Ausgabe 
10.7.1917 Erstes Blatt
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SJtuuuJwräla, Jitjci große uttbeJatmte Dampßer, davon enter bewaffnet, der andere mit Mnnitionsladung.

')cach Aussage cds gefangenen englischen Offiziers sollte W Sylvia das letzte englische U-Boot aus Amerika holen. Der für das U Boot bestimmte Kommandant wurde durch einen Treffer getötet.

Der Chef des ?ldnftralstab-es der ALarrne.

Eine deutsch- holländische Streitfrage.

r l in, 9. Juli. >WTB.^ Im Febrimr und März, 191.7 ^,^ten mrz nach einander die deutschen U nft e r scke bo o t e 11. B. 30 undU. B. 6" in nlied erländi s che Ter- rrtorralgvwässer und wurden dort interniert.

deuhche Regierung pt cnff Gruird des ihr vorliegenden Mate- rmls zu der lleberzeugung gelangt, daß in den beiden Millen die Moiiimcmxntten tue nötige Sorgfalt zur Vermeidung der nieder- inudpdnm Gewässer angennurdt haben und nur infolge von Havarie oder wegen des ZuitauM's des Meeres in diese Geiväfst'r gelangt nud- Da rn solchen Fällen nach Artisel 5 M. 1 der mederländ^ scheu .'centralttatserrlärung das Eiulaufeu von Kriegsschiffen Krieg­führ eirder ^ ausdrücklich gestattet ist, hat die deutsche Regiermrg die (S i'e 1 1 a j in rt <t der II-Boote verlangt. Tiefem Verlangen glaubte die mederlandrsctTe Regierung nichtentfprechenzu sollen, weil nach ihrer Ansicht die II-Boot-Ko mmandanten bei der ?lnivendung der eriorderliären Sorgfalt die ifteder ländischen Gewässer lstitteft vermeiden können. Bei dieser Sachlage sind die beiden Begierungen übermrgekomnien, die Tatfrage, ob das Einlaufen der U-Boote ii, dre nrÄ)erland-lichen Territorialgewässer auf ein Unterlassen der- ltigen Vorsichtsmaßregeln seitens der deutschen Kommandanten be­ruhte obre nicht, durch einen i n terna 1 i ojnal e n Ausschiiß entscheiden M lassen. Der Ausischntz wird am 12. Juli im Haag zilsarnmentteten und aus je einem Seeoffizier Deutschlands, der Niederlande, Argentiniens, Dänemarks und Schwedens bestehen.

Rotterdams. Juli. (WTB. Nichtamtlich.)Maas- oode" meldet, daß der SchleppdampferF l o r i d a" QUs Pemiantbuco gesunken ist. Die englischen Dampfer B o n s h a w" (1794 B.-R.-T.) undM o o r g a t e" (3813 Br.-R.-T.) sind wrack geworden. Die BarkNiteroi" aus Rio de Janeiro (1243 Netto-Tonnen) ist gesunken. Der japanische DampferDaito Maru" (2056 Br.-R.-T.) ist nach einem Zusammenstoß gesunken.

Melbourne, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Der DampferC umbe rland" wurde auf der Reise nach Eng­land am 6. d. M. durch zwei Explosionen im Innern des Schiffes e r nst lich beschädigt. Das Schiff mußte bei der Insel Gabo auf Strand gesetzt rverdön. Menschenleben sind nicht verloren gegangen.

Der Luftangriff auf England.

London, 6. Juli. .(WTB.) Amtlich wird bekannt ge­geben! Die endgültige Verlustliste des letzten Luft­angriffes ist 47 Tote und 141 Verletzte. Ein weiteres feind­liches Flugzeug wurde an der Themsemündung zum Absturz gebracht.

