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6.7.1917 Erstes Blatt
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'^nffcfttungjfriftcn gesettter btn Kriegs.

ML-L gtS£

au^obnt hei Imi 1 tr, rm ih Scheidemann sprechen.

Kt«rdt rrn- Land.

Dieven. 6. Juli 1917 .

Adreßbuch Gießen 19,7.

9 ' A uI l Legen die Buchstabe,> Q bis ein- -, rtt ? f > £l . 6 «ttfd) geordneten Namensverzeich- 2 s-'L 1 ? ^ cr Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers offtn ^Äte. IWli)e " Um Nackchrüfung ihrer Adressen-

*

Sammelt Gbstlerne! Zeder Gbftkern ist wichlig!

r rtff , d ö Pier , F r it ch t c, O b ft reste und fonftige Abfülle ^llte meit nicht auf Bürgersteige werfen. Hierdurch werden die Straßen verunreiniai und Gefahren ftkr die Passanten tervorqeru- ten. die durch Äusglerteir auf Obstresten und dergleichen zu Falle

kom^cknnq.'^ erWMi<6 - könmn. rSicfrc amtliche Be-

a.öt fe Ä &. b-s.D-utsch-n Luft.

aut, LEA? »Vres vam°l,g-n Borsidendr,,. ors

ff *hHS 3 *®?- B-erm-mn, ,cui Oberhessisches Natchnai. tm zu Ehren des Grafen '^vpelm aus der Liebigshühe.. Es eurer atodemtschen ,veter, bei der die Milüärkapelle

bestand ans

**

Am tliche PersonalNachrichten. Ter G r o ^ --

^ ünT - 4 -^ l i >ent ?^isarzt des Kreisgesundheirsamts ^nterbach, Dr. ^trch «chenck, den Cch-rrakter als Medistnalrat

** Ans »eichnnng. Mnsketi^ .E-rrl Stassel Sobn Mnstum Stoffel, bereits Inhaber des Eisernen ^ l tll ü .auch die Hessische Tapferkeitsmedaills

nu wnmTogcttbr Tapferkeit vor dein Feinde

rZ-cldd reb fta hl. In der Nacht *nm 5. Inli 1917 lwroc 'von ernenn Acker nn Sckstffenbergertal ein dort ausgestellter .Drusen ab^eerntete Gerste 10 Garben, entwendet. Sack- menltcke Mittetlnngen nimint Kriminalabteilnng Gvoßh. Polizei­amts entgegen.

** D ie ersten Weizen Hansen sirid, wie uns be­richtet wrvd, ans einern Felde in der Nähe des Bismarck- rrrrms znsctm mengestellt worden.

** Der Kohlweiß ling tritt in unserer Gegend in Elche n Baissen aus, daß eine erhebliche Schädigung des Gewinnertrages im Herbste zu befürchten ist. Anderwärts werden die Kohlweißlinge von Schulkindern gefangen. Es uürd dann für 10 abgelieserte Kohlweißlinge ei loa der Betrag von 1 Pf. von der Gemeindebehörde bezahlt. Eine solche Aneiserimg wäre auch für unsere Gegend dringend zu empfehlen.

** D ie Barsüßler. Das Barfußlaufen ist rvieder in Blöde ^kommen wie vor einer Reihe von Jahren. Damals verfolgten we barfntzlaufenden Männer und Fronen, auch der gebildeten ^tände.^emen Gesundheitssport. Heute geschieht es aus vaterlän- dh^r ^parfamten. Ilebevall im deutschen Lande trifft man jetzt Barfußläuser und st äufer innen. Die Schulen haben ihren Schillern und Lchmerinnen erlaubt, barfuß zur Sckfule zu kommen oder auch

m Sandalen, ^ogar verschiedene städtische Behörden Süd- und Westdeutschlands haben ilyren Beamten bie Sandalen im Dienst angeraten. In ländlichen Gegenden und in Kleinstädten lausen die Erwachienen mit der Jugend gemeinsam ans nackten Fußen. Der neuen Mode huldigt die /fugend mit wahrer Begeisterung. Für ernen verwöhnten Fuß ist das Barrußlausen eine anfangs un­gewohnte Sachq. die erst geübt sein will. Unbewußt zögert der Neuling, den nackben Fuß aus den Stein oder Erdboden zu setzen, und ohne Wunden und Schrammen werden die ersten Läufe «mch nicht zurückgelegt. Erst wenn sich ein horniger Bezug unter der Sohle gebildet hat, wird der nackte Fuß dreister und sicherer. «

