Der Rttchstanzler über Uriegs- und Znedensfragen.
Berlin, 28, Juli, lWTB.) Der R e i <k> s ka n z l e rhat heute LvenD eine Frohe Anzahl von Vertretern der Presse bei sich empfangen und bei dieser Gelegenheit folgende Ausfüürunaen gemacht:
,,od) habe Sie nicht nur deshalb hierher gebeten, weil ich von vornherein Leim Antritt meines neuen Amtes deutlich beenden wolle, wie hoch ich die tvelttpolitische Bedeutung der Presse 'bewerte, und wie viel mir daran liegt ihr enges, Vertrauens-^ volles Zusammenwirken mit der Reichsregierung zu Nchern meine Einladung hat auch noch einen unmittelbar greif tmccn Anlaß.
Die Rede des englischen Ministerpräsidenten Lloyd George teoni jrl. i in der O-ueensball und die letzten Verhandlungen im kiigliichen Unterhaus haben aufs neue mit unwiderleglicher 'Seitt* ^ch'eit bewiesen, daß Großbritannien keinen Frieden der Ver standigung und des Ausgleichs, sondern nur eine,: solchen Ab- 'chluß des Krieges wiU, der die völlige Unterwerfung Deutschlands imter die gewalt>ame Willkür des Feindes bedeuten würde.
, Eine weitere Bestätigung für diese Tatsache ist der Umstand, en^ische Minister Carson kürzlich in Dublin erklärt hat, Verhandlungen mit Deutschland, welcher Art sie auch seien, könnten erst beginnen, wenn die deutschen Truppen über den Rhein mrückgezogen worden seien. Bonar Law hat auf die Anfrage Kings zwar diese Erklärung insofern abgemildert, als er den Staud- UmM ver englischen Regierung dahin festlegte, Deutschland müsse Nw, wenn es den Frieden verlange. vor allem bereit erklären, das besetzte Gebiet zu räumen. Wir haben unterdessen greifbare Unter- Jjdaß die Regierungen unserer Feinde durchaus der Von Carson so unvorsichtig abgegebenen noch weitergehenden Er rlärung beipflichten.
Es ist Ihnen allen bekannt, daß die schon seit Wochen in der neutralen Presse verbreiteten, zuerst in der ,.Berner Tagwacht vom 19. Juni aufgetauchten, ganz bestimmten Angaben über weitgehende, von England und Rußland gebilligte Erobern ngsplän^ der französischen Republik bis ieute unwidersprochen geblieben sind. Es trifft sich gut und es wird für die Aufklärung der gesamten Welt über die wahre Ursache der Fortsetzung des blutigen Völkermordens von der größten Bedeutung sein, daß inzwischen auch schriftliche Beweise für diese .roberungslüsterne Gesinnung der Feinde in unsere Hände gelangt sind. Ich meine damft von Augen- und Ohrenzeugen ausgezeichnete Berichte über die geheimen Verhandlungen der französischen Kammer vom 1. und 2. Juni d. Js.
