Ausgabe 
16.6.1917 Erstes Blatt
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WffidjtSjJintfte, mcui) bie Kohlenfeuerung veeinflussen. Tie Decken haben keinen anderen Wunsch, als ihre Förderung möglichst hochzuhalten, um angemessene Gewinne für ihre Aktionäre und Gewerken zu erzielen. Andere Gründe den Zechen zu unterstellen, muß als eine grobe llngehörigkeit mit Nachdruck zurückgewiesen werden.

spendet Bücher ins Feld.

Auch an das Rote Kreuz in Gießen kommen täglich Bitten unserer Feldgrauen um Lesestoff, die zeigen, wie sehr man draußen diese Liebesgaben zur Aufmunterung und zum hinweg helfen über die Langeweile im Schützengraben nötig hat und begehrt. Wenn and) schon Millionen von Büchern von allen möglichen Seiten ins Feld hinausgesandt worden find, so ist es dod) immer wieder aufs Neue nötig, Lese­stoff für unsere Tapferen zu sammeln, da es ja nur in den wxniästcn Fällen niöglich sein wird, die Bücher im Felde vor dem Verbrauch!werden zu schützen.

Darum wird jeder gerne die Gelegenheit, die sich durch die neue Einrichtung einer O P f e r w o ch e für Lesestoff bietet, ergreifen, um seinerseits etwas beizutragcn, daß gute Bücher zu unseren Soldaten kommen. Nicht nur kann man aus dem eigenen Bücherschrank selbst schon Gelesenes uiid Wertvolles weitergeben, sondern es ist auch Gelegenheit geboten, in jeder Buchhandlung neue Büdier zu kaufen, und dort zu hinter­lassen, daß sie an die Hauptsammelstellen iveitergeleitet ii »erben.

Die O P fe r woche für Lesestoff findet statt vom 17. bis 23. Juni 1917. Die Annahmestellen in Gießen be­finden sid) beim Roten Kreuz in der Alten Klinik, sowie in jsämtlichen Buchhandlungen. Neue und alte Bücher werden rdort jederzeit dankbar entgegengenommen. (Siehe Anzeige.)

Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 18.-24. Juni haben nachstehende Lebens­mittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 25. Woche, gültig vom 18. - 24. Juni 1917 Quttermarten, * * 26. * » 18. - 24. , *

Eiermarken Nr. 6

' Fleischmarken , 25. ^ m , 18. -24. m

Kartoffetnmrken ,25. * , . 18. - 24. *

Seifenmarkeu für den Monat Juni.

«Ul ««tausch bcrfaltcucc Marken »udet nicht mehr statt : ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

Geschäftsstuudcu des Stadt. Lebeusmaielamleö von st-12 Uhr vor»«.. 24 Uhr nachm.

Markenausgabe ü'ir Urlauber:

SouutagS von 1«12 Uhr vormittags.

Dorrge m üse-Verteilung. Auf Dezugs- abfchrrrtt 13 der Lebensmittelkarte wird Dörrgemüse ver­ausgabt, also nicht aus Abschnitt 12, wie gestern infolge eines Druckfehlers bekannt gegeben wurde.

** Zucker. Die für die Monale Juli und August' 1917 zuAchenden Zuckenne 2 u«u gelanget jetzt schon zur dlusgabc.^ Es Wärmen daher ans die Zurkermarken Nr. 24 bis einschließlich Nr. 29 je 250 Gramm Zucker bezogen werden. Na-ck, Ablauf des 31. Juli 1917 verlieren diese Markcti ihre Gültigkeit. Siehe An­zeige.

** Feit. Bvu Mvntag, den 18.. Mts. ab wird in den Ver kaussstellcn der Molkerei Gcbr. Grieb gjleich-ertrg mir der Butter Pftsch Margarine mtfbte Person oerabfolgt Die Bezugs- abühnrttr Nr. 14 der LebcnÄnrttelkarbe sind abzugeben.

** Reichsfleisch- und Zusatzkarten. Die hie­sige Metzger irmung bittet die Hausfrauen, die Reichsfleisch- und Zuiatzkarlen erst am Dienstag abzugeben, da am Montag das friscbe Fleisch in Ausgabe gelangt und durch die Annahme der Karten und gleichzeitige Ausgabe des Fleisches die Bedienung der Kundscl>aft erschwert und ver­langsamt wird.

