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7.6.1917 Erstes Blatt
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flüö de«t oftcrrcicheschen Abgeordnetenhaus.

Wien, 5. Juni. ,MTB.) Das Abgeordneten ha us er- ls>^g!e die zweite Leiuug der Gefchäftsordnungreform'. .Fast sämtliche Redner betonten die Notlvendtgkeit der Reform im Interesse der. Sicherheit des österreichischen Parlamentarismus. Nur die Rin denen Romanczur und Lewtcki bedauerten die Aus­merzung der Obstrvklion, welche Schutz gegen nationale Bergewal tr- - gung biete. Einen breiten Rauni in der Verhandlung nahm die Protokollierung Der im Abgeorduetenhause gehaltenen n i ch t d c u t s ch e n Reden ein, eine Forderung, die von den säuischen Rednern verrr"teu wurde. Der deutsch- Sozialdemokrat Seiy ertlärte, es sei heute unmöglich albe in nichbdeutscher Svroche im Abgeordnetenhaus gehaltenen Reden ohne weiteres dem Proto­koll ein zu verleiben. Ern vmr .denr Tscheckim Franta gestellter' Antrag, nach dem alle Reden wortgetreu in der Sprache, in der sie gehalten wurden in daS Protokoll aufzunechnen sind, wurde in namentlicher Abstimmung mit 203 gegen '185 Stimmen ange­nommen.

Beim SitzungSseöluß protestierten Stauek und Scitz da­gegen. das ein Ostizier des Kriegsministerrums und ein Beamter des Ministeriums des Aeuß?rn die Reden der Abgeord­neten zensurierten. Ter Präsident gab seine Zustimmung dazu, das niemanden außerhalb des Hauses das Recht zu stehe, die im Hause gehaltenen Reden zu kontrollieren und zu zensurieren. (Lebhafter, anhaltender Beifall und Händel l att'chm.« Mit Rücklicht auf die kriegerischen Ereignisse und die anftcrpolirischen Verhält- insse erscheine es notwendig, von Seiten des Präsidiums vorzusor- $en, daß nickst Nachrichten in die Presse gelangen, die das 2aitb schädigen lbunten. Tie betreffenden Beamten seien bloß Beiräte! des Präfidiuins und sie hätten in keiner Weife irgendeine Ent­scheidung zu treffen, sondern lediglich eine beratende Stellung. Er werde die Rechte des Dauses gegen jeden Eingriff unbedingt wahren. ^Leblmfter Beifall und Häudetlatschen. > Am Schlüsse der Sitzung wurde der Präsident ermächttgc, ehn Telegramm an den Kommandanten der Isanzoarmee, den Generalobersten B o r o c- vic, anläßlich des Sieges bei Jamiano zu richten.

Im Einlaufe befinden frch eine Regierungsvorlage belr. die Zu­lassung der^ Abgeordneten Kramarz, Rasin, Choc, Bojna, Bub, Ival und Oftotlitzk» zu den Sitzungen des Abgeordnetenhauses, sowie ein Antrag Kovosec bel'c. Freilassung Graseuauers und seine .Zulassung zu den Sitzungen des Abgeordneten haus es, ferner eine Interpellation Hetlinger betr. Währung der österreichischen Rechte am Sueskaiwl, ferner eine Interpolation Friediuann betr. Ein­setzung eines Ausschusses zur Beltandlung der wirtschaftlichen Be­ziehungen zu Ungarn und die Aufforderung an die Regierung, in diesem Ausschuß über die 'Verhandlungen der beiderseiligew Negierungen über den Ausgleich, ferner über den Stand der Ver­handlungen mit dem Deutschen Reiche bezüglich der künftigen! Handels-, wirtschaftlichen und polftischen Beziehungen der Mittel­mächte Aufklärung zu geben.

Die drohende Lage in Kroiiftadi.

Petersburg, 6. Juni. (WTB.) Meldung der Peters­burger Telegraphen-'?lgentur. Da die einstweilige Regierung die Lage in K ton st ad t als drohend und unerträglich erkannt hat, bat sie die Minister Tseretekli und Skobelow, jene Stadt zu besuchen, tritt ibre Haltung gegenüber der Zentralgcwalt klarzu- steklen und sich über den VerleidigmtgsstDw der Festung, dt-) Art der örtlichen Justizverwaltung und die Lage der Verhafteten zu vergenstss-erit und eingehend an die Regierung zu brüst um, damit diese ihre Maßnahmen danach einrrchten kann. Die beiden Mi­nister reisten am b. Juni nach Kronstadt.