. An die Regierung Frankreichs richte ich hier- 2J 1 * ö 1 ö ffentliche Anfrage, ob sie bestreiteir will, daß die Herren Briand und Ribot in jener geheimen Kammer ver Hand l mi g, Mi der bk aus Petersburg hetmgekehrtrn Abgeordneten Moutct und Cachtn teilgenominen haben, die Tatsachen zugeben mutzten, daß Frankreich noch ganz kurz vor dem Ausbruch der russischen Revolution mit der Regierung des Zaren, die Herr Lloyd George in ferirer letzten Rode als eine „geistesenge niid verkommene Autokratie" bezeichnet^, weitgehnide Eroberungspläne vereinbart hatte? Ich» rrage, ob es wahr ist, daß 'dein französischen Botschafter Paleologue Mrs Grund einer Anfrage, die er nach Paris gerichtet hat, am ^/.Jlmruar ds. Js. von dort die Ermächtigung erteilt worden ist. emen Vertrag zu mrterzeichnen, der von Herrn Doumergue durch Verhandlungen mit dem Zareii vorbereitet worden war? Ist es rjchtzg oder nicht, daß der Präsident der Republik auf Berthelots Vorschlag diese Ermächtigung ohne Borwissen Bricrnd-s erteilte nnd daß Briand sie nachträglich gutgeheitzen hat? Dieser Vertrag sichert rfvanrveich seine im Anschlirtz an frühere Eroberiingskriege gezogenen Grenzen von J.ibre 1790 zu, also Elsaß-Lothringen, dazu das' -raarb ckeu und wechechude Geüietsderänd-erilngen cmt linken Rhein- mer ganz nach Gutdünken Frankreichs. Hat nicht Terestichenko, i 11 Rußland ans Ruder gelangt war, gegen die sran- zöfrschen Eroberungsziele, ^ie sich überdies in der Türkei auf die Gewrnnuzrg Syriens erstreckten. Einspruch erhoben? Hat er nicht in einer vorübergehenden Regung seines vaterländischeii Gewissens or- nart, das neue Rußland würde, wenn es von diesem französischen .Kriegsztel erführe, nickst m^hr gewillt sein. sich ani Kampf weiter zu beteiligen? War die Reise ThoMas' nach Rußland nicht in erster ern erfolgreicher Versuch, Terestschenko diese Gewsssensbedeiiken zu nechnen? Das alles nnrd die Regierung der französischen Repu vlrk nicht ableugnerr könneii. Sie wird weiter, wenn auch nur still schweigend. ?ngeben urüssen, daß Briand in der Kammersitzung l?m ter verschlossenen Türen heftigen Angriffen ausgesetzt ivar. daß Ribo-r den O^ebeirnvertrag mit Rußland nach anfänglicher Weige- nmg auf das Verlangen Nenandäks vorlegen mußte tmd daß Briand sich m der nachfolgenden erregten Debatte selber die Maske vom' Gesicht gerissen hat. indem er erklärte, das Rußland der Revolution müsse Hilten, svas das Rußland hes Zaven versprochen, habe. Was di unteren Volksklassen Rußlands dazu sagten, .könne Frankreich .oft l<cheu. Bezeichnend ist ferner., daß Moutet in Rußland nach 'einem eigeneil Zugeständnis auf hie von ,em Verbündeten gestellte Frage, ob Elsaß-Lothringen das einzige .Hindernis für den Frieden 6«anL)vortet hat, auf eine so gestellte Frage könne er keinen! 'Bescheid geben. Mpn uröge bedenken, daß die russische Revolution mck fganzöftschem Blute erkauft worden sei.
Ans die Stimmungder Ru s se n wirft ein helles Schlag- Ischlt das Zugeständnis Cochins, die russischen Vertreter hätten bei der Verhandlung mit ihm erklärt, aus Konstantinopel l5ÄLe« sie keinen Wert, das sei keine russische Stadt. Llüch dre Mgesmchteii des russischen Heeres hätten sich dem^ anaeschossen.
Ohne Rücksicht aus diese deutlichen Beweise für das Bestreben d?s russischen Volkes gegen seine Machtervbenrngspollttk hat Ribot m der geheimen Kammerverhandlung die Revision der französ. Er- ol^rungskriegsziele abgelehnt. Erberief sich dabei u. a. auch auf dick Tatsache, daß Italien ja ebenfalls große Gebietserweiterungeri zu gesichert worden seien. Um die selbst französischen. durch die Re- vanchelwt geblendeten Augen nicht ohn e weiteres einleuchtenden An- iprüche. auf das linke Rheinufer ihres erobernngMjsternen Charakters zu entkleiden, bedimrtt er sich zuletzt des Advokat,mkrtiffes. von der angeblich iwtweudigen Gründung eines Pufferstaates zu reden. a.ie Opposition durchschaute jedoch auch dieses Manöver und ries ihm während des lärmenden Widerspruchs, der ihn umtobte, mit Recht entgegen: „Das fft schändlich?"
