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2.7.1917 Erstes Blatt
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£htt Bete flopö Srorgrs.

30. Juni. Llovd George hielt in Glasgow dte ar-gekündigte Rode, der große Bedeutung beigemessen wurde. Uns der «msgrebigen WErgabc Reuters fei folgendes orarefiifrrt. Lloyd George sagte:

Niemals bedurft«: dNenschen mehr der Sympathie, der Unter- WtzMlg und der Mitarbeit als diejenigen, die jetzt das Land re­gieren. Wir sind berufen, das Steuer durch einen rasenden Sturm zu führen England konnte bis jetzt dem Stumm die Stirne bieten, aber noch ist er nicht vorbei, und alle Kraft und aller Mut und die Mitarbeit eines jede-: ist nötig. Bcftanm-Q: ist nicht mitvercnft- mortlrch zu machen für diese schrecklichen Ereignisse, wie dies Deutschland und diejenigen, die mit Deutschland sympathisieren, glauben machen wollem Ihr werÄet fragen, ioelche Fortschritte imr -machen und ich werde euch mttworten. Jeden Tag Usetbe ich in neue Schn-ierigkei len und in neue Unruhen und Besorgnisse dieses, schreck­lichen Krieges gestürzt. Aber ich fühle, daß wir die Schlvierigkerten überwinden, wenn wir anshatten. ^ .

Zweffclsobne haben die überraschieiiden Ereignisse in Rußland die militärische Lage zu unserem Nachteil verändert. Aber tür die Dauer haben sich doch Misere Llussichten verbessert. Beifall.» Das, was auf der Westfront geschah, beweist, was u: diesem Jabre hätte erreicht werden können, wenn alle Kräfte der Alliierten bereit gewesen wären, überall einen , Drink auszuillEN. Die prächtigste Kollektion von Maschinen, um in den Laufgraben zu kämpfen, die jemals ein Heer besaß, ist jetzt in unserem Besch. Zweifelsohne haben wir im jetzigen Angenblick mit den inneren Schwierigkeiten Rußlands zu rechnen. Die russische Revolution ist sicher eine WolLtat ge­wesen. und sie Twt dazu beigetragen, den endgültigen Steg zu er­ringen. Denn die Revolution ist wie ein Fieber, die durch sort-» dauernde Vernachlässigung der Gesunddeitsvorschriften bet der Führung der Gesellsckxaft entsteht. Ein Patient wie Rußland braucht längere Zeit für die Genesung, aber wenn die Konstitution gesund ist und Rußland hat eine gesunde Körperbeschaffeuhert dann gelangt eine derartige Nation plötzlich wieder zu Kraft und sie wird machtvger mtb starker wie zuvor, das ist der Fall Mit Rußland. Wichtiger ist, daß die Qualität des Friedens, den wir erhalten wer­den. verbessert nnrrde. Manches Herz war init Sorge erfüllt, daß von der reaktionärsten Autokratie der Welt die Zukunft der Temo- kratien festgelegt werden sollte. Aber Rußland ist j etzt frei, lerne Vertreter werden auf der Friedenskonferenz die Vertreter eines rveien Volkes sein, die für die Freiheit Und die Zukunft der De­mokratie aus der Grundlage der Freiheit kämpfen. Die russisch Revolution wird iricht allein einen vollständigeocir, sondern auch einen höheren und begeisterteren Sieg sichern, als wir jemals zuvor erwarten konnten. (Beifall.)

^rzrvftchen aber häben Frankreich, Jtalren und wrr selbst einen größeren Deil der Last Pu tragen. Wenn wir uns nicht angestrengt hätten, so hätten die Demokratieu dev Welt vor einer Katastrophe gestanden. Die .Kraft Großbritanniens sprang in die Bresche und sie hat wiederum Europas und die mensch­liche Freiheit gerettet. (Beifall.) Jetzt gewinnt Rußland jeden Tag an Krait, denn es hat eine energische Regierung, niemals hatte cs eine bessere. Die Macht wärd fortan von der Freiheit inspiriert werden. Auch Amerika, das stets die Stütze dar Freiheit war, fängt irun an. seine tapferen Söhne für die Freiheit kämpfen zu lassen, damit ist der SLeg sicherer und eher zu erwarten, als Wir jemals hoffen konnten. , l .

