Ausgabe 
24.5.1917 Zweites Blatt
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__ Der $)eoBHBai Settea, bd

^chLrnrm-Oe»srhp>KavrvLMre tm Westes, wurde zum Urtter- Möper befördert.

^ Lrais--Hovil»f^, 24. Mai. Der Grenadier Heinrich der nn vorigen Sommer die SommeLärnpfe und dieses Jahr acht bJet Arvas mrtmachte, erhielt das Eiserne Kren- zweiter Am 1. September 1916 wurde ihm bereits die Hessische ^-ismedaille verliehen. Fritz steht bereits Wer zwei Jahre Ä» Felde und i)t bis jetzt unverwundet geblieben.

** T r eis a. Aa.. 24. Mm. Dem IlntMVffizrer Henrrich «r i» in einein Jstf.-Regt. wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse ver­drehen. Gleichzeitig wurde er zum Mzefeldwebel befördert.

Kreis Büdingen.

# Alten st adt, 24. Mai. Das Eiserne Steen* erhielt Karl

VrEck.

4t 'Büdingen, 24. Diai. Vom stellvertretenden Generab- wmmando wurden für die Mitlälfe bei Festnahme von entwichenen iKtzrecEgesaugene:: nrit einer Geldbelohnmrg bedacht: Schäfer .Hein­rich Tobias in Nieder-Mockstadt, Frau Gastwirt Lina Meyer ja Büches: mit einer Ehrenurkunde: Briefträger Karl Renk er in Mo^>en, die Landwirte Gustav Nies und Louis Dijetz und die Ehetrau G a n z in Babenhausen, sowie Revierförster Wilhelm H e n- rich in Büdingen. Dass Eiserne Kreuz, erhielt Georg Meuser.

4k Düdelsheim, 24. Mai. Das Eiserne Kteeuz erhielt der wlterosftzrer Friedrich Achtzehnder.

Kreis Alsfeld. !

uv. Aus dem Ohmtal, 24. Mai. Gin solch rasches Ab- kitühen der O b st bäum e wie im jetzigen Mai gehört zu den Aus- lnahmen. wie sie kenn: w-ährend edres Menschenalters vorkomuren. ^Innerhalb einer Woche verblühten die Krrscbbmemie, die Birnbäume und daran im ?lnschtiuß die Lürfelbchrme. Daneben ging ebenso rasch das Berblü?>en des Wintersanrtzns. Das Dichtettovrt:Es blülst lnuu alles auf einmal" wurde zur Wahrheit. Kaunr erschlossen, ging die Blütenpracht zu Ende mit einer Erle, die erstaunlich schien. Daß aber dieses rasche Mblüben einen gwßen Vorteil bringt, zeigt der über alle Machen reiche Fruchtansatz der Kirschen. Ebenso reich ist der Sckwreiransatz des Wintersamens. Allerdings zu kurz Hjefcminen sind bei dieser Blüterreile die Bienen. Sic konnten, da aller Blütensegen beieinander sich erschloß, unmöglich den Nektar; olle einheimseu, zumal die meisten Wollten drrvch den langen jWinter an Bolkszahl sehr geschwächt sind.

np. R u o p e r t e n r o d . 24. Mai. Dem Ersttzreservisten Hein­rich Tr oller von hier, ömrrde das Eiserne Kreuz verliehen^ nachdem er vorher mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausge-^ Zeichnet worden v?ar. Troller steht seit deni 1. Mobilmachmgstah ftn Feld? und kämpfte anfangs in Frankreich, dann in Ruchland und jetzt wieder in Frankreich. Ein seltenes Zusammentreffen hatten, die drei im Felde stehenden Söhne einer hiesigen Witwe, sie hatten cfie drei zugleich Urlaub. Ter älteste Sohn steht in Galizien, der zweite in Rumänien und der jüngste in Frankreich. Der Mus­ketier Heinrich Geiß von hier, Jirbaber des Eisernen Kreuzes, ist im Kltcr von 20 Jahren infolge eines Schulter- imd Kinnschusses im Feldlazarett gestorben.

uv. Ob er-Ohmen , 24. Mai. Zur Hindenburgspende wurden hier 16 Pfund Butter, in Ruppertenrod 21 1 / 2 Pfund geliefert.