** Die Obst vcrwer tungs genoss ens chaft in Gießen, Ludwigstvoße 36, wurde als Kommissionär der Landesobststclle be- sarmnt. Zwack und Ausgabe dieser neuen Stelle ist aus einer Be­kanntmachung in unserem heutigen Blatte zu ersehen, auf die wir der Wichtigkatt wegen besonders aufmerksam machen.

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** BefSrd eru ngen. Zum Leutnant der Reserve wurde be- sörtzert der Vizefeldwebel Karl Schüttler in einem Jnfanterie- sthegimeri-t. Unteroffizier Mllv Klein wurde zum Bizefeld-

webck befördert.

** Auster chnung. Kanonier Karl Kra ftin einem Garde- FeSmEerie^Regiment, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille

** Auf dem heutigen W-ochenmarkte war die Nachfrage sehr grwß, aber die Anfuhr auch an grünem Ge­müse ziemlich gering, so daß gegen 9 Uhr schon nichts mehr zu haben war Auch die v>o nber Stadt besorgten Spargel fanden an die hiesigen Gemüsehändler schnellen dlbsatz.

** Ha usschlachtun ge n. Es ist immer noch die Anf- ^ kassung verbreitet, Hansscblachtungen seien für die Folge J«icht mehr Mlässig. Allerdings werderr in der warmen Jahreszeit Hans sch lachtnnaen Privater nur ansnah mslneise genehmigt. Es kann aber bestimmt damit gerechnet werden, daß vom 1. Oktober an die Hausschlacbtnngen im weserrt- lichen nrrter den gleichen Boraussetznugen zulässig sein wer­den, wie im letzten Jahr. EinL wesentliche Neuerung ist nur die, daß das Dier mindestens drei Monate in eigner Wirt­schaft gehalten sein muß, gegenüber bisher 6 Wochen. Ieder, der dazu in der Lage ist, der vor allem über einen geeigneten Stall und über das erforderliche Futter verfügt, sollte sich in diesem Jahr, wie in früheren, sein Schwein einlegen, damit er im Winter die Vorteile der Hausschlachttmg genießen kann. Die Fl-eisdWersorgnng wird sid) voraussichtlich im kommenden Winter derart gestalten, daß .derjenige, der eine Haus sch lachtnng vorgenommen hat. '^^entliche Vorteile gegenüber anderen Haushaltungen

** Aus dem Stadtheaterbur eaü. Es sei nochmals auZdrücklich aus die morgige Vorstellung im Stadttheater lüngo- j wiesen, die mit dein neuen Schwank von Hans Sturm .,Wte fcßle ich meinen Mann?", gegeben von ersten Mitgliedern d-es Mucn Theaters aus Frankfurt a. M., einen besonderen Genuß perspricht. Von ersten und bekannten Mitgliedern der Frankfurter Mhne wirken mit: Fräulein Sa ga n sowie die Herren HedinK, Marv ws ki und Schwa c tze.

, ** Ober hessischer Kunstverein. Die erst seit

kurzem ausgestellten beiden Sammlungen der Freien Gruppe und der Münchener Aquarellisten sind nur noch morgen hier zu besehen. Verlauft wurden bis jetztVor dem Gewitter" txm R. Köselitz undFrühlingslied" von P. Leuteritz-Mün- jchen. Von Montag an bleibt die Ausstellung wegen voll- . ständigen Wechsels geschlossen.

** Hessischer Wetterdienst. Wie dieDarmst. igtg." von tmtrrrichteter Seite hört, wird das Groß Herzog- tum Hessen mit dem 1. April 1918 ans dem "Idorddentschen Wetterdrens t auss cheidcn und einen selbständigen W eist erbten ft etnxicfrteu. Als Wetterdienststelle lvird das Lxrn-wrrtschaftliche Institut der Lmrdesuniversität Gießen wirken und vonc genannten -Zeitpunkt an außer täglichen Wetterkarten auch die telegraphischen Wetterviorhersagen für das Gtro-ßherAogtunl ausgevL«.