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Englisches Feuer auf Algeciras.

Madrid, 5. Juni. '$$328. Nach einer Meldung aus Alge- nras ist während eines Uebungsschießens der Ballerten von GE braltar in der Nackt zum 2. Juni durch einen Richtungsfehler das Feuerauf Algcciras gerichtet worden. An zwanzig Gra- ncrtLU von 30,öZentimeter fielen auf die Stadt. Sie i>erursachten einen geringen Scbadm. aber kein Opfer an Menschenleben. l'Mel- duus der Agonce Havas.'

Genf, 7. Juni. (L. A.' Nach einer Madrider Depesche ist me Beilegung des englisch-spanischen Zwischenfalles we­gen der Beschießung von Algeciras durch ein angebltches Versehen der britischen Artillerie bevorstcl-end. Man erwartet eine Perso- nalveränderung im Gibraltar-Kommando.

Nicaragua als Feind Deutschlands.

Berlin, 6. Juni. (WTB. > Nach einer amtlichen Mel­dung des Kaiserlichen Gesandten bei den mittelamerita- mschen Republiken hat Die Republik Nicaragua die diplo­matischen Beziehungen zum Deutschen Reiche abge­brochen.

Aus Schweden.

Stockholm, 5. Juni. ZWTB.i Während der Debatte km Reichstage, in dessen Nachbarschaft alle Zugangs­straßen abgesperrt waren, versammelte sich eine große Volksmenge auf dem Gustav-'Adolf Play. Eine dovpeltc Reihe von Soldaten und rertenbe Polizei sollten eine Unordnung verhindern, ivas jedoch nicht ganz gelang. Gewisse schlimme Elemente vernrsackften durch Schreien und Pfeifen Zusam­menstöße. Steine wurden gegen die Polizei geworfen, die blank zog und einige Personen verwundete.

Stockholm, 6. Juni. (WTB.) Wahrend der Un­ruhen vor dem Reichstagsgebände auf denn Gustav-Adolf- Platz begab sich der Abgeordnete Branting vom Reichs­tage ans den Play und forderte die Menge ans, ihm nach dem Gewertschaftshanse zu folgen, was auch geschah. Dort hielt er vorn Balkon eine Ansprache in der er' die Antwort der Regierung kritisierte und die Menge ermahnte, ruhig herm.zngehen. Die Menge hielt im GemerkschaftsHanse eine Versammlung ad uno beschloß, das Sekretariat der geweift sck>aftlichen Landesorgonrsation anfzufordern, den Gene- ralstreik zu organisieren. Die Antwort wird für morgen verlangt.

Stock ho ln:. Iniri. (WTB. > Bei der Fortsetzung der Debatte iit der Zweiten Kammer berührte Sozialist Branting die Zusammenstöße zwischen der Polizei und der Menge und erklärte, daß die Polizei eine unverant­wortliche Haltung gezeigt Hab?, indem sic auf die Menge eingeschlagen habe, die offensichtlich keine Ahnung hatte, daß sic etwas^Ilebles getan habe. Möglicherweise wurde ein Polizist mit Steinen beworfen, aber es sei unvernünftig darum mit der blanken 'Waffe auf die Menge einzuhauem Er hoffe, daß die Regierung die Sache untersuchen und die Ueüergrisse bestrafen werde. Der Ministerpräsident erklärte, die Aufgabe der Polizei sei sehr schwierig, und es sei auch schwierig, im voraus ein Urteil darüber zu fällen, wie die gegebenen Befehle ansgeführt worden seien. Es sei besser d-rs Urteil zu verschieben, bis die Untersuchung beendet sei.

Die Stockholmer Lronfcrenz.

Berlin,?. Juni. DemVorwärts" nnrd ans Stock Holm berichtet: Für di" V c rhano ! u u ^ c h mit der Ver­tretung der deutschen S o z i a I b e tu o f r a t i c sind die Tone bis Freitag, vielleicht bis Sonnabend in Aussicht ge­nommen. Die Vertreter der Unabhängigen treffen morgen in Stockholm ein, cs wird aber kaunt vor Montag mit ihnen verhandelt werden. Werter herßt es: TrotzRr b o t s R e d c erwartet das holländisch-skandlnaviiche Komitee bestimmt bic Ankunft Renaudets und Longguets. Fest steht, daß

Roberts, Clynes von der Arbeiterpartei und Mac Donald von der vereinigten unabhängigen Arbeiterpartei und sozia­listischen Partei bereits unterwegs sind. Nach Beendigung der Verhandlungen mit den Engländern und Franzosen wollen Branting, van Kol, Alberda und Huysmans mit ihnen nach Petersburg reifen.

Fliegerleutnant Schäfer gefallen.

^ Krefeld, 6. Juni. Tie Ettern des Fliegerlentnants Schafer^in Krefelo Habe77 die amtliche Nachricht erhalten, daß ihr Sohn E in i l gestern an der Svitze seiner. Jagd­staffel gefallen ist. Der Verstorbene mar Jahre alt. Die Reiche wird in die Heimat übergeführt.

Seekrieg.

Neue N-Booterfolge.

Berlin, 6. Juni. (Amtlich.) I. In den nördlichen Sperrgebieten sind durch U-Boote n. a. versenkt worden: der englische DampferDromore" (268 BRD.) und ein englischer Segler, beide in Ballast fahrend, ferner ein unbekannter tiefgeladener Danipfer von 5000 'BRT. ans einem Geleitznge heraus, ein unb-ekannter bewaffneter Dampfer von 1200 BR'T., eine unbekannte Bark von 2000 BRD. Von einev Anzahl versenkter Sck)ifse blieben Art und Größe nnbekairnt, da ihre Verfmdkirng nachts erfolgte.

II. Im Mittelmeer wurde aufs nerre eine Anzahl Danrpfer und Segler versenkt mit einem Gesamtbrutto- tonnengehalt von 34900 Tonnen.

Hierunter waren mehrere bewafftrete Damvfer verschie­dener Größe, deren Namen wegeit Zerstörergeteits nicht festgestellt werden konnten, außerdem der englische bewaff­nete DampferEgyptian Prince" (3117 BRT ), mit Baum­wolle von Alexandrien nach Manchester, der englische be­waffnete TcnnvferHolmes Bank" (3150 BRT.), mit Kohlen von Malta nach Marseille, und der italienische bewaffnete DampferRio Amazonas" (2370 BRT.), mit Reis von Port Said nach Italien.

Unter den Ladungen der versenkten Segler befarrden ich u. a. 2500 Tonnen Navhtha, von Amerika nach Gibraltar und Algier beftimint.

Ter Chef des Adnriralstabes der Marine.

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Kristiania, 6. Juni. (WTB.) ,,'Aftenposten" meldet aus Trcmsö: Ein englischer Dampfer, mit einer K o h l e n l a d n v g nach Rußland unterwegs, wurde gestern nacht 2 Uhr 70 Seemeilen von Fngloe von einem Tauch­boot versenkt.

Ter Vizekonsul in Bahonnc meldet: Ter Dampfer Sundiva" aus Kristiania ist auf eine Mine gelaufen und gesunten. Bier Seeleute sind umgetomrnen. Tie übri­gen wurderr gerettet. Ter DamvferS k a r y f n o" aus Toensberg (1766 Brrittoregistertonnen - ist auf eine Mine gelaufen und gefunken. Der Kapitän und zwei Mann wurden gerettet. Tie gesamte übrige Besatzung ist um­gekommen.

Lus dem Reiche.

Sozialdemokratische Forderungen im badischen Landtag.

$ rlsruhe, 6. Iurn. (WTB. Nichtamtlich.) In der heuti­gen Sitzung der Zweiten Kamm.er führte der Abgeordnete. K o l b (3»§.; bei Vorlegung des f o z i a ld e in otr a t i s ch e n A k t i o n p i x, pig r a m m s n. a. aus: Die letzten Gründe des Krieges seieir die imperialistische Machtentsaltnng des Kapitals und der nationalistische Größeüwahn. Der tiese Riß im Volke müsse verschwinden. Die Sozialdemokratie, die sricher der Monarchie ne­gierend gegcnüberstand, sei heute bereit, mLt der Monarchie einen nio.'us vwcndi ei z-g.-hcn: aber die Monarchie muss? au h d.n $iün- sckren des Volles Rechnung tragen und Männer au die iöpitze der Regierung stellen, die das Volt und seine Bedürfnisse verständen. Ter Redner wendet sich sck-arf gegen, die kapitalistische WirtschaftSforni. Ter ^ta.at solle das kapitalistisch? Privateigentuni elnziel>en, wie er früher die Kirchengüter eingezogen h-ab-e. Das Staats leben müsse demokratischer werden. Das sozialdemokratische Aktionsprogramm verlange Beseitigung aller Vorrechte des Besitzes und der Geburt, Abschaffung der Ersten Kammer, Einführung ^cr Verhältniswahl für den Landtag, Reform der Gemeinde- und Städteordnung, Be ftitigung des Drciklasfenwahlrechts sür die Gemeinden, Aendccnng der Reichsverfassung, Vereinsachnng der Staatsverwaltung, Reform des Schulwesens, Abschaifu-ng der Pensions- und Hinterbliebenen verst-rgungs-Berechtigung der Staatsbeamten.

