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30.7.1917 Erstes Blatt
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txc aÜen Mrtte-ln itntofH^en. Eine Weitere

EntschUeßmrg, biclMc Versammlung ber Arbeiter- und ^atcnab^orbmttn verpflichtete, für den Frieden *u Jüideri, verursachte eme ©jene 1-eftigster Umocbuunq. Die Tribüne wurde vorn einer Wvrb.7vu.ng Kvboniultruppen, die in der rode eine Vaterländisü-e Berftmrmllmg adqeholte-n Putten, gepurmt^ Src drangen uinter gühnerrschwenken in da-> Gebäude und warfen den Tisch um. Ans der Tribüne folgte ein regelrechter Kampf. Die Polizei war unfähig, die Unruhe zu unterdrücken. Die Versammlung rvurde ausein- ^^^btrreben. Die Gingedrungenen sangen die Ncttiowal-

* . *

Der Fliegerangriff auf Paris.

sJLm 1 * *<?? (WTB.) Die Agence Havas gibt bekarrnt. tzr.deutsche frora^bmcfrt mre 28.Juli meldet. daß deutsche rivVi ^ twrher gehenden s 3kwf>t in Paris Sahn Hofe uni wrtttansche Anlagen mu Bomben bewarfen und daß einiae Treffs D-'äf,elt worden seien. Diese Peüauivtimg ist lunrichtch. Der Wrariffs- veriuch feindttcher Flieger auf Paris verursachte keinen Verlust an Itenichenleben und richtete keinerllei Sachschaden arr Parrs. 29. Juli. (MTB.) RLeldmra der Aoenee 9da>ä>ts üm 1 ^/2 Ikhr tmrrde in Paris ein neuer Flieger­alarm gegeben. Die Sirenen und die Horner der Feu-rl^br ertönten und Srcher.hettsmttßnahmen winden schart ergrdir ^

Die Kriegserklärung Siams.

. ^ r i lU ' ^ Juli. (WM.) Der siamesische Gesandte heirte mr Ärslvckrtigen Amte mit. daß sich Siam als

^rregszuftand mtt Deutschland erachtet.

wWix eröffnet, daß er seine Passe er- ^ erne srchere Nachricht darüber vorlieqt.

kmjerliche SSertceüJt^ in Bangkok freie« Geleit n<w!) ©cittfcMmtb «ttncürrfetftrt ist. Dem Gesandten ist ferner Inn Zweifel darüber gelassen nirirden. daß seine Reaierana für leiEii ^ch<rd<m , den Reichsangehürige in Siam in volterrechtsmrdriger Weise erfahren sollten, zur vollen ^ T ^- U11 ^ 9 C ^ 0 9 CI1 wird. Entsprechend dem Bor-

gchen der sraüneirschchr Regierung gegen die in Siam befind- Uchnc .tticrchsunugehiöriNen werden die in Deutschland sich mifyctttenden jiamesischen Starrts-angehdrigen wehrpflichti- gm Atters r n te rn ie r t. Die Königlich niederländische Reg-verung ist um die Ueberuahme der deutschen Jnteressen- vertvetung rn Sianr gebeten worden.

5eeMeg.

Reue N-Boot-Erfolge.

Berlin..36. Juli. (MDB. Amtlich.) Nene U-Boots- Erfolge im englischen Kanal: 20500 Brutto- regrstertonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich vier bewaffnete beladene Dampfer, von denen einer von englischen Fischdampfern geleitet war, ferner die eng­lischen SeglerDiworwtt" undEbenerer", beide mit Koh­len von England nach Frankreich.

Der Chef des Mmiralstabes der Marine.

Berlin. 28. Juli. (WM. Amtlich.) 1. Im Sperr­gebiet um England wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote wiederum 26 000 Brut to reg i sterto n nen verurchtet.