London, 7. Juli. (WTB.' Die englische Admiralität teilt mit: Ein Marineflugzeug griff das vom Flugzeug- angriff zurückkehrende f e i n d l ich e Ge s ch wader vierzig Meilen von der Ostküste an. Zwei feindliche Flugzeuge zer­schellten, wie beobachtet wurde, auf dem Wasser. Ein drittes stürzte, in Feuer gehüllt, an der Scheldemünduug ab. Alle unsere Flugzeuge kehrten zurück.

London, 7. Juli. (WTB.) Die englische Admiralität gibt bekannt: Die Flugzeuge, die^bei D ü n k i r ch e n auf die zurückkehrenden feindlichen Streifflieger warteten, verfehlten diese, doch wurden sieben andere feindliche Flug­zeuge zum Absturz gebracht.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 10. Juli 1917.

** Auszeichnungen. Dem Kriegsin validen Unteroffizier Christian Be l z zu Gießen, früher in einem Infanterie-Regiment, wurde am 9 Juli d. Js. das Eiserne Kreuz 2. Kl. nachträglich verliehen. Dem Lehramtsreferendar Erich Schmidt aus Gießen, der zurzeit als Vizefeldwebel bei einem Infanterie-Reg d ment im Westen steht, wurde für hervorragende Tapferkeit das Eiserne Kreuz 1. Kl. vom Kronprinzen persönlich verliehen. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Kt. und der Hessischen Tapserkeits- medoille war er schon im vorigen Jahre ausgezeichnet worden.

* v ArbeitsiUbiläuNr. Heute sind es 35 Jahve, daß -der Sckreinin Georg Beck bei der Firma Th. Brück als Schreiner

itig ist.

** Aus dem Stadttheater-Bureau. In der rst-Aufsührung des bekannten SingspielesDas Drei­rad e rl h a u s" am kommenden Donnerstag sind in Haupt- lllen imd Partien beschäftigt die .Herren Goll, Falken, Lösf- :r, Steinnreyer, Feigel, Lerch, Hellmirth, .Heinemann, Bor- lardt und die Damen Ulrich (vom Magdeburger Wilhelm- water), Delosea, Hüsing, Ellenhausen, Wossidlo, Borchardt; ußerdem fast das gesamte Personal in kleineren Aufgaben. )<rs liebenswürdige Werk basiert bekanntlich auf der Musik ranz Schuberts, die in äußerst wirksamer Weise von Hein- ich Berte für den Bühnenzweck zusammengesaßt worden ist. )ie Spielleitung führt Herr Goll, die musikalische Leitung >err Boschek.

** Vergütung für Hafer. (W. B.) Die der Heeresoer-, altung erteilte Ermächtigung zur Bezahlung einer besonderen Vergütung von 100 Mark für die Tonne Hafer, der aus tn belassenen Mengen freiwilli g abgeliefert wird, läuft m 15. Juli für den Hafer aus der Ernte 1916 ab, der nach dem 5 Juli abgelresert wttd. Es kann in allen Fällen nur mehr der .öchftpreis gezahlt werden. Landwirten, die aus den ihnen be- M'enen Mengen noch fteiwillig Hafer absiefern wollen, mutz crher dringend nähegelegt werden, dies sofort zu tun. Auch ve­rglich der noch zu bewirkenden Gersteabliesernngen rst me Beschleimigung geboten, da die Zuschläge, die.bisher von der teichs-Gerften-Gesellschaft beza'hlt wurden, vorauSpchtlich auch in er nächsten Zeit in Wegfall kommen. . .

** Gieyener Haus fr au en-Verein. Die einfachste lrt des .Haltbar machcns von Obst imd Gemüse ist das T r o ck n e n as in letzter Zeit dadurch, daß man sich eingehend maklttch nld wissenschaftlich damit beschäftigte, eine besondere Vervolt- immnung erstchreii 'hat.

Dos Dörven äst besonders wichtig, ,

wemi zum Einmacheu iiicht genügend Zucker zur Verfügung steht, gwrSt mm wb Gemüse aufbewahrt werden

wenn^ aus' besonders wvhlschnieckende Gemüse Wert gelegt, wird.

