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Tarnopol,
(WTB.) Großes Hauptquartier, 25. Juli. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht
Die Schlachtsront in Flandern mar auch gestern der GchmWlLtz gewaltiger Artilleriekämpfe, die bis in die Nacht dauert er t. Starke englische Erkundungsvorstötzc wiederholten sich in mehreren Abschnitten; alte sind in unseren Tri chlorst el- lungen zurucögeschlagen worden.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Am Mnterberge bei Craonne holten sich die Franzosen durch das Fehlschlagen mehrerer starker Angriffe gegen imserc neue Stellung eine Schlappe. Auch der Einsatz einer frischer: Division erzielte keinen Vorteil.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
.Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern.
HcercsgruppedesGencralobcrsten von Eichhorn.
Der Russe hat unter dem Druck seiner Mißerfolge und Opfer nicht von neuem angegriffen.
Heeresgruppe des Generalobersten Po n Böhm-Ermo li.
Unser Vormarsch geht unaufhaltsam weiter. Unter den Augen Seiner Majestät des Kaisers schlugen kompfdewährte Divisümen beim Aufstieg aus der Sercth- Niederung Mischen Tarnvpol und Trempowla starke russische Angriffe zurück und gewannen im Sturm die HöhendesOstnsers. Hier wurden erneut tiefgestaffelte Angriffe der Russen ickgewieftn.
Tarnopol ist genommen. Wir nähern uns Buc- zacz.
Stanislau und Nadworna sind in unserer Hand. Nachchtten des Feindes wurden überall geworfen.
Front des Generalobersten Erzherzog Josef.
Die Truppen des Nordflügels halten mit den im Karpathenvorland vorwärtsdrängenden Kräften gleichen Schritt. Südlich des Tartarenpasses hielt der Gegner noch seine Stellung. Fm Südteilc der Karpathen drang der Feind im Susttatal in unsere Linien. Sein schnell geführter Stotz wurde m einer dicht westlich gelegenen Riegelstellung zum Stkhcrr gebracht.
Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls von Mackensen.
Am unteren Screth lebhafter Feuerkampf. Bisher keine größeren Angriffe.
Mazedonische Front.
Nichts Wesentliches.
Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.
*
Der Abendbericht.
Berlin, 25. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Aufs äußerste gesteigerter Feuerkampf in Flandern.
Unsere raschen Fortschritte in Ostgalizien haben die Russen gezwungen, in den Karpathen mich s ü d l i ch des Tartaren-Passes zu weichen.
Es ist klüglich, daß in einigen Zeitungen noch immer £er Streit über die .Kriegsziele nicht zu Ende gekommen ist. Und zwar wird dabei sowohl von rechts wie von links gesündigt. Man streitet über das Tüpfelchen ans dem i in der Rede des neuen Kanzlers. Was war deirn dessen Auf- gaLc? Niemals, auch wenn man die allzu weitgehende Zurückhaltung der Regierung kritisierte, ging die Forderung verständiger Menschen dahin, der Kanzler 'möchte in allen Einzelheiten ganz bestimmte Ziele enthüllen. Immer konnte es sich nur um die allgemeine Richtschnur handeln, die man zu sehen wünschte. Auch in der letzten Krisis war eine Lösung nur zu erwarten von einer Benrhigung der Geister im In- und Mrslande. Der Kern der Sache war, daß weder die Mehrheit des deutschen Volles, noch unsere Blindes- genossen der: Krieg unübersehbar lang fortzusetzeu wünschten, dis etwa große Evobernngsziele erreicht wären. Uns/