Unter den versenkten Schiffen befanden sich die eng­lischen DampferKing David" (3680 D.) mit 55 Flug- ^ugeri und Munition von Brest nach Archangelsk,Muir- iielo" (3086 T.) mit 50M Tonnen Weizen von Portland .rach Dublin, ,FDbuasi" (4416 D.) mit Palmöl und Palln- lernwn von Dakar nach England, der englische SeglerDnd- nope' (2080 T.) mit Kohlen, der bewaffnete vollbeladene ivaaerrische DampferLamra" (2220 T): ein Drmpser, der rn eurem durch zwei Zerstörer und fünf Fifckchampfer ge- srcherven Geleitzug fuhr, wurde durch Dorpedorresfer schwer beschädigt, so daß er für die Schiffahrt auf lange Zeit aussäLt.

2. Neue ll-Bvots-Erfolge im Mittelmeer: eine An­zahl Dampfer und Segler mir über 20 000 Tonnen, dar- unter die englischen .tzilfskveuzerRedbrecrst" (1313 T.) undNew Market" (833 T.), sowie ein nach Saloniki stimurter tresbeladener Dransporter, der beim Do: rresser in Mammen aufgrng

3. Eines unsever Ostsee-Luftschiffe griff in der Lum 27. Juli die Batterien und Befestigungsanlage!!

der Mandsinsein mit gutem Erfolge an und brachte eine Batterie zum Schweigen. -Trotz heftiger Beschieschng Lehrte das Luftschiff unbeschädigt zurück.

Der Chef oes Admioalstabes der Marine.

Berlin, den 28. Juli 1917. (WM. Amtlich.) Neue A-Boor-Erfolge mt englischen .Kanal: 20000 Brutto-Re- Mer-Donnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich vier bewaffnete, beladene Dampfer, von denen einer von eng- lhchm Fischdampfern begleitet war: ferner die englischen realer Dmorwic und Ebenerer, beide mit Kohlen von Eng !and nach Frankreich.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Berlin, 29. Juli. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boots- ^solge im Sperrgebiet um England: 23 000 Brutto-Register-Tonnen. Unter den versenkten Schiffen oefanden sich der englische DampferConiston Na- lor" (3738 Tonnen) mit 6000 Tonnen Kohlen von Car- difi nach Archangelsk, ein vollbeladener Frachtdampfer von etwa 8000 Donnen, mrd das englische FischerfahrzeugLoch Katrine" mit Fischen von den Farörn nach England.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Angriff eines englischen N-Boots auf holländische

Dampfer.

Amsterdam, 29. Juli. (WTB.) Das«gemeen Han­delsblad" nreldet aus Nieuwdiep:-rdlich von Texel ist ein Angriff eines englischen Untersee­bootes auf zwei holländische Frachtdampfer im Gange. Bier holländische Torpedoboote fuhren zum Schutze der Neutvalität nach der Angriffsstelle. Einzel­heiten liegen noch nicht vor.

A m sto rdam, 27. Juli. (WTB.) Meldung der Nieder­ländischen Delegvaphew-L^entnr. Nachmittags wurden tvest- Urärts von Texel von dem englischen Unterseeboot E 5 5" die vor einiger Zeit nach Zeebrügge anfgebrachteN niederländischen DampferBatavier 2" nndZee- m eeuw" augehalten nnd eine Prisenmannschaft aus beide Schiffe gesetzt mit der Absicht, sie zu beschlagnahmen. Dies fand offenbar im niederländischen Seegebiet statt, da die Prffenmannschaft bei der Annäherirng holländischer Tor­pedoboote zurückgienornmen wurde. Aus dem DampferBa­tavier 2" wurdeil vermutlich die Ventile geöfftret, so "daß das Schiss bald sank. Das SchissZeemveuw^ wird wahr- schernlich hierher gebracht werden. Es verlautet, daß die Engläuder einen Teil der Mannschaft des erfteren Dampfers gefangen nahmen, jedoch ist dies nicht bestätigt.

der rus

am 24. Juli versenkt tmlrden gerettet. Das Segelschiff 25. Juli versenkt worden.