Mittelalter gab es bekanntlich viele Barfüßler, zu denen man auch die ^»andalenträger, die weder Strümpfe noch Fußlappen! vannßen, zählte. Dst Bettelrnben waren allefamt Barfüßler Die Fvanzrskaner gingen bis ms 17. Jahrhundert bei jeder Witterung darküwg, und sie hießen mich allgemeindie Barfüßer", dlndcre Mönchs- und Nonnenorden vor chnerr, die sich nach dem Wort des Evangelisten Matthäus richteten, verzichteten ebenfalls auf jede Fußbekleidung. Aus Sühne oder zur Kasteiung auf bloßen Sohlen Zu laufen, hat sich bis in die Jetztzeit in dem altertümlichen flau- drrfchen Städtchen Beurno erhalten. Dort müssen am ersten Sonn- rag im Juli bei einem Heiligenumzug der Bußprozession samt- lrchc kirchliche Sünder und Sünderinnen barfuß durch die Straßen zvhen. Diese Barfttßer und Barfüßerin men, die Gesichtslarven! tragen dürfen, bilden natürlich Gegenstand besonderer Aufmerk­samkeit . . . Heute kommt auch bei uns die Swrdale wieder zu Ansehen. Da mit Leder gespart werde.it muß, ?ann mail sich die Sairdale aus einem Stück Holz sehr girt selbst Herstellen. Früher be­standen bei den Kulturvölkern die Sandalen häufig aus einem Stück Bmunrinde oder .aus Fischhaut, die ein Baststreisen fefthielt. Gesund ist die Mode unbedingt, da der Fuß in seiner notiärlichen Entlvickllmg dabei nicht gehemmt wird.

** K r i e g s fte u e r. In Kreisen der Steuerpflichtigen herrscht vielfach Ilrckenntnis darüber, daß vom 1. Juli 1917 ab die bis bafyin noch nicht gezahlten Käiegsabgabebeträge also auch die erst Äs zum 1. Novernber 1917 und bis zum 1. Marz 1918 zu entrichtende beiden letzten Drittel nrrt fünf vom Hundert jährlich zu verzinsen und die Zinsen der Zahlung mit zu entrichten sind. Die Erhe­bung der Zinsen ^beruht jedock auf r o i ch slg e s e t^l i ch e r Bor- schrist und es farm von ihr rächt abgesehen tomdew Es ist auch in den den Steuerpflichtigen Mgegangenen Kriegssteuerbescheiden die Berpflickstung zur Zahlung der Zinsen vom 1. Juli 1917 ab aus­drücklich bemerkt.

** Förderung desUeberWeisungsverkehrs. Das wirtschaftliche Irrtevessc der Mgenreinlieit und jedes eirrzelnen er­fordert dirngend eine Dernmrdenurg des Bargeldumlauis, die om vollkommensten durch Fördermcg des lleberweisungsverkehrs erreicht wird. Dem Vorgehen zahlreicher anderer Behörden entsprechend sind daher auch die h e s sis chen st aatlicheir Behörden imn- mehr angewiesen worden, in größeren Orten die Vergebung von Lieferungen und Arbeiten in der Reget davon abhängig zu. anrchen, daß der Lieferer oder 0>ewerbetreihende bei einer Bank, Sparkasse! oder Kreditgenvsselrschaft oder bei dem Postscheckamt enl Konto imterhält und durch Stempelausdruck aus serntic Briefen und Rech- mmgen oder durch Aufkleben oder Beilage von besonderen Zetteln die Empfchlger ersucht, größere Zahlungeil nur auf dieses Kdnto zu leisteir. Die Unterhaltung eines U c b e r w e i s uln g s k o n t o ^ erfordert keinerlei besondere geschäftliche KcTMtnissc. Für den klei- neu Verkehr genügt der einfache lieberlveisungs'verkehr, so daß der Konwinhadu' keineswegs etwa genötigt ist, Schecks in den Berkehä zu bringe?« Alle staatlichen Kassen iverden kürrftig ein Ueberwei- sungskoilto bei der Svarkasse ihres Bezirks urtterhaltcnr, die grüße- veir Kasten einschließlich der bedeutenderen Untererhebstellen außer­dem noch ent Postscheckkonto, die großen stLdtischelt Kassen auch ein Neichsbankgirvkonw irnd teilweise auch ein Konto bei einer oder mehreren Privatbanken.

