£W& lcre fielen irrtb elf rmrrben verwundet. Von wetTrer Kompagnie bin ich als einziger Offizier überiggeblie- ven und verlor bei der Sache mehr als 60 Mann. Deshalb nniBten bei dem Angriff, am Nachmittag des -22. Mai alle Kornpagniesührer zurückblerben. Die Zweitältesten Offiziere führten die Kompagnie vor. Keiner von uns war traurig, oatz er nicht dabei sei „konnte. Ein Gutes hat meine Arbeit als ^neger: Du brauchst nicht eine Geschichte anfanaen, von der du von vornherein weißt, daß sie aussichtslos ist. Daß «der war es, lvas wir am 11. Mai wußten.
Die Wirkung des U-Bootkrieges auf England.
(WTB. Nichtamtlich.) Halen schreibt in FFWf Wochen; ck>rtft John Bull": Der Tribut, den unsere L!imdctsfwtte dein U-Booterieg bezahlen nruß, wird jede Woch- grotzer. imb der Hnnmel weiß, welfa V-rlnste der Schiffahrt am)ever Verbündeten zngesügt werden. Daß die Brotration:
r.® 1 * i l c 5?J lll i > t . ert werden mußte, ist eine Zeit*
jöajc, die Deutschland beßcr über untere Lage unterrichtet, als es in Worten geschehen konnte. Demnächst werden natürlich Verräter unter inneren Landsleuten wegen des Lebensmittelmangels zu einem Frieden durch llnterhandlungen drängen. Augenblicklich halterc iie^ sich noch im .Hintergrund, weil sie glauben, daß der richtige Moment noch nicht gekommen ist, mit iIrrem Gejammer anzufangcu: aber in kurzer Zeit wird m«an sie sagen hören, daß ein halber Friede aus jeden Fall besser sei als ein leerer Magen.
Das englische Parlament.
London, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich). Meldung des Aeutzerschen Bureaus. TaS Parlament ist bis zum 1b. Juni
vertagt.
Ern Kabinett für innere Angelegenheiten.
Rotterdam, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London, daß hier die Einrichtung eines neuen Kabinetts für innere Angelegenheiten geplant wiro.
Die irische Frage.
Bern, 25. Mai. (WTB.) Der ,,Times" zufolge hat der Ausschuß des Grafen P l u n k e t t eine Erklärung erlassen, die den Vorschlag Lloyd Georges zur Rege- lrüig der Jrenfrage durch eine Zusannnenkunft aller irischen Gruppen verwirft. In der Erklärung wird behauptet, die britische Regierung stehe der Jrensrage nicht unparteiisch gegenüber, sondern habe politische Verpflichtungen gegenüber einer Gruppe. Außerdem komme es ihr nicht wirklich auf die Lösung der Frenfrage, sondern darauf an, aus dem sicheren Mißlingen des Ausgleichsversuches in Amerika Kapital zu schlagen. Plunkett fordert die Regierung «auf, eine Wirkliche, auf dem allgemeinen Wahlrecht beruhende irische Konvention mit vollem Selbstbestimmungsrecht einzuberufen, der es freistehen müsse, gegebenenfalls die völlige Unabhängigkeit Irlands zu verordnen. Die Zeitung berichtet aus Dublin, der Grund der Gegnerschaft der Sinn-Feiner gegen den Konventivnsvorschlag be ruhe anscheinend darauf, baß sie ihre wirkliche Partei starke, die der Konvent enthüllen müsse, nicht wollten bekannt werden lassen. Die Nationalisten glaubten, daß die Sinn-Feiner lediglich Mißvergnügte seien) die bei den: Zustandekommen der Konventton sich davon schließlich nicht -«umschließen würden.
“fk?® di- SJrie^immne, oder die LandwebreN
. *5?. EN.er des Krieges emtraten und sich daher führ diese Zeit
Ivi ^i^^bnstleijtung besonders verpflichteten, kommen für die Beurlaubung nicht m Betracht.
Die Besprechung der Kriegsziele Oesterreichs.
