bte bie Regieruugskmnmissare über die Maßregeln, die
iiv $uz Vu-^iprfdjfcrginifl! des Ausstcmdes in Petersburg ergrrffeir hat imd forterte sie auf, dieser der Bevölkeriavg jirr Kenntnis ji: bringen into bw nottocrtWflcn %XnfjnaiQnBi yu. er greifen, um ähnlichen Un- rvHerniöglich^iEn in der Provinz vvrzubeugerr. — Unruhen, bereit Folge ivirtsäMfÄiche ^errfdiimg, Störungen und wumaateßmK Süuftmrtintg auf die (tetreiteernte sein würden und die die Wirksam-- &xt ber fribev'tnütigen Anstrengungen der Armee bseinträchttgeu) {fihrrctat, den erbitterten Widerstand des Feindes zu brechen.
P e t e r s b u r g, 20. Jul i. ^WTB.) Reutermeldung. Geitern wurden den gaiczen Tag ül>er grosse Scharen verhaftetes Matrosen, Soldaten unD ?l. r b e i t c r nach dem Haupte guartier de-: GeneraEtabos nn Distrikt Petersburg gebracht. Zahlreiche Maschine ng.'.tehre, Gewehre und Patronen wurden abga- liefert. Es wurven Truppen von der Frank nach Petersburg gebracht, um die Regierung und den Soldcrbenrat zu beschützen.
P e r e r 2 b u r g , 29. Jul <WTB.) Meldung der Petersburg« Telegraphen-Agentur. Die Behörden des Militärbezirks Petersburg stellen mnocherruflichifest, daß, die tlnrnhcn ccks beendet angesehen werden können. .Alle Militäris<i>en Gnchleckan haben an fte Erklärnugen gesandt, m ocnen sie versichern, daß sie bereit sind, die Regierung bei ihren Bemühurngen zur WiderHerstellung tep Ordnung in der Hauptstadt zu unterstützen.
Justizminister P c rewerzew hat um seine Entlassung gebeten.
Amste rda m . 20. Juli. Nach dem „Aklg. Häntelckbl." wird der „Daältz Marl" aus Petersburg von ihrem! dortigen Bericht- erftatfet gemeldet, das; in Rußland aufs neue chaotische Z u - stände tem'chen. In Petersburg gäbe es keine anerkannte Autorität mehr. Petersburg habe mit den: Sturz ber Regierung seine bisherige Bedeutung verloren. Das Volk blicke Mit immer größeren Per langen nach Moskau und warte auf den ÄMenblick, in dem die vorläufige Regierung die verfluchte Stadt P^ersburg verlassen und nach Moskau übersiedeln werde.
Ein Anschlag auf Kerenski.
Petersburg, 19.Iuli. Meuter.) Am Plozk sind auf Kerenski Schlüsse abgegeben worden, die aber fehlgingen.
Finnland.
Stockholm, 20. Juli. (MTB.) Meldung des Svenska Telegrain BtzranS. Der finnische Landtag hat mit 156 gegen 55 Stimmen den Gesetzentwurf über die An to- namie Finnlands angenommen. Der Abänderungsvorschlag des Inngsinnen llallaS, der der provisorischen Regierung unterbreitet werden sollte, wurde mit 104 gegen 86 Stimmen abgetehnt
Petersburg, 20. Juli. WTB. NickÄmtlich.) Tie Petersburger Telegraphm-i'Lgentur teilt mit: ^Liner Nachricht aus Hel- singßors zufolge wird der finnische Senat wegen des Lano- tagsbeschLusses über die Antviuimie Finnlands h.'ut: insgesamt sein Äbschiedsgefück elnveichm. Gleichzeitig wird der Senat der vorläufigen Regierung Mitteilung von diesem Schritt machen. Anläßlich der Ünabhingigkeiiserklärung wurde heute morgen auf den: Senats- und dem LandtagSgebäude sowie aus anderen öffentlichen Gebäuden von Hel singsvrs die finnische Nationalflagge gehiszt.
