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26.5.1917 Erstes Blatt
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ramrlag. 26 . Mai

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Ariegrpfingsten.

Gieren, den 26. Mai.

Dir aber wandelst ruhig die sichre Bahn,

O Mutter Erd' im Lickste! Dein Frühling blüht. Melodisch wechselnd gdhen dir die Wachsenden Zeiten, du Lebensreiche!

Das tat dein düsteoerc $tea vebz des §ttieges mnflvtte Mvrgjtfest g-ießt noch sein« alten Geisrcsschauer ans, die uns deute gewaltiger als vormals ergreifen. .Hatte bei dem ermüdenden GLeühmicrß frühcwsr.Tage der Pfrngstgeist immer Mnz offene, cmpfä-nalick>e Herzen gefunden? Da steuerte doch Dvaruber Wahrhettsucher selbstvergessen in den: Fahrwasser txm fftm-sts Famulus, der mitten im Frühlingszanber sich nach den selig alle Glieder wärmenden Wintern ächten sehnte: wenn es auch nicht sp laut und grob ausgesprochen wurde, fo ist es in solchen Herzen doch ähnlich aufgezuckt wie bei jenern:Mau. sieht sich leicht an Wald und Feldern satt, des ÄogetS Fittich lrerd' ich nie beneiden." Daneben gab es die breiten Scharen der allzu jauchzend Begeisterten, die Heines Spottlust heraus forderten, diePhilister in Sonntagsräck- lein":Betrachten mit blinzelnden Augen, wie alles roman­tisch blüht, nrit langen Ohren saugen sie ein der Spatzen Lr^." Es herrschte zumeist schon politisches Sommergähnen, Feri-mlmrgrweile; große Schicksalsfragen bewegten das Voll -mr wenig.

Da hat der Krieg als Umbläser gewirkt. Die allzu VWchiKende Begeisterung ist ebenso entschwunden wie die welt­fremde Gedankenbrut des Stubengelehrten. Jetzt hören wir alle den ehernen Schritt das Schicksals. Ernste, schwierige Fragen, die die Bolksgesamtheit bewegen, sind in aller Mund urü) Sinn. PfiiTgsten, der Dag des heiligen Geistes, ist uns wieder das politische Fest igeworden, das es war, als zum erstenmal die Botschaft verkündet winde, aus die in Welt und Religion ein Eifern und Bekehren, aber auch ein Kämpfen und Annektieren folgte. Es giebt keine Gleich­gültigen, auf die die donnernde Sprache der Zeit nicht wirkte; ein Gedanke schlägt in jeder Brust. Unzähligen ist es genrernsam, daß sie erschüttert guf den großen Todes- abgrund blicken, über den der Krieg Legionen hinab gestürzt 'hat. Trauernde Vergangenheit, angstvolle Zukunft da vsch efrert jeder nicht nur für das eigne Haus mit mehr oder weniger Beklemmung, sondern amh für des Volkes Ziele Wege mit Sorge erfüllt ist reichen sich die Hände. Ein Echo bei: Revolution schallt uns aus dem Osten herüber, und ihre leichtgeschürzte Schwester nrit dem mißtönenden WtmmzNeuorie-rtierung" tändelt und streitet mit allen Freunden und ^jegrrceni Batlfmarrn Hollwegs. Die wahre HQefytrftafyt der Zeit> des VostSss ist aber auf den konrmen- btu Frieden gerichtet. In welcher Gestalt wird er uns er- ftheinru. roelchs lln^esdaltungen wird er in die mannig­faltigsten GebiatL unseres Lebens dringen? Wir ersehnen den menen Geist ^er Zeit, der wns Deutschen Gerechtigkeit wider­fahren lassen urü> uns Arm Sieg und Neuaufbau des Ver- smckenen und Uob-er: lebten führen soll. Das letzte und höchste Wort ist noch nicht gesprochen, unser Blick ist himmelwärts gerichtet, aber wir sehen die Daube noch nicht, die den neuen Geist in seiner Fülle und in seinenr ganzen Willensausdruck mit sich führt. Wtt bleiben noch Sucher und Kämpfer, und das dritte Pfingstfest des Krieges sieht die Deutschen als gläubige und hoffende Jünger eines bessernden Welb- grdankens.