^ 00 .^ bemerkeiiswert aber ist, das mochte ich noch zum .rxhlutz erwähnen, aus der Erwiderung Ribvts aus eine ftiedens- sreundliche Rede AugagNeurs die Bemerkung, daß die russischen (bpiemk erklärt hätten, ihre Armee sei niemals in besserer Ber- 'Emg und besser ausgerüstet gewesen als zur Zeit. Hier tritt mit alXtm Deutlichkeit zutage, was .Herr Ribot so sehr zu per kleinem bemüht war: der dringende Wunsch, das russische Volk mxfr weiter >ur Frankreichs ungerecht fe rtigte Machtgetüste bluten zu lassen.
Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen, aber nicht so, wie Herr Ribot es »ich gedacht hat Denn selbst ihm wird man nicht so viel J>mngel an Meitschlichkeit zutrauen dürfen, daß er etwa voii vorn- hrnern die Erfolglosigkeit der inzwischen von Rußland er preßten Offensive vorausgesehen und sie ttotzdem nur des- mlb gefordert hat, Jwaffi er sich daomi auf jeden Fall eine weitere Galgenfrist bis zu idem ersehnten Eingreifen Nordamerikas in den Krreg versprach.
Die feindliche Presse hat sich bemüht, .meine Antritts- rede iM Reichstag dahin auszudeuten, daß ich der von der Väeprbeit des Hauses gefaßten Entschließung upr unter dem schlecht- mrichleierten Vorbehalt deutscher EroberungÄvünsche zugestimmt hatte. Drefe Irreführung, über deren Zweck wohl keinerlei Zweifel bestehen kann, muß ich zurückweisen. Wie sich andererseits aber von selbst versteht, setzt die von Mir abgegebene Er- klarung voraus, daß atuch der Feind aus Eroberungspläne verzichtet. Die Datsachni, bk ich Ihnen tzute vor Augen geführt habe, lassen erkennen, daß unsere Gegner an einen solcheii Verzicht nicht rm entserntestOi denken
Die französische Regierung hat fürlvahr allen Grund gehabt die Kammerverbandlungen vom 1. und 2. Jimi hinter verschlossenen -t uven abhalten zu lassen. Denn die heute ans Licht gezogenen Vorgänge sind ein neuer Beweis dafür, daß nicht wir und unsere Verbündeten, sonder,i nur die feindlichen Mächte an der Fortsetzung des -ime^s die Schu'ld tragen uird daß -nicht rms, sondern unsere Feinde brr Drang iwch Eroberungen leitet. Dieses Bewußtsein von der Gerechtigkeit unteres VerteidigungskriegLs wird auch ferner unsere Kvqt uab EutschivsZercheri ftcWon.
Der Vormarsch in Gaikzien.
Berlin, 20. IM. (WDB. MchtamtlM) Am 28. Juli rückten die Verbündeten deutschen und österreichisch-ungari- schen Armeen in Galizien im Eiltempo der Vortage ostwärts vor. Die geschlagenen russischen Verbände wurden beider oer Bahnlinie Kvpyczyne-Husiatyn gegen den Grenz- sluß Zbrucz gejagt Mid über den Fluß nach Rußland zurück- geivorfen. Südlich des Dnjestr inachten die Russeii abermals den Versuch, den ungestümen Vormarsch der Unsrigen |u hemmen. Sie stellten sich südlich Hovodenka erneut zum Kampf und fochten, ganz im Gegensatz zu den tendenziösen Meldungeii dm russischen Regierung, tntt großer Erbitterung. Der Widerstand wurde indes seit in kühnetn AnsLunn ^ Truppen gebrocheti und die geschlagenen mffsi-
schen Verbände nach Süden und Südosten abgedrängt. Auch südlich des iPputh machten wir am 28. Juli bedeittearde Fortschritte. Südöstlich von Zablotow drangen wir in der Niedermig des Pruthtales weiter östlich, vor, während wir in den: Karpathen-Vorgelände das Czerernosz-Tal überschritten und mit Unseren Vortruppen bis zun: Oberlauf des Sweth vorstteßen. Auch in den Karpathen der Bukowina drangen wir mächtig nach Osten vor. Um die Luczlma-Höhe wrrd noch gekämpft.
