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Erstes Blatt
X6I. Jahrgang
Samstag, 21M
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MTB.) Großes Hauptquartier,
(Amtlich.)
Westlichcr Kriegsschauplatz.
*H ec resgruppeKronprinzRupp recht.
In F land er n erreichte nach regnerischem Vormittag, der vonUrergehend ein Nachlassen der Kampftätigkeit zur Folge hatte, die Artillcrieschlacht von mittag an wieder äußerste Heftigkeit. Feindliche Vorstöße bei Lonrbinttzyde und östlich voll MessmeS scheiterten. An der Artois-Front lebhafte Fcuertätiakeit zwischen La Bassöe-Kmurl und Lens, besonders südöstlich von Loos. Bei Gavrclle nachts vorstoßende englische Bataillone wurden zurückgeworfen. Auch bei Monchy griffe:! nach heftigen Feuerwellen die Engländer erneut ais ohne weitere Erfolge zu erzielen.
Südwestlich von S t. Q u e n t i n erlftten die Franzosen bei dreimaligem vergeblichem Angriffe gegen die von uns gewonnenen Gräben blutige Verluste.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nordwestlich von Craonne nahmen märkische und Gardetruppen nach kurzer, starker Feuenoirkung eine der fr::nzösißsren Stellungen auf dem Winterberg. Der Feind leistete erbitterten Widerstand und hatte schwere Verluste lieber 375 Mann sind gefangen genommen , z a h l r e i ch e G r a b e n w a f f e n a l s B e u t e c i u = gebracht wo r de n. Erst abends setzten Gegenangriffe der Franzosen ein. Sie wurden zar schweren nächtlichen Kämpfen, bei denen einige der von uns gewonnenen Gräben wieder anfgegeben wurden.
Bei den mrderen Armeen, auch bei der
Heeresgruppe Herzog Albrecht außer einigen für uns günstig verlaufenen Dorftldgeftchtnr keine besonderen Ereignisse.
Ocstlidrer Kriegsschauplatz.
Heere sgruppePrinzLeopoldvonBapern
Am !. Juli hatte die russische Regierung in Ostgalizie-: einen Teil des russischen Heeres zur Offensive geführt, die nach spärlichen Anfangserstrlgen infolge ungeheurer Verluste bald ins Stocken kam Der russische Soldat, dessen Wunsch nach Frieden an fast allen Stellen unserer Front in Annäherungsversuchen Ausdruck fand war wieder umsonst iür die Entente geopfert worden. In Erwiderung des Angriffes der Russen haben unsere Truppen gestern einen Gegenangriff begonnen.
Unter persönlicher Leitung des prinzlichen Obrrdcfebls- Habers brachen deutsche Armeekorps na.ch wirkungsvoller Feuervorbereitung durch deutsche und österreichisch-ungarische Artillerie gegen die russischen Stellungen zwischen Sc- reth und Zlota-Lipavor und stießen über drei V e r t e i d i g u n g s - Z o n e n d u r ch D e r F e i n d hatte s ch w e r e b l u t i g e V e r l u st e n n d w i ch i n A u f l ö s u n g zurück. Bis zum Nachmittag waren einige lausend Gefangene gemeldet.
Bei Jakobstadt, Dünaburg uttb Smorgon. sowie längs des Stochod und von der Zlota-Lipa bis südlich des Dnjeftr nahm die Feuertätigkeit teilweise erheblich zu. Eigene Vorstöße und gewaltsame Erkundungen führten mehrfach zu schönen Teilerfolgen.
Bei Nowica, an der Lownica, sind neue strrrke russische Angriffe verlustreich abgeschlagen worden.
Front des Generalobersten
Erzherzog Josef. ^
In den NordkarMthen stärkeres Feuer als in letzter
Zeit.
Auch in den Bergen östlich des Beckens von Kezdivas- zarhelh hat sich die Gefechtstätigkeit gesteigert.
Bei der
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls bo n Mackensen
und an der
Mazedonischen Front
nichts Neues.
Der Erste Generatguartiermerster L u d e n d o r f f.
*
Der Abendbericht.
Berlin. 2h. Juli. (WTB. Amtlich.) Abends. Im Wessen nur in Flandern starker Artilleriekaurpf.
