Ausgabe 
26.6.1917 Zweites Blatt
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nt. M Zweites Matt

tüzKch rntt Ausnahme des SonMagS.

Vorlagen:Stetzener Zamittenblätter^' und Lreisdlstt für den Ureis Gießen".

-ostsche«owo: zrankfnrt am Main Rr. N 68 -.

Vankverkehr: Sewerdebank Gießen.

J6Z. Jahrgang

_ en

General-Anzeiger für Sberhessrn

Dienstag. 26. Juni \%Z

ZwillmgSrundoruck und Lerlag:

B r ü hlffche Universiläts-Buch-u.Steindruckerei.

R. Lang e, Gießen.

5chrtstlettung. Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulstraße 7. Geschäflsstelle u. Verlag: bl.

Schriftleitung: 112.

Anschrist für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.

AUS Sterdt tmb Land.

® laßen. 26. Juni 1917.

Hessische U-Boot-Spende.

Werterhiu. gingen außer zaMoeichen kleineren Beträgen bei dem: Schatzmeister Kaiser!. Bankassessor Mecker-Darmstadt ein: Menwerke Hirzenhain, Hugo Buderus G. m. b. H., in Hirzenhain

1000.00 Mk., Exzellenz! Staatsminister von Ewald 500,00 Mk., Gemeinde Heimersheim 300,00 Mk., Daumstädter Bolksbank

200.00 Mk. Gemeindeschicke Bolnheim 132,50 Mk. Gräfin zu SobuS-Rödelherm, AffenheiM 260,25 Mk., Gemeinde Münzenberg 421,40 Mk., Stadt Daranstadt oOOO.OO Mk., Note Kreuz Hornberg 268^0 Mk., Gemeinde Ober-Widdersheim 105,10 Mk., A. Röser, RomMelsttuffen, 19,20 Mk., Klein-Steinbeim, Bürgermeisterei,

427.90 Mk., Bürgermeisterei Lämmerspiel 95,00 Mk., Ortslnlss- «nsschnß Dudenrod 32,00 Mk., Gemeinde Bauschheim 274,00 Mk., Bürgernreiiteoei Ober-Modau 80,30 Mk., Gewerkschaft Messel

500.00 Mk. M. Maldinger, Darinstadt, 3000,00 Mk., Kriegerver- em Rmnrod 153,50 Mk. Ans den Gemeinden: Ernsthofen und Herchenrode 60,80 Mk., Rohrbach 46,90 Mk., Nernheim 203,00 Mark Eberstadt 1485,64 Mk., Ealbach 33,50 Mk., Düdelsieim

183.70 Mk., Bischofsheim 548,20 Mk., Goddelau 210,00 Mk., Eich 41,07 Mk., Klein-Umstadt 111,20 Mk., Bleichenbach 119,70 Mark, Liublxim-Enzheim 215,00 Mk., Gissel 40,15 Mk., Narres- hausen 147,80 Mk., Babenhausen 604,00 Mk., Zeilhard 5,00 Mk., Waschenbach 31,90 Mk., Jägeshevm 128,39'Mk., Nieder-Roden 117,85 Mk., Hitzkirchen 40,00 Mk., Ueberau 384,40 Mk. Flotten- verein und Alice-Frauen verein Neustadt/O. 12,00, Mtce-Frauen- vevern Neu-Isenburg 804,65 Mk., Direktor Wilhelm Wenske, Rüsselsheim, 100,00 Mk. Ans bat Gemeinden Nexsau 73,00 Mk., ReinlMm 437,50 Mk., Hahnheim 141,20 Mk., Raibach 64,80 Mark, Send 174,00 Mk., Wolfskehlen 129,55 Mk., GräftnHansen

101,50 Mk., Oberau 31,00 Mk., Altenstädt 401,90 Mk., Blofeld

40.70 Mk., Baufchlierm 3,00 Mk., Nidda 804,00 Mk., Groß­bieberau 519,70 Mk., Sickenhofen 130,00 Mk.. Hvofheim 501,20 Mark, Rickzen 222,70 Mk., Herrbach 257,40 Mk., Hainichen 58,25 Mark, Höchst u/Nidder 186,60 Mk., Berstadt 235,90 Mk., Wöll­stein 384,50 Mk., Burgbractzt 20,00 Mk., Stadt Dieburg 671,20 Mark, Gemeinde Rodau 43,00 Mk., Gemeinde Herpershausen