I dankt, da ist der Kanzler Michaelis deutlich genug gewesen. >Wrr.. geheir nicht ans Eroberungen aus, so hat er uns erllärt rrnd so hat neuerdings auch die amtliche „Nordd. Mgem.^ Ztg." noch einmal vor Lloyd Georges ausweichender Rede festgestellt. Wir wollen die Sicherung unserer Grenzen. Sonderbar, daß au diesen Satz jetzt noch fruchtlose und fchädliche Auseiuandersetzuugen geknüpft werden. Es ist doch klar, daß die -etwaigen Befürworter von Annexionen und Eroberungen aus diesem Satze der „Sicherung unserer Grenzen" .nicht viel heransschlagen können. Daß sie die Möglichkeit offen lassen wollen, Deutschland könne beim Frie- denssthluß durch Verständigung Grenzverbessernngen zum Zwecke der Sicherung fordern, darüber brauchte sich doch etgentlid) kein Mensch aufzuregen. Der „Vorwärts" geht in wmen Auseinandersetzungen aber schon so weit, zu verkünden, dag der neue Kanzler nicht auf dem 'Wege sei, sich das Vertrauen der Sozialdemokratie zu erwerben: Weil er nicht vollständig Klarheit geschaffen habe. So wird die Fahne des Prinzips, der Verärgerung, die Kriegsflagge kleinlicher innerpolitischer Katzbalgerei hock-gezogen, anstatt daß wir uns au den frischen Farben des Sieges und Fortschrittes erfreuen, den uns die Ereignisse im Osten so unerwartet gegeben cht haben. Man kanii gerade aus die Kleinlichkeit solcher Rechthabereien nicht genug Hinweisen, denn jedem offenen Sinn erschließen sich aus der allgemeinen Lage, namentlich aus dem Verhalten unserer Gegner, ganz andere Notwendigkeiten!
Staatsmänner und Feldherren der Entente sin rm Begrrff, ans einer Zusammenkunft in Paris die nächste Fragen der Zukunft zu beraten. Im englischen llitterhnn har der Unterytaatszekretär des Answärttgen, Lord Rvber Cecll, noch immer die „Vernichtung des deutschen Mili tarismus" gepredigt. Freilich der Eifer wird doch etwa gedampft werde«! durch das steigende Anwachsen der unge heuren Kriegsausgaben, die England, besonders auch fü seme Verbündeten, zu leisten hat. Bonar Law hat bei de neuen Kreditvorlage seinem schweren Herzen Lust gemacht Der neue Zuchnnnenbruch der Russen wird die Sorgen er hohen. Wir können also mit Ruhe abwarten, was aus de' neuen Pariser Konferenz herauskommt. Die Wünsche un! Meinungen sind bunt gemischt. „D§r will", wie es ii Share,peares Heinrich VI. heißt, „langwierigen Krieg mi wenig Kosten Der flöge hurtig gern, doch sehlt's ar Schwmgen, Ern Dritter denkt, ohne allen Aufwand se Mit listigen Worteil Friede zu erlangen". Dm Schlimme ist, daß bei uns die unsachlichen Moment, rii die Wunsche noch hrnernspielen. Werrn an den Reichs ranzler i o pernlrche Fragen gerichtet werden, die mit seiner augenblicklichen Llufgaben nichts zu tun haben, so könnt, man auf anderer Seite auch einmal so boshaft sein, von der Kämpfern für Demokratisierung ein Bekenntnis darüber zu fordern, was ihnen lieber sei: baldiger Frieden nnt eurstwelliger Aufschub der Demokratisierrmg — ehe’* [>' fchlennigte Demokratisieriing rrnd durch sie bedingte 'V?. längerung des Krieges. Ob darauf eine glatte, herzhasn Antwort, ohne Kautelen, erfolgen würde?
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In O st g a l i z i c n wurden gestern die Operationen der Verbündeten durch neuen Erfolg gekrönt. Oesterreichisch-un- garischc Truppen haben Stanislau rrnd Nodworna, deutsche Kräfte Tarnopo l genommen. Die dem Feinde nach-drängenden Korps der Verbündeten streßen mehrfach auf neu auflebenden russischen Widerstand. Der Nordftügel der Armee des Generalobersten von Köveß warf die Russen im Tartarenpaß in zähem Ringen aus ihren Höhen- stellimgen. Die Bistritza NadworianSka wurde von den österreichisch-ungarischen und deutschen Divisionen erst nach erheblichen Kämpfen überschritten. Auch im Bereich der unteren Ztota Lipa sollten sich die Russen zu wiederholten Malm. Südlich von Tarnopol warf der Feind vergeblich dichte Massen den deutschen Regimentern entgegen. In den Waldkarpathen ließ Mischen dem Tartarenvaß und der Su- fita die Tättgkeit des Feindes nach. Nördlich des Putna- Tales wiederholte er seinen Angriff. Seinen Sturmkolon- ncn wurde nach engbegrenztem Anfangserfolg Halt geboten.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die lebhaftere Artillerietätigkeit am Jsonzo hielt auch gestern an.