UnabhängrgkciLserklürung der Krim.
Berlin, 20. Juli. (WTBä Die „B. Z. aiml Mittag" erfahrt aus Stockholm, daß die Krim ihre Unabhängigkeir erklärt habe.
Die Duma.
Berlin, 20. Juli. lWTBä „Eorriere della Sera" meldet vuS Petersburg: Nack einer langen Nachtsitznng beschloß der Vollzug saus schuß der Duma , sich a u f z ul ö sen, um jede Verautwartlickkeit fttr die derzeitigen schweren Verwicklungen von der .Hand locisen zu können.
Amerika und die Pariser Besprechung.
New Bork, 20. Juli. (WTB.) Aus Washington wird der Associated Preß genvetder: Die Regierung beschloß die Einloduug zu "der Be sprecht mg mit den Verbündeten im Juli in Paris abznlehnen, weil die Beteiligung nicht notwendig sei, denn sie berühre die Dailnahme der Vereinigten Staaten an dem Kriege nicht unmittelbar. Man erklärt jedoch im Staars-- deparünnent, daß diese Entschließung nicht maßgebend fein soll für die weitere Politik der Bereinigten Staaten.
Die CrnlearrSsichten Frankreichs.
Bern, 20. Juli. (Privattelegramm.) Der „Temps" vom 15. Juli sagt: Trotz besserer E r n t e a u s s i ch t e n für Getreide ist ein M i n d e r e r L r a g unleugbar zu erwarten. Frankreich wird gezwungen sein, ht sehr beträchtlichem Maße zur Einfuhr seine Zuflucht zu nehmen. Es entsteht die Frage: Wird die .peinlich zugespitzte Lage der Handelstonnage es uns erlauben, die Getreidemengen Herbeizüsch affen, welche wir benötigen?
Pläne der französischen Sozialisten.
Paris, 19. Jüli. (WTB., Der geschäftsführende Ausschuß der französischen Soziali stenpa r tei hat die in London weilenden 'Vertreter des Petersburger ?lrbeiter- und^ Soldatenrates, die Ai^-geordneten der sozialistisckrsn Verbände GroßLätanniens und den boltändisch'-skandmaviscten Ausschuß ein geladen, sobald als möglich nack Paris zu kämmen zum Zwecke einer internationalen sozialistischen.Konferenz.
England verweigert feinen Sozialisten die Päsfe.
London, 20. JUili. (MDB.!' Die Sekretariate des irischen cktewerffch^ftswn-gvesses und der Arbeiterpartei teilen mit, sie seien von Balfour davon in Kemrtnis gesetzt worden, daß die Pässe für O ' B r ie n und C a m pbel l, die zu Abgeordneten für Stockholm und Petersburg bestimmt sind, nicht ^gesichert werden können.
An- Spanien.
Saragossa, 19. Juli. (W. B.) Meldung der Agenoe yavas. Die Provinzialiegierung teilt mit: Weyen einer Zugentgleisung in der Nähe der Hauptstadt sind die Verbindungen unterbwch'en. Zwischen Madrid und Barcelona ist eine Lokomotive mit einem Güterzuge '.usammengestoßcu.
Madrid, 19. Juli. lW. B. Auf dem nördlichen Bahnnetz sind zwei Güterzüge zufammangesv>ßen. Ter Verkehr auf wpn ganzen Netz ruht. Infolge rrt lßisenbahnnns allen - bei Valencia und Barcelona k raten große Verspätungen der Züge ein. Die Eisenbahner, die mm dürsstand cutschlossen sind und die L^ko- motiven verlassen hü.e, verzichteten aus die Durchführung ihres Beschlusses. Ter Diockeor einer Eisen bahn g e sell s-cha f t versichert der Regierung, daß er aucki im Falle einer Ansstandsdentegung genug Material imd Personal habe, um den .Verkehr aufrechtzuerhalten.