Wichtig ist, daß das Dörven in ztveckmätziger Weste ge­dreht, datz zu schnelles und zu starkes Trocknen vermieden imrd Lw«t>«s jieerg"» für d«Ä Sörra. tft bte temjamä, tDrf£mon ic «-rotaMrte Wärme durch utMge temftdünu! be» ÖaZmf aucmch CTfxrltai tarnt. Anzüglicher TörrchitXMi^

sehr gute Erfolge bei außerordentlich sparfameni Gebrmlch ringt ist der von Herrn Schlossermeister Martin Dorr her- Stdlt* der kürzlich in der Geschäftsstelle des BeremS vorgefuhtt mrde. Dort ist ein derartiger Apparat zu teheii. Nähere Slus-<

Pi^z freunde rüsteil sich zur nahe bevorstehend en Pilzernte Im Bewußtsein, lote wertvoll die Beute ist imd m manche schmackhafte Mahlzeit sie sich und ihrer Familie bereiten ö^mn bäten sst ängstlich die ihnen bekamllen Filndorte. damit ein Si die Lschare Beute ja iiicht mit ihnen teilen kann Dürfen _ ir rv»; ö {( cr Berechtigung des erlaubten ^elbsterhaltmigs- Ä m M Ä^men Ringens und Leidens nur an

uns selbst denken? Müssen lrstr nicht auch derer gedenken, die, weitab von den Annehmlichkeiten des LanÜlebens, im vergangenen Winter in unseren Großstädten geradezu Unglaubliches erduldet und ausgel>alten habeil? Ist es da nicht vielmehr unsere Pflicht, nach Kräften lindern zu helfen, besonders, wenn wir die Mittel dazu aus der allen zugänglichen Natur nehmen können? Unser deutscher Wald birgt einen Pilzreichtum von vielen Millionen Zenwern dieses OTUigen Nährmittels. Von vielen verachtet, von der Mehrzahl ge­fürchtet, gehen die eßbaren Pilze alljährlich in Unmenge zugrunde, ohne genützt zu haben. Wieviel Hunger könnte damit gestillt werden, wemi es gelänge, dieses billige ^Nahrungsmittel auszubeuten. Bon enrer Ausrottung der Pilze kann bei einer vernünftigen Aberntung keine Rede sein. Wir müssen versuchen, uns Msammenzutun und richtig zu sammeln, was genießbar ist. Dann wollen wir aber auch nicht vergessen, unser Scherftein beizutragen zur Linderung der Not, wie sie leider in unseren Großstädten herrscht. Richtlinien für eine vernünftige Ausbeutung unseres Pilzr eichtu ins und eine praktische Verwertung desselben wird ein Vortrag geben, den Lehrer Rudolf Blank voll hier am 12. Juli, abends 8 l / 2 Uhr, in der neuen Aula derUfviversität halten wird über das Thema: Wie können wir den Pilzreichtum unseres deutschen Waldes unserer Volksernährung nutzbar machen?" Herr Blank hat einen Vortrags­kursus in Berlin besucht, wo man sich mit diesen so wichtigen Fragen eingehend befaßt hat. Der Gießener Hausfrauen-Verein hat Herrn Blank nun für diesen Vortrag gewonnen und lwfft auf zahlreiclfen Besuch. Gäste, auch Schulkinder in fortgeschrittenem Alter, sind willkommen.