Lbovd George sprach dann über den Unterseebootkrieg und sagte:Die Verluste sind schwer und sie werden uns wahrscheinlich zwingen, unseren Handel weiter ein^uschränken und vielleicht Entbehrungen zu tragen. Das bängt von der Nation ab, dem: nach einer genauen Berechruurg aller Möglichkeiten kam die Regierung zu dem Resultat, daß die Unterseeboote weder unser Land aushungern noch unsere Waffen von den Schlachtfeldern vertreiben können. (Beifalls Unsere Ver­luste im Mai :md Juni waren schwer, aber sie waren Hnndert- tausende von Donnen unter der Schätzung der Admiralität. (Bci- iall.) Ajir raupen an, sie zu kriegen? Maßregeln sind getroffen^ um sie z u vernichten. lBeisall.)

Hier machte Lloyd George eine Pause und ferne Zuhörerschaft erwartete eine EnMNmrg. Aber es wurde nichts verraten. Lloyd George fuhr fort: Wenn wir alle unsere Aufgaben erfüllen, wird der deutsche Nnterssckookkrieg ein ebensolcher Mißerfolg wer­den wie die deutschen Zeppeline. Es kann sein, daß wir gezwungen werden, weniger Weizen zu essen oder von Hafer zu leben und daß der Krieg nt:t Energie geführt werden muß, die wir aus jenen Nahrungsmitteln ziehen. Mer wenn wir nicht verschwenden, werden wir nickt verhungern. Es gelang uns, .unsere Lebensmittelvorräte zu vergrößern, und wir sind mit einem aroßen Schjirfsbau- Programm für den Kampf und fstr den Transport beschäftigt. Wenn jeder Arbeiter mit aller Kraft sein Bestes tut, so werden wir durchkommen. ^Beifall.) Das Heer ist unbesiegbar. (Beifall.) Das Heer ist jetzt das Doll dieseir Nation, die Stimmung m u ß h o ch g e b a l t c n w c r d e n. Ich kann nirgends irgendwelche Scklapvhcft oder Gleichgültigkeit entdecken, und niemand arbeitet so hart und niemand so schwer wie der König. (Hier stand seder- mann aus, jubelte laut und 'ang die Nationalhymne.) Lloyd George fuhr fort: SSeim wir fest zugreifen, werden >vir den Sieg erringen, ebenso sicher wie der Morgen kommt! (Beifall.)

Llioyd George sprach nun über die F r i e d e n s s Pa g e und tagte: Nach meiner Auffassung wird dieser Krieg beendet werden, wenn die Alliierten das Ziel erreicht haben, das sie sich zu erreichen Vornahmen, als sie die He»auswrderirng Deutschland gegenüber der Kultur annahmen. Daun muß dieser Krieg aus sein. Wenn er jedoch vorher beendet wird, so wird dies die größte Katastrophe sein, die jemals die Menschheit betroffen hat. (Beifall., Ich höre Personen sagen, daß Deutschland bereit ser, uns einen zufriedenstellenden Frie­den zu geben Zweifelsohne könnten wir jetzt um euren geringen Preis einen Frieden haben, denn sicherlich wünscht Deutschland den Frieden. Aber das ist ein Friede, der in wirffchaftlicher und anderer HiMcht Deutschland die Kontrolle über die Länder gebe:: wird, in die es eingedrungcn ist.