Madrid, 20 Jichi. (W. HZ D>er Minister des Innern teilte mit, das katalanische Paria m ent, das in . .Barcelona hätte tagen sollen, sei vom Gouverneur aufgelöst werden. Tie Mitglieder des Parlaments seien der Aufforderung des Gouverneurs, einzeln abzureisen, nachgekommen, ohne daß die Ruhe gestört worden sei.
Barcelona, 20. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. An der Ecke der Straße Conde und Asalto ivurde eine Barrikade errichtet. Die Anführer wurden infolge des Eingreifens bewaffneter Kräfte schnell zerstreut. Andere Kreise versuchten gleichzeitig Unruhe zu stiften, wurden aber zerstreut. In der Nacht nahm die Hauptstadt von Katalonien tvieder das gewöhnliche Aussehen an. Kaffeehäuser und Tteater waren geöffnet, die Straßenbahn verkehrte fahrplanmäßig.
Seekrieg.
Rene N-Bool-Erfolge.
Berlin, 20. Julu (Amtlich.- s J6euc U-Bvots-Erfolge im , ffflittelmeeT: rrntb 30000 BMT. Unter bm versenden
Schisfeu befanden sich: der bewaffnete trefbetadene englische Dampfer „Haigh Hall" (4809 Äl der ans gesichertem Geleitszug heraus geschossen wurde, ein italienischer Danipfer von etwa 3000 BRD., der griechische tiefDeladene Dampfer „Ariomg Gvulandris" (3191 BRD.-, der bewaffnede japanische Dampfer „Shrnsan Maru".(3312 BRT.) und der bewaffnete französische Dampfer „Coubie" (3368 BRT.).
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Eine Abändernng der Prisenordnung.
Berlin, 20. Juli (WTB) Eine kaiserliche Verordnung beftrncmt über die 2l b ä n de r u n g der Priseno rfe - nung von: 30. Septernber 1909 folgendes:
In weiterer Vergeltung der von. England und seinen Verbündeten über das Seekriegsrecht getroffene:: Bestimmungen genehmige ich für den gegenwärtigen Krieg die nachstehenden Abänderungen zur PrisenordNnng: Als feindliches Schiff ist ein neutrales Schiff zu behandeln, tvenn dessen Eigenturn ganz oder zum größeren Teil feindlichen Staatsangehörigen zusöeht, oder wnrn es von einer feindlichen Iiegierung gechartert, oder wenn es irn Interesse der feindlichen ^Kriegführung in Fahrt gesetzt ist.
Englische Plünderer.
G o e t e b o r g, 20. Juli. (WTB.) „Srenska Dagbladet" vom 18. Juli teilt mit, die en^tijdye Gesandtschaft in Stockholm gad am 17. Juli in erner Erklärung zu, daß das schwedische Schiff „Aspen" von britischen Seeleuten auf der Ri'lckfahrt nack) Karkwall ausgeplün- dert wurde. Auf alle Ansprüche betreffs Bergung des Schiffes verzichtet daher die englische Regierung.
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Kopenhagen, 20. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das dänische Ministerium des Aenßern gibt bekannt: Der dänische Dampfer „Vesta" wurde auf der Reise von Island grach Eirgtand versenkt. Fünf Mann der Besatzung sind um- gclommen. Der Rest, darunter der Kapitän, wurden gerettet. Der dänische Schoner „Emanuel" und der isländische Fischkutter „Acorn" wurden versenkt.
fob. Deutscher MichLtag.
1171. Sitzung, Freitag, den 20. Juli 1917, vormittags 11 Uhr.
Anfragen.
Einige Beschwerden der U. Soz. über Verbote von Versammlungen und Unterbindung der Verbreitung von Flugschriften wurden von verschiedenen Regierungsvertretern als unbegründet zurückgewiesen.