248.90 Mk., Polizeikommissariat Grrrbe Mesftl 62:50 Mk., Kriegs- Hilfe Borsdorf 115,30 Mk., Ergebnis des Borttags am 29, Mai 109,59 Mk. Aus den Gemeinden Wixhausen 146,10 Mk., Brens- bach 154,00 Mk., diiederbügeii 71,00 Mk., Wenbach 54,20 Mk., Neu-Limburg 113,50 Mk., Biebelsheim 200,00 Mk., Räunheini 219,15 Mk., Unter-Widdersheim 193,20 Mk., Altenstädt 5,00 Mk., Mörfelden 161,15 Mk., Heuchelheim 85,50 Mk., Ortenberg

1080.00 Mk., Fr. Crumbach 363,35 Mk., Anlen-Diebach 77,30 Mark, Volksschule Schwuren 42,40 Mk., Aus den Gemeinden Wtheim 152,30 Mk., Niederklingen 158,00 Mk., Vilbel 418,55 Mark, Groß-Steinherm 284,00 Mk., Hühnernrald 541L0 Mk., LMdernhauseii 372,95 Mk., Nnder-Morlen 74,20 Mk., Pfaffen-

Schrabenheim 186,55 Mk., Bodenheim 60,00 Mk., Neunkirchen

123.50 Mk., Dudenhofen 383,70 Mk., Klein-Zimmern 54,45 Mk., Eckartslausen 220,00 Mk., Egelsbach 180,00 Mk., Georgenhausen 105,75 Mk., Mbach 150,00 Mk., Flonheim^ 176,25 Mk, Eckels- iKtm 173,00 Mk., Wiebelsbach 108,50 Mk., Freimersheim 225,40 Mark, Köddingen 64,50 Mk., Lonsheim 147,80 Mk., Sprendlmgen

456.50 Mk., Bofenl?eim 241,80 Mk, Muster 176,60 Mk., Unter- Schmitten 106,60 Mk., Lorbach 54,75 Mk., Oberrvden 140,25 Mk., Astbeim 60,00 Mk., Ober-Erlenbach 123,30 Mk., -Bad-Nauheim

3300.00 Mk., Mssel 229,25 Mk., Habitzheim 266,00 Mk., Bil­lings 74,05 Mk., Maßenheim 60,20 Mk., Freiloberstern 428,00 Mark, Spachbrücken 218,00 Mk., Gensiugen 127,00 Mk., Dietzen­bach 150,90 Mk., Lichtenberg 143,90 Mk., Dreieichcnhain 143,70 Mark, Kirchenkollekte Mittel-Semen 8,00 Mk., Ednrund Klein, Darmstadt, 100,00 Mk., Kriegshilfe der Post- und Telegraphen- Boamtinnen 100,00 Mk., Dr. A. C. Weber, Präsidertt ^s Ver- walttrngsgerichtsHofes 300,00 Mk., Kriegskiaineradschaft Hafsia

500.00 Mk., SenatspräsDeut Dr. Keller 100,00 Mk.

, Es werden auch ReichBanleiheu entgegeugeuonttueu. Reichsbank-Girokortto: Hessische U-Boot-Spenide, Darmstadt, Post­scheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 15633.

Weiterhin sind eingegmrgen: Frau. Konsul Klöne, Darmstadt, 100 Mk., M. Schuckiardt 100,00. Mk., Frau M. Kothe 100,00 Mk., Generalleutnant von Willich 100,00 Mk., Dr. E. E. Hoffm'arm I.

100.00 Mk., Major E. v. Roeder 100,00 Mk., Frau C. E. Merck

500.00 Mk., Ferd. Jordis 100,00 Mk., Dr. Hugo Bender 100,00 Mark.

*

** Die Anmeldung? n neuer F ern sprecha n- schlüsse, jwelche gelegentlich des planmäßigen Ausbaues der Fernsprechanlagen im kommenden Hochsommer und Herbst her­gestellt werden sollen, müssen abgesehen von den Orten, in denen keine Unterbrechung der Fmnsprechbanarbetten einttitt spätestens bis zum 1. August bei den zuständigen Postanstalten vorliegesn. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur nckt Mehrcruftoendun gen (% B. durch besondere Entsendung eines Bautrupps usw.) her gestellt werden können, werden in dem komm^enden Bauabschnitt nur dann ausgeführt, >wenn die Aittragsteller als Entschädigung für die Mehrkosten einen Baukostenzuschuß von 15 Mk. entrichte, oder, falls die Whrkosten den Bettag von 30 Mk. übersteigen, den wirk­lich aufgewendeten Kostenbetrag erstatten.

