~ ?.Ld«vha g-n, 23. Mal. sWTB. Nichtamtlich) Wie 2 U-K Petersburg meldet, wurde cuif dem Kongreß d« ^ ol baten a b geordnc ten der Fconthecre, der gegen- würtrg in Petersburg^tttgt, von dem nicht mehr aftiueit General w'Tölon folgendes Lchrnn'tiick verlesen: Nach einer Mitteilung «rS ammscher englischer Quelle- fand am 22. März in Kopen- hageii ame Geheimsitzung nlssischer Juden, die iit Dänemark e 1ul ^' lEatt. Tie Teilnehmer beßlckoi'sen, nach Rußland zuruckzu kehren. um im Heere g-egen den Krieg mit Deutschland ^wpaganda zu treiben. Alle Teilnehmer sind Deutschenfreunde
die
Arbeiter- und Soldatenrat verlangte, daß die Schuldigen dieser Verbrecherurt'-en Angelegenheit vor ein Gericht gestellt würden.
Petersburg. 23. Mai. (P. T.-A.) Der achte Kong r e ß Kadettenpartei hat Miljukow zum Vorsitzenden gewählt. Dieser forderte in seiner Eröffnungsrede den Kongreß auf. me neue Regierung rückhaltlos zu unterstützen. Der Bauernkongreß hat die Lebensmittelversorgung erörtert. Biele Redner forderte!« bw gleicinnäluge Zuteilung der notwendigsten Lebensmittel und ihre Verteilung über das ganze Land.
Kercnski nnd die
w’™ rrcweil. vmc -iemtcmuer Und ^eutsct-ensreunde. ^tenttmgreß steinpelte dieses Schriftstück als einen Versuch, Bolkerstämme Rußlands gegeneinander crufzuv^izen. Der ntcr- uno Soidatctlrat verlangte. doü hir ÄiWihini’n hipfn*
Petersburg,
Kriegs ministe r s des R/iteS !>
„Rechte der Soldaten".
23^ Mai. (P. T.-245 Der Ge bi'
. Oberst Iakubewitfeh, kam in
l fe de s
.. die Sitzung
Rates der ^oldatenabgeordnelcn nnd teilte mit, der Kriegs- minister late eine Erklärung der Rechte der Soldaten unterzeichnet. tue den russischen Soldaten Rechte zugestehe, bereu sich kein g*** ,1 ?r clt c nrcuc. Der Oberst fügte hinzu, der Kriegsminister Kerensli bitte die Soldaten, den Paragraphen nicht falsch auszu- legen, l er den militärischen Pslichtgruf; auf de bei und an ictne Stellenden gegenseitigen freiwilligen setze.
Ein Hilfsaufruf für Friedrich Adler.
Petersburg, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Mel düng der Petersburger Telegraphenagentur. Der Voll zrehungsausschuß des Arbeiter- und Soldaten rateS hat beschlossen, an das internationale sozialistische Bureau und au die sozialdornokratischen Organisationen aller Länder, namentlich an die österreichische Soziatdemo- kratie, einen telegraphischen Aufruf zu richten mit der Aufforderung, alte Maßregeln zu ergreifen, um die ft in« rrchtiing Dr. F r i e d r i ch A d l e r s, des Vorkämpfers der Freiheit aller Völker und des Gedankens an einen Weltfrieden, zu verhindern.
* * *
Eine Gcheimsitzuug des dänischen Reichstags.
Karlsruhe. 23. Mai. sWTB.) In der Zweiten G e h c i m s i tz n n g beider Hnäuser des dänischen R eichst t«gs ist nun auf den 31. Mai festgesetzt. Der Ministerpräsident und der Minister des Aeuhern Scavenius werden über die letzte nordische Mimsterzrisammenkunft in Stock- h-olm Bericht erstatten.
