ZranMsHe Kinksterredrn in der Kammer.
Paris, 14. Jmü. (WTB.) Meldung der Agence Havas. rr a ra e r. Bei der ErSf ffarng der Sitzung erschien General P e r -- s h'in g inder Tiplomarenlage an der Seite des amenkcmi scheu Botschafters Sharp. Die Kammer bereitete dem amerikanischen <\k- jorarf eine begeisterte Kundgebung Darauf bestieg Ministerpräsident Ribor die Tribüne und erklärte, er wepde der Kämmer die von der Regierung geschuldeten Erklärimgen über das Borgehen i n G r i e ch e n l a. n d geben. Ribot erinnerte daran, daß die L-chutz- müchte nach dem Vertrag von 1864 verpflichtet sind, eine verfassungsmäßige Regierung in Grieckerrland ficherz-ustelleu. Er sagte, - Frankveick und England stimmten vollkommen darin überein, daß die verfassungsmäßige Ordnung verletzt wurde. König Konstantin ronnte nicht ixmnt beauftragt werden, sie wieder in Kraft zu setzen. Ein nsner Versuch imrrde vergMfch gewiesen sein. Die -schutz- mächte waren darum gezwungen. einzuschreften, um die griechische Verfassung ihrem wahren Geiste nach wiederhorzuftellen. Ribot rühmte sodann Venizelos (Baisall) und Io i m a r t , der von Frankreich, England und Rußland auserwäylt wurde, Und ft'lgte hinzu: Man drohte uns füg den Full, daß wir nach GyiScherllcmd gingen, mit eurer großen Gefahr, das heißt, wenn wir unsere Pflicht erfüllter!. Wir gingen nach Griechenland. Wir konnten nicht gegenüber unserer Pflicht fehlen. Abgesehen von einem vereinzelten Zwischenfall in Lawfsa hat sich «Sein bedauerliches Eräigms zugetragen. Ribot schil derte kurz das Vorgehen der franzöfis di^ai glischen Truppen, in Thes satten und berichtete dann, wie Jonnart in Salamis mit genügend starken Streitkräften eintraf, um dem Worte Frankreichs Achtung zu verschaffen, und daß Frankreich nicht die Ermordung seiner Seeleute vergessen kon?tte. Ribot verlas die von Jonuart empfangenen Depeschen, in denen er erklärt, wie er die ihm erteilten Aufträgei ausgeführt hat, ferrrer wie er bei Zainris vorging, was die Abdankung des Könr-gs -um Ergebnis hatte. Dieses Ergebnis, sagte Ribor, hat in der ganzen M den besten Eindruck gemacht. Jön- trart hat gezeigt/ daß die Alliierten, wenn sie eng verbunden sind, in der- Lage sind, Broe Verpflichtungen einzu halten nicht nur gegen-- irber dem einigen Griechenland, sondern auch gegenüber allen Mächten, und schließlich das beste Mittel, die Unverschämtheit niederzuwerfen und die deutschen Mmtöver zu bekämpfen. Darin besteht mit die EntfMoffcnhctt, trorNl gehen
Eme andeöe Stärttma kommt rms aus den Vereinigten Staaten. .(Lebbaster Beifall.) Ribot begnißfe dm General PerMvg und, den,amerikanischen Botschafter Sharp (anhaltender BeffM) und fuhr fort: Das Volk von Paris mit seinem in allen Lagen so sicheren Instinkt hat verstanden, daß es eines der größten Ereignisse der Geschichte tvar, als die Vereinigten Staaten in Europa auf den Schauplatz traten, nicht aus Ehrgeiz imd Erobe rungsfucht, sondelm aus dem Geiste der Gerechtigkeit heraus. Ribot rref noch den BÄsvll der Kammer hervor, als er der Botschaft Wilsons an die russische Regierung gedachte: Es handelt sich iricht um Eroberung, sondern um Wiederherstellung und Be fverung der unteidrücktM Völler. So wird die elsaß-lothriugische Fvage mit der größten Gewissenhaftigkeit behandelt. Ebenso edel witt> die Frage der Wiedergntm-aclwngeu gestellt, ebenso die der Schasftmg einer Vereinigomg der Nationen. (Lebhafter Beifall.) Das sind Ereignisse, die geeignet sind, uns aufrecht zu erhalten und zu stärken, falls wir uns Niederdrücken lassen könnten. (Zahl reiche Ruft: Das ist nicht zu befürchten!) Wilson hat eine Frage aestMt. Gut! Wir sind alle einmütig in unserer Antwort an ihn. Nein, wir lverden nicht nachgeben, nur werden siegen! (Lebhafter Beftall auf allen Bäicken.)
