Ausgabe 
18.7.1917 Erstes Blatt
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A 1 : 'dem IV.Jicki. MTB. Nichtamükch.^ Meldung

des Klorrefpmidezbtrvsru-s. Amrlieh ivird berichtet, daß dre englischem Streitkräste, die den Gelertzng deutscher Frachtschiffe an der hol­ländischen Küste mrgegrifsen haben, aus 19 oder 20 Torpedo- doo te u und Tivrpedoi Lgern bestanden. Brer deutsche Schiffe tourten m den Grund gebohrt, drei sind gestrandet, zwei wurden nach England ausgebracht. Äon den gestrandeten Schrffen stehen z,vei in Brand.

Amsterdam, 16. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Nach den letzten hier twrliegeirden Nachrichten ist der zweite bei Bergen ge­strandete deutsche Dampfer nicht, wie berichtet wurde, der Dampfer Argo" aus Bremen, sondern der DampferRenate Leonhardt' aus Hamburg.

Aus Nieuivediep wird demAllgemeen Handelsblad" gemeldet das; dort Mns-ebn Personen des DampfersHeinz Blum berg" gelandet wurden. Die Geretteten tonnten nicht mit Sicher­heit sagen, ob das Scknff gestrandet oder gesunken ist.

DasAllgemeen Handelsblad" bringt Einzelheiten über die Llngriffe der englisclien Torpedojager auf die den tischen .Handelsschiffe. Zwei deutsche Schiffe waren heute morgen ungefähr zwe, Kilometer nördlich von Bergen und vier- bis fünfhundert Meter von der Küste gestrandet. Bierzehn grch;e Torpedojäger beschossen sic. Nach ei»,er Weile verschwand der größte Teil der Kriegsschiffe in nördlicher Mästung. Zwei Tor pedofäger blieben zurück und sckwffen eines der deutschen Schiffe; in Brand. Ein Augenzeuge, der Direktor des Hotels Nassau in Bergen, erklärte, daß die englischen Kriegsschiffe zweifellos sich innerlialb der mederländischen Hoheitsgewässer befanden. Ungefähr um neun Uhr verschwanden alle englischen Torpedojager, nachdem die zuerst nach Norden abgedampstelt wieder zurückgekehrt >varcn genwinsam in südwestlicher Richtung. Bald darauf ersäßen ein holländisck-er Kreuzer mit ztoei lwlländischeu Torpedobooten. Ein deutscher Seemann ist verwundet. In der Umgebung von Bergen sind mehrere englische Granaten niedergefallen, ohne daß jemand getroffen Mtrde.

Aus Maasluis wird deniAllgemeen Handelsblad" gemeldet daß zrvei deutsche Schiffe in den Grund gebohrt wurden, zwei strandeten und zwei nach England aufgebracht wordeu sind.

Amsterdam. 17. Juli. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung der niederländischen Tclegraphenagentur. Seit Samstag haben ins­gesamt drei Züge von deutschen Frachtschiffen Rotterdam verlassen. Pom ersten Zug, der aus drei Schissen bestand, strandete eines bei ^ndvoorde, zwei kamen durch. Bon dem zweiten Zug üo zehn Schiffen kehrte eines zurück. Bier ivnrden von den Engländern in den Grund gebohrt, drei liefen auf Strand, zwei von ihnen bren­nend. ztoei wurden von den Engläichcrn erbeutet. Der dritte Zug von drei Schiffen ist wahrscheinlich zurückgekehrt.

Amsterdam, 17.Jüli. lWTB. Nichtamtliche Der von den Engländern angegriffene deutsche Ge l e i t z u g bestand oer« mntlick» aus nenn Dampfern. Tie bei Bergen gestrandeten Dampfer sindLavinia" aus Hamburg undAcgo" aus Bremen. Die gestrandeteil Sst'fse sollen slotlgemacht und nach de Helden geschleppt werden. Poder Besatzung wurden sechs Mann getötet und ein Mann nnrd vermißt. Die Granaten der englischen Kriegs­schiffe sind wieder! olt ans niederländisches Gebiet gefallen, u. a^ -auch ans das dentsckie Internierungslager in Bergen, >oo einigt Stück Birh getötet wurden.