** Eine Uebersicht oer Studierenden ver­öffentlicht das Universitäts-Sekretariat der Landes Universi­tät. Hiernach wareA im vorigen Halbjahr ausgeführt 799 Hessen, 140 Nichthessen, im ganzen 1239 Studierende. Nach­träglich wurden noch immatrikuliert: 13 Hessen, 14 dttcht- hessen. Davon gingen ab 54 Hessen und 54 Nichthessen, so daß 758 Hessen, 400 Nichthessen, im ganzen 1158 Studieretide ver­blieben. Im gegenwärtigen Halbjahr sind hinzngekoinmen 94 Hessen, 58 Nichthessen, so daß sich die Zahl der'Immatriku­lierten aus 852 Hessen, 458 Nichthessen, im ganzen ans 1310, darunter 54 Stndentümen, beläuft. Außerdem be­suchen Vorlesungen 28 Hörer und 52 Höverinnen, wodurch sich die Gesamtzahl auf 1391 erhöht. Hiervon lvidmeten sich dem Studium der Theologie 133 (116 Hessen), der Rechts Wissenschaft 139 (84), der Medizin 315 (187), der Tierheil­kunde 123 (31), der Philosophie 43 (16), Pädagogik 3 (2), Mathematik 70 (52), Naturwissensch aften 55 (45), Chemie 35 (21), Pharmazie 17 (8), Forstwissenschaft 41 (35), Land Wirtschaft 127 (96), Geschichte (19 (13), Klassische Philo­logie 48 (34), Neuere Philologie 142 (105). An der Theologi­schen Fakultät studieren 116 Hessen, 17 aus anderen deut­schen Staaten, an der juristischen Fakultät 91 Hessen, 47 ans anderen deutscl)en Staaten, 1 Türke, an der medizinischen Fakultät 187 Hessen, 127 aus anderen deutschen Staaten, und ein Bulgare, an der Beterinär-anedizinischen Fakultät 31 .Hessen, 89 aus arideren deutschen Staaten, 1 Schweizer.

1 Finnländer und 1 Türke, an der Philosophisdien Fakultät 427 5)essen, 172 ans anderen dentschm Staaten. Insgesamt hat die theologische Fakultät 133, die juristische 139, die medizinische 315, die veterinär-medizinische 123, die philo­sophische 600 Studierende, sämtliche Fakultäten weisen demnach eine teilweise erheblich gesteigerte Zahl voii Stu­dierenden auf.

** Gilt größerer Brand, vermutlich Waldbrand wurde gestern abend mit Einbruch der Dunkelheit in der Richtung Krofdori und Laünsbach gesehen. Unsere Erkundigungen über Ort und Art des Brandes haben ergeben, daß es sich um den Brand größerer Hecken bestände am Wetterberg handelte. Der Brand brach etwa iim 9 Uhr aus und währte bis gegen */,12 Uhr.

** Der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns - Erholungsheime (Ferienheime für Handel mtd Industrie) sind in letzter Zeit u. a. nadr,'tehende Zuweirdungen gewährt wor­den: Feist & Rein ach, Bingen 5000 Mark. Gasappacat- und Guß­werk A.-G., Äldainz ivrüere 5000 Mark, Gustav Boehm, Ossenbach 2000 Mark, Darmstädter Bolksbank E. G. m. b. H., Darmstadl 1000Mark, ilugenannt, Offenback^ 1000 Mark.

** Der O berhe ss is che V ie hhau d e l s v e r b a n d gibt bräunt, daß alle im Kreise Gießr.i ansässigen Mitglieder des Obcrhessischen Viclihandelsverbandes sich am Mittwoch, deii 20. Juni vormittags in der Geschäftsstelle, Moltkestraße 201, emzn- sinden und ihre Tage- und Schlußscheinbücher zur Prüfung vor- zulegen haben.

** Im Hotel Fürst e n i o f ist heute Sonnabend und mor­gen Sonntag Konzert. Näheres stehe Anzeige.

** I m Lichtsviel- Haus, Bahnhof stratze 34, wird von heute Uns Montag, 18. Juni, Fern Andra, die beliebte Bühnen- schönhect, in einem Künstlerdrama in 5 Mtx.l, Enist ist das Leben, Auftreten, das von ihr selbst verfaßt und inszeniert ist. Ferner treten Herbert PauImi'Üler, Ott" Tr.'vtow und Melitta Petri, in ihren: reizenden Lust s me l sck^lag er in Acren: Heinrich ist nickst eifer­süchtig, auf. Dazu ist ein gutes Beiprogramm v^rgeschm.

. ** Schwa rz- Wein-The ater, Selterstoeg 81. Im Programm vom Samstag, 16. Juni, bis einschl. Montag, 18. Juni, ivirtt Asta Mlsen in dem dreiakttgen mimisckm Drama ..Das Waisen'hauskind". Alwur Neuß spielt die Hauptrolle inKrone und Fessel!", einem Drama in zivei Akten.Der Wilderer", ein kleines Drama, sowie einige gute Humoresken ergänzen den Spielplan.

Landkreis Gießen.

** Annerod, 16. Juni. Wehrmann Christoph Hof, ivelcher seit Anfang des Krieges an der Mdstkront kämpft, erhielt das Eiserne Kreuz und nnrrde zum Gefreiten befördert.

G Dor f-Gil l , 16. Juni. Der Ertrag für die N-B o o t- Spende betrug in der hiesigen Gemeinde 136 Mark.

Kreis Alsfeld.

ic. N i e d c r - O h m e n , 15. Jinli. Wiederum bat unsere Gemeinde ein Opfer des Krieges zu beklagen. Am 21. Mai d. I. wilrde in den heißen Kämpfen im Westcii der noä) nicht 2t Jahre alte Sohn des Wagnermeistecs Philipsr Reitz VI., der NduÄetier Karl Reitz, in einem Inf.-Regt., durch Granatsplitter schever vermulidet. Er erhielt eine Sckxädelvr.rletzmi.g und eine solche am reckten Auge. Ohne das Bewußtsein nstcdevertaugt zu haben, hauchte er sein jimges Leben am 1. Jrcni in einem Feldlazarett aus. Der fürs Vaterland Gefallene war ein selten braver mid tüchtiger Mensch. Allgemein beklagt inan hier mit der so schwer betroffenen F-amilie den so frühen Tod des .zu den schönsten Hoffnungen berech­tigenden jungen Menschen. Ebenfalls 's ä)wer verwundet wurde in dm heißen Kämpfen der lichten Avrithälfte der Landivirt Friedrich Berg von hier, Unteroffizier in einem Inf.-Regt. Ein Granat- splitter drang ihm in die rechte Lunge. ?dun besteht Hoffnung, daß der Verwundete, der im Bäfitze des Eisernen Kreuzes 2. Kl. und der Hess. Tawerkeitsm^aille ist. dem Leben erhallen bleibt.

up Ober-Ohmen, 16. Juni. An der Straße zwischen Rupvertenri^) und hier l>atteii die Raupen der Ge s p i n stm o tt c die Schlebenlheckc in einer WÄse überfallen, wie man es noch nie gesehen Matt hat bisher diese Hecken des Vogelschutzes wegen mit Riecht geschow Jetzt hatten die Gespinstmotten die Hecken zum Abdörvcn gebracht: sie sahen aus !vie versengt Dem drohenden Schaden für die Obstpflarizungen an der Straße konnte nur eine radikale Ausrottung der befallenen Hecken begegnen Die Hecken wurden mit Stumpf und Stiel misgerottet und verbrannt und mit ihnen die Raupen.

Kreis Schotten.

Fe. Schotten, 15. Juni. In den 'hiesigen Wiesengründen bechnnt seit gesterii die diesjährige Heuernte. Sie fällt zu­friedenstellend aus. Vom 15. Juni bis 31. Juli wurden hier folgende Höchstpreise für Rind mtb Kalbfleisch festgesetzt. für frisches, rohes Rind und Ochstnsteisch mit insgesamt höchstens 20 Prozent Knochenbeilage 2 Mark, für Kalbfleisch mit insgesamt 30 Prozent Knock>eiibeilage 1,60 Mark, alles pro Pfund. Diese Höchstpreise sind für den ganzen .Kreis gültig.

e. Glashütten, 16. Juni. Deal Bemühungen des hiesigen Lehrers Otto Weber ist es gelungen, nr Familien unserer (Ge­meinde acht Offenbacher .Kinder zur kostenlosen Verpflegung unter- zubringeu. Allerdings sollen die Mädchen nach Maßgabe ihrer Kräfte in Hans und Feld sich nützlich machen. Besuche von snren der Eltern uird Angehörigen sind unter allen Umstäuoen untersagt.

up. Aus de nt B o g e l sb e r g , 16. Juni. Die H a m st e r - weiber siiid bisher immer nur an beit Werktagen gekommen. Zum Erstaunen unserer Ortsbewohner erschienen sic auch am letzten Sonntag. .An den Werktagen dieser Woche sab man keine. Gut* iveder besürckstcu sie, die Landleute nicht anzutrefftn, >der sie geheii eli^er Einladung zur Heuernte cucs dem Wege.