Besatzung Baarbud" ist am

2u§ dem Reiche.

. > ^^ncbcn..29. Juli. MTB. NichtmEich.) Die Kvrresyan- o^woonmann meldet: ReichskanMr Dr. AUchaelis ist heute abend Ec nisuläve M Hicouptbahnhof empffangen) Geiandtm von Tveutler mit dem Attache der Gelandtzchast, Baron Goldschmidt, nnd vom Legationsrat Frhr. ?§??l vvml Mimsterium des Aeußern. Der Reichskanzbr be- 'l? "^)kchof nach dem Regma-Palasthotel, wo er Quartier nnnmt. ^wends folgte der ReichskanzLer einer Einladmig des preu- Khchen Gesandten mm ')tbendessen.

Aus Stadt und Land.

Dieße,!. 30. Juli 1917.

Auszeichnung. Dem Grenadier Otto Schumann esstsp * - -

tvurde die Hessische Tapserkeilsmedaitle verliehen ^ ® e X eim . e i Ö»frat Dr. Alex Naumann, llttv verfrtcrtsprosessor r R.. »veiland Direktor des chemischen Universt- ta^-Labooatorunns. wird am 31. JUli 80 Jahre alt. Bei diesem bringen wir. weil er kern Freund der sonst üblich-en Zurirck- dttcrungen war. seinen kurzgedrangten Lebensgang Er ist als Psarrersiohn geboren zu Eudorf. Kreis Alsstld. am 31 Juli 1837, beinchie die Volksschule und wurde von seinenr weiterhin nach Buptmch verletzten Vater unterrrckOeL, bestand nach 2^/»jährigem Besuch des Gymnafiumsl zu Darmitadt die Reifeprüfung, stuoierte von Astern 1855 ab m Gießen Cl^emre als Hauptfach nnd Vbathe- m attk als Gymnasiallehrmnlsfach: erhielt den Doktorgrad am 17. Dezember 1858, war Assistent der höheren Gewerbeschule, *f 1 ' technischen Hochschule zu Darmstadt, und dann am

chempchen Laboratvrrum der UurversitÄ Tübingen. Im Frühiahr wurde Dr. Naumann Privatdozent an der Universität Gießen, an der er 99 ^oeinestier lang tättg wrr. Zwischiendurch war er nach veftretungsweiser Tätigkeit von 1865 bis zu seiner Ernennuna znm aU ieror>m lvlien Präses vc 1869 am Gießensc Gymnasium alleinr- ger Lehrer der Voatheinattk und .^aturivissenschast. Diese Fächer brachte er daselbst Hu höherer Geltung. Aucherteilte er eine Zeitlang, oen ersten Dnrnunterricht, .um die hintangehaltene Einführung ourctMsetzem Der ihm.bei seiner Berufung zum Direktor des chenrrschen Universitäts-Laboratorinms zugesagte Neubau wurde im Novem ber 1888 bezogen. Am 1. Oktober 1913 trat er nach über 50 i v den Ruhestand. Seru Sonderfach >var die pychrvalrsche Chemre Und insbesondere die Thermochemie. Ans diesem' Gwrrte ist er heute no-ä). schriftstellerisch tätig. Er war einer der ersten die phyiikatische 'Betrachtungsweise aus chemische 'Fragen anwanoteu. Ec schrieb das erste zusammenfassende Merkchen über Thecnwchemie, den 1869 erschienenen Grundriß der Thermochemie. Lchon vorher hatte er die erste Vorlesung über Thermochemie ein- geführt und zum eryenmäl für Gießen in seiuLN Vorlesungen den, ^>atz von der Erhaltung der Energie durchgeführt. Demgemäß, bewegen ach auch seine Untersuchungen und Merke vorwiegend auf demGebiete der physikalischen Chemie. Seine bis vor wenigen Zähren anhaltende Rüsttgkeit hat jetzt durch Mterserschermrngs^ rrankherten gelitten.

