fvr-jwüteit für bie Jahrhunderte. (Lebhafter Beifall.) I» hiejfem Geiste taollen mit in die Berhand- lärwyen ein trete n, wenn es Zeit ist. (Verfall.) -Meine Leeren! Mir können den Frieden nick) t noch andre ten. (Zusttm-mung.) Die ,'ö<cuii>, die einmal ehr- M» und sriedensbeteit ausgestreckt mar, bat ins Leere gegriffen. vErr»c»te Zuftininmug.) 2tzenn wir es möglich machen, dann tu li s Sen wchlr in ctftcr Linie erreichen, daß die Grenzen §w<5 Detttsckxn Reiches für alle Zeit s i ch e r g e st e ll t werden. (Lebhafter Beifall.) Wir wüssen im Wege der Berstaiwt v«rng (Beifall lurks und rm Zentrum) und des 2lusgleicltS, die Le - LenÄstdrugungen des Deuffchen Rcickres auf dem Kontinent und lle-biersee garantieren. Der Friede muß die Grundlage für eine banenti* Bersödntmg der Völker Werdern -Lebhafter Beifall Wir müssen der werteren Verfeindung der Völker durch wirtsckmstliche Absperrunaen vackeugen. (Beifall.) Wir müssen ams datmr sichern, daß der Wtoffcnbund unserer (Gegner sich -zu einem wtrtschaltllchcn Trutzdündnis gegen uns auswächst.
Dietse Ziele lassen sich im Rahmen ^tzrer iRMolution, wie ich sie auf fasse, erreichen. Wann die Feinde ihre Erobernn gsg cln lt e, ihre Niederwcrfungsg elüste aufgegeben haben! um d eine D e r h a n d l n n g w ü n s ch e n, d a n u ist das gesamte deutsche Volk und die deutsche Armee mit ihren Führern, die mit Ihrer Erklärung einverstanden sind (Hört, hört! links nnd im Zentrum!, darin einig xd aß wir den Gegner, der die Fühler ausstreckt, fragen was er uns zu sagen hat. denn wir wollen ehrlich und fr: c- densbereit in die Verhandlungen eintretem Befall.) v .
Mcüve Herren! Bis dahin ntüsstn wir mchig, geduldig und Mtutig aushorvcn. Die gegenwärtige Zeit, in der lvir leben, ift auf dem Gebiete tmserer Ernährung die schwerste, die wir bisher
durchge macht haben.
Der Monat Juli war der , ckltmmstc.
Las wußten wir. Die Trckeicheit lMtc das Wachstum aufgehalten, 7nnd es hat in der Tat vielfach bittere Rot geherrscht. Ich taten «ber tue klare Zuversicht aussprechen, daß in kurzer Zeit eure Gr leichteruug eintreden wird und daß dann die Bevölkerung wieder wirb reiclsticher versorgt werden können. (Bravo! und <oebr rtch
lieber die Ernte ist noch nichts Gewisses zu sagen: aber das fAt 'chon heute fest, daß sie besser wird als die vonährige. 'Sehr löchrig' Die .valme find zwar- kurz, aber die Körnerbllduitg ist vortrefflich, rurd wir werden in diesen! Jahre mit einer mittleren Ernte »i n^ten haben. In weiten Kr'cisen des Reiches i slsalt acherail ,wck. rechtzeitig Regen gefallen, um die Kartoffeln ztrm Wachsen zu bringen.
W ir hv ffen a u f ein e gu te Ka r to lfel e rn t c.