Narb Ribot, bestieg Minister Vi viani die Tribüne und berichtete zunächst, wie sich bie französische Olbvrdnnng in den Vor teftrigten Staaten dort ihres Auftrages entledigte und welch wannen Empfwig sie ftrnd. Er sagte: Kl Amerika bewundert man nrchü nur den französischen Mut, was man vor allem bewundert, ist im Gelassenheü, mit der Frankreich die grausamsten Schläge pa«m«utt und erwidert. In Chicago sagte mir ein amerikanischer B^uUer, daß Ameri ia die Sache Frankreichs bis zum letzten Mann mm Mm letzten Tvllar mrterftützen würde. Amerika ist mit dem i*j&axfltsi in den Krieg eingetreden, daß es keinen Frieden, ohne Sieg gibt. Das nmß carch unser Gedanke sein. Amerika bnrovls zum äußersten gehen, indem es uns dauernde Mitarbeit <jenmrrt. Wie Ribot erklärt hat: man muß siegen oder sich unterwerfen Die,Pflicht ist heute einfach und tragisch. Es heißt, bis «an Ende kämpfen, well nur nutzt einen raulen Frieden an uepmeir fimiten., ohne die Sohne unserer Söhne dem nächsten Masftuopfer auszusetzen. (Lebhafter Beifall.) Die amerikanische Armee brnrgt uns ihre dauernde Hilft. Verschiedener Ruhm wird un^r verschiedenen Bannern geerntet. Alle freien Völker stehen aufvccht da. Es wird keinen F-cieden geben, solange diese blutige Autokvave besteht, der wir bereits so fühlbare Streiche versetzt ha»m. Sw iverden den Weg der Pflicht schreiten. Sie besteht ein-
darrn, vor allem Männer zu sein. Wir werden bis aus Ende ^Lhen. (Langanhaltender Beifall.)
Zahlreiche Abgeordnete wrderten den öffenlliten Anschlag der Reden RibotS und Biwanis. Er wurde durch Handoujheben unter großem Beifall beschaffen.
Die Kammer begann barm mit der Erörterung der vvrläuft- gm Hmrshalts zwölftel. Gegen End: dcrs Sitzrmg forderten mehrere .'Dgevchnet^ t>aß dft Interpellationen über die Offensive vom 1V. zum 20. m einer der nächsten Sitzungen besprochen
würden. Der .Krftgsminister Pamleve wünschte, daß die Be Ipvechmrg in etwa 14 Tagen stattfmde. Die Kammer nahm fernen Bmnchlag an und fttzft die Debatte <ntf den 29. Juni fest
Bern, 15. Junr. (WTB. Nichtamtl.) Llponer Blätter mel j- * n <u rs Paris: Nach den Reden Ribots und Bivianis ging die Kammer zur Erörterung des provisorischen Budgetzwölftels über BA Erörterung der ergeMlichen Kriegskredite verlangte der Kien- z$ ?~ : r P Xl * ZN für bre Soldaten die Unterdrückung von Stniftn ^«fcefiemng oer Ncchrmrg, Auszahlung der Schützengrabenent- charngungau nechr Urlaub und Heimsendung älterer Jahresklassen
tadelte dre Beschlüsse Ribot-, tvas Prvtestruft auf der Ä^thrzaW der Banst, ausgenommen der Linken, hervvrrief De 'Wan el rief Brrzon zur Ordnung, der lst-erauf Frieden ^nrje d e n P rei s forderte. Deschanel erwiderte, nur die Kamme r unb die Regcerung könnten über solche Fragen svrcchen. ftl verwunderlich, daß ein Abgeordneter sich so äußern könne.
