Ausgabe 
6.7.1917 Erstes Blatt
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Die Offensive der Muffen.

Betri^tr, 6. Jrii. Der Führer der amerikanischen Missisvsn für Rußland kam im Hauptcnrartier des Generals drnsfilow an. lieber die Wirkungen der ntfufcfen Offensive auf die Stimmung in Petersburg wird in der engli - ^ ajcn Presse breit berichtet. Die Volksmenge l>abe abwechselnd revolutionäre Lieder und religiöse Hmniien gesungen. Vom Balkon der britischen Botschaft hätten der britische Botichaiter Buchanau und Minister Henderson Ansprachen gebalten. In Ätonftabt er-- ttÄrtc ein Abgeordneter beö Arbeiter- und Soldatenrates, das Schicksal des Krieges hänge wesentlich von Petersburg ab Sei dieses verloren oder auch nur durch ein Verdrängen der deutschen Truppen bedroht, so sei der Krieg zu Eiide, Amerikas Hilfe und eine Eutlastungsoffennve föimten dann nicksts mehr an Rußlands Ausscheiden aus dem Kriege ändern.

Massenbewegung von Frauen an die Front.

Stockholm, 6. Juli. Wie dieNowoia Wremja" meldet, nabe auf den russischen Eisenbahnen eine M a s s o n b e w g g ü n g von Frauen an die Front eingesetzt, die ihre Männer vor iBegirm der .Kämpfe besuchen wollten. Die Frauen verweigerten die Zahlung der Fahrpreise und störten in gefährlicher Weise die Be­wegung der Militärzüge.

Die neue Entente-Konferenz.

Berlin, 6. Juli. Tie neue E n t en t c t o n f c r e n j zur Besrrecknnrg der Kriegsziele soll, wie es neuerdings ftetfct, nicht irr. Paris, sondern in London stattfinden. Auch Amerika wird vertreten sein. Bon russischer Seite werden iva hr schein lick

Kerenski oder Toreschtschen ko kommen.

Eine Rede RibotS.

Basel 5. Juli. Havas meldet, daß am gestrigen ameri­kanischen U n a bh ä n g i g ke it § t a g Parts ugrd die iran- zösffche Regierung den Amerikanern eine Reihe von Festlichkeiten bereitet bat. Am Morgen wurde die KümmMrdantenflagge an den General Pershing in Gegenwart von Poincarö, dem amerikanischen Botschafter Sharp,,Deschanel, Dubost, Painleve, Adiniral Lacaze und Marschall Josfte übergeben. Hieran schloß sich eine Feier asts dem Picpus-Friedhos am Grabe Lafayettes. Hierauf begaben sich die genannten Persönlichkeiten und die Botschafter der alliierten Machte zu einem von der amerikanischen. Handelskammer gegebenen Frühstück, bei dem Ministerpräsident Ribot eine Rede hielt, in der er erklärte:Als die Amerikaner in den Krieg eintraten, stellten ffe durch Wilson die Bedingungen des künftigen Friedens aus, so daß zwischen ihnen und Frankreich eine sofortige und völlige Einig­keit zu-tageftrat. Nach der Rückgabe von E l s a ß - L o t h r i n * gen an Frankreich, der Leistung von Entschädigungen an Belgien. Serbien. Polen, Rumänien und die besetzten Provinzen Frankreichs muß dem preußischen Militarismus der Prozeß g c ma cht lr c rbcit, der eilte fortwährende Bedro­hung der Existenz sriedlick-er Natiamvt bildet. Lloyd George hat 'oebcn wiederholt, was Wilson gesagt hat und was ich selbst von der Tribüne der Kammer erklärte: Der Frieden würde un­vergleichlich leichter zu schließen sein, wenn wir anstelle von Kaiser Wilhelm die Vertreter einer aut den Grundsätzen des modernen Rechtes auf- gebauten Demokratie vor uns hätten. Ties muß sehr laut gesagt werden, damit nur selbst von unseren Feinden verstanden werden. Ter Sieg ist gewiß unter der Bedingung, daß wir int wichtigsten Momerrt nicht schwach merken."

