Ausgabe 
10.7.1917 Erstes Blatt
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vr r t Versprechungen Die BerLüllMg- maß tarn Es noife aber Vor- bi£ KaruflQlte bafei

häufen. Ter ganze

tun? Gar ürffeu üw8 nicht üreyr abspersen. Drche Zvtt ist voofei.

^ 5 ochi!eutLN tvrgenorninen toüöm. fotge gÄMffen werfen, baß «W Reichstem ans fepirfe irm

Reg«NmgÄLMrvaL ist viel m Svvß, sck.werfällig, lang- lam Mid kostspielig. Tie Fachleute darf inan nid# wie Schulbuben üeruntrnan^üi, wenn sie anderer Meinung sind. Die Herren von der Regierung schweben nicht wie Götter über dem Ganzen. Alle Strafbestimmungen gegen Schleichhandel und Wucher müssen ivir- kungslo- 1 ' bleiben, !veil es an einer sachverständigen Regelung fehlt. -r.er mit den Saatkartoffeln getriebene Schwindel ist ein uner­hörter Skandal. Wenn in Striegau arme Frauen wegen Lebens- Mlttel-Unrnben schwere Strafen erleiden -mutzten, so war die Ur ^che von allem doch) nur die höchst mangelhafte Versorgung der dortigen Bevölkerung mit Mehl. (Präsident Tr. Kaempt er sucht den Redner, beim Thema der Itttervell-ttion ru bleiben

wegen versuchen, meine ^lnordmmgen zn durchkreuzen.

Ter Redner geht sodann aus die Kvhlenversorgrmg ein. >)ier rächt es sich, daß ein so wichtiges vvlkstvirtschaftliches Gebiet in den .Händen einiger Privatkapitalisten ist. Herr' .Kirdorf stellt der Re­gierung das Ultimatum: ,,Entweder ihr macht ein Ende mit dem unangenehmen Hitssdienstgefetz oder wir liefern keine Kohle Mehr? Are Kohlengruben müssen endlich in den Besitz der Allgemeinheit gc langen bei der Versorgung mit Hausbrand kohle mutz die Kopfzahl ^r Bevölkerung maßgebend sein, nicht die Zahl der bewohnten Räume. Gegen die planmäßigen Mietssteig erringe n muß schnell und durcifgreffend eingeschritten werden.

. . Staatssekretär Tr. Helsserich: Die Rsichsleittrng verkennt dve schwierige Lage bei der Versorgung mit Obst und Ge- nr ü) e, gewiß nicht. Reben Mängeln der Verteilung und Organi- latton ist die Hauptursache die große Dürre der letzten Wochen. Trotz der ganz außerordentlich starken Ausdehnung des Anbaues von Ge­müse ist die Sommergenttiseernte fesfelb schwach cricsgefallen

