m. M
Zwettes Blatt
Ibk. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
8 ei lagen: ..Erckgener ZamUsenblSttrr" und ' „Kreisblatt für den Kreis Gießen".
Postscheckkonto: Srmtffttrt am Main Nr. U686. Bankverkehr: Gewerbebank Eirhen.
Senerai-Anzerger für Gberhessen
Montag, 25. Juni M
3roilUng5ntnborucf imb Vechikn,:
B r ü hl'schr Untversitäts-Buch-u.Stnndruckerei.
N. Lange, Gießen.
Zchrifttritnng. GeschäftssteNe und vrnüersi:
Schulst, aste?, Eefchäf:sslelle n.Verlag: öl,
Schristleitung: b-AD 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießeir.
Die Reichrgegeideordnung für dir Eyrte
et9\l
iner letzten
Berlin, 23. Juni. Der Buudesvat hat in seiner SiVrng den, Entwurf einer Re i chS getr erd e o r bnutt £"für die Ernte 1017 feine Zustimmung erteilt.
Die ErWrmrgen des letzten Winter jahres ließen cs geboten erscheinen, im. koMmendm EmtejoHr nicht nur daS Brotgetreide, fonlern auch Gerste , Hafer, Hülsen fr üchte, Bn-chwei^en und Hirse restlos zu Beschlagnahmen, diese Früchte durch eine Hand zu erfassen und sie durch eine Organisation. die Reichs getreidelt olle, zu bsvirtschaften.
An bau bisherigen System: der Erfassung des Brotgetreides, das citd) auf die übrigen Früchte ausgvl>el)int worden ist, ist grund sätzKch festgebaKen: die Lieferung der Früchte ward künftig wie bisher entweder durch den 5k ommuna lver ixt \rd als Selbstlieferer oder durch die Kommissionäre der Reichsgetteidestelle, bei deren Bestellung der Kvmimrnalverbaud ufftzuwirkeu hat, erfolgen. Dabei ist die Selbstwirtschaft der Kommunal'verbände aus diejenigen Kommunalverbünde besckiiränkt worden, die'nach den Erfahrungen der Erntejahre 1915 und 1916 voraussichtlich zur Ver-sorgnng ihrer Bevölkerung bis pt lo. Mai 1918, also 9 Monate, aus- reichen; die Lieferung beschlagnahmter Früchte durch den^Kvm- munalverband an die Reichs getr ei de stelle als Eigenhändler (Sclbst- lieferuug) rvitzd ferner nur den selbstwirtsdiaftendeu Kommunal- verbänden und auch diesen nur dann gestattet, loarn sie bestimmte Bedingungen erfüllen., insbesondere eine kausmännisch eingerichtete Geschäftsstelle unterhalten, für den Einkauf mindestens zwei Kommissionäre bestellen, die gegenseitig in Wettbewerb treten und die Komk.stissions gebühren restlos überwiesen erhält«ferner der Reichsgetreidestelle wöchentlich eine genaue Nachweisung der ein- gebauftcn Mengen einsenden. Selbitzvirtschiift wird es übrigens nur bei Brotgetreide und in gewissem Umfang zwecks Bewirkung, deS Futtcvcrusgleichs bei Futter getr eide geben: der Aufkauf von Hafer und Gerste zur Nährm i t t e l- u n d B i er he r st el l u n g auf Grund l»esvnderer Bezugsscheine wird nicht mehr stattftnden, die Zuweisung geeigneter Qualitäten für diesen ,Zweck wird vielmehr ausschliesfltch Sache der Reichs getr ei de st eile sein. Dem .Handel wirb künftig eine größere Betätigengsmog-lichjkert als bisher gegeben sein. Die bezüglichen Vcrlxnchlüngen mit dar amtlichen Handelsvertretungen nähern sich dan Abschluss.