In seiner Erwiderung erinnert Staatsminister v. D u s ch an die große Ze.it im Anfang August 1914, wo alle Gegensätze im Volke verschwunden gewesen seien. Ter Abgeordnete Kolb habe gemeint, daS große Privatverntögeit müsse in die staatliche .Hand übergehen. Wie sollte das ohne Revolution geschehen? DaS seien Phantasien, aber keine praktischen Maßnahmen. Tie Monarchie, die die Sozürldemokcatie wvll,r, sei jene nach dem Satze: llnser König absolut, wenn er unfern Willen, tut! Der Minister betonte, das; kein Grund vorliege, in Baden jetzt in eine Versasfnngsänderung einzutreten. Eine Beseitigung der Ersten Kammer lehne die Re­gierung ab. Auch die Verhältniswahl für den Landtag müsse die Regierung ablehnen. Tie Gemeinde- und Städteordnnng sowie das Tveitlassenwahlrecht abzuschassen, könne die Regierung sich nicht ent- schließen. Eine Reform der Kreisveriassung werde komnien. Der Minister sprach am Schluß seiner Ausführungen die Bitte aus. dem Landtag möge auch weiterhin der Geist der Einigkeit erhalten bleiben, damit er imstande sei, in eifriger Mitarbeit das Wohl des Volkes zu fördern.

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Berlin, 7. Juni. (WTB. Amtlich.) Wie im v-erglin- genen Jahre, so ist auch in diesem Jahre wiedcriim das Gerilcht ausgetancht, curß unsere Gegner in den Sornmer- monaten Fliegerangriffe in größtem Umfange gegen alle Teile Deutschlands unternehmen würden, um das rei sende Getreide ans dem Felde durch B r a n d b a m - b e n z n vernichte n. Das Gerücht stammt nachgewiesener­maßen ans dem Lager unserer Feinde und hat einzig den Zweck, im deutschen Volke B e n n r n h i g n n g zu erregen. Zn solcher Bennruhianng liegt nicht der geringste Grund vor. Es ist unmöglich, die reisenden Getreidefekoer dirrch Bomben oder ähnliche Brandmittel vom Flugzeug aus in Brand zu setzen. Wir könnten nur wünschen, daß unsere Gegner zu solchen aussichtslosen Versuchen schreiten wür den. Sie. würden eine schwere' Einbuße au Flugzeugen dabei erleiden, ohne unserer Brokfrucht ans dem Felde Schaden zufügen zu können.

D ü s selb o r s, 0. Juni. (WTB.» Die Stadtverordneten, haben den Generalquartierneeister 2 u d e n d o r s f znnr Ehrenbürger v o n D ü s s e l d o r f ernannt. Lndendorff war früher K ommandeur des Füsilier-Regiments Nr. 39 in Düsseldorf.

Aus Hessen.

Aus dem Kriegßausschuß der zweiten Kammer.

rb. Darm stad t, 6. Juni. Der Kriegs au sschu ß der Zweiten Kammer hielt gestern und Ijnitc hier unter Vorsitz des Abg. Dr. Cfcmt wipder eine längere Sitzung ab. ^n der gestrigen Sitzung wurde besonders erugelsnd die Frage der S p c ck- abgabe behandelt, uwzu der Antrag Wiegandt, bett. Ablieferung' von Speck und der Anirag Dorsch, betr. die Zuziehung von Ar­beitern bei der Sveckverlcilung Bevrnkassung gab. Die RegierwrF gab auf beide Anträge eingehende AuSkunN imd erläuterte be­sonders die Maßnahmen für di? Speckabgabe, nut dorren sich Abg. Wiegandt zufriedeir erklärte und seinen Antrag zurückzvg. Bezüglich des Antrages Dorsch wies die Regierung darauf hin, daß nach einer früheren Verftigung an die Kreisämter bereits An­ordnungen dabingchend getrosten worden seien, daß auch Ver­treter der Arbeiterschaft bei der Speckverteilung zugezogen würden. Ter Antrag wurde vom Ausschuß angenommen. Ein weiterer Antrag Wiegandt drückt den Wnnsch aus, daß die Fleisch­ration auf dem Lande regelmäßig ellraS mehr erhöh? und auf min­destens 250 Gramm pro Kopf festgesetzt werden möge. Nach der dar­über von der Regierung adgegebenen Erklärung zog der Antrags steller seinen Antrag wieder zurück.