Das Haager rre spmidenzbnreau berichtet, daß eine all­gemeine llritersuckmng.eingelivitet worden sei.

Allgemeen Handelsblad" schreibt in einem Artikel: Es braucht "ich t erst bew c'e.! ;u werd.n, daß der Angriff iimerhalb unserer Hoheitsg-.visier erfolgte. Die beschossenen Schiffe lagen einen halber Kilometer vom Strande entfernt und die lwurrale Zone ift mehr ölo zehnmal so breit. Die .Kriegshandlung der englischen Schiffe war also eine ernste und so flagrante Verletzung Unserer Neutralität, w i e m ügl ich, die umsip ärger ilt, weil mau twtz der damit verbuardt'uen Gefahr für die Bevölke­rung und trotz der Tatsache, daß die Beschießung aus unser Land, unsere Häuser und Bane nt Höfe gerichtet lvar, nicht davor zurück- schreckte.

A m st er da m , 17. J.wli lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des 9äe-derlandsche Telegraaf Ageirtschap aus ^mnidcu: Nach einer U n t e x r c d u u g M i t de m Kapitä n d c S na ch V M u i d e n geschleppten d e u {i cb c u DampfersL avin i a" kann festgestellt werden: Von 1?en zehn Schiffen, die ans Rotterdam aus- fuhren, sind der DampferHeinz BimNberg" gesunken, die ^La- vinia" tlach Vmvlden zurückgeschleppt und dieRenate Leon Hardt" gestrandet. Entkommen sind die zwei DampferWilhelm Belsner" und ..Ariadne", von den Engländern genommen die Dampfer Brietzig".Pekln-orm" undMarie .Horn". Der DanipserCar­sten Ruß" dürfte chxrlwscheiulich von den Engländeru aufgebracht worden sein Der- DampferAlplra" ist kurz nach der Abfahrt von Rotterdamach dem Hafen zurückgekehrt. Es besteht alle Aussicht, dieRenate Leonhardt" zu bergen.

Amsterdam, 17. Jicki. lWTB. Mchtamtlich.) lieber die Beschießung der deutschen S ch i ff e , L a v i N i a" und Renate Leonhardt" durch englische Torpedo­boote schreibt derAltmaarcher Courant": Die englischerr Tor 1>edobootcS82" rmdS 87" näherten sich den ans Strand gelaufenen Köhlenbooten bis -auf 1,5 Kilometer Entfernung und lösten eine große Anzahl von Schüssen, von denen verschiedene trafen. Auch als die Mannsck-aften sich in den Booten nach dem Strande begaben, setzten die Torpedoboote die Beschießu-irg fort. Mehrere Granaten schlugen aus holländisckiem Bvden ein. Die Be- nnmnng derLavmia", 15 Mann stark, erreichte unvcr.vundet die .Küstenwacht'. Bon dem zweiten Köhlenboot kamen ebenfalls 15 Leute, darunter zwei Frauen, uuvenvimdet bei der Küftennxiche an. Drei Personen sind an Bord zurückgeblieben. Als die englischen Torpedoboote abgefahren ivaren, fand man an B^rd derRenate Leonl)ardt" zwei Leichen und einen Arm. Man vermutet, daß die Leickie, zu 1>i*r der Arm gehört, über Bord gefallen ist. Die Lavinia" !isl nach Pmuiden geschleppt worden. Die bvannte noch bei der Ankunft. Es wird dagegen schwer Renate Leonhardt" zu bergen.

China.

Peking, 17. Juli. Waugtasteh wurde zum Minister des Aeußern, Likuanfung zum Marineminister ernannt. Der Präsident bekundete die Absicht, die Präsidentschaft nicht wieder zu übernehmen.

