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30.7.1917 Erstes Blatt
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Nr. 1 ?b

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Erstes Blatt

lör. Zahrgaag

Montag, 30. M 19\J

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ner Anzeiger

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General-Anzeiger für Oberhessen

Eine Erklärung des Neichskanzlers.

(WM.) Großes Hauptgaartier, 28. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bis auf kurze Unterbrechungen blieb die Kmupftätig- leit der Artillerien an der flandrischen Schlachtfront unvermindert stark.

Heute morgen setzte auf breiter Front wieder heftigstes Trommelfeuer ein.

*

Auch itn ArtoiS kam es zeitweise zu lebhaften Feuer- kämpfm.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Südlich von Ailles schlugen zwei neue französische An­griffe gegen die am C hem in des Dümes von uns ge­nommenen Stellungen verlustreich fehl.

Sonst blieb die Gefechtstütigkeit, abgesehen von vor­übergehender Stergermrg des Feuers in der Champagne mw an der Maas, gering.

Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württem­berg.

Nichts Wesentliches.

verloren die Gegner 13

In zahlreichen Lustkümpftn

Flugzeuge.

Bahnhöfe und militärische Anlagen vonParis wurden heute nacht mit Bomben beworfen . Treffer im Ziel wurden erkannt. Unsere Flieger sind trotz starker Abwehr unversehrt zurückgekehrt.

Oeftlicher Kriegsschauplatz.

Front des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern.

Heeresgruppe des Generalobersten

von Böhm-Ermoli.

Unsere Divisionen gewannen östlich und südöstlich von T a r n o p o l weiter Gelände.

Beiderseits des DnjestrS setzten die geschlagenen russi­schen Armeen lmter zaAreichen Strafen- und Eistnbatzn- zersüirungen ihren Rückzug sbrt. In der Verfolgung haben unsere Armeekorps die Linie Jagielnica Ho rw - d en k aZab lv tow-überschritten.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

Die Truppen des Nordflügels nähern sich der Pruth­nieder ung innerhalb Kolomea.

Westlich der Straße SeletinFundulMoldovi in den Waldkarpathen entrissen deutsche und österreichisch-un garische Truppen dem dort haltenden Feind einige Hohen stellungen.

An der oberen Put na gingen Kräfte des Südftügels vor überlegenem feindlichen Druck auf die Osthange des Be- reczker-Gcbirgrs zurück.

Bei der

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackenserr

und Mt der

Mazedonischen Frout blieb die Lage unverändert.

Der Erste Generatguartiermeister Ludendorff.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 29. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

Die Artillerieschlacht in F la n d e r n tobte gestern vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein ununterbrochen. Die artilleristische Kraftcntfaltung stellte das Höchstmaß einer Massenwirkung in diesem Kriege dar.

An mehreren Stellen des Schlachtfeldes losten eigene und feindliche Vorstöße örtliche erbitterte Jnfanteriekämpfe aus.

*

Vom Kanal von LaBasseebis auf das Südufer der Scarpe steigerte sich am Abend die Feuertätigkeit: nachts Mich von Souchez vorbrechende Teilangriffe englischer Bataillone brachen verlustreich zusammen

Auch bei O s s n s, nordwestlich von St. Quentin, blie­ben englische Teilangrifft ergebnislos.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Eine Zunahme der Gefechtstätigkeit wurde längs des Chemin des Dames, in der Ctzanrpagne uud au der Maas fühlbar.

Südöstlich von Ailles griffen die Franzosen mor­gens einmal, am Wend dreimal mit starken Kräften an. Ein kölnisches Regiment mit oft bewiesener Starrdlwftigkeil wies sämtliche Angriffe des Feindes in hartem Nahkanlpfe ab.

*

Die tzliegertütigkett war außerordMtlich rege, beson­ders an der flandrischen Front.

Es wurden 35 feindliche Flieger abgeschos­sen. Oberleutnant Dostler griff an der Spitze seiner Jagd­staffel ein Geschwader von 6 feilldlichen Flugzeugen an und errang selber den 29. Luftsieg. Oberleutnant Ritter von Tut- schek schoß seinen 19. urrd 20. Gegner im Luftkampfe ab.

Oeftlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern.

Heeresgruppe des Generalobersten vo n hm-Er m o l i.