, Wien, 25. Mai.' (WTB. NRelstamtlich.) Wie die Blätter erfahren, wird unter gewissen Be s ch r ä n k lt n q c n tu bet allernächsten Zeit me Besprechung der Kriegs- zrel e der Monarchie für die Presse freigegeben werden
Ei« Aufruf des Königs von Italien an Heer und Flotte.
L u g a no ,25. Mai. (WTB.) Der König von Italien Hat aus dem Hauptquartier folgenden Aufruf erlassen:
Soldaten zu Lande und zur See! i Heute sind seit Beginn des Krieges, an dem Ihr mit Begeiste- ■ «arg und Zähigkeit teil genommen habt, zwei Jahre verflossen. Euer iWknt. Selbstverleugnung^ und Opserfinn vermochten glücklich die schweren Proben in der Bekämpfung des Feindes und in dem Ringen jmt den Widrigkeiten eines langen und strengen Muters zu jiLerwinden. Das dritte Kriegsiahr beginnt im Kanonendonner. Seit einigen Tagen wird eine stolze Schlacht geschlagen gegen einen zahlreichen, stark verschanzten und reich mit Geschützen ausgcstat- jteten Gegirer, der Euch jede Handbreit des unwegsamen Geländes streitig mackst. Schon krönten glänzende Erfolge Eure wunderbaren -Anstrengungen und der Sieg wird Eurer unbezwnngenen Tüchttg- .Jeit und männlichen Standhaftigkeit lächeln müssen.
Soldaten zu Lande und zur See! Entspreckwnd dem Rufe, den IJhr Euch in der Vergangenheit zu erwerben verstanden, werdet Ihr Hessen bin ich gewiß, den Namen unseres Italiens mit unm'chütter sichern Glauben auf den Wegen des Ruhmes immer Hochhalten.
Eine KrifiS in China.
Amsterdam, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem hiesigen Blatt meldet der Pekinger Korrespondent der „Times". Die Ursache der merkwürdigen Krise in China sei die Frage, ob China Deutschland den Krieg erklären müsse. Die .Krise.nehme ihren Ursprung in einer langen Reihe von Meimmgsverschieden- heiten zwischen dem Ministerpkäsidenten und dem Parlament. Sie erreichte den Höhepunkt, als der Ministerpräsident versuchte, das Parlament zu knebeln, nachdem das Kabinett durch Entlassungen und freiwillige Rücktritt von Ministern nur noch ein Mitglied zählte, nämlich den Ministerpräsidenten selbst. Das Parlament weigerte sich, mit der Regierung zusammen zu arbeiten und Fragen tzn entscheiden, solange nicht das Kabinett neugebildet würde. Ter Ministerpräsident drang bei dem Präsident der Republik darauf, das Parlament anfzulösen. Der Präsident iv-eigerte sich, aus verfassungsmäßigen Gründen diesem Wunsche Folge zu geben. Ter Ministerpräsident wurde von mehreren Provinzialgvnverneuren und Militärgouvernenren, die sich offenbar zu dem Zweck, dem Parlament Achtung einzuslößen, in Peking aushielten, unterstützt. Der Ministen räsideiit zögerte aber, die Macht, die ihm zur Verfügung stand, auszunützen, da die Mftösung deö Parlaments oder die Absetzung des Präsidenten, der sich für die Verfassung -einsetze, zu einer Revolution hätte rühren körnten. Obwohl der Punkt, um den sich die Krise jetzt dreht, die Kriegserklärung ist, bittet den wahren Anlaß >.u diesem Konflikt die Frage, wer über die einschlagende Politik entscheiden wird, der Ministerpräsident oder das Parlament. Man glaubt, daß das Parlament bereit ist, den Krieg zu erklären, -wenn^eme Regierung kommt, mit der es zn-- fammenardeilen könne. Solange aber TuaN Präsident ist, ist das Parlament dazu nicht bereit, da die große finanzielle Unterstützung, »velche die Alliierten Ckstna für den Fall seiner Teilnahme a,i dem Krieg zugesagt haben, die Macht des ManneS, dem das Parlament mißtraut, außerordentlich stärken würde. Vom Standpunkt dt. Verfassung aus, hätte der Ministerpräsident unrecht und müsse erst utlirftrrtctt. Es herrsche einige Besorgnis vor einem Ctaaisnreich. absr die Folgen tmlrden für das Land so verhäng- niörott sein, daß man glaubt, daß der gesunde Verstano die Oberbau' Rfalten nnrd. Inzwischen hat der Präsident der Republik den Ministerpräsidenten entlassen.