Ein Straferlaß des Königs von Griechenland.

Zürich, 5. Juli. (B. T.) Wie Temps ans Athen meldet, ktabe Köuig Ale x a n -de r einen Am n e st i e e r l a ß unter­zeichnet. der sich auf Majestätsbelevdigungen, Rebellionen und ähnliche Vergehest bezieht, soweit sie gegen König Konstantin oder die Mitglieder seiner Familie gerickstet gewesen seien. Ein weiterer Erlaß gauährl Deserteuren Straffreiheit, mit Ausnahme der Desertionen, die vor deni Feinde begangen wurden.

Bulgarien und die Feindfchaft Griechenlands.

Sofia, 6. Juli. (WTB. Mchtamtlich) Vulgär. Tejegr.- Agentnr. Sämtliche Blätter besprechen im Leitartikel mit Ruhe, ja sogar mit einer gewissen Befriedigung den Abbruch der Beziehu ngen zN dem veni setisti- schen Griechenland und heben hervor, daß dieses Er­eignis den letzten Trumpf der Entente darstelle, und daß es ..schon lange erwartet sei und die Bulgaren nicht überraschen 7mme.Novenii Jsvestija" sagt n. a.: Griechenland ist nnser Feind, aber seine getrennte Armee greift zu spät ein: selbst wenn es Beniselos gelingen sollte, die Armee kampf­fähig zu machen, bildet sie für uns keine Gefahr, zumal da infolge der Teilnahme eines Feindes wie Griechenland am Kriege unsere Hände frei werden.Knrodni Preß" schreibt: Das vcniselistische Griechenland wird kein anderes »Schicksal haben als Serbien und Rumänien. Heute ist der Gang der Geschichte uns günstig. Neue Kleinode werden oer bulgarischen Krone ein gefügt werben.

Seeweg.

Reue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 5. Juli. (Amtlich.) Durch unsere U-Boote sind rm Atlantischen Ozean und in der Nordsee weitere 18Dampfer,6 Segler, 3 Fischerfahrzeuge mit 53 500 BRT. vernichtet worden. Unter den versenkten Schiffen befanden sich die englischen bewaffneten Dampfer Tale of Jura" (3809 Tonnen), mit 2000 Tonnen Munition und 3197 Tonnen Koks von Middlesborough nach Sav>ma, ,Hnntstrick" (8151 Donnen) mit 10 000 Tonnen Stückgut von Plymouth nach Gibraltar,Serapis" (1932 Donnen) mit Kohlen von Glasgow nach Marseille, Kapitän und Steuermann gefangen genommen, der englische Dreimast­schonerBiolet", der italienische bewaffnete DampferBal­biere" (4637 Tonnen) mit 6000 Tonnen Munition von New- Orleans nach Genua, der portugiesische DampferEspinho" mit Gerste, Mais und sehr vielen Weinen von aCsablanca nach Lissabon, die ruffischen SchonerWera" mit 712 Ton­nen Tonerde von Foevy nach Cadiz. ,^eita" mit 600 Tonnen Salz nach Naland, ferner ztvei Dampfer mit England­kurs, die durch Torpedo-Doppelschuß aus einem Geleitzug herausgeschossen wurden, ein bewaffneter großer Dampfer mit Kohlen von Amerika nach Rußland, ein neutraler Dampfer, der im Charter der französischen Regierung fuhr, hatte Gewehre und Munition vo ftMarseille nach Dakar an Bord. Die Ladungen der übrigen versenkten Schiffe be­standen, soweit sie haben festgestellt werden können, in der Hauptsache aus Kohlen, Stückgut und Wolle. Auf Grund der bisher vorliegenden Meldungen unserer 11-Boote ist schon jetzt zu übersehen, daß die U-Boots-Erfo tge im Monat Juni die des Monats Mai erheb­lich übersteigen werden.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Ein französisches U-Boot vernichtet.

