Nr. M SWettes SlM
W. Jahrgang
Erscheint tLgttch mit Hu5nafyne beS &rnniagS.
Beilagen: „Siehe«« ZamMenblättee" »mb „Kreisblatt für den Kreis «ietze^.
-offfches^Lto : Zrsvffvrt am Rain D. Nb8b- vanfverlehr: Seweebedapt Gietze«.
General-Anzeiger für Sberheffen
MMwoch. Zu» Wr
ZwilttngSrunddruck und Verlag: Brühl'fche'Unwersitäts-Bttch-u.Steindrrlckerei.
R. Lange, Gießen,
Schristteitting, GeschSstsstelle und Druckerei:
Schulstraße?. Geschäf:sstelle u.Verlag: b l,
Schriftleilung: 112.
A nf chrift für D ra htna chr ichren: A nzeig er Gie ß e:
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A«s Stadt unö €o»d,
®tf§en, 18 . Juli 1917 .
** Amtliche Personalnachiri chten. Der Großherzog bat durch EnffckLreßung vom 14. Juli frort Kreisdttektor des Kreise Alsfeld, Geheinren Regiermrgsrat Dr. Otto Heinrichs, zum !Mlrtgliä> urtifr Rat der Obervechuungskaurrrter unter Berlechrrng des Charakters als Geheimer Obe^mchrungsrat ernannt.
** Die hessische Lasare tt z eitung Nr. 48 enthält als Beiträge: „Das Fort im Osten". VI. Preisausschreiben „Wie wünsche ich mir die Lazarettzeitung." ,£yn tiefer Not", Zeitgemäße Erinnerungen aus dem Dreißigjährigen Kriege. ,Knapp wird's hergehen, verhungern wird keiner." Wie ist unser Pla- netensystent entstanden?" (Fortsetzung). Meine Mitteilungeit, Bücherschau, Lazorettberatung, Scherbe und Rätsel. Die G i ebener Beilage enthält: „Einst", von Jul. Honte; „Losung", von D.' Trau» „Der Beruf ist das Rückgrat des Lehens". Stellen für Krieasbeschädiate. Verwundeten-Unterricht.
** Für den Besuch der Ostseebäder gelten zurzeit folgende Bestimmengen: Badegästen und Besuchern, die reichsdeutsch sind oder verbündeten Staaten angehör err und, in Deutschland wlMrttn oder sich dauernd anshallen, wird der Aufenthalt in den Badeorten widerruflich gestattet, wenn sie im Besitz eines von der Polizeibehörde des Wlv'hin- oder dauernden) Aufenthaltortes ausgestellten Lhusweffes sind, frei mit einer Personalbeschreibung, eigenhändiger Unterschrift nnd enter Photos graphie des Inhabers aus neuester Zeit, sowie mit einer amtlichen Bescheinigung darüber versehen sind, daß der Inhaber des Ausweises tatsächlich die durch die Photographie dargestiellte Person ist uud die Unterschrift eigenhändig vollzogen hat. Für Fanttlleu genügt ein Fanrilivnxmsweis, der die Personalbeschreibung nutz Plwtographie der über zehn Jahre alten Zersonen nebst eigenhändiger Unterschrift Und Bescheinigung) ausweist. Hauspersoual und nicht zur Familie gehörige Kjinder können in den Ausweis, der Familie, mit der sie Zusammen reifen, mit ausgenommest rverden. Volljährige (eigene und fremde) Kinder bedürfen eines! besonderen Ausweises. Der Ausweis wird stempelftei erteilt. Landkreis Gießen.
** Lauter, 16. Juli. Der diesjährige Erlös für Gemeinde- Hirschen beträgt 5500 Mark. Seit 35 Jahren hatte die Gemieinde keinen Erlös von Kirschen zu verzeichnen.
** - L i ch, 16. Juli. Dem Grenadier Hans R e i ch a r d t wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse vom Kronprinz persönlich, überreicht.
# Rod heim, 17. Juli. Das Eiserne Kreuz erster Klasse, bereits früher die Hessische Tapferkeitsmjsdaillc und das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt der WehrMänn Heinrich K1 i p p e r t. Er steht seit Kriegsbeginn im Felde und hat schon ans allen Kriegs- säiauplätzen gekämpft.
** Wieseck, 17. Jitti. Das Eiserne Kreitz ethielt der Schütze Ludwig Schnabel bei einer Moschinengewehr-dlbteilnng im Westen.
Kreis Büdingen.
& Bad-SakH,Haussen, 18. Jluli. Der bei einer Fliegertruppe dienende Sohn des Konsuls F. Engl er von hier stattete l>eute mittag nrit seinem Flugzeug ferner Heimat einen Besuch ab. Er landete gegen 3 Uhr auf einer Wiese an der Kreisstraße Nidda- Bvrsdors vor dem Harbwald und kehrte abneds '.nieder in seine Garnison zarrück. SowioU die Landung als auch der Aufstieg lockte eine große Düenge Zuschauer aus der Umgegend herbei, die den. kühnen Flieger und seinen interessanten Doppeldecker bewunderter.
G DüdelS^e^W, 17. Juv. Dos ,KriogÄHvenzeichten in Eisen", bereits früher das Eiserne Kreutz erster und zweiter Klasse und die Höfische TapserkeitsmedaÄe, erhielt der Leutnant d. R. Fitz Nos.
# Fauerbach. 17. Juli. Die Hessische TapserkeiGmedaille
erhielt der Fahrer Heinrich Weisel, das Eiserne Kreuz, bereits früher die Hessische TapferreitsMedailLe, der Unteroffizier Westerweller. » /
# Lindheim. 17. Juli. Fürs BaterLrnd starb der Grenadier Friedrich Welcker, Sohnldes Beigeordneten Konrad Welcker
# Wallernhausen. 17. Juli. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Karl Atzimuß.
Kreis Alsfeld.
Up. Ruppertenr od, 16. Juli. Gestern fand hier eine Gedächtnisfeier für den Landsturmmann Johannes Eiß- f eil er statt, der den Heldentod erlitten. Am 11. März 1916 ward er nach Darmstadt einberufen und später einer Munitious- kolonne zugeteilt. Bei Hentrybille in der Champagne traf ihn am
17. Mat, als er sich an der Arbeit befand, eine feindliche Granate. Auf dem Friedhöfe zu Heutryville wurde er unter militärischen Ehren begraben. Er hinterläßt eine Witwe mit drei Kindern. — Dem Musketier Karl Geiß von hier, in einem Jus.-Regt., wurde für sein tapferes Verhalten in den Kämpfen um Lens das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
up. Ruppertenrod, 17. Jiuli. Unter einem großenTrauer- Zuge wurde Gemeindeeinnehmer Heinrich Philipp V. zu Grabe getragen. Bis zu seinem 77. Lebensjahre hat er das Amt des Gc- .neinderechners, späterhin noch das Amt eines Kirchenrechners und zwischendurch noch den Tierrst eines staatlichen Untererhebers mit einer Diensteifrigkett, Treue und Gewissenhaftigkeit versehen, wie sie selten ist. Da sein Sohn znm Heeresvienst eingezogen, versah er noch im vorigen Jahre die landwirtschaftlichen Arbeiten.. In sehr ehrenden Worten erkennt seine Vorgesetzte»Behörde seine vierzigjährige Tätigkeit an,
Kreis Friedberg.
Q. Bad Nauheim, 17. Juli. Mit dem gestrigen Tage wurde der Höhepunkt der diesjährigen Sommerkur überschritten. Die drei ersten Rdonate brachten Unsere,n Badeplatz einen Besuch von über 16 000 Gästen. Die Bersorgrng dieser großen, aus allen Himmelsrichtungen zufamMertgeströmten Zahl war nicht leicht, doch ist sie über alles Erwarten gut gelungen, und es ist Vorsorge getroffen, daß die Verpflegung der Kurgäste auch im ,wch kommenden. Teil der Sommerkurzett keine Schwierigkeiten macht. Daß bei der Verteilung gewisser Nährungsmittel die einheimische Bevölkerung zugunsten der Kurgäste zeitweise zurücksteheu mußte, ist leicht erklärlich, doch wird sich voraussichtlich in den Winter- monaten Gelegenheit finden, unsere Einwohner zu entschädigen. Der Zugang von Kurgästen ist in den letzten Tagen sehr stark, sv daß man schon jetzt von einer guten Sommerkur 1917 reden kann. r
Kd- Bad-Nauheim, 17. Juli. Das achte Sinfonickonzert der Kurkapelle findet Donnerstag, den 19. Juli, im Konzerthaus statt. Mitwirkende sind Fräulein Thilde Walther (Sopran), Professor Arrwld Mendelssohn, Darmstadt, (Äfft. Casini (Violoncello). Die Leitung hat Hoftat Professor Hans Minderst ein. Die Vortragsordnung bringt wiederum eine Erstaufführung und zwar die einer „Suite für Blas- uud Schlaginstrumente" von dem tit Darmstadt lebenden hochgeschätzten Ton- setzer Arnold Mendelssohn. Der Komponist wird der Aufführung beiwohnen und im zweiten Tett des Programms eine von Frl. Thilde Walther gcsnngene Reihe aus seinen Liedern am Klavier begleiten. — Ferner gelangt zur erstmaligen Aufführung das Kcmzert^ für Violoncello und Orchester des erfolgreichen Komponisten Eugen d'Albert, vorgetragen von den, 1. Solocellisten des Orchesters Gust. Easini. — Eröffnet wird das Konzert mit der Ouvertüre zur Oper „Genoveva", von Robert Schumann, welcher Fräulein Walther die Arie nitt obligater Violine (Herr Drumm) aus M^arts verschollener Oper „Jl re pastore" (Der König als Schäfer) folgen läßt.
Starkenburg und Rheinhessen.
= Darm stadt, 18. Juli. Die h essische La udes- otzst stelle hat in dem „Heidelbeerkriege", wie man rm ganzen Lande ihren Streit um das Pflück- und Versand- recht der Beeren mit der Forstbehö-rde und der Bevölkerung uamrte, eine entscheidende Niederlage erlitten und die Waffen gestreckt. Verantw-vrtlich für die Niederlage macht sie die Forstbehörde, daß diese ihr nicht genügende Unterstützung lieh und die Post, daß diese «unter Wahrung des Postgeheimnisses den Heidelbeerversand zu einem besonderen Verkehrszweige auflonnnen ließ. Die Obststelle gibt den Städten jetzt den Rat, sie sollen ihren Bedarf aus anderen — Bundesstaaten decken. Der letztere Ratschlag ist wohl-mehr hnmor- voN zu nehmen, zumal er ausgerechnet von der Behörde kommt, die ihr Land seit Monaten mit einer chinesischen Mauer umgÄien hat.
Kreis Wetzlar.
va. W e tz l a r, 17. IM. Ein sehr Verschiedeuartiges Bild geben jetzt die S t e u e r v e r h ä It n i s s e unserer Kreis'gemeinden. Dreizehn davon waren in der angenehmieu Lage, weder Zuschläge znr StaLtseinkwumensteuer, noch Realsteuern erheben zu müssen. Keine Ein komm-eusteuerzuschläge, aber Realsteuern, erheben 7 Gemeinden. Bis zu 50 Prozent wurden in 6 Gemeittden, 50—100 Prozent in 23 Gemcindeu erhoben. Höhere Sätze, nämlich 200 Prozent, kvm- Mlen in st3.' Gemeinden und über 200 Prozent in Bellersdorf (2501 und Oberlemp sogar 300 in Ansatz. — Was^ die Realsteuern an
betrifft, so wurden 200 Prozent icud ruehr ttr 25 Y-erneinden erhoben nnd zwar in 17 200 Prozent, in je 2 220 Prozent und 2 230 Prozent, in je einer 240, 250, 255 (Obertemp> mrd Edingeit 320 Prozent. AÄe anderen erheben weniger als 200 Phozent.