Uur! die K o m nt iu n a I v e r bände in den Stand zu setzen, den ihnen obliegenden Pflichten zu genügen und für die Abernttmg, dar lVljuSdrusch Und die Ablieferung der Früchte Sorge zu tragen, sind ihnen gegenüber dem! bisherigen Rechte wesentlich e r w e i - tertc Machtbefugnisse ein geräum t ivordeu, entsprechaid den schon für den Frühdrusch vorgesehenen Machahnten; namentlich können sie erso-cderlicl^n Falles zur Erfüllung ihrer Belli PflichttmgM alle in ihrem' Bezirke vorhandene)i landwirtschaftlichen Geräte und Bettiebsmßittel jeder Art, also auch, soweit nicht die besonderen A : ird.nrngen des KoUesE-smmisstrrs entgegarstehen, Kohlen in Anspruch nehmen. Die Pflicht des Kommunalverbaudes,- für di« Abliefavng der in seinem Bezirk angebauten Früchte zu. sorgen, ist zu eine - Haftung für die Ablieferung in der Art ver- aickftet worden, daß der .KvattnunalverMid eine Kürzung der für seine t<r'arg:-ngs bcveckiittglc Bevöltz.wtmg und seine Selbstoer- ,'orgcv ststMsetzten Verm-vuckHntieugrat an Brotgetreide, Mehl und Nährmitteln zu gewärtigorr hat, waur er es ellva schuldhaft untere lassen sollte, seinen Lieferpflichten rechtzeitig zu genügen. Die Festzl-ell'nug der Lieferps schien soll aus Grmid der im Sommer sdattfmdendeu Eumteschätzung nud der späler vorzunehmenden Nack>- schätzungen erfolgen. Dabei sind die festgesetzten Margen innerhalb t«r bestimm.en Fristen, die darüber hinaus verfügbaren, also die sonst schon aui gedrvftharen oder durch die Festsetzung nicht erfaßten Menga', !»m>?ils sofort nachdem sie lieferbar geworden sind, der Reick ^gctretz . stelle zur Bersügung zu stellar. Dieser Haftung des Kvm rit ihren Folgen entspricht eine Haftung
:«r Gmremda: gegenüber dair Kc>mmuna.lverbatrde und eine Haftung der einzelnen Erzeuger gegen über dar Gemeinde oder, wo die Umlage durch i>en KomurumÄverband immittelbar auf die Erzeuger vonga-ammen wird, .der letzteren gegenüber dem Komnttmalver- bände. Die Folgen der Haftung sollen insoweit nicht ein treten, als die Unterlassung rechkeitiger nud volfftändiger Ablieferung aus einen Umstand zurückzuführen ist, den ein ablieferungspflichtiger Betrieben nt« nelM-er nicht Atu vertreten hat, insbesondere also, ch )oei: 5er Auedcusch infolge Kvhlemu'a,Igels nicht mißlich war oder BvrrSte nachweislich ohne sein Berschuldai zugrunde gegangen
Grundlage für die Ueberwachung der Ersasiung werden die Wir tsch a U skar ten bilden, die für jeden landwirtschaftlichen Betrieb bei dan Kommunal verbände, wahlweise auch bei der Gemeinde zu ftihren sind. , ^
Den Kom: illmalverbänden nud Gem-enidai wird durch dre Neuregelung eine erhebliche Mehrarb eit auferlegt. Zu ihrer Erfüllung sollen in möglichst großem Umfang die Lehrkräfte sowie Hilfsdienst Vst
süllm
ft u. _ .
Hierbei ist in 'Aussicht genommen, die Zuschüsse nicht nur nach der erfaßten Mn ge, sondern auch nach der Zahl der geftihrten Wirtschaftskarten zu bemessen.