Im Osten sind unsere Truppen zwischen Sereth und Stryva in scharfem 'Nachdringen hinter dem weichenden Feind.
. .> cse-skim
Reichstag hat gegen die Stimmen der „Um hängigen" Sozialdemokraten den 15-Mllicrrdet:kredit ^ die Weiterführmrg des Krieges bewilligt sind die Verhcu bis 20. September vertagt. Monds war sodann Rmchsgmt des Innern ein „parlamentarischer Abend", dem auch der Kaiser erschien, um sich mit den Parteiführe: E) .den sozialdemokratischen, bekannt zu .machen. Die pneolrche Bildchen könnte wie ans einer Änsichtspostka 53}^ ins feindliche Ausland wandern und dort alfei ^lllrftonen zerstören. Das Deutsche Reich ist noch, ui zerfallen, und die versöhnenden Schlußworte des Prc denken Dr. Kaempf im Reichstage klangen nach dem üb stürzten Gepolter im Hauptausschuß schon beinahe wie je: Aoolsharfengesang, mit dem einem Unruhigen das Inn von „erlebtem Graus" gereiirigt wird: „Erst senkt s Haupt aufs kühle Polster nieder, Dann badet ihn im T aus Lethev Flut; Gelenk sind bald die krampserstarr Mieder, Wenrc er gestärkt dem Dag entgegen ruht " Let Flut kann in der Tat bis zum 26. September noch eürn wohltätig wirken, denn Mars regiert noch die Stunde i n Wt, tute der Reichskanzler im Reichstag schon kurz gekündigt hat, auf dem Schachöriott wieder einen cittid "enden Zug zu deutschen Gunsten getan. In breiter Fr
haben deutsche Truppen in Ostgalizien drei starke russische, Verteidiguugszonen durchstoßen, und der Feind, der Tau I sende von Gefangenen verlor, befindet sich zwischen Sereth! und Zlota Lipa ans der Flucht. Ein Uebriges wird hosfenttt lich die fortschreitende Revolution im Ostei: bewerkstelligen. Wenn diese Dinge nicht ivären — auf der bloßen Formet des Reichstags waren große Hosfunugen aus baldigen Frie -! den wirklich nicht aufzubauen. Selbst das „Bert.. Dagebl."! gibt sich in diesem Punkte keinen Täuschungen hin, indem | es erklärt: „Darf man nach der Annahme der Friedens jj resolution luitb nach der Ätede des Reichskanzlers nun er-! warten, von allen Seiten die Friedenstauben herbeiflattern I zu sehen? Das zu hoffen und zu glauben, rvsire sicher ver- 1 fehlt." Es sind bis zur Stunde nur vereinzelte feindliche. Stimmen über die Beschlußfassung des Reichstags uns zu Ohren gekommen, und diese wenigen be st ä ti g e n, daß der Erfolg einstlveilen gering ist.
Auf ganz anderen Hoffnungen baut sich das politische Streben des eben erwähnten Blattes und seiner Gesinnung^ genossen auf. Es fügt nämlich der obigen Feststellung hinzu: „Aus schnelle Resultate soll man nicht rechnen, und wir hier haben seit Beginn der Reichstagsaktion, und schon lange vorher, mehr Bedeutung als dieser Friedenskundgebung immer der Neugestaltung des Reiches, der Neuteilung von Macht und Verantwortung, der Ennsührung des „parlamentarischen Systems" — oder wie man es nennen mag - beigelegt." Shirt, die Neugestaltung wird ja auch kommen. Freilich nicht in dem von dem „Bert. Tagebl." gewünschten Tempo. Uns wäre es, hätten wir schon einmal zu wählen, lieber, der Friede kehrte beschleunigten Schrittes bei un>' ein, als die „Muorientterung", die nach der Rückkehr unserer Feldgrauen auch) noch zeitig genug kommt, und deren Herbeihasten, tvenn sie sich nur ein paar schnell zu- sammengeflickte Lappen Überwerfen würde, draußen und drinnen nur einen ungünstigen Eindruck machen Itmufce. Die Mitarbeit geeigneter parlainentarischer Persönlichkeiten in der Regierung wird jede»!) wahrscheinlich nicht lange aus geschoben: augenscheinlich bat ja der Kaiser schon begönnen, Umschau zu halten.