Großherzog-Ern st- Ludwig-Jubiläums st rf- v £n Grotzherzog hat am 7. März d. Js. unter dem Namen Groaherzog-Erust-Ludwig-Jubilänmsstiftung" eine Sttftung mit dem Sitz in Darmstadt errichtet, deren Zweck ist. Hessischen

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Nissen wm t«. »

hessischen Kriegern Erholung und Kväfttgung ihrer Gesundheit rn anderer AAersc zu ermöglichen. Nachdem mit Allerhöchster Geneh­migung die Ausfülwungsbesttmmungen zu der Stiftungsurkunde erlassen nwrden sind, hat die Sttftung ihre Tätigkeit nunmehr ^9En«i. Wir ^verweisen auf die Bekanntmachung in hcuttger Aus- gade. Nach §5 der Aussührungsbesttmmungeir können Anträge die Sttftung bei der örtlich zuständigen Kriegs-- bei chadigLeu-FUrsorgestell e, in Landgemeinden auch bei dem Ver­trauensmann der Kriegsbeschädigten-Fürsorgestelle oder dem Bür­germeister mündlich gestellt werden. G3 wird gebeten, die Anträge mit deirbeizu fügenden Papieren^ inöglichst vollständig einzureichen, damit Rückfragen, die die Entscheidung nur verzögern, tunlichst veruuedeii werden. Die näheren Bestimmungen sind zu eurey ^ruchache, die aus den Gvo-ßh. Kreisämtern und Bürgermeistereien d^ Landes offen liegt, zusammQLgesteNt und können dort einge- fthen werden. Tic Geschäftsstelle für die Sttftung, die sich bei der Kanzler der Zweiten Kammer rn Tarmstadt beftndet, ist aberttalls bevett gewünschte Auskunft M geben

* v 'Sammlung von Frauenhaar. Aus den im heutt- AnzergeMeil stehenden Aufruf zur Frauenhaar-Sammlung sei!

~ noch entnval besorLers hin gewiesen. Du Sammelsteüt des,' 7 -macht dabei darauf aufmerksam, daß es leider in den letzten Tagen versucht worden ist, unter Mißbrauch des Namens des Roten Kreuzes ausgekämmtes Frauenhaar angeblich für die Zwecke der Kriegswohlfahrtspflege aufzukaufen. Das Rote Kreuz hat me einen derartigen Auftrag erteilt, sondern nimmt das Haast rmr an seiner Sammstlstelle als Spende entgegen. Es wird gleupzeittg wiederholt bemerkt, daß Sammler für das Rote Kreuz stets mtt einem Ädisweis versehen sein müssen, mtt Stempel Unterschritt der Ortsstelle Gießen, der m allen FÄlen abzu- verlangen ist.

** Schwarz-We-Theater Sektersw e g 81. Nur noch heute spielt Maria Orska, die elegante Fklmtragvdin. mtt ihrem Partner Hugo Muck (bekannt ausEs werde Licht"), in ihrem Gesellschaftsdruma Das letzte Rennen.'", die Tragödie einer! Ehe, in vier Akten, mtt interessanten Pferdevemrar und eleganter Ausstattung. Die letzte Vorstellung ist von V*ö bis 11 Uhr Kreis Büdingen.

= Nidda, 30.Juli. Metzgermeister K. L. RuppeL wurde wegen verbotener Ausfuhr von 190 Pfund Fleisch zu 250 Mk. Geld­strafe verurteilt. Wegen verbotener Ausfuhr von Ziegenböcken und Eiern noch Höchst a. M. erhiett der Händler H. Koch in Aalbach 60 Mk. Stvase. 100 Mk. Strafe.mußte die Händlerin Clementine Stern aus Nidda wegen Ueberschreitung der Heu-Höchstpreise be­zahlen.

, < Kreis Frledberg.

Q. Bad-Nauheim, 30. Juli. Um der Lebensmittel- Hamsterei der Kurgäste einen Riegel vorzuschöchen, wurden hier m den letzten Tagen von der Polizei Post- und Bahnsendungen einer Durchsuchung unterzogen und sämtliche Sendungen mit Lebensmitteln, deren dlussuhr verboten ist. beschlagnahmt. Es ist unbegreiflich, !vo unsere Kurfremden Waren hernehmen, die nur gegen Abgabe von Lebensmittelmarken zu beziehen sind. In den beschlagnahmten Sendungen befanden sich: Mehl. Gerste Kartoffeln. Butter. Eier, Schivoizer Käse und mehrere große Laibe Brot, die aus Mehl gebacken waren, bas nur für magen­leidende Kurgäste bestimmt ist. Zum Schutze unserer Gärten und Felder vor Diebstählen hat das hiesige Garnisonskommando Mannschaften zur Bewachung der Feld- und Gartenfrüchte zur Verfügung bestellt. Beim Pflücken von Waldkirschen stürzte der 13jährige Knabe Steuler aus beträchtlicher Höhe ab und zog sich innerliche Verletzungen zu.

Gietzener Strafkammer.

« Gießen, 24. Juli.

Der 18 Jahre alte SpeirglergeHilfe Otto A., der ITiäbriae Buchbrndergehilfe Friedrich Sch. und der 14 Jahre alte Fabrik­arbeiter Wilhelm F., alle in Gießen, sind angeklagt und geständig, am 4. Juni l. Js. gemeinschaftlich denr Landwirt Georg O. in Gießen etwa 2 2 Pfund Zervelatwurst,5 Pfund Sckiwarte- magen und eine Sette Speck im Gesamtwert von etwa 82 Mark aus einem Gebäude nrtttels Einsteigens entwendet zu haben. Den Angeklagten war bekannt, daß die Familie O. abwesend war. Sie begccken sich zunächst ttr den A.scheu Hof und vou hier über- sttegen die Angeklagten F. und A. eine etwa 1,50 Meter hohe

Nkauer und gelangten so in den O.scheu Hof. Der Angeklagte

hielt Wache. Die beiden ersteren begaben sich alsbald in die Walchrüchc und entwendeten aus der dort beftndlichen RDucher- kammer die genannten Gegenstände. Von den gestohlenen Sachen hatte A. einen Teil in der Aeckstatt seiner Eltern versteckt, die spater dort gesunden und dem Bestoßenen zurückgegeben wurden, de!! übrigen Teil haben die Angeklagten alsbald verzehrt und tells verkauft. A. erhielt eine Gefängnissttafe von 3 Monaten, mährend F- und Sch. mtt je 4 Wochen Gefängnis davonkamen.

Der 14 Jahre alte Hausbursche Heinrich L. von Gießen ist angeklagt und teilweise geständig, am 24. oder 25. Mai l. IS. in Gemeinschaft mtt dem noch sttaftrnmündigen Ernst H. von hier der Frau A. Witwe in Gießen aus deren Keller 3 Pfund Fett, 25-30 Eier, 34 Wiürfte, ein Stück RauchflÄsch und etwa 6 Gurken im Gesamtwerte von etwa 60 Väark durch Llnwendung eines falschen Schlüssels entwendet zu hab^n. Den Diebstahl der Gurken beftteitet der Llngeklagte, dagegen wlll er das Rauch- fleffch, da er es nicht habe austeilen können, an Oxt und Stelle zurückgebvacht hoben. Einen Teil des Fettes und eine Wurst hat der runge H. an seine Mutter für 1,20 Mk. abgegeben, der er vor- schwindelte, er habe die Sachen sur dieses Geld von einem Bauern- lungen gekauft. Die Eier haben sie größtentells alsbald mtt dem übrigen Fett gebacken und verzehrt. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 2 Wochen Gefängnis.