Die Kohlenförderung ist während des Krieges, nach ernem^ sehr heftigen Rückschlag gleich zu Kriegsausbruch, wieder aus eure sehr ansehnliche Höhe gebracht worden, obwohl der Kohlew-- berichau mrt außerordentlichen Erschwernissen zu kämpfen hat. Das ist eine staunenswert günstige Leistung. Die Bergarbeiter sind heute nicht mehr so kräftig und erfahren, tvie in der Friedenszeit, die Heizer sind sticht so geübt wie früher und verfeuern die Kohle nicht so sparsam, auch dic .Heiz Einrichtungen sind rächt mehr so instand wie im ^-rieben. Schließlich haben riesige V e r s ch i e b u n g e n i n d e r Ko blen g uali t,ä t stattgesunden, da die englische Kohle ganz sveggefallen ist. Das bedingt eine schlechtere Ausnutzung. Infolge dessen bedeutet die Zahl der Förderung nicht dasselbe wie in Frie denszeiten. Im großen und ganzen hat die Erzeugung bis ins Früh )ahr hinein dem Bedarf genügt. Die Schwierigkeiten irn Winter Men rn erster Linie an den D rans'por t verhäl 1 ni fs crt, Jrjp Erschwerung des Transportes batte zur Folge, daß ein erheb­licher Teil der Kohlen auf die Halden gelegt sverden mußte, und daß Feierschichten «ingeschoben sverden mußten. .Die Kohlenreserven, mit t>cnen wir in den Wsinter lstneingegangen sind, sind aufgebraucht worden und konnten noch nicht wieder aufgefüllt werden. Heute spielen die Vertehrsfragen nur eine bescheidene Rolle. Die Eisen­bahnen können mehr Wagen zur Verfügung stellen, als Kohlen be- fördert werden können. Fetzt ist im Durchschnitt der Bedarf größer als das, was befördert werfen kann. Das ist in enter Linie mu die enorme A usdehnung d e r stu n gs i n d n st r i e im ^anse des letzten Winters zurückxusühren. Es mu| und wird dafür .gesorgt werden, daß Fördening und Verbrauch ansgeglifen werden, irnd daß außerfem ein genügender Spielraum für ausreichende Re­serven fitr die Industrie, für den Hausbrand und vor allem für die Eisenbahnen bleibt. Der Ausgleich kann und muß durch weitere ,V örd eru n gsstei g e run g und B erbrau chs ei n s ch r än- kungen gestichen. Die Steigerung der Förderung ist eine Frage der Arbeitskräfte, es muH also entsprechend gesorgt werden. Es ist auch eine Frage der Kriegführung, denn ohne Kohle keine Munition Durch die zu treffenden Maßnahmen steht eine weitere ansehnliche Steigerung der Produktion in 'Aussicht, vorausgesetzt, daß *. r ' e u nt e(r b l e ifr en. Größere Streiks in den .Kohlen- bezirken können alle Rechnungen Wer den Haufen werfen. Der kleine Mann in den großen Städten wird dann schließlich keine Kohle bahnt, weil der Arbeiter im Bergrevier streikt. Das sollten sich die streikenden Arbeiter vor Augen halten. Sie gefährden auch die Verteidigung des Vaterlandes. Es muß das Menschenmögliche ge­schehen, um Streikbewegungen in dieser für Unser Schicksal so wich­tiger Zeit, wo sie bestehen, einem möglichst baldigen Ende zuzn- ffihven. Die Verbrauchseinschränllrngen lassen sich nicht mechanisch ans einen gewissen Prozentsatz anordnen. Nicht überall kann ge­spart werden, so nickh bei den Eisenbahnen und beim Hlausbrand. Eine ausreichende Belieferung des Hausbrandes wird unter allen Umständen sichergestellt. Die Verteilung liegt in den Hcmden eines Kohlen k o m missars , dem ein Beirat zur E^ite steht. Die Unterverteilung soll den Gemeinden über­wiesen sverden, denen man gegenüber den Ko hl en ha m ste rw ein Enteignungsrecht geben wird.

Nun zu Sen Mietst ei gerungen. Die Mieter sind vielfach, in einer außerordentlich schwierigen Lage. Die fOHete steiqerungen baden lebhafte Beunruhigung hervorgeriffen. Aber die Lage der Hausbesitzer ist vielfach erst recht schwierig. Sic sind in Wirklichkeit häufig- nur schwer belastete, dem Untergänge nahe­stehende HypochekenschuLmer. Der Staatssekretär verweist aus die Matznahmen zur Linderung der Not dar Mieter, soweit sie Kriegs­teilnehmer sind, das Verbot, sie zur Rämnung der Wohnungen zu zwingen, fv wie die Mietsunterstützungen. Erhöhen die Vermieter die Miete, so können die Gemiemfen ihnen die Mietsuntersrützungen «mtzuLen und dadurch! einen Druck auf sie ausüben. Tie Miets­ein igungsämter haben vielfach zugunsten der Mieter gewirkt. Die Vermieter geraten vor allem in Schwierigkeiten dadurch, daß ent­weder die Hypotheken fällig werde)! oder sie die .Hypo-thekenzinfenl nicht l-ezal)len können. In beiden Fällen können ihnen die Gerichte Schutzfristen einräumen.' Zahlungsnrffähige Hausbesitzer können die Einrichtung einer Brnndstücksaufficht beantragen. Weitere Maßuohnren stehen in .Aussicht

. Unter diesen Umständen kann ein unbedingtes w a h l - froses Verbot der Steigerung von Mieten nicht erlösten werden. Das würde eienn großen Teil des Hausbesitzes mnsvch ruinieren und dadurch auch die Interessen brr Mieter rmp- Widlich schädigen. Es können nur die Interessen des Hausbesitzes und der Mieter nach billigem Ermessen ausgeglichen werden In der Antwort auf die Anfrage des Abg. Göhrc nmrde schon darauf angewiesen, daß selbstverständlich gegen einen Miets- Wucher ^alle uns zur Verfügung stehenden Mittel angewendet würden. Ich'hoffe, daß es möglich sein wird, in den aller-- nächsten Tagen dem Bundesrat Vorschläge zu mache)), die den von mir aus geführten Gesichtspunkten entsprechen.