An der Westfront wütete der Feuerkanlpf in Flaw- dern auch am 28. Juli in der gleiäfen, unerhörten Heftigkeit. In der Gegend von Boesinghe führten feindliche Jn- fanterieunternehmungen zu erbitterten Kämpfen, die die ganze Nacht andanertevi. Bei Wieltje lvurden feindliche Teilangriffe blutig ab gewiesen. Ebenso zerschellten Angriffs- versncye des Feindes nördliche und südlich des Bellevaarde- Teiches. Nördlich Waasten gewannen wir bei einem eigenen erfolgreichen Unternehmen Geläiide.
Ans dem Llrtois lvar das Arttlleriefeuer schwer. In zahlreichen Patronillenunternehfftungen errangen »vir wichtige Vorteile nnd brachten eine Anzahl Gesangerie ein. An der Aisnefront vennehrten die Franzosen ihre blutigen Verluste der erfolglosen Angriffen südöstlich von Ailles um 6 Uhr vormittags und zwischen 9 und 11 Uhr abends, wo sre dreimal mit starken Kräften erbittert angriffen.
Feindliche Bombenangriffe auf die Jndusttieanlagen von Diedenhofen und den Bahnhof von 'Mülhausen ver- ursachten keinen mllitärischen, sondern nur geringen Sachschaden, während unsere Zerstörungsgeschwader die feindlichen Industrieanlagen von Neüve-Maison und Pomvv erfolgreich angriffen.
Wien, 29 Juli. Aus dem Kriegspressequartter wird gemeldet: Dre Verbündeten bauen ihre Operationen in Ost- galrzien planmäßig ans. Besonders zäh krampst sich der Gegner an ferne Stellungen in den Talent des Kar--» Ohne dem Druck der angreifenden verundebben Truppen dauernd Widerstand leisten ul) Wimen wurde die russische Front zum Abschwenkeu ae- ^ u ^ g e n. ^hr Drehpunkt ist ttn Raume von K i r l i b a b a zu juchen, wahrend die russischen Liniert vor unserer Offen- & längs des .Haupttammes der Wald-
klu:pathen über den Tartarenpaß gingen, ziehen sie jetzt über den Pruth. 'Nördlich des Dnjestr wurde bereits Azasie- chi am Zbrucz besetzt. Bon diesern Orte lief gestern unsere Frwnt m südwestlicher Richtung gegen Zalescecyki. das in der Nacht auf heute wieder unsere Truppen betteten hatten. Dre rat Serethknie zurückflrttenden russischen Ver- ^w^hatten nur noch geringen Widerstand zu leisten
Der Kaiser an Hindenburg.
Berlin, 28. Juli. (WTB. AmtlichZ Kaiser Wilhelm sandte dem Generalseldmarsch-all v. Hindenburg folgendes DÄEamm: y
E^chlachtseldern Galgens, aus denen unsere Truppen m rajtlorem Vorstürmen Lorbeerm erwerben und Erfolg an Erfola reisten, gedenke dMikbären Herzens iNeiner Wesbrrmcen, die m opsermutigern, zähen Ausharren den Feind aLwehren und von ^^s^^eni Geist der gestrige Tagesbericht wietvr Zeugnis ablegt. ZNs^iondere gedenke Ich der tapferen Trupvm m Flandern, die schon Wvchnt im schwersten Artillerie jener stehen und unverzagt den kommenden Stürmen entgegensehen. Mein Vertrauen Pt bet ihnen wie das des ganzen 3Ätterlcmdes, dessen Grenzen )te gegen erne Welt von Feinden verteidigen. Gott mit E. Wilhelm.
Kaiser Karl an seinen Generalftabsches.
