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10.7.1917 Erstes Blatt
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Lr. *59

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Erstes Blatt

167. Jahrgang

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(WTB.) Großes Hauptquartier, 9. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei Regen uud Dunst blieb in fast allen Frontabschnit­ten das Feuer bis zum Abend gering. Es lebte dann mehr­fach auf. Nachts kam es an verschiedenen Stellen zu für uns crfolgrcich en Erkundnngsgefechten.

Bei der

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz lvurdc ein Angriff zur Verbesserung unserer Stellung am Ehe min des Du in es mit vollem Erfolge dm'chgeführt. Nach einem Feuerüberfall van Minen- und Granatwerfern auf die Sturmziele brach die Infanterie, unterstützt durch das Riegelfeuer der Artillerie, zum Angriff vor. Die aus Nieder- sachsen, Thüringern, Rheinländern und Westfalen bestehen­den Sturmtruppen nahmen in kraftvollem Stoß die französischen Grüben südlich von Pargny und Filain in 3V 2 Kilometer Breite und hiel­ten die gewonnenen Linien gegen fünf feind­liche Angriffe.

Zur Ablenkung des Gegners waren vorher an der Straße Laon S 0 iss 0 ns Sturmabteilungen hessen- nassauischer und westfälischer Bataillone in die französischen Gräben gedrrmgen. Sie kehrten nach Erfüllung ihres Auf­trages mir -einer großen Zahl von Gefangenen befehlsgemäß in die eigenen Linien zurück.

Der überall heftigen Widerstand leistende Feind er­litt hohe blutige Verluste, die sich bei ergebnislosen Gegenangriffen auch während der Nacht noch steigerten. Es sind dreißig Offiziere und über achthundert Mann als Gefangene eingebracht worden. D i e Beute an Kriegsgerüt ist sehr erheblich.

Auf denl W estufer der Maas haben die Franzosen mls den Kämpfen in der Nacht zum 8. Juli einige kleine Grabenstücke in der Hand behalten. Die vor Tagesgraucn nördlich von Esnes einsetzenden Vorstöße siird zurückgcwie- sen worden.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

HeeresgruppedesGeneralobersten von Böhm-Ermoli.

Während zwischen Strypa und Zlota-Lipa nur lebhafte Artillerietätigkeit herrßhte und ims einige Vorstöße Gefangene cinbrachten, kam es bei St anislau zu neuen Kämpfen. Durch starke russische Angriffe wurden die dort stehenden Truppen zwischen G i e z 0 w und C a g w 0 z d z (12 Kilometer gegen die Waldhöhen des Czaxnilas) zurück- glÄrängt. Durch das Eingreifen deutscher Reserven kam der Stoß zum Stehen.

Front des Generalob er st en Erzherzog Josef.

In den Karpathen hielt die Fege Tätigkeit der russischen Batterien an. Oertliche Angriffe der Russen sind an mehreren Stellen gescheitert.

Bei der

Heeresgruppe des Generalfcldma rsch alls von Mackensen

unfc an der

Mazedonischen Front ift die Lage unverändert.

Der Erste Generalanartiermeister Ludendorff.

'*;

Der Abendbericht.

Berlin, 9. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Vom Westen nichts Neues.

Im Osten haben die Russen an der Straße Kalusc S t a n i s l a u von neuem angegriffen. Ihre Kräfte wurden durch Gegenstoß zum Stehen gebracht.

Nördlich des Dnjestr keine besonderen Ereignisse.

er eine Million Tonnen versenkt.