Die Stockholmer Sozialistenkonferenzen werden sich frei­lich auf Irrwege begeben und den bessernden Weltgedanken nicht bringen. Sie werden die Natur des Menschengeschlechtes bricht ändern, und sie können den Gang der Tatsachen, die einmal gegeben sind, mit denen sie aber nicht rechnen wollen, wicht aufhalten. Wer früher vielleicht noch an die Verwirk- ^«hung des Weltfriedensideals glauben mochte, dem müßten fAt unverhüllten Triebkräfte, die der Krieg bei allen Völ- Eern übermächtig hat emporschießen lassen, die Augen ge­öffnet haben. Der Haß, mit dem unser'Deutschland von aller Welt überworfen worden ist, soll er unter dem scheinheiligen Gewände einer Weltkonserenz von neuem uns die Karten mischen? Sehen wir nicht, wie die englischen und französi­schen Machthaber aus ihnen: Innersten heraus sich sträuben, den russischen Illusionisten, die ben triftigsten Grund haben, in kürzester Frist den Krieg abzubrechen, mit ihrer FriedenSforinel entKgenzuvommen? Noch wollen sie Elsaß- Lothringen von dem Deutschen Reiche losttennen! Noch sprechen sie von Entschädigungen,Wiedergutturchcingeri!" Und wenn sie uns zerschnrettern könnten, würden sie es micht schleunigst tun, und würden dann die .Herren Tscheidse, Terestscheriko oder irgendwelche Autoritäten der internatio- lnalen Sozialistenvereinigung eiiven Finger für uns rühren? Würden wir dann den sogenannten annexivnslosen und ent- schädigungslosen Frieden bekonrmen? Solange die feind- lich-en Leidenschaften nicht -erloschen sind und wann werden sie wohl erlöschen! haben wir auf unserer Hitt zu sein imd die beüe Stütze in unserer eigenen Volks kraft zu suchen. ,Nvch kämpfen wir um die Festh-altung des Errungenen und um die Ziele der Zukunft, die allein ein fester Sinn und bie Bewährung der siegreichen Kraft Deutschlands verwirk­lichen können.

In aller Unruhe, in die uns dieser Pfingstgeist noch ver­setzt, luchen und finden wir doch die alten Quellen des Trostes ^rnd freudiger Beständigkeit. Sie liegen uns ganz nahe bei der Mutter Erde, die ihre urewige Sprache redet. Welche Würger hat der Frühling in diesem Jahre getan! In lveni- gen Tagen eine Umwandlung, eine Schöpfung, die uns ge­rade fetzt, wenn wir einen Augenblick von unseren Sorgen aufblrckten, tief berühren rnnßte. Hölderlins reife Klänge dringen uns dabei ins Ohr, denn in ihm war auch immer rm Streiten rauher Wirklichkeit mit den zarten Liedern der besseren 'Mett:

Zu lang, zu^ lang schon trdteu die Sterblichen Sich gern aufs .Lau.pt mib zanrttr um Herrschaft sich,

Ten diackbar sürchend, und es hat auf Eigenenc Boden der Mann nicht Segen."

In des Dichters herrlichem Fragment vom Frieden stchen dann aber btcje ganz auch für unsere Tage gemünzten

Trostesworte:

Mit deinem stillen Rührn, Genügsame, Mit deinen irngeschrübeuen Gesetzen auch. Mit deiner Liebe Pomm und gib ein Bleiben int Leben, ein Herz- mrs wieder!"

(WTB.) Großes HrlAptguartier, 25. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Im W y t s ch a e t z = Abschnitt und nordöstlich von A r - mentiöres stießen nach starker Feuenrnriung englische Erknudungsavteilungen vor. Sie wurden im Nahkampf zu- rückgeuwrfen.

An der Artois-Fwnt nahm abends das Feuer zu, vornehmlich nordwestlich von Lens und bei B u l l e c o u r t. Bei Loos drangen englische Kräfte in unseren vordersten Graben, aus denc sie durch Gegenstoß vertrieben wurden. An einer räumlich begrenzten Stelle wird noch gekämpft. Nordwestlich von Bullecourt sind Vorstöße mehrerer englischer Kompagnien vor unserer Stellung gesckzeitert.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich von E r a o n e l! e und westlich der Straße Eorbeny-Pontavert brachen abends nach lebhaftem Feuer einsetzeude Teilangriffe der Franzosen Verlustteich zu- sammen.

