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Samstag, 4- August M
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Czernowitz erobert.
Galizien fast völlig, bk Vukowim zum größten Teil vom Feinde befreit.
(WM.) Großes Hauptquartier. 3. August. (Amtlich.)
Weltlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe KronprinzNupprrchl.
An der flcmdrischen Schlack-,tfront war gestern bet regnerischem Wetter der Feuerkampf nur an der Küste und nordöstlich von Ypern besonders heftig. . a
Vorstöße der Engländer an der Straße Nleuport—West- enLe und östlich von Birschoote scheiterten, ebenso starke Angriffe bei Langemarck. . , ™
Roulers, wohin sich ein großer Teil der belglfchen Bevölkerung aus der Kampfzone vor dem Feuer ihrer Befreier geflüchtet hatte, wurde vom Feinde mit schwersten Gesrputzen beschossen.
Borfeldgesechte nördlich des La Bassee-Kanals. sowie bei Atonchy und Harrincourt verliefen fiir uns günstig.
Heeresgruppe Deutscher K r o n p r r n z.
Westlich von Allenmnt, an der Straße Laon-^olfions, drangen französische Kompagnien vorübergehend in einen unserer Gräben-, sie wurden sofort wieder vertrieben.
Bei Cerny vervo llständ igtenirnsere Truppen den Kampferfolgdes31. Juli. Sie bemachtlg- ten sich durch Handstreich der französischen Stellung am Südausgong des Tunnels, hielten sie gegen mehrere Gegenangriffe und führten zahlreiche Gefangene, zurück.
Aus dem linken Maasuser wurden frühmorgens und abends nach starker F-euervorbereitung geführte Angriffe der Franzosen beiderseits des Weges Malancourt- Esnes abgeschlagen.
Oestlichcr Kriegsschauplatz.
Front des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Heeresgruppe des Generalobersten voll Böhm-Ermoli.
Oeftlich von Husiatyn örtliche Kämpfe. Trotz zähen Ww erstand es der Russen wurden mehrere Ortschaften am Unterlauf des Zbrucz im Sturm genommen. Bayrischer Landsturm zeichnete sich bei der Eroberung von Kndrynce besonders aus.
Zwischen Dnjcstr und Pruth hielt der Feind vormittags noch stand. In den ersten Nachmittagsstundcn begann er unter dem Druck der Trilppe des Generals der Infanterie Lltz- mann naMugetn'n und abzuziehen. Die nördlich von Ezerno- witz aufflammenden Dörfer kennzeichneten seinen Weg.
Heute früh sind von Norden österreichisch-ungarische Truppen des Generalobersten Kritec südlich des Pruth. von Wes^n her k u. k. Truppeil unter persönlicher ^uyimng Seiner kaiserlichen Hoheit des Heeresfront-Kommandanten Generalobersten' Erzherzog Josef in (5 z e r n o w i h einge- drungen. Die Hauptstadt der Bukowina ist vom Feinde befreit.
Weiter südlich durchbrachen andere .Kräfte der Front des Generalobersten
Erzherzog Josef , . .
schon gestern die russischen Stellungen bei S l o b o d z r a und
~ aro ($*ubttn, im Tale des kleinen Sereth. Sadeu und Falken in der Suczawa wurden genommen-, ui■ Äinuioluiifl dringen österreichisch-ungarische Truppen im Hauserkampf
^^Äuch in den Bergen auf beiden Bystritz-Ufern wurde kampfeiid ^rrtsthritte erzielt. Am Mgr. Casinului waren neue Angrifte des Gegners vergeblich und für chn verlust-
Der Erste Generalauartiermeister Ludendorss.
*
Der Abendbericht.
Berlin, 3 Aug.. abends. (WTB. Amtlich.)
Im Westen dauert die Kampfpause m Flandern
nach an. w . ,
Osten ist durch den Siegeslauf der verbündeten
Truppen Galizien fast vö llig. d ie Bukowina bereits zum größten Teil vom Feinde befreit.