werden, mit dem Bertreterausschuß der Arbei ter unt° Soldaten zu einer MeinüngSglei ch heit zu kommen, solange er seine gegenwärtigen Anschauungen nicht ändert. Die Auftmhme, pie die englische, ftauzösische und amerikanilche Note gefunden fttben, wird jchem Zwaiftl darüber ein Ende machen. Die VerössenttickMig dreftr ?loten war das Signal für Ausbrüche in dem größten Teil
der sozialistischen Presse. Alle 3er & int b e^
it£ n wurden gl ei cher ma ßen v erur teilt. Diie
Noten wurden unbarmherzig zergliedert. Man findet die alte bürgerliche und imperialistische Auffassung in
neuer Form^, Als der grüßte Süiidenbock wird Wilson angesehen, ^eute Erklärung über die Kriegsziele wurde mit angesehen. Seine Erklärung über die Kriegs ziele wurde mir den Worten: „Klingende Phrasen" abgetan. Ämcrilg hat überhaupt einen rvunden Punkt für die russischen Pazifisteir. Sie vergeben es chm nicht, ' dah es in den Krieg ein-
getreten rst. Die britische Mte ivird abfällig kri-
tisiert, well sie von der .Eroberung des preußisckMi und österreichischen Polens spricht und die französische wegen Elsaß-Lothringen. „Nowaja Stiren, das Organ Gorris'' spritzt ihr Gift in seftrer Mise gegen die Alliierten aus, wie es noch niemlals zuvor .geschehen ist. „Djsle Narodna^ schreibt unter vielen,Beleidigungen,-daß bas Revolutionäre Rußland sich rüsten Misse, um seine pazifistische Stellung gegenüber den Verbündeten zu verteidigen. Das Organ des Arbeiter- und Soldatenrcrts erklärt, daß es die 9ioren ablehnt. Da die Regierung Regierung ihre Pflicht nicht erfüllt hat, sei es jetzt Sache des Volkes, das Wort zu ergreifen.
Der Petersburger .Korrespondenz des „Daily Chronikle" findet dies alles sehr^ entmutigenb. Der russische Vertreter- aus schuß bleibt dabei, daß das Kriegs'ziel die Befreiung untere drücktet Völker nur das verschleierte Streben nach Annerionen; sei. Man könne sich kaum einen Begriff macf>cn, wie die Mlnecteni dem Vertreter-gusschmß nod> mehr Zugeständnisse machen könnten, ohne ihn in seiner Haltung zu bestäiTken, die allen Hoffnungen auf einen demvkratischen Frieden den Boden eiuschlägt.
Petersburg, 15. Juni. Nach einer ?)ieldung der Petersburger Telegraphenagentur hat der geschäftssührende Ausschuß Des Arbeiter- und Soldatenrates als Ätntwor^ auf den Brief von 9Übert Thomas, Henderson und Vanderveldse eine Erklärung über das Progvamm der von dem Arbeiter- wrtz Soldatenrat geplanten internationalistischen Konferenz veröffentlicht, in der er darlegt, daß die russische Revolnti-on die dringende Nottv-endigkeit eines Friedensschlusses icnd einer Bereinigung der Arbeiter aller Länder zu diesem Zwecke betont habe, rmd zwar eines Friedens ohne Annexionen und' ohne Entschädigungen.
Amerika und Japan.
Rotterdam, 15. Juni. Dem „N. Rott. Cour." zufolge meldet die Exchange Delegram Company aus Washington, das Staatsdepartement) habe der Regierung in Tokio mit Qt teilt, daß zwischen den beiden Ländern ein M i ß v-e r stä n d n i s he r r s ch e. Gleick)- zeitig sei eine Untersuchung einaeleitet worden, um den Ur- fprunq der falschen Note festzustellen, die in Japan solchen Unwillen erregt habe. Me mlan glaubt, sei sie über New York nach Dokio geschickt worden.
Der neue englische LebenSrnittelkontrolleur.