** Deutsch-Baltische Oesellschaft. Am 15. Mai d. Js. ist unter dem Vorsitz des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg und mtter Mitwirkung von Angehörigen der ver­schiedensten politischen Richtungen <ü. a. des BodenreforuierS Da­maschke und der fortschrittl. Parlamentarier Friedr. Naumamr ftnd Körtz-Königsberg) 'die Deutsch-Baltische Gesell­schaft begründet worden. Sie 'hat sich die bedeutsame Aufgabe gestellt, die Erkenntnis von der hohen wirtschaftlichen, völkischen imd politischen Bedeutung der baltischen Gebiete, einschließlich Litauens, für das Deutsche Reich zu verbreiten uni) das Ver­ständnis für itzie ddotwendigkeit der Erhaltung des baltischen Deutschtums und seiner Rettung vor der ihm drohenden Erdrosse­lung durch das Grotzrussentum in die weitesten Kreise des deut­schen Volkes zu tragen. In den Dienst dieser Bestrebungen hat sich unter anderem Mich der bekanirte Vorkämpfer der deutschen Kolo­nisation in Kurland, Silvio Broedrich>- Kur mahlen gestellt, der in einer Reihe größerer Städte Vorträge über die Bydeutmig der baltischen Frage für unser Volkstum gehalteul 'hat. Auch hier in Gießen wird Broedrich am .18. Juli, in der Neuen Aula im Aufträge der Deutsche-Baltischen Gesellschaft sprechien, imd zwar überDie.augenblickliche politische Lage in Rußland". Näheres ist im Arrzeigenteil bekannt­gegeben.

** D ie im Juni 1900 geborenen Ländstnr^n- pflichtigen der Stadt (öießen müssen sich am 16. Juli d. Js., vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im alten Rathaus am VUrrktplatz zur Landsturnrrolle melden. Siehe Bekanntmachamg.

** An Meldungen zum Bezüge von Kleidungs­stücken ans der EbellStistun-g sind bis spätestens 31. Juli 1917 bei dem städtischen Armencrint, Asterweg 9, einzureichen.

** Zirkus Alt hoff. Die gestrige Vorstellung war wie­derum sehr gut besucht, rmd die Darbretungeir fanden reichen Bet­fall. Da der Zirkus nur bis Mtttwoch! lMr bleibt, ist es jedem! Freunde vmr Zirkusdarbietungen zu empfehlen, die Gelegenheit zum Besuche bald wahrzunehmen.

** I m ^Lichtspie l b a u s Bahnhofstraße 34 spielt ab Dienstag bis einschließlich Freitag Fern Andra, die berühmte Schönheit, in einem Ehedrama in 5 AbteilungenDer Seele Saiten schwingen nicht",Eine interessante Naturaufnahme".Der Ursprung der Elbe, der Elbfall mir der Elbfälllraude", und der beliebte Berliner Komiker Paul Heidemann in einem entzücken­den Lustspiel in 3 AktenTeddy geht zum Theater" vervollstän­digen bei gutem Künstlerkonzerte das Programm.

** Im Schwarz-Weiß-Theater, Seltersweg 81, lvird vielseitigem Wunsch entspreäfend, kr* senscüiovnelle 3aktige Zirkus­drama ,Die vier Düufel" gegeben. ?lls zweites Stück ist ein modernes Lustspiel in 3 Auen, betiteltDie gräfliche Range", vorgesehen. In den HaUptrollim imrken Grete Weixler und Senta Söneland. Außerdem! ist als besondere Einlage das 3aktige mimi­sche DramaMaria Sonette" mit Lffsy Nebuschka in der Hcmpt-

Landkreis Gießen.

** Wieseck, 10. Juli. Dem Gefreiten Ludwig Katz von hier winde am 13. JUli die Hess. Tapferke its m e d a il le verliehen.

Hessen-Nassau.

ul. Limburg, 10. Juli. Tie 20 Jahre alte Schaifnerin Lina Klärner von hier wollte am Bahnhof Albsl-ansen bei Wetzlar trotz Warnung aus einen schon in Bewegung gesetzten Güterzug springen, glitt aber aus und geriet unter die Räder, wobei ihr beide Beine abgefahren wurden. Man brachte sie ür eine Klinik nach> Gießest^ üw sie bald daraus starb. Die Polizeiverwaltung hat, um den Garten- und Felddiebstählen, die sich» in letzter Zeit sehr vermehren, zu steuern, eine Bekanntmachung erlassen, wonack) jedermann, ob Gartenbesitzer oder nicht, bestraft wird, der frach 10 Uhr abends noch auf Garten- oder Feld­grundstücken angetrofsen wird.