Berlin, 23. Mai. (Amtlich.) Neue U-Booterfolge im Atlantischen Ozean: 22500 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. drei große bewaffnete Dampfer und eine U-Bootsfalle in Gestalt eines etlva 3000 Tonnen großen Dampfers, dessen Kommandant gefangengenommen wurde.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
England und der tt-Bootkrieg.
t d e r u, 22. Mai. sWTB. Nichtamtlich.) Zu der in der letzten Liste der Admiralität uachgewieseueu Abnahme der
tftsverscnkuugen in der Woche vom 7. bis 13. Mai schreibt ??* M ari nein it a r bei t c r der „Times": Die Be ha uv tu na, daß
Udinivalirät den Aufgabeii des Tauchbootkrieges a.ngcn^ schemlich erfolgreich zuleibe gehe, sei unbegründet. Die Maßnahmen der Marine für Angriff oder Verteidigung erforder- J, e ”.f inc erheblich längere Zeit zur Erreichung ihrer vollen Wirkung. Vermunich beruhe die „anscheinende Besserung" daraus, daß der Feind einen vereinzelten Nacken schlag er- hielt, jetzt aber zu einen! neuen starken Schlage ansbole, wie drei Wochen zuvor.
Tie Verteilung des Schiffsraums in der Entente.
Be^ru, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Eorriera deUa Sera" meldet aus Washington: Tie Verhandlungen F r l o t t a s mit der amerikanische u Negier u n g ernste Frage des ^ ch i f f s r a u m e s erzielen all- mah.ich einige tatsächliche Ergebnisse. Cs wurde vereinbart, dag alle Anstrengungen der anterikanischen Negierung un- Mittelbar Italien, Rußlau,d und Frankreich gelten sollen, wahrend England sich selbst gsnügcu nnd sogar noch den anderen Alliierten helfen soll. Sobald die Requirierung der -amerilanjschen Handelsslotte genehmigt ist, wird sich eine Besserung der derzeitigen Krise zeigen, wenn es auch noch niklst möglich sein sollte, den von Italien geforderten ^bZsfc'.ranm sofort zur Verfügung zu stellen.
7vie die „Tribuna" mitteilt, ist die Einfuhr amerika- Kohle auf amerikanischen Schiffen nach Italien beabsichtigt. Orlando nnd Eanepa verhandelten in London besonders über die Eetreideversorgnng Italiens, die bis zur nächsten Ernte gesichert sei.
Die Verluste der norwegischen HandclSflotte.
Kristiania, 22. Mai. (WTB.) „Tidens Tegitz wtge verlor die norwegische Handelsflotte während
zu-
des
„Daily Mail" über Deutschlands NahrungSberforgung. I
Berlin, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) lieber das Nahrungsproblem in Deutschland schreibt die „Daily Mai l"_nt ber Pariser Ausgabe vom 10. Mai, daß genügend Nachweise dafür vorhanden seien, daß die verfügbaren Nah rungsmittel in Deutschland hinreichen, um die nationale Existenz nnbcgrcnzt zu verlängern, wenn auch natürlich aus erner Basis, die weit unter den Lebensbedingungen des Frien dens liegt. Die ländlichen Bezirke seien gut mit Nahrung versehen und gewisse CKgcnden erstickten im Ueberfluß. Mangel sei auf die Städte beschränkt. Ein entkommener kanadischer Soldat schildert die Lebensbedingungeii, die bei den deutschen Landwirten, zumal bei den deutschen Kleinbauern, herrschten. Der Kanadier arbeitete 30 Meilen ö st lich Köln auf einem bäuerlichen Grundbesitz. In den Bauernhöfen der Gegend sei kein Mangel zu entdecken. Der Gcwngenc selbst erhielt eine mehr als genügende Nahrungsmenge bn fünf Mahlzeiten am Tag, die er mit der Familie seines Arbeitgebers teilte. Es gibt reichlich Butter, Rahm rase usw. Lediglich der Kaffee war schlecht und Zucker bei
nahe unauffindbar. Weiter berichtet der Gefangene, daß auf rnnem Hof Mangel an Grünfutter für die Kühe herrscht und
daß die Kühe die
normale Menge Milch geben. *
«'vianis und Joffrcs Rückkehr ans Amcr.ra.
Paris, 23. Mai. (WTB. Nichtaintlich.) Meldunq der „Abence Havas^. V i v i a n i nnd I o f f r e sind ans der Rückreise von Amerika in Brest angekommen.
Brasilien unter unseren Gegnern.
New Zork, 22. Mar. (WTB.) Die „Associated Preß" meldet aus Riv de Janeiro, daß der b r a s it i a u i s che K o n g r e ