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7.7.1917 Zweites Blatt
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Zweites viatt

mit RuSntchme de» Sonntag«. -A- . " f Ä-'

Beflogen:«ie^ener S«naU»eii»lLtter" und JMsIMt für den Krei* Bietzen".

-eMcheEk,nts: Frankfurt am Main Nr. Ntz86. vanksettehr: Cewerbebank Gießen.

W7. Jahrgang

KUmr Anzeig

General-Anzeiger für Gberheffen

Samstag, 7. Juli

3»iQkng§nmb0nicf und Vertag:

»tu hllche UnwersitätS-Buch-u.Steindruckere R. Lange, Gießen.

Schttftleitung, OrjchSftrßelle ns* druskerei:

Echulstrapc?. EeschäfcSIlelle u. Verlag:

Schriftleitung: 112.

Anschrift für T ca htnachrichten: Anzeiger Gre-,»..

Ans peften.

Der !ft,ndrsvcrbuni» der Halls- und Griindltesibervcttiuo

un Gr°ü k,^v"r,n" Sesse» yloll dirscr Tage m M«rkf>n-t ein« wOTBrtcrtjmanimferng ah, die nch mit der Frage der Msiet-- vrerserdr'hung fccit ©tftbteu des Ohtjftritr&wrto'niS befaftte

m folgendem "Beschluß "läm? '.'In »ürbetvacht deßen, i-an. infolge der Krtegslvirknngen sämtliche für

tfiflWjpn Bedarf v.ittnnule Güter z. 3. Mil 1001000 Prozent t-wwer gmvrd.il sind ,u>w die Mbriks,»hno rate ©teiacrim« iit

ÄShL'Ä.^Ä ffaÄ^JÄaterk.

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H^D'ü'aUlgmia .der w>rtschaftliche,i Entwicklmtg und .lngenknrrein . .taß< i iit Brnic mts x»,» c-vt.vw»» x.««..

un Preise gestiegen, und die Hypotl-ekziusen <nd->ln. daiungegeu dre Ansprüche au Ausstattung

tllk .»+ _ c c\Y\ ,

h^9vu*K? ,t *T n . ULV «uiiviuujK au rcu-siralliing

occ ^UoljnMnggn «rer mefn erm.singt wordeii smd, könncnr die Med- odne 'xraetoaUigimg her Wirtschaftlichen CntN'icklnng und L \£ tx.awrc ^ Wohmrngsbesch-afsung fernerlsin

'E. rwrMich niedrrggrl-alten ioerden. Mit nuingender- Aut- itvm igmt imrs, daher eine den wirtschaftlichen Verhältnissen Rech ^^«^E ^ag< 2 id e nigr'.nenene Erhößmig der Mietpreise eintretcn. "2 WTuviTniu'i|antirUin,g empstehtt daher den dem Landesver- Mb zuqehSrtgrti Bermmr, im Jttteresse der- Erhaltung des Be- sitzttaw. ilfrer 'nitglreder, alslxrld in einer Mitgliederverfalninlnng dre^inernfame Fessie^ncg nnd Tiirdsiühruiig einer den örtlichen ^erhalttn, ,-en Migepaßwn Mietpreiserhöhung zti beschließen. In den Entschließung voraus gegan getreu Verhandlungen war