Dem Kommunal verbau de ist die Möglichkeit gegeben ivorden, z'.oecks rascher und nachdrücklicher Durchführung der gesetzlichen Bor- zchriften, namentlich der Bekämpfung des Schleichhandels, Vorräte, die einer gesetzlichen Vorschrift zuwider hergestellt oder iu den Verkehr geben cd t werden, olme Zahlung einer Entschädigung zugunsten der Ncick)sgetreideftelle für verfallai zu erklären.^
Ueb-er die Mengen, die die Landwirte aus ihren selbstgebautea Fnichtcn zun Ernährung der Selbstversorger, zur Fütterung des im Betriebe gehaltenen Viehs und zur Bestellung der zum Betriebe oehöre-ndeu Grundstücke verwenden dürfen, konnte in der Verord- * mmg ebenso.neuig etwas gesagt werden gvie über die Mengen von Brot und Mehl, die der einzelne Verbraucher iür kommenden, Erntejahre zugewiesen erhaltm wird. Dies alles häng t vom Ausfall der Ernte und von dai Forda.mngen,für Heeresztvecke ab ind Tarnt
träge eingeoemgen und durch den Kraskassenrechner Kmch über-Inder telephonischer ErlediNMg Geldbeträge bagcfügt sind, wiesen ivorden' I Die Geldbeträge werden babei meiitens ut odetnat nnttciC'
A. An den Landesverein vom Roten Kr eiu z : Klammem mit dem Anträge verbunden. Dieses Versalien bringt Hausen sPsarrer .Hepding)'100,00 Mk., Billingen (Pfarrer Köh- die Gefahr mit sich, das; die Geldbeträge in V,erlüft geratem Aas ler 42.70 Mk.. Notmenroth (Pfarrer Kö.b.ec 50,00 Mk., Hol G.merallommando er,ncht vai^r, m Zukunft tn .rNat ^tragar, heim (Pfarrer Freitag) 100,00 Mk.. Treis a. Lda. (Pfarrer Böci vmen E^eldbetragebetgesugt ioerben, diese stets in cineni Br reiner, 5 00 Mk ' rui'ainmen 297 70 Mk . nm, chlag, der m sauer f-msichnft den Abpnrder ,mme dt- Ge-
8. An dic Mitteldeutsche Kreditbank. Filiaie ichästsnmnmer des Aittrager- enthält. ,n^vcn»!nn,en.
Gießen, auf Konto des Kreiskomitees: Wieheck (Hauptlehrer Weyl) I Tabakersatz. Drc netteste Krtegvware i)r ein Txwak-
29,50 M k.. Staufenberg (Ortsausschuß der Lahn (für. Weihitachtsgäben)
(Lehrer Jacob) 70,00 Mk., Villingen (Ortsausschuß nachtsgaben) 75,00 Mk., Birklar (Lchrer SlMer, Erlös
für
daher erst später festgesetzt werden. Hierhn wird auf
bi:
Siche
rung der Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichar Erzeugung durch Ausreichende Ernährung von Mensch und Tier entscheidender Wert Alegt werden.
Berlin, 23. Juni. (WDB.) Mit Rücksicht auf die bereits beginnende Gersten ernte gibt das Ktie g sernährungsam t bekannt; Durch die neue Reichsgetreidcordnung bom 21. Juni 1917 ist Gerste allgemein beschlagnahmt. Es können also von den Landiaftten nickt, wie im abgelaufenen Jahr, bestimmte Mai- , gen zurückveüallen oder freihändig veräußert werden, auch nickt zu! Saatzwe iieu. Der 5)andcl mit Saatgerste wird durch die in der Reicksgetreideordnung vorbchaltene, demnächst erscheinende Berord- mmg über Veit Verkehr mit Saatgut geregelt werden. Bezüglich der Sommergerste, insbesondere wegen der den Landwirten zu eigenem Verbrauch zu überlassatden Mengen, werden ebenfalls noch besondere Bestimmungen ergeben.
Arrs Stodt und San-.
Gießen, 25. Juni 1917.
Kreiskornitee für Rotes Kreuz und KriegShilfe.
'« Bei dem Kreiskomitee sind rn der Zeit vom 11. Oktober 1916 vis 10. Juni 1917 aus folg-Mden Gesnerien die beigesügten Be-
Aehraftcsal'! 36.60 Mk., Quackborn lPfarramt für Weihnachts- gabat 119,30 Mk.. Lauter (Pfarramt für Weihnachtsgaben) 91.60 Mark, Eitingshausen (Pfarramt für Weisuachtsgoben) 90,00 Mk..
