Nr.182
Erster Blatt
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*67. Jahrgang
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Montag, 2. Juli py
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sämtlich in Gießen
We rWWe Offensive SÄ Gen. Eine U ? k tl sqd G ror eL
(WTB.) Grobes Hauptguartier, 30. Juni. (Amt! ich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heere §gr»^ppe Kronprinz Rupp recht.
Die Kampftätigkeit der Artillerie hielt sich Hei regtr^rjfckjer Witterung in mäßigen Grenzen. Sir vcr- 'dvchitete sich durch starkes Feiler nur an rvenigen Stellen. Nachurrittags vr:rch eine rrcgüf&e Kompagnie, begleitet von tief fliegenden FllM'errgen, südöstlich von A r m e n t i ö re s in »rnserc Gräben. Sie wrrrde in» Gegenstoß sofort geworfen. Nachtc sind mehrfach feindluhe ErkrmdungsMrppeir zurück- ^«Mesen rvordm. Eigene Vorstöße an der User mrd nordwestlich, von St. Quentin brachten mch.'ere Belgier mrd Franzosen als Gefangene ein.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Gestern früh wurde von bayerischen Truppen *ta& wirkrmgSnoller Fenervorbereitung eine gewaltsame Erkundung südösuich von Cordeny dlrrchgcführt. Die ^Stoßtrupps drangen in 1200 Meter Breite bis in die hinteren französiftlr-n Linien durch und sprengten trotz der Ge- germrchr nnig- Unterstände. Mit einer größeren Zahl von Gefangenerr kehrten sie »mbeläsrigt vom Feinde in Ü?ic Gräben zurück.
Abends erMiterlm westfälische Regimenter den Erfolg vom Vortage östlich von Cerny. In überraschendem Sturnr nnlmren sie mehrere feindliche GravenNnren Mldär des Gehöfts La Pvvrelle. Die Gefangene »»zahl hat sich bedeutend erhöht.
Gleichzeitig griffen die Franzose« zweimal mit starken Kräften bei Cieriry an, sie wurden im Nahkampf zurück-
jgejchbiHeu.
Mch auf dem Weftufer der Maas wurde der G e- mi-K* vom 28. Juni vergrößert. Am Ostteil der LShe 304 stürmte ein Posiener Regiment etwa 500 Nieter de franzästschen Stellmrg mld bemächtigten sich aus Brandenburger» irrtD Sicttinmi bestehende Sturmabteilungen feindlicher Graben in dem von Bethtncourt auf Esnes streicheln Gnnche. Am 28. und 29. Juni sind hier 825 Ge- -ftmgKdr zrrrückgefiihrt worden. Der Feind leistete lmrtnäckigeck WDerftand: seine blutigen Verluste sind erheblich. Er vergrößerte sich noch durch fnrchtlose Gegenangriffe am Süd- ostrande des Waldes von Avocouvt und auf dem Südwcst- hang der Höhr 304.
v- Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Nichts Wesentliches.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern.
Auf de;; wnchst-ndrn Druck der übrigen Ententemächte mn beginnt die russische Gefechtstätigkeit in Ostgalizien den Eindruck beabsichtigter Angr iffe zu machen. .
Starkes Zerstör,rngsfruer der Russen liegt seit gestern auf unseren Stellungen von der Balm Lemberg—Brody bis zu den Höhen südlich von Brzezany. Bei Koniuchy griffen nachts russische Kräfte an, die in unserem Vernichtungsfeuer verlustreich zurückfluteten.
Auch nördlich und rwrdwestlich von Luck nahm die Ntsfische Feuertätigkeit erheblich zu.
An der
Front des Generalobersten . ^ , v Erzherzog Josef
und bei der
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen ist die Lage unverändert.
Mazedonische Front.
Nichts Neues.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
WTB.) Großes Hauptgnarticr. 1. Juli. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
_Heeresgruppe Kronprinz Rn pprecht.
Bei Regen und Dunst blieb an der ganzen Front in fast nllen Abschnitten das Feuer gering. Einige Erknndnngs- gefrchte verliefen für unsere Aufklärer erfolgreich.
Mi der
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz versuchten die Franzosen vergeblich, die von unseren Trappen am Chemir» des Dkmes und auf dem westlichen Maasufer erkämpften Ge ländevorteile zurückzugciv innen.