Ti? heutige Sitzung bescbättigte sich zunack)st mit einer Anfrage des Abg. K o re t l - Ingelberm, l>etr. die B e r z uck c r u n g der 19 16er Weine. Ter Ätrtragsteller begründet? seine Anfrage, damit, daß die Verteilung des Zuckers nur nack der Hektar große der Weinbauslache, erfolge und nicht nacki dem Weinertrag. Da ln. Rbünhessen die Wein prob, uirion nllensiper sei als m anderen: Weint augcgenden, so kämm bei bloßer Verteilung des Zuckers nach der Größe der Fläck;? die rheinhessischen Wiirzcr zu kurz. Die Regierung wies darauf lün, daß eine Zuckeroervilung nach dem Ertrag sc fr schrierig fei und sich zurzeit nicht durchßührenk lasse. Die Anfrage.war damit erledigt.

Ein Antrag Dorsch über den Verkehr mit Eiern ersucht, den Kreisämteru Weisung zu geben dahin, daß sie die bisherigen Eieraufkäufer weiterhin die Eier antkaufen lasten, auch dann, ivenn sie nicht in dem betreffenden Kreis ihren WGhnsitz haben. Die Re­gierung erklärte, daß sie eine solche Maßnuhinc für sehr bedenklich ballen würde. Auch mehrere Ausschnßmitglieder sprachen sich dahin aus, daß die DurchsülwutG des Verlangens dieses Antrages be­ten klick: sei und dieser wenig Aussicht auf Annahme l>abe. Der An­trag wurde schließlich der Regierung als Material zur nähereni Prüfung überwiesen. Ein Antrag Siirger über Mil ch v e r -> sorguug bezweckl, die Bestimmungen dahin abzuändern, daß auf dem Lande und in kleinen Orten die Milch von den Produzenten gegen Karten unmittelbar an di.' Milchvcrbrauck>er abgegeben wer­den könne. Der Antragsteller begründet dies Verlangen damit, daß durch das umständliche Anfammcln und Versenden der Milch kiese besonders in der wannen Jahreszeit sehr lei-de und häufig oanz verderbe. Nach einer befriedigenden Antwart der Regierung ül>er die Milchverteilung wurde der Antrag wieder zurückgezogen. Die Beratung dos Antrages Reh über Höckist preise für Weine lvurde ausqesetzt bis nach der am 13. Juni in Mainz stattfind enden Beratung von Sachverständigen über diese Frage.

Znm Schluß der Sitzung gab noch ein Regicruttgsvertreter über die Festsetzung der O b st h ö ch ft p r e i s e die ^Erklärung ab, daß die jetzt festgesetzten Höchstpreise nicht von ihr, sondern von der Landes-Obstftelle bsttimmt worden seien: es werde aber Sorge dafür getragen werden, daß diese Höchstpreise eine .H e r a bi ' setzung erfahren. Ein Antrag des Abg. Dr. Osann über die Obsthöchftpreise wird vom 'Ausschuß in der nächsten Woche in 'Be­ratung genommen werden

Au» Stadt und Cattd.

® iejjeit, 7. Juni 1917.

Lebensmittel.

** Verteilung von Brotaufftrichmitteln Die bei den Kleinhändlern der^Stadt Giewni bestellten.Waren wnnen von den Bestellern von Samstag, den 9. Juni ad. in Empicurg genomnien werden.. Es entfallen: ans dlährmrttekkarte A igflErr Karte«: aus Abschnitt 2: 500 Gramm Marmelade: aus Nähr- mittell'arte 6 «rote Karte : auf Msckmitt 4; 500 Gramm Marme­lade. auf Abschnitt 5: 375 Gramm Kunsthonig: am Nährmittel- karte 0 «blaue Karte«: airf Abschnitt 6: 500 rGamm Vkarmelade, auf Abschnitt 7: 375 Gramm Kunstho-nig. Mit dem 30. Juni 1917 verlieren diese Abschnitte ihre Gültigkeit.