London, 15. Juni. (Reuter.) Im Unterh ause teilte onar La w mit, daß der Präsident des Local Government Board, Lord R h o n n d d a, zum Lebe nsnrittelkon troll eur ernannt worden sei.
Wie der „N. Rott. Cour/' aus London berichtet, hätten vor der Ernennung Monnddas drei Männer, darunter der Brirder Lord Northcliffes, die Uebernahme dieses Amtes abgelehnt.
Dar Programm der deutschen Sozialdemokratie.
Berlin, 16. Juni. Der „Vorwärts^' veröffenttickst die tntworl der deutschen sozialdemokratischen Abordnung auf die vom Stockholmer Ausschuß gestellten Fragen. Darin heißt es u. a.: Die deutsche Sozigldcmo- kvatie erstrebt einen Frieden der Verständigimg mW hat von Zielsetzung aus dem Vorschlag des Petersburger Arbeiterund Soldatenvates auf Frieden ohne Llmrexionrn und Konttft butwnen auf der Grundlage nationaler Selbstbestimmung die Zu- sttmunmg gegeben. Zu den Einzelpunkten wird u. a. ausgeführt:
Wir sind Gegner Mialtsamer >Gebietscmeignnng. Mit der Ver- werftmg aller gewalpamen Annerionen ist selbstverständlich auch die Rückgabe entrissener Kolonien gefordert. Die Auf- zwmgimg einer KriegsentschadiMng ist zu verfverfen. Ablehnen müssen nur den 'Gedanken eurer einseitigen Verpflichtung zur WkederlZ:rftellung von Zerstörungen in den vom Kriege betroffenen Gebieten. Für Staaten, die aus eigener .Karst ihr durch den ^.Krieg zerstörtes Wittschaftsstben nickt Wucher aufbauen fthmen, kann internationa/c finanzielle aus Grund gegenseitiger Bereinbarrmg vor gesorgt werden.
Wir find für die Wiederherstellung eines nnaÄ)ängigen grens. Hinsichtlich Serbiens nnd der anderen schließen wir uns dem von
Hilft
Bel-
^ ^ BalKanstaMen
, ■ . - t,. ^ imfercit österreichischen Genossen Ge-
sagren au. Hinsichtlich Kongrcßpvlens und Fililands wird vemerkt: Dre Anerkennung des Rechtes dm Selbstbestimmung ih'^en nicht untersagt tverden. Ueber die ehemals selbständigen Volker gehobener Kultur, die früher das Opfer imperialistischer Un
Es
DeA-nel bat die Abgeordneten, den Worten Brizons nicht allzu Avye Bedcuttmg berzulegen. Die Kammer mrhnl sodann, durch Hmckaubheoen, öcn Arttkel über die eigentlichen K-riegskredite an ^ dm Kriegswld nur FronwffizieM<
^sb^t wett>en ftlß wurt^ nach längeren AusMkwungen an den Bndgetausschslß znrnckverwveien.
tenmrftmg geworden sind, ocren staatsrechtliche Zugehörigkeit aber duvch diesen .Krieg feine Aenderung erfahren hat, so Irland Aegypten, Tripolis, Marokko, Indien, Tibet, .Korea, heißt es- Die dentsche Sozialdemokratie bringt den Bestrebmrgen aller dieser Völker aus Wiedererlangung ihrer .nationalen Freiheit die größte Sympathie entgegen und würde es begrüßen, wenn die Sozialisten der \ent Länder beherrschenden Staaten chve Sttmmen Mguustcn der Besvcmng jener Nationen vom Druck der Fremdherrschaft heben wollten.
A u t v u o m i e die kulturelle
cr-
der Nationalitäten. Soweit hierunter
Die Revolution in Rutzlanü.
Die Autorität der provisorischen Regierung.
Petersburg. 14. Juni. (WTB.) Meldung der Petersburger Megraphe-mgentm-. Die v o r l ä u f i g e R e g i c r u n g veröffend ; 'fw Grlaß, nach welchem alle militärischen Vergehen wie An gehorsam, Meuterei, Fahnenflucht, die Weige-« ftung, zu kämpfen, und- die Aufteizurrg zu diesen Vergehen mit Zwangsarbeit und der Entziehung aller Rech.ft, darunter des Rechtes aiv Grundeigen ti un, bestraft werden.