Wien 29. Full. lWTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspressv- gemeldet: Der Kaiser richtete an den Eltes des Costerreichisch-ungarffchen Generalstabs, Frhr. Arz von Strau- tzenburg nachstehendes Handschreilleti:
^ .Lieber General der Infanterie Freiherr von Arz'
ötc "ach erfolgreicher Führung von Heereskörpern auf stehen, hat sich mein in Sie gesetztes Vertrauen vettreft, haben Sie das der gesamten bewaffneten Macht sich ettvorben und in glücklicher Harmonie nrit den verbündeten Heeresleitungen die längsten schönen Erfolge meiner
Ihrer Verdienste ge-
^nkend, .verleihe ich Ihnen das Müttarverdienftkreuz der ersttn blasse intt der KrtegÄiellnatwn und Schwertern Karl
N^^bigem 5^erzen vernimmt die gesamte betoaffnete Macht Oesterrerch-Ungarns die Künde von bex erneuten allerhöchsten Aus- zeichuung ihres hochverehtten, allbellebten Generalstabschefs weisen doch die Eveigmpe m Galizien besser als die schönsten Wörv auf dre Verdienste des Gencralltabsck)ess Baron Drz hin.
bvchießt dis östliche Sereth-Ufer und die Gegend deÄ DvrßH Kapylowickr heftig. — Am Abeno des 24. Juli begannen unsere gruppen deii Rückzug vom Sereth ostwärts. ?Nehrevq Truppenteile fahren sott, ihre Stellungen Mrs eigenem Antriebe» cm Stich zu lassen imb die ihnen anvertrauten militärisches Pflichten zu vernachlässige n, aber ite&ett ihnen finden; 'vch äuch Truppen, die chre Pflichten gegen das Vaterland hin-, gebend, erfüllen uiid nrit der denkbar geringsten Käinoferzahl dem Feinde hartnäckigen Widerstand leisteit. In letzter Zeit zeichnete lick) besonders das 416 Infanterie-Regiment aus, toelches lvÄ)rend der s chre ckl ichen : ä mpse -beinahe all« höheren O ssi-, ziere einschließlich seined Kommandeurs verlor^ Zwischen Sereth sgld Dnjestr fahren nnseoe Truppen unter dem Drucke des Feindes fort, in südöstlicher Richtung zurückzuweichen. Sie kämpsteii vom 25. Juli gegen .Abend aus der Linie Wson>- Barycz. Zwischen dem Dnjestr und den Karpathen gingen unsere Truppen unter dem Schutze der Nachhuten weiter nach Osten Klurück. Sie rÄrmterr Mexulow und Tlnmacz.
Nnmäni sche Front: Ajm 26. Juli sichren dir rumanrscki«r Und unsere Druppen sart, den Kind, der an der Suscka westüch z-urückweicht, zurückziudrängen. Sie besetzten eine Linie über di-6 Dörfer^ Soweja, Goeril ünd Whdra. Wahrend der Kämpfe am 24. smd 25. Juli machten die MumÄien mehr als puffend Gefangene und erbeuteten 3Z Kanonen. 17 MaschinervgÄvehre und 10 Mffrew- Werfer nebst vielem anderen Kriegsgerät. Unsere Truppen nahmen etwa tausend Gefangen« und 24 Kanonen.
Kaukasusfront: Die Lage ist icnverändert.
, Russischer Heeresbericht vom 27. Juli. Westfront: Nörd- llch vom Pripiet war das Gewehrsener zwffchen Snwrgvn und Krewo heftiger. Nördlich von Tarnvpol vesetztt der Feind Plotycz« und Tlchfftilaw am Sereth Feindliche Angriffe öMich Tariropol < Fr-£ ex Lasorka—Smykowetz wurden abgeschlagen. Süd
östlich von Trembvwla zogen sich unsere Truppen ein wemg au? neue Stellungen zurück. Angriffe des Feindes in Gegend Toudv- row, nördlich von Tschettkow, wurden durch unsere Truppen abgeschlagen. Am 25. Juli hatte unsere Kavallerie eine Rühe von! ernsten Gefechten in der Gegend von Korosmiatyn, Kamaruwka undi südwestlich von Konastajisko. -Ne schlug die Infanterie des Feindes nach Nordweften zurück. Der tapfere Mgimentskommandeur Osetje Ketagurnow wurde im Kampf getötet. Zwffck>en Dnjestr und Karpathen zogen sich unsere Truppen Wecker muh Osten zurück.