aue^cfuhrt worden, das; die Lage des ÄuruSbesitzeS im sich eine ungeheuer- schwierige sei. Keme. Wirtschaftsgrnppe habe unter dem Errege fv Kn leiden gehabt, wie der Hansbesitz, keine Wirtschafts-, grut've hab-^ auch schon vor dem Kriege unter so ungünstigen Ver^ geliiten, wie der Hausoesitz. 3rfl>fr tvcnn die Hausbesitzer all e Ver teilerum^r, die für sie selbst wrumsiän glich iwtlvendia gen»rt«l sind, auf sich ncchntM inolltwr, so wären sie in ihre? »>a nK ü Lcrwiegenden Dsihrzahl dazu einfach nicht imstande Sie mußten dem Untergänge zugeführt ioerden, weun ihnen die Mög­lichkeit gcTW'micu nx-iDen sollte, der roirtschaftlichen CirtUnMkngi U& mr.zut>it w und wenigstens ernig-erraaf^n die Erhöhung der Unkosten, die sie selbst ausmwenden l-aben, durch eine mäßige Erhöhung der Mieteit au^uglrul'en. Auch bilden die gegen- wmchg feÜgrselchrn Mietpreise vielfach gar nicht den Wert' der ^wl^rungen der selbst dem Miatgmeise vor .dem Kriege ant-. mE Wahrend de.. >krreges hatten zahlreiche Mieter im 5nn- fchnw.ernfl' Lage des H«nsl<r^es nrit Erfolg versucht, dr« AdketprEc erbebliü: wrter die sricheren MÜedcnspreisl- herab- Äwrucken. Wahrend >l negspreis^" auf all^i Mider^l (Gebieten, mich am denr Geb:.:, der ursprünglichen Lebensbedürfnisse, mn oem Erbiete cp Piirung und Betreidrmg, einen gegen die srrie- denspreiw wesent'irr, I ölwren Preis erregtsten. Schießli'ch umrde auch noch twtont. ixin ^s un Interesse der Mieter liege, wenn ne srch rn ilwen Ailivru^t auf .verrichümg der Wohnungen ein asvisses Mud auferlegen würden, da ein spapanres Wirtschaften nr dieser Begehung ans dir Bemessung her Miettweise keinen ge- rrngen Erufliiß habe.

AriegZörlefe aus dem Osten.

Äon unfevem zUm Ostcheer entsandten Kriegsberichterstatter.

Mnberechtigter Nachdruck, a»ch auszugsweise, verboten )

Der nrmanische Erute-Sieg.

. Burarefiden A.Juni 1917.

WÄwend die große 2nrce von der Baltischen See bis znnr ^>chwarKen Meer seit Wochen in Ruhe und Berettsckwft lag,reifte" inikter rdr dre Entsctn-'dimg. Das abgegriffene Schlaipoort von den letzten nlbvneii Kna-in, die die Entscheidung bringen würden, ist m den vielen verbrauchte Mväsen dieses .st rieges-gelegt iwrbeu mch man sieht in der- Gwossenschasi unserer Gegner,'wie laugst bei uns, daß die letzten touiend Donnen Getreide mit am enter Stelle ocit 2iu#?frj der Wage, die schon zu uw'eren Gimsten sinkt, geben wewen. Wir haben einen schweren Winter und ein nicht leickstes rrEna'hr hinter uns, das hat jeder an seiner Stelle erfahren, aber ohne Uedersckwaug kann man nach Kenntnis der Tinge meinen, !^hl die schwerste Zeit hinter uns halben, nMirc-nd das Bitterste rür die andern noch kcmrmt.

^icksts ist aufrichtender und erfreulichcr füä jeden, der selben kann, als die ss-airl durch jbce .frosten besetzten Gebiete im Nord- esren. durch Ungarn und durch Rumänien .'dimderte von stilometern Eirt der Zug in Litauen, in Polen, inr verbündeteil Land an

beswllwn, toogenden o-eünn'ii vorbdi, deren Ernte fa* uns reist, sobald man dw rumämsche Grenze überschritten hat, merkt man dann, daß schr \ynn ernen großen Mieten m unserer unermüd- trchilm.strbnt^dazu haben: deir Ewmmerregen. Seit 14 Tagen geht regelmäßig ^tricliregeu über die rumänischen Weizenfelder nieder. Einem roarmen smmigen Vormittag folgt gegen Mittag Gewitter- brldung, dann fetzt warmer Regen ein, gegen Albend ist das tägliche himmlssche Begießen tun Felder vorüber. Die Wirkung ist foie im BreibhauS natürlich.Ich 'habe immer fest geglaubt, daß man uns oben helfen wird!" sagte mir der Ehef des Oberkommandos Macken- seii, der Chef, an dessen ruhiger ttubtzirrbarkeit man sich an matv ^entsckx-idenden Tage an der alten Ostfront aufrichteu konnte.