Weiter sprach Lloyd George über Mesopotamien.- Es war einst das Paradies und die BvrratsscksÄidy <det Wblt, jetzt ist es! unter der Regierung der Türken zu einer Wildnis geworden: was mit M esopotam e : g schehm wird, muß tem F r i c d e n s k o n g r e ß überlassen bleiben, aber es darf niemals Mehr dien Türken überlassen iverden. Dieselbe Bemerkung gilt für Armenien. Be­züglich der deuffchen Kolonien müssen die Wünsche und For­derungen ihrer Bevölkerung den Ausschlag geben, und sie werden wahrscheinlich solche Hände vorziehen, die sanfter sind als die der Deutschen. \

Eine Frage: Besteht auf deutscher Seite irgendwelcher Wün,ch, über diese Hauptpunkte eine Regelung herbeizuftihren? Der östev- reickiscke Ministerpräsident hat soeben das Prinzip verworfen, daß die Nationen ihr Sckl kH muß ihren eigenen Wünschen bestimmen müssen. Wenn diese Prinzipien verworfen tozrfcn, wir) nicht allein kein Friede kommen, sondern wenn wirklich ein Friede erzielt würde, so gäbe er feine Garantie für eine Dauerhaftigkeit. Ein Friede aber, der aus einer gerechten Grundlage aufgebaut wird, kann nickt von/ Nationerl gebrochen werde::, die den Frieden wünschen. Der Friede inuß durch die Vernichtung der preußischen Militär­macht garantiert werden. Die beste Garantie wäre eine D c m o - kratisierun g der deutschen Regierung. Niemand wünscht, ihm die Formel seiner Regierung vorzuschreiberr, doch wür- den wir mit einem demokratisierten Deutschland mit ganz anderem Geiste und in einer ganz anderen Gemütsverfassung in Unterhand­lungen eintreten können als mit einem Deutschland, das beherrscht wird von dem aggressiven und arroganten Geist des preußischen Militarismus. Und die Regierungen der Alliierten würden glücklich tun. wenn sie in ihrer allgemeinen Haltung bcijeder Erövte- rung von Friedensbedingungen in Europa diesen Unterschied festhalten wollten. .

Lloyd George schloß: Europa ist wiederum m das Blut 'einer Tapfersten und Besten getauckt, aber man vergesse nicht die große Folge der Ereignisse. Sk sind die Kröutze auf dem Wege, der zur Befreiung der Menschheit führt. Ick fordere das Volk dieses Landes und anderer am, den Streit für das große Ziel des internal wnalenj Reckte- und der internationalen Gerechtigkeit fortzusetzcir, damit nie wieder bic btutafc Kraft aus den Thron der Gerechtigkeit setzt und nie wieder das Zepter der Freiheit schwingt,

So«*««, l-SMi.