In Ostgalizien find die Russen beiderseits von Hu s i a - tyn hinter die Reichsgrenze zurückgegangen.

Unsere Korps haben den Zbrucz erreicht, andere llähern sich der Einmündung des nördlichen Sereth in den D n j e st r.

Zwischen Dnjestr rmd Pruth stellten sich russische Nach­huten südlich von Horodenka zmn Kampfe. Kraftvoller An griff durchbrach ihre Stellungen. Die Verfolgung geht auf beiden Dnjestr-Ufern weiter.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

Im Czerernosz-Tale wurde Kuty genommen. Ober- und unterhalb der Stadt ist der Uferwechsel in Ausfüh­rung. Im Gebirge dringen unsere Divisionen dem känrpfen- den Feinde über die Straße SchipothMoldawaSutitza uach.

Südlich des Oitvztales wurden starke russische Angriffe gegen den Mgr. Casinului zurückgeschlagen.

An der oberen Putna führten wir die vorgestern bc gonnenen Bewegungen durch.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Am Nordhmrge des Bergblockes Odobesti scheiterten feindliche Vorstöße.

In der rumänischen Ebene nur schwaches Feuer.

Mazedonische Front.

Die Lege ist unverändert.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

chen seiner Rede starren. Siehe da, d o rt. jenseits derWest- ront, sind ja die Berge des Annexionismus, ganz ent- chleiert von dem blumigen Gewände, das zurBefreiung )er Menschheit", zur Beseitigung der Gefahr des deutschen Militarismus, angelegt worden war. Dr. Michaelis ist es gelungen, den Schleier der Geheimsitzungen der französischen Kanrmer vom 1. und 2. Juni dieses Jahres hinwegzuziehen und ; die krassesten Eroberungspläne der französischen Re- )ublik bloßzustelten. Ja, der französischen Republik; re- inblrkanische Ideale und Träume hat er uns gezeigt! Er unterstreicht die Tatsache, daß die Herren Briand und Ri- bot nicht nur mit der Regierung des Zaren vertraglich sich auf die Eroberung Elsaß-Lothringens, des Saarbeckens und überhaupt des linken Rheinufers versteift hatten, sondern, daß sie, noch im Juni, darauf bestanden haben, das Ruß­land der Revolution müsse hallen, was das Rußlands des Zaren versprochen habe. Die Revision der französischen Eroberungsziele, 'zu denen auch die Gewinnung Syriens ge­hört, wurde von Ribot in der geheimen Kammersitzung abgelehnt! Vorhaltungen der französischen Sozialisten be­wirkten nur, daß er in beziug auf die Länder des linken theinufers von der Gründung eines notwendigen P u sfer- taates sprach. Einige Herren der Opposition sagten zwar dazu:Das ist schändlich" allein derVorwärts", der in seiner Sonntagnummer übrigens einen ganz guten Kommentar zu dieser neuen Kanzlerrede schreibt, meint mir vollem Rechte,u n o e g r e i \ 1 i rt>, gern» e z u un- aßbar ersch ein e es, daß die französischen Sozialisten nach diesen Vorgänger: n i ch t i r die allerschürf ft e Opposition g c t r e t e n s e i e n/' Was wird die Folge sein? Der Reichskanzler hat seine Feststellung in eine Frageform gekleidet, die sich an die fran­zösische Regierung richtet. Wird sie sich weiterhin verstecken? Kann sie leugnen? Und weiterhin: wird man jetzt aufhören, bei uns in Deutschland nach den Gräschen und Hälmchen der Eroberungslust zu suchen und zu forschen, dadrüben" so üppige Gärten und Felder davon voll sind? Dr. Michaelis hat in Ergänzung seiner früheren Ausführungen gesagt, er habe seine Erklärungen gemacht nur in der Voraussetzung, daß auch die Gegner auf Annexionen verzichten. Da wird es neue Buchstabenspalter geben, aber wir können sie, aus welcher Seite sie sich auch stellen, stehen lassen. Die Haupt- achc ist: Das neue Wort des Kanzlers klingt frei, mutig und entschlossen. Es eröffnet uns wieder eine neue At­mosphäre des Vertrauens auf Gerechtigkeit und Sieg der deutschen Sache!

In

Die Abendberlchle.