Unter diesen ch'mstigen Umständen haben sich die Ziffern, die -»W bar Oefsentlichdstt gegeben fvurden, noch erheblich ßeftellt. Auch die Anbauziffern haben sich durch na<^ trg^lrchc Rceldmigrn crlwht, so daß die Zahl von 2,65 Millionen vektar bestelllen Bodens überschritten ist. Der Wintcrweizen, der dre größte Flache eimrrnnnt, ftclit über dem Durchschnitt, trotz aller ungimfttgen Verhältnisse, die der Krieg mit sich gebracht hatte.

, um errre Vorstellung von den möglichen Ergebnissen zu geben, wi.daran ermuett, daß die Weizenernte RmnänienS etwa ein der gesamten deutfchen Weizeuernte ausmarht und daß wir Drittel Rnmäniens, darunter seine frnckitbarsten Getveidegcbiete, in der Hmrd haben. Mit welchen Zahlen hier icheratt gerechnet werden kann, zeigt das kleine Beispiel, daß eine Venvalttmg einen schlag von 3000 Morgen Sonnenblumen 'Ar Oelgcwinmmg angebmtt l>at. Gleichzeitig mit diesen Er­folgen, die die glückluche Tätigleit des Wirtschaftsstabes c-rzwang, gmg der neue Aufbau und bn Ausbau des Wtrausportes. Ans der Zeit, da Rumänien nockz nicht sein Glück einem gÄoissen-! losen st-rregsspiel geopfert hatte, n"ar die Einrick7tnng der großen Verladebezirb' .rbriggeblieben. Unter militärischer Aufsicht wurde hier wertergecrrbeitet, die Zufuhren mittels Balch, Automobil, Kolonnen, lOch'senkarren wurden organisiert, die Sainmelstellen ml der Donau, die Donau-Häfen, die zum Teil beschädigt waren. Nieder m Ordwmg gebwckst, und schmr inr Mai war eine Re- kordzifsir im Wttansport errcücht, die größer war als die höchste Ziffer des vergangenen Jahres, die bis jetzt als mierreichbar ge­golten hatte: einer dieser Ausftihrtage im Mai sicherte den Ge- tteidebedarf von 100 Millionen Menschen. Das Resultat wurde gewvimen, trotzdem der wichtige Hafen Braila ausfaNen mußte, Werl er untrer den russischen Kanonen liegt, die vor kurzem zum erftenmal die rumäniscke Stadt nitt ein paar Duttend Schüssen be- dackiien. An Stelle Brailas haben andere öarennte, wie Turim Mcchnreke genalrigen Aufschwung genominen. Tie Lnstnugsfähig- leit des .Kanals am Eisernen Tor ist durch T.rmvs-Treidclbetrieb verdoppelt norden. Die Umladung der sog. Griechen-Schlepps, der Tmrsend-Touneu Boote, die das (öetreide bis ;um Eisernen Tor bringm in die oOO-tonS-Torboote, ist edeufogui organisiert Iu deni großen Wirtschaftscädwwerck greift alles glatt und sicher ineimmder, und deuttcbe Arbett iovgr dafür, daß die Masihrne noch täglich leistunasfähiger fvird. Die Rapserittr lwt sckwn ein­gesetzt, Und die Gersten etttte stelst vor der Tür.

Tie rrrmänistbe Entte ging im Frieden den Weg donau- ^N>ärd5 ivn Welten nad? Cilsn zum SctLvrrrzen Meer, nnr haben dre RickDrng herumgeworßen. Es ist wie ein greifbares ZeicsvN' dieser item- ichnq von Osten nach W^esge-i, cvnmlaufwärts brs Regensbrrrg. Tie ungeheuren Felder, bk man wie ent gvld- grürte? Weer am der Bähn nach allst Stünz wogen sieht, fowert dos ^Lrgr die Ferm bezwnvgen bann, reifen für lmfem Sieg mtb fveiheu dm deutschen sirsiedvn.

_ Nols Brandt. Knogsberichterstvtter.