N. N. 0,20 Mk., Lollar (Hauptlehrer Sehrt- 20,20 Mk.. Wieseck (Pfarrer Bembeck) 20,00 Mk., Grünberg Bürgermeister Rauft, Erlös für Obstkerne) 77,05 Mk., Lindenstruth (Mice-Frauenvereüi, für Weihnachtsgabat) 40,00 Mk.. Lich (Bürgermeisterei) 33,00 Mark, Treis a. d. Lumda (Kirch«) 13,53 Mk., Stau gatrod lSchule)
O, 50 Mk.. Neiskirchvlt (Schallet 1.25 Mk.. Mten-Buseck lKirchap- vorsteher Wagner) 2,00 Mk., ? (N. N.) 1,09 Mb, Weickartsham (Schule! 1,00 Mk., Rodheim (Bürgermeisterei) 0,50 Mk., Holz- Heim (Ortsausschußt) 100,00 Mk., Drais-Horloff (Schule) 1,50 Mark, Staufenberg (Lehrer Schlapp) 20.00 Mk.. Daubriugen (Ortsausschuß! 23,26 Mk.. ? (N. N.) 0.06 Mk-, Huugeu (Fcau Gousenhäuser) 2,00 Mk.. ? (N. N.) 2,55 Mk-, Langsdorf (Lehrer Leidick, aus Kciegsl>etstunde> 20,02 Mk., Gicft.m (Kreisschul-' Inspektor Prof. Tr. Alles, Erlös für die durch Schulen ge sammelte.: Bvennesfelsteugel) 52,92 Mk. An Geburtstagspenden gingen cin: Birklar (Ortsausschuß 33,00 Mk., Münster (Ortsaussckuß
51.00 Mk.. Ober-Bessingeu (Lehrer Jacob und Frau! 10,00 Mk., Ober-Bessingen (Pfarre? Ahlhcim) 16,00 Mk.. die Ortsausschüsse von: Rödgen 3.00 Mk., Hausen 40,00 Mk., Grüningen
20.00 Mk., Langsdors 40.00 M., Lang-GönS 117.00 Mk., 9tüv- dingshauscn 5,00 Mi., Grünberg 200,00 Mk., Langd 69,00 Mk., Bellersheim 30,00 Mk.. Ziuttershausen 12,00 Mt., Trohe 12,00 Göbelnrod 6,00 Mk., Obbornhofen 25,00 Mk., Lindeiistruth 9,00 Räark, Garbattcich 50,00 Mk., Treis a. ö. Lumda 8,00 Mk., Watzenbortt uitd Steinberg 73,00 Mk.
C. An dasD Ban khaus S .Bleichröde r in Berlin (für erblindete Krieger.: Langgöns (1. Schulklasse) 10,00 Mk., Ober-Besfingen (Frau Lehrer Jacob) 31,00 Mk.
I). Alt die Bank für Handel und Industrie, Darmstadt (Spenden si"ir die hessische Ostpreußenhilset die Ortsausschüsse von: Illbach 53,30 Mk., Allendors a. Labn 160.60 Mk., Allendorf a. Lumda
285.00 Mk., Alten-Buseck 117,45 Mk., Annerod 106.00 Mk., itiülersbeim 180,65 Mk., Beltnöhain 60,10 Mk., Bettenhausen 82,10 Mk., Beuern 70,00 Mk., Birkl<rr 69,10 Mk., Burkhard- seiden 97,20 Mk., Daubringat 88,35 Mk., Dorf-Gill 254,80 Mk., Ettingshausen 20,00 Mk., Garbenteich 106,25 Mk., Geilshausen
125.20 Mk., Göbelitrod 71,80 Mk., llftoßai-Buseck 372.10 Mk., Grünberg 424,00 Mk., Grüningen 195,00 Mk., Harbach 47,00 m., .Hattenrod 20,00 Mk., Hansen 64,00 Mk . Heuchelheim 300,00 Mk., Holzheim 415,00 Mk, Hungen 502,80 M?., Inheiden 100,00 Mk., Klein-Liuden 321,00 Mk., Lattgo 312,35 Mk., Lang-Göus
500.00 Mk., Langsdorf 150,00 Mk.. Laifter 65,20 Mk., Leihgestern
300.00 Mk., Lick 398,90 Mk., Lttidenstrutb 76,70 Mk., Lollar 184,35 Mk., Lumda 56,10 Mk.. Mainzlar 55,50 Mk., Münster
72.20 Mk., Muschenbeim 20,00 Mk.. Nieder-Bessingen 88,00 Mk., Nonnenroth 100,00 Mk., Obbernhosen 57,00 Mk., Ober-Bessingen 65,30 Mk.., Ober-Hörgern 340,00 Mk., Oppenrod 151,70 Mk., Queckborn 100,00^ Mk., Roberts km fat 30,00 Mk.. Reinhardshain
147.00 Mk., Reiskircllen 51,00 Mk., Rodle>ai 32,00 Mk., Rödgcit
75.00 Mk., RötlMs 86,40 Mk., Rüddingshausen 90,00 Mk., Rnttersbausen 102,60 Mk., Saasen 90,00 Mt., Stangenrod 105,60 Mk.. Stmrfenberg 65,00 Mk., Steinbach 200,00 Mk., Steinheim
50.00 Mk., StocklMrsen 30,70 Mk., Trais-Horloff 20,00 MM Treis a. d. Lumda 255,10 Mk.. Trohe 31,20 Mk., Utphe 30,00 Mk., Villingai 210,85 Mk., Watzenborn 227,00 Mk., Weickartshain 41.10 Mk., Weitershain 85,90 Mk., Wtescck 20,00 Mk.