Berlin, 5. Juli. (WTB. Amtlich) Eines unserer .Unterseeboote im Mittelmeer, Kommandant Oberleutnant

zur See v. Hamburg. hat am 9. Juni an der Küste von Tunis ein im Geleit eines Zerstörers fahrendes großes französisches Unterseeboot durch Torpedoschuß derni chtet. Oberleutnant zur See v. Heimburg hat damit sein drittes feindliches Unterseeboot versenkt.

Ter Chef des Admiralstabes der Marine. U-BootH-Angrisfe auf amerikanische Transportschiffe.

Haaq, 5. Juli Reuter meldet aus Washington, daß nach einer Meldung des Marineministers amerikanische Trup­pe n t ra n Sports ch isse mts dem Wege nach Frankreich zwei-" mal erfolglos durch eine große Anzahl U-Boote angegriffen worden seien. Ter erste Angriff geschah am 2. Juni, abends Vill l^hr. u. zwar ai: einer Stelle, an der die TruppentranSportschtsse sich sammeln sollten, um die zur Begleitung enffandten Torpedo- !äger zu erwarten^ Dftrn glaubte diese Stelle für sicher hallen zu zu können. Tie Torpsdojäger trieben die U-Boote auseinander, nachdem sie mindestens fünf Torpedos abgefeuert hatten. Der jw-eite Angriff geschah einige Tage später und war gegen ein an­deres Kontingent von Truppwitransportschiffen gerichtet. Hier er­folgte. der Angriff, nachdem die Torpedojäger bereits zu den TruPpentranSportschissen gestoßen waren. Die Torpedojäger tonn­ten die Flottille schützen und die U-Boote auseinandertveiben. Es wird behauptet, daß cm U-Boot hierbei versenkt worden sei. Unter dem Schutze der amerikanischen Torvedojäger und französischen Kriegsschiffe fuhr das Kontingent weiter und erreichte die ftanzö- sischeu Häfen, wo bereits einige Kontingente lagert.

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London, 4. Juli. (WTB. Nichtamtlich., Die Ad­miralität meldet: In der letzten Woche sind 15 Schiffe über und 5 unter 1609 Tonnen versenkt worden. 16 Schiffe wur­den erfolglos angegriffen. Außerdem wurden 11 Fischer­fahrzeuge versenkt.

H a a g , 4. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem Korre­spondenz-Bureau lv'urde das holländische SchiffAmstel- la.nd" torpediert, als es sich mit einer Ladung Weizen für die britische Regierung ans dem Wege nach Belfast befand.

Mb. Deutscher Reichstag.

111. Sitzung. Donnerstag, den 5. Juli 1917. nachmittags 3 Uhr.

Am Tische des Bundesrats: Graf R o ed e r n , Dr. Helffe -> r i ch, Lisco, Z i m m e r m ö n n , von Stein.

Präsident Tr. Kaem pf teilt mit. daß er zum Zusammentritt des österreichischen^ Abgeordnetenhauses ein Begrüßungstelegramin des Reichstages geschickt habe. Tas Haus ehrt sodann das Andenken des verstorbenen Mg. Blanken Horn (nl.).

Der Präsident hält dann folgende Ansprache: Der Krieg tobt weiter, und die Zeit seit unserer letzten Verhandlung bat unÄ den..Frieden noch nicht gebracht. Welch erschreckendes Maß ver­gossenen Blutes, welch erschreckendes Maß von Kriegselend und Kriegsnot. Es wäre der ganzen Welt erspart geblieben, wenn unsere ?yetnbe sich ntifc uns an den Verhandlungstisch gesetzt hätten. Wozu das hockherffge Friedensangebot unseres Kaisers und seiner Ver­bündeten Veranlassung gab. Unsere Feinde haben sich nicht bemüht, mit uns den Frieden zu finden, der geeignet wäre, die Ehre u tib oic ^n tc 11Jfc 1t aIIcr 51 ati onen su wahreit. Unsere Feinde haben das Friedensangebot mit Hohn zurückgewiesen. Auch heute noch und ihre Kriegsziele dieselben: Zersplitterung und Vernichtting Deutschlands und seiner Verbündeten. Hiergegen mit aller Kraft sich zu mdjren, hiergegen Leben imd Zukunft Deutschlands, koste J?» ^'olle, zu verteidiget, fft die heilige, in uns allen leben­