Petersburg. 14.Juni. (WTB.) Meldung der Petersburger .TÄegraphenagenluc. Der Bauern kon g r eß hat -eine Ent- schllc'uug angenommen, die die Fälle von Fahnenflucht verurteilt tatb alle Bürger zum unbeugfamLn Kampf gegen die Fahvew-, .flüchtig«, aufruft. In der letzten :ftit werden überall die schärfsten Maßnahmen ergriffen, um das Hebel zu bekämpfen.
Petersburg, 14. Juni. (WTB.- Meldung der Petersburger TalLgraphenagentme. Mau meldet vmr dem Bahnhof Jalutorowsk der Bahnlinie nach Omsk ^Sibirien > die Absendung von 28 Wagen rntt PichU das die Bauern den Soldaten zu m Geschenk «emacht haben. Der Zug ist mit Jnsäwiften die das Vertrauen zu ver vorläuftgeu Regierung cmSdrücken, geschmückt.
Der Arbeiter- und Soldatenrat und die Antworten der Entente.
Amsterdam 15. JtMi. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dem
täSSFa **„Daily Chronftle" aus Petms-
\7iX4. m Iteyt fest, daß faje BerhLndeten Mühe haben-
Autonomie der innethalb eines größeren Staal»- Verbandes erngeglrederten fremdsprachigen Teile gemeint ist, wird die deutsche Sozialdemokratie gemäß ihrer seitherigen Stellung auch ftrneühm für deren weitherzigste Einräumung eintreten
töas dre Verhältnisse der verschiedenen Nationalitäten inAer- M des o,terreichl)ch-ungarisck-en Staatsverbandes betrifft, so schlreßeir wii uns auch hier dem von unseren österreichischen Partei» genossen Gesagten an.
, Wringen. Seiner ethnographischen Lage nach,
y nac, Abstammung und Sprache ist die Bewohnerschaft Elsaß- Lotlningens zu beinahe neun Zehnteln deutscher Nationa- L l L n !' Maß-Lothringen gehört sveiterhin auch nicht zu den ^metcn, du^durch den Gang des Krieges ihren Besitzer gewechselt ^bem Es rst von einem mpnalen (^ftenzsttmftn abgesehen, im Ääachrbereiche des derttschen Staates geblieben. Die gewaltsame Erzwingung einer Rückgabe Elsaß-Lothringens wäre nichts anderes als eine Llnneyon und zudem größwnleils eine solche fremdsprachigen Gebietes durch Frmlkrnch. Die beiitfdjc Sozialdcino- ftaiie fwbert für die Elsaß-Lothringer die Gewährnng voller Gleichoerechttgung als selbständiger Bundesstaat innerhalb des Deutschen Reiches sowie den freilurtlichen demokratischen Ausbau seiner inneren Gesetzgebmig und Verwaltung.
Der Grundsatz eines Friedens ohne Llnuextonen schließt freundschaftliche Verei nbar ung-eu über Greng- b e r ichet i g n wg e n , wo sie auch immer seien, natürlich nicht aus. , x s\i dieser Bellettung fordert die Antwort die Auerkcmn'uua emes internationalen Schtckdsgerichtes, dem. alte Streitigkeiten zrmschen den einzelnen Staaten vorzulegen sind. Zur Veränderung ^ Verletzung völkerrechtlicher Verträge ist eine überstaatlich« Rechtvorganisation zu schassen.
In die Friedensverttäge siird AbnmchunMM über eine R ü- slnngsbegrenzung zu Wasser und Kr 'Lande aufzunehmen.
bes WeltbandeSs während eines Krieges frnd wirksame Gararrttan zu schaffen.
Die Anpnart fordert ferner Sicherheit dagegen, daß der Kriegs als Wirtschaftskrieg fortgesetzt wird, als liandelspolitisches Ziel! die Beseitigung alter Zoll- und Vertehrss chrauken und für di-e Kv- lmrien ./offene Tür'', schließlich internationale Regelung von Frei- zügigfeir und KindersckMtz sowie Lllifchaffung der Geheimd-iptmaatt«.
Die europäischen Neutralen sind 'bei der Nmregetung wirt- schasrlicher.. sozialpZlitischer mrd rechrliä?er Fragen irrternationaler Art heranzuziehen.
Ueber die Tätigfeil der sozialistisckieu Parteien für den Frieden! wird u. a. gesagt: Die Arbeit für den Frieden kann nur damtz erfolgreich sein, wenn sie gleichz-nttg auf beiden Gäter unter-' nommen wird. Wir sind olme Vorbehalt zur Teiknahrne an eurer: Egemeinrn sozialistisckfen Friedenskonferenz bereit, n-efl wir es für die selbstverständliche Pflickst eines jeden Sozialisten halten^ für den Frieden zu wirken. Von einer Erörterung der Schuld-» frage, der wir nicht aus dem Wege geben. Formten wir undt eine Förderung des Zwecks der Konftrektz nicht verspreclnttl. Gegeir dre Teilnahme aller sozialiftisckiien MinderhellÄparteien an der allgemeinen Konferenz liabeu iui.r nichts elnzuwenden.
*
Die Stockholmer 51onfcreuz.
Petersburg, 13. Jwri. (WTB. Nichtamtlich-' Meldung der. Petersburger Telegravheu-i>:g7nrur. Man .flaubt hier zü. wissen, oatz die Zusamnüniberuftmg der Stockholmer Be- svrecpuug, die von dem Arbeiter- und Soldatenrat porge- schlagen wurde, ernstlichen Schwierigkeiten technis'ckser und politischer Art begegnet.
. Das Ministerinm Esterhazy.
V n > 15- Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Wiener Korr.-Dur^ lieber die Zusammensetzung des neuen ungarischen Mini-« steriums, dessen Ernennung das morgige ungarisch Amtsblatt: verösfentlicht, t>erlaillet: Im Kabinett Esterhazri werden sämtliche Parteien des ungarischen Abgevrdnetenchuß'S mit Ausnahme der nationalen Arbellspartei vertreten sein. Die einzelunr Portorenilles werden folgendermaßen besetzt sein: Ministerpräsident und Ml- Ulster des Innern Graf Moritz Esterhazy, Kultus und Unterricht. Graf Albert Apponyi, Handel Graf :9ela Serenyi, Justiz Prvvr-H )vrisch Wilhelm Vaszonyi, Finanz Dr. Gustav Gratz, Landes-» perteidigiing Feldmarschatteutnant Aferander SZumah, Minister: für Kroatien provisorisch Gras Madar Zichy, Minister am aller-» höchsten Hoflager Graf Theodor Balthyany. Die Mitglieder der. neuen Regierung .werden morgen wrnrrtvag in der Ojener Hof-^ bürg den Eid ablegen. Tie Vorstellung des neuen Ministeriums' im Abgeordnetenhause wird am 19. Juni stattsinden.
B' dopest, 15 Juni. (WTB.) König Karl ernannte in der heuttgen Audienz auf Vorschlag des neuerr Ministerpräsidenteni Esterhazy die nachfolgenden Mitglieder des Kabinetts: Minister des Innern Gabriel U g r o n , Finanzminister Dr Gustav Gr atz, Handelsminister Graf Bcla Serenyi, Unterricktsmim- - ster Gras Albert Apponyi, Justiz-minister Wllhelm V a s z o n y i . 1 Minister am Hoflager des Königs Gras Theodor Batthyan:) . # Minister für Kroatien Graf Aladar Zichy, Honvedmimster Frhü»« marschalleutnant Alexander S-u r ma y.
Die Blätter begrüßen das neue Ministerium als ein Kabinett der Wahlrefvrm, das die neue Zeit der demokratischen Reformen eröffnen werde.
Die ungarische Kriegsanleihe.