** Turnerisches. N-ächston Sdnutag findet in der Turnhalle des Turnvereins 1846 unter Leitung des Gau- 'tormvarts Will enreGcruv-ortirrrrerstunde des Gcures Hessen stnttt. Der Uebnngsstvff behandelt h-anptsächlich die militä­rische Ausbildung unserer jungen Turner.

** Zeppelin feier. Die für den 7. Juli geplante -seppelßv- fxter ist trichk die erste Feier, die Zeppelin zu Ehreic in Gießen veratr- staltet wird. Gs ist nenn Jahre her, daß die ersvölt großen Fahrten, die Graf Zeppelin mit seinem Schiff in die Schweiz hinein und deit Rhein hinunter aus führte, und die. .Katastrophe, die sein Schiff Echterdingen vernickstete, das größte Auffebetr üc der ganzen) Welt er ragten und ganz Deutschland ebemo sehr mit Fcetrde und Dsgerftemmg wre mit Trauer und Teilnahme für den schwer be- Eickcüoer des Luftschiffs erfüllte. Damals, am 16. 'Ikugust

Nonck Männer4Gefangvcreine Gießens mctwirkren: Prof

in, n !,f ai c ^ C ^ e crs ÜU l ^pp^ul. und Geheimrat Biernwun)

^ ait « sich ein richtiges Volks- t ^ spärlichen Aufführungen und

KSi n ÄÄ ,' M oge die diesmalige Feier, die freilich «chprechcnd nur tn kleinerem Rahmen und ernuerem Gepräge geholt«t fern kmm, dog> die aleche lebhafte Btte rgung teittnts der Gichener Bevölkennrg smden, nne Le ^ ^rgnts dafür oblegen, daß die Verehrung für den

EJ en . imd großen Dettffchen seft jener Zeit nickü

klemer, solchern. nur grötzer geworden ist.

^ dl" Hof s istentgetroffelt. Auf Oswalds garten

E Nftoil enre ansehnliche Reihe von Wagen mrd der Ausbau QM,,* W , m uollem Gange. Lamstag, eckend 8 Uhr, ivird der Eröfnnuigsttorstellnng sein Gastspiel beginnen. ? ö J c ' -J 3 latt, Nr. 112, enthält Bekanntmachungen ^ ^rovmzialtmsfchuß-Ferren. Verbraucher von Kohlen, Koks ' ~ Verwendung von pflanzlichen u,rd lrenscl>en Oeteu nno Fetten. Verkehr mtt fettlosen Wasch- und Renngunqs-

F^ldschntz. Steinnußmehl. beinhalten der Strotzen. .Keiinzeichnnng von Waren. Verkehr ch^p^vttnol mrd Kümöl. Einsendung der .Kreisabdeckerev- ver»elchnme. Bechmpfung der Tuberkulose. Erittcvorsckfätzung. ertragJE ^ Lechpferden. Statistik des Wiän- lind Obst

Landkreis Gießen.

mur C- - P 11 LL55 / 5. Juli. Durch eine VerkchrsÄlderung 253* * b 55 t trede GinnenGelnhauftli ein längst recht nnau

Ä Sf bcwltigt. Der Abeiidzug Gießen

Mr krArzt seit Momag Mit dem um diese Zeit von Geln-

luic bisher, in Lich. sondern ÜXfn? UWI Gelnhausen kommende Zug batte fast jeden übend Veripaumg, tvodurch) m Lich für den von Gießen kommen- den Zug em längerer Aufenthalt entstand. Dieser fällt mm weg, iar besonders für Reuende, die au, dort Umsteig-Zw ifchen- !^!E,pder auf der En-dstatwu Anschlußzüge, zur Weiterfahrt s/i ^ ^slen, em gwtzer Vorteil ist. - Bei dieser Gelegenheit « an daraus aufmerksam gemacht, daß der Zug ab Gießen

b,.-.0 Uhr in Schiffenberg Nicht bält und dies der letzte bis Gcln- bauien fahrmde ->ug ist. Der zweite Abeiidzug ab 6,55 Uhr Gießen fahrt iiur bis Hungen und der letzte Zug ab 8. Uhr mrr bis Nidda.