Rumänische Front: Die rumänischen Truppen rückten bis zur Quelle des Flusses SuschitzK vor, wo sie sich verschanzen. Vorgeschobene Meckungen rückten aus den Hohen westlich Sovef tveiter vor und machten Gefangene. Im Laufe des 26. Juli machten die tstumänen viele Gefangene und erbeuteten sechs Geschütze, drei dNaschinengewehre, drck dNinenwerfer und eine große Menge Munition und KoiegSgerät.
Kaukasusfront: llnveräkckett
Die iMere Lage Ruhlanös.
Rotterdam. 28. Juli. (WTB. Mchtamtlich) Dem Nieuwe Rotteroamschen Courant' ztrfolge meldet der Daily Telegraph" aus Petersburg: Die öffentliche Meinung ist hier plötzlich vollständig umge- ch l a g e n. Es ist nwttvendig, sorgsame Maßregeln zu treffen, damit die Politik nicht in reaktionäres Fahrwasser gerät. Kennzeich-nend ist der Antrag einer hierher gebrachten Kavalleriedivision, die die unerbittliche Uatterdrückung der Anarchie und der Gegenrevolution verlangt und erklärt, daß die Anwesenheit der Maxünalisten im Arbeiter-- und Soldatenrat dessen Autorttät schädige. Eine Vertreterversammlung der Petersburger Garnison nahm den An- ttag fast einsttnraiig cm. Der Sttmmungswechsel hat auch die Provinzen ergriffen. Ans Rostow werden wütende Angriffe auf die Maxinralisten gemeldet.
Schließung der Grenzen.
Petersburg, 28. Juli. MTB.!) Meldung der Peters-» burger Telegraphen-Agcntur. Der Beschluß der vorläufigen Regierung über die Schließung der Staatsgrenzerr gegent den Eintritt in Rußland ist teils die Fcstge der dringenden) Notwelüngkeit, den Schutz der rtrssischen Grenz« verstärken, teils die Folge des bettächtlichen Zusttömens von verschi.edenen verdäch- ttgen und unerwünschten Personen in das Land. Was die Schließung der Greirzen gegen den Austritt aus Rußland betrifft, so ist diese Maßregel die Folge des Wunsches der Regierung, die verbrecherischen Elemente, die sich der Justiz entziehen, auszusuchm! und die zahlreich in Rußlarid sich aufhaltenden Spione zu entdecken. Da die Regierung sich der U.iMiträglichkecken, die diese Maßrrahmen für die Bevölkerung mit sich bringen, kar ist, hat sie sie nur für die beschränkte Zeck bis zum 15. Shrgust festgesetzt.
Amsterdam, 28. Juli. (WTB.) „Allgemeen Handelsblad" meldet aus Stockholm, daß die Verhaftung Lenins von offiziöser riffftscher Seite bestätigt wird.
Der rusfische Rückzug.
derllrn.28. Juli. (Privattel.) Dem Berliner „Lokal- anzeEtt wrrd aus Men berichtet: Aus Lembera wttd gemeldet: Persvnien, die aus Stanislaw hier cmqestommen llssb, erzählen: In Stanislau haben die Russen die Hauser und aKusläden geplündert nnd die Vorräte und Gebäude ut Brand gesteckt. In der letzten Zeit sind 300 Bürger inns L^ien gekommen. Von den jüdischen 5Msemr blieb keines verschont. Bor ihrem Rückzug organisierten die russischen Soldaten erne ausgedehnte Rcrubaktton.
Amsterdam, 28. Juli. (WTB.) Die „Times" meldet aus Kiew, bei Darnopel hätten zwei deutsche Kom- pagnien eine ganze russische Division^ in die Flucht geschlagen.