*
** Hessische Hand Werks ka in m c r. Der geschästsfüh- rcnde Ausschuß des Deutschen Handwerks- und Geroerbe tags hat sich mit der Frage der Heranziehung des gewerblichen: N a H w ^ ch s e s zum Handwerk eingehend besaßt und Leitsätze ausgestellt, die der diesjährigen Vollversammlung zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Als geei.gnetes Mittel wird die Berufsberatung und Lehrstellenoernnttlung iu einem besonderen Abschnitt behandelt, wobei die Handwerkskammern die nötigen Verbindungen mit bestehenden Stellen erstreben sollen. Weiter wird be- btandelt, einen stärkeren Zuzug zum Handwerk herbeiführen und hia:sür folgende Grundsätze für geeignet gehalten: a) Die Planmäßige Aufklärung der aus der Schule entlassenen Jugend, sich nicht eines augenblicklichen, oft nur vermeintlicher! Vorteils wegen ohne Rücksicht auf ihr späteres Fortkommen, ungelernten oder wichen Berufen zuzuwenden, die erfahrungsgemäß schon au Ueberfüllung
miieruug gut ausgeführter Gesellen,- Und Lehrlingsarbeiten, die Bereitstellung von staatlichen Mitteln zur Gewährung von Unterstützung von Lehrlingen, die Gründung von Lehrlingsoersichernngen »nd damit im Zusammenhang Herbeifühmng -nie; urch.rei ende - Neuregelung einer den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechenden Entlohnung der Lehrlinge, c) Während der lleber- gaiigszeit empfiehlt es sich, die in den Kriegsbetrieveu mit praktischer Arbeit zugebrachte Zeit auf die Lehrzeit anzurechnen. Auch die letzte' Vollversammlung der Hessischen Handwerkskammer hat sich mit dieser Frage befaßt, ivobei von. den Vorsitzenden am Schluß der Aussprache-erklärt wurde, die Verhandlungen bezweckten, die Mitglieder der Handwerkskammer cinstlbeilen zu informieren und etit Einverständnis daküber herbeizuführen, diese wichtige Frage in gleicher Wlsise auch in Hessen zu behandeln. Hierüber sind damals allerdings ganz mißverstandene Mitteilungen in einem Teil der Presse erschieuat. Tie hessische Handwerkskammer ivird die Lehrkingsfrage weiter verfolgen und zu gegebener Zeit an die Korporationen und Einzelmeister herantreten, damit diese wichtige Frage eine dar veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechende zweckdienlick^ Regelung im Interesse des Handwerks und der Lehrlinge erfährt.