D i c A u s g ab c von Suppenfab rikatcn erfolgt von Freitag, den 8. Juni 1917, ab, gegen Barzahlung und Rück­gabe der BestellanSiveife. Es ?uHallen auf die Person 200 Gramm Supvensab-ritate. Näheres stoch Anzeige.

** T ie Ausgabe der Br ot-, Fleuch ujtb Fleisck>- ? u sa tz m a r k e n erf«>lgt diesmal Freitag imd Samstag, den 8. und 9. d. Mts., und zwar für die Bezugsberechtigten mit den 'stlnamen, beginnend ntit den Buchstaben A K Freitag, und L Z Samstag.

** F r i s ch e Seefisch c. Heute, direkt vom Seestfchhaten Geestemünde eintreffend, gelangen in nachstehenden Geschäften aller- frischeste Ware wie Käbliau. Seehecht und Schellfische^ durch die ^vtadt zum Verkauf: Berdux Nachf., Bahnchüsllaße: K'leinhenn, Bahnhossttaße: Laih, Schulstraße: Schade' & Füllgrabe, Bahnhof- ftraße und Ludwigstraße: in den Filialen des Konsumvereins: Schulhof, Marktstraße: Simon, Walltorstraßc: Aug. Wallenfels und Georg Wallenfels, Marktplatz.

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** Der la itg e r s e hnt e Regen ist in dieser d^acht endlich niedergegangear. Drückende Schwüle nrtd mehrfache Ansätze zu einem trockenen Gelvitter gingen ihm oorans. Aber wie mehrfach schon witrde Gießen nur von den Ausläufern des Gewitters betroffen. Seit heute morgen ist wieder das herrlichste Sommersornienwetter, das man sich denken kann.

** Fr o h nl e i ch n am f e st. Der katholisckze Teil der Bevölkerung begeht heute daS Frohnleichnamfest, einen der höchsten Feiertage der katholischen Kirche. Vielerorts ward dieses Fest durch große festliche und prunkvolle Prozessionen gefeiert. Auch die katholische (^etneiride unserer Stadt hält einen feierlichen Ilmzrlg um die Kirche.

** W a r lt u n g t) 1 o r unüberlegte m Ankauf von Grundstücken. Die Preise für landwirtschaftliche Zeug­nisse und die daonrch vermehrten Ernnahnilen veranlassen manchen Landwirt, Grundstücke zur Erweiterung seine» Besitztums anzirkaufen. Hierbei lverden vielfach Preise ge­zahlt, die in gar keinem Verhältnis zu dem durch­schnittlichen E r t r a g s w e r t der Grundstücke stehen. Die gegenwärtigen Verhältnisse und die durch sie bedingten Einnahmen der Landwirtschaft ftitb eine vorübergehende Er­scheinung, und cs besteht die Gefahr, daß Landwirte, die jetzt zu. hohen Preisen Grundstücke an kaufen, schweren lvirtschaft- licbcn sti'achteil bei Rückkehr normaler Verhältnisse erleiden. Wie wir hören, lverden besonders hohe Preise für Wein­berge bezahlt. Wir möchten nicht unterlassen, unsere war­nende Stimme zu erheben und daraus hinzuweifen, daß Er- übrignngcn ans dem BetriebcEnrückgel-gt lverden sollten, um nach Friedensschlnß die erforderlichen Verbesserungen der Wirtschaft bestreiten zu können. Puch läge es nahe, zunächst an die Abzablnng ctlvaiger Schulden zu denken.

** Verbot d e s V v r ver ka u i s de r Ernte des F a b - res 1917. Demnäckstt loird das Verbot des Vorverkaufs der Ernte 1017 in der Weise ergehen, daß wie im Vvriahie Kauf-. vertrüge über Roggen, Weizen, Spelz «Dinkel, Fesen' sowie Emer ^ inid Einkorn, Gerste, Hafer. HLlsensrüchtc. Buchweizen, Hirse., O elfrückic und Futtermittel, so.veit diese der Verordnung über Futtermittel Unterliegen, mit '.Ausnakme von Verträgen mit den zuständigen Stellen, für nicrftig erklärt werden. Die Isichtigkeft! wird auck) aus Verträge, die schou vor Erlaß des Verbots ge-