Uhr gut!', mrd wenn lvir das, loas uns aus Rumänien zuwachsen tttstd und aus den anderen besetzten Gebieten, für unsere Wirtiä>aft vorsichtig vertuenden. dann wird auch die Firtterknappbnl ülur- wunden loerderr ,vor der wir sonst stehen. Es ist in diesen drei Kriegs sahven der Beweis erlnacht worden, daß selbst bei einer schlechten Ernte, lvie cs die des Jahres 1916 war, Deutsrlüand überhaupt nicht ausgehungert werden kmm. Bei straffer Erfassung itind bei voller Rationierung reichen die Vorräte, und das ist ein unberichenbarcr Vorteil gegenüber England. Es hat in weiten Kreisen die schmerzlich' Erf-ahnmg gemacht werden müssen, daß infolge der Kriegswirtschaft das Verhältnis der.Bcvöllerung in Stadt und Land me Trübung erfahren IxU. Hier muß uubediugt Aufklärung eriolgen. Bein richtig N Wir Niüssen in erster Linie die Land!virtickast davor bew-alren, daß in dem netten Wirtschafts ^'olau die Rationen, die ihr zngemessen werden, bcsotrders auch iür das Bieb. so geregelt werden, daß es von vorntwrein nicht aus- oeschloffen ist. damit zu reichen. Sehr riastig!) Das rvar ein. Fehler des vergangenen Jahres. (Sehr richtig!), der glatt zugegeben wird, demi das har natürlich zur Folge, daß iwvvendigerweist und darum enn'ckmldbarerweise (^setzesübertretungen vorkanien. Es muß auch die städtische Bevölkerung die großen Sckiwierigfeiten nrürdrgen. miter denen die Landwirtschaft in der Ariegstvirtschüft letzt zu leiden hat, und umgekehrt nrnß überall in der ländlich'N Bevölkerung volles Verständnis dafür entstehen, wie groß die Not in der Industrie, in der industriellen Bevölkerung und in den (Großstädten ist. (Sehr richtig!) Wenn das geschieht, dann lvird rne Annähemmg erfolgen. Es wird der eine für den anderen; das leisten ,lrms er bmn. und wozu er verpflickstet ist. Die er- watlicktze Ericheinung der Verpflanzung von Huuderttausenden von Schullindertt auf das Land kann es viekkeicht z-urückgewinnen. L8>er ivrr müssen auf alle Weise dafür sorgen, daß dieser (öegew'atz gemildert und ausgeglichen und Idaß er beseitigt wird. (Sehr richtig?)
Meine Herren! Sie können von mir, der ich erst fünf Tage im Amte bin, nicht envorten. daß ich mich über die
schwebenden Fragen der inneren Politik
heute erschöpfend und abschließend äußere. Alber ich will doch solgenoes sagen: Nack dem Erlaß der allerhöchsten Botschaft oom 11. Juli über das Wahlrecht in Preußen stelle ich mich selbstverständlich aus deren Standptrnkt. Beifall links.' Ich halte es für nützlich nnd notwendig, daß zwischen den großen Parteien nnd ttr: Regierung eine engere Fühlung herbeigeführt lvird, und bin! bereit, soweit dies möglls rst, ohne den bundesstaatlich'.en Charakter und die kom'trtutionellen Grutchstagen des Reiches zu schädigen, alles zu tun, was dieses ZusammeNorberten zu einem »virkungs-i vollen macht. Ich halte es auch für wünschenswert, das vertrauliche Verhältnis zwst'chen dem Parlament und der RegierMlg dadurch enger werßen zu lassen, daß Männer an die leitende Stelle gerufen rverdcn, die neben ihrer versöhnlichen Eignung für die leitenden Stellen auch das volle Vertrauert der großen! Parteien der Volksvertretung genießen. Sclbstverständlich ist alles dos unter der Poraussechuitg möglich, daß von der anderen Seite anerkannt wird, daß das verfassmigsnrcißige Recht der Reichslei- .ung zur Fnhncng der inneren Politik incht gefchnr-Äert werdm darf Beifall rechts.^ Ich bin nicht willens, mir di^ -Führung aus der Hand nehmen zu lassen. (Beifall aut versch-iet^nen Seiten des >>ames. Bewegung.)