Kreis Schotten.

4t Schotten, 24. Mai. Am 4.Mai starb den Heldentod der Schutze Lothar Mehring, in einem Infanterie-Regiment, .Sohn des Uhrmachers Mehring.

O Gedern, 23. Mai. Me auf Betreiben des hiesigen Zweig- Vereins vom Alicc-Frauenverein ins Leben gerufene Kriegs- K l e i n k i r. d e r s ch u l e soll morgen im Fürsllich Stwlberg-Wer- inigerödischen Schloß eröffnet werden und während der Sommer­monate bestel-eu bleiben.

O Glashütten, 24. Rtai. Me Sammlung zur Hinden- burgspende,um -deren! Zustandekommen und Durchfiihrung sich Lehrer Weber sehr verdient gemaltst hat, verlief wie in den an­deren Gemeinden auch T;icr recht erfolgreich. Es wurden gespendet: 157 Eier, 1b - Psd. Speck, 2 Würste, 10 Pfd. Mehl, 5 l / 2 Pfd. Suppengerste, 1 Pfd. Dörrobst.

§ Hartmannshain, 23. Mai. Jagdpächter Weiß, Frank- kurt a. M., der die hiesige Gemerndejagd gepachtet hat, schoß

Rer es*et Hirsch, welcher ohne Kopf irnd Eingeweide das schöne Gewicht »m 165 Pfund aufwies. Jedenfalls handelt es sich hier um ein versprengtes Rudel dieser Tiere, denn sonst kommen Hirsche hier gmrz selten vor.

§ &cr&cnpain, 23. Mai. Der infolge seiner aus den: westlichen .Kriegssthauplatze erlittenen Verwundung im Lazarett zu Diedenhosen verstorbene Landsturmmann Heinrich Zimmer- wann, welckrer. n.ach hier überftihrt wuttw, wurde Montag nach­mittag 5 Uhr unter einem zahlreichen Trauergefolge, zur letzten Ruhe gebettet. Voran wurde die .Krieger Vereins sahne getragen. Auf Urlaub in der Heimat weilende Soldaten gaben die drei Ehrensalven am Grabe ab. Tie Trauerrede hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Bogt. Zimmermann hinterläßt eine Frau und drei Kinder.

4f Laubach, 24. Mai. Fürs Vaterland starb der Gräfliche Forstgehilsc Konrad Melchior.

Kreis Friedberg.

bz. Hausen bei Butzbach, 24. Mai. Dem Musketier Heinrich Schild von hier in erneut Inf.-Regt, wurde die Hessische Tapfer- keitsmedaillc verliehen.

Starkeuburg und Rheinhejsen.

** Bensheim, 24. Mai. Me hiesige gemeinnützige Baugenossenschaft hielt üt den letzten Tagerr ihre Haupt- perstmnckung ab. Der Vorsitzende teilte hierbei mit, daß dir Ga- Imisseirichcrft schmt alle Vorbereitung ^:i getroffen hat, mit nach Kriegsende nrit dem. Bauen begtennen zu können. Die Gemeinde hltbe eine Anzahl BaupLatze zur Verfügung gestellt, ivegen Be- srl-asfung der erforderlicheir GeLdmittel sind mit der Lcmdes- versicherungsan stall Großh. Hessen ^Lvnrachungen getroffen worden. Es sollen inslwson.dere auch Eigenheime für Kriegs- che schädigte imb sonstige Kriegste illr ehtwer errichtet werden. Nach Erl^digiing der Tagesordnung hielt Landeswohülmgsinspek- wr Gr etzschel-Darm stad t einen Vortrag überVolks- Heimstätten für kinderreiche Familien, Kriegs- tetlnehmer und Krie gerWitwen." Der Vortragende erläuterte hierbei gleichzeitig die Bestimrnmrgan des Kapital- ab s rndun g sgesetze'Z. Durch oas Gesetz wird es auch einer Anzahl Ktnegsheschädigter mrd Kriegerwitwen in Bensheim er­möglicht. sich ein Eigenheim zu erwerben.