Die Erwägungen sind noch im Fluß. Sie dürfen liberzeugt sein daß bei der geplanten Regelung die Inreressen der Familien ins­besondere der Familien von Kriegsteilnehmern mit Älcinivohnun- gen eine ganz besondere Berücksichtigung ftnden sverden. Diesen Gesichtspunkt fet auch der Zentmlverband der Hausbesitzer selbst in seinem ^Rundschreiben 'hervorgehoben. Ich habe meinen sach­lichen Ausführungen noch persönlich folgendes lftnzuznsügen - Ter ^'Lg. Hoch chat an mich wiederholt die «Apostrophe gerichtet' .Haben Sie 'schon Herrn Kirdorf gefragt'-' Ein« solche Frage empftnde ich als eine Kränkung, die ich zurückwcisen nruß. Es könnte dadurch der Eindruck erweckt werden, als ob mir tot* t*m Prwawiwresien irgendwelcher Art bei der Regeluug solcher ,rvagen beemftuffen lassen. Herr Hoch, der mich hier schon iert zwei wahrer) kennt, sollte doch wissen, daß ich nicht der Mcann -Win, irgendwelchen privat-egoisüschen Einslüssen Raum zu geben Private Einflüsse Een nicht. Private Sachkenntnis inackten wir wir tun das Beste, für das allgemeine

Präsident des Krieysernä«hrungsamts v. Batocki: Im vori­gen Jahr hcttten wir eine gute Obst- und Gemüseernte. Trotzdem kam es zu rresigen Preissteigerungen, zur Entblößung der Märkte lmr mtt allen Mitteln eingreiftn mußten. Aus Militärs schien Wunsch wurde Mr BefchLagmchme von Aepseln, Zwetschen

und Pflaumen geschritten. Dadurch ist erreicht worden, daß das Heer genügend Marnrelade erhielt. Wer sonst ist eine Men^e von Miß­mut entstauben. Auch die Einführung der Höchstpreise, bei denen aus Airraten der Sachverständegen zwisch.m Wirffchafts- und Tafel­obst untersckneden tvuroe, war ein Mißerfolg. Die Marme­lade nmrde zunächst durch Mvhrrüben gestreckt, da sie aber nicht ausreichten, ,o wurde zur .Kvhlriibe gegriffen. Es ist nicht so ge­gangen, wie 'es die 2«rchverständiqeii gemeint hatten. Sämt liefe Mengen haben auch ihre Abnehmer «gesimden. Allerdings hat die gesteckte Marmelade einen großen Genuß nicht bereitet. Für dieses ^-.ahr war die Hauptsache eine Steigerung der Produk- ^croii : die Erzielimg an grüneslener Preise. Wir haben Kunstdünger^ verteilt für die Obstzucht und Samen beschafft. Der inländische Same r/v-ar mihllmgen, aus dem Auslände war er nur schwer zu beschasfeti. In einer Provinz ist der (ferraifcembaii um

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He r b st g e m ü se abgeschlossen. - Sie nmfasseii zusamnren 360 OOO Margen. Bei einer lmten und mittleren Ernte hätte das nach den Schätzungen der 'Sachverständigen insgesamt 35,8 Millionen Zent- ner oder fast einen Zenttier mrf den Kops der groß- und mittel- stadtischei) Bevölkernng ergeben. Die Hoffnungen bezüglich der iNwhgemüseernte sind enttäuscht worden. Jetzt kommt der ersehnte Regen. F ü r die .Herb stg e m ü s e kann es noch besser ioerden. diach getuissenkaster Prüfung haben )vir die Frage, ob tr- g ende ine Beschlagnahme möglich ist, verneint; wir können es nicht verantworten. Alle Sachverständigen haben einer Beschlagnahme mindestens des Sommergemüses schlank wider­raten, ioeil große Mengen verderben müssen, wenn man das Pri- vatinteresse des Händlers ausschaltet. Die Höchstpreise bedingen eigentlich eine öffentttche Bennrttchasttmg, sie sind aber nicht zu vermeiden, weirn wir nicht zu völlig unerträglichen Preisen kommen wollen.^ Wie im vorigen Jahre die 0>ans, so haben wir ietzt die Melone sreuielassen und schon sehen wir Rielonen für 50 und 60 Mk. Ausgestellt. Bei dom anderen Frühgemüse geht das nicht an, wir müssen also das Höchsrprcissystent durcksftihren. Die Schwie­rigkeiten-liegen. in dem Mißverhältnis zivischen Angebot "wd Nach­frage. Weil die Spargel ernte gut war, blieben die Preise sogar unter dem Höchstpreis. Die M arme laden fab rikenj sind mit Frühobst absichtlickz sehr kurz gel-alten, um den Kleinver- bvauch nicht zu schädigen. Der Kamps gegen den Ersaynallrungs- nirttelsckwindel ist vor allem Sache der örtlichen Behörden. Gegen die Schieber und Betrüger ist nur sehr schwer vorzugehen. Die Selbstkontrolle der Marmeladesabriken ist durch die behörd­liche Kontrolle gegeben ! vor den. .Hoffentlich trägt das auch dazu bei, daß die Qualität in mancher Beziehung besser wird. Wenn auch ein mal Mn junger Beamter gegenüber eincin verdienten Marmelade sabrikanten siel, im Ton vergriffen fei, so bedauere ich das sehr, aber die Interessenten stellen oft solche Anforderungen <m einen, daß es wirklich schwierig ist. höflich zu bleiben. Ich kann das nicht ein­mal für mich selbst verspreckun. (Heiterkeit.) Die jetzigen Schwierigkeiten mit Frühgamüse sind aber nur zeitlich. Zich kanii im vollen Bewußtsein rneiner Berantworllichkeit er-, klären, daß ivir nach nienschlicheni Ermessen ein-cr Brotgctteibe- e r n ie entgegen sehen, die so gut ist wie die vom Jahre 1915. Auch die Kartoffel ernte wird sicher besser werden ivie die von 1916 Damit sind die beiden Ha u Ptg ru n d l ag e n unserer Ernährung g e s i che r t. Auch unser Viehbestand hat sich trotz der starken Llbgabe vermehrt. Wir können also sicher sein, daß wir austvmmen werden. (Beifall.)

Ans Antrag des Abg. Scheide in ann (S^z.) lvird die Be- p r e chn n g der Interpellation g e s ch lasse n.

Wg. Giesberts lZtt.w I.ch rann den Eindruck wichst los werden, daß in den Kreisen der ländlichen Bevöltmung die Ernäh- rungssck wicrig letten in den Städten .nach nicht in ihrer vollen Tragweite ^ erbannt werden. Die elende Preistreiberei und - s chi e b e r e i aus deni Gemüsetnarit ist eine der schlimmsten Produkte unserer Preispolitik. Für solche Schieber würde ich ogar die Prügelstrafe für angebracht «xllten. Besonders scklimn) liegen die BerhÄAtisse im rlfeniichorestsälisck-en In­dustriegebiet. Wenn wir die im Vorjahre mit den Kartoffeln gemack?- int traurigen Ersalfrungen uns ersparen wollen, fenn dürfen die Kartoffeln erst dann versandt werde!), wenn sie wirklich trans- portsähig sind. Der Mangel an Kohlen fet mauisigsache Ursachen. Die Freigabe wm Bergarbeitern seitens der Heeresverwaltung sollte epleichtert werden. Den Wünschen der Arbeiter lstnsichtlnb ihrer Ernährung und Entlohnung sollte inehr Rechnung getragen ioerden im Iitteresse einer Produrtionssteigerung im Kohlenbecg- frau. Ich schrecke nicht vor dem Gedankeir zurück, daß unter Um­ständen auch Frauen für leichte Ar m ie r un gsa r b c i - tcn ins Feld gehen können, um dafür mehr Bergarbeiter fiir die Ko hlen Produktion frei zu nrachen.

Ein V e rt a g u ng s an trag wird angenommen.

Nächste Sitzung: Mittwoch, den 11. Juli, nachm. 3 Uhr. Bericht des Ausschiusses Wer Fragen der inneren u n d äußeren Politik, Kredftvorlage.

Schluß 7 Uhr.

Die französische April-Offensive der Aammer.

und die Kritif in

Paris, 7. Juli. (WTB. Nichtanttlich.) K a m m c r. Nach Verlesung der Tagesordnungen durch> De sch anal forderten die Kientaler Brizon, Blaue und Ra ff in-Du ge ns, sowie, der Vertreter der Minderheit Mistral, den Kammerpräsidenten mrf,^ ihre ihm zugestellte Tagesordmrng gleichfalls zu verlesen. D e s ich a n e l lehnte dies ab. Die Tagesordnung erscfeinc ihm unminelwibar; sie lause der Verfassung -zuwider und enthalte eine Beleidigung der Regierung und !eine mißbräuchliche Ern- misch-ung in das Oberkommando. Nachf längeren) erregten Hin und Her konnte endlich Augagneur das' Wort ergreiftn. Er be­dauerte, daß die Regieruug wieder nur die allgemein «fehallene Tagesordnung Renoulls irnd Olenvssen zu der ihrigen' gemacht habe. Augagneur verlangte Strafen sogar für die h'öchsten inili- tärischen Stellen. Die Regierimg müsse einen Geselzanttag ein- bringeii, der das Militärstrasgesetzbuch in diesem Sinne abändere. Werrn es notwendig sei, sollten selbst die Minister in den An- klagezUstand versetzt ioerden. Die Regierung müsse an die Soldaten denken, die «das Vertraue)) febert müßten, daß* man mit ihrem Blute nicht Mißbrauch treibe, unnütze Opfer erspare und toll­kühne Unternehinungen unterlasse. Abel Ferry sprach sodann von der Beteiligung der verschiedenen Mliierten an den '.nilitäri- schen Operatiouei) und verlangte, daß die Engländer größere F r o n t st ü ck e übern e b m e u und mehr Mann­schaften nach Frankreich schicken. Dalbiez erklärte, die Verant­wortung für die April-Ofsensive falle dem Kriegsrate in Eompiägne zur Last; dieser febe den) Drucke der aitives^enden Generale (Zu­rufe von links ,prnd Poincares!" großer Lärm) nachgegeber). Dalbiez verlas einen Brief von der Front, uacki- lvelchem von zwei Kompagm.ee)) aus der Hochfläche von Eraonne im ganzen nur vierzig Mann zurückgerehrt waren und die lleberlebenden der Mnen Kompagmc vor eff) Kriegsgericht gestellt worden seien, well sie sich nicht getrügend verteidigt hätten. Ein großer Teil der Kammer sowie der Kri-egsminister erhoben Einspruch gegen die Verlesung des Briefes, der iiur der deutschen Propaganda zustatten komme, nwrauf (Talfriez erllärte, er hWe den Brief verlesen müssen, denn er habe dem Kriegsmüftster schon oft Mißstände gemeldet, ohne daß eingeschritten imrrde. Er rvurde deswegen das Land aus dem laufenden erhallen, um einen Druck auszuüfren. Dalbiez forderte ferner.von der Regierung eine Verständigung mft den Alliierten. J-obert erklärte, im .Kriegsrate in Eonipiegne sei eine gefeiin- msvolll', unfaßbare und unnennbare Macht schlecht inspirievt gewesen. Diese übeltätige Macht iverde inan hoffentlich bald kennen Und Wurteilen. Ter Präsident der Republii könne nur vw) der Kammer in den ''Anklagezustand versetzt rurd vom Sei)at abgeuvteilt werden, der Präsident sei aber, geniäß der Verfassung, imr im Falle des Hochverrats verantwortlich, ff) allen Mderen Fällen seien es die Minister. Diese Ausführungen Ioberts wuvden von den Sozia­listen mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ri bot wandte sich dagegen, daß Poincare ffr die Debatte gezogen werde. Jobcrt fuhr fort, man müsse diese Macht zur -Sprache bringen und

geißeln. Sie sei zwar in der Minderheit, habe aber eine ausichlag^ gebende Stimme. Es wäre Sakrileg, daß die Soldaten Frankreichs den Wahnsinn anderer ^mrt dem Leben bezahlen müßten. Darauf kam cf zu entern außerordentlich erregten Zusam - m e n st v ß zwischen Accambray und Viviani und zu großem Lärm rn der Kammer. Sodann ergriff der Kriogsminfftcr Pain- l e o e das Wort.