** Die Trocke nheit von 1893, 1915 und 1917. Der diesjährige Juni mit seiner ausnehmenden Hitze und Trocken­heit hat eine große Achnlichffeil mit den Junimonaten 1893 und 1915. Im ersteren Jahve herrschte vom 21. März an eine drei­monatige Trockenheit, die nur durch einige geringe Niederschläge unterbrochen wurde, bis zium 23. Juni. Im Juni 1915 lvar c$ ebenfalls bis zum 22. völlig ttocken, was zwar die Rebenblüte urrd die Einbringung der Heuernte begünstigte, jedoch dem' Wachsten des Sommergetreides nacksteilrg war. Wie im Jahre 1893, war auch im

Jahre 1915 der 23. Juni der Wvndepu.rkt, indem dieser Tag den ersehnten Regen brachte.

Landkreis Gießen.

e. Rüddingshausen, 23. Juni. Der hiesige Lehrer Otto Becker wurde unter Ernennung zum Offtziersaspiranten zum Bizefeldwebel befördert.

* *Klein -Linden, 23. Juni. T>er Gefreite W. Nürn­berger. Inhaber der Hessischen Tapfertettsmedaille und des Eisernen, Kreuzes, -wurde zum Unteroffizier befördert.

Kreis Lauterbach.

c. Alten - Schlirf, 24. Juni. Ter hiesige Lehrer August H i l g e r, Leutnant der Reserve, der seit Beginn des Krieges in, Felde stand und mit deM Eisernen Kreuz 1. und 2. Klaffe sowie mit der Hessischen Tapferleitsmedaille ausgezeichnet war, wurde am 1.3. April ds. Js. schwer verwundet. Die günstig vorgeschrittene Heilung schien trotz der schweren Berletzimg die Uebersührung in ein Hennatlazarett >zu gestatten, als ganz plötzlich Herzlähmung ern­ttot, die den Tod zur Folge hatte. Er war verlobt und stand im 27. Lebensjahre.

Kreis Schotten.

G) Burkhards, 24. Juni. PfarrVerwalter H vgy , der seit anderthalb Jahren die hiesige Pfarrstelle verwaltet hat und in unserer Gemeinde, sowie in der Nackbargemeinde Kaulstos sehr segensreich wttkte, wurde die evangelische Pfarrstelle zu Crum­stadt im Ried überttagen, woselbst er vor einigen Tagen seinen Dienst angetreten hat. Nur nngern sieht die Gemeinde den all­gemein beliebten Seelsorger scheiden. Zu seinem Nachfolger wurde Pfarrverwalter ,J o b, bisher Pfarrassistent zu Michelstadt im Odenwald, ernannt.

# Ulrich stein, 23. Juni. »Die hiesige Spar- und Tar- lehnskasse hatte im abgelauftuen Bereinsjähre einen Gesamt- kassenumfatz von 2 062 256 Mk., einen Reingewinn von 11320Mk. und einen Mitgliederbestand von 343 Genossen.

e. Ulrichsstein, 25..1Funi. Für die am 8. Juli auf dem Hohervdskops stattsindende Hauptversammlung des Vogels- bergejr Höhewklubs liegt bereits eine ganze Reihe von An- ttägen vor. Der Zweigverein Butzbach beantragt die Llbändermrg des Vereinsnamens Vogelsberger Höhen kl u b inVogelsbergeü Höhen verein" Ulrich stein stellt den Antrag, dem Vogels­berger HeimatmuseuminSchottenfür 1917 einen Beittaa von 50 Mk. zn bewilligen und für 1915 und 1916 je 50 Mk. nach ttäglich zur Verfügung zu stellen. Außerdem soll dem heffischen ge­meinnützigen Verein zur Vermittlung von Land- und Kur- aufenthaltinDarmstadt zur Herausgabe eines neuen Ver­zeichnisses der Sornmettvohnu ngen ein Zuschuß von 100 Mk. ge­währt werden. Der Zweigverein Hoherodskopf will die jähr­liche Backst der .Nubwirtschaft für die Zeit der Kriegsdauer auf 300 Mk. festgesetzt haben. Dagegeir soll die Gebühr für den Neben­anschluß der Wasserleitung erhöht werden. Die Schökftleittmg der VereinszeiffchrftFrischauf" wünscht den Zuschuß des Gesamt-

rrvaftangelLgeNhetten am Darmstadt und Siesten.