Hessen-Na-ftm.

.Kampf mit Einbrechern.

F r a n k f u r t a. M., 23. Mai. In dn: Ville^rkolonie Wie- senau trmrden in der vergarrgenen Nacht drei Einbrecher tn einer unbeivohrrten Villlr vmr Wächtern überrascht. Es kam zu einem er­bitteren Ringen, bei dem auch der Mvolver erne Rolle spielte. Zwei der Einbrecher wurden nieder geschossen und erheblich ver­letzt, so daß siecherhaftet werden konnten. Ein dritter Einbrecher entkam. Me beiden verlxrfteten Leute gehörten nach Sossenheim und Nied.

mr. Frankfurt a. M., 24. Mai. Infolge andauernden K o hl en man g els sielst sich die Frmtkfirrter Gas gesell­schaft und das Gaswerk Heddernheim gezwungen, die Gasliese­rung von 127 Uhr nachmittags und ab 12 llhr nachts bis mor­gens 5 Uhr einzustellen. Der Magisttat ließ bet den verschiede­nen Feuerwa clien der Stadt Alarm Vorrichtungen erbauen, durch welche die Einwohner bei ellvaigeir Fliegerangriffen gewarnt iver- den sollen.

= Fulda, 22. Vtai. Die Eisenbah.rdirettion Frankfurt a. M. hat die Linienführung der Vogelsberger Kleinbahn Weidenau-Großenlüder nach Fulda mrd die Einführung dieser Bahn in den hiesigetr Skaatsbahnhof genehmigt. Gegen die Leitung der Bahn über Giesel sprachen gewichtige Bedenken. Der Kreistag des Kreises Fulda gab nunmehr auch seine Zusttnrmung zum Ausbau der Strecke. Jetzt soll die lanL»espolizeiliche Prüftnrg und Genehmigung für die Linie eingeholt tverden.

** Kassel ,23. Mai. Ter in der ll'auftmgerstraße wohnende 33 Jahre alle Schreiner Heinrich Schremmel hat geftem im Einverständnis mit seiner Frau die ganze Familie, bestehend mrs Mann, Frau, und' vier Kitidern im Alter von drei Wock'en bis 8 Jahren, durch Gift getötet, weil er infolge Kraillheir in eftre drückende Notlage geraten war. Das Mft, eine lysolartige Lösung, ivar in zwei Glaser Bier geschüttet und dann von allen, auch dem Säugling, gLtrunken worden. Der Tod ist

nach einer ^unde erngetreten. Die Ktender würden friedlich in .ihren Betten gefunden. Die Eheleute lagen angelleidet auf ihren Betten.

Vexrnrscktes.

