richtet sich nach Att und Dauer der Arbell sowie nach der Leistung: eine auskömmliche Bezahlung wird znqesichett. Im Falle des Bedürfnisses werden außerdem Zulagen gewährt für in der Hei­mat zu versorgende Familicnangehött^e.

Die Versorgung Hilssdienstpslichtiger, die eine Kttegsdienst- beschädigung erleiden, und ihrer Hinterbliebenen wird noch be­sonders geregelt.

Meldungen nimmt entgegen:

>das Bezirks ko mmando in Gießen.

Es sind beizubttngen: etwaige Milttärpapiere, Beschäftigimgs- auswers oder Arbeitspapiere, erforderlichenfalls eine Bescheini­gung gemäß § 9 Abs. 1 des Gesetzes über den Vaterländrsck>en Hilfsdienst (Abkehrschein), Angaben, warm der Bewerber die Be­schäftigung antreten kann. Eine vorläuftge ärztliche UMersuchrmr enolgt kvftenlvs bei der Meldung beim Bezirks ko mmando

_Kriegsamtstellc Frankfurt a. M.

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