A«,s Stavt «nd L<,nd.

Gießen, 7. Juli 1917.

Unsere GloSrn.

Zu dem vielen gänzlich Uuerwurteten, was der gegen- nxirtige Krieg gebracht hat, gehört es arich, daß unsere Glocken in absehbarer Zeit hin Ausziehen müssen, um zu Helsen, die >>eima.t schützen, mrd daß der Friede, wenn er nicht bald kommt, keine Eftocken mehr vvrsiTtden wird, die il>n ein läuten können.

Während mau sonst vielfach Glocken goß ans dem Metall der im Jahre 1870 71 erbeuteten Geschütze, sollen jetzt Glocken in Kanonen nmgeroanoe.lt werden. Sie haben schon jetzt

vie Sammtung der Aquarelle von Hugo von Ritgen.

manchen Kriegsdrenfst jgetan, sie haben die großen Siege -verkikndet, haben zmn Gebet gerufen und gentahnt, Gott die Elfre zu geb-err, als sie läuteten nach den großen Siegen in den Augusttagen 1914, die den Feind aus dem Lande warfen und unsere Grenzen siclferten, sie klangen beim Fall pon Atittverpen, bei der Einnahme von Warschau, bei der Eroberung Belgrads rmd bei der Uebergabe von Bukarest. Run sollen sie dem Backerland den letzten Dienst leisten. Dann wenden vielleicht Jahre vergehen, bis von unseren Türmen Inieder ein volles Geläut über die Stadt dahin­klingt, und jahrelang werden wir unsere Glocken schmerz­lich vermissen.

«Ds sind in diesen Tagen 465 Jahve geworden seit dem Tage, da zum erstenmal das Morgen läuten der Gießener Glocken (am 11. Juli 1452) urkundlich erwähnt wird. Es waren wohl kleine Glocken, denn Gießen besaß ja nur eine Kapelle, die Kapelle zum heiligen Pankratius, die cm der Stelle der heutigen Stadtkirche stano. Die Pfarrkirck^ selbst befand sich in Selters, in der Nähe des jetzigen Bahn­hofs. Deren Glocken mögen wohl grö^rr gewesen sein. Sie lverden am 11. Juli 1452 und 22. Juli 1520 erwähnt. Bald darauf verstummen die Glocken von Selters, denn Kirche und Dorf werden 1530 aus militärischen Gründen niedergelegt. Gießen selbst aber hatte mittlerweile ein mächttges Geläut bekmnmen, das in dem 1484 erbauten Stadtkirchturm bis ztur Mitte des vorigen Jahrhunderts hing und den ältesten unserer Mitbürger noch aus ihrer frühen Kindheit er- ijnnerlich sein wird. Es bestand aus vier, zeitweise auch fünf Glocken.

Die größte Glocke war 1473 gegossen, trug den Namen Maria und übertr'as an Gewicht die jetzige größte Src^>t- Rrchenglocke noch um 3 Zentner, sie wog 5531 Pfund.

Sie trug die Inschrift:

Maria heissen ich

In godes ere leut man mich

alle böse weder verdreiben ich.

in crastino remigai anno dni MCCCCL XXIII

Die zweite Glocke hieß Anna und wog 30h^ Zentner. Ihre Inschrift lautete:

Anna nennt man mich

alle bqse wedder verdriben ich.

Anno MCCCC LXXXI m. maio hec campana constnicfa

ld- Y. im Ddomtt Diai 1481 ward diese Glocke gegossen.)

Die dritte Glocke hieß die Psortenglocke oder Bet- stundenglocke. Sie imrrde morgens urid abends bei Oess- nung und Schließung der Stadttore geläutet. Ihr GewichS betrug 1485 Pfund. Es ist die älteste Glocke des alten Ge­läuts und war schon 1371 gegossen worden, hat also toohl als die Hauhtglocke aus der alten Pankratiuskapelle ge­lautet.