dige Pflicht der gesamtetr Elation. .sBeffall.) Voll unerschüt­terlichen Ber t r a u ens , in dem Bewußtsein unseres Rechtes und uilserer Stärke führen wir den uns aufgezwungenen Verteidi­gungskrieg weiter. Die nullenden Anstürme der Engländer, Fran­zosen, Russen tmd Italiener zerschellen an der eisernen Festigkeit unserer tmd unserer Verbündeten heldenmütigen Truppen. i'Bci- wll.» Die mit unerhörter Wucht geführte Frü h i ahrs:offen- s t v c unserer Feinde im Westen ist mit einer Genialität in der Füh­rung und mit einem Heroismus der Truppen, wie die .Kriegs­geschichte nicht ihresgleichen hat, abgeschlagen. ,Beifall.) Daneben haben unsere braven Truppen ftn Felde aus eigener Jnitiattve frohen Mutes deu Verhältnissen in der Heimat Rechmmg getragett ttnd sich ihnen angepaßt. Herzlicheit Gruß entbieten wir dem Heere und der Flotte und ihren Führern lBeifall), sowohl den unsrigen itne oenienigen unserer Verbündeten sBeifaNri entbieten wir ge­rade jetzt den Beiatztmgett unserer Unterseeboote (verstärfter Beifall , die juit unvergleichlicher Todesverachtung ihres Amtes l pal len zum Schrecken utrserer Feinde «wiederholter Beifall), ent­bieten wir unseren Fliegertruppen und den Besatzungen un- lswer M a r i n e k a m p f s l u g z e u g c «Beifall), deren unübertress- ltche Kühnheit das Jnselreich in seiner eigeneit Hauptstadt bedroht. «Lebhafter Beifall.)

Unser Volk aber, unter bent (rinflnß deS Krieges zu vollem polili- ckieu Verständnis erstarkt «sehr richtig,, reis für die Erfüllung seiner gropeu Ausgaben int Innern tmd nach außen, hält heldenmütig, wie tmfer Volksheer aus den Schlachtfeldern, den Entbehrungen Und den Nöten stand, die der Krieg von tms allen erfordert. Auch ihm gebübrt gleich den heldenmüttgen Verteidigern des Vater­landes der Heldenutütige Dank der Volksvertretung. .Beifall) Eingedenk des Königswortes:Deutschland ist niemals besiegt worden, wenn es einig tyar.", tritt Deutschland Fürsten tmd Volk, Kaper und Reich geschlossen, entschlossen, den Gefahren entgegen, die der Angriff fast der ganzen Welt gegen uns ans- zmürmen versucht, in der refteu ZuvcrsiM, daß dann der Sieg uns und unserem Rechte bleibt, in diesem Verteidigungskamps um imier Vaterland. (Lebhafter Beifall.)

Die neue Kred itvo rlage.

Etn neuer Nachtrag zum Michshaushalt erntächtigt den Reickts- kanzler, 15 Milliarden Mark int Wege des Kredits flüssig zu machen.