In der westlichen Champagne war die Kampftätig- kctt der Artillerie gesteigert.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Der gestrige Tag kostete dem Gegner 10 Flugzeuge, die im Luftkampf und durch Mwehrgeschütze zum Absturz ge­bracht wurden.

Auf dem

« Orstlichen Kriegsschauplätze und an der

Mazedonischen Front ist die Lage unverändert.

Der Erste Generalguartiermeister Ludcndorff.

Der AbeudderickL.

Berlin, 25. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) An der Artois-Front, längs der Ais ne und in der westlichen Champagne Feuerkampf wechselnder Starke.

Im Osten nichts Wesentliches.

Der österreichisch-ungarischs Tagesbericht.

Wien, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oestlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Der gewaltige Ansturm der Italiener gegen die Jsonzo- Front führte auch gestern wieder zu einem außergewöhnlich erbitterten Ringen. In siegreicher Abwehr hielten unsere Truppen stand. Unsere Stellungen wurden aus- nahmslos behauptet. Der Nordflügel der italienischen Angriffsavnree wurde abermals gegen die Höhen von Vodice und den Monte Sanw vorgetrieben. Besonders wütender und hartnäckiger Kampf im die Höhe 652 südlich von Vodice, die, von den Italienern in den Abendstunden überrannt, in der Nacht rrl>er in sttmdenlang dauerndem Nahtampf durch unsere Tapferen zurückerobert wurde. Hier und auf dem ^Nonte Santo ließ der weichende Feind Hunderte von Lelckten liegen. Die K a r st - H o ch f lache rvurde wieder zum Schau­platz eir;es groß angelegten DurchbNlchsvcrsuches. Scho­nungslos warfen die Italiener ihre Rlassen gegen unsere Verpchanznngen. Mochten diese auch durch die vorangchende Beschießung beträchtlich gelitten haben, rlnerschüttert und kaltblütig empfing dahinter m Verteidiger den Feind. Den ganzen Tag über und vielfach auch während der Nacht wurde auf dem Fajti Hrib, bei Kostarrjevica und südlich davon bis zum Meere hinab um mlsere Stellungen gerungen. Alle An- stteng!mg-en des Feindes blieben vergeblich, nirger.ds drang er durch. Infanterie und Artillerie teilten sich in den Erfolg des 5t.agcs. Am 23. Mai wurden 130 italienische Offiziere rtnd 4 6 00 Mann als Gefangene ein- gebracht. Ihre Zahl ist gestern beträchtlich gestiegen.

Der Chef des Geueralstabs.

* * *

Luftangriff auf England.

Berlin, 25. Mai. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Marine-LuftschiffgeschwaSer unter Führung des Korvetten- kapitäns Straffer hat in der Nacht vom 23. zum 24. Mai die befestigten Plätze Sübenglands: London, S heer­netz, Harw ich und Norm ich mit Erfolg angegriffen. Alte Luftschiffe sind trotz der vervollkommneten feindlichen Abwehrmmtznahmkn ohore Vcrlustt und ohne Beschädigungen znrückgekehrt.

Der Chef des Admiralstabs der Atarine.

Die Tätigkeit unserer Flieger.

B e r l i n , 25. Mni. (WTB.) Das gute Wetter riss am 24. Mai auf der ganzen Westfront rege Tätigkeit der L u f t st r c i t - kröste hervor. Unsere Erkuildnngsslieger klärten bis weit ins feiirdliche Hinterlarrd hinein aus. Die Artillerieflieger und Ballon- beobnchter konnten bei den günstigen Sichtverhältnissen den Ar­tilleriekampf mit besonderem Erfolg leiten. Auf dem Schlachtfelde von Ar ras lonrden drei englische Tanks unter Llrtillerie- fener genommen und zur schleunigen Umifr h r gez w n)n g e n. Bahnhöfe, Unterkunftsorte und Trappenansammlungcn wurden vor allem int Bereich der beiden Hauptkampffronten bei Nacht und Tag mit Gewehrfeuer angegriffen und mit 2000 Kilogramm Bomben be- worfelt. Der Feind verlor zehn Flugzeuge, acht davon

wurden im Luftkantpf außer Gefecht gesetzt. Leutnant Karl All- menröder besiegte seinen 17. Gegner.