Seekrieg.

Reue tt-Boot Erfolge.

Berlin, 17. Juli. (Amtlich.) Neue 11-Bvots-Erfolge rm englischen Kanal: 23000 BRT. Unter den ver­senkten Schiffen befanden sich drei bewaffnete tiefbeladene Dmnpfer, von denen einer Munition geladen hatte und fünf Sekunden nach dem Torpedotreffer in die Luft flog, ferner ein bewaffneter tief geladener großer Dankdampfer, der aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus geschossen wurde.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Der Untergang des LinienschiffsSuffren".

Bern, 16. Juli. (WTB.) Der Pariser Presse zufolge geht aus dein crmtlick>en Bericht über den Untergang des LinienschiffesSuffren" an das Zivilgericht in Brest hervor, das; dieSuffren" an: 26. November 1916, morgens zwischen 8 und 9 Uhr sechzig Meilen östlich der Berling- Inseln (Portugal) von einem unter Wasser befindlichen U - Bvv l versenkt worden ist. Der Torpedo traf wahr­scheinlich die Munitionskammer und rieif sofort eilte fürchter­liche Explosion hervor. Bon dein Schiff blieben nur einige Trümmer übrig. 64Z Offiziere und Rkatrosen, darunter der gesamte Stab, sind verschwimden.

*

Am sterdam, 17. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Die Neder- landsch Telegraf AgeiUschav meldet aus Plnuiden. daß der holländische Scho ir erTimvr^' auf der Reise von London nach Rotterdani versenkt wurde.

Kristiania, 17. Juli. (WTB.) Meldung des Nor­wegischen Telegrammbureaus. In Egersund ist ein schwedi­sches Fischerboot mit elf Mann vom Kristianiae Motor- chiffLest' eingetroffen, das, mit Kohlen beladcil. 120 Seemeilen vor Lindesmäes von einenr deutschen Tauckibovt versenkt wurde.

Ladung sein, die

Vie Nevolution in Rutzland.

Reue Minister.

Petersburg , 17. Juli. lWTB.) Meldung des Reuter- sckxil Bureans: Finanzmmister Schingarew. UntcrricÄö- wsunter Mann i low imd der Minister für ösfentlickle Unter­st übungeil Fürst Schachvwskoh sind znrückgetreteu. Proko- vowi tickt ivurde zum Minister für .Handel und Industrie, T s ch a r n o w s k i zum Unterrichtsrninister ernannt.

Die ukrainische Frage.

Petersburg, 17. Juli. lP. T.-A.) Am 16. Jnli hat die vorläufige Regierung eine E r k l ü r u n g veröffentlicht, wonach sie über die ukrainische Frage eine Erkläning an- genommen habe, dcrzusolgc als höheres Organ der Verwaltung der ukrainischen Angelegenherten ein besonderes General sekret ariat ein­gerichtet werden würde, dessen Beamte von der Regierung im Ein­vernehmen mit dem Zentralrat der Ukraine ernannt und aus ge­reckten Grundlagen durch Vertreter der anderen Nationalitäten die in der Ukraine tvvhnen und durch ihre deniokratischen Organisatio­nen vertreten werden, crgärrzt werden würden.

Die sranzöffsche Kammer.

Bern, 17. Juli. lWTB Lyoner Blätter melden: Die

französische Kammer begann gestern mit der Erörterung der neuen fiskalischen M a ßn ah m en , die noch vor den Tdammerferiftn angenommen imd erledigt werden sollen. Als eriMi- Gesetz ivurde ein Antrag angenommen, ,wch dem die Patent- stener, die persönliche Mobilia-rstener. die Türen- und Fenstcr- ftLuer am 1. Januar 1916 abgeschafft werden sollen

Aus dem Reiche.

Nach dem Nanzlerwechsel.