in einer Neide, in ber er

TB. Nichbanckl.) Geovge Mücke

die VerleSMng des Ehrenbüvgerrechts

von Dundee dankte, aus: Wir haben so große Vorräte an Mn mtion, daß uns selbst die deutschen U-Boote nicht der zu einer glück­lichen Beendigung des Krieges erforderlichen Munition berauben können. Von Anfang an 'habe ich die Anschaffung schwerer Geschütze und einer möglichst großen Zahl von Hilfsmitteln für tne Zer­störung der mit Drahtverhauen versehenen feindlichen Schützen­gräben gefordert. Zweifellos 'hat die Tatsache, daß wir eine wlche Anzahl von Kanonen be$ größten Kalibers irrtö einen solchen Ueber- sluß an Munition haben, es uns ermöglicht, Menschenleben zu sparen. Wir haben die gewaltige deutsche Armee unter die Erde getrieben, und es muß eine große Er­niedrigung für das deutsche Heer sein, daß es sich in Erd­löchern verstecken muß. Das ist eine Kanrnchen- taktik und bedeutet, daß wir das Gefühl der Unterlegenheft in jede Pore des deutschen militärischen Geistes hineintragen. (Bei­fall.) Wenn die Tugend der Demut den Preußen mit uner­bittlicher Nachgiebigkeit gelehrt wird, so ist das gut für die Zeit des Krieges, noch besser aber für die Zeit nach dem Kriege. Die Einig- feit der Nation ist das Wichtigste. Diese Einigkeit hat Frank­reich bewiesen. Das gleiche verwirklicht Rußland., Diese Einigkeit j ist nötig, um uns den Sieg gegen der: gemeinsamen Feind zu sichern. Lloyd George wies dann 'hin auf die Haltung der Deutschen 1870/71, die sie annahmen., als sie Elsaß-Lothringen, d:eje fran­zösische Provinz, mit Gewalt von Frankreich losrissen. Die politi­schen Grundsätze von 1870, erklärte der, Redner wefter. smd byt Grundsätze von 'freute, und sie bekämpfen wir. So ist es mit Italien, das mit seinen Volksgenossen vereinigt zu sein wünscht, so ist es nnt Polen, die wieder den Weg zur nationalen Unab­hängigkeit beschreiten wollen. Es ist unser Willen, daß dies geschehen soll, und so ist es mft Mesopotamien und Pa. läst: na. Diese Völker sollen mcht wie sprachlose einher- getriebene Tiere sein, die nach dem Willen von Kaisern den Besitzer wechseln. Dafür kämpfen wir, für das Recht der Menschen auf ihr 1>Nenschentum, und wir werden ssegen. Ich weiß, es ist ein langes Ringen das 'hat man schon immer gewußt, aber das Uebel ist groß, und aran kann ein großes Uebel nicht ohn? gewaltiges Ringen ausrotten. Gleichviel, Mit Ausdauer und unbeugsamem Willen wer­den wir siegen. In einem solchen Ringen gibt es viele Ent- rnutigungen und Enttäuschrmgen, uird das Ende ist ganz in die Ferne gern ckt. Aber ich kaim IÄnen heute schon sagen, daß aus einem Eiswinter die Frühlingszeit hervor­gehen wird.

Englische Kopfgelder.

Berlin, 30. Jmft. (WTB. Mchtmntlich.) Vor kurzem trntrbe bekannt, daß die Enalütfti'er ein besonderes Ge­schwader von freiwilligen N iegern aufgestellt haben, um chren gefährlichsten Gegner, den Rittmeister v. Mchthoftn, ab-uschießen. Das Viktoriakreuz, ein eigenes Flugzeug, sofortige Beförderung und ein Geld­preis v-on 5000 Pfd. Sterling winkt dem Glück­lichen, dem es gelingen würde, den besten deutschen Kampf­flieger zn beseitigen, stkunmehr wird bestätigt, daß tat­sächlich ein englischer Arrneebesehl besteht, der 1000 Pfund Sterling als Belohnrrng der Fliegerabteilung bestimmt, der Richthofens tot oder bebeirdig habhaft wird. Ein Ko p f- geld von weiteren 500 Pftrnd Sterling wird dem Mhrer der tapferen Schar versprochen. Dieser Armeebesehl wurde sämtlichen englischerr Fliegern vvrgelesen. Nur in einem Volke, das bisher gelvohitt war, seine .Kriege durch Söldner­heere aus führen zu lasferr, Lönneir Befehlshaber sich er- kühnen, durch solckfe Erlasse den Wagenutt ihrer Untergebe- nen herauszuf-ordern. Diese Anschauung, die aus dem er­wähnten Befehl spricht, erinnert an die Arbeftsweise von Sklavenhändlern und Kopfjägern-. Daß eure europäische Nation Gebräuche wilder Völker nachzrmhnven versucht, ist eine Sckmuch, die England Vorbehalten bleibt.

* * *

Verhaftung eines deutschen Kurrer» in Norwegen.