Abg. D. Müller-Meiningen (Fortschr. Vp.): Die Erfahrungen dieses Krieges zsmvgen dazu, der körperliche u -Aus,btildung in der Jugenderziehung mehr Recht als bisher einzuräumen u'nd du Schnlpläne entsprechend zu ändern. Welche einleitenden Schritte sind hier bisher getan? Sind die Vertreter der großen Organisationen, die sich bisher freiwillig und verdienstvoll der Vorbereitung der Jugend für den Heeresdienst gewidmet haben, mie die D e u t s ch? Turnerschaft, gutachtlich gehört worden und sollen ihre berechtigten Interessen bei der Neuregelung hinreichend gewahrt werden?
Oberst von Wrisberg: Eine gesetzliche Regelung wird an- gestrebt. Das Kriegsministerium hat stets mit den Organisationen, die sich wie die Deutsche T u r n e r s ch a s t aus dem Gebiete der militärischen Vorbildung der Jugend verdienstvoll betätigt haben, Hand in Hand gearbeitet imb wird sie auch luciter zur Mitarbeit heran ziehen. Tie Wahrung der Interessen der I u g e. n d p f l e g e o r g a n i s a t i on en ist einer der .Hauptgrundsätze für die weitere Bearbeitung dieser Frage.
Auf eine Beschwerde des Abg. Henke (U. So-.) erklärt
Oberst Marquardt, daß eine grundsätzliche Befreiung djer Vertrauensleute der Arbeiterschaft von der Einziehung ans militärischen Gründen u n m ö g - l i ch sei.
Die Abg. Dr. Strcsemann und Dr. S t u b m a n n (natl.) fragen an, welche Stellung der Reichskanzler gegenüber dem eng- ln^chen Neutralitätsbruch vom 15. Zuli 1917, dem ein5 Anzabl deutscher Handelsschiffe an der holländischen Küste innerhalb des niederländischen Hoheitsgebiets MM Opfer gefallen sind, einzunehmen gedenkt?
Direktor im Auswärtiaen Amt Kriege: Einzelheiten über den brutalen Uebersall englischer Secstreitbcafte auf wehrlose deutsch^ KaußÄhrteischiffe, die sich in holländischen Hoheits- g e was fern im Vertrauen a.cf dererr Ünantaftba r- keit sicher glaubten, licgeir mir nock^ nicht vor. Nach einer amtlichen Mittcilrmg des niederländischen Marinedepartements haben englische Seestreitkräste in den holländischen Territorialgewässern vier deutsche ^Schifte weggenommen und zwei auf deri Strand gesetzt, von dailm eines'unter dem Schutze des niederländischen Uv tersuchungsschifs'es geankert hatte. Bei diesem Ueberfall sind leider auch mehrere brave deutsche Seeleute getötet und verwundet ^vorden. (Hört, 'hört.) Die deutsche Regierung l>at sofort eine Untersuchung durch den dentsck-en Konsul in Rotterdam angeordnet. Diese ist schon abgkeschloisen, die Akten treffen teilte oder morgen hier ein. Weiter hat der deutsche Gesandte im Haag fluftvagsgemäß der niederländischen Regierung -mitgeteilt, wir zweifelten nicht da.r<nr, daß sie von England tvegen der unerhörten Verletzung ihres Hoheitsgebietes gebührende Entschuldigung, volle Genugtuung und die bindende Zusicherung gegen eine Wiederholung solcher Völlerrechisbrüche verlangen und durchsetzen werde. (Leb- l-afbcr Beifall.) Als Genugtuung erwarten ivir sofortige Zurückgabe der in den niederländischen Territorialgetvässern geraubten Schiffe nebst Ladung, rwllen Ersatz für die untergegangenen Schifsle und sofortige ErUschädigung für die verletzten deutschen Seeleute oder deren Hinterbliebenen. Noch vor diesem Schritt unseres Gesandten hat die niederländische Regierung ihr t i e f st e s Bedauern über den englischen Ueberfall aus- gcsprockien und erklärt, daß sie volle Genugtuung von England verlangen werde. (Beifall.) Die niederländische Marine wird alles tun, einer Wiederholung derartiger Vorkommnisse vorznbeugeu. (Beifall.) Die niederländische Regierung ist fest entsckstossen, die von mrs erwartete Genugtuung mit oller Energie durchzusetzen lBcifall) und hat unter nack)drücklichem HimoeiS auf das allem Völkerrecht ins Gesicht fclilagende Vorgehen der englischen Schiffe sck.VN eine scharfe Note an die britische ^Negierung gerichtet. (Beifall.) Das ganze deutsche Volk ist entrüstet über die neue Schandtat Englands. Wir sind fest überzeugt, daß sich die niederländische Regierung mit aller Kraft für eine volle Sühne tvegen der ihrem Lande ungetane Schmach einsetzen wird. (Lebhafter Beifall.)