Wir fahren in »oildbewegter See und gefährlichem Fat. r wasser, aber das Ziel steht uns leuchtend vor Augen. Das, was wir ersehnen, das ist ein neues, ein herrliches Deutsch -- land, nicht ein Deutschlands das mit feiner Waffengewalt die Welt terrorisieren will, wie unsere Feinde glauben, nein, ein sittlich geläutertes, ein gottesfürchtiges, ein treues, ein friedliches, ein machtvolles Deutschland, das wir lieben. And für dieses Deutschland wollen wir kämpfen und leiden! Für dieses Deutschland wollen unsere Brüder draußen bluten und st erben. Und um dieses Deutsch land wollen wir kämpsen, allen Feinden zum Trotz!
Mseiliger lebhafter Beifall. -
Tic Redner der Parteien.
Abg. Fe hre n bach^Ztr brinm im Aufträge des Zentrums, der Sozialdemokraten und der Fortschrittlichen Volkspartet du: bekannte Entschließtmg dieser Parteien ein. Mit dieser Entschließung verkündet das deutsche Volk seine Bereitschaft zu einem iür alle Teile ehrenvollen Frieden. 'Beifall.) ES ist kein Friedensangebot, nur eine Friedenskundgebung, die nicht als Schtväckie ausgedentet werden kann, denn wir find
'.u n'. Schlagen bereit u n d zum Siegen befähigt. Nun haben rmsere Feinde das Wort. Weifen die Gegtrer die Hand zurück, so Irr :cb das deutsche Volk in direktem Zorn aufflammen und brweiien, daß cs in feiner Einigleit unüberwindlich ist. Wir ?vüusck»en das gleiche Wahlrecht auch in Preußnt: ohne innere .KvnryK muß cas Versprechen bald erfüllt werden. Bei der parla tMnrartschen Regierung nwllii, .mr die Rechte der Bmtdcsstaaten und des Kaisers wahren. Das Amt des Reichskanzlers hat in den Tstrrnifsen der letzten Wochen den Inhaber ^wechselt. Jeder Krieg »rdert seine Opfer ES hat etwas Tragisthes an sich, daß trr^trr siel, der stets für den Frieden eintrot. als es stch um
bve F-ri^densartivn handelt» und um die Vermehrung der Volks- recht» Seine '-erdtenstie wollen wrr dankbar anertennen. (Lebhaftes Bvavo!^, muh wenn sie nach rechs).... 'höhnisches Gelächll-r, Er bat das deutsch Volk hLuftg durch seine lieft)icrch
daästen Red-m aestärkt und zur Begestterung fortgerrsseir lind das soll ihm nicht vergessen werden. Dem treuen Reichskanzler kommen wir unt Vertrauen entgegen. Wir hoffen, daß ihm geling»m wird, das deutsche Volk in Geschlossenheit zusammenzu^ llmllen und den Frieden lterheizust'ihreii, der die frete poltttsche intd wirtschaftliche Cntwickltmg des deutschen Volkes sichern und rn seinen Grundlagen eine Versö'lmung der Völker erhoffen laßt, lBravo!' Wir wollen stets gerüstet sein. Unsere Heere nnd rmsere Flotte, denen nur in Betvnndertnrg nnd Stolz und herzlicher Dankbarkeit ged»mken, wollen wir erhalten. Sie weichen imd wanken nicht, und ihrem Beispiel lvird die Heimat folgen. 'Lebhafter- Beifall.) ^ . _ . . .
Abg. Scheide in a un (Soz.): So sehr wrr dett früheren Reichslanzler Dr. v. Bekhnrann HoUiveg bekämptsten, so erellxift und widerlich war die Art seiner Bekämpstmg. Das gleiche Wahl- reckst hat er »ms gebrachst, l-iemand bat die OMeulltchkert IM? täuscht, wie die „Deutsche Tagesztg.". deren Mitarberter Graf Renentlolv der Hairptanstiftcr des Vkrieges mit Amerika war imd vielleicht nicht dieses Krieges allein. Blau meinte, der U-Boot- krieg könne den >hrieg noch) in diesem Sommer beenden. Drefe Illusion ist znfa m men gebrochen, ivcil sie znsamNienbrechstii nrußtr. Zurufe rechts: Stellen Sie sich doch nicht unwiffender als Ste sind! Unruhe. Präsident Dr. Kärnpf rügt diesen Ausdruck?