Beurlaubung der ältesten Landsturmjahrgänge in Ocfterreich-Nng«trn.
Wien. 24. ‘Skai. (WDB.) Kaiser Karl erließ das ri•• honte Beschlsschreiben:
; befehle, daß die den GeVurtÄjayrgSn gen 1665 r M angehörenden Personen, die xum Landsturmdien ste herangezogen und, insofern sie nicht selbst um eine weitere Be- laü'ing im aktiven Militärdienste bitten, mit Ausnahme e.-r Ga amen des Ruhestandes und des Verhältnisses außer Dienst, und Hann bic Angehörigen der lano stürm pflichtigen Körperschaften ehe- Heus, längstens aber am 30. Juni zu beurlaiwen sind. Die Personen dieser Geourtenjahraänge, die im Mge der freiwilligen Assentierung
Seekrieg.
Neue U-Booterfolge.
, Berlin, 25. Mai. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boots-, erfolge im Atlantischen Ozean, im englischen Kanal und in der Nordsee: 19 200 Bru ttvregi ster to n nen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich n. a. ein Dampfer mit Kohlenladurrg von England, ein Segler mit Eisenladu-ng und ein Segler mit Kakaobutter nach Frankreich.
Der Chef des Wmiralstabs der Marine.
Frankreichs Verluste an Handelsschiffen.
< ^ Bar is.23. Mai. In der Kammer er kl ä,Ne EelS, die Gefahr des U-Bootkrteges ,et außerordentlich schwer. Er prüfte dann die m redem Vierteljahr zerstörte Handclstonnage uud fuhr fort: Bis haben sich die Verluste ständig zwischeut 900 000 und 3c>00000 Tonnen bewegt, wildem aber immer zuge- uornuteu. um bis auf 2 400000 Tonnen in den ersten vier Mo- des^ahres 1917 anzusteigen, nxrs dem Stand der frau- zoflia?en flotte vor dem Kriege gleichkonmnt. Der Neubau be- ^gnet der OKfahr nicht uud die Regierimg tut ,.t dieser Hinsicht wtrd von den Neutralen verpflegt uud braucht leine Tonnage, die Alliierteu aber benötigen eine Miudesttvuuage für rin eKrteasmdusttw und fttt die Versorgung der BevöU'er:mg, a j yer rrber drese Mtndesttonuage verfügm die Alliierten nicht nvehr. Zurr P?n3nmg der Berteidigiungsmittel verlangte Cels eine ge- herme Setzung. Sein Begehreit wurde artamommeit, die Sitzung auf ge Koben uud einige Augenblicke darauf die Geheimsitzrutg begonnen.
Die Verluste der norwegischen HandelöftoLtc.
Kristiani a, 25. Mai. (WTB.) Dem Ausweis der uvr- lvegt scheu „Beritaö" zufolge betrügt der Re in Verlust der norwegischen Handelsflotte seit dem 1. Fa- uuar 240 Fahrzetrge vcm zusammen 356 000 Donnen curs- lchlteßlich der aufgebrachten Schiffe und foTcfat unter 100 Donnen.
5fe
^ ^ 11 ^ a / 26. Mai. (WTB .) Ein Sonderte leg ramm
von „Aftenposten" meldet: Der Danrpfer „Baltic" ist von emem deutschen Tauchboot torpediert worden, rmßerdem lvnrde ein großer amerikanischer, flir schwetzer Rechmrirg ItesPachteter Dampfer mit werwoller ^adung am 21. Mai außerhalb Marseille versenkt.