ra. Braunfels, 16. Juli. Vom 15. Juli ab falleii die Züge der Ernstbahu bei Braunfels 7.48 Uhr ab Philippslein, 8.18 Uhr an Staatsbahnhof Braunsels, 10.01 Uhr ab Staatsbahn- hos Braunfels. 10.21 Uhr an Station Stift, aus.
va. Kloster Allenberg. 17. Juli. Die Kreis-Jungvieh weide aus Hof-Altenberg ist für diesen Sommer nicht eröffnet worden.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 16. Juli. Eine vielumstritteite Frage beschäftigte das hiesige G e w e r b e g e r i ch t MEinc Arbeiterin klagte gegen eine Frankftrter Brauerei au.f^ ArerkermaNg bce« Brauerei-Tarifvertrages. Tie Brauerei hielt sich an den Vertrag gegenüber der Frau nicht gebunden, wett im Vertrag nur von ,-Viännern" und „Arbeitern" die Rede sei. Das Gericht entschied dahin, daß die Brauerei den Tarifvertrag auch. süt Arbeiterinnen! anzuerkennen habe uud führte urtettsbegrüudend ans: Weim auch im Verttag von Lohnerhöhungen „pro Mcnrn" gesproü)en werde, so seien darunter all eArbeitnehmer zu verstehen. Jü den G6- setzesverfassnngen werde immer nur von „Arbeitcru" gesprochen, ohne daß man in der Anwendung einen Unterschied zwischen nttinn- lichen und »veiblichen mache. Tie Tatsache, daß Frauen, die vorerst nur als Ersatz siir die zum HeereÄienst ein gezogenen Männer tätig waren, diese Arbeiten zu geringeren Lohnsätzen ausfülyren müßten, könnte daztl führen, diese Stellen den hettnkehreirdeit Kriegerrt dauernd zu entreißen. Ter für Mehrbezahlung der Riännerarbeit angeftihrte Grurrd, daß diese siir die Familie zu sorgen haben, treffe jetzt auch für Frauen zin. Demzufolge müsse der Tarifvertrag auch für weibliche Arbieiter gelten. Das Landgericht trat in der Bern surr g diesem Urteil bei.
zoo. F r a u k f lu r t <t. M., 17. Juli Die Wohltätigkeitsvor- anstcütung zum Besten der H indenb urg-Büchersa yrm- lung, die der Ostendverein am .Samstag, freu 21. Juli 1917, bei jeder Witterung im Zoologischen Garten veranstaltet, bietet ein reichhaltiges Programm. Am Nachmittag und am Abend findet große Militär-Konzerte der Kapelle des 1. Ers.-Batl. Jns.-lltogt. Nr. 81, unter Leitung von Musikletter Heinr. Garbe, statt. Die volkstünttiche Unterhaltmrg für Kinder am Nachauittag beginn» um 4 Uhr mit Gruppenspielen. Hieran schließt sich ein Lünnen- korso durch den Garten. Wie Reit- und Fahrtiere w-erdcn berett- stchen. Ant Abend^ sinden turnerische Anffüb-rungen auf cineni Podiuin vor freut Wdiher statt. Das Neumann'sche Quartett wird Gesangsvorträge bieten. Eine Weiher seren afre ist vorgesehleu. Das ^lbomtement ist ab 1 Uhr aufgehoben.
. = Hanau, 17. Juli. Ter letzte So'hn des Kurftirsten Friedrich Wilhelm von Hessen aus dessen morgaimtischer Ehe mit Gertrude, Fürstin zu Hanau, F ü r st H.e i n r i ch v o n >H a n a u, ist im Alter von 75 Jahren in Prag gestorben. Der Fürst \vtrc Besitzer des fürstlich nassauischeir Fideikommisses Horrtvitz unh Jinetz in Böhmen, Besitzungert, die nunmehr aus den Landgrafen Alexander^ von Hessert übergehen. Unl die Erbnachsolge dieses Gutes entstand vor einigen Jahren ein Prozeß, der schließlich zugunsten des landgräflichen Hauses entschieden wurde.
= Kassel, 15. Juli. Rentner Alexander Fiorino hat der hessischen Landesbibliothek eine kostbare SanmtLusrg althessischer Er- intterungsstticke zugeeignet, u. a. zahlreiche Urkunden aus der Zeit Philipps des Großmütigen, Zunstbciese, eine ans 52 Tafeln bestellende Siegelsauttülung, Briefe von Hvssmann von FalleMeben, Geibel, Spohr, Moses Mendelssohn rmd schließlich 65 Briefe und Auszeichnungen der Brüder Grimür.
.Dl Marburg, 15. Juli. Sett ettva einer Woche wird m bei: Gäileu am Südhang des Schtoßberges ein blendend weißer Vogel, etwjs schlanker wie ein Sperling, beobachtet.
[] SUrButc, 16 Juli. Der „Unabhängige Ausschuß.für einen deutschen Frieden" hatte auf gestern nachnrittag zu einer Versammlmtg in den StadtsÄen eingeladen, die besonders vom Lande zahlreich besucht war. An Stelle des verhinderten Rittergutsbesitzers Broedrich aus .Kurland sprach dessen Landsmann Mex Hermann über „Die jetzige Lage rit Rußland". Am Schlüsse der Versammlung tourden ans Vorschlag des Oberbürgermeisters Tr oje au den Kaiser, an Hrndenbrrrg Und an Adnr'iral Schesr Hukdigüngs te legra mme abg^ sandt. — Auf dem' Südbahnhof trafen ant Sonnabend wieder 143 Frankfurter F e r i e n k i n d e r ein. Nach! erfolgter Bewärtmtg fuhren die Kinder mittelst Sonderzngs der Kretsbahu weiter. Sie fanden dann Ansnahmje ttt Hachborn, Heskem, Leidenhofen, Winnen, Jlschihcnsen und in Novddck.
Kwift und wiffenfchatt.
— Allerlei Mer kwürdiges vom Klange der Kirchenglocken. Diele Mvchenglockeat, deren Klang uns von Jugeiw an vertraut war, sind jetzt verstmnntt — für immer. Ihre vollen, wohlklingenden Stimmen boten so manche Eigenttimlüh^ feit: nicht eirteit Don, sondern zwei Däne gab jede im vloll'enj Schwünge befindliche Urchenglocke von sich, was anftNerffamerert Beobachter nicht entgangen ist. ES hartdelt sich dabei um etreej Erscheinung, die miau an anderen Schällguelleir ebenfalls beobach- ten kann; wenn ein Radfahrer klingelnd an einend vorüberfährt, steigt der Don in die iHöhe, solange er sich itähert, um sogleich wieder tiefer zu rverden, sobald er sich, unedler entfernt. Didse Erscheinung beruht aus dem sogeuannten Dopplerschen Prinzip, nach dem die Tonhöhe einer Schcülguelle nicht nur voit ihrem Bau, sondern auch davon abhängt. wie sie sich bewegt. Bei der schrvingew- deu Kirchenglocke hört man den höheren Ton, wenn sie sich aus den Hörer bewegt, den tieseven, wenn sie nach der anderen Seite - schwingt. Streng genommen ist dies aber nicht richtig; mit dem Klange der KirckMnglocken hat es eine ganz eigentümliche Bewandib, nis; sie geben nämlich nicht nur einen Ton beim Anschläge, souderkn mehrere, mrd das Zuständekommen dieser Däne uitd die Beziehun- ge-t zwischert ihnen sind, wie ein rrefflicher Aussatz in der natura wisse,tschaftlichen Umschau der „Chemiker-Zeitung auseinander- setzt, recht Merkwürdig. Von allen Körpern, die durch Anschlagm zun, Erklingen gebracht rverden, bringen die Kirch-mglockert dag stärksten Töne hervor; Uhrglocken, chinesische, japanische solvie anaiuittsche Glocken entfalten jedock) nicht die große Schallstätke unserer Kirchenglockeu, rveil sie anders gebMtt sind; ihre Jnnen- und Llüßenwände laufen nämlich fast parallel herab. Eine Glocke tönt Und schwingt in der gleichmc Weise wie eine Chladnischtt