in der Verteidigung s i n d w i r u u u b e r tv t n d b a r. Wäre dieses Croberungsgerede uns erspart geblieben, io hätten wrr weniger Feinde in der Well und vielleickst längst den Frieden. Was die Resolution ansspriäst, ist lange geistiges Gemeingut des ganzen: deutschen Volkes. Mögen die seindlicheli Völker wissen, daß wrr kerne Groberungsplline haben, sondern den direkten Frieden lstiben wollen, der durch internationale Reckstsgarantien 'gesichert ist. Wir können denr Morden schon ulorgen ein Ende setzen. Lehneir die <remde ad, so werden ivir weiter känrpfen. Jeder Reichskanzler mtiß im ^nns dieser Resolution handeln. Die ateirt*' Resolution wird rm eng- liseben Unterbause eingebracht und von der Ztegievurrg beantwortet werben. Aüorgen krunrten die Friede usperliairdlungen begrünen- Wir brauchen einen Reichskanzler, der uns von dem alten Obrrg-" keitsistaatc befreit. Das deutsche Volk will Taten sehen. Herr Reichskanzler, ich lsttte Sie dringend, sorgen Sie dafür, daß die Lcgislaturpediode des Abgeordnetenhauses nicht verlälrgert wird. Schnell innß die Vorlage gebracht werden. Befreien ^?re uns von von der schniachvollen Zensur. (Sehr richtig.) Die Zensur ist der zur Lüge und trägt Mr Verlältgeruug des Krieges bet. Nur durch die Wahrhei lkommt der Friede. Oeffnen ^?ie drc Gefängnisse und Zuchthäuser, auch für Liebkneckst und alle die, an deren persönlicher Ehrenhaftigkeit nickst zu zweifeln i)t. (Rufe beit den unabh. Soz.: Sie -hoben kein Recht, für Liebknecht zu sprechen Sachen rechts, Rufe links: Demagogie!' Im Sinne der Resolution
lmDiUiftcu wir die Kredite.
Nicht dem Reichskanzler oder der Regierung, sondern unser nt Volle und dem Vaterlande, das zu Neuirzehirtcl aus ihren! Boden steht. Da<' Volk braucht den Frieden, l'lbcnwuer wie in Meriko und iii Kristiania nnissen unmöglich gemacht werden für alle Zukunft. Jetzt sprechen nicht mehr Machthaber zueinander, jetzt spncht Volk zu Volk. Mensch zu Mensch. Stein Volk wollen mir verge- waltigen oder entehren, llus Schwackst schleppt die Meitsckcheft diesen unglückseligen Krieg mit sich mciter. Was die Welt braucht, ist der Wille rurd die Kraft zum Frieden. (Beifall bei den Soz.)