Die Revolution in Rußland.

Innere Strömungen in Rußland.

Amsterdam, 25. Mai. (WTB. Nichtamtl.) Die tnLlden aus Mchskcru vom 22. Mai: Solvohl in Petersburg als auch in Moskau ist die öffentliche Wdeimmg für die neue Regierung, iund die meisten Blätter sind für die Fortsetzung des Krieges. Nur die Petersburger sozialöentogratische ZeitungPraoda" und die Moskauer Organe eurer Fraktion der sozialdemokratischen Pattei erklären, die Ärrnee seides Kriegs müde und frage, was es für einen Zweck ^habe, den Krieg un Interesse des Kapitals fottznsetzen. Der Einfluß dieser Blätter ist schwer' einzuschätzen, dürfte aber recht erheblich sein. Im Aucrenblick wird die einst- wellige Regierung tron den besseren Elementen der Bevölkerung unterstützt, imd es besteht Aussicht darauf, daß es der Regierung' gelingm wird, die Arrnve wieder so weit zu bringest, daß eine Offensive möglich ist. Man muß aber auch mir der Möglichkeit rechnen, daß das ui#, g elingt. Unter den Bauern herrscht Unrühe. Aus allen Teilen des Landes kommen Nachrichten, daß sie mit der Lösung der Landfrage nicht bis zur verfassunggebenden Versammlung warten ivollen. Die Gemeindebehörden übernehmen einfach die Eigentrcmsrechte und zahlen meistens keine Entschädi­gung. Wo eine Pachtsuntme festgesetzt wird, ist sie außerorderttlich gering. In vielen Fällen wird die Einrichtung der Landbesitzer einfach von den Bauern nrit Beschilag belegt und oftre irwtteres* benutzt. Mit einigen Llusmrhmen ging diese Beschlägnahme des Landes ohne Gewalt vor sich.

Petersburg, 25. Mai. (WTB.) Meldung des Reirterschrn Bureaus. Der Palast der Gräfin Worontzew-Taschkow wurde von 240 Personen, die sichbewaffnete freiwillige Anhänger des freien Rußlands" umram, besetzt. Polizeisoldaten, die sich nach dem Palast begaben, wurden beschossen. Der Palast wurde umzingelt und die Eindringlinge wurden aufgefordert, sich zu ergeben. Sie weiger­ten sich aber, der Aufforderung Folge zu leisten. Der Vorfall wurde bet Regierung zur Kenntnis gebracht.

?lmsterdam, 25. Mai. DenTigres" wird aus Odessa gemeldet, daß die Leichen des Leutnants Schmidt rmd der anderen Opfer der Meuterei auf dem Kriegsschiff Potsemktn im Juli 1905 am Ddontag feierlich nach Sebastopvl gebracht wurÄM.

A »n st e r d a m, 25. Mai. Nach derMorrckng Post^^ hat Kerenski besonders strenge neue Disziplinarvorschristen, die aber die Todesstrafe ausschließen, mit cm die Front genommen.

Bern, 25. Mai. (WTB. Nichtamtl.)Corriere della Sera" meldtt aus Petersburg: An dem Kongreß der Offiziersdelegietten nahmen über 600 Vertreter sowie alle alliierten Militärmissionen. teil. Der amerikanische Gesandte gab eine Er­klärung ab, Amerika wünsche einen baldigen Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen.

NaLiorrale Seßtetica«

Amsterdam, 25. Mai. (WTB. NichsamLZchl.) D«SM- gemeen HandelÄ»lad" meldet aus Petersburg vvm 24. MBi: Dst Versnmmlrmg der Soldatenabordnungen hat über die Frage der Errichtung von nationalen Legiorten berate?: und den Beschluß gefaßt, es sei im Grundsatz zwar richirg, daß die Völker das Recht haben, selbst über ihr Los zu entscheiden, aber im gegen- wärtigen Augeirblick würde die Mrsstollung solcher Legionen einc; Gefahr für die Einheit des Heeres bilden. Gegen die Ausstellung von Fweiwilligen-Legivnen sei nichts einzuwenden.