Oeftiich von C e r n y griff der Feind nach kurzer Feuer- ftergernng dreimal die auf der Hochfläche südlich des Gehöftes La Bovrclle eroberten Gräben an, Alle Angriffe wurden blutig abgewiesen. Die Verwirrung beim Gegner und die Ablenkung seiner Aufmerksamkeit ausnutzend, stürmten Lippische Bataillone weiter östlich die französischen Linien bis zur Straße Ailles — P a i s s y.
Durch diesen Erfolg e,höhte sich die Zahl der von der oft bewährten westfälischen Division in drei Gefechtstagen bemachten Gefangenen auf 10 Offiziere und über 050 Mann.
Auf dem W e ftu ft v b t r M a a S versuchten die Fron Kosen in rrrehrfach wiederholten Angriffen, uns ans den an der WW 304 und östlich gewonnenen Gräben hinauszn- fen. Im Sperrfeuer und in erbitterten Handgranatenkämpsen wurden sie abgewiesm.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Dem Drängen der führe Den Entenünnächte hat sich die russische Regierung nicht entgehen können und e i n e n T e i l des Heeres zum Angriff bewogen.
'NM tagsüber andauerndem Zerstörungsfeuer gegen unsere Stellungen von der oberen S t r y pa. bis an die Na r a jow k« erfolgten nachnnttags kr äftlgeAn griffe russischer Infanterie auf einer Front von etwa 3 0 Kilometern. Die Stmmtrnppen wurden überall durch unser Abwehrfeuer zu verlustreichem Zu rückst Uten gezwungen. Auch nächtliche Vorstöße, bei denen die Russtn vlme Artillerievorbereitung ins Feycr getrieben wurden, brachen beiderseits von Brzezany und bei Zwyzyn erfolglos zusammen.
Der Fcuerkämpf dehnte sich'nordwärts bis an den mittleren Stochod, nach Süden bis nach Stanislau aus, ohne daß bisher dort auch angegriffen wurde.
Zwischen den Karpathen und dein Schwarzen Meer keine besonderen Ereignisse.
Mazedonische Front.
Auf den: rechten Ufer des Ba r d a r schlugen bulgarische Vorposten bei Alcak Mah den Angriff eines englischen Bataillons ab.
Der Erste Genera lauart iernrcistcr Lndendorff.
*
Dei -lbendberichte.
Berlin, 30.Ami, abends. (MTB. Amtlich.) Im Westen bei Regen nichts Besonderes.
Im Osten hrchen nach starkem Ferwr nrssißhe Jnsanterie- msgeiffe von der oben' , Otrrrm bis zum Westufer der Zlota Lipo eingesetzt. Der Ansturm brach in unserem Vernichtungsfeuer zusamnren.
Berlin, l. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Im Westen geringe Gefechtstütigkeit. AtvrgenS ist ein englischer Angnff bei Lens gescheitert.
Im Osten führten Angriffe der Russen bei Kvnjuchy sowie zwischen Zlota Lipa mrd Narajowka ml Laufe des Ta ges zn neuen Kümpfen.
Wemr auch das spezifische Gewicht der Reden englischer Staatsmänner nicht sehr groß ist, wio ui# die Erfahrirng gezeigt hat, so ist es doch interessant, sie von Zeit zu Zeit zn hören, und es ist notwendig, ihre >Redetaktik kritisch zn mustetn, mn zn erinessen, lote die fortschreitenden Ereignisse gewirkt haben. Wir haben daran auch einen Gradmesser für die Erfolge, oder Bedeutung der Arbeit unserer eignen Diplomatie. Lloyd -George hat wieder ausführlich gesprochen, und zwar in englischen Industriestädte,^ die ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen haben. Seine Reden sind nicht bloß als Stimmungsmache für die eignen: Landsleute zu bewerten, sondern Lloyd George benutzt dabei mich die Gelegenheit, das Ausland zu beeinflussen. Bor attem weiß er, wie die Russen ihm jeden Satz nachprüfen werden. Und wie schwer ist es da, die richtige Mitte zu finden zwischen der ja von allen Dächern gepfiffenen Wahrheit und der ans Not geborenen ?lbsicht, sie einigermaßen zu verschleiern. Aoyo George hat jeist die gleiche Bildersprache gebraucht, die wir kürzlich selbst hier angewendet haben: Er hat von dem Fieberkranken gesprochen,'der längere Zeit für seine Genesung