Mg. v Paper iBotksp.): Tr. von Bethmann Hollweg hat mit fester Hand das deutsche Volk 1914 einmütig ztnsamrnetrge- 'chlossen imd zusammengeh»tlten.' Das ist sein unvergängltches' Verdienst, stir das ihm jeder stets Dank wissen wird, der ehrlich ist. Spätere Geschlechter werden es ihni danken., daß er sich bemüht hat, den Friedett zu erhalten. Dem neuen Reichskanzler werden wir unvoreingenonunen entgegentrcten. Wir halten dabei fest an den dcinokrarisckxnr Prinzipien. Trenneit sich mriere Wege von ihm, so treten wir in erllschii'dene Opposition zu ihni, l>offent1ich erst nach dem Kciea. Den Frieden haben ioeiugcr die RegtornngoN zu schließcnj lals die Völker vorbehaltlich der formellen .Hand hmaen der Regierungen. Bervegungcn wie die altdeutsche müssen künftig unmöglich sein. LÄr erstreben jetzt eine »irmmtige sttmdtwbung, Klarl-eit muß geschaffen werde,! über jeden ernzelnon. Daher werden nur namentlich abstimtnM. Eist Friedensangebot soll dic ReZolutron nicht sein. DaKu hoben wir keinen Anlaß mehr. Sie ist kein diplvmatisckies Werk, sondern eine schlickste, gradlinige >bundgeblmg. Mit Genug tuung stellen wir fest, daß sich der Rcick»k<rnzi.er und auch die Oberste Heeresleitmrg für chue Resulatwln bekannten. Das mag auch die nort- Sästvankenden besftumrcn, zu uns herüberMsorNmen. Wrr erkemteti dankar das Beritätrdms für eine moderne Staatsgestal-- mna an. Langsam aber ficken. Es gäbe kein verhäugirisiwllereÄ Ziel für das Wohl Preußens und dcs deutschen Reiches, als wenn nrit brefr Ankündigung gespielt würde. Wen hätten die Erfahrnngen der letzten Tage nickst von der Notwendigkeit des parlanrentarischetr Regimes überzeugt? Der neue Reichskanzler ist politisch noch ein unbeschriebenem Matt. Er lvird sich noch nicht voll zu den Tages-- fragen und den Friedenszielen schlüssig »femackst haben. Mancher, der sein Holz zum Scheiterhaufen für den früheren Reichskanzlei getragen hat, hat ivohl sckwn erfahretr, daß er bei dieser unnötigen Staatsaktion nick' auf seine Kosten gekvnimen ist. Wir brauckwn eine speziell beut, l" Parlanientitwittig, wie >es das Versprechest darstellt, bewälrrte Partamentierer zu den leitenden Stellen heranzuziehen und die Schaffung eines Kriegs- oder Friedensrates. Mit tßewugtuiung stelle ich s-vst, daß der demokratisäfe Gedanke in Deutschiland in den letzten Wochen einen starkeii Schritt oorwärts gekountren ist. Unsere siegreichen Artneen halten die Fvonten. Die Heldentaten niffeoer Flotte vernehmen wir täglich. Rulstg läßt tms die Heranwachsende Ernte in die Zukmtft blicken.
Wir wollen undwerderc durch halten brszum.sieg- rei chen Ende.
Wir gedenken aber auch der unendlichen Opfer, die der 5krieg gefordert hat und erfordern wird. Da müssen ivir uns überlegen^ ob das, was bei einer etwaigen Fortsetzung dcT' Krieges gewoiruett werden kaaur, die Opfer lvert ist. Wollen unsere Feinde nicht, so wird unser Volk in Waffen lvie in der Heimat lveiter durchhalten, wie ztwor. (Beifall/'
Eine neue. Resolution.
Dizchwäsident Dr. Paaschc tellt mit, daß eine weitere fliesolution eingegattgeu ist von der unabltä-ngigeu Sozialdemokratie. Es ging eine ^ltesolution ?llbvecht stmabhg. Soz.) ein, welche die sofortige Einleitung von Frtedensverhmtdlungen und den Friedelis- ichllrß auf Grund des Selbstbesstmmungsrechts der Völker über die -Sühne des begaugemm llnrecksts fo'vie die sofortige Anfhebimg des Belagerungszustandes und die Schaffimg einer' sozialen Republik fotchert. (Lachen rechts.)