Gr stellt« die schweren Fehler fest, die bei der letzten Offensive begangen^ ivorden seien. Die Führer, die für die Fehler oerant- wortlich seien, in erster Linie der Oberkvminandierende, seien ihrer Posten enthoben ivorden. Painlevä sagte: Das Gesetz gestattet keine Bestrafung oor eiiter Mitersuchuug. Diese wird in effngen Tagen crönnet werden. Wir brauchen nicht mehr ehrgeizige Pläne, deren, großarttger Umfang schlecht ihre Leere verschleiert, wir brauchen eine vernünsttge und positive Kriegspolitik, deren Klugfeff der- Energie gleicht, die nicht das Unmögliche verlangt, aber aus der Kriegsmaschine das Höchstmaß an Leistung fervorbrringt. Diese ist die urffere.

Nachdem der Kriegsnrinffder die Maßnahnren angegeben fette, die der Jndustrialisiernng des Krieges dienen sollen, fuhr er fort: Untere Bundesgenossen wissen, daß. nichts den Willen Frankreichs zu brechen vermag, was auch immer kommen mag, cs wird seine Ausgabe nicht im Stiche lassen. Sie wissen aber auch, daß unser Heer als Heer effr Schutz der Zivilisation ist, daß tent Blur in Strömen fließt. Dieser Gedanke fet nrehr als ftgenfe em anderer die Bereinigten Staaten fewogen, in den Kampf einzu- greisen. Die Regierung kann die Versicherung abgeben, daß Frank­reich in der Lage sein wird, seine militärische Ansttengung mit der wirttchaftlichen in Einklang zu bringen. Wir werden es nicht zn- lchsen, daß der preußische Militarismus uns den Fuß in den Racken setzt. Bisher hat Frankreich siegreich, in tte.ser iZmigkeit die Probe bestanden und dem ungeh?uerlWsten Anschlag Wider- staW gelefftet. Kein Bvlk hat eine vollkommmere Ordnung gezeigt. Möge das bis zur hock)sten stunde des Sieges so bleiben! Es darf kein Manöver die Einigkeit zerstören. Wer gegenwärtig den Rar gibt, die Waffen niederzulegen, macht sich znm .Helfershelfer nWerer Feinde. (Lebhafter Beifall. «

\n der Nacht sitznng ergriff der ?lbg«ordnete Renaudcl das Wart, tim im Namen der sozialistischen Partei einige Er- llüruiig-en zu verlangen über die Ktiegsziele der Regiermrg und den Charakter der letzten Pariser Streikbewegung. Renanfel erwartet, daß die Regierung erklärt, sie denke nicht daran, den Sieg bis zur Zerschmetterung Deutschlands svrtzus-etzen, so viel Sclmld auch das deutsche Voll aus sick> geladen habe, und daß- sie bereit sei, mit Wilson an der Gründung eines Vereins der Nationen znsammen- znarfreiten. Ribot erklärte, daß er der nämlichen Meinung sei. Er bedauerte, daß inan von einem Mißerfolg der Offensive gesprochen habe, während das .Heer in Wirklichkeit einen vielleicht teuer er­kauften, aker ruhmreichen Erfolg davongettagen habe.Wälche Wogen des Pessimismus wären über unser Land gegangen, rvenn die Deutschen das Ergebnis erzielten, das ivir erzielt haben. Man hätte gesagt, daß Fehler fegangen wurden und uns gefragt, ivelche Ahndungen verhängt würfen. Wir können hier nickst Urteile fällen. Wenn Ahndungen nötig sind, nruß man sic verhängen. Seit drei Iahim, trägt Frankreich die schiverste Last des Krieges. Der' Augenblick ist hekomNien, wo man mit den Verbündeten prüfen in. -u ß, o b c s kein Mittel gibt, die La st g e - r echter zu v-erteilen. Die seit drei Jahren verfolgte Polillk war die der Einigkeit. Soll man daraus verzichten? Durch dies? Politik haben wir während dreier Jahre ohne Ofevaltanwendimg den sozialem Frieden gesichert. TentsMand wird alles versuchen. Um die Gegner zn verwirren." (Ribot spielte mit dieser Ansicht ans die Entdeckung eines Schecks von befeitteufer Höhe und ver­dächtigen Ursprungs an, den der Leiter eines Pariser Blattes er­halten habe.) Ribot erklärte, daß eine 'Untersuchung eingeleitet und eine Verhaftung oorgenonimen worden sei und die Regierung keinerlei Rücksicht wallen lassen werfe und sagte: Denen, die bewußt oder unbewußt sich benrühen sollten, uns einem ehrlosen Frieden zuzuftihren, den Deuffchiland wümckst und der unser Schafe wäre, verweigere ich die Redefreiheit. Ueber Griechenland! sagte Ribot: Ein wenig Klchnfeit und Entschlossenfeit genügte, die Einheit in diesem Lande lvieder ferzustellen. Ribot huldigte sodann dem russischen .Heere und benrertte: Der- Sieg ist sicher, wenn wir unsere Würde bewahven und unser Mut und unsere Entschlossenheit nicht Nachlassen.