Die Kr-ed ir vor lag e wird in dritter Lesung gegen die Stimmen der Unabh. Soz. angenommen.
Tie Vorlage zum Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte wird an den Ausschuß zurückoerwiesen.
Tie Vorlage über die Fürsorge für die Kriegsgefangenen wird nackuträglich auf die Tagesordnung gesetzt und in zweiter und dritter Leckung ohne Aussprache angenommen.
Präsident Tr. Kaempf gibt einen Rückblick auf die Tätigkeit dos Reichstages im verflossenen Tagungsabsck?nitt. Uns alle beseelt die gleiche Vaterlandsliebe und der unerschütterliche Entschluß, alles hinzugeben bis zu dein großen Tage, an dem ein unser Leben Sinter esse sichernder Friede möglich ist. Unter dem Wahrzeichen der Einigkeit der Nation steuern wir diesem Ziel zu. Gott schütze Heer und Flotte, Gott schütze Kaiser und Vaterland. /Lebhafter Beifalls Jck> schlage vor, die nächste Sitzung am Mittwoch, den 26. September, nach.uittags .3 Uhr. abzul-alteu, falls sich nicht die Notwendigkeit em.es früheren Z-tsKMlnentrittes des Reichstages ergibt.
Abg. Ledeüvur Unabh. Soz.) widerspricht uni- oeriangk eine frühere Sitzung des Reichstages.
Das Haus stimmt dem Vorschlag des Präsidenten zu.
Der Präsident entläßt die Abgeordneten mit den besten Wünschen.
Schluß 3/41 Uhr.
Die neue Kanslerpolitif.
Ein purlnmentarischer Abend bei Staatssekretär Helfferich.
Berlin, 20. Juli. (Amtlich.) Seine Majestät der: Kaiser begab sich heute abend V28 Uhr zum Staatssekretär des Jnuern, Staatsmiurfter Dr. H e l s f e r i cfi, woselbst sich ber Reichskanzler Dr. Michael i s eingefrmden hatte. Auf 6 Uhr waren geladen: die stimmführerrden Bevollinirchtigten zum^ Bundesrat, die Mitglieder des preußischen Staats- Ministeriums/ die Staatssekretäre, daS Präsidium des Reichstages und die führenden Mitglieder der ReichStags- frattionen. Die Geladenen verweilten in den Räumen lies Staatssekretärs bis gegeur 9 Uhr in angeregter Unterhcck- tung. Ml der sich Seine Majestät der aKiser in zrvatiglose.'U'L Werfe beteiligte.