Abg. Graf Westarp (konfZ: Wir begrüßen den neuen Reichs lanzler ui feimrn Amte und sprechen den aufrickstigeu Wurffel' aus, daß es ihm (wlingen möchte', die (Geschäfte d^s Reiches mit vollem Erfolg zu stihreu und die inttere Kraft des Volkes zusammen zufafsen. Jede Bektutdung nuferes Friedenswillens wird als pichen unseres dttederbruches gedeutet. Dadurch lvird der Krieg nur verlängert und wir bedauern daher diesen Schritt. Er sichert nickst unsere Zukunft, er entspricht nicht unserer Datrkbcrrkeit für unsere Truppen und chre Führer. - Widm'pruchj .i Zu Friedens Verhandlungen lvird Deutschland bereit seit!, sobald die Feinde ilnter Verzicht ans ihre Forderungen sich zu Verhmrdlungeu ab- dreten. Daun lvird der Frieden lo gestaltet lverden müssen, daß er Derttschlands Grenzen schützt. Ostpreußen darf nicht wieder den lsreueln eines russischen Feldztiges ausgesetzt werden. (Bravo! Durch Verständiguttg, dte ans dem guten Willen der Feinde be ruht, läßt füll dieses Ziel nicht erreichen. Die Entschließmig, entspricht nicht unserer Auffassung. Wir leitnen sie daher eitfftmmig ab. (Beifall.)
?lbg. Prinz zu Schönaich-Carolath (nat.-lib.): Für Herrn von Bethmann Hollweg haben lvir trotz aller Meinulrgsoer ckstesden'heiten volle Anerkennung für seine großen vaterländisch.-n T^wdieuste. Wir haben uns enffchlosstn, die Resolution abzulehnen. Sie würde von den Feinden ebenso lnißvcrstanden und entstelti .lverden, wie es beivi Friedensangebot vom 12. Dezember 1916 geschehen ist. Unsere straft ist tmgebrock:en Unauslöschlich ist tmser Dank für die militärischen und wirtschastlickiien Leistungen unseres Volkes und seiner Verbündeten. Unsere Truppen stehen noch in lluüberlvindlichkeit m Frntdesländ An ihrer Tapferkeit zerschellt jeder Ansturm Die Leistungen unserer ll-Boote haben tmsere Er
wartungen nicht mrr erreicht., fmt&ent sogar übertrvffen. Mit. voller Zuverischt sehen wir der Zukunft entgegen. Aber auch heute noch bekennen wir tms zu dent Satz der Thronrede vom 4. Augult 1914, daß uns nickst Evoberungslu sttreibt. Wir lind zum Fr>e^ densschluß bereit, der dem deutschen Volk volle Wahrung setner Grenzt und eine dauernde Versöhnutrg der Völker gewährtet stet.
Vizepräsident Dr. P aas che teilt mit, daß über die Resolution uaweittlich abg-estintiltt werden lvird.
Abg. Mermuth (D. Fräkt.): Die Mehrheit meiner Freunde wird die Resolution ablehnen. Wir hegen zu Heer und Flotte und >zum Opfermut unseres Volkes das Vertrauen, daß wir unseren Frieden ertämpsen lverden. Erwägun-gerc über Kriegsziele sind bet unserer Stellungnahme nicht lnaßgebeiid gewesen.
Abg. .Haase junabh. Soz.': KlarlMt hat die Rede des neuen Neichslanzlers nicht gebracht. Sie iwar eine lchstiche Verben gütig vor der Resalütivu, aber nicht ohne Vorbehalt. Tr. .Michaelis ist der Vertrauensnrann Hindenburgs und Ludeudorffs und diese sind gegetl die Resollrtio-n. Tie Ernennung deS^ neuen Reich.ö- tauzlers war eine Brüskierutrg des Reichstages. Erst nach seinenr Schluß sollen die treuen RegierungSmänner ernatmt iverden. Die Tem'bkratisieaung Preußens Und des Reick'es ist nötig. 2ie wird al>er nur durch- den .Komps erreicht werdeit. Tic Resolution enthält nichts über das Selbstbestnntnunffsrecht der Völler. Wir fordern allgetncine Abrüstung. Tie Sonderfriedrmsr.'rbandllmgen, die vo>i den drei Offizieren versuch! wurden, sin d'^ -l t Ar beiterund Soldaten rat als .stränkung ernpiuudeu uwrdeu. Es handelte sich italtci mit einen geheimen Dondern-assenstillstand. Ter^Ar- berter- und ^oldatenrat loih aber wie lvir ctium allglwveinen.Frieden. Wir haben uichit das Vertrauen zur Regierung und lehnen deshalb dic Kredite ab. Was Liebknecht gesagt hat und wosttr er im Zuchthaus gepeinigt lvird uird mft Schuhmack'/erarbeilen besckstis- tigt wird)d as sagen heute Hunderte nach ihm. Pfuirufe, Lärm, fortgesetzte Rn.se: Mau lässt ihn verhungern. Große llnruhc. Wiederholter' Ruf: Er himgert. Präsident Tr. Kämpf rügt diesen lusdruck. Abg. Rühle wiederl>oll seine Worte. ^Tie Massen in Italien, Rußland und Frankreich wollen den Frieden lvie die Massen bei uns. Tas beweist auchj' die Fraternisierung an der Ost- sroitt. Wie wollen wieder wirken im Interesse der gemcinsantau Kultur.