Was die Zukunft des jetzt zutage gekommenen Mehr- heitsblockes des Reichstages anlangt, so liegt sie sehr im ungewissen. Der Zentrumsmann' neben dem Fortschrittler oder Sozialdemokraten — wer denkt da nicht eher an Schein als an Wirklichkeit, und tvem drängt sich da nicht Vergangenes aus! Die Pause in den Verhandlungen, gegen die nur Herr Ledebour Einspruch erhob, wird Ordnung und Sicherheit der Ziele und Wege lviederbringeu, und keine Kanzlergegner werd.cn Entmutigung oder Erbitterung zur Schau tragen. Das Volk ist bei der wirklichen Arbeit zum Siege: es ist gewillt, zu kämpfen, auszuharren in den Beschwernissen der Zeit, es ist aber auch zu neuer, kräftiger Hoffnung gestählt, und es weiß, daß die Flaumacher und ihre Einflüsterungen nichtsnutzig und unwahr sind.
*
3>n der „Nationalliberalen Korrespondenz" lesen wir über die parlamentarischen Aussichten:
„Tie Mehrheit vom Donnerstag kann weder den Reichskanzler noch den Reichstag zwingen. Das steht ganz fest, und damit ist die parlamentarische Lage dem Machtbereich einer einseitigen Parteigruppe entzogen. Es ist wieder die Zusammenarbeit aller Parteien möglick). In dieseur Sinne wird 'denn auch bie Parlamentarisierung der Regierung durchgeführt werden, naclchem der Wünsch und das Streben nach dem parlamentarischen System weder bei der Regierung nockn bei einer genügenden :)iei>chstags- mchrhnt auf Gegenliebe gestoßen sind. Wir haben hier znmr zunächlt nur eine Lösung der Krisis nach der negativen Seite, aber doä> eine Borbedruguing dafür, daß es allmählich wieder besser toevden wird. Tie Annahme der Friedensresolution wird man unter dies«: Umständen in den Kauf nehmen müssen und tön-- not. Sie sollte der erste Schlritt sein, um' die Regierung und den Reichstag in die Gefolgschaft einer einseitigen Parteigrnppiernng zu zwürgen. Dieser erste Schritt ist gescheitert Es ist selbstverständlich, daß 'die Parteien der Resobttionsmelfthä' diesen Mißerfolg verschllieieni und den Hauptwort daraus legen, daß die Friedens resolution nach' außen hin wirken soll. Sie mögen sich nur ein wenig gedrckden: auch nach dieser ^erte wird der Mißerfolg sehr bald deittlich und unbestreitbar sein. Die Befürworter der Resolution sind sich! dessen selbst bewußt. Sie verwalten sich deshalb gegen die Erlveckung vor eiliger Hossmmgen. Nach dem einen ist es kein Friedensangebot nach dein! andern wird man sehr lange warten müssen Ins dein' Angebot die feindliche Nachfrage folgt. Nur Herr Scheidemanu wiegt sich und vieNeicht auch noch ein paar andere in der Illusion daß,ausgerechnet das englische Parlament in die- .Hände des Triumvirates Fehrenbach, Scheidemann und v. Payer einschlagen wird Er wird zuerst — und zum wievielten Male schon? - enttäuscht werden. Aber auch den andern lvird die Enttäuschung '.acht g- schenkt sein. Wird man dann auch diese Verirrung aus den Tagen unserer polüischeu Krisis endgültig überwunden haven? Wir wollen es hoffen, denn sonst hätte auch in diesem neuesten Lehrgänge po litischer Schulung die R-esolntionsmehrheit des Reichstags herzlich wenig gelernt."
Der österreichffch-ttttgarische Tagesbericht.
Wien, 20. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Herausgefordert durch die von den Westtnächten rnrd Amerika gegen den Willen des russischen Volkes erzwungene feindliche Offensive, schritten gestern ffüh die verbündeten Waffen in Galizien zum Angriff. Um 57 4 llhr morgens traten zwischen dem Raume von Zborow und dem S e r e t h deutsche und österreichisch ungarische Batterien zu gewaltiger Wirkung in Tätigkeit. In den Vorinit- taasstnnden folgte der Sturmangriff der von k. u. k. Mtei- lungen begleiteten deutschen Infanterie. Die siegreichen An
greifer st i e ß e n d u r ch b r e i a u s g e b a n t e L i n i e n. Die Russen wichen in voller Auflösung, zahlreiche Tote und Schwerverwundete auf dem Schlachtselde mrücklasfend. An Gefangenen waren bis gestern abend einige Tairfend ge
meldet.