Berlin, 21. Juli. Ueber die Ztyammenkmrft des Kaisers mrt den Par t e if u h r e x n tm Reichs amt des Jrrner.ir melden dre Blätter, daß außer den drei Präsidenten desi Reichstages 2 4 R e i ch s t a g s a b g e 0 r d n e t c , die Führer: aller Parteien, mit Ausnahme der u n a b h ä n -- gigeir Sozialde mvkraten, daran beilgenvnrmerr^ haben. Nach dem „Vorwärts" waren von deil Sozialdemokraten erschienen die Abgeordneten Ebert, Scheide- mann,^ Dr. David, Molkenbnhr, Dr. Südekum als stellvertretender Bors chender des HauShaltungSanSschusses. In oen zwanglchen zlveistündigen Unterl-altung seieri mannigfache-- Fragen berührt worden. Wie dem L A. voll unterrichteter^ Seite mitgeteilt inird, betraf die Aussprache in erster Linien die so lt der alles Erwarten günstige und namentlich für »England sicheres Verderben; bringende Entwicklung des U-Boot-Krieges. Tie seltner „Vvlksztg." erwähnt, Gespräche bestimmten politischen Inhalts seien nicht geführt worden. Wie dem „R örsenkur ier" ein Teilnehmer an der Besprechung mit- teilte, sind die aktuellen Fragen der Par'lamenmriGierung und die Veränderungen in den '.Regierungsstellen nicht berührt worden. Wie das Blatt werter meint, ist die Zn- fanrmenkunft lediglich zu demselben Zlveck erfolgt wie die Unterhaltung des Kvonprinzen mit den Parteiführern: um dem aKiser die Beläirntschaft mit den Führern der Volksvertretung zu vernntteln.
*
Berlin, 21. Juli. (B. T.) Der neue Reichskanzler hat gleich fernem Amtsvorgänger einen Adjutanten erhalten, obwohl er im Gegensatz zu Herrn v. Bethmann Hvllweg in keinem militärischen Verhältnis steht. Ms militärischer :be- gleiler ist zum Kanzler eLutnmit v. Prtttwih kommandiert, der vor dem Kriege im Diplomatischen Dienst stand und wahrend des Krieges erst dem Staatssekretär v. Fagott, dann Herrn Zimmernrann attachiert war.
Bulgarien und der Kanzler.
S'o fia , 19. Juli. (W. B.) Die Bulgarische Tclearaphen- ageickur berickstet: Folgende Telegramme nmrden zwischen dem Rerck'sbanzler Tr. M icha elis und dem Ministerpräsidenten Ra - d v s l a lo"o ir gewechselt:
Exzellenz RadvÄ<Lvotv, Sofia.
Durch das Vertrauen S. M. des Kaisers und Königs, meines, allergnädigpeu Herrn, auf den Posten als deutscher Rerck^ümzlel' und preusnscher Mtmsterpräsident berufen, ist es mir ein tr-rck- gesühckcs Bedürfnis, Eller Exzellaivz zil ixnsrchern, wie großee. Gennchit auch ich auf die wertvolle UMerstützung lege, die meinem Vorgänger !>ei der Ausübung seines Amtes in so reichem Maße seltens Euerer Ti'zellenz zuteil gewOtden ist. Turchdrungen von dem uver,chütterlvtieu Vertrauen auf teil endgültigen Sieg unserer ruhmgekrÄcke!- Waffen, bewachte ich es als nieine vornehmste Pckichch in unverbrüchlicher Treue an pen gesckxlivssenen Vertragen and Vereinbarungen festzuhalten. Ich Haffe, daß es- mlr vergomu sein wir), nach eimml glücklich gesckKosscnen Frieteil dazu teckragen zu können, die Beziehimaan ter engverbündedn Völker immer inniger zu gestalten.
^ ReichsVanizler Michaelis.
Exzellenz jlt. Mrchavlis, Douts'.-Her Reic!)skmrzler, Preustisch er Ministe rpräsedent, Verl irr.