Ter Haufterer Ludwig Schä. von Gießen hatte sich wegen Hehlerei zu verantworten. Es wird ihm zur Last gelegt, am 6. November 1915 von dem Fornrer Ludwig Schn. 5 von diesem ge­stohlene Hasen angekauft zu haben. Schn, ist bereits wegen dieser Diebstähle abgeurtellt toorden und zwar erhiett er durch Ürlell der hiesigen Strafkammer vom 14. Januar 1916 wegen 4 ein­facher und 5 schwerer Diebstähle eine Gesanttgefängnissttase von 2 Jahren. Gegen den Angeklagten Schä., der damals zum Heere eingezogen war, der jetzt aber als Jupalide aus dem DÜlitärdienft entlassen ist, konnte deshalb erst letzt verhandelt werden. Der An­geklagte besttettet, gewußt zu haben, daß die vvn chm gekauften Hasen von Schn, gestohlen gewesen seien. Schä. hat zwei von den Hasen weiter verkauft und hierbei allerdings unwahrerweffe dem Muser auf seine Frage nach der Herkunft der Hasen gesagt, er habe sie von einem Bauer aus Lang-Göns, der zum Militär einrücken müsse, erhalten. Obgleich diese falsche Angabe einen getvissen Ver­dacht gegen den Angeklagten auftommen läßt, so erachtete ihn dos Gericht aus Grund der umfangreichen Beweiserhebung der Hehlerei nicht für überführt, und es crtolgte deshalb seine Zweffprechung.

Letzte

Aus Rußland.

Basel, 30. Juli. (L.-A.) Die russische Rearerung hat de» Oberbefehlshaber an der Südwestfront, General Koznilow für die Leitung der Operationen in seinem Machtbereich mtt unbeschränk­ten Vollmachten crusgestattet.

Kopenhagen, 30. Juli. (L.-A.) Der angesehene russische Pottttker Fürst Lwow (nicht der gewesene Ministerpräsident) hatte hier mit einem ausländischen Zeitungsvertreter eine Unterredung^ in der er sagte, daß der Einfluß Kerenskis sich täglich vermindere, weil im Volke die Sehnsucht nach dem Zaren sich immer offen­kundiger zu zeigen beginne. Die russischen Soldaten würden viel tapferer kämpsen, wenn sie für den Zaren in den Krieg gingen, als für die Republik.

Die Kriegszielrevisüm verschoben.

Bern, 30. Juli.Petit Pcrrisiett' meldet aus Peters- bupg, man versichere, daß die alliierten Botschafter vom Mirnster des Aeußern ben.achrichtiat worden seien, die russische Regierung verzichte aus Einberufung der .Kon­ferenz betreffend die Kriegsziele, da die russische Regierung anerkenne, daß die öffentliche Meinung unter den obwalten­den Verhältnrssen eine solche Einberufung fchffch <ni3fogert konnte.

Der Schützer der kleben Stmtten.

Rotterdam, 30. Juli. (B. D.) DerN. Rott. Cour" meldet aus London: Aus Wasyrngton wird gemeldet, daß der Ausftrhrrat den Beschln ßfaßte, sechzig im Isafen von yteto Aork liegende holländische Ähiffe zu zwingen, ihre Sa* düngen zu löschen. .Der Aussuhrrat habe äffahren, daß dos geladene Getreide und andere Produkte bestimmt seien, nach Deutschland gesandt zu werden, im Austausch gegen andere Waren, die Holland aus kernen anderen Ländern beziehen könne.

Frankreich und der Kanzlervorftoß.

G e n f, 29. Juli. DasJournal de Gsnöve" metttt, die Behauptungen des Kanzlers würden seitens Ribot nicht un­erwidert bleiben. Frankreich könrre nicht ftillschrveigen zu dem Versuch, llnfrieden unter den Verbündeten zu stiften.

Clemenceaus Organ und andere Pariser Blätter sprechen zu den letzten Geheimsitzungen die Besorgnis aus, daß die Berliner zuständigen Kreise zur Kenntnis aller hauptsächlichsten Ding« gelangt seien. Die gestrigen Mittei­lungen des Kanzlers an die Berliner Presse, die soeben in Paris bekannt wurden, bestätigen jene Vermutung. Kom­mentare lagen iwch nicht vor.

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