** Ausnutzung des G ras Wuchses in den Ztcr- g ä r t e n f ü r d i e Z i c g e n - u n d K a n i n ch e n h a l t u n g. Die K lein tt er Haltung - Fvaen und Kamnchail hat in Gießen einen erfreulichen Umfang angawmmen. Da sich unter den Tierhalters sehr viele besindai, die selbst keine landwirtschaftlichen Grundstücke haben, macht die Beschaffung von Grünfutter diesen vielfach Schwierigkeiten. 5ffer kann die Hllfe der Ziergartcnbesitzer erfolgreich eiu- greifen, wenn sie ihr geschnittenes Gras den Tierhaltern in dev Nachbsrsckast abgeben. Diese werden gern bereit sein, es auf Mitteilung hin abZiibolen. Wso dies, angängig ist, empfiehlt es sich, das Gras möglichst laug wachsen zu lassen, damit ein gutes Dörrfutter bereitet werden kann.
** Anträge, denenGeldbetrage bcigerLgtsind. Nach Mitteilung des stellvertretenden (Äeneralkonrmandvs 18. Armeekorps kommt es häufig vor, daß Anträgen zwecks tele-ra?chischer
lcküte, Fenchelblättem, Saudellvlz und älpilichen aromatischen Dingen eine Mischung zusammatgeßelll, die zum Strecken des Tabaks dienai sott, aber auch so,.wie sie ist, in die^Pftife geswpft und aus^zeraucht ivarden länn. Ein 100 Gramm Tabakersatz ent ^ lallendes Päckchen soll 60 Pf. kosten. ?as Zeug, das nrcm viel- leickft auch als „Deutschar Tee" trinkai könnte, bratut zwar eut bißchen sck-arf aus der Zunge, aber es dürste Raucher geben, die froh sein werden, daß überhaupt En atz da ist. ______
Um seiner selbst und des Vaterlandes willen erjülle jeder seine Ehrenpflicht!
m den Räumen der Vezrckssparkahe Gietzen ist morgen vou 5 bis 5 Ahr geöfsnell
Landkreis Gießen.
# Hungen, 22.Juni. Die Sammlung für die 11-Boot- Spende ergab hier den schwuen Bettag von 646,70 Mk.
Kreis Büdingen.
ft A l t w ie d e r m u s, 23. Juni. In dem preußischai^ Dorfe Allenmittlau wurdc-^ ein Imker beim Einfangen eines Bienenschwarmes, der fick schwierig gehängt hatte, durch Stiche am ganzen Körper so zugerichttt, daß der Mann schwer kranke danie^rliegt.
ii- L an gen bcr gihe im , 22. Juni. Für die U-Boot- Spende gingen hier 93 Mk. ein.
Kreis Alsfeld.
up. Aus dem Ohmtal, 22. Juni. In der versivssarm Nacht hat es „Haber in bas Heu" geregnet. So sagt die Wcttcrregel von dem Regen, der zur Zeit der Heuernte fällt. Nacl' dr'r hishcri- ent Trockenheit aber kam der Regen noch zur reck)ten Zeit, tstim können die .Hackpflanzat gesetzt, dck Kartoffeln gehäufelt tvcrden nud die Sonrmerfrucht, der es zu heiß mid ttockeu war, kann ent- porwachscn. Die Heuernte ist noch nick)t gmrz beaidigt. In den Gruudwiesen find ^gnte Erträge zil verzeichnen, auf !>m 93a:g- wiesen naturgemäß weniger. Aber die Qualität des diesjährigen Heus übertrifft bei weitem die vorjälnige. Ein Arm voll von diesjährigem $xu hat mehr Wert wie dererl drei vonk vorjährigen. Die Folgen des schlechtat HaiS vom vorigal Jahr: weniger Nttlch und schlechter EmälirnugZustand des Rindviehs sind dies Jahr weniger zu befürchten.
up. Vom Lande, 22. Juni. Die ersten Waldbeeren, die Erdbeerat, loerdeu reif. Die Trockenheit schiat ihnen verhäng- nisvoll zu werden. Der jetzt erfolgte gründliche Regen schafft die wünschenswerte Vorbedingung. Tie Erdbeeverntc ist in letzteren Jahren nicht nfe besonders hervorgetteben, ja im vorigen Jahre börtc sie gmtz aM. In diese .ir Ialwe sind die Aussichten besser. Dies gilt auch beflnideus für die Himbeere. Die Himbeere iycct so vollkommen geblickt und ist so trefflich von den Biemm beflogar worden, ixrß die Aussickcha: für die Erträge als günstig gellen müssai. Heidelbeeren gibt es keine in unseren Waldungen: man hört ans ihren Bezirkat den Bestand loben, die ersten Eomnten bereits auf den Markt, lieber den Preis der Beeren verlautet noch nichts.
up. Vom Vogelsverg, 22. Juni. Im FvüUing ttaten viele Wespeuwcibcheii ans. Da jade dieser Stammütter eine Wes- patkolonie gründet, so stand eine Wespenplage in Aussicht. Die ist glücllichevweise nicht cingettoffeni Man sieht leine Wespen, sie sind anscheinend zugrunde gegmtgeu.