Der Sonderberichterstatter drahtet aus London: In der am 20. Mai endenden Wocht sind 2 7 britische Han- d e l s schi f f e versenkt ivorden; hiervon 18 ' Dampfer über 16M Toimett. Die Anzahl der versenkten Schiffe ist also Prozentwerse gestiegen.
daß d«se MitteLrMgen, die nach der Dehaupdrug der „Deutsche« Pa^szettung' von etuer ebenso uMerrichteten wie beuchteuswerteu Sette.stammen sollen, frei erfunden sind. Das Arbeiten mit verarttgeu Erfindungen ist geeignet, nicht nur dem feindlichen Ausland ^gegenüber Schaden zu stiften, sondent auch unser bundes- ttenndllches Berlüiltnis zu Oesterreich-Ungarn zu stören. Gegen dieses gesährlickfen Treibens legen wir daher nach- druckltche Verwahrung ein.
A«r dem Reiche.
Zum Briefwechsel des Generals von Gebsattel mit dem Reichskanzler.
Wir er halben folgende Zufchrist:
Der Gießener Adriger" erwähnt in Nr. 179 die teilweise co . E. ^ Crwtderim/! Gebsattels — Berösfentlichmtg etnes ^ zwtsck>en Erzellenz Freiherrn von GebsattA und dem Retc^kanz-ler vom Vtai 1915. Cs wnÄ hierbei von „Störung des Burgfriedens" gesprochen, die entstehe, wenn so crufveizende Worte wie „Revolution" „trnter das Volk geworfen" wlirden. I'n dem Satze „Sie i,r eine ebensolche traurige Cntgleistmg wie die be- rannte Aeußermtg Scheidemmtils" werden beide Dinge in die gletche Lmie gestelltt Jch wäre Jhiteit dankbar, ttrenn Sie mir als Vorfttzenden der hiesigen. Ortsgruppe des so scharf angegriffenen Verbandes gestMeit würden, auf einige weseMliche Unierfchiede htnzmveisen.
1. Exzellenz von Gebsattel wirst nicht das Wort Revolution tmter das Volk, sondern gibt in einem P r i ov t br f e an den Kanzler seiner sck^oermt Sorge über die Folgen eines Verzichts- riedens Ausdruck. Man brauckst wohl nicht unbedingt aüdentscher Führer, zu sem, um ^ese Sorgen — heule nennt man den Ver
^ ' er '-'‘'‘Bin — luüiui/t muu uru nycz*
ztchtsmeven gewöhnlich „Sckeidemannsrieden" — zu teilen. Unter r "v “r dieser Privatbrief mit ErlMtbms der Zensur
behörde erst durch den „Vorwärts".
Scheidemann sprach dagegen öffentlich von der Reichs- wgstrrbüne liernitter in einer Rcke, die alle Blätter des J!n- und Anslaiwes ganz oder fcerOoetfe abdruckten.
2. Der Begriff der „Drot/img" setzt stets die Absicht der -derwtrkltanmg tm Falle bestimmter eintretLnder Umstände voraus. Cxz. von Gebsattel weist ans die EnttÄtschung mW die zu erwar- lende Derbttternng des keimkehrendQt Heeres und des ganzett Volkes hm, lvenn sie als Lohn all der falben lüften Kämpfe und Tndm nichts als ungefaitcr amvachseitde Steuerbtskeit erwarteten Selbstverstctttdlich denkt nicht einmal der „Vorwärts" an eine „Abstcht" des Generals von Gebsattel oder airderer Alldeutscheu, diese mifgliche Verbittenmg zur ^lnzettelung eätrer Retmllttion aus- nutzen zu wollen, u,rd ebensowenig glaubt er, von Gebsattel und me Alldentscheit betrachteten Heer und Volk als alldeutsche Werkzeuge, die ihnen irgendivie zur Verwirklickmng irgmdwelcher 2lb- sichten zur Verfügung stilNderi.