Schließlich kommt es zur Abstimmung, über deren Einzel­heiten jedoch bisher keine Meldungen vorliegen. Nach Angabe von Havas nahn) die Kammer eine von den Parteift'chrern der Re- gierungsniehrheit vorgeschlagene Vertrau enstagcsord-' n u n g mit37 5 gegen 23 StinimeNan, ivorans sich ergibt, daß sich 150 2l «-geordnete der Abstimnrung enthalten haben. 'Die Sitzung sch-loß Sonntag früh 3 Uhr, nachdem die Kammer noch mit 442 gegen 21 Stinrmen der Sanitätsverwaltung ihr Vertta-uen ausgesprochen fette.

Die englischen Verluste.

A m ft e r b a Tn , 9. Juli. (WTB. Nichtarntlich.) Die euali- scheu Blätter geben die britischen Verluste in den letzten Monaten nach den amtlichen Verlustlisten folgender­maßen an: Februar 1216 Offiziere und 16 277 Mann, März 1765 Offiziere und 28 709 Mann, April 4381 Offiziere und 31619 Mann. Mai 5991 Offiziere und 107105 Mann, Juni 3601 Offiziere und 115 279 Mann. Außerdem hat die Flotte im Juni 31 Offiziere und 1234 Mann verloren.

* * *

Eine infame Verleumdung.

Berlin, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich) In russischen- und ueuttaleu Zeitungen wird die Nachricht verbrettet, daß die deutschen Soldaten bei der Berbrnderttng der Truppen an der Ostfront im Austausch von Lebensmitteln den Russen vergiftetes Bro-t und Getränke gegeben hätten, denen viele russische Soldaten erlegen Diese Nachricht ist eine infame Verleumdung.

eren.

Aus China.

Peking, 9. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschert Bureaus. Am Morgen warf ein Flugzeug Bomben auf den Karserpalast. Tschang Shün überreichte dem K a.r s e r sein R ü ck t r i t t s g e s u ch. Dieser erließ ein Edikt mit der Bekanntgabe seiner Abdankung. Die Republikaner besetzten die strategisch wichttgen Stellungen der Außenbezirks der Stadt. Eine friedliche Beilegung ist wahrscheinlich.

5eekrteg.

Das Jum-Ergebnis des U-Bootkrieges.

B e r l i n, 9. Juli. (WTB. Amtlich.) Durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte ist nach den emgeganaenrn Meldungen im Monat Juni an vandelsschiffsraum über eine Million Bruttoregistertonnen versenkt ivorden. Dir Erfolge des N-Boat-«riegeS rechtfertigen volles Lrrtrauen in die unausbleiblich« und entscheidende Wirkune auf unsere Gegner.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Neue U«Boot-Ersolge.

Berlin, 9. Juli. (Amtlich.) Eines unserer U-Boote hat rm Atlantischen Ozean wieder 31 500 Brutto- Register-Tonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich das bewaffnete englische Silfskriegs- schiff Sylvia, ein Offizier wurde gefangen, ein bewaffneter englischer Dampfer Amakura mit Stückgutladung, ein be­waffneter englischer Dampfer vom Aussehen des Dmnvffrs