Lingeserndt.

ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel lernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Obstversorgung in Gießen.

Ein Teil der Obsternte ist jetzt erledigt, und matt wird sich \ ungefähres Bild der Obstversorgnng Gießens unter der Herr­aft der hessischen Obstzenttale machen können. Da fällt nun in fcr Linie aus. daß Nauheim und Friedber.f melxr wie gut ver- cgt waren, Gießen aber im ^lnsang nichts erhielt und später ch recht mäßig bedacht wurde. Der Gramd ist einfach. Wrr be- t>en aus denselben Quellen, wrd die Hmrdler ivaren auch be­it, nach Gießen zu liefern, wurden aber durch die behördlichen -rfügungen daran gehirrdert. Eine doch recht eigenartlge Be­ul-tung'bekommt der ganze Sachverhalt durch eine Berftigung der pierung vom 30. Juni d. Js., in der Gießen mifgefordert wrrd, neu Obstbedarf anzuzeigen, damit esneben den Haupfftädten' dacht würde. Daraus läßt sich da* Eine schließen, daß es bis hin überharcpt von der Obstzenttale nicht in den Berteiliurgsplan ^genommen war. Fi'tt einen großen Teil her -Obsternte werden m allerdings die Jnforinattonen, Mc Gießen geben konnte, zu ät konrmen. Lüarrun sie nicht früher eingeholt wurden, geht ans ir Angaben der Regierung nicht hervor. ... .

Wenn dennrach btt Bezug von auswärts für Gietzen intens der bstzentrale nicht geregelt war, so kam für den Krers selbit E leite Erschrvernng hinzu. Der Bauer, der zu Markt fuhr, lallte r jedes Pfund Kirschen 10 Pfennig AbMbe an den Staat eutnch- n Vso eilte Steuer ans ein Nalirungsmittel int Wert von etwa > Prozent desselben Warum eine solche Erschweruirggerade rn ziger Zeit eingeführt ist, ist leider völlig dunkel, ^edenfallsl .reckt die Maßnahnre von der Beschickung des Marktes ab, nn hatte allerdings der Private lwch einen Weg, sich Obft zu! rschaffen Er konnte eS sich von auswärts in beschränkter Menge gen einen Besörderungsfchein der Obstzenttale kommen lassem öer diese Möglichkeit wirrde sehr schnell wieder- ausgehoben, wo­rt für uns in Gießen die letzte Möglichkeit etlvas grötzereic Obftt zuges vernichtet wurde. Die Maßregel^erwies sich deirn auckf hrer s undurchführbar, und es ist lpeziell für Gießen Me Möglichkeit S Bezuges durcli BeförderungSscheiir wieder erngefuhtt. 'Aber tt haben doch während der Ernte unter dieser Maßregel, die crch Vorkommnisse in Rheinhesseir hervorgernftu rft, recht un- Eehm zu leiden gehabt. Allerdings ist der Bezugssch<-rn stets re höchst unangenehme Erschwerung. Daher scheut mim sich nach ressenachrichteu auch, ihn in Brachen in Anwendung zu brrugen, rd droht bisher nur damit. Wie er aber wtrverc kann, Mag kurz an iei Beispielen gezeigt werden.