Kreis Schotten.
e. Schotten, 22. Juni. Dem Sanitätsunlerofsizier Heinrich M e r z, der früher bereits das Sauftätskreuz in Gold erhalten hatte, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.
e. Eschenrod, 22. Juni. Musketier WÜhelm B ö ch t r, in einem Res.-Juf.-Regt., Inhaber der .Hessischen TapferkeÄsmedaille, erhielt am 14. ds. Ntts. auch das Eiserne K'reuz zweiter Klasse.
O Gedern, 22. Juni. In der vergangenen Nacht fiel endlich der langersehnte Regen uni> brachte die für das Wachstum so dringend uollrendige Feuchtigkeit. Der Erdboden ist gut durchweicht, so daß heute, zumal der Himntek noch bedeckt ist, mit dem Setzen der D i ck wu r z p f la n z e n begonnen werden koimte; in Feld und Gartai herrscht ausige Tätigkeit. Alles atmet auf bet der erfrischenden Wirkung des mehrstündigat Ntederschlags nach der langen Wochen saigarder Glnt lhib austtocknender Hitze. Die Hosnruugen auf grftes Ernten sind bedeutend gestiegat.
HI Laubach. 22. Juni. Auf hiesiger B ürger metsterei wurde heute uacht ein schwerer Einbruch verübt. Durck) Zev- trümmerung der Fensterscheiben gelangte der Dieb in die inneren Raume. Hier fielen ihm in bent Kttssenbeftaud des Schreibzimmers 300 Mark als Beute in die Hände. Außerdan fand man 2 Rote- Kceuz-Sammelbüchsat erbrochen und geleert vor. Dculliche Fingerabdrücke und Fußspuren an Fenster und Fußboden dürften Imtb zur Ermittlung be:- Täters führen. — Lehramts«sseffor Dr. Otto Steiger, der bis zur Einberufung zum Heeresdiciffte an hiesigem Gymnasium tätig war, wurde nach beendeten' Ausbildungs- kiirsus für Res.-Off.-Äsp. im Warthelager zsem Btzefeldwebcr in einem Infanterie-Regiment befördert.
Starkeuburg und 9iheinheffen.
fe. Viernheim, 22. Juni. Der Landsturinmann Kamuff befand sich auf einer Urlaubsreife von Rumänien in die Heimat. Unterwegs fiel er aus dem Zuge in die Ilm und ertrank. Er hinterlüßt eine Witwe mit ueini Kindern.
Fc. Aus Rhein Hessen , 22. Juni. In Uffhofen kam dieser Tage ein Landwirt unverhofft quv dem.' Felde aus Urlaub und wollte seine Fvau überraschar. Als der Feldgraue seine Wohmmg bettat und ans seine Frau streiten uzollte, sank diese, von einem Herzschlag betroffat, leblos zu Boden.
Vrtefkasten der rtedaktis»«.
Mrrouyme Tlrtsvagen bleiben uuL-erücksichLis1.r
In den letzten Tagen gehen uns vielfach Anfragen zu, dte den Fragestellern besser in den eitffchlägigen Geschäftal bcanv^ortet werden Änneu. Sollen wir solche Fragen beantworten, wie z. B was ein Pfund Blei kostet, oder was die Zwiebeln im Mti gekostet haben, so Müssen wir uns ebenfalls an einschlägige Geschäfte wenden, nxts uns die Fragesteller durch Selbstbanühung ersparen mögat, denn es gibt für die Redaktion auch noch wichtigere Ajufgabcn, wie die der Auskunftserteiltmg.