Berlin, 17. Juli. (WTB.! Der Kaiser empfing gestern nachmittag zu längerem Vortrag deii Handels minister Dr. ^Ndow und den Staatssekretär des Innern Dr. Helfse­ich. Zur Abendtafel bei deii Majestäten iuareit gelaoeu Reichs.anzler Dr. Michaelis, Geueralfcldmarschall von H i n d e n b U r g und Gcinahlin nnd General L u d e n b o r f f. Heute vormittag nahni der Kaiser ben GeneraMabsvoriraa entgegen.

Wie das B. T. meldet, ist am Dienstag mittag der B e r- t ä n d i g n n g s a u s s ch u ß der M e h r h e i l s p a r t e i e n ws Reichstages zu einer neuen Beratung zusammengetretcu, bei der noch einmal die Gründe und Gegengrürlde abgegeben vurden. Darauf sei einstimniig beschlossen worden, die Ent- chlleßuna einzubringen. Bei einer vorherigen Abstimmung >er dr'ei Fraltioneu hätten die Sozialdemokraten einstinlmig, me Fortschrittliche Bolkspartei mit allen gegen eine, Und die Zentrumspartei mit allen gegen zwei Stimnieu ihre Zustimmung zu dem Standpunkt der Entschließung erteilt. Eine sehr erhebliche Mehrheit sei der Entschließung gesichert.

Der.Lokalauz. nimmt ait, daß nur 221 Abgeordnete im Plenum für die Entschließung stimmen dürsten. Es bleibe ab- zmvarten, ob diese kleine Mehrheit aus anderen Parteien Zulauf erhalten werde. Eine endgültige Beschlußfassung der Parteien über dre Stellungnahme und die Behandlung der Entschließung sei erst am Donnerstag vormittag zu erwarten.

Rack) der B. Z. werden die Reichstagsparteien, die sich aus die Friedensentschließung geeinigt haben, unbeschadet der Haltung des neuen Kanzlers vorläufig noch darauf besteheii, daß über die Entschließung schon am Donnerstag abgestimmt werde.

, Im B. T. schlägt Dr. Paul Michaelis vor, den Posten oes preußischen Landwirtschastsministers bei dem über kurz oder lang doch zu erwartenden Ausscheiden des Herrn von Schorlemer vorläufig nicht wieder zu besetzen und das Kriegs- ernahrungsamt mit dem preußischen Kommissariat für Kriegsernährung persönlich nnd sachlich zu kombinieren und die Organisationen des preußischen Landlvirtschaftsmini- lterinms sür die Zwecke des Ernährungsdiktators nutzbar zu machen. ^

Hinvcnburq und Ludendorff.

^ l i,i, 17. Jvli. (WTB.) Gestern vachmittaa stattete da^. R e i ch s t. a g s p r ä s i d i n in im Gen erakstabsgebäude Generalfrldmarschall v. Hindenbnrg und dem Ersten Generalguartrermeister Li'dendorss einen Besuch ab.

Berlin, 17. Juli. (WTB.) Generalseidmarschatl vvii Hin den bürg itnd der Erste Generalguartienneister Ludendorff haben gestewi abeiid 11 Uhr wieder Berlin venasseii.

Der Hauptausschuß, und Vcrfasfungsausschilß des Reichstags

werden im jetzigen Tagungsabschnitt keine Sitzung mehr ab ha Een. Der .Hauptausschuß hält es iiach dem Kauzler- wech)et nicht für opportun, mit dem neftteii Reichskanzler chUter verschlosserren Türen zu verhandeln, sondern für richtig, daß der Reichskanzler Mnächst in der Oesfentlichkeit seiii Programin entivickelt, was ja am Doiiiierstaa ge­schehen wird. Der Berfas,luigsausschuß hat überdies das Recht, federzeit. auch währeiid der Vertagung, zu.sam»nenz.u^ treten und imrd von Rechte, wenn die Notwendig-

kert vorliegt, Gebrauch nigchen. Man ist im Hauptausschuß übereingetominen sich auch für die Ztvischenzeit, bis zur Wrederberufuiig des Reichstags im Septeniber, jederzeit prcheut zu halten. 0