, Euerer Exzellenz Depesche, die Nlit.rn Herzerl gebenden Worten: oas erprobte innige Bündnis unserer Länder und Bokker: hervor- hebr, drängt mich. Euer Exzellenz auch auf diesem Wege die besten Wünsche wiederholen ans Anlaß Euerer Exzellenz Berufung an die Spitze der Reichsgeschäfte in Jb verantwortungsvoller Zeit. Euerer Exzetlenz zuversichrsvvlle Versicheeu?:g des unerschütterlichen Vertrauens ans ten endgültigen Sieg' wird in meinem Vaterlande den lebhaftesten Wioerhall finten und die Beziehungen der beiden L>ölker, trenn möglich, noch inniger gestalten. Das gemeinsam vergossene Blut imsecer Besten kittete^ narseren duwb> unverbrüchliche Vertrags- t r ? it e gefestigten Bund und bietet die Geurähr, daß nach einem glücklich geschlossenem Frieden Bückgarieu an dcr Seile des Garßen Teiitschlaiad einer heiteren Zukunft sicher ist. Mein und ter bulgarischen Regier«eng bestes Wollen und Können ,'ind nach put vor dem Bestreben gewidmet, all dies zu vettvrckklichen.
Ministerpräsident Tr. R a d 0 s l a w 0 w.
Wiener Preffeftimmen zur Kauzlerredc.
Wien 20. Juli. (WTB.) Bei Besprechung des Programms des Reichskanzlers Dr. Michaelis und der Vvm Reichstage mit überwliegeitder Mehrhei t angenom menen Friedens res oln-^ ti on saneibi das „F r e m d enbl a tt": Von demselben Geiste wie ter Reichstag war der neue Reichskanzler beseelt, ter gestern! feine mjit so großer Spawning erwartete 'Antrittsrede hielt. Seine Worte waren die anfttchtigekt, wahrheitsliebenden und enerchschen. Worte eines Mannes, der nickt durch rhewckjche Phrasen, sondern durch die Anführung mmmstößlicher Tatsachen seine Zuhörer zu Überzeugen versuchte. In beredten Worten gab der deutsche Reichskanzler seine ehrliche und aufrichtige Friedensbereitschaft kund. Das Blatt schließt: Die Friedensresolution war, wie der Sprecher des Zenttums hln:vorhob, eine Friepcnvskundgebung, aber kein Friedensangebot. Die ganze W,elt lveiß jetzt, daß das dcnrtsche Volk ebenso nüe wir zu einem Frieden, der die Versöhnung ter Völker herbeiführen farni, bereit ist, wenn aber die Gegner die Zentral-- mäckich und deren VerbünL-ett demütigen und verkleinern und deren zukünftige Sick/erbeit zerstören 'wollen, dann werkten sie erfahren, daß unsere Kraft ungebrochen ist, !und daß wir alle ihre Pläne zuschanden machen werden. Danlber kann nach den Erklärungen des bentfeten Reichskanzlers tintb ter Sprecher der ütet> wiegc^toeil Mehrbeit des deutschest Reichstages kein Zweifel herrschen, bef uns und in Deutscklgiid strebt nran einem cmnexivnsloselt Berständigungsfrieden, ten Kaiser Karl immer im Auge hatte, Prf-' richtig zu. EttvaS anderes ist es, ob unsere Gegner bereit sind, auf dieser Grundlage den Kiieg zu beenden.
Die „Nene Freie Press c" führt ans: Das deutsche Volk erließ durch die Adehrheit seiner Wgeordneten eine Kundgebung für ten Jwieden. Auch der RcichSkwnAer Tw. Michaelis stellte sich vollständig auf diesen Boden. Graf E-ernin teilte mitz die Monarchie wolle nichts annektieren und sei bereit, mit Rußland einen Friedeir ohne Annexionen und Emtschädigungen abxu.schließen. Dieser Standpunkt ist nunmehr auch die Willensmeinnng der Mehrheit des deutschen Parlaments und ter deutschen Regierung. Mit voller Klartwit ist die Tatfäcoe sestMstrllen, daß beide Staaten sich auf derselben Linie ftnden und daß wirtckch nur die Feinde zu wollen brauchen, um ein ehrenvolles Ende herbeiMführen. Die