.Herr Scfaidemann sprach dagegen als Füfaer einer Frak 1 i o n , lntd Inland lvie 2lusland haben seinen Satz vvn der Revolution dahin aufgefaßt, die Aühängerschast dieser Fraktion, werde zirr Revolution greisen, wenn die Fmdenmgen ihres Führers mefft crfüllt imirbcn. Ein Vergleich wäre also mrr möglich wenn Exz. von Gebsattel eine Reoolutmn der Alldeutschen in Ansstcht gestellt hätte, alio der köirigstreuesten aller Deutschen.
Was Herr von Gebsattel schrieb, war eine Warnung vor Gefahren, die dem Tfaone aus .Vt\-cifcu, die feinem und seiner Freunde Einfluß völlig entzogen sind, erwachsen könnten: was Herr Scheidemann sprach, war eine Drohung mit Kreisen, die fernem Einfluß unterstehen.
Darüber, wo Her „bis ins Groteske gesteigerte Mangel an poltttscher Emilcht" zu finden ist l-abeit die (Geschehnisse bereits ent sch reden, und enttefatfatt jeden Tag aufs neue.
H«ns p. Liebig.
Wir sind immer rwch der Meiimng, die Uebertreibungen und Zuspitzimg in dem.ersten Briese des Geirerals an den Reichskarizler wären besser unterbliebest. Herr von Bethmann Holltveg konnte es imnierhin so aussassen, als sollte in der Ankündigung einer im Bereiche der Möglichkeit liegenden Revolution nicht nur eine Warnung, sondern auch eine gewisse Dgvhnng liegen. Denn aus dem Schreiben ging alles andere eher hervor als ettva die Bereitwilligkeit, einer aus den angegefanen öfrtluden angeblich drohenden Volkserhebung entgegenznwirknt.
*
Berlin, 25. Mai. (WTB.> Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die „D e u t s ch e T a g c s z e i 1 u n g" hat in ihrer gestrigen Abendnummer emeut Angriffe gegen den Graten C z e r n j tt gerichtet, die wir mit aller Cntschiedenh U zurückweisen. Als Grmcd- läge nir die Angriffe dienen dem Blatte Mitteilungen über den aisgebiichen Inhalt der Verfandlungen und Gespräche bei der letzten Anwesenheit des österreichisch ungarischen Ministers des Auswärtigen cm Hauptgtmrtter Ost. Wir sind zu der Feststellung ermächtigt.
Aus Stadt uud Land.
Gießen. 26. Mai 1917 .
Alte deutsche Pfingstspiele.
Während die volkstümlichm Pfingstbränche, die mit dem Fest vor allem Den Emzug des Somtners bogrüßm, in der Hast und Arbeit des großstädtischen Lebens bis ans gmrz geringe Wahr- zetchen tmterdrückt worden, ist man aitf dem Lartde noch immer ■V 1 pwtgllspcelen treu geblieben, die uns von den Vorfähren uberltefcrl nntrbcn. Diese alten deutschm Pfingstspiele, bei denen pp,enhatte Umzüge und Körperübmtgen die befarrsckiende Rolle fDreien, urttericheiden nch nt den verschiedenen Teilen Deutschlands aus luaimtgfache Weise. Fast überall sind sie jedoch mit Pferde- rennen verlnupft, bei denen die Baueritburscheu sich zum -Stolz i bervor^tttun suchen. Ein weitverbreitetes Symbol m-r hnuglireit nt auch der mit allerhand Grün, Vorderst und Blumen aus einem Ehrenplatz errichtete Maibaum, dcit die .»oiwratwren des Dorfes umreiten. Unter den Wettspielen ist ne!>eil den Pserderennen besonders das Ringsteck«n, auch Mann-
heute naS, in den nördlichen Pvovmzeis ^eutsv'laisds, vor allem m Lickzlesivig und Holstein geübt und weist iwbedmgte AehnliMeit mit den alten deutschen Rtttertt-ielen aus, von fanect es ziveifellos abgeleitet ivettren natß.