, Budapest, 15. Juni. (WTB.) Das Ergebnis der sechsten ungarischen Kriegsanleihe bis mm Zeichllunasterrniu am 12. Juni beträgt ungefähr zwei- e i ir h a l b M i l l i a r d e n K r a- n e n. Der Z-eichnungsterinür ist bekanntlich bis einschließlich 26. Juni oerläng.ert worden.
§eMeg.
Reue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 16. Juni. (Anttlich.) Durch die TLtigkett unserer U-B-ovte auf den nördlichen Seekriegs- ) schauplatzen sind weitere 19 500 BRT. verniclfte^ worden..
Urtter den Schiffen befanden sich u. a.: ein rmglischer Ta.7ikdcnnpfer vom Aussehen „Konakry" miBOel nach England, ferner ein gro-ßer tief beladener Erzdampfer und Mei unbekcrimte Frachtdarnpfer, die im Doppelschuß vernichtet, wurden.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
*
Kopenhagen, 14. Juni. (WTB.) Das Ministerium: des Aeuhern teilt ein Telegramm der däniscksen Gesandt-- schaft in London mit, demzufolge der dänische Dampfer „Dana", auf der Reise von England nach Dänemark mit einer Kohlenladung, rn der Nordsee versenkt worden sei. Der Kapitän und 15 Mann sind gerettet und in Grüftsdv gelandet worden. Bier Marm der Besatzung sind umgekommen.
Ro tterdam, 15. Juni. (WTB. Nichtamtl.) „Maas- bode" meldet, daß die norwegischen Fifchrfahrzeuge „Alaska' und „Shdkap" versenkt worden sind. Die Segelschifft „Kanal", „Argo", „Thomas Morus" und „Diana" (därn- schr Schooner) wurden als Wrack treibend angetroffen.
M§ dLM Reiche.
M ü n ch t n , 15. Juni. (WTB.) Der König vonBnlga- r i e n ist mit dem KronprinKen und dem Prinzen Cyrill nebst Gefiolge, «unter dem sich der billgattiche MinisterpräffdenL befand, um 10 Uhr vormittag zum ersten offiziellen Besuch eingetroffen.
Juni
1917.
AstK Stiröt unt>
ließen. 16.
Tie Ursachen der Kohlennot.
Vom Nachrichtenburcau des Kohlensyndikats wird eim> Mitteilung verbreitet, iit der cS heißt: Es muß immer wieder betont werden, daß die Störungen, die im Verlauf des vorigen Jahres und besonders im vorigen Winter in der Versorgung der Brennstoffverbrancher häufig eingetreten sind, ihre Ursachen keineswegs in erster Linie im Betrieb der Zechen hatten ,sondern in den großen Verkehrsschwierigkeiten, üre in dem andauernd großen Warenmangel auf der Eisen-, bahn und im Versagen der Wasserstraßen lväürend des star- keii Wmterfrostes bestanden. In demselben Maße, wie' die empfindliche Kohlennot im vorigen Winter zunahm, steigerten sich auch die Lagerbestände, aus den Zechen, deren Betrieb auf diese Weise stark behindert wurde. Wäre cs gelungen, die drei Millionen Tonnen Brennstoffe, statt sie auf den Zechenplätzen auf Lager zu nehmen, in den Verbrauch zu überführen und die infolge der Verkehrs und Betriebs- störungen ausgefallenen Fördermengen, die auf mindestens vier Millionen Tonnen geschätzt werden müssen, gleichfalls zur Verfügung zu stellen, so hätte uran ivahrscheinlich kaum von eurer Kohlenknappheit gesprochen:, und es wäre nicht die große Kohiennot entstanden. Denil die Forderuiig hätte sicher- ttch genügt, nni den notwendigen Bedarf für gelverbliche Verweiidung und für L'ausbraiid zu decken. Allerdings darf dabei Nicht übersehen werden, daß der B^rbraucl) vori Brenn- stoffen v^)e.utend gestiegen ist und die Steigerung noch weiter anhalt. Entsprechende Maßnahmen sind .in dieser Richtung öu umgehen. Mit der Politik hat die Kohlenförderung nMt da.) germgste zu tun. Es siuo rein bctriebstechärifthq