Berlin. 30. Junj. (WTB. NichvanEich.) DieNordd. Allg. Ztg." sägeibt: Ein nach Norwegen entsandter deuscher Kurier ist kürzlich bei senvem Eüftreffen in Kristia­nia von ben nvttvegisckiien Behördm ver haftet morden. Sein mit amtlichen Siegeln versehenes (öepäck : ü durft>sucht worden und, da sich darin Sprengmittel befanden, mit BesckKrg l^elegt worden. Auf Oftund des Verdachtes, daß die Sprerigmittel in dtorwegeu Verwendung finden sollten, ließ die norwegische Regienmg ein gerichtliches Verfahren epegeu den Kurier einleiten. Im Hinblick auf die völkerrechtlich geioahrleistetete JmnÄmität der diploma­tischen Kuriere legte die kaiserliche Regierung gegen die Festnahnw dDs Kuriers Verwahrung bei der norwegiiäichl Re­gierung ein und erlMl.gte die alsbaldtge Freilasfang. Dabei ist die amtliche Erklärung abgegebeir worden, daß die Verwendung der Sprengmittel in Norwegen oder zum Nackteil norwegischer Inter­essen nickt beabsichtigt gewesen ist. Soweit das Verhalten des .Kuriers zu Ausstellungen Anlaß gebe und insbesondere den nor­wegischen Gesetzen zunnlderlause, werde in Deutschland eingeschritten werden, wogegeir das Vorgehen nagen den Kurier in stöorwegen nach den völkerveäftlichen Grundsätzen nicht zulässig set. (Die nor­wegische Regierung Ijat den Kurier inzwischen freigelasseit. Nach einer Meldung des norwegischen Telegrammbuoeccus machte der norwegische Münster des Aeußeren dem Stvrting eine kurze Mftteilung in der 7lngelegenl)eit. i'luch legte der btsherige norwe­gische Gesandte namens seiner Regierung^ gegen das Verhalten des Kuriers Verwaltung ein. Die zuständigen deutschen Bchörden haben eine amtliche llntersuchung angeordnet, und es wird soweit ersoöoerlich, für Remedur gesorgt werden. Daß der Borstrll in dem' norwegischen Volke Beunrm.higung hervvrgerusen hat, wurde mit Bedaiürn oerrwmmen mrd demgegenüber kann nur nochmals fest- gestellt rverden, daß mft den Sprengstoffen kemerler Unternehmen rn Norwegen oder gegen norwegische Interessen geplant waren.

erwähnten Schützen befanden, gemäß einer Weisung des Kriegs- Ministers KerenSkrt von Kavallerietruppen umzftrgÄt. Nachdem die Batterie zwei null rn den Ort gefeujert hatten, ging die Ka­vallerie zum Angriff über, worauf ungefähr 500 Schutzen ftch ergaben rrud entwaffnet abgeführt wurden. Es fand kein Blitt- vergießen statt. ^ .

Die Mobilifiernng der weiblichen Arbertskrafte.

Petersburg, 30. Juni. MTB.) Mcekdung der Peters­burger Telegrapben-i'lgentirr. Ein Erlaß dos Kriegsmiussters ordnet au, arrMrätS der sckw'reu Krise, loelche Rußlww durchmacht und welche 'ein.' außergewöhnliche AuspMMuug aller Kräfte- verlangt, einen besonderAusschuß zur Prüfung eines Gesetzentwurfes über die Ndobilffiermrg der weiblichen Arbeitskräfte ins Leben zu rmftm. 9

Der Zustand der französischen Armee.

Bern, 30. Juni. (WTB. Nichtamtliche) Nach demPvo- gres de Lyvn" nahm der .Heeresausschuß der s ranz öfi­schen Kammer einstimmig eiuert Antrag an, nach dem je drei Mitglied-e-r des Ausschusses in jede Armee ab- aeordnet tverden ttnd die ausgedehntesten Machtbefugnisse erhalten, um über den Zustand der Armee Rechen­schaft ablegen zu können. . ^ .

DieNordd. Attgem. Ztg." über d,e Friedenspolitik Frankreichs.