Das erste betrifft den Bveremnarkt. Die Ernte nr Heldelveeren, Himbeeven und Walderdbeeren soll in diesem Jahre eine recht

gute sein und doch sehen wir nichts davon. Wie stellen sich rtuü die Verfügungen dazu? Zunäckfst muß jeder einen Beerenschecn erwerben, der aber nur für die betreffende (Gemarkung Gültigkeit hat. Wir hier in Gießen müßten also bei untren Grenz Verhältnissen immer eine Kotlektton von Beer^mschernen in oer Tasche haben. Mit dieser Neuordnung ist eS aber nicht abgetan, sondern, wer von auswctttS seine Beereir nach Gießen herein- bringeii will, mich wieder einen Beförderimgsschein laben, der ifm zu 20 Pfund Einfuhr berechtigt. Daß diese crußeror.. etlichen Erschwerun<fen eine Wirkung ausüben, ist sclbstverstänbl'.ck'. lind der Endessett wird leider sehr häufig der sein, daß die Beeren nictr abgeerntet inid zunr mindesten mcht der Allgemeinheit zugui' komnven werden. Demc diese Bestimmungen fordern doch geradezu zur Nichtbeachtung auf, die immer nur einzelne begünstigt.

Ein zweites Beispiel für die Wirkung des Befördericngsscheinec wird bei den Zlvetscheu zutage treten. Nöan darf nur bis zu 50 Psimd auf diese Weise sich verschaffen. Nun wird liber wohl kaum eine größere Haushaltung eine so geringe Quantität zu Mus, einkochen. Wem also nicht der Schleickpveg zur Verfügung steht, kann auf diesen Genuß im nächsten Winter verzichten.

Nun hat die Regierung angekündigt, daß sie die Aepfet be­schlagnahmen werde. Das enveckt neue- Befürchtungen Wahrschein sich wird uns in Znttmft das Obst, das bei mrs lvächst, entzogen, und zwar dann auf Grund des Vetteilnugfsplanes: nachdenr ;vir im Anfang nichts bekommen lxiben, toeil wir nicht darin berück­sichtigt waren.

Zum Schluß ist es wohl angezeigt, nock) ein paar Worte über die Wirkung der Höchstpreise speziell in Oberhesseii zu sagen. Wir sind hier von Preußen umschllpleii, und es ist nicht geraten, hier mit anderen Preisen wie in Preußen zu experimentieren. Sind unsre Preise niedriger, so fließt das Obft aus Schteichlvegen nach Preußen, und sind sie höher, so gibt das berechtigte Mißstimmung und -wir erhalten sicher von dort keines. Dabei chatte _iat* im vori gen Jahr der Taunus hier ganz gut ^mit Obst versorgt, bis die Regierungsverfügimgen über die Höchstpreise leider diesen Bezug vollkommen unterbanden.

Im ganzeii kann man wohl behcurpteii, daß auf '.ms bishe­recht wenig Rücksicht genommen ist, und daß der zweckeirtsprechendei Vertellung unsre Versorgung eine sehr viel bessere Hütte sein kömren. Vor allem aber wäre dararcs zu dringen, daß nicht Maß­nahmen, die südlich des Mains ilxre Berechttgung haben mögen, aus unsre hiesigen ganz anders gearteten Verhältnisse ohne werteres übertragen werden.

Mitterungsbericht.

(Oeffentlicher Wetterdienst.)

Wechselnd bewölkt, 'zeitweise Mederschläge, Temperatur wenig verändert.

Letzte Nachriehren.

Die Abwehr der 9Utf>en.