Platte; wie diese teilt sie sich garrz m SchwingungSfelder, die nach bestimmtest Gesetzen begrenzt sind. Außer frem Grundton erklingt dabei die ganze Reihe der ?MgM>rrgen Obertöne, nämlich die Ott ave des Grunddones, die kleine Dertz der Oktave, die nächstfolgende Quutte, die Doppeloktave usf. Fittich hängt es vom Gelingen des Gusses ab, wie viele dieser Töne wttklich zustande^ kommen; eine Glocke 'unterdrückt den leimen Don, die andere einen anderen oder mjehrere, aber der Don, den Man so besonders stark hört, fft in dieser Reche nicht zu finden. Der „Haupt- oder Schlag- Ion", gegen dessen Schall kraft alle anderen Döne nur Nebentö ne bleiben, der sie so stark übertönt, wie bei einem! Saiteninstrlrmeute der Gr und ton die Obertöne, hat Nun eine Eigenschaft, di e die Nebentöne nicht haben. Er ist int Gegensätze zu den übrigen Törten nur oort ktrrzer Dauer, und sein scheinbares Nachklingett
wird Nur durch den weitergehenden Nebenton vorgetäuscht, der in seiner eigenen Tonhöhe liegt. Diese Tonhöhe ist nie dieselbe, wie die des fraglichen Nebentones) sondern liegt nur in ihrer Nähe, Manchmal höher, inanchmal etwas tiefer. Dieser so ausgezetchnete Nebenton fft die Oktave des Grundtones. Der Haupt- oder Schlagton unterscheidet sich ivoch durch andeve Eigentümlichkeiten von den Obertönen; Nur der schlagertde Klöppel bringt ihn zuM Ertönen; durch Resonanz läßt er sich nicht anregen, und wenn Man eine! enffprechende Stimmgabel auf die Glocke auffetzt, so kann inan jeden anderen Ton erregen und aus der Glocke gut herausholen, sofern er ihrer Dorweihe überhaupt angehört, bei freut Häuptton aber gelingt dies nicht. Umgekehrt sprichlt auch der dem H-aupttmt einer Glocke enffprechende Resonator nicht an. Man kommt daher aUs die VerMutmtg, daß es sich bei diesem Schlagtvne um einen Kombinationston handeln Uttrß, der aus zwei oder mckhr Tönen besteht; nnbekamtt fft srettich, aus rvelchem. Väerkwürdig' ist nun aber, d>aß der HaNPttmi einer Glocke zUM Verstummen gebracht werdest kann, wenn !Man den sogeitannLeN Schlagring, den alle unsere) Kirch-englockert Haberr, abdreht, wenn man die rvulstförmigie Verdickung «am ^Rande besettigt, roenn der untere scharfe Rand der Glocke abgestumpft oder ihre Haube enfferut ward. Alle diese EigwtüMlichkeiten des Baues >der Kttchenglocken spielen asso arr- schleinend beim Zustandekommen des Schlagtones eine wesentliche Rolle.
— Vögel, die Bomben werfen. Aeschplos soll nach dem Berichte des Plinins dadurch ums Leben gekommen sein, daß eine Schill,kröte durch eimn Adler auf seinen kahlen Greisen- schädel geworfen rvurde. Das klingt zunächst wie eine Fabeft allmn nach der Züsamnienstülnng, die V. Franz in der „Natnr- rvissenschaftlichen Wocl-en, chrift" über bvmbenwerfende Vögel gibt, gehört es in den Bereich der Wöglichkett. 1909, so erzählt er> sah «Man ^Kräjhen ttt Hamburg öfter Knochen in die Lust emporfülirert und auf die Glasdächer der KmtWallen fallen lassen. Größere) Knochen schlugen glatt durch; auch ein abg>ebrochener Schirmgrifs aus Horn murfre itmmal in dieser Weise abgeworfen! Art der Nord- seeküsde sieht man zu Zetten Nebelkraherr Muscheln so oft bis 30 Meter hoch tragen und dann ans Steine fallen lassen, bis sie zerschellen, so daß der Inhalt dem Vogel zugänglich wird. Das gleiche hat man eine Rabenkrähe mtt eciter Weinbergschnecke aussühren sehen, stnd Mt Krähen Üblerhaupt sind eine Reihe von Beobcnhitungerr angestellt wordert, rtach denen die Vögel Fluß- rmd Teiichmuscheln, Walnüsse, gelegenllich auch eine Feldmaus aus größerer Höhe aus Steine fallen lasseir, wodurch sie zertrümmert werden. Vonr Kolkraben rveih utan das gleiche, jrtnb tijm Mwert liegen viele derartige Beobachtungen vor; so haben und