brauche. Er durfte als Arzt am Bette des Kvainken diesem nicht sagen, daß auf seine Dauglich- keit für diesen Krieg nicht mehr zu rechnen sei. Er mußte vielmehr die Stimmung des Darniederuegendeu mit Hoffnungen anblasen, er durfte das Verenden des Patienten, soweit seine Mitwirkung am Kriege in Frage steht, nicht eher anssprechen, als es wirklich da ist. lind heute berichtet uns ja unsere Oberste Heeresleitung, daß der sic- bernde Russe in der Tat in einem Anfall der Krankheit sich noch ernm-al von seinen: Lager erhoben hat, um im Chor der Verbündeten mitzukämpfen: er sank aber sehr- rasch wieder in die Kissen zurück, denn der- deutsche Wärter war wachsam auf seinem Posten. Lloyd George wußte von dieser Offensive in Galizien noch nichts, als er in Glas- g'vw sprach. In: großen und ganzen wurde seine Erwäh- nrmg Rußlands immerhin zu einem interessanten und be- dentmrgsvollen Eingeständnis, .ych sagte, die Ereignisse im Osten hätten die nnlitärische Lage zum Nachteil Ei:g- lands und Frankreichs verändert. Auch fortm: müsse mit den innerer Schwierigkeiten Rußlands gerechnet werden. Diese Binsewvahrheiten wurden von dem englischen Staats- marme aber nur erwähnt, mu die Trümpfe aus za: spielen, die ihn: noch in der Hand geblieben sind. Er nannte die technische Ueberlcgenheit in der Verwendung von Kriegs- rnaschineN und prahlte mit der Kraft Großbritanniens, die „wiederum Europas und die m-enschlichv Freiheit gerettet" habe. Dieser Teil der Rede Lloyd Georges lvar n:erkwürdig schwach. Denn diese Phrasen zerplatzen und zerfließen ja in nichts, sobald sie ausgesprochen sind. Und lm-nn er in Dundee vor: der „Erniedrigung" der deutschen Armee sprach, die darin liege, daß sie sich habe „in Erdlöcher verstecken" müsse»;, wenn er Hindenburg eine „Kaninchentaktil?" vorhielt, so lvird er dabei nur Heiterkeit ernten, eine Heiterkeit, die bei seinen Landsleuten aus svrgenverzerrten Gesichtern sehr unfrei zmn Ausdruck kommt. Lloyd George höhnt, daß sein England uns jetzt uud besonders nach dem
Kriege die „Tugend der ©ttuntf" lehren rtwflie. Ist er seiner Sache so ganz gewiß? Was sein Wille ist, hat er ja auch jetzt wieder kraftvoll cursgesprochon: „Der Friede muß drcrch bue Vernichtung der preußischen Militärmacht garantiert werden." Es lvird die meisten feinerHörer uridLeser wundern chaß seil: Optimismus an einigen Stellen derselben Rede ganz ver- ftnstert aussah. So hat er die Gefahren des Unterscebootkrie- ges. nicht verschwiegen. Immer lvieder sagte er „Wenn wir das und jenes tun", so »oerden wir siegen. Ein weiteres „Wenn", das er in anderen: Zusammelchang aussprach, ist noch vielsagender. Er erklärte: „Wenn der Krieg vorher (bevor die anfangs gesteckten Ziele erreicht sind) beendet wird, so wird dies die größte Katastrophe sein, die jemals die Menschheit betroffen hat." Also die Möglichkeit eines solchen Ausganges besteht doch? Indem Lloyd George gleichwohl offenherzig Eroberungsabsichten in Mesopotamien :md Arni einen verkündete, richtete er an die eigenen Verbündeten noch einige gute Ratschläge, die wir uns sehr merken müssen, weil sieMiie wir anfangs sclwr: hervorgehoben haben, auch ein Gradinesser sind für die Leistungen der deutschen Staatskunst. Bei jeder Erörterung von Friede,:§b-ediilgimgen sollen Rllß- la::d und alle die andern fordern, daß nur n:it einem demokratischen Deutsch!m:d verhandelt werden solle. Herr Scheidonimm erfreut sich also eines Bundesgenossen. Wollen wir ihn: und Lloyd George jetzt den Willen tun? Oder wolle»: wir einsehei:, daß :nit dieser Taktik verfehlter Psychologie und SckyvQckcherzigkeit die Anmaßungen der Feinde ni:r stetig sich steigern uud der Krieg verlängert wird?
Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien, 30. Ami. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wir- verlantbart:
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
Das in Gnlizie»: seit einigen Tagen zunelMende fei»»d- lichc Artillerieseuer hat sich seit gestern »mttag in der Ge^ ßcui» von Brzezany uni) von Koniuchy zu größter Heftigkeit gesteigert. Lßo es die Luge erfordert, antn»ortet »msere Artillerie mit krästigenl Vernichtungsfeuer. Ein bei Koniuchy angefetzter Infanterieairgriff brach in unserem Sperrfnrer zusammen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Fcnchliche Flieger warfen in der Rühe von Triest urelb me Bomber» ab. Auf den» Monte Ortrgara wurden bisher 12 erbeutete Geschütze eingebracht.
S üdö stl icher Kriegsscha uplatz.
Nichts Neues.
Wien, l. Juli. (WTB. Nichtanrtlich.) Amtlich wird verlautbart:
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
In Ostgalizien ist bei der Heeresgnlppe des Generalobersten von Böhm dir Abwehrschlacht in vollem Gange. Nach mehrtägiger sichtlicher Zimabme des Artillerie- seuers entwickelte sich gestern die Artilleriesckflacht zir größter Heftigkeit. Auch schrverste Geschütze hiben ei »»gegriffen.
Nachmittags setzten südlich mrd südöstlich Brzezany und bei Koniuchy starke Jnfanterieangriffe ein. die überall vollkonnnen abgewiesen wurden. Wo sich Teile der fei»»d- lichen Infanterie in »mfercm Vernichtungsfeuer überhaupt erheben kannten, bliebe»» sic im Sperrft»»er liegen. Ein in den späten NachmittagSstmlden nordwestlich Zalocze an gesetzter sehr starker Angriff brach in» vorzüglich vereinigtem Artilleriefener zusanrmen. Gegen Mitternacht versuchte de» Feind südlich Brzezany ohne Artillerievorbcreitu»;g vorzu- brechen. Er wurde abgewiesen. Nachtsül'er flaute daS Ar^ tilleriefeue? ab, um in de»» Adorgc»»st»l»wen »vieder »mfzu leben.
I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Bei der Isonzo-Armee drangen Sturmpatrouillen der »lugarischet» Hoeresreginrenter Nr. 71 und 72 näckrst Vrrtojba bis zur Weiten feindlichen Linie vor, wehrten dort zwei ^e- genangriffe ab und brachten einen Offizier und 156 Mann als Gefangene ein.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Chef de§ Genen»lstabes.
Der türkische Bericht.
Ko l:sta»l tinopel, 29.Jtmi. (MTV.'» TagcEricht
An der per sts chcn Gccnjc nordöstlich von Sulcüumte »virrdk^ ein von einer rnssisckM Ahvirlwrg uweriwminencr Angriff «bgeiviesen.
Ka n k a s u S f ro n t: Verstriche feindlicher Pattou'lllen mW stärkerer Anfklärnngsadteilnna«r, qegen unsere SicherungSKmen lvo- M stoßen, schlugen fehl. Das gegeirseitigie Artillerie sei irr ei-reichtö mn auf unserem äußersten linke:» Flügel größere Heftiqkeit.
Sinaifront: Von den feirwlickien Flnozengen, die am 26. Juni I e r vis a l e m angegriffen hatten, nun den drei vvn der Erde aus abgescliossen. Zrvvi dieser Flugzeuge rourben vvik Miseren Patrouillen in Brand gesteckt, da es rvegerr eines erneutertz feindlichen Fliegerangriffes unseren Patrouillen nicht gelingeg konnte, die Flugzeuge zu b^ngeiu Die Mascläueugervehre der Heiden FlnMuge wurden geborgen. Am 25. und 36. Juni haben die Eng- lüirder somit sechs Flugzeuge, davon zwei im Lustkalnpfe uud wer drrrch Artilleriefener verloren. Dü' L e i stn n gen unsere: F l i e g e r a l» t c i 11: n fl c u <nt Nr Sinai front nnlssen anerkennend bn'vorgehoben werden. Besonders zeiämeten fiel: Oberleutnant Fclnw aus. der an der Sinai front zum werten Male, sowie Ober- leuwant Bauin und Leutnant Säst eisß die zum dritte,: 'JUtafe im Luftkanrpf« Sieger »oaren.
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