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Sieqesgeläute hören wir nicht. In den Landern der öabsburqischen Monarchie wird es jedoch wohl von Turm :n Turni'l gehen, denn jetzt ist auch Oesterreich^Ungarn vom Feinde frei. Nach drei harten Krnegsjahren hat bap Schicksal und, und unseren Verbündeten ein nachhaltiges L>regeswort zngesprochen. Wir härgzeil die Fahren heraus und schreßen Salut Spüren wir es nicht deutlich, da,; der Held von Tannenberg, dessen Faust soirst nur deu Gegner beim Kra- a en packtet diesmal dem dentsclnen Volke euuge gelinde Rippenstöße, und zloar freundschaftliche, versetzte? Er bat den Kaiser, zu befehlen, da§z «geflaggt und Vikrona Ze^ sclnssen werde. Wäre das am Anfang, etwa nach der Be- frenrna deutschen Landes im Osten, möglich und notig gewesen^ Nein, da jubelte, alles ganz von selbst. Es wäre SmeMi zu schelten darüber, daß es heute nicht mehr so ist Viele die meisten, haben Trauer und Wunden rm >>erzen, mögen sich von Feiern und Festen fernhalten. Aber nur haben doch unsere Theater-, unsere Konzertsale
offen gehalten, haben der Muse und Freude den Zutritt nicht verrvehrt. Und wir sollten vergessen, warum wir all das Leid und die Härte der Zeit haben auf uns nehmen müssen? Wir sollten die Ruhmesklänge, die unsere Soldaten begleiten und unsere Rettung aus Gesähr bedeuten, unserem Ohr verschließen? Was Hindenburg will, ist nicht „dumpf erbrausend durch die Gassen sich wälzende bachan- tische Lust' — solche undeutsche Feier werden wir auch nach unserem Endsieg nicht begehen —, es ist vielmehr etwas ganz Einfaches und Natürliches. Wohlmeinendes unc> Freundliches. Er war ein Mahner in ernsten Tagen, hat uns das Hilfsdienstgesetz zuerst verordnet, und jetzt klopft er den m der Heimat Sitzenden anftuttelnd auf die Schulter: Sieh den Erfolg, freue dich, daß der Weg Mifwärts, dem naher: frohen Ende zugegangen ist! Mit ein paar guten Worten stimmt auch der frühere Oberst Gädke. der d:e militärischen Betrachtungen für den „Vorwärts" schreibt, damit überein. Er schreibt: „Die Tage, in denen wir leben, sind eine Rnhmeszeit ebenso für die schaffende Armee der deutschen Heimarbeiter wie sür das bewaffnete Volk vor dem Feinde und die Tatkraft der deutschen Führung. Durch die Arbeit zu Hause war es möglich geworden, den englischen Angrrffsmitteln in Uanderu ebenbürtige Verteidigungsmittel gegenüber anKchäusen."
Die neuen militärischen Ereignisse haben einen Um- schnning gebracht. Lauheit und verzagte Stimmung sind jetzt nicht mehr am Platze. Das geduldige Harren wird uns nicht nur durch die gewaltigen Erfolge erleichtert, sondern auch durch die sich mehrendeii parlcunentarischen Reinemachen unserer Feinde. Sie bemühen sich mächtig und ziehen doch kein weißes Linnen hervor. Doch lvenn wir sie scharf ins Auge saften, so sehen wir in der unversöhnlichen Kampsgebärde der englischen und französischen Minister bereits einen sorgenverzerrten Zug, eine heiniliche Angst. Ribots neueste Ausführungen in der französischen Kammer sind dafür ein Beispiel. Er will immer noch die Fortsetzung des Krieges, „bis Deutschland den Frieden erbitte hl Offenbar denkt er, unsere deutschen Politiker auf der äußersten Linken könnten von den Friedenszielen dos deutschen Volkes noch etwas herunterharrdeln. Wenigstens Elsaß-Lothringen; doch au.ch andere Sicherungen, Herftellungei: und Entschädigungen werden ja von unseren Nachbarn ver- la'.rgt. Die innerpolitischen Vorgänge in Deutschland haben ihnen und den Engländern mehr Mut und Eifer erngeslößt als die Wirkungen und Aussichten an den Fronten. Es ist ganz klar, daß Hindenburg in seinem Telegramm an den Kaiser uns nicht etwa ein leeres Freudenschauspiel hat geben loollen. Er hatte einen sehr soliden Nützlichkeitszweck im Auge. Unser Volk soll sich wieder stolz und zuversichtM ausrecken und damit den Frieden beschleunigen. Im Grunde fühlen wir dabei heute noch einmal die alten kraftvollen Worte Ernst Moritz Arndts, die vor 100 Jahren ebenfalls an ein von schleichenden Einflüssen und schädlichen Stimmungen umwittertes deutsches Voll gerichtet wurden:
„Es weiden auserstehen solche, die rmter schüueic Scheinen von Gerechügkeit und Milde, unter schöneir Namen von deutscher Treue und Sitte dich wieder in das alte Elend hineinlocken und hineingaukeln wollen; die dir mit den heiligen Worten Müde. Menschlichkeit, Chrisüichkeit das stolze Herz brechen wollen, datz du lieber dienest als herrschest. Siehe, solche sind unter scheinbaren Vorwänden Aussäer der Zwietracht und Lähmer demes Zornes und deiner Macht. Kaum wird dein Schwert rot sem von dem Blute deiner Peiniger, so werden sie Mätzimmg, Mäßigung ! schreien, imb dir mit Halbheit und Jämmerlichkeit die Seele füllen wollen."