y. Aus dem oberen VogelSberg, l4. Juni. Es mag in früheren *Jähren loohl selten vorgekommen sein, daß man so früh mit der Heuernte begonnen l)at wie in dein gegen­wärtigen Jahre. Es war früher eine althergebrachte Regel, vor Johannistag wurde nickst angesangeu. Der eurzigc Umstand ist der, es tritt kein Regen ein, auf ein großes Wachstum des Heugrases ist vorläusig nickst zu rechnen, und dann ist man auch bei uns im Bogelsberg zu der Erkenntnis gelangt, daß das Hengras in der Blicke gemäht und gedörrt den broivid-m Fgttterwert hat ivie ab­gestorbenes Gras, sogenannter' Heustroh. Die Ernte schenkt schwächer und mittelmäßiger zu werden Tie W i nsl e r f cku ch t siebt jetzt in der Blüte, die Auswinterung war nicht so schlimm, wie mancher annahm. Die Körnerfrucht bedarf dringend eures ergiebigen Regens, wenn sie sich einigermaßen weitt-renl- wickeln soll. Die jungen Kartofsclpflanzen haben sich bis jetzt sehr gut entwickelt.

Kreis Wetzlar.

Fc. Wetzlar, 15. Juni. Hiesige llntcroNizrerichüler stehen dett Landwirten für die Heuernte zur Verfügung.

Hessen-Nassau.

Franks ur t a. M., 14. Juni. In der heutigen Städte verordnctonversammlung teilte der Magistrat irüt, daG er denk vom Kollegium angenommenen Antrag aus Einrickstung eines auf der Volksschule aufgebauten UeVergangsklasse für her>,' vorragend begabte Volksschüler nickst beitretcn könne. behaltet sich aber vor, der Stadtverordnetenversayiwilung demnächst einä besondere Vorlage zu machen, die eine allgemeine Reform deS' Frankfurter Schulwesens zum Gegenstand habe. Die in oer letzten Sitzmig beschlossene Erhöhung der Teuerungszulagen \mim heute auf Antrag abermals dem Finanz- und OrganisatiousauSschnß^ zur nochmaligen Prüfung zurück oer wiesen. Die Versammlung, bewilligte sodann 1 500 00 0 Mk. zur Errichtung einer ftabti-i s che n A l t k l e id e r st e l l c. In dem geplanten großzügigen Un­ternehmen sollen neben dem An- und Verkauf alter Kleiber »nfcf Schuhe, auch besondere Reparaturwerkstätten für Kleider und Schuhe eingerichtet werden. Von dem bewilligten Kredit werden sofortt 800 000 Mk. zum Ankailf von 350 000 Paar Strümpfen undt 600 000 Mk. für die Beschaffung alter Stteibcr und Schuhe Verwert düng finden. Die Altkleiderstelle wird als gemeinnütziges^ Unter- irehmen ohne jeden Gewinn arbeiten: sie wird unter fachmännische Leitung gestellt und durch fachmännische Kräfte, die teils ehrenamt­lich, teils gegen Bezahlung arbeiten, verwaltet. Irr ihrer weiterenl Organisation wird sie der bereits bestehenden städtischen Beklei- dungsstelle angegliedert.

mr. Frantsurt a. M., 15. Juni. Heute nachnnttag hielt im Franftlrrter Hof der Verband mitteldeutscher In» dustrieller seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der stell­vertretende Geschäftsführer Tr. Linse erstattete den Geschäfts­bericht, loobei er bemerkte, daß der Verband vor allem der V-cckutv- frage, der Registrierung der deutschen Auslandsfordernngen und der Einrich.ttrng eines deutscken Nachrichtendieirstes seine Aufmerk­samkeit geschenkt habe. In den Vorstand wurden die Hemm Wallerstein und Landau, Offeuback, hinzugcsvählt. Nach Erledigung der geschäftlichen.Angelegenheiten berichtete Reichstagsabgoordneter St r c sem an n über die dlussichten der Leutsck)rn Industrie im Krieg und insbesondere bei Ueberleitung der Kwiegs- in die Frie­denswirtschaft. Er betonte beiiM crs, daß eine Nirderringkmg Eng­lands durch bat deutschen uneingeschränkten N-Bvottrieg in einigen Monaten zu erwarten sei, dann /heute betrage der oenüybarg Schiffsraum für Eiigland. wenn es von alcen Biindesgenossen und Neutralen unterstützt würde, nur 10 Millior.eu Tonnen. Tie Be­schlüsse der Pariser Wirtschaftsuonserenz würden dem deutt'cheir Handel und der deutschst Industrie nach Ansicht des Redners nicht aefäl.rlich werden. Wehren müsse nran sich aber gegen die beab­sichtigte Monopolisierung der Industrie durch die Reichsleitung, denn n enn etwas Ersprießlichies geleistet loerden soll'', dann müsse freie Bahn vorhanden sein.