Wicii, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem KriegS- presseguartier wird gemeldet: Zwei Tage lang hattcur unsere Truppen allen rroch so energisch durchgeiührten Angriffen der Russen Halt geboten. In den vollkommen eiirgeebneten Gräben wehrten sich die Divisionen mit zäl-er Tapferkeit geg«r die^ immer wieder von neuem gegen die anstürmeiide llebermacht des'Feindes. Als die Russen gestern mittag und rn den ersten Nachmittags sttmden neu 'efttsche Reserven in den Kampf warfen, mußten un­sere Truppen der vorderen Linien ihre Verteidigungsstellung an' geben. Diesen ann sich geringen Gelärrdegewinn, der die Russen auf der Starße von. Stamslau nach Kalucz um ein unbedeutcu des Sttick vorwärts bringt, mußten sie mit imgelieuren Verlusten bezahlen. In den ersten Angriffen, l-aben si chuich: weniger als vier russische Divisionen abgekämpft. Durch den reckflzeittg^ ein setzenden Gegenstoß tapferer kroatischer Truppen, die den Feind irr den Planten packten, wurde dem wertereu Vordringen der Russen ein starker Riegel vorgeschoben. An der übrigen Front ist zumeist nur Artillerietätigkeit zu verzeickmen. In den .Karpathen, und am Oberlauf der Bysttycza Solottvinska fühlterc mehrere russische Kom- paguten gegen unsere Sicherungslinien vor. Sonst^ war von der Russischen Infanterie am gestrigen Tage nichts zu sehen.

Stockholm, 9. Juli. Nach Petersburger Darstellungen, wird die Opposition der radikalen Sa-ialisten gegen die Offensiv fottgesetzt. Man bemerkt bei den Petersburger Regimentern ein-, leimliche Ägitatton für den Sturz der Regierung und getvaltsamen Widerstand gegen die -Offensive.Prwvdctt' irrrd GorkisNvwaia Schian" schwiegen in den ersten Tagen. Jetzt erllären sie die Offen ­sive für einen Mißerfolg. Von allen Sozrallstenblättern begrüßte nur Plechanows Zeittmg ,^Jedinstwo" die Offensive.

Stockholm, 9. Juli. DerRjetscb" cheilt mit, das erste russische Maschinengewehrregiment sonne einige andere Truppei'- abteilungen hätten eine Kundgebung gegen die vorläiftfge Regie­rung und für einen baldigen Frieden erlassen. Dteft Art, das Z>iel zu erreichen, sei nach der Zeitung ein Angriff gegen die kämpfen­den Trflppen in deren Rücken.

Die rty'sischen Verliffte.

Wien, 9.^iuli. Der Mftitärkriftter Fabius derNeuen' Freien ^Presse" sagt in eftiem dtttttel, betiteltDie ffegreichi- Schlacht in Ostgalizien", daß im Vorfelde der Stellungen. im Raume von Brzezanv, schätzmrgSweise 213000 FeindesleickUu ge­zählt worden seien. Ta die Zahl der Verwundeten als Höher au- zunehmeu fei, so ließ sich hieraus schließen, daß die Gesamtverluste der Mffsen während der letzten -Offensive wieder ganz besonders groß qeivefen sein müssen.

Verpnigeltt Abgeordirete des Arbeiter- und Soldatenrates.

Petersburg, 9. Juli. Ganz kürzlich- traf eine Gruppe von Abgeordneten des Vollzugsausschusses des Petersburger Arbeiter und Soldatenrates an der Front von Minsk eftr, um über^die Kriegsziele und die «Offensive einen Porttag zu halten. Die Sol­daten des 700. Infanterieregiments, die mit den geäußerten An- siclften nicht einverstanden waren, verprügelten die Abgeordneten und mißhandelten sie furchtbar. Erst auf die Drochurg der in der Nähe liegenden Regimenter wurden die ?lbgeord7reten ivieder in Freiheit gesetzt.

Lichtspielhaus»Bahnhofstraße 34

Telefon 2077. Telefon 2077.

Erstklassige Künstlerkapelle-

Vom 10.13. Jnli

Fern Andra

Die berü hmteSchönheit in ihrem ergreifenden Ehe­drama in 5 Abteilungen

Der Seele Daileo

5533

Tetty geht zum Theater

Entzückendes Lustspiel in B Akten, Paul Uairlomann j|j mit dem beliebten Berliner Komiker *i** nclUciliann.

| Dauer der letzten Abendvorstellung von 911 Uhr.