Im Jahre 1719 mußte sie umgegossen werden. Nach diesem von den Gießener Glockengießern Andreas und

Ä 1 Ä

ifl Nicht mehr bekannt, nach dern Umguß las man auf ihtt i_ n 7? nflata P" 1 ? 1 *°- I 371 dfc hisa dem» et reparaia

1719 die jacobi (b. h zuerst Mwssen im Jahre 1371 am G«cgs.

^ gegossen und wiederhergestcklt 1719 am

Jctkvbstag fd. i. 25. Julij).

Mein Christ, so okkt der glottcen schsv Oir wird ru deinen ohren drinZ^n Soll auch mit frohem wiederhall Dein hertz von gottes lob erklingen.

Burgern. H. Christoph Verdries H. J. H. Loni H. J. H. Busch H. O. Wormser

Oos midi Andreas und Heinrich Baltzer Henschd ao 1710

r t^ l c T rrf' ^ dftmd sapveve Baterünserglocke

stammt ebenfalls noch aus vorreformatorischer Seit Auf ihr las man die Bitte: ' '

Da domine plebcm, maria virgo p j a protege.

Infolge des höchst Lairkenswerten Entgegenkommens der Fa­milie von Rilnen. lvfonders de.- Herrn Gcbcsimen D.rur.nrs Otto von Ritgen n Berlin, ist es dem Oberhessischen KunsWerein in Gießeri möglich gewesen, tue anßerordetttlich scl-örre und inter- essaMe Sammlung der Aguarette seines Vaters Hugo von Ritgen m erwerben imd diesen Säntz von kisiistlerischer Gestaltung iit, Gießen als Denkmal dieses bedeuttndeii Äucnrnes zu beivahren.'

Hng? von Rügen war 1811 als Sohn des späteren Pro­fessors an der Landesnniversität Gießen F. A. voil Ritgen ge­boren. Sein Vater ivar eine der mcrrkantesteii Erscheiriungc'n der deutschen Nattir-Pl'il -.arhie tmd hat neben seinen rruSgchehnten allgemein-naturmif 'nn'cbattlichen Interessen in einer Reihe von liin-zelfächern der - unalS sich spezialisierenden Netturwisstnschast. besonders in der t»naäliilogie und Pfnchiarrce, ncr die damalige Zeit zaon Teil Wi.itiges geleistet. Er war z. B. der Dertteter der damals noch völlig neuen Idee einer pskichiarrisclMr NnverrichtS- anßalt an der Un csnäl nnd hat ein Buch über die PersönIiM'eits- kranklieiten qeld vu'h-::, das den späteren Führer der hessischen Pßchiatrie, Georg Lndirig, einen sanier Schiller, statt becsin- fliißt Hut.

?lls Sohn di mit »vertgei'vamtteii geistigen Jilteresseri begabten Mann i\r Hugo von Ritgen schon früh eine nnge- nwhnliche all gerne nie Bildung envorbeic, die ihm bei seiner AnS- bildiatg als Architckt sehr zu statt eit gekommen ist. Dir große Werte senres Blicke-' hängt damit zusammen Seine Lebensarbeit ist einerseit-' dem Unterricht in Architektur vmi 183874; imb später in st n n st g e sch ich te (von 1874 bis 1889' an der Lande. 5 nnlve 7 sit.il Gießen eewidmet, anderetteits hat er als Archii- uckt bedeittei? ^ Apsgab.n, vor allein bei der Wiederl>erstellnng der Wart!>nrg. zu lösen gehabt. Esireii autscheidenden Ein-^ schnitt in seinem Leveti bildet das Jahr 1871, m welchem das Polyteehinkum in Tarmstadi l>egrüudet n-irvde Er zog^ es damals iinv rm b«»r n n i v«»tti ^?ii ßtorfeeit :ir bleiben und an Stelle der

vor, cm der Universität 0)ießen ; ,u w^n miJ Im 1 ^

von ihm bis dahin vertretenen mrd w'aktisch bett'reden ei i ArM

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leTtnr Kunstgeschichte zu lehren. Die uns iwrliegende Sammlung