,.3 m , ^erf ö ffunnö ö ueifd)iifj müssen, da durch den Wahl- rechtserlaß die geplante Kundgebung des Msschusses in bezilzz ans das Wahlrecht in den Bundesstaaten in der Haichtsache gegenstandslos geworden ist, neue Arbeiten vor­bereitet werden. Ein Unterausschuß des Berfassungsgus- k?^sses wird'deshalb, brs zur neuen Reicks tags tag ung im September, dre für dre Umgestaltnirg der Reichsv^fas nug notwendigen Vorarbeiteii erledigen. " *

Die türkischen Zeitungsver- verlaffeii und begaben sich

Der türkische Besuch.

Berlin, 17. Juli. (WTB.)

treber haben heute früh Berlin verladen und begabeu sich zliiiachst nach Leipzig. Sie werden auf der Reise durch Deutschland von Dr. Fetdinann begleitet. Zur Berabschie- düng fanden^lch nEhrc« Vertreter der Berliner ZeitmrgK. weit am Bahnhof ein. ^ "

Aus Stabt und Caiid.

Gießen. 18. Juli 1917 .

** Auszeichnung. Gefreiter Willi Weis, bei einer: Munitions-Kolonne, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

** Hinrichtung Heute früh um 6V2 Uhr wurde auf' deni Ho-sc des Provinzial-Arresthauses der vom Schwur-- gericht der Provinz Oberhessen am 5. Juni d. I. wegen Nlordes. begange?' an dem (besangenwärter Arnold in Butzbach, zum Tode verurteilte 49 Jahre alte Hans bursche Friedrich Wilhelm H a n ß ans Wangen im Elsaß durch den Königlich sächsischen Landes scharsrichter Brand dnrch Fallbeil hingerichtet. Der Hinrichtnngsakt nahm von denv Augenblick au, da der Verurteilte den Richtplatz betrat, biA znm Niedersallen des Beiles genau Minuten Zeit iit Arrsprnck). Es wohnten der Vollstreckung des Urteils bei: Ober staatsamoalt Hofma nn nnd Gerichtsassessvr Dr. Eckert als Vertreter der Staatsanwallschaff, Landgerichts-- rat Hirsch und Landrichter H a n s 0 l t als Vertreter der Rrchterbank, welche Hauß das Urteil gesprochen. Die Zahl, der zngelassenen Zeugen war diesmal sehr beschränk. Pfarrer A u s f t [ b begleitete den Verurteilten auf seffrem Wege zum Schafsot, das Hanf; gleichgültig und ohne sicht­bare Regung betrat.

** Ertrunken Beim Baden am Launsbacher Steg wurde gestern der 15jährige Karl Walter von hier (Mar-- burger Straße 29) von Krämpfen befallen und ist ertrunken Obtvohl noch mehrere Kameraden bei ihm waren, konnte ihm. keine Hilfe gebracht werden Der Bater des Jungen, Tape­zierer Walter, befindet sich im Felde.

** Einziehung der Zweimarkstücke Mit der ange- küiwigwu An ß e r k ii r z se tzun g der Nickel- und SilbernlünAal ivirv jetzt begonnen. Der Bwrdesrat hat soeben die AußerkirrS- setzung der Zweimarkstücke beschlossen. Wie verbautet, g-rlt dos. Zweimarkstück nur bis zum l. Januar 1918 als gesetzliches Zal>- luugsmiltel. Bis Mini 1. Juli 1918 aber müssen Zweffnarksrücke noch zum gesetzlichen Werte in Zahlung genommen »verden.