Bertt«, 28. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Flandern Fortdauer der Artilleriesthlacht

In Ostgalizien nähern sich unsere Korps dem Grenzfluß Zburncz.

Berlin. 29. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Seit Mittag in Flandern wieder stärkster Feuerkampf.

In Ostgalizien Fortschritte am Zbrucz. Dnjestr. Pruth und Zzerrmvcz.

>Der :reue Reichskanzler hat ehre Dat vollbracht, dre ihm viel AnfErksamkeit irnd innerhalb des deutschen Volkes verstärktes Vertrauen zuwenden wird. Er hat eine regelrechte Offensive gegen unsere Feinde mxtoumtmen nicht mit nutzlosen allgemeinen Borhartungen der Moral sondern mit strategischer Blick und besonderen Zwecken Bisher waren wir Deutsche immer die Angegrrfftnen. Man schmähte unsereniedrige Gesinnung" und warf tagtäglich die Bomben der Beschimpfung and Berdachttgung uns über die Schützengraben herüber. Es war derselbellebermate- rialkrieg", den jetzt die Gnglämder in Flandern wi^er gegen uns Mren. Da zeigt sich Dr ^Muha^rs pldtzftch als-em tnnerpolrtischer Hindenbarrg. Er durchbricht dre Front der Schimpfer, mrd seine Osfensrve ist wirklich durch­stoßend urrd durchschlagend. Es ist so Zeitgemäßes uni diesen Schlag, deii er geführt hat. Schwule, !in die ums die -Kriegszreleropter-mE gesetzt häben, ister es offenbar inüde gewmÄen, berm um bxt Buch­

staben seiner Sätze immer wieder das Dascherchuch an die Stirn zu führen. Gott ist mit uns, sagt^ derMrser infernem Telegramm an Hindsnburg, und Dr. Michaelis handelt darmchrndeni er die Schwüle durch emrge Ms smner Hand zuckende Blitze beseitigt. Er wettete den Blick und lreß uns nicht mchr in dumpfer Atmosphäre auf das J-Tüpsel-

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

Wien, 28. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oeftlicher Kriegsschauplatz.

An der Putna vernnochte der Feind seine Front evvas vorzuschieben. Bei Soveja wurden seine Vorstöße abgelviesen. Bei Kirli-Baba warfen österreichisch-ungarische Trup­pen die Russen aus mehreren Höhenstellungen. Der Berg Tomnatic wurde durch deutsche Regimenter ersttirmt.

Die südlich des Dnjestts in östlicher Richtung vordringen- den verbündeten Streitkräfte nähern sich, dem weichenden Feinde an der Ferse bleibend, der W e st g r e n z e d c r B u - kowina. Nördlich desDnjestrs ziehen sich die Russen gegen den Zburucz zurück. Jagreiniea wurde von den verbündeten Kolonnen überschritten. Auch östlich von Trembowla bei Tarnopol ist Raumgewinn zu melden.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Am Jsonzo lebhafter Geschützkampf.

Weiter nichts Neues.

Der Chef des Generalstabes.

Wien, 29. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlmrtbart:

Oestlicher Kriegsschauplatz.

An der o b e r e n P u t n a wurden die durch den Drrrck des Gegners notwendig gewordenen Bewegungen vollführt. Nördlich des Ca sinn-Tales schlugen unsere Gebirgstrup- pen mehrere Angriffe ab. In der südlichen Bukowina und im Tomnatic-Gebiet entrissen wir dem Feinde Höhe um Höhe. Die verbündeten Divisionen dringen über das obere Moldawa-Tal und gegen Schipoth, an der Sm zawa vor Kut ist in unsernn Besitz. Nordöstlich davon wurde in der Nacht der Ort R u s s i sch - C a n i l l a ersttirmt. Der Czeremosz wurde überschritten. Auch südlich von Ho- rodenka war russischer Widerstand vergeblich: die feind­lichen Linien wurden durchbrochen.

Jenseits des D n j e str erstreckte sich die Verfolgung über die Ätzen nördlich von Zalecsczyki und bis an den Pruth- abschnitt bei Husiatyn, wo der Gegner über die Reichs­grenze zurückgewichen ist.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Italienische Flieger suchten Jdria zum dritten Male mit Bomben heim. Ein Einwohner wurde getötet, einer schwer verwundet.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Der Chef des Generalstabes.

* *