den genannten Gei-ienden werden an entern Strick zwischcot f’ rt?ei f • l V fn I! rn . ans .HMz oder Eisen auf ge hängt, in
deiten stch sims Locher befinden Lie Bauernbnrsfan reiten mm tot Galopp mtter dein ^.eil hindtlvch imd haben dabei mit einem runben hölzernen ^tcafar den sie in der Rechten schwingen, du Locher bn zu treffen. Ter Ritt wird fünfmal wiederholt, da alle Lächer tn emer bestimmten Reihen folge zu treffen sind, und der Bauernhnrsche, der diele durchatis nicht so leichte Leistung als erster vollbrnigt, Wi rd zum Sioger gekrönt Int Innkrcife ist das Rmg'techen lvemger.schwierig, weil mmt nur einen einfachen ..tew.lrmg benützt, der mit einer Lanze von. der Schmtr farab- aernfen werden soll. Ter Sieger erhält gewöhnlich ein seidenes LEent. Bon groteskem Humor sind die PfinMpiele im Böhmer- ,l1 ° Hauptperson ein Spaßmacher anstrttt, den man „Gschboavuiocht nennt. Er sitzt in grotesker Kleidung aus dem ttappertgstett Gans, der tm Dorfe anfautretfan ist. Um den Eindruck zu erwe-cken, dass der Gschbvasmocha verkefat reitet, wird der Ganl^nn her ^wanzsette mit einem künstlischen Kopf ,md Hais aus strotz geschmückt, wülfvtmd man die Kowstiie durch Stroh m cme Kruppe zu verwandeln sucht. Wenn die Rennen der Bauer,tlmrschen beeufat sind, besteigt der Spaßmacher unter den lomnckften ^ttan-tjifeiten mit einer Leiter seine elende Mähre und begrünt einen Streit mit dem Sieger des dtennens, bis -r HO durch ern Geschesik tn Form von Schrntpftabak beruhildm läßt Kn anderes origmelles PfinMpiel ist in der Gegend von Pilsen ublic>v Anch wer handelt es sich um einen alten fautsfan Brauch der inaucherlei Aelmlrchkeit mit den in .Schw-aben ausgesührte't Ps'ugUrttten auftveist. In der Nackt vor Pfingsten, wird' im Tors eine Laubhütte ohne Eingang errichtet, und vor derselben beginnt am nack-sten ^.age nach dem Gottesdimst das sog. Köntgsspiel Ter dura) etnen ungefauren, aus Binsvtt geflochtenen Hut aus- gezetchnete Kontg erscheutt lfvch zu Roß in Begleitung eines Rtchters, eines Ausrufers, der Bierretter und der übrigen be- rtttenen Bauernburschen sowie des sog. Froschschinders vor der ^audhutte. Ta er den nicht vorhandenen Eingang ttattärlich nicht ftnden kann, bahnt der König sich mit feinem Schwert einen Weg damr ntntmk er ans dem Sttthl in der Hütte Platz und halt mm ern lustiges Gertchr über die Dorffugend ab, bei dem es an oft sehr kerrngen Snmsprüche-.t stricht mangelt. Hierauf tritt der Spaßmacher m Gestatt des Froschlschinders auf. Er hat in einem Äqeb bmter dce pux Htnrichttmg bestimmten Frösche untergebracht, welche an emer Llrt Galgen aufgehängt werden. Auck^. hier werden we PftnMptele mtt etnem Wettrennen beschlossen, tmd wemr der König das Unglück hak, zu verlieren, muß er sich nickt nur eine Buchittgung rmt Haselrrrten gefallen lassen, smiderm auch des Abends dav Bter für alle Dorfburschetr bezahlen.
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** Amtliche Pcrsonalnnchrichten Der GwM-rHag vat ckm 23. Mai die -Oberrochnntgsrevilioven bei der zl vdittn i >Ktsttf!raturabtetlung der Oberrechnnngskammec Rechmmqsntt Aucptst Rett berg rmd Rechinmgsrat August Borwet zu Ober- revrloress bei dieser Behörde mtt-er Befassung des Charakters als „RechnungSrat" mit Wirkimg vvm 1. I'mn 1917 an ernannt.