i \

Die Eröffnung der Kunstausstellung in Darmstadt hat am 114. Juni in ernfacher urrd ivürdiger Weise stattgefunden. Die vmr urancher Seite laut gewordene BejÄrchttrng, daß diese Veranstal- ^ tung zu dem Ernst der Zeit nicht passen würde, hat sich glücklicher- w«ffe «als unWitteffend erwiesen. Der Gesamteindruck der Aus- stÄung ffi ein durchaus würdiger.

Dw mit stielen Abbildungen versehene Beschreibung ist gut ausgestattet und verdient nicht mir von Bewuchern der Ausstellung gckkautt zu werden. Ich lege fte dem folgenden Bericht zugrunde.

Es ergeben sich bei der Durchsicht der Ausstellung drei Gruppen von Werken: - '

Erstens solche, die vorwiegend den HeLmats ch a rak te r in der Wahl der Gegenstände ausdrücken. Zu diesen zähle ich:

1. Richard Hoelscherin Darmstadt, den zäveiten Vorsitzenden der freien Bereinigung, und hebe besonders folgende Mlder hervor^ Nr. 184 Katzenbergerinnen, Nr. 185 Heffische Kindergruppen, Nr. 188 Am Guckfenster, Nr. 193 Sonniges Dorf.

2. W. Thiel mann in Willinghausen. Nr. 295 Nach der Taufe, Nr. 296 Drei Mütter, Nr. 298 Bauernbraut u. a.

3. O. Ubbelohde, Goßfelden. Nr. 305 Heffisches Städtchen, Nr. 306 Sommertag an der Lähn, Nr. 304 Hochwasser, Nr. 303 Abend am Fluß.

4. Georg A l 1 h e i nt, Darmstadt. Nr. 96 Oberhessische Land­

schaft, Nr. 97 Darmstadt im Schnee, Nr. 101 Teil bei Nieder- ramstadt n. «a. /

5. H. R. Kr ö h, Darmstadt. Nr. 214 Lichtenberg i. O., Pastell, Nr. 217 Landschaft aus dem Odenwald, Aquarell.

Me zweite Gruppe umfaßt Werke und Mnsller, bei deiren einer­seits die Heinmtmotive hervortreten, andererseits der Uebergang zu dem allgemein Natürlichen und Menschlichen vollzogen ist. Hier­her gehört besonders das Ehepaar Adolf und Anita B«y est, bei dem ttotz der Verschiedmhetten im einzelnen eine ausgeprägte Freude urrd Kraft der Farbendarstellnng in echt malerischer W'eise hervor- ttitt. Lffs Hessenbilder im engeren Sinne formen dabei folgend^ Werke gelten.

Adolf Beyer. Nr. 116 Aus Krarrichstein, Nr. 114 Darstel­lung einer Szene aus demDatterich", zur Erinnerung an dis Aufführung im Hoftheater in Darmstadt. Anna Beyer. Nr. 119 Am Herrenhaus, aus dem Prinz-Emil-Garten^ in Darmstadt. So­dann geschieht der Uebergang in das allgemein Künstlerische vog Adolph Beyer durch das in Form und Farbe hervorragende Nr. 113 GiÄne Haarbarrd, sowie Nr. 118 Madchenakt und Nr. 117 Tulpen, sowie Nr. 110 das Bildnis des' Herrn^ Bürgermeisters Mnetter, des Geschäftslefters der Ausstellung, sowie Nr. 111, MldTris des Herrn Hvffängers E. Göbel, ferner wn Anna Beyer durch die farbenprächttgen Blnm-enbilder Nr. 122126.