.. Staatssekretär des Reichs schätz am ts Graf Roedern bringt dte Vorlage ein uitd verweist auf die ftüheren ausführlichen Ver­handlungen des Reichstags über die allgemeine Finanzlage des RctcheS ttn Kriege. Die täglichen Kr ie g S a u S g a b e u ffnd tonstaitt geblteben und belaufen sich auf ruttd 100 Millionen Mark Nach Mitteilungen deS englischen kSchatzkäitzlers betragen die ^agesaussaben EnglattdS 76 Millionen Pfund, also mehr als 1o9 Millionen Mark. Die gmfftige Entwicklung der deutschen KrwgSffnanztertmg ist ein Beweis für die Nichtigkcht unseren Polttik aus diesent Gebiet. Das endgültige Ergebnis der letzten» Kriegsanleihe !>at alle Erroarttmgen weit übertroffeu. .Beifall) Es beruhte im wesentlichst aut der größerett Verdienstmöglich- keil.nnd aus Ersparnissen in der eigenen Wirtschaft. Ente Begleit­erscheinung schwerer Krieaszeiten pflegt stets eine g ewiss e Wettherztgleit im GeldauSgeben zu sein. Lassen Sic mich in dieser Richtung warnen. Gerade die Kriegszeit hat uns mehr denn je den engen Zusammenhang von Privalloirtschaft nnd altgememer Wirtschaft gezeigt. Wir laben die Bedeutung der Geld­anlage auch für detr Staat kennen gelernt. Bor dem Kriege war es jedem klar, daß es ein Unrecht war, mit Mot verichlvcttdertsch nmzngechu. Nicht klar war aber, daß es ein Unrecht ist, mit der nationalen Arbeit veri chwender i sch itmzngehen. Das aber habet: wir jetzt erfahren müssen, denn jede mmütze Ausgabe erfordert Arbeit, die für nützlichere Dinge ausgewenoet weiden kann. Und dann noch, ente zwriw '.Mahnung. Die Zuflüsse an Gold zur Reich sbcrnk haben bisher die Gold mengen, die ins Ausländ ge- mngert sind überstiegen. Aus den letzten Llusiv-eifen aber ergibt ich, daß ein Rückgang um 76 Millionen ein getreten ist. Diese Tat­ache iu an sich noch nicht bcunrichigend. Wir sind damit mim er noch aus dem Goldbestand, den wir jetzt vor eitlem Jahre hatten und beit wir damals als durchaus erfreiilich anerkeimen komtteit Aber wtr dürfen nicht oerkemten. daß weitere Abflußmögltchkeiten vorbanden sind. Deshalb geht nreine ztvrite Mahstmtg dahin, daß m ö g l t ch ik viel Gold, das aitch noch in Münzen vorhanden rst. der Retchslmnk zuslteßen möchte. Wieviel Gold itoch vorhanden ist, ist ja schwer zu schätzen. Ich darf aber ammhmen, daß von entbehrlichen Schmuckstücken einige hundert Drillioneti

und auch an Münzen noch einige hundert Millionen Mark vor- landen sind. Jeder, der dafür sorgt, daß diese Hunderte Vvn MU°- lionen der^Rctchsbank zufließen, dient unserer '.'Nationalnürtschaft. Ich bitte Sie, auch in dieser Beziehung ausklärend zu wirken. AU dstie Arbeit ist Kleinarbeit. Seit drei Jahren stehen wir in dieser Arbeit. Milgekämpst mit denett draußen an der Front haben in der .Heimat alle die, die dafür gesorgt haben, daß kein Feld uubcsteUt blieb^ besonders die Landsrauen, e beit so die Arbetlcr der Rüstungs- rndultrie. die unter schftveren En rbel rungen gearlieitel haben, tmd mitgekämpft haben alle Beamten, die mit ganz neuen Verhältnissen zu tun hatten. Ich möchte mit dem Worte schließen: Rur der er­ringt sich Freiheit nird daä Leben, der täglich sie erobern muß. (Lebhafter Beifall.)

Mg. Dr. Spa hn (Ztr.l beantragt Vert a guna.

Mg. Geper (U.Soz.) widerspricht- Tie Hinansfchiebung der Verhandlungen trieb als ein parlamentart s ch es Mattöver zu irgend­einem Zwecke bewachtet werden. -Tic Zufammeubringmtg der all- gemein«: Fragen mit deu Finanzsragen ist eine Mwürgung der' parlamentarischen Arbeiten. Tee Präsident rügt de:: Ausdruck.)-' ^ Tos Haus oefchließt g^-eu die Stimmen der Unabhängigen Sozialdemowaten die Vertagung.