K p c f l n -1 1 1 - 1 -l .Hungen, 4. Itili. Zum Unteroffizier

und xüberfahnenfchmied befördert umrdc der Gefreite Karl Wolf Lou Kwv Er steht seit Kriegsbeginn im Felde und gehört einer tterniprech-Abteilmrg im Westen an. Gleichzeittg wurde er auch mtt rem Eisernen Kcheuz 2 Kl. ausgezeichnet. Bereits vor längerer mDrben ar ^ mU *** ^s'isäen Tapferieits-Denkmünze bedacht.

S ^ u - bx Nebenan , 5. Juli. Letzten TiesiStag wurden die Glocken in unserer Rabenau von den Türmen geholt Nur m choudosg und Geilshausen blieben sie vorläufig nockf hängen- rock wird auch deren Ausbau nicht mehr lange an, sich warten lassen. den Krrchcenglocken opserri unsere Dörfer liebe Vertraute. Eerade jetzt, wenn die Glocken fortgeholt werden, erkennt man an ,o manchem ivehmüngeii Blick, wie sehr der Landniami mit seiner fritd-engfocfe verbii-nden ist, deren Klang sein Leben von Jugend nn Lct frohen und traurigen Ereignisseir begleitete. Wenn nun auch von nimichen Utliveritändigen harte Worte beim Scheiden von ihrer Glocke gebrauckü werden, so wissen Verständige, daß das Varerland ^ noch viel schwerere Opfer im .Heldentod seiner lösten Lohne gefordert hat rmd noch fordert, -und jeder willigt gern darin, dar auch die verttautc Glucke auf deii Altar des Vaterlandes gÄe gt wrrd.

Kreis Schotten.

: Gedern, 5. Juli. Durch Orgelbauer Ratzmann von Geln­hausen erwlgte gefterii der AusbM, der Pvospettpfeifeu aus der chesigen Kirchenorgel. Es waren im ganzen 81 Sttlck mit einem Ges-anttgewicht von 188,6 Kilogramm. Die längsten Pfeifen hattest erne Höhe von 2,50 Dkettrn uitd ein Gewicht von je 6 Kilo- üvamm. Da die Orgel bereits 70 Jahre lang im Gebrvuck, war und bei ihrem Bau noch Teile einer älteren Orgel mit verwendet wurden, werden Ersatzpfeifen nicht mehr eingebmlt. 'Nach dem Eiide^ des^ .Krieges soll vielmehr der Frage eines Qrgel-Neubrms, für den Hit einigen Jahren bereits Mittel angesammelt werdest, nahergctrctess werden.

8 Ans dem oberen Bogelsber^, 4. Juli. Einen er­freulichen Lünrd haben^die Kartoffelfelder mtgenomman. Ueberall steht ntüit große und fette Sträucher. Langsmn sangen sie nun auch zu blühen an. Die Saaten haben sich durch den Regen auch gut erholt und haben frisches Leben bekmnmcn. Langsam geht mm auch hie Heuernte ihrem Ende zu. Ist sie auch an Ertrag lange, .nicht so reich spie die oorjährrge Ernte, so ist doch die Qualität des Heues vorzüglich.

Starkeickurq und Rheinhessen

Darm ftadt ( 5. Juli. Die Griescheimer Marktfrauen strri

ken und beschicken fett einigest Tagen den hiesigen Wvchenmarki mcht mehr. Sie nwllen, wie sie öffentlich bekannlgebeii, dem Riartt so lange fern bleiben, bis dieMißstände" dort beseitige find, und forderst die Darmstädter Hausfrauen auf, nach Griesheim periönlich zu kommest rmd hier ihren Bedarf zu decken. Infolgedessen ist der hie, rge Markt vollständlg leer. Die Behörden haben bereits ein gegriffen und imterhandeln snrt den Frmien. Man hasst, daß die für Darmstadts Versorgung mit Gemüse sehr wichtige ?ln gelegeuheit recht bald befriedigend beigelegt wird.