Achtzehn russische Sonderrepubliken.

Berlin, 25. M«i. Mir ein Gewährsmann der B. Z. aus Petersburg erfährt, waren bis zum 15. Mai den ein­zelnen russischen Ministern und Ministerien begründete und durch Kongreßbeschlüsse erhärtete Forderungen auf die Er­richtung von nicht weniger als 18 selbständigen Sonder­republiken im europäischen und asiatischen Rußland zw gegangen.

Französische und deutsche Kriegführung.

Berlin, 25. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Trotz aller Ab- lettgnungsv-ersuche der ^Z^zöfischen Regi^nwtg haben die sranzö- sischnt lAktWetsmtgen tiit r bil Kriegsgefangeuen m Deutschland, durch in LebeitsmittelpaletÄk' übersandte ^ Bazillen Seuchen zu entfesseln, Explosionen und Brände herbeizusülpien, auch bet den Nentralett Abscheu gegen 'dpestr Methode eines zivilisietten Staates hervorgerufen. Um hiervmt*sabMlanken,^ gräbt^ der Lyoner Fämk- spruch vom 25. Mai 10 Uhr vorm, wieder einmal die deutschen Zerstörtmgen in den geräu arten Gelsteterc aus. Ihre militärische dr-otweitdigkeit ist mehr als einmal begründet, von neutraler Seite wie auch von dem kämpfenden englisch-ftanzösischen Heere aner-- farmt worden. Es erübrigt sich daher, diese mehrfach rviderlegl^ Gräuelmeldung nochmals zu damentieven, zumal diese sich petto- disrb wiederholenden Meldungen aus der bekannten Pariser Greueln sabrik stammen, über die sich selbst französische Blätter entrüstet haben.

Englische Greueltaten gegen deutsche Gefangene.

Berlin, 25. Mai. (WTB. Mchtamtkich) Es wird gemeldet, daß besonders australische und kanadische Truppen erbarmungslos deutsche Gefangene niedermachen. Von seitert der englischen Ober­leitung wird hiergegen nicht mrr tricht eirtgeschritten, sondern diese Unmenschlichketten durch Ansprachen noch gefördert. Besonders wird die ntaßlose Rachsucht der Offiziere hwvorgeho^b-en, die d-ie Delaudlung der Gefangenen vollkommen der Willtttt ihrer Mann­schaften überlassen. Bezeichnend für die Ansicht der Engländer, das; das Leben von Kriegsgefangene völlig der Willkür des Be­zwingers preisgegeben ist, ist das Verhalten eines EnglÄrders, der am 8. Mai an der Avvasfront gefangen genommen wurde. Er bat darum, daß seine Brieftasche seinem Bruder rmd sein Geld dem Noten Kreuz übettviesen werden möchte, stcur das Tescl-enttrch wolle er bt'halterr, um sich damit die Augert bet der bevorsteherchett Erschießung verbinden zu kömten. Was für Greuelgeschichten mögen dem armen Teufel von der ^sangenenbehattdlung der Deutschen erzählt tvorden sein. Aucki! bei der Bewuehnrnng der im April in ixt Arras-Schlacht gefangenen Engländer ftel ein kermzeichnerches Licht auf die englisä-e Auffassung von Gesangeneitbcbandlimg. Die öwfangeneu legten bei der Durchsuchung in der Sanrmelstelle be­reitwillig Uhr und Geld hin. Sie bettachtetett es, als selostverq stündlich, daß ihnen Privateigentum abgenommen lvird, da ja auch sie jtt>erzeit den Gefangerten alle Wertgegenstände wegnah-men.

Englische Osfiziersverluste.

Berlin, 25. Mai. (WlW. Nichtatntlich.) Brief eines errglischen Offiziers. Ein Offizier des dritten Bataillo-ns vvm Kingstown-Regimerrt schreibt am 25. April über die Angriffe am 11. Llpril: Wir stehen jetzt da, wo wir die ganze Ge­schichte angefangen haben, und Hattert doch Mtfangs ganz leichtes Spiel; aber am 11. Mai wurde es ungemütlich.