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert.
Der Chef des Gencralstabes.
wachsende Ziege in Gstgalizien.
Berlin, 25. Juli. Auch am 24. Juli blieb die machte volle Vorwärtsbewegung unserer Truppen in IQstgalizien in vollem Gange. Wo der weichende Feind uw lestzufetzen versuchte, wurde er mü raschen rvnchttgen Schlägen geworfen. Der stets frische Angriffsgeist unserer Truppen ist bewundernswert, ihre Fähigkeit trotz größter Ansttengungen mrübertreff-i lich Unsere Flieger loetteifern untereinander in stundenlangen anstrengenden Aufklärungen rmd Fernflügen, bei denen sie durch Bomben und Maschinerlgewehrangriffe möglichste Verwirrung in dn zurückstntenden russischen Kolomlen zu ttagen suchten. Kleinere, und größere Massen von Gefangmen streben auf allen Wegen, den Gesangenensammelstellen zu. Die Be^cke, über das ungeheure Operationsgebiet verstte 2 ck, läßt sich iwch nicht annähernd feststellen. Gegen 3000 Quadratkilometer Gebiet sind bereits den Händen der Ripsen entrissen. Eberffo sind die räumlichen Vorteile, die Bnrssilow mit seiner letzten Offensive zu erzielen ver- lilvchte, schon lüngit wieder ausgeglichen. Mit kraftvollem Schwünge nahmen unsere Truppen die an vielen Stellen brennende Stadt Tarnopol und die südlich davon gelegene Höhe Grel-Zahire irnfe wiesen heftige russische Gegenangriffe blutig ab. Ein verzweifelter! Vorstoß, den die Russen südöstlich von Tarnopol in der Richtung des Dörfchens am Kapiaczka in 16 Gliedern gestaffelt mit Unterstützung von Panzerwagen vortrugen, brach uMer den aller- schivcrsten russischen Verlusten an Toten, Gefangenen und Material zusammen.
^ Mit gleicher Macht wie östlich von Tarnopol gehen unsere gruppen nach Süd osten und Süden gegen die Bahnlinie ^ n * -’J. a u-Buczacz vor. Während rntter ihrem Drucke eine russische Vetteidigungsstellung nach der andern in der Lüne L-tanislan—Nadwirna zuf-ammenbrichl, wurde in den Waldkarpathen am 24. Juli die Bergftelümg des Stenzhh den Runen entrissen. Auch der verzweifelte Widerstand der Russen zwischen Stanislau—Nadwirna an der Bystrycza und Nadwirna—Jenska vermochte den russischen Zusammenbruch in diesem! Frontabschnitt nichts mehr aufznhalten. Auch hier wurden die Russell von den Unsrigen in ungestüinem Drange nach vonvätts geworfen und die außerordeMlich wichttgen Sttaßen und Bahn-t knotenpunkte der Station Stanislau—Narwirna genommen. Eme größere Anzahl Geschütze, darunter schwere, sowie noch nicht gezählte Feldgeschütze, .Grabenkanonen, Miuenwerfer, große Mengen an Mlnnttion rmd Verpflegung wurden eingebracht. Unsere Truppen stürm e n u uaush altsam weiter.
In den Südkarpathen rmteMommene Entlastungsangriffe russischer Infanterie wurden abgewiesen. Am rntteren Sereth gingen gegen unsere Stellungen nur zwei Züge Infanterie vor,! vre iiiühelos zurückgeworfeu wurden. An der Serethmünduug und» iii der Ochrida Artilleriefeuer.