Berlin, 30. Juni. (WTB.) DirNordd. Allg. Ztg." schreibt:

. Gen eral Petain

Arm» in UuwissscheLt zu laMu, die Vahrheft zu verdecken und'

durch ein neues Hetzmittel das WanMische Voll, das seinen Füh- rem Mißtrauen entgegenbrmgt, zu weiteren Ovfem an Gut und Blut zu veraillasseu. Er verheimlicht, was jeder Fvanzvie ftlhlt, daf; England der i'lnstifter des Krieges ist, daß Frankreich für England kämpft, daß seine Fühver sich England mit Kop7 und Kragen ver^ schrieben hoben, daß England mit seinen auf Frankretchs Boden stellenden Armeen Frankreich mft seinen aus Frankreichs Baden stehenden 'Artne.m Frarckreicl) rn den Krallen hält, daß England allein das Hindernis des Friedens ist.

Frankreich kann j'ederzeit mit Deutschland Frieden schließen, einen Frieden, der es in keiner Weise M Deutschlands Sklaven stempelt, sondern ein friedliches Nebenern- ander der beiden Völker von neuem bringt, so wie es vor dem .Kriege bestand. Aber die französischen MallÜhaber wissen genau, daß *-' fis*---«'- 2 -' r -- wo die Rache des

mit denr Friedeir auch, die Stunde für sie konrmt, von ihnen ins Unglück gestürziten und immer wefter hineingepreßten französischen Volkes sich melden wird, eiteln sie reben Frieden.

ins Unglück Darum ver-

Die Geheimsttzung der italienischen Kammer.

Bern, 30. Juni., (WTB.) Wie derCorriere dellck £>mi" mitteilt, hielt der Miiftster der attSwärtigen Ange­legenheiten Sonnino in der gestrigen Geheimsitzung der De-putiertenkcrmmer eine längere Rede, die einen großen Erfolg bedeute. Nach der Rede' wtrrde die allgemeine Debatte geschlossen. Heute wird tu öffentlicher Sitzung die Abstimmung erfolgen.

Der König, der in Rom weilt, empffng gestern den Ministerpräsidenten Boselli und den Minister des Aus­wärtigen Sonnino zweimal zu längeren Besprechungen.

Abbruch der Beziehungen Griechenlands zu den Mittelmächten.

Paris, 30. Juni. (WDB.) Wie derTemps" meldet, hat die griechische Regiernng^ ihrem Gesandten in der Schweiz zur Weitergabe an die Gesandtschaften in Berlin, Wien, Sofia und Konstcmtin-opel Weisungen über­mittelt, dtcrch welche der Abbruch der Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland, Oesterreich-Ungarn. Bul­garin t und der Türkei mitaeteilt wird.

Paris, 30. Juni. (WTB.) Meldung der AgenceHavas. Eine Depesche aus Athen vom 28. Juni bestätigt, daß die Regierung ihre diplomatischen Vertreter bei den Mittel­mächten Mrückberufen hat.

(Anmerftmg des WTB.: Eine Bestätigung dieser Mel­dung liegt hier an zuständiger Stelle tncht vor.)

Berlin, 30. Juni. (WDB.) Wie wir erfahren, hat der hiesige griechische Gesandte Theotoky bei der neuen Regierung in Atheit telegraphisch seinen Abschied eingereicht unb die Geschäfte der (Gesandtschaft dem ersten Legationssekretär Polyäwoniadis übergeben.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Mit großem Bedouern sehen die hiesigen <xmtft cfren Kreise imb voette Kreise der Gesell- sckjcht, die zu Herrn Theotoky Beziehungen mfterhieften, rhn aus dem Blatte scheideu. Seit dem 11. Juni 1014 am Berliner Hose beglaubigt, betvährte sich der tziesandte als ttmunhatte und aufrichtige Persönlillckett. Die Entschiedenheit, mft der er hier in schwieriger Lage den griechischen Standpunkt vertreten bat, ko mite nur dazu beitragen, die hohe Achtung, die er hter genoß, zu ver­tiefen. Er ist ein treuer Diener des Vaterlandes und seines Königs. Ganz allen: von dieser Gesimrung ließ er stch bei seinen " ' schlreßungen leiten.

Ent-

Besprechungen HindenburgS und Lndendorffs in Wten.