In den anderen Mschnitten der galizischen Front kam es zu einer Reihe kleiner für die verkündeten Waffen erfolg reicher Kampfhandlungen. Bei Nowicia, südlich von Kalusz. erstickten russische Angriffe im Artilleriefeuer der Dertcidi ger. In den Karpathen erhob sich das feindliche Geschütz feuer stellenweise über das gewöhnliche Matz.
Italienisch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Am Jsonzo beiderseits erhöhte Artillerietätigkeit.
S ü d ä st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Nichts Neues.
Der Chef des Generalstabes.
vrc russische Front in Kilometer Tiefe durchstoßen.
Berlin, 20. Juli. ,WTB.> «Nachmittags.) Den herausfordernden rufsifchcn Angriff zwischen Dnjeftr und Karpathen haben unsere Truppen am 19. Juli durch einen Gegenstoß südlich des oberen Sereth VoanUvortet. Das Unternehmen ist vollkommen geglückt. Nach einer, auch durch österreichisch-rmporische Artillerie vorzüglich unterstützten sechsstündigen Feuervorbereitung, die mit den: grauenden Tag einsetzte u:rd in den russischen Stel^ hingen, schwere Verwüstungen an richtete, haben rntfere Sturm- truppen vormittags l0 llhr das ruiDische dreifache Stellung ss v st c in zwischen dem oberen Sereth und der S t r y p a übei*raunt und d ur chbro chen. Schon 9Uhr 30 war die , über 400 Meter hohe Zlota Gova nördlich Zborow in unsere Hand gefallen. Der Angriff wurde durch klares sonniges Wetter begünstigt. Die aufgelösten russischen Verbände nnchen panikartig zurück. Ihre Verluste sind durch die Fenerwirttmg in den zertrümmerten Stellungen und durch das Feuer unserer Versolipw im rückwärtigen Gelände außerordentlich blutig. Wenige Stunden nach dem Angriff konnte:: bereits 3 000 Gefangene und 10 e r beutet e G e s ch ü tz e gezählt werden. Rnsilische Gegen- afn griffe beiderseits der Ndaia Strhpa und bei Zalocze, die den Einbruch in die russische Frorrt znm Stehen bringen sollten, wurden unter schweren russischen Verlusten abgewiesen. Unser, linker Flü gel drängt im sumpfigen und seedurchsetzlen Oberlauf des Sereio entlang, während unser rechter Flügel sich beiderseits der Bahnlinie Zborow—Tarnvpol vorschob. Di: Linie Zaloe-e — Cle- i o w ist überschritten und die russische Front bis zrn einer Tiefe von 15 Kilometer durchstoßen.
Mehrere unserer starken Stoßttupps hatten bei Pysski und Koniuchh, in dev Gegend von Brzezany und südwestlich Brodv be- ttäwtliche Erfolge zu verzeichiren. Sic brachen in die fesiidlichen Stellungen ein und brachten an allen Stellen eine größere Anzahl von Gefangenen zurück. Bei Smorgon war an: Nachmittag des 19. und seit den frühen Morgenstunden des 20. der Feuerkampf lebhaft. In den Karpathen ist die Gefechtstätigkeit merklich aus- gelebt.
An der rumäirischen Front nur zeitweise aufflacker::des Artilleriefeuer. Unser Feuer m:s die Bahnhöfe Indcpedenta uno Liest: ries Bräiche hervor.