Hierher gehört ferner: Ernst Eimer in Darmstadt durch Nr. 153 Aus Oberhessen, Nr. 150 An der alten Brücke, Nr. 152 Im Darm­städter Kriegslazarett, während er gleichzeittg durch seine phan­tastischen und öfter komischen Märchenbilder ganz eigenartige Bah­nen einschlägt- Hierher gehören die Bilder Nr. 155 und 156 Dev Mänsephilosoph und Waldmärchen. In der Künftgewerbe-Ansstel- lnng in Gießen sim Jahre 1914 Chatte Eimer eine größere Anzahl von diesen Märchenbildern ansgestellt, die im Zusammenhang noch stärker wirkten, als die beiden noch dazu an verschiedenen Stellen anfgehängten Märchenbllder dieser Art in Darmstadt. Ernst Eimer hat Aveifellos eine ganz originelle Begabung und hat im Lauf der letzten Jahre wachsende Anerkennung gefunden.

Ferner gehört hierher Eugen Bracht, der einerseits (Nr. 144146) ausgeprägt hessische Bilder bringt, andererseits ganz eigenarttge Motive, die für mich in seinem Schaffen neu waren. Ich meine besonders Nr. 142 Templerschloß in Syrien und 143 Ruine im Hunsrück.

'Zu den .Mnstlern, die einen Uebergang von der Hessenkunst im engeren Sinne zu mehr allgemein künsüerischen Motiven darstelten, ist besonders noch Zeltner in Mainz, der leider nur durch ein Mld Nr. 321 Junges Glück vertteten ist, und Lippnrann aus Lich-tenberg i. O. zu nennen, der einerseits in Nr. 226 Mntersonne ein Motiv aus dem Krvmchsteiner Wlldpark bringt, andererseits sich durch zwei Bilder Nr. 224 Sämann und Nr. 225 Rast beim Pftn- gerr zu einer allgemeinen Darstellung deutschen Landlebens erhebt. In diesem Zusammenhang sei auch mrf das Bild von Willy Pree- torius in München, Nr. 254 Heideweg hingcwiesen.

Die dritte Gruppe umfaßt diejenigen Merke und .Mnstler, bei denen Mottve unb Anklänge der deutschen Heimat fast ganz fehlen, während sie sich ein selbständiges künstlerisches Reich von Vorstellung^ geschaffen lzaben. 5)ierher gehört vor allem die Sonderausstellung von L. v. .Hvsmann. Ich erwähiw vor allem die Bilder Nr. 4 Gelbe Segel, M. 20 Schmales Ufer, Nr. 6 Hirten, Nr. 28, Rettende Frauen, Nr. 29 Kletterer, Nr. 25 Flam- merttanz.

Alle diese Gestatten mit ihrem landschaftlichen Hintergrund sind durchweg der hessischen Gegenwart und Vergangen hett schein­bar vollständig fremd. LÜe stellen eher eine Art von idealisiertew Griechentum oder ein paradiesisches Menschentum vor, und doch finden sich! bei psychologischer Bettachtung >dieser Werke deutlich die inneren Beziel/ungen, welche diesen ans Hessen stammenden Künstler mit anderen bedeuteüden Künstlern ans dem Hessen- laM>e im weiteren Sinne in nächste Beziehung setzen. Bringt man diese Fülle von Mldern aus eine einfache psychologische Formel, so erkennt man in ihnen wesentlich drer Momente, nämlich 1. eine begeisterte Freude an der Farbe, 2. einen ausgeprägten Sinn für die Körperform, 3. eine vollständig musikalische wirkende Rhpthmik der Körperbewegung. Auch bei dem Liegen, Stehen und langsamem Gehen haben diese Gestalten einen rhythmischen Zug, der in ein anderes Knnstgebret übersphrt. Faßt man L. v. .Hofmanns Werke in dieser Weise auf, so versteht man seine innere Beziehung zu! enrem Künstler, der ein ausgeprägter Hessen maler in dem' vorher entwickelten Sinn ist und doch in der Art der Darstellung voll­ständig zu der allgernein menschlichen Höhe tzeransteigt, die in L. v. Hoftnanns Bildern hervorttitt. Ich! meine Bantzer, unter dessen Werken z. B. der Schwülmer Tanz einen geradezu dionysischen Z.Ugl hat. wie er genau in derselben Weise ber L. v. .Hofmann in manchem seiner Bilder, z. B. in dem höchst merkwürdigeirFlam- mentcmz, hervorttitt. Schon diese Sammlung der Bilder von L. v. Hofmann würde einen Besuch der Darmftädter Ausstellung mr höchsten Grade lohnen.