** Laßt keine Kornähren zugrunde g-ehen! Tie bedeutenden Ergebnisse, die man im jetztverflossenen Jahre mit dem jorgsältigen Eiirsammeln der aus den Getreidefeldern liegen- gMievenen FkuckstälMN erzielke, mahnen driligeiw zii nock- ge-, irisscnhasterer Ausnützung dieser löblichen Sitte. Werm das Em^ sammeln überall bis zum letzten Grundstück sorgfältig durchs geführt wird, so iv-ecden dadurch bei der geivalttgen Ausdehnung der Getreideländer in Deutschilünd viele Tausende von Zentnern Körnersrnck! gewonnen. In, letzten Jahre kam es vor, daß die Kinder e l n e r e i n z i g e n Familie durck), fleißiges ?tehren.- lejen m e h r e r c Zentner Körner gewannen. HierM sollten aber nicht nur die Kinder, des Lairdes hetangezogen werden, sondern var alten, nuch> die Stadtkinder, dile so ihre Ferien-^ zeu sehr nutzbringend für sich selbst und die Mlgeineckttfeit a,is- nutzen lönnten. T.ls Achrenlesen ist auch dort noch angebracht, lvo schon der Erntclechen die Hauptarbeit getan 1*U, denn beim jvrg- fälligsten Ab rechen bleiben aus jedem Grundstück ,wck> zahllosk' Aelren, und oft gerade die rolllörnigsten, in Furchen und anderen. Berttelungen Lus dem Acker liegen

** R e s 0 r m a t i 0 st « d a n k s p e n d e. Der Evangelische Nach-- richten Verband iür Hessen macht darauf ausmerksam, daß die in Nr. 16.5 unseres Blattes erwähnte Reformationsspende siä) nur auf .Hessen Nassau, nicht aber auf das Großh. Hessen bezieht. Im Großh. Hessen ist die Genehlnigung zur Vornahme einer Reformn- twnsdankspende nicht nachgesncht worden.

** © iffi.cn er Tierschützder ein. Im Vereins,'ahr 19165 wurden zlvei VörstandZitzungen abgehalten. Hieraus ist unschwer zu ersehen, daß der Vorstand seine Vereinstätigkeit noch mehr ein- schränken mußte als in den Kriegsjahrrn 1914 und 1915. Während de5 Jahres schieden 19 Mitglieder aus; 8 davon sind gestorben, 4 verzogen. 4 ausgetreten und 2 stellen im Felde. Dagegen sind Ist Personen eingetreten, so >d^st der Verein zurzeit 504 Mitglieder hat. Im Vorstand sinh keiner lei Aendernngen eingetreten^ Belehrung durch Wort und Schst-ft ist seine der ?lusaal^ des Ver­eins. Lehrer Heinrii- Müller klärte Der den Meder gang der- Schwalben aus. während der Vorsitzende Knau st auf das Ti er leben in der Urgeschichte Israels hinwies. Auf Antrag des LehüerÄ Fritzel >m,rde zur Besseruug oder Beschaffung von Kleiblingsg stücken für bedürftige VolkssckMer Unserer Stadt 100 Mark bewil-" tigt. Tie Beträge von je 50 Mark wurden den Harrptlehrern z'ugostellt. 29 Mark und 50 Pfetrnig überwies der Verein an den Verein zum Schutze der Tiere zu Frankfurt a.M., an Frau Käthe Niem am, 10 Mark sür deutsche Kriegspferde. Nach Beurteil kung, der Tierschu»habender .durch Lehrer Fritzel ivurde die 'slvv, sckafsung des Berliner und des Würzburger Kalenders t>csch'lossen, der zu glcick'en Teilen den städtischen Volksschulen überlassen ivurde. Die Vögel wurden im Winter 1916/17 in der altbewährte!, Weise gefüttert. Philipp Böck-er, 25 Jalwe im Dienste der Firma 9tvwack & Sohn, erhielt eine Ehrenwrkurrde. Angesichts der Sck-qvere des Krieges wurden keine Belolpningen verliehen, weder an Gendarmen..- Sckiutzsteutc nnd Flurstbützen, noch au die Friedhofs- nnd Schlacht« Höfswärter, obwohl sie sich im Tier schütze nicht Minder treu., betätigten^ Die Rechnung schlost in Einnahme mit 1679 Mark 54 Pfennig, in Ausgabe mit 167-1 Mark 82 Pfennig ab Zurzeit betragt das Vere,usvermögen 2811 Miark 73 Pfennig. Der Ber- mögenszuwachs beläuft sich auf 521 Mckrk 11 Pfennig.