Mg Savda (Pole): Wir halten an unseren früheren Erklä- rmrgLN fest, nach detren üstr es als das natürliche Recht eines jeden Volkes ansehen, sich ungehindert nach seiner Eigenart zu etttwickeln. Wenn diese Erkenntnis Genreingut 'der Völker wird, dann wird es
Frieden geben zum Woble und Glück der ganzen Menschheri'.- Tie Friedensbewegung sti der Resolutwu begrüßen auch nstr. Im übrigen aber erfüllt die Resolution nicht imsere Grundsätze imd lvir enthalte ünrns der ^lbstimnunrg.
Abg. Haussen (TaneF Im Vertrauen daraus, daß nach der Beendigung des .Krieges auch ben Nordschleswigern ihr Recht lvird, stimme ich für die Resolution. (Beifall links.)
Damit schließt die erste Lesung.
Ist der sofortigen zuweilen Lestmg wird olstie Ausspiachc die Kredit Vorlage in einifacher Mstimmuug gucken die Stimmen der äußersten Linken angenomtnen.
Die Resolution der unabhängigen Sozialdemokraten wird abgelehnt.
lieber diie Resollrtion des Zentrums, der Sozialdemokraten nnd der Forffchrittlichen Volkspartei wird,namentlich abgcstimmt. Es stimmten von 347 Mgeordneten 214 für die Resvlution, 116 Abgeordnete dagegen. Sie^ehn Abgeordnete enthalten sich der ?lb- stim'mstng. Die Resolution ist somit angenommen.^ (Lebhafter Ben.)
Abg. Dr. Südeknm (Soz'erklärt, daß er für die Resolution, gestimmt haben ivürde, wenn er im Saale gewesen wäre.
Llbg. M o v e r -- .Kautbeuren beantragt die sofortige dritte eL- sung der streditoorlage.
?lbg. Ledebon r (imabh. Soz.) widcismicht, mlterstützt von wehr als 15 MitgliLdern des Hauses, der sofortigen dritten Lesung. Diese kamt somit heute nicht ersotgem (Rufe: ^>reg der Unabhängigen ! Heiterkeit.''
Nächste Sitzung Freitag. 1l Uhr vormitta-gs. Tagesordnung: Anträge, Nest der heutigen Tagesordnung.
Schluß 7 1l!hr 45 Mimrden.
Die neuen Unruhen in Rußland
Eine Erklärung dcs Mj»nifterpräffdenteu.