^ege ge^eyen, wre fttowen wtu,cheln. Zkrebse oder WallhorwgeWuse mtt EttffiMerkvebsen ckuf diese Weffe zertrümmerten. Der Vergleich nnt bvTnbenwerfenden Fliegern liegt nähe, und es ist zutreffend denn es handelt sich darum, daß Gegenstände ans der Lnst aus ein) bestimmtes Ziel geworfen werden, roenn anck? das Ergebnis rricht. das gleiche ist. -Auf alle Fälle ist die Dreffsichmheit der Vögel Außerordentlich groß, größer als die der menschlichen Flieger, und die Kunst des Abwerfens beherrschen einige Böge! ganz arrsqezettb- net. Was Wertus Magnus vor: einer kleinen bunten bldlerart, „Betnbrecher" genannt, berichtet, ist insofern vollkommen ricbtia, als wrrklich Raubvögel Krrochen aits großer Höhe Ms FÄsm niederfallen lassen, ttm, wenn sie zerschmettert sind, an das Mark zU gelangen. Der Bart- und Lämmergeier, den die spanischest Hirten nach dieser ergentümlichien Gcwohnhett des Knocherrzer^ schmetterns ,,Osfiftaga" nennen, ist während des' Krises durch einen Major ttt Serbien bei diescnt merkrvürdigen „Bombenwersen" beobachtet worden, wobei es sich freilich nicht UM Knochen, sondern! nne andere Beute Handelle. Ofwtals nacheinander habe der RLajor W heißt es ttt dem Berichte, einen solchen Vogel vont hoh^r Gebirge aus sich etwa 300 Meter hock- erheben Und einen Gegenstand vermutlich eme griechisch^ Landschildkröte, fallen lassen setzen', frte, sowett erkermbar, nnt erstaunlicher Dveffficherheit immer 'aus dierelle Stelle, em FelsplateM, fiel; der Vogel folgte dem fvlletr- deu Körper m großen Kvetsen und erneute sein Spiel, vielmehr seine Arbeit, Mrd zwar machte er stets vor Mwurs ttt der Äft erneu Augenblick l-alt, hob die Flügel ein roewig, so daß er ffth SEgf® /bnkte, tnll, gab deut W-urskörper rwck) einen Swß frurck^ Mstrecken der Fange. Rmser bertchtet, 'datz ettr Bartgeier einest Knocheit oftmals hmtereinartder ans imgefähr 80 Metern Höhe immer wieder .aus einen Felsen fallen ließ und schließlich herab karrt und den Knochjen, dett er int Schnabel hiell, durch A'rffchlagen gegen erneu Stein zu zerhauen suchte. Die Absicht fft in diesem Falle wohl unverkennbar.
der Bor-Edda-Zeit Auf norroegr)ck?eiu Boden rmrrde bei Aufdeckung eines Grabes ein Zchnd gemacht, desten Deutung ttt derc Krmsen der Schriften forschim^ größtes Interesse entgegengebrachit irürd. Das Grab befand sich' wre „NrÄxwsachlen" mitzuteilen weih, in einem Kornacker des Hofe<' ZWE m demKmr Qandschattsbezirk SoM gchörtgerr Ort dftadch' Nach den FesfftÄlWrgerr dec> Forschers Prof. Schepelig der die llntersuckMNg etnlertete, stmrtmt das Grab aus der Zeit unges^ ^00 rr. Ehr. Neben and. Frmdeir entdeckte mart ettn- Stefftplatte mit 17o Brtchstabe n^ und rroch mcht aufgeklärten Zeicherr, die au* Sn der Eddalieder stMtUEt. Die Deukimg der Jnschrfften rft bisher noch rncht erfolgt g