Ter Präsident schlägt vor. die nächste Sitztmg am.Frri- tag, nachmittags 3 Uhr mit folgender Tagesvpdnung abzuhalten: 1-, Anfragen, 2. Bericht des Berfasfungsausjchusses über die W a b l f r e i s ä n d eru tt g , 3. Bericht des VerfassungsanS-

fchluffes über das L a:: d t a g s w a h l r e ch t, 4. Gesetzentwurf über die V e r l ä n g c ru n g der L e g i s l a 1 u r p e r i v d e , 5. Gesetz betrenend bett .Landtag in Elsaß-Lothringen.

Abg. Dr. Müller-Meiningen «Frs. Vv. : Ich bitte, die Frage des Land tag Swahlvechts mtt Rüch'icht auf die allgemeine Aussprache, die am Sonnabend stattfinden soll, von der TageS- ordnung a b z n s e tz e u.

^ Gras /riftarp (Kons.t: Dieser Vorschlag deS Abg.

Tr. wruller-Meiningen stimmt mit unseren Bespreck'nngen nicht überein. Ich würde daher dagegen stimmen..

^ g^cr Antrag des 2lbg. Müller-Meiningen wird gegen die L ttmmen der Recktten a n g e n v m m e n.

Im übrigen bleibt es bei dem Borstbilage des Präsidenten. Schluß 4 Uhr.

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Anfragen im Reichstage.

Berlin, 5. Juli. Dem Reichstag ist eine Menge kleiner An­fragen Angegangen. Die nationalltberalen Abgeordneten Schisser und List ftagen: ,,Jst der Reichskanzler attgesichtS der durch den Prozeß Kupfer enthüllten Vorgänge Nunmehr bereit, dem Be­schluß des Reichstages vom 20. Tezember 1915 und 26. März 191' Sn entsprechen und unverzüglich mit rücktvirkender .Kraft Maßnahmen zur Einziehung unlauterer' Ki'iegsgewinne berbeiztt- fuhreu?"

Ter forischrittltche ^Abgeordnete M ü l l e r - Meiningen fragt: ^Turch falsche Behandlmtg sind große Mengen der deutschen ^ bste.rnte im Jahre'1916 zugrunde gegangen. Durch weite iind tagelange Fahrteit^ im Eisenbahnwagen ist oftmals das Obst in halbverfanltein «Zustande in die Marnteladefabriken gelangt: durch schlechte Rüben, Mangels an Zucker usw. fvurdett die Obst- vorräte weiter verdorben, so daß jn dem sogenannten.Kriegsmus" cm n-ahrimgsmittel hergestellt wurde, das teilweise zun: ntensch- llchen Gebrauch ungenießbar war. Was gedenkt der .Herr Reichs- tanzler zu tun, um eine solche Schmälerung unserer Obsternte zum v-ochadcn des deuffcheu Volkes künfttghin zu verhüten nnd unser Obst m Gestalt von gitter, einwandfreier Ware dem Volk zu erhalten?"

Der- Zentrumsabgwrdnete Kuckhoff fragt:Infolge ver­mehrten Bedarfs der Industrie, der Eisenbahnen und der Marine vermehrter Ausstthr mtd Verringerung der Zahl der Arbeitskräfte macht sich bereits jetzt in den Städten und Industriezentren eist empstndlicher Mangel an Kohlen besonders auckt für die klctnen, weniger kaufkräftigen Verbraucher bemerkbar. Sind dem Herrn Reichskanzler diese Verchälttnsse bekannt? Ist er bereft umfassende Maßnahmen zu treffen, so daß durch Vorschüsse an Minderbemittelte, besonders an Kriegerfrauen. Anlage von Kuhlen-. lagern m den großen Städten uri^Regulierung des .Handels vor allem die kleinen Verbraucher im nächsten Winter wn Rot qe-- schützt werden?"'

Aus dem yauptausschutz des Reichstags.