** V 0 rtra g. Aus deu stricke Mittwoch aberid 8V2 Uhr in der Neuen Aula stattfiudenbeik VortragüberdieLageinRuß- l a u d mackien wir auch -an Vieser Stelle aufmerksam. ''ILach Schluß des Vortt'ags ist ein Zuswuniensein nnt den, Vvrttagenden im Augustiner" (Ludtvigsplatzf in Aussicht ge'kornlnen.

** Das heutige Kreisblatt enth 'kt BekLnnlm<rclrnugen über.- Verkeln ,,,it Seifen, Seifenpulpern nsw. Gemüse- Sam,nelstcllen. Waisenbückfengelber. Viechvage der Ge­meinde Lollar. Räude der Pferde. Erhebung von Deckgeld. Gewerblick-e Betriebszählung.

Landkreis Gießen.

** Lich, 18. Juli. Karl Friedrich Ludwig, fürstlick^r Kammerdiener der Fürsttu zu Solius-Lich, feierte gestern sein 50jähriges Dienstjubckäum. Ludwig ist Kriegsvetcran Vvn 1866 mrd 1870 und ersreut sich noch rüstiger Gesundheit. Zu seinem Ehrentage wurde er vom fürstlichen Hause sowie von anderer. Seite reich beschenkt. Außerdem ivurde er mit vollem Gelivlte pensioniert.

Kreis Schotten.

fc. Sckolten, 17. Juli. Die Obstvernnetungsstelle für den Kreis Schotten ersuclK dringend, die im Kreise in großen Mengen vorlonimeirdeu V 0 g r l k i r sch e für die Marmclade^ewinnung nutzbar zu machen. Sie v.w'bietet jede andere Vernwrtnng. zahlt ffir den Zentner dieser Vogelßirscheu 16 Vik. Tie hiesige Bürge,-- meisterei gibt ein Fa n g ge l d f ü r K0 h l w c i ß l i n g e von 20 Pf. für 50 Stück. In Elbenvvd lieferten die Schüler 3000 Kohl- weist! mge ab.

c. Schotten, 18. Juli. Der 24jährige Sohn des hiesigen Pfandmeifters i. R. Joh. I. Eise, der Lclwer Hermann Eise, starb am 8. Juli als Unterossizier in einem Reserve-Jnfanteric- Regiment infolge Lungenschusses den Heldentod fürs Vater­land. Er »var kaum drei Wochen verheiratet.

e. Ulrichstein, 17. Juli. Der für lner aus den 23. und 24. Juli anberaumte Rindvieh- und Schweinemarkt wird nicht abgehalten.

e. Rebgeshain, 18. Juli. Das hiesige Dampf-Dresch- und Sägelverk e. G. m. h. H das 21 Mitglieder zählt, erzielte bei einer Haftfumnie von 13 500 Mk. einen Reingctvinn von 146,05 Mk.: die Betriebsrücklage beträgt 700 Mk., der Erneuerungsfonds 2575.79 Mk

= A u s dem B 0 g e l s b e r g . 18. Jicki. Eine neue Art der Nattiralwiffschafl bat in den Vogelsbergdörfern Eingang gefunden insofern, als HeidelbeerHändlerinnen ans den benachbw'len preußi­schen Gelnetsantecken Heidelbeeven nicht mehr gegen Geld Der*

kaufen, sondern rair noch an solche Personen abgeben, die ihnen Kartoffeln dafttr verabfolgen. Das K v e OaM ü u g m hat Mr