Hierher gehört ferner Schmoll von Eisenwerth durch seine Bilder Nr. 271 VorsrWing, Nr. 272 Felsige Küste, Nr. 273 Fischerboote. Von eigenartiger Bckdeuttrng sind seine sechs Kartons zn den seitlichen Wandbildern aus dem Nibettmgenzyllus im Corneliannm zu Wvrms. Schließlichi gehört hierher P e l l a r, der einerseits als Porttätmaler hervorttitt, andererseits einige n< ihrer Art zwar fremde aber sehr interessante Bilder zeigt, die man als tranmartig gesehene Landschaftsbilder mit Menschlicher Staf­fage auffaffen kann, nämlich Nr. 248 Sommernacht und 251 Lie'besgartem

Selbstverst ändlich kann das Vorstehende den In hall der Aus­stellung bei wertem nicht erschöpfen. Vieles wird der Beschauer der vorstehenden Einteilung noch angliedern können. Vor allem ist es vorerst auch rwch nicht Möglich, über die reichhaltige Aus­stellung der zeichnenden Künste auf Grand der erste,: Besichttgungen ein zusammenfassendes Urteil M geben. Es närd dies später iM Znsämmenhang mit der Besprechung der Bildhauerei und der an­gewandten Krmst geschehen. Jedenfalls nucß das G-esamttrirteil über die Ausstellung, auch wenn der Einzelne einige besondere Wünsche über teilweise andere Gruppienmg bet der Aufhängung zu äußern hätte, enr durchaus günstiges sein. Bor allem' ist zu betonen, daß überall ein ernsthaftes' Streben hervortritt, welches diese Aufstellung mitten in den schwierigen Zeiten des Krieges als berechtigt, ja sogar als notwendig erscheinen läßt.'

> n -

Mit der Hessischen .Krmstausstellung 1917 ist drc Entstehung der Sammlung des oberlzesfischen Kunstvererns in Gießen in eigenartiger Weife verkirüpft. In den Werbeschriften war von vorn­herein Wert auf Stiftung von Bildern für gemeinnützige Z iwe cke mit Ankauf in der DarmstLxter AnsstEang Wert gckkgt. Meser Gedanke hatte bei den: Protektorat des Gwßherzoqs von vornherein eine wesentliche Bedeutung in sozialer Beziehung. Dabei wurde der Grundsatz festgehalten. daß jeder Stifter selbst bestimmen kann, für welchen besonderen Zweck er dcrs von ihm' gekaufte Bild vettvendet haben will. Me in Gießen und Obertzessen wohnenden Stifter haben sich nun einstimmig berett erllärt. daß die von ihnen beschafften Bilder der in der Entstehung begriffen Sammlung des obevhessischen Kunstvererns in Gießen zukommm sollen. Cs tzaben. sich hieran bisher die Herren lGeheimrat S: Heichel­heim, Geheimrat Dr. W. Gail, BanLirektor Albert Hei^lheim Kommerzienrat Ekoos, Nidda, Fabrikant L.«,

Landgerichtsdirektor Bücking, Schriftsteller A. Bock, Stadtver­ordneter Krumm, Fabrikant L. Meper, Geheimrat Sommer und Ppppert beteiligt.

Ans diesem Wege wurden bisher die Bilder von R. Hvelscher: ,F!atzenbergerinnoM" (Nr. 184) undWnr Gucksenstett' (Nr. 18/8), A. Beyer:Das grüne Haarband" (Nr. 113), I. Lippmann .Mast beim PMgen" (Nr. 225), Phllipp Zeltner .^Ju^es Glü^ (Nr. 321), Bolz:Ewigkettsähnen" (Nr. 130), E rm er: ^Waldmarchew^ (Nr. 155) für Gießen beschafft. Einige andere Erwerbungen stchen noch in Aussicht.