Auf dem Nordteffl der russischen Front erlahmten die russischen Angriffe nach den ungeheuren Opfern der letzten Tage. Von dem südwestlich Koniuchy erzielten Geländegewinn wurde den Russen ein Teil durch linsere Stoßtrupps wieder abgenommen. Eill russischer, in 1000 Meier Breite südlich Smorgvn vorge- tragener Angriff wrrvde leicht abgeschlagen. Die Beute mls den Kämpfen voni 22. und 23. Juli beträgt gegen 500 Gefangene und eme größere Anzahl Maschinengewehre. Die blnttgen Verllrste der Russen sind indessen gcniz außerordentlich schwer.
'Sln der Westfront treten alle Ereignisse gegenüber der in Flandern tobenden lnütenden Arttllerieschlacht in den Vordergnmd.
Russischer Bericht
vom 24. Juli: Südwesüich von Dünaburg bemächttgten sich unsere Truppen nach starker Arttllerievorbereitung der deuffchen Stellungen an beiden Seiten der Eiseirbahn Dmürbnrg—29llna. Darauf aber begaben sich ganze Divisionen, ohne daß von seiten des FeiiweS eür Truck ausgeübt wurde, aus eigene Faust in die Laufgräben zurück, von denen sie ansgezogen Nmren. Verschiedene Mteilimgen weigettcn sich während des Kampfes, die militärischen Befehle auszusührerr. Heldenhaft fochteir die Meilnngen der 24 Di- Msron. vor allen Dm gen die Regimenter aus Tula, Lochwiffch, Socrag. Auch an anderen Fronten muß der Mut der Offizier e gepriesen und müssen ihre u n e r h ö r t e n Verluste bemerkt werden. General Doldzelkyw, Kommandant einer Di-' Vision fiel infolge Gaserstickirng. In der Mckwmg von Wllna/ irestlich von Krewo, machte der Feind verschiedene Gegenangriffe und es gelang chm, die Höhen von Bogvetl), die wir anr 22 Juli besetzt, hatten, zu eroberrr. Die Offiziere -zeigten eine heldenhaft^ Energie, um dre Soldaten zu i^erhrndern, scharenweise znrückzu- gehen Am Sereth bei Tarnopol Gewebrfeuer. In der Gegend von Zagrobela, einer Vorstadt von Tarnopol, zieht sich der Feinds zusmnmeil mrd entwickelt ein hefttges Artttterieseiier In der Gegend von Attculince am Sereth setzt der Feind nach' dem östlichen User des Flusses über, vertrieb! unsere Truppen und besetzte das Dorf Wolsawo Z o w e ck s a. Ztvischeil Sereth urrd Sttypa setzt d e r F e i n d s e c n e n B o r m a r s ch f o r t und besetzte am 23. Juli abends Der- nadusaka und Dorochuvo.
lrom 25. Juli, Mazedonische Front: Auf der qarrrn chwachcs ArNllericseuer, das im CernaLogen und auf ^em Do bropolie etwas lelchaNcr war Aus dem rechten ZLrrd-irufer nidi^st- lich von Maiadag ,ckws; unsere Artillerie eui feindliches Munr twnslager in Brand. Rumänische Front: In der Nähe von '"ch J,acea und aus inn Halbinsel («arvnn ^.hattes Ge^nltzteuer. Am Sereth hielt im M.schrntt um™ Trupp-'- mahrmid des ganzen Tages außerordentlich htzstiges Ar- Ecn-l^ar °n Em Versuch seindlnl,er Jnfanterieabteilimgeu dir Osfensrve zu ergreffen, schertette rn unserem Feuer.
24. Juli. (WM.)
Fm linken Flügelabschnitt
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1 7 ,f fr rpedo boote dre an der Münch mrg des H a rach r^l u^fes gelegene -o n ) cl. Unser ein^tzendes JnsMtte.rie-
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