* Notgeld. Lsterüber schreibt Avemrrius im 1. Maiheft desDeutschen Willcnrs" (.^rnstwart): Wenn wir rät Votk wären, das sich luxh mehr darauf verstünde, die Dunkelheiten der Zeit durch Kunst^zu erhellen, so hätten nnr auch beim Notgeld der ver- scviedeueu. Städte jetzt eine kleine Gelegenent dazu. Tenn es kostet ja genau ebei^soviel. etwas farbig Hübsches, wie Häß­liches, etwas Phantasierevches, wie Nücksternes, etwas mit, wie etwas ohne Geist zu drucken.>e Aufrocndung fofcher Art wurde sich, auch schon deslxrlb lohnen, weil pNotgeld sict>erlich Sammler- Gegenstaub wird. Hier wäre auch eine vvrtreftlichie Gelegenhwt. mal zucrverrmenttevcn", '.ind so ließe fid) sogar ein guter Einfluß bes Notgeldes aus unsere Baerknoteu imb Reichsmünzen erhoffen. An einigen Orten bemühte man sich auch mit meicschlichem Ge­fühl. An anderen besorgte das Notgeld der Amtsschimmel. Mildernder llmsmnd:' seine Einführung kam für gut acrcbe;: itenbr Maßnahnren wohl zu sclmell. Bei dieser Gelegenheit: Wie ver­halten sich^ denn, zu den Notgeldausgaban die Schulen? Rdir schein!, hier wäre eine Gelegenheit zu hübschen 'Arbeiten für sie.Jungens­und Mädel, zeichnet rnal ddotgeldscheine, wie jeder sich sie denkt! Diacht's ganz aus eurem Gefühl! Bedenkt nur, worum sich's handelt' Weltkrieg! Das Vaterland in Gefahr und damit die Heimat! Denkt, wer und was euch schützt, denkt, was ihr gelobt! Denk!, was einen erfreuen kann, der rn solcher Zeit aus seine Geldzettelchen blickt !" Das waren Aufgaben aus dein Leben heraus. Wenn ich die .Kriegsbilder ansehe, dce mir aus einzelnen Schallen geschickt worden such, so bezweiste jch bricht, daß mancher gute Einfall dabei ans Licht käme. Was in den Schulen für Kinder nur Spiel", das kmmte dann in den graphischen Lehvanstallen weit mehr sein. . U.

^ Ein sonderbarer Fleischersatz. Da die Franzosen über das neuerdings in Kraft getretene Verbot der Verabreichung von .Fleiscb Mr abendlichen -HicmptMahlzeit in den Gasthöfen untröstlich sürd, strengen die erfinderischen Wirte ihre ganze Phan­tasie an, um hxnigstwis eimgermaßen ztimi Ersatz schaffen. Dabei stmr der Besitzer eines Gasthauses im Pariser Viertel von Saint- Ainwvre ans einen solwerbaren Einfall. Von der Speisekarte dieses Lokals leuchten dem Gast höchst erfteuliche Namen entgegen, wie etwa: ,LamMkartoffeln", ..Kalbsrüben", ,, Schweinebohnen", Gänseerbsen", ..Rindersalat". Die betreffenden Gemüse werden am -Vormittag in den Saft der dieser Zeit noch gestattetes Fleischgerichte gelegt Und bleiben bis zum bchend in diesem. Bad, um sich mit^dcm Fleischgeschmack und^ Fleischgerrich nröglichst vollzu- säugen. So gaukelt man dem Gast den Fteischgesckpuack vor iard schlägt dem Gesetz wenigstens in der Phantasie ein Schnippchen, ohne sich ernAich strafbar zu machen. Ob die Borzüglichwit der Gemüse durch diese sonderbare Erst Bearbeitung gewinnt, wird allerdings nicht verraten.

Wöcherkü. Ueberßcht de?TsSr§?8Se l d. Stadt Hietzerr.

17. Woche. Dom 22. bis 28. April 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 12,56/ M .

Nach Abzug von 7 Ortsfremden: 1,57 °J M .

Kinder

LeüenS- vom 2. bis jahr 15. Jahr

1 ( 1 )

1 ( 1 )

1 ( 1 )

1

Es starben an

Z«s.

Folgen der Fehlgeburt Diphtherie

Anderen Wundkrankheiten Krankh. d. Kreislaufsorgane Anderen Krankheiten des Nervensystems

Er­

wachsene

1 ( 1 )

tm

1

1 ( 1 )

1 ( 1 )

4(4)

4(4) -

Summa: 8(7) 6(5) 1(1) 1(1)

Anm.: Die in Kammern geschten Ziffern geben an, wie viel

der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen.

Metü^nalrat Dr. E. Wal ger, Großh. Kreisarzt.