Berlin, 1. Juli. (MB. Amtlich.) In ErwiderunA des Besuches, welchen der Chef des k. u k. Generalstabs, Geueral der Infanterie v. Arz, nach Uebernahme seiner Stelltmg in: DeutsckMt: Großen Hauptquartier abst-attede, sftrd Generalfeldmarschall v>. Hindenbur g und der Erste Generalquartiemneister, General der Jnfmrberie Luden- dorff, zu kurzem Aufenthalt beim österreichisch-un­garischen Armeeoberkommando eingetroffen, än den sich auch Besprechungen in Wien anschlieK-n werden.

Seekrieg.

Neue U-Boot-Erf-lge.

Berlin, 30. Juni. (WTB. Amtlich.) 1. Im Atlan­tis ch en O zean wurden durch eines unferer Unterseeboote neuerdings 36 000 Ä. versenkt Unter den versenkten Schiffen befanden sich die bewaffneten englffchen Dampfer Westanley" (3795 BRT.) mit Kriegsmaterial, .DTtolmr" (2145 BRD) mit Stückgut,Eanitp" (6611 BRT.),Thist- ledhu" (4026 BRT.), ferner zwei englische bewaffnete Dampfer, einer von ihnen voltbeladen mft Munition und ein unbekannter Datnpser von etwa 4500 BRT. Zwei der verfenckten Segler hatten Oel und Tabak geladen.

2. Eines tmserer Unterseeboote hat am 11. Jum im Mittelmeer einen unbekatnften englischen kleinen Kreuzer älteren Typs torpediert. Ausgesundene zer­trümmerte Boote trugen am Bug den Buchstaben ,,G'.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Berlin, 1. Juli. (Amtlich) Durch die Tätigkeit unserer U-Bo-ote wurden im nördlichen Eismeer und in den Sperrgebieten um England wiederttm 24 200 Bruttoregistertom^n versenkt. Unter den versenkten Schiffeit befandcm sich die bewaffneten eirglischei: DampferMa- frionich' (3185 Donnen) nnt Kohlen nach 'Rußland,Perla" (5355 Tonnen) mft einer großen Anzahl Kraftwagen und Kohle nach Rußland, der bewaffnete mrssische DampferAl­gol" (2323 Tonnen) mft Kohlen und großen Maschinen nach Rußlcnch, und ein unbekannter trefbeladener bewaffneter Danrpfer. Zwei weitere Dampfer rvurden zusammen aus einem Geleitzug herausgeschossen. Zivei der versenkten Segler hatten Holz geladen. Ein Geschütz tvuide erbeutet.

Der Chef des Admiralstabes der Marine

Ein französischer Kreuzer untergegaugen.

Paris, 3. Juni. (WDB. Nichtan:tlich) Meldung der Agence Havas. Der KreuzerKlebew", der aus der Fahrt von Dakar nach Brest war, um außer Dienst gestellt -u werden, geriet an: 27. Juni vormittags aus der Höhe der Landspitze von St. Mathieu auf eine Mine und g i u g nute r. 38 Mairu werden vermißt, darunter drei Ofsiziere.

In dem sranzös:?en Arnueblftt macht einen kläglichen Versuch zur Rettmcg der zuurmn:eubrechei:den Stimmung in Frankreich. Unwahr fft Petmns Be.>aM>tung, der Kftea sei in Berlft: angezettelt worden. Unwahr :)t es daß Deutschlands Friedmsangebot nicht ehrlrck gewes^m se:. Haltlos :st e* dch Deirtsch/and Frautteichs Lcbei:sNi-rv durch chneldenwolle.

^ Dampfer Maitatava" gilt als oevloren. Der portu.

Rotterdam, 1. Juli. (WTB.)Maasbode" meldet: Der DampferToro" (1141 BRT.) aus Buerws Aires, der brasilianische DampferParck" (3351 BRT.). der Segler Star" aus Marstal (100 BRT.) sind versenkt worden. Der SeglerEldritge" aus Havanna (258 BRD.) tst gefunken.