---Worms, 5. Juli. Als e t ft e r Barfüßler in Worms ,vaudelt fett einigen Tagen der Vorsteher des städtischen, Bekleidungsamtes in der Stadt rmd den Amtsräumeu seiner Dienststelle umher. Verdutzt gucken die Wormser dem Herrii Vorsteher nach, der damit seinen Mitbürgern ein leuchtendes Bei,piel gibt, daß man zum eigenen Nutzen und zum Heil des Vaterlandes den Sommer hindurch sehr wobl Strümpfe und Schuhe sparen kann.

Hessen-Nassau.

--- Biebrich a. Rh., 5. Juli. Die Polizei hat die beiden Mädcken, die am Lomttag ein Paket mit eurer K indesTeiche in den Rhein warfen, ermittelt und bereits verhaftet. Die Müdes- mütrer, eine 25jährige Kaffieverm aus Wieslwden, gestand die Tat bereits ein. stärch. ihren Eingaben bat das Kind bei der Ge­burt nicht gelebt. Die Leiche wurde von dem Riädckien mebrere Tage hindurch in einer Reisetasche ausbefvahrt.

--- Franksuvt a. M., 5. Juli. Eine am Mrttwock hier abgehaltene Versammlung des Verbandes der deutschen Obst- und Beerenweinkeltereien sichert iu einer Entschließung, die den Reichsbehörden ü-bermitttckt tvurde., die Berückfühtigung der Keltereien durch Belieferung mit Kcktter- vbst. Es wird he.rvvvgchoben, daß Urr .Herstellung Don Obstweinen Früchte Verwendung finden können, die für d-Ot Frisckverbrauch ungeeignet sfttd. Die Bevorzug,mg der Dtarmetade-Jndnsttie gegenüber der Aepselwein-Kletterer trabe keine Berechtigung, da eine Reihe fertiger Marnrelodi'-Halbsabrrütte aus denr' Vorjahr vorhanden seien. Der Verband macht ferner darauf aufmerksam, daß eine Wiederlwlung deS Aevselweinketterverbot-? den Zusam­menbruch der meislen Betriebe zur Folge haberr würde.

mr. Frankfurt a. M., 5. Juli. Augenblicklich tzrerdeic die Glocken fast sämtlicher Frankfurter Kirchen enteignet und von den Türmen alrgenommen. Es bleibeir nur verstbivind wenig Glocken in der Stobt, die infolge ihres llmstgefchichtücherc oder musikalischen Wertes erholten norden. Das Dvmgickäute, eines d-iw schönstem die wir in Deutschland besitzen, wird nicht geopfert, da sein musitolischer Wert kaum überwoffen werden kann. Die neuen Glocken sind in ihrer Gesanttheft völlig frei von irgend­welchen Mbentönen, sie bilden ein xeines Durmollgeläute. Mrr die seit Jahren nicht mehr &atnÄfce Sturmglocke des Domes wurde

vom Turme abgenommen und zerschlagen zur Sammelstelle überführt.

X »Kleitt» Stei^rheiMr 6. Juli. In bet orrrfMoiöt Nackt statteten Ernbrec^e*r de-m Anetslchäwnre r des rger*

«fttter« Adam einen Besuch ab und «wvend^stLn einen grof-ereck ^idl^trog. sttoch Beseitigung der Fensterläden gef engten Die Diebe m das Innere des RatlMlses, erbrachen tßc hier in emem D neu ft- .znnmer aufgestellten Sckrärrke mrd sonnn>n Behälter und em- nabmen aus dem Erlös VcS Lebens mittel oerdaufs und aus ocr UitterstntzungStoffe für hitfsbttvi'lrstige Kriegen'rauen ettva 4 -'-000 Mark. Da der Bürgermeister am gestrigen Nachmittag dlenststch abfrcfend war, sind die wälfrend deS TagcS eingt gangenen (Geld­beträge nrckt wie üblich zur Bank gelnacki, sondern in den Dienst- r an men ansbewahrl worden.