Berlin, 5. Juli. <WM.) Der Hau vtaus schuß des Reichstages setzte heute die Aussprache über die äußere und bu untere Politik fort. Bor dem Eintritt in die Tagesordnung schlug der Vorsitzende Dr. Spahn unter Hinweis auf die Ver­einbarungen ch: Mltesteuausschuß über die Geschäftseinteilung des Reichstages vor, heute und morgen nach Schluß der Voll-, Versammlung die Beratung im Hauptausschuß fortzusetzen, um den Abschluß der Arbeiten zu beschleunigen. Dagegen wurde kein Wider­spruch erhoben.

Ein Fortschrittler besprach das B e r lv a l t u n g § s y ft e m in Po len, das ebenso iric die Lebens mittel Versorgung zu wünschen übrig lasse. Das Obergericht in Polen müsse in deutscher Hand bleiben, damit treu nationalen Minderheiten eine Berufungsinstanz bleibe, durch! die der Eiitrachltung einer durch) den dortigen nationalen EtzauvlNismus Miterlmnden werden kömre. Der Redner erörterte die Wirkungen des U-Bootkricges und damit zusammenhängende poli­tische Fragen nnd äußerte sich über die Ern t r a ns s i ch l e rj und über bie Lebensmittelversorgung. Wenn mit der neuen Ernte vernünftig gewirtschaftet, besonders aber verhindert werde, daß die Kartoffeln in größeren Mengen verfüttert würden, dann wurden wir weiter durchkomuteu. Zur Verteilung sei der Groß^ Handel Herailzuziehen. Zum Schluß verlangte der Redner die baldige! Erfüllung der kaiserlichen Osterbotschaft.

heraus sprach der Staatssekretär des ReichsmarmeamtS v. Cck^lle. .Er beantwortet einige an ihn gerich-tetr Fragen nnd stimmt dem sortschrittlichien Redner in seinen Ansichten über den Neubau von Handelsschiffen bei.

Em Mitglied der Deutschen Fraktion verbreitete sich aus­führlich über die internationale Lage und sprach daun über die Ernährungsverhältnisse^Zu wünschen sei. daß die preußische Re­gierung sich mit den Pardnen über eine Reiorm des Wahlrechts bald verständigen möge. Ein gleiches Wahlrecht werde wohl nicht möglich sein.

Ein Z e n t r u m s r cd n e r sprach eilige! id über den Il-Bori- krieg li'.td kam zu dem Ergebnis, daß England sich werde, fragen, müssen, ob es mit Rücksicht aus seine Zukunft eine derartige Schwä­chung seiner Tonnage riskieren dürfe, wie eS sie bereits eriahretl lat und noch innrer erfahren lverde. Hinsichtlich der Ernährung tehe zu hofteu, daß die Brotration in nicht allzu fenier Zeit werde, erhöht werden können. Das sei wichtiger als dte höhere Fletsch ratrou.

Staatssekretär Helfserich erwiderte aus eine Reihe Fragen und besprach insbesondere die Kvhlenfraoe. Am Freitag vor- mtttag werden die Verhandlungen fortgesetzt

An; dem Reiche.

Für fcfilai&r Kurtoffeln kommt Mehl zur Perteilung.

Berlin, ö. Juli. (WTB.) Infolge der anhaltenden Dürre verzögerte srch die G e m ü se e r n t c erhcdlüt, und fuxt Iich teilweise auch verschlechtert. Tcc Präsident de- Kriegs- ernührungsaintes hat iirfolgedcsscn angeordnet, daß für 'eh len de Kartoffeln Mehl in größerer Menge als bisher zur Verteilung gelangt, so lange, bis di« deutsche Frühkartofselernte in vollem Umfang eingesetzt hat.

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03 ^ r J ^ n 1 ' 2?^- (WTB.) In der heutigen Sitzung des

Bundesrats gecatlattm zur Annahme der Entwurf eines Gesetzes über die Mrsorge für Kriegsgefangene, der Ent­wurf erner Bekanntmachung über die Wochenhitfc aus An» laß des vaterländischen Hilfsdienstes, oer Entwurf einer Bekanntmachirng über Pachtverträge für deutsche Kausfahr- terschiffe und der Entwurf einer Bekanntmachung über dis

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