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stellt

Aguarelle:, ist in einer Reihe von Jahrzehnten entstmidon und ' die gaatze geistige Arbeit dieses Mannes in dirrchmls llinst-

lerischer Weile d-.s Es ist geradezu eine Seltenheit, daß die Sißiöp simgeii eines stlinstlers oder Gelel/tten in solckjer Geschlossen- lzttt zusammen brivahrt bleiben. Tiefer fttr uns außenardentlich 'nfreuliche Tatbestand ist nur aus dem ausgeprägten Familierv' sinn m echslcmn?. der jit diesem Kreise herrsche, mrd der cwu splitterimg dieses Besitzes ausschoß. Nur we°

nnn zu

vornherein eiiie , ^uu >un

nigen vertranten Freunden N»ar er bei besvw-eren t^elegenherteii zugänglich., nnd n> ' diese wußten mit der Familie, welcher Reich­tum von kstnsllerischer Llrbcät hier rmsbewahtt blieb. Nach dem

Tode voii F-rl. v. Ritgen, fti dererr Händen dre Sammlung treu verivahrt war, bot sich durch freundschaftliche Beziehung^ zu der Familie die Öfelegeirheir, diesem wcrklich-en Künstler durch Er­werbung der Aguarelle Ar bvu Oberheffischeu Kunstverein in Gtepen ein öffentlich zugängliches trnd dabei näe bisher sicher bewahrtes^Tenkmal zu setzen. *

Tie Sanimwng war zuerst ft'tt die Mitglieder des Kuust- verelus und die Stadtvenordneteir von Gießeii, fodann für die Oesseirtlichkeit zzigänglick um) hat eine große Zahl vvn Freunden Ww Beio-uiidererii geftmdeu. Es liande.lt sich imi ungefähr 200 Agilarelle, die zuerst in einer durch den Zufall oder früher-e ö^süt'tspuickte bedingter, ^lieihenjiolge rvrlag<m. Zum Zweck der Ausstellung wurden sie inlrattlich nach Lanoschrfteii und Ländern geordnet und smd dadurtt? in tljrrer umfassenden Eigenart erst reckü tzur dentlichen Erscheinung geliurgt. Die meisten beziehen sich aus Deutschland, mir besonderer r^elxmdlung der Täler der Lahn, des Rttsines, der Taulnr, des Rheines mrd der Mosel, feiner der Elbe urit der Säehsisckren Schwarz, sowie besonders vvn Fran- Ln und Thürrngen, also von fast ganz Mittel- tmd Südwe st ^ deutschland mit seinen vielen ck»rrattettstisckMi Bürget!. Schlös­sern, Minen. Für uns in Gießen sind besonders die lnaMool'en Acmarelle iwm Gleiberg,' -S-dsisfenberg, ferner von. der v>eud'.d=< heimer Mühle, Stausienberg, Mutrzenberg, ferner von Marburg TteMrchen, Limburg, Obettalftistttn und crnderen Stellen des Laimtales von Interesse. ßlusiwzSchn^t vertreten ist muh das Maiutal vm, Wertlchm über Stadt- und Burg-Purzelten und Freudenberg bis Miltenlierg. Den .Hökchmukt erreicht sein Schafscn in.den Tarstttllmgen von der Wartburg, deren Wiederher­stellung er einen ivesmtlichen Teil seines Lebens gewidmet du, nnd vom Tchlttnger Wald.

Im Zusammenhang hiermit stehen die ivmiderbaren Agna- relle, in denen von Ritgen den sozusagnl persöntich'n Ehvvatster dos dentsclien Waldes und seiner einzelnen Banmattni ausgedttickt l>at. Bei der AussteNnng im .^mstvevein ivnrden mit Wsicht die Wartburg-Bilder, die denti'ck^e Architektur mrd Mmautik im besten Sftme dar stellen, von solch,an Watdbildern umgeben, um

du* ^lsanimeugebongfect dreier Rrottve zu kemrzeiclmen. Für die weitblickende Sorgfalt des Menschen und Künstlers sviichit die Tatsache, daß er sich bei seinen Vöcirtbtrrgchidien lxsionders auch in das Lebet! der heiligen Elisabeth vertieft btt, die eine imgariscl-e Fürstentochter war. .Hierher gehören die Agnarelle über'ihr in diesem Land gelegenes Stammschloß, an die sich eine Anzahl von

frPVjiJvi tnlrt Sn.-f irrtf?i.*.»>* fit»» », >, » k »1 ..i. fr _ , .