^ [1 M a r bn r g , 5. Juli. In der Nöte von Kirchhain stel am

Sonntag das Böhnchen einer Frau aus Wiesbainm, die nach Ernst hau>en reifen ivollte, ,veil sich füötzlich die Wagentür öffnete, aus tem. in voller Frrlwt befindlichen Zng. Der Kleine kvurde in dir Inelige Klinik .gebracht, ist jedixh jetzt infolge der fchnreren Der - letzringen gestorben. In Drei taufen tränt ein Mirtb aus einer itlafctpe, die eine gütige Flüssigkeit enthielt. Das üind ist gxfftorben N i e d a. M., 5. Juli. Die hiesige Zlveigstelle des Höchster .KonsumvereüiS fourde heitto in den früheren Rlorgenstunden von drei E i n b r e ch e r n l-cimgesucht, die bettächtl idvr Mengen von Zucker, Weinen, Zigarren und andere Sackten, auch (^eld, cr- beuttten. 'Hut dein Rückweg wurden die Einbrecher von Rack.- barn des Konsumhauses gestellt. Es entspann sich, eine milde Bei. folgüngsjagd durch Garten und über Zaune, uwbei einer der Ver­folger von den Flüchtlingen, die unerkannt entkamen, niederge- geschlagen iimrde. *

Obern r s e t, 5. Juli. Zur Bekämpfung der überhand uelmlenden nächtlichen Einbrüche und Diebstähle werden aus An- ordnung des Magistrats alle Personen ohne Ausnahme, die iidir lurdi IIV 2 Uhr abends noch im Oberurselcr Poliwibe^irt auf dce Ltraße odei' im Freien aiffh.il ten, von den Polizeilvamten an- gebalren. Sie müssen den Beamten gegenüber in der Lage sein, über ihre Personalien irnd den Grund ihrcs AiifenchvUes- ein­wandfreie AuÄnnft geben zu können.

X -^ck l ü cht c r u, 5. Juli. Die Beisetzung bee in Kmistanff- n 0 pel^verlchirdenen Gattin des Botschaftsrats v. Kühlem a itn, geb. ttreiin v. Ltumm-Ramholz, hat in hcinmllicker Erde, in der sftrmiliengruft zu Schloß Ramlfölz stattgefmiden Der Kaiser ließ dinch den Landrat von Trott zu Lwlz in Schl iickiern einen Kran -. niederlegen.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zur Obstversorgung in Gießtu.

Die Landesobststelle in Dar in stabt bat, wie der sclwue Wrsdruck heisst, die gairze Obsttimteerfastt", und hier in Gießen ist die Versorgung mit Obst sehr mäßig, ttwtzdem mmi in Nanheim oder Friedberg so viel bekommen kann, wie man wünscht. Ta erscheint nun eine Verortoning vom 30. Juni d. I., in der die Stadt Gießen aufgefordert irird, ,,alsbald den etwaigen Bedarf fiir die Stadt Gießen beziehungÄveisc ilfrc Gemeinde anzuzeigien, damit bei der Verteilung auch diese neben den Großstädten beriick- ncktigt lverden können." Nun ist wenigstens das eine klar, warum lvir hier so wenig Obst herberommm, denn im Berbeilungsplan, den dock) lvohl vermutlich die Regierungbeziebungsweise" die Landesobststelle gemackst hat, ei'isfferen keinerlei Unterlagen für den Bedarf Gießens. Offenbar hat mich die Obststelle keine große Rieinung voni Bedarf Gießens, denn sie lvünschit nur den etwaigen" Bedarf tennen zu lernen. Bei aller Bennnwerung des Mutes, ruit dem die Regieriuig an das schwierige Werk der Obst- Verteilung herangegangen ist, entstehen dock einige Zweifel, ob der eingesckstagene Weg der richtige ist. Wenigße,is drängt sich dem Leier der Beiordmmg, bezieh,mgswrise dem Obsteffei Gießens bte Frage auf, warum eigentliche eine solche Umfrage erst jetzt, hm fcte Ernte jn vollem Gange ist, erfolgt. .Kirschen gelten doch im S^ltzen für verderbliches Obst, und wenn vielleicht die Landes^ obstftelle fv lange mit der Verteilung warten will, bis die nötigen Unterlagen vorhanden sind, dürfte am Ende dock die Kirsche faul geworden sein

Aiechliche Aachvichte«.

Israelitische Religionrgesellschaft. Scrbbaffeier, 7. Juli Frei­tag, abds. 8.30; Samstag, vorm. 8.30; mrchm. 5 00; SavbatEq. 10.35; WochengotteÄ».: morg. 6.30, abds. 8 00.

Witterungsbericht.

Meffentlicher Wetterdienst.)

^^stemlick^heiter^ttwcken^mMig warm.

Letzte U «cl>rtdhtc?p.