4 M a rburg, 15. Juni. Das Landgericht oerurteiltck deute drei Einwohner aus der Biedenkopfer Gegend, die ihre Milch nicht an die vom Landratsamte zugewiesene Molkerei abgeliefert hatten, zu je 15 Mk. Geldsttafe, Die Sckstltzbehauvtung der Beklagten, daß sie die Butter ablieserten, komtte sie eoenso- u>enkg entlasten, wie der Ein wand, die Molkerei habe sich in mancher Beziel-ung als urtzuverlässig erwiesen.

Letzte 27tt^>ricHten«

Bon unseren Luftstrcitkräften.

Berlin, 15. Juni. (WTB. Amtlich.).Eines unserer Marine-Flugzeuge griff am 14. Juni itachmittags vor der Themse-Müiioung einen größeren Dampfer an und versenkte ihn.

Das MarineluftschiffL 43" wird seit dem 14. Juni vermißt. Englischen Nachrichten zufolge nmrdc das Luft­schiff in der Nordsee von englischen Seestreitkräften ab- geschossen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Pour le merite.

^ Berlin, 15. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Der prevßische ..Staatsanzeiger" meldet die Verleihung des Ordens Pour le mente an den sächsischen General der Inf. Edlen von der Planitz, den sächsischen Obersten Freiherrn Oldeshau- sen, den wnrttembergischen Generalmajor von Maur und den würtlembergischen Oberstleutnant Reinhard.

Die Aufnahme der Ententeantwort in Rußland.

Berlin, 16. Juni. Der Lokalanzeiger meldet aus Stockholm: Die Ententeantwort an Rußland beftiedigte in Petersburg nicht. Besonders die amerikanische Antwort ver­ursachte eine stürmische Entrüstung. Die Englandfreunde be­klagen das geringe Entgegenkommen Englands. Die sozia­listische Presse verlangt die offene Abwendung von England, sals England nicht zu einem endgültigen Nachgeben zu be- rvegen sei.

Ans Griechenland.

Berlin, 16. Juni. Wie verschiedenen Blättern aus Athen gemeldet wird, iverden die U n t e r t a n e n d e r Mit­te l m ä ch t e durch Oberkommissar Ionnart aus Griechen­land ausgewiescn werden, lieber Athen und Piräus babe der Ministerrat den Belagerungszustand verhängt, um politische Kmrdgebungen zu verhindern. Mit Vorbehalt seien Meldungen mitgeteilt, denen zufolge in Athen große Un­ruhen herrscheri. Alle Banken seien geschlossen.

Haag, 16. Juni. (L. A.) Wie die Morning Post aus Athn meeldet, habe König Konstantin 48 Stunden Zeit ver­langt, um sich auf seine Abreise vorzubereiten. Diese Frist sei ihm bewilligt worden. Außerdem habe ibm die Entente einen Jahresgehalt von 20 000 Pftutd Sterliitg ausbezcchlt. Zainiis habe erklärt, der König iverde nur vorübergehend das Land verlassen und das Volk werde ihn nach Kriegs­ende bestinnnt wieder zurückberufen.

Athen, 14. Juni. (WTB. Nichtamtlich^ Reuter. DaZ Kabinett hat einen A nt n e st i e e r l a ß ausgearbeitet für alle politischen Vergehen. Atntlich wird mitgeteilt, Jvnnart ^ab der Regierung bekannt ,daß die Waren, die bei Salamis rest- gehalten wurden, sofort ausgeführt werden sollen. Alle Schiffe nach dein Piräus mit Getreide und Kohle haben den dluftrag, die Reise fortzusetzen.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

B e t r.: Einbringung der Ernte.

Unter Berügnadme auf die Bekanntmachung vont 26. Mai 1917 (Kreisdtatt Nr. 88) weisen wir darauf hin. daß die Urlaubsgesuche für die ini Felde stehenden Mann­schaften vis spätestens zum 30. d. Mts. hier eingegangen kir müssen, andernfalls Damit zu rechnen ist. daß sic keine Ve^ rücksichtigung mehr finden können.

Gießen, den 15. Juni 1917.

Gcoßherzogttches Krnsamt Gießen.

>kriegsivirts ck)as tsstelle.

I. B.: H cm m erde.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Vorstehende Bekaniitmadinng wollen Sie fofort orts­üblich bekannt geben.

Gießen, den 15. Juni 1917.

Gwßherzogl'ches Kreisamt Gießen. i Kri>cg!ötvirtschaftsstelle.

©emmesbe,