— —p n -
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 3. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche wird verlaulbart:
Oestlicher Kriegsschauplatz.
C z c rnow i tz ist fett heute früh zumdrittenMale aus Nussennot h e sr e i t. Der fteitiö gav die Stadt erst n a fl, erbitterten Kämpfen preis. Bei Komanesti warfen gestern die Truppen des Generaloberst v. Korvrtz in prach tigm Angriffen die russischen Linien, wobei das Infanterie Rcainieni Nr. 101 (Bekescsaba) besvitderS Gelegenheit fand, seine kriegerische Tüchtigkeit zu beweiftn. Gleichzeitig inutz- ien zwischen Pruih und Dnjestr di« Russen dem Drucke deutscher und österreichisch-ungarischer Bajonette w r chen und gegen di« Grenze zurückgehen. heute friih rncktc. während über die Pruchbrücke kroatische Wtcilungen in Czernowitz eindrangrn, von Süden her der heeresfrontkom- mandan, Generaloberst Erzherzog Josepl, an der Spitze unserer Reginienier unter dem der Bevölkerung in die
befreite Stadt. . , . ,
Nördlich des Dnjestr versuchte der Feind an mehreren Siellen durch Gegenstotz Emlasttmg zu gewinnen. Er wurd überall abgewiesen. Die Säuberung des Vrutkiwlnkcls l
abgeschlossen. . ^ „. , ,
der südlichen Bukowina wurde Klmpolungde- s e tz t in der Dreiländer-Eckr das Westtlfer der rumänischen Bistritza erreicht. Zwischen dem Ojtoz-Pah und dem Easinu- Tal scheiterten neuerlich mehrere mit erheblichem Krafdrauf-
.»»»
a« nt, «nKtolfMbrt.
Die Siegesmeldung HindeuburgS an den Kaiser.
Amtlich.
An Seine Majestät!
Während wir im Westc n den ersten Ansturm des großen englisch-französischen Angriffs abgeschlagen und den Franzosen an anderen Teilen der Front empsino- liche -Schlappen zugefügt hasten, ist im Osten der Angriff der deutschen, österrerchisch-ungarischeu und osmamscheu Truppen seit dem 19. Juli unaufhaltsam fortgeschritten.
Czernowitz ist geno mmen ! Oesterrerch-Ungarr ist damit im wesentlichen ftei vom Feinde.
Eure Majestät bitte ich allerunlertänigst, zu befchlen daß geflaggt und Viktoria geschossen wird.
gez. v. Hindenburg.
Hierauf haben Seine Majestät der Kaiser allerhöchst zu befehlen geruht: In Preußen und Elsaß-Lothringen ist Salut zu Meßen und zu flaggen.
Der Kaiser an Prinz Leopold von Bayern.
Amtlich. 3. AuMst 1917.
An Osterost.
Die Operation in Ostgalizien und der Bukowina hui einen neuen großen Erfolg gezeitigt. Czernowitz fit genommen. Ich begrüße Dich und Deine tapferen TrmMn zu den glänzenden Taten, deren ich Zeuge war und die in so kurzer Zeit so großes bewirkten! gez. Wilhelm I. R.
Die Säuberung Galizienr.
Berlin, 3. Aug. (WTB. Nichtamtl.) Der strategische M eisterstoß in Ostgalizien hat nach 14tägigem imaut- haltsamen Vorbringen und einer Reihe erbitterter Kämpfe zur Eroberung von Czernowitz, der Befreiung Galizüns voni Feinde. bis auf einen schmalen Geländertreisen Im Nordosten und zur Rückeroberung der Hälfte der Bukowina gesiihrt. Am 2. August leytete per Rufst im Flußwinkel Zbruos und Dnjester noch einen letzten erbitterten Widerstand, der indessen von Miseren migeiwm, vorgehenden Truppen gebrochen tonrwe. Die Trümmer der rursychvni Verbände wurden aus den: Flußwinkel geworfen und über den Zbruos und Dnjester gejagt. Gleichzeitig rmirde durch oen von Norden und Westen wirkenden Druck der vsterreichisch-rmgarischen Divisionen der russische Verteidigringsgürtcl gesprengt, der dm Rückzug der Russen aus Czernowitz decken sollte. Südlich des Pruth dirangen unsere Verbündeten unter teilweise erbitterten Gefechten abermals einen mächtigen Schritt ostwärts in den Tälern des Sereth. des kleinen Sereth. der Suczawa. Moldawa, Bistrica und Nsagra Bistrica vor. Die Höhen nördlich von Kimpolung wurden genommen. Um Kintpolnng wird gekämpft. 40 Kilometer südlich davon wurde der Vrf. Paltinnlui in den Moldau- Karpathen den Russen entrissen.