Petersburg, .18. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Der VLinistcr- präsident Füstst Lwow hat am 17. Juli an alle Regie- rungskommissare in der Provinz folgende Zirkulardepesche gerichtet:
Als Antwort auf Ihre Anfrage im Ministerium des Innern teile ich Ihnen mit, daß die Gerüchte über die Verhaftung der Mitglieder der vorläufigen Regierung falsch find. Was die Aufrufe anberrifft, welche dazu auffordern, mit bewafftieter Haird dic Regierung zu stürzen mrd alle Macht in die Hände der Arbeiter- und Soldatenrätc zu legen, so halten diese Aufrufe den Charakter eines unverantwortlichen Vorgeheps der Anhänger der ezstremen Ni'inderheit. Sie wurden von der Bevölkerung feindlich aufgetwmmetl. Gleichzeitig ergreift die Regierung in völliger Uebcrein stimm ung mit den Arbeiter- und Bauern raten Maßnahmen, dic dahin zielen, die Ereignisse zu beschwören, welche eine unglückliche Rückwirkung auf den Staat haben könnten. Die Ereignisse von gestern und heute unter- breiten wir vorläufig der Besprechung über die Bildung der Regierung rm ganzen, aber nach der Beendigung der Ihr ruhen werden die Besprechungen alsbald wieder aufgenom inen, u in ein Kabinett zu schaffen, in dem, w i e i nt vorhergehenden Kabinett, Vertreter der verschiedenen politischen Richtungen vertreten sein sollen, lvas die ausführenden Ausschüsse der Arbeiter- und Soldatenräte vollkommen billigen.
Ainsterdam, 19. Juli. (WDB.) Der ,L)aily Chro- nicle" meldet aus Petersburg, Fürst Lwow stellte Bedingungen für fein Verbleiben im Amte.
Die Schw ierigk eiten der Volksernährung nehmen zu.
Ein neuer Aufruf des Arbeiter- und SoldateuratcS.
Petersburg, 17. Juli, iWTB. Nick:tam11i<h Meldung Cer Petersburger Tel-egrapheiragetttur. einer Sitzung während des gestrigen 'Abends uns der stLockst trat der Arbeiter- und Soldatenral uni 5 Uhr morgeils mit dem VVllzu-gÄrusscki'uß des Bauernrates zusammen. Die Sitzung dauerte bis 5 Uhr morgens. Rtit allen gegen 10 LsttmmLvi mrd bei Stinwrettthattuug der Maximalisteu Mttde eine Entschließumg angeiwmmeu. Diese ergänzt den seit dent Rkorgen arrgesckstagenen Aufruf und ist in nicht weniger trästigen Ausdnicken gelstrtten. Es stftrd darin zuerst an ^den Rücktritt des >dadetteitmiuisters'erinnert und an die gemein- mrmsamen Erörterungen des' Arbeiter- und <ovli>ateurates und des Bcmernratcs zur Lösung der Krise, Erörterungen, die durch Kstnd- gebuugcu ustterb rockten wurden. Beioaffnete toter bis samt Tau- rischen Palais, wo die Mitglieder des f)lll-SsckM.ffeS tagten, und rcrlangieu, daß diese die ststacha tu ihre Hand nälnuan. Aber gerade dicienigen, die nach der Mackst erlangten, Ijciftl es in der Entschließung, um reich je ersteu, die -gegen die. Rtgckst auftreten Der Ausschluß des Arb etter- und Soldatenrates imd der Bauern ganz stkustländs weis! mit Entrüstung alle Perstvckv zurück, ssiueii Willen durck' einzelne Tru-ppenabtettimgen zn lmeinftussim. Tie Verantworttmg für das Blut, das atu den Straßen Petersburg - vergossen wird, trifft diejeui-gen, die es wagten zu ivrautaftnt, daß zst diesem Zwecke Bewaffnete auftrettm. Äwe diese Hatrdltmg,'ii sind mit Rücksichlt auf uufer retmllttlonäves Heer, das an det Frotck die ErrungensckiaftM der Rewollttton verteidig-t. Handlungen dcts Verrates und der Niederlage. Jeder, der den Willen der lternsenen demokratistben Organe zu beeinslnssen s.uM, und i«der, der Zwietracht rn diesen .Knstsen sat, führ! einen Tolchsttckt in den Rüchen des revolutiionänen .Heeres, da» gagen die Trnpoen