Wir leben in einer ernsten Stunde. Beileibe nicht des­halb, weil Hindenburgs zuversichtliche Worte, die erst vor ein paar Tagen gesprochen worden sind, nicht mehr ihren vollen sachlichen Wert hätten. Aber unser gegenwärtiges Re- gierungssystem wird geprüft. Es wird geprüft, wicht weil das parlamentarische Regierungssystem allgemein für besser ge­halten wird. Solche Meinungen wirken zwar im politischen Streite kräftig mit und sie haben ihren Teil an der jetzigen inneren Krisis. Diese aber ist ans anderen Gründen so plötz­lich 'vor uns ausgetreten. Nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis ist sie erwachsen, aus der Praxis unseres Reichs­kanzlers, der von allen Seiten auf bestimmte Entschlüsse hin­gedrängt und dem Volke als entschloß u n freudig hin­gestellt wird. DerBerliner Lokalanz." teilt uns das Neueste mit, daß die Nationalliberale Partei in besonderer Bera­tung sich gegen die bisherige Kanzlerpolitik ausgesprochen habe. In unfreundlichere Worte übersetzt heißt das, daß er ihr Vertrauen nicht mehr besitze. Zu den Kanzlergegnern ge­sellt sich ferner das Zentrum, denn so viel steht fest, daß Herr Erzberger, der ja die überwiegende Mehrheit seiner Partei hinter sich hoben soll, an der bisherigen amtlichen Politik nicht viel gute .Haare gelassen hat. Er verlangt in seinem Sinne eine Neuorientierung nicht der Einrich­tungen, sondern der Methode. Daß die Rechte dem Kanzler nicht hold ist, ist seit langem bekannt. Die Stunde ist also ernst. Die Parteien suchen noch nach einer gemeinsamen Er­klärung, womit sie den gesamten Volkswillen zun: Ausdruck bringen wollen. Sie halten die Stimmnngsöde, die unsere Rogieriingspoli tik durchzog, nicht mehr für das Mchtige. Was ans den parlamentarischen Beratungen geboren wird, ist noch immer nicht recht zu erkennen, ist auch vielleicht nicht

das Wichtigste. Denn die Entscheidu ng wird von einer höheren Stelle gefällt werden. Sie geht auf eine Erneuerimg der Reichsregiernng hinaus, mit oder ohne Bethmami Holl­weg. Der jetzige Kanzler könnte, das ist der eine Gedanke, bleiben und führende Parlamentarier in seinen Ministerrat anftrehmen. Bon ausschlaggebender Bedeutung muß auch der zu erwartende Eiiidruck im Aus lande sein, ferner die Prü­fung, ob ein Herrn v. Bethmann-Hollweg beträchtlich über­ragender Mann gefunden werden kann, der bereit 1111 b fähig ist, das Volk zu einem glücklichen Frieden zu sichren. Bon dem Gewichte Erzbergers wünschen wir uns wirklich keinen Reichskanzler. Zwar hat gegenwärtig dasBerliner Tage­blatt" die schmeichelhaftesten Worte für ihn:Herr Erz­berger ist ein sehr gescheidter, behender, fleißiger, kenntnis­reicher, überall auftauchender Mann, der während des Krie­ges als freiwilliger Diplomat vielerlei unternommen und in vieles hineingeblickt hat, im Süden und im Norden, an kleinen und großen Höfen, in Italien, in der Schweiz, in Skandinavien und aiiderswo gewesen ist." Ob ein so ge­witzigter Herr sich für ein hohes Reichsamt eignet, ist doch die Frage. DieRheinisch-Westfälische Zeitung" schreibt ein bißchen anders:Der Vertreter von Buttenhausen war leit leher ein rühriger Mann, in der inneren wie in der Kolonialpolitik fühlte er sich, zu Hause, im Weltkriege ent­deckte er seine Begabung für auswärtige Politik, und die dienshwilligen Schnellzüge trugen ihn von Rom nach Wien, von Wien nach München, von München nach Berlin. Nicht überall war die Aufnahme gleich liebevoll, in manchen Hauptstädten sollen maßgebende Männer eine sehr ab­weichende Meinung von dein Wert seiner Tätigkeit bekom­men und bekundet haben." Spöttisch bemerkt das Blatt, es sei noch nicht aller Tage Abend,und ein Kabinett mit dem Grasen Bernstorff als Reichskanzler, Scheidemann als Vizekanzler und Erzberger als Staatssekretär des Auswär­tigen ist der Wunsch vieler Kreise".

So weit wird's nicht lammen. Die ll-Bootbeute betrug rm Juni über eine Million Bruttoregiftertonnen, und allem Anschein noch stehen amtliche Kundgebungen bevor, die lmfece Politik des U-Bootkrieges für die wahre zum Sieg führende Politik erklären. Kmaisch, wie große demokratische Blätter jetzt mit verdächtigem Eifer den Anschein zu erwecken suchen, als sei etwas von dieser Politik zusammen- gebvochen. Sie betreiben die Flaumacherei mit Hochdruck und lechzen nach Ausnutzung der Lage für innenpolitische Parteizwecke. Die Feinde werden den entsprechenden Nutzen daraus ziehen. Hoffen wir, daß der Nebel, der jetzt noch die Lage verschleiert, wenn er nun schwindet, ein anderes Bild erkennen lassen wird als das- Aufbäirmen parteipolitischer Steckenpferde. Denn diese sind zur Front nach außen absolut nicht zu gebrauchen.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In den Karpathen nnd an der oberen B y st r c z y - ca Solotwinska ftihlten die Russen mit stärkeren Auf­klärungsabteilungen vor. Nordwestlich von St anislau mußte gestern nach zweitägigem erbitterten Ringen die erste Stellung unserer Verteidigungsanlagen dem Feinde über­lassen werven. Eine Erweiterung des russischen Gelünde- gewinnes wurde durch das Eingreifen von Reserven verhin­dert. Mrdlich des D n j e st r, namentlich auf galizischem Bo­den, starke Artillerietätigkeit.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Bei Vodizc wurde ein italienischer Vorstoß ab- gewiefen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Chef des Generalftabes.

* . *

Russischer Bericht.

vom 8. Juli:

. Westfront: In 'der Richtung ®ofoeT, in der Gegend

des Dorfes Gr. Porst, blies der Feind Stickgas ab, deren Wellen aber unsere Gräben nicht erreichten. In der Richtung Zloczow machte der Feind in der Nacht zum 7. Juli kräftige Gegen­angriffe an per Front des Waldes vou Sedow westlich von Koniuchh, indem 'er imsere Truppen aus den Stellungen zu vertreiben suchte, die sie nach den Käncpfeu . am 6. Juli besetzt hatten. Alle diese Angriffe wurden abgeschlagen. Desgleichen die Angriffe starker feindlicher, von Panzerautomobilen unterstützter Abteilungen westlich von Wischky. An den Kämpfen am 8. Juli in der Gegend tarn Koniuchy nahmen belgische Panzerautomobile tätigen Anteil, die sich bis an die feindlichen Stacheldrahtverhaue heran schoben. Auf einem dieser Automobile wurden der Führer und zwei 'Soldaten durch ein, Geschoß geltet. Oestlich und süd­östlich von Brzezany unterhielt der Feind heftiges Artillerie­feuer. Wir wiesen durch (^wehrftuer die Versuche bedeirtender feindlicher Erkundimgsabteilungen, unsere Derschanzungen süd-- 'westlich vom Dorfle Schibalin anzngreisen, ab. Kaukasus- f ront und'rum änische Front: Die Lage ist unverändert. Flugdienst: In "der Gegend von Pressovtst schossen wir ein deutsches Flugzeug 'ab.

Der türkische Bericht.

Konstantiuopel. 8. Juli. (WTB. Heeresbericht.) Au der persischen Grenze östlich von Pandsckwiu griffen am 6. Juli unsere Truppen die Russen an und schlugen sie. Als Beute sind bisher gemeldet: 4 Gebirgsgeschütze, 3 Maschinengewehne und (be­fangene, deren genaue Zahl hier noch nicht bekannt ist. 25 Kilo­meter nordwestlich von Serdetsch fand ein einstündiges Gefecht statt, in dem die Russen verlustreich zurückgeworfen wurden.

An der Kaukasusfront die übliche Artillerie- und Pa- ttouillentät takelt.

An der anatolischen Küste unternahm unsere Artillett« einen uwhlgelimgeneu Feuerüberfall auf dre Insel Tenedos. Mehrere feindliche Segler lvurden versenkt. Tie fesichliche Funken­station ist vermutlich zerstört. Feindliche Flieger warfen Bomben auf die Stadt Smyrna. Getötet wurde eine Person. Alle Verletzten gehören den Nationen der Entente an. Drrrch die gut organisierte Fliegerabwehr konnte weiteres Unglück verhütet werden.

Die mnerpolitische Urifis.

Berlin, 10. Juli. Die Deutsche Politische Korrespondenz will erfahren haben, daß die Regierung bereit sei, in Preußen fünf Minister, im Reiche drei Staatssekretäre für neue Männer frei zu machen. In Preußen sollen der Minister des Innern, Herr v. Loebell. der Handels minister Sydow, der Eisenbahnminister v. Breitenbach, der Kultusminister v. Trott zu Solz mrd der Land- wittschastsminister v. Schorlemer neuen Männerii Platz machen. Im Reiche sollen der Staatssekretär des Auswärtigen Zimmver- marrn, der Staatssekretär des Innern Dr. Helfferich ihre Porte­feuilles abgeben mrd das Staatssekretariat des Reichsamts des Innern in ein Reick^sarbeitsamt und Reichscrmt des Innern ge­teilt werden. Die Stellung des Karrzlers irruß vorläirfig als be­festigt angesehen Iverdeu.

Die Natioualliberalen und der Reichskanzler.

Berlin, 10. Juli. Wie derLokalanz." erfährt, habe die nationalliberale Fraktion des Reichsta­ges gestern in einer Entschließung gegen den Reichskanzler einstimmig beschlossen, zürn Ansdruck zu bringen, daß der Reichskanzler ihr Vertrauen nicht besitze.

DieDeutsche Zeitung" schreibt: Nachdem mit ,der Stellungnahme der Nationalliberälen die erste und unmittelbare Gefahr dank ihrer Einsicht und Stcrndesfesttgkeit abgewendet ist, wird hoffentlich auch der weitere Verlauf der Krise der sein, daß damit das Gegenteil von dem erreicht wird, was ihre Anstifter bezweckten. Es gibt nur ein Mittel: ein neuer Steuermann, der den Willen zum Sieg hat.

9Lach derV. Z." laßt sich im Augenblick noch nicht gemrü feststellen wie die Beschlüsse der Parteien aussallen. Hier heißt es: Es wird sich nunmehr zeigen, ob der Reichstag diejenige Ernig- keit aufbringen wird, die allgemein eine Durchführlmg der Parla- Tnentafrffierung ermöglicht, und ob er sich zu demjenigen Grad von Energie ausschwingt, um seine politische Macht festMLvgcn.

Nach den Morgenblättern veröffentlicht eine Anzahl Do­zenten und Professoren der Berliner Universität und der technischen Hochschule eine Erklärung, die im wesentlichen sagt, daß in den Ordnungen von Staat und Reich nicht alles nach dem Knrge so bleiben dürfe, Me bisher; allein man würde es für ein Unglück hakten, wenn iw Geaensatz

zu der kafferlichen Osterboffchast die endgü^ti gen Bes chlüsse schon während des Kriegszustandes gefaßt Und ins Werk gesetzt würden.

Line Sitzung der preußischen ttronrates.

Berlin, 9. Juli. (WTB. Amtlich.) Heute nachmittag hat imter dern Vorsitz Seiner Majestät des Kaisers unD Königs im Reichskanzlerpalais eine Sitzung des Krsn- r a t e s stattgefunden, an der außer den preußischen Staats- Ministern auch die Staatssekretäre der Reichs- ämterteiln ahmen.

Aus dem Hauptausschuß des Reichstags.

Berlin, 9.Juli. (WTB.) Der HauptaUsschnß des Reichstags setzte heute in Arvvesenhert desReichskanzilers, der Staatssekretäre und zahlreicher Mitglieder des Burrdesrats und des Reichstags die Besprechung der Fragen der äußeren und inneren Politik fort. Die Beratmrgen sind wieder streng vertraulich. Die heute zu Wott gekommenen Redner bedauetten alle außermdenllich, daß ein Teil der Presse die Vertraulichkeit der letzten Sitzung nicht geachtet uitd sehr mißverständliche uud unttchtige Berichte veröffent­licht habe. Entgegen den Pressemeldungen wurde heute festgestellt, daß überdieLagee in «irgendwie schwankende Auf­fassung des Reichstags nicht bestehe und bei den Be­ratungen nicht zum Ausdruck gekommen sei, vielmehr wurde über- einstimmend die Wirksamkeit des U-Boot-Krie­gesanerkannt,deralleErwartungen übertroffen habe. Von den Patteien kam zunächst ein Redrrer der Nj a t i 0 - nalliberalen zum Wvrt. Mxchdem der Reichskanzler in längeren Ausführungen sich über die berührten Fragen geäußert hatte, sprach sodann je ein Mitglied der Sozialdemokratie und des Zentrums.

B e r l i n, 9. Jmli. (W5kV.) Die Verhandlungen des Ha upt- ausschusses des Reick^tagS, in deren Verlaus der Reichs­kanzlers nochmals das Wvtt zu kurzen Ausführungen nahm, wurden gegen 2 Uhr abgebrochen und auf den 10. Juli vormittags vertagt.

*

Berlin, 9. Juli. (Priv.-Del.) Me wir vernelmren, ist der Ministerialdirektor Dr. Gl ein zum Unterstaatssekretär im Reichs- i kolonialamt cnwrmtt worden. An seine Stelle tritt der Geheime- Regierungsrat Dr. Meier-Gerhard.

Mb. deutscher Reichstag.

113. Sitzung. Montvgi, den 9. Jülij 1947.

Am Tffche des Buichesraks: v. Batvcki, Tr. Helfferich

Prästdewt Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 3.15 Uhr.

Die Mißstände auf dem Obst- und Gemüsemarkt.

Auf der Tagesordnung steht die Interpellation der Sozialdemokraten über die Verhältnisse auf denr Obst- und Gemüsemarkt, über die Kohlen Versorgung, sowie die Steigerung de^r Mielspreise. Sie lautet:

Sind dem Reichskanzler die unebträglicheu Verhältnisse auf dem Obst- und Gemüsemarkt mtb in der Kohlen Versorgung bekannt?

Ist dem Reichskanzler bekannt, daß 5>NlSbesitzer-Örganisativmar W beschlossen haben, Arm dtachteil auch der wirtschaftlich schwachen ' Mieter, namentlich auckn der Familien von Kriegsteilnebnrern,^ Steigerungen des Mietszinfes' um 10 bis 33 Prozent durch, Küudi- grmg der Mietsoertnrges durchMsetzen? Was gedenkt der Reickss- kanzler gegen diese Mißstände zu tun?

Staatssekretär Tr. Helfferich erklärt sich bereit, die Inter- pellotton sosott zu bcmrtwJtten.

dlbg. Hoch (Soz.) begründet sie. Bon der Obst- nnd Gemüse^ ernte bttommt dre große Menge der Bevöllenmg nichts Dabei rst sie gerade auf Obst uud Estmüse mehr beim je an'Mwuffen. mdl andere Lebensimttel verschwunden stnd. Die Not iss so groß, daß man nicht langer lrärten darf. Was will die