Bei dem Ankauf, der 'bei der Eröffnung von einer Reche der vberhessischen Stifter gemeinsam beraten wurde, lagen folgende Ueberleg-ungen zugrunde:

Der oberhessrsche Kunstverem ist vor einigen Jahren Mr Anlage einer eigenen Sammlimg übergegangcn, indem zunächst ein wertvolles Landschaftsbild von Ubbelohde, das gegenwärtig in dem Borsaal des Theaters hängt, erworben wurde. HierM ge­sellte sich durch Stiftung ein Bild von Keil, der von der Be­schäftigung mit der Kunstgeschichte zur ausübenden Kunst über­gegangen ist. Von vornherein bestand der Gedanke, die Sammlung des, öberhesfischen .Kunstvereins im Sinne einer charakteristischen hessischen Sammlung zu erweitern unter Hervorhebung des Heimatlichen. Dabei sollte jedoch! nicht nur die Hessenkunst ml engeren Sinne, d. h. mit Darstellung von bestimmten Motiven aus dem Hessenlande selbst, gepflegt werden, sondern Z hudelte sich darum, charakteristische Werke der hessischen Künstler, auch wenn sie das Mlgememr-Natürliche oder -Mensch- llche oder freie Komposition darftellen, zu bekonnnen. aus denen der Beschauer emen Ueberblick über den Gesamtbestand der hessi- ichen Kunstleistung erhalten kann. Auf diesem Boden, der zu- uachstdie oben geriannten -ersten beiden Gruppen, wie sie in der T^rmstädter Ausstellung zur Erscheinung kommen, umfaßt, ließ ftch melleuht spater eine Kunstsammlung, in der auch die dritte Gruppe vertteten sein müßte, ausgestalten.

llrttett>effen ist nun durch'die außerordentlich interessante und kunsSerftch wertvolle Sttftung des Herrn Fabrikanten Gustav Bock d-ve Stadt Gießen mit einem Schlage in den Besitz einer solchen' E allgemeine Eiitwicklung der Malerei darstellenden Sammlung von WerLn gÄonrmeii. UM so mehr erschien es notwendig, bei dem Ankauf für den Kunstverem mehr die ersten betten Gerippen zu be rnckftchtlgen. Mes ist durch die obige Auswahl geschehen, bei der eme ganze Zeche^der aussttebenden heffischen Mnstler zur Wirkung kommt, ^lbstverstandlrch ist es wünschenswert, sie zu erweitern, mtt m d^ Darmstädter Ausstellung böte sich eine sehr günAge Gelegenheit, dres m tun. Ich würde dabei vor allem Werke von Threlnumn, Willy Praetorins, Engen Bracht, Georg Allhmm. Anna und H. R. Kröh Vorschlägen. Neben dieser.wei- term Berücksichtigung der ersten betten Gruppen könnten wir daran denken, auch \t ein Bild von Ludwig v. Hoftnann' und Pellar zu ^werbem Vor allem Wäpe es zweckmäßig, auch eine Reihe von Blattern von der Ausstellung der zeichnenden Künste für die Gieße ner Sammlung M erwerben.

^Vci^iesem Man gehe ich von der Grundidee aus, daß sich der Erhe,ftsche Kunstverein, seitdem er sich selbständig gemacht hat deutlichen Aufwärtsdcwegimg lrefindet. Mese kennzeichnet ftch durch die Beschaftenhert und den zahlreichen Besuch der von ibm veranstalteten periodischen Bilderansstellungen, sowie durch die so­gar wArend des Krieges anwachsende Mitgliederzahl. Sicher wttd dieser Bcrem im engsttn Zusammenhang mit der Stadt Gießen, die nurimebr durch dre Bock-Sttftnng selbst in den Besitz einer seho Z^Men Sammlung gekommen ist, in der Weiterentwicklung des KunWckcns m Gießen eme große Bedeiitnng haben.

Wir müssen jetzt die Grundlage für die weitere Entwicklivig ^en, rnd-em wrr du eigene Sammlung des Vereins, die praktisch mtt dem Besitz der^Stadt Gießen an .Kunstwerken vereinigt bleiben Muß m zielbewußber Weffe weiter entwickekn. .Hierzu hat sich gerade setzt ein neues Moment ergeben, indem der Verein Gelegen- bre außerordentlich interessante Sammlung von Aquarellen

Jr \. er ? t ,,Vertreters der Kunstgeschichte und Architektur an der Unwersttat. Professor von Ritgen, zu erwerben. Mese Sarnmlung lwii 200 Aquarellen ist inhaltlich geordnet zrmächst

^ Mitglieder des Kunstvererns in den nächsten Tagen aus gestellt. Hoffen wir. daß sie als Denkmal für diesen bedentenden Mami^ den, Deutschland die Wiederherstellung der Wartburg vMrnrt. für Gießen erhallen bleiben wird. R. So m m c r