Russischer Bericht
vom 26. Juli. In der Richtung Wckna war das feindliche Ge- chutzfeuer in der Gegend von Smorsvn und des Fleckens KrenAo hefttger. O e st l i ch T a r n o p o l gingetr unsere Truppen unter
Dmcll des Feindes auf die Müsse GeSditschno und Geno zuruck. Gestern und heute griffen unsere Truppen bei Morestt und Trmbowlia überlegene deuffche .Kräfte an. Versuche, die Lage wieder wieder herzusbellen, Hattert keinen Erfolg. Nachdem der Feind M gleicher Zeit unsere Stellungen am Sereth bei Treubvwlia und m der Gegend von Zalawie und Padganischsik eingedrückt hatte begartri er in nordöstlicher ^Nichtung zu operieren. Daher gingen unse^ Truppen, welche die Stellungen in deri Gegend von Drenbow- ia besetzt hielten, ostwärts zlurück. llnftre Gegenangriffs» ichrten infolge der geringen Truppenstärke und des m o r a l i s ch e n Zustande der Truppen zu keinem greifbaren Er- gebnis. Einen Vorstoß südwärts längs des »vestlichen Sereth^ Ufers entwickelnd, besetzte der Fernd NUanow, Budwa- vow D»bink«tsch. sD?ie schwere ÄrMoste tzs? FerndeH
Eine neue Brahlerei Chnrchill».
London , 29. Juli. (WTB.) ReutermeLdung. Bei einer Rede m Dundee sagte' der NttinillonSmirrister Churchilk: ,.Nächstes Jahr werden wir Granateii,. Geschütze. Tanks und Flugzeuge in noch nicht dagewesenen Mengen.haben. Mir werden kämpfen und werden detr Preis, den unsere Soldaten beitrahe gewonnen lraben, nicht beiseite werfen in einem Ahugenblick, da tro ihn ec^eifeat können. Wir kämpfen nicht um der Beute triften oder auch Rache, ater wirwolkendie Preußert entscheidend schlagen. Mir werden durchhalten, bis wir einen unverkermbcrren Sier errungen haben, der zwc Folge haben wird, daß das deutsche Voll allls Vertrauen pn sein Regierungssyst-em und seine Regierende« verliert. Mr werden unsere Verachtungen gegenüber unseren! Verbündeten halten. Wir lvvllen einen bestimmt«i unverkennbaren Stieg fitr die Prinzipien der Sache, für die .wir kämpfen. .Wir Mollen nicht mdhr, aber wir wollen auch nicht weniger."
Gestörte Friedensversammlungen in England.
London, 29. Juli. (WTB.) ?NsLdung des ReuterschE Bureau. Auf der jüngst abgehalten-en friedensfreund-- lichen Konferenz in Leeds wurde beschlossen, Räte von Vertretern der Arbeiter und Soldaten nach russischem: Muster einzurichten. Einer dieser Räte versuchte Samstag nachmittag in der Bruderschaftskircke in South- gute, einer Vorstadt Londons, eine Versammlung abMihäl- ten. Die Vorbereitungen waren ganz tm geheimen gettvffen worden, aber drei verschiedene Gruppen/ die vaterländische Kundgebungen veranstalteten, drangen nach einen: .Handgemenge mit der Poli.zei unter Führung von Soldaten mit Fahnen in das Gebäude ein. Sie hielten eine vaterländische Versammlung ab und zwangen die Abgeordneten des Rates, die Nationalhymne stehend an- zuhören. Als die Abgeordneten endlich die Bersammlung verließen, bewarf die Menge sie mit Schmutz. Ein Mann flüchtete mit blutendem Gesicht in einen Möbelwagen, aber Soldaten zerrten ihn hervor und mißhandelten ihn ernstlich, bis die Polizei ihn retten konnte Vitr Abgeordnete des russischen Arbeiter- und Soldatenrates sollten an der Versammlung in Southgate teilnehmen, begaben sich aber statt dessen nach Paris. Die Kirche ist rät Innern bei den Unruhen schwer beschädigt worden. (Steine Hagelten durch, die Fenster auf die Teilnehiner. Ein Wasserrohr wurde abgerissen und überschüttete die Versammlung mit Wasser.
Eine ähnliche Versammlung in Gl asgow war gleich- alls durch Unruhe n gekennzeichnet. Die bei der Versammlung anwesenden Soldaten und Matrosen bezeichneten alle» die derr Frieden wünschten, als Verräter.
In New Castle wurde ein Beschluß angenonimen, der ffie russ ische Revolution begrüßt, aber der Verfasser des Beschlusses sagte, er sei nicht für den Frieden um ieden £ßrei§. Er habe zwei SKne an der Fvosnt und man tttäjj«,