Czernowitz. die Landeshauptstadt der Bukowina, hatte im Lause des Krieges ein sehr wcchselvolles Schicksal. Es war die erste große österreichische Stadt, die in den ersten Wochen des Krieges russische Einauartierung erhielt, und die letzte, die nun befreit worden ist. Die erste Jiwasion hat nur einige Wochen gedauert, im Oktober mußten die Russen die Stadt wieder räumen. Doch im November 1914 schon war die Stadt wieder in ihrem Besitz. Bei der Offensive, die rm Februar 1915 vom Süden der Bukowina begann, wurde Czernowitz zum zweiten Male befreit: blieb es bis in den Hochsommer 1916, der nach der Brussilowschen Offen» sive die dritte Mssen-Jnvasion brachte, lieber ein Jahr haben die Czernowitzer diese dritte und längste Invasion ertragen müssen, bis die Befreier zum dritten Male kamen.
Der dritte Uompstag in Flandern.
Berlin, 3. August. (WTB. Nichtainüich.' Ter dritte Kampftag in Flandern bestätigt den völligen Zusam- menbritd) der e n g l i s ch - f r a n z ö si s ch c n g r o ß e n O s - f e n s i v e. Trotz dem ungeheuren Einsatz eines tiefgestaffelten Batterie-Gürtels, dichter Fliegerschwärme, Kampfgeschwader und einer ,rroßen Anzahl frischer Divisionen sind die Cnattindm über ihre minimalen Geländegewinne nichthirrauSgekommen. Den Kampfgeist unserer in den Trichterstcll'.mgen ausharrenden Infanterie vermochte aicch daS furchtbare Feuer der letzten 14 Tage Nicht zu erschüttern, nxihrcnd unsere Reserven sich vüt ungeheurer Wucht den Engländern entgegcirwarfen. Mitkämpfer sein Wern die Verluste der Engländer als unerhört hoch. Aus e: n en gefallenen Deutschen k o m nx c n mindestens 10 gefallene Engländer. Vielfach wurden die englischen ^>turm- kolonnen auch vom englischen Sperrfeuer gefaßt und niedcrg»' schossen. Unsere Flieger griffen die gegnerisckien StoßdiMstoueu init Bomben und Maschinengeiuehren an und fügten ihnen ebenfalls schwere Verluste zu.
In der Nacht zum 2. August blieb das feindliche Feuer bis in die frühen Morgenstunden lebhaft, um nach vorübergehendem Abflauen sich besonders cur der Küste wieder zu steigern. Von der Küste bis südlich des Meuport-Kanals setzte 10 Uhr oorimuagv heftiges Troimnelfeuer ein, dem der gemeldete örtliche Vorswß an und dicht westlich der Straße Nieuporl — Westeirde folgte. Er lvurde tcrls im Nahkampf, teils schon in unserem Feuer abgewiesen. Nördlich der Sttaße Freszenberg—Zonncbieke lvurde um 7 Uhr eine mir!- feindliche Patrouille verjagl. Am 'Aachniittag niar das serndlictn' Feuer zzoisckien Merckem und Westlwet von 2 Uhr an äußerst heftig, besonders von Draaibank bis Langcinarck sowie berdebeils der Straße Ppern—9ivulers. Ein an dieser Stelle ui enva 2 Klm. Frontbreite einsetzender fendlicher Angriff wurde im Feuer blurig abgewiesen. Auch am Abend dis Mitt'enracht heftiger Frurrkamp' Feindliche Vorstöße östlich Bixsclwote und südlich -augeinarck wurdeic zurückgewiesen. Westlich St. Julien nahaien wir seiirdlick>e Truppenansanunlungcic unter Feuer und erstickten den lvabsud- tigten Angriff. .
Unsere Truppen seheil werteren Kaurpserr mtt grotzler Zuversicht entgegen