.** D«s blendend schöne Wetter der l-etzten Dago sckfeint auch über die Pfingsttage cm halten zu wollen. Damit wird jedenr, der im Interesse der M-genteinheit ans eine Psmgltreisc verzichtet hat, Gelegenheit geboten, stch durch eiltet, kleinen AnSfltvg, der tttcht <rri «eine Batch fahrt gebunden rst, für diesen Verzicht reichlich zu etttschirdigen. Die Wunder des Frühlings sind für den Schadokt allerorten offenbar. Wer sich allerdings auf eine Zusamnrenckunfl mit emem lieben Angehörigent gefreut l>at, dem wird die Einschränktma des Dahnverkehrs doppelt schmerzlich sein. Auch hier geht das Wohl und Wehe des Vaterlandes vor das Wvhl und Wehe des _ Einzelnen, und ein freudiger Verzicht im Hinblick ans das große Ziel ist immer noch besser zu tragen, als wenn man unwillig utld verärgert sich einem Zwange beugt.
** Vom PfingstWochenmarkt. Der Därrkt war heute tmt einer Fülle von frischem Genrüse beschickt. Namentlich rvar Wtnterspmat, der zmn Teil schon gesctzvfsi-n rst, und Sommerspinat,
,v genannter Blätterspinat, in gwßen Menget, an geiähren und wurde tn an Ähnlichen Posten schon früh vom i'Nartt genommen. Dte Pvelse für Geniüse bewegten sich in dein früheren Rahmen ,m.d diirften sich mit Rücksicht aus die allameme Preissteigerung die alle Erzeugnisse zurzeit ersahren, in gleicher Höhe falten. Airs die Preise. die vvn den Gemüsezüchtern für jmtge Ofanüse verlangt wurden, inachten die bevorstehenden Feiertage ihren Einfluß geltend. Zu cNvähnen bleibt muh die reiche Anfuhr von Salat tn allen Sorten, sowie Schnittlauch, Suppengritn, Radieschen ,md was foult noch bic H<rusfronen für die Küeh?. nötig faban der Spargel lmcrde zul den bisherigen Preisen v-rkauft, mich Blumen waren zu einem Pfingststnruß sehr begehrt.
** Kriegspatenschafi. Die Fürsorgestelle für .Kriags- hmterbliebenen wird rn nächster Zeit mit einem Aufruf zur Gewinnung von Krieg-spaten für Kinder im Felde gefallener Krieger an die Oeffentlichkeit treten. Der Oberbittgernkeister bittet im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes mtferc Mttlmrger, einstweilen Verpflichtungen zur Uebernalpne vvn. Kckiegspadenschaft mrr nach vorfariger Rücksprache mit der Fürsorgestelle ein^rrgefan.
** Lichtspielhaus Babnhofstr. 3 4. Das Pfingst- feltpragvamm vom 26. bis 28. Mai 1917 sieht vor „Das Geständ- nis der Olga Orginska", vornelpnes Gefellschaftsdrwna in 4 Akten, sonne ein Lustspiel „Der bestrafte Dvn Iican" tn 2 Akten, mit Paul Heidemann in der Hauptrolle.
Landkreis Gießen.
H. R ü dd i n g shau fen, 26. Mai. Otto Becker von hi^r, welcker gegemvättig an einem Lehrknrßis für Osfiziers-Afpitanten iLtlilinimt, wurde zum Dtzefeldwefal Iwfordert.
Kreis Büdingen.
2i Ortenberg, 26. Mai. Kinegssrätvilltger August Suhl, der bereits Zlvetmal verwlmdet war und fett Anfang im Felde steht, erhielt das Crserne Kreuz. — Mit derselben Auszeichnung wurde Lmtdlturmrekrut Georg Engel, der in einem Landwebr-Infante rte-Regiment des Westens steht, bedackst, letzterer ist auch im Bentz der Hessischen Tapferkeitsmedaille.