gerade ivahrend deS letzigm Krwges für uns höchst interessante,! ans \\ n ga r tr _ nnd Sieb en r g e n an schließt. I m

Bildern ans N n garn nno ^ c e o e n vn r g e n anlwltelst. Im übrigen ist Oesterreich besonders durch sehr sein mrsgeführte Bürgin und Latidsei'.astSsludien ans Böhmen mrd Tirol oertrete.u.

Eine ^weitere Richtung seines Mnstterischen Interesses zeigt sich in den zahlreichen Arnmrellen Mts dem (?Eet der Ostsee tmd

ist o r d s c e, die trach meitren Bwbachttmgen in^Bezug «rf Farben- ItÜ^'^ÜV^^^^ung Wellen u. a. sehr fein disscrrnziett sind Besonders haben ihn als Architekten die burgenähnliLben Mstetr vmt H e l g ol a n d angezogen. Bet der Ausstellung tvaren diese Bilder -^2 Schweizer Motiven gegenübergest-llt, so datz dw große Btesie,ttg?ett seiner Ausdrucks mittel deutl^ in 'Er- fcknmmg tmt Neben ber D-r!tcllung der gewnln-n-n B?rqc jüwneil secndin Sclmr^ hat fick von Rügai I'-wndevZ mi» der TanreNung des Schwer Laufes aber niemals

wgen mit pk,oto<wavhtsck)-reprodujrerenb. sondern immer mit Itdluitfli tn etnerjiwraftcnlKfdien landschaftlichen Uinge&mw, Iro.

ri'V"i«Sr aBl,W <i. < 2 -".^ergrtmches ein schöner Blich ft'ir das äsrl»> risch Wirksanve hervortritt.

^ Zusammenstellung mögen die farbenvrüchti.

Slü. !uuurelle chlS Italien bilden, das infolge der knegettschen Benmcklun.wn setzt mrd wohl für lange Zeit dem deutssixm Auge

UIli) ' ,tVTtn es auch ftl.r uns wieder sichtbai werden sollte, so wird der Deutsche doch niemals mehr diese Schöne E«nt mit so reinem csirm und Herzen betrachten können, wie dv^ in txm Aatmrellen vri.D>G von Rt-tgens heworrritt. Mervvürdig st e.'^-m den F-arbcnsttmmungen dieser Aquarelle z. B von Calw oftrr emc Art von romatytischer Schwermut hervortritt 'E sieden Eigetr-PrRmkten der italieiiiscktcn Kunst völli<?si^dst ^ nud italtentsche ibLottve aus lRom mrd der Eampagna rvm Vesuv mW Eavn, Paesdmr und Sizilien. al,or alle eckas^^' gemhlt von emem D c n t s ch e n, dessen ElesLbl^ und AussaOrnn^. art trotz d^-r nid lickten Motive deutlich hervortttti ^usfasmng....

9lls Ganzes betrachtet, lsilden diese 200 Aanarrlle eim- irr ;w, ;! rt lmvergleichliche Darstellung einer künstlerischen Persönlichkeit ' '!2 K Äfften Ausdruck chres

von der Außenwelt venchlosßm hat, so daß diele Stmwluna Eelnete der qsimst bi^n,.abgesehen von der Antrilnatnne de.?Fa! Milten-- mW FretnidEerfes, fast ttnbekannt bleilun! konnte. Di r b

Kt.astEi.oi t,l djL

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>tcl*- BcioMmm, btt totab t ®ie6en zr »efdwffimqL K -"'MMllnmi. höchst mrrtvoNi-n Wft- unb ...Usta i Bock otiftimm-n.il,chst bolb in bic Lage kommt, bi.- Samm a von Aauarrllen von nnmu t mriftm-ter Form ber OeffkMft. > ,

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