Ai: der W e stfrou t steigerte sich in Flandern das feind- llichce Artillcriefeuer von mittags an iviederun: zu großer Heftigkeit. Besonders schwer lag das feiirdliche Feuer auf der Gegend vcn: Lombartzhde und BH'schootc bis südlich Hollel^eeke. Verschiedentlich wurden aufgefüllte feindliche Gräben ust:d Bereit-- stellimgen :wr: uns mtter Bew:icht::ugsfeuer geirommen; so festlich Apen: und nördlich Arnrenttvres. Im Artois brachten wir aus Patrouillen- und abgewiesenen feindlichen Angriffen eine Anzahl von Gefangenen ein. In der Champagne wirrde durch eineft Volltreffer in ein feindliches Mnmttonsdepot eilt großer Brandt hervorgerufen. Vier starke Explosionen Umrdei: beobachtet.
ver Anfstand in petersbnrg.
Petersburg, 19. Juli. MTB.) Meünurg der Peters- wrrger-Telegravbeu-''?lgeutl:r. Die vorläufige Rsgiertvnig hat be- fcblosseu, im Hinblick ans eine Reihe von Frage::, die durch die Wiederhersdellnug de.r Mche in der Hauptstadt ei:tstanden' sind und eine sofortige Lösungpertmrgen, gemeinsam mit dem Vollzugsaus^ schuß des Arbeiter- und Soldatenrates einen SonderauS f ch u ß einzurichten, der iu ständige Verbindung mit dem Oberkommando der Truppe:: des Petersburger Militärbezirkes sesi: wird. Diesem Aue-sthuß werden der Arbeitsminister Stobebttv, der Leiter des Marinen:misirrinms Lebedew als Vertreter der v-orläufigou Regierung und Goß als Vertreter des VoUzugsaussthusses angehören.
P e t e r s b u V g , 20. Juli. (WTB.) Der: ganz«: Tag über ! ietter: Vttmsterpräsideitt Fürst L w o io und andere Mitglieder i>w 9!.'g:ernng im Generalstab des Mititärg.ol:vernLurs von Psters- burg Sitzitngei: ab und arbeiiteten entsM'ideude ÄLaßvegelN au-, uim! die UnruW: zu unterdrücken. Zu diesen: Zweck schickte die Regierung aus «der Umgettmg der Hauptstadt mehrere militärische Eü:-- !-eiten, von deinu: ein Teil nach ihrer Ankunft nach dem Tanrisck-en Palast geschickt Wurde, >oo die Mm ge. die Räte der Arbeiter, Sol- baten und Barcern, l«ei benci: sich einige Minister befanden, belagerte. Aus ihrem:; M/egte wurde:: diese von ArtiAerie begLeiketeu' Truppen mrter ein Kreu zfener von Gewehren und Ma s ch inengewehren gen -o imune n und erlitten recht fühlbare Verluste. Die Artillerie gab eine Salve ab, Off nete sich alsbald bei: Weg röndzerstreute die Menge. Ein sehr leb laftes Geniehrseuer sirnd wach in der Ertelewsttaße und später im Leteilip-Profsiekt statt. Die beumschete Meiuxe versuckte, sich des :militärischen Nachrichtenburoaus anf'den: Wvuensku-Kai zu bemach. tige::, lmrrde aber vv:: de:: Truppe:: daran «xehindert. Dank der von der Regierung ergriffenen Maßnal-men wurde der Aufstand unter drückt. MgM Wend trat lcmgsaim Rute :u den Straßen ein. Ivo Regierungsttmppen Automobile iiud bewaffnete Gruppen eutwaff ueten. Um: «ei::e Wiederholung der Unruhen zu vermeidci:, trifft die Regierung alle nötige:: DtaßrMhtiftei:. ES wurden De r Haft::n - gen vorgenoimnei:. Heute siich fsick» alle Brücken in Petersburg, die die verschiedenen Stadtteile verbinde::, geöfftret. Der Peters'- bnrger Militä^cnrverneur, General Polo e i s ch schlug einen Aus ruf an, in denk er erklärte, er habe einen Beseht der Regierung aus- zufühveu, die Hauptstadt von Leute:: zu säubern, die mit Waffen in der Hand eine,: ^Anschlag gegen die peiffönliche n:rd nkatene'ie Sicher- leit der Bürger beginge::. Er befehle den: Truvpen, dir öffentliäre Ordmmg wiederherzusEc?:, und fordere die Bevölkerung aus. ihre. Wohnungen nicht ohne d-rrngende sttotwandigkeit zu verlassen, mn mumgenellme Zwischenfälle.zu vermeiden. Gleichzeitig mttcrrichtete