Eine .Mnzlerrede im Reichstag.

B e r l i n, 5. Juli. Die große politische Generaldebatte nu Reichstag wird uacli den bisherigen Vereinbarungen am Samstag beginnen. Man nimmt in Reichstagskreisen noch immer an, daß der Reichskanzler selber sie mit längeren

immer _ _ |... .

Ausführungen einleiten wird, lieber die Frage der Aende' rung des Reichstagswahlreckfts (Veränderung der Wahl kreise usw.) erwartet man am Freitag, es sei im Verfassungs- ausschnß oder im Plenum eine Erklärung des Staatssekre­tärs Dr. 5))elfferich.

N-Boot-Airkungen.

Amsterdam, 5. Juli. (WTB. Nick,kamt lick). Den

Blattern wird genreldet, daß nach Berichten aus Manckiester die Baumwotlindustrie in Lancashire einer schweren Krise entgegengehe. Der Banmwollvorrat in Liverpool nimmt tag lrch ab. Infolge des U-Bootkrieges sind viele mit Baum­wolle beladene Schiffe torpediert worden. Auch für die Bei frachtnng der fertigen Erzeugnisse ist nicht genügend Schiffs raum vorhanden. In Uganda allein liegen 25 000 Ballen Baumwolle, die auf Verschiffung nack) England warten, nn ^^.rauzüfische Mitt- mW Zuchtlosigkeit.

Em Brief eines frrmzösisck^n Offiziers an einen kriegs ge fange nen Kameraden m Geheinffchrift erzählt u, a. von der großen Wir­kung der deuffchen Fliegerangriffe auf Nancy. Es ist kein Leben mehr tn dtoircy. Die Eafes schließen imi 8 Uhr. Wir baben leine Kohlen mehr kem Petroleimi, wir haben Znckerkarten, nnd Fleisch emmal die Woche, Brot, etwas schwarz, kein Zucker, keine Butter, Koks nrcht mehr. Bald nstrd es Unricben geben, das Volk lässt sich uststt mehr Hinhalten. Ueberall Ausschweifungen und Unslttlty- keit! Allem m Frankreich haben wir 1240 000 Tote und 800 00«) Krüppel und Kranke. Es ist ein Elend. Wir laten alle genug davon jedermann flogt über die Offiziere. Die VLshrzahl von den unfti gen wurde gerötet. Das Heer taugt nichts mehr. Es ist keine Manneszucht melfr vorhanden. Der Soldat hat nichts mehr zu efsen. Er bekommt wohl Fleisch zu jeder RuaIstzeit aber es ist nrcht genug, um ibn zu ernähreu. M-an verteilt Auszeichnungen mr alle Leute, mii sie anfznnnmtern. Wir tebm in zehn ^agen 900 (Kcfcmgene gemackst. Alle Verlvimdeten >>aten ^ wir

rnedergemackt. Wir kennen kein Erbarmen meto Zck>

für metuf Person late am vergangenen Samstag 4 crlebtat Es xft erne Ab'ckwckterei. Glücklicherw^fe lnben wir die Eim- langer. Vre baten.6 Millionen Mann (?) imd teben sie kürzliä, mehr als 20 sttlometer weit zürrückgescklagenl ? Bk macken alles^ andere genau icke imr. An einer anderen Stelle schreibt, er: Ick habe viele all, dem Gttvissm. Ich fresst sie nickst, aber ich rerfze ihn.en die stiegen aus. Int Soinmer batten wir die schwar­zen nut drin. Tiefe fchnttten ihnen kne .Köpft ab oder die Oltren find trugen fte m ihrem Ranzen mit sich Wir baten schön gelach' lxcken tvtr letzt Engländer. Zbitm, Irländer Mffstn, Australter, .Knmrdier, Amerikaner. 'Portugiesen. Alle' und doch ^ es nicht möglich, sie zu fassen., fötefeu' Drucker mehr dauern. Jedermamr hat den

Ein amerikanisches Krirgsstenl-rsesetz.

^ y ' 0 . Juli. (WTB. Nichtamtlich.)Matm" meldet an- tNnanzgusfchutz des Senats hat einen Berickn über daS Krst^steuergefetz, welches als Oftiamtftntrme 8'/, Päillstre. den erchcken soll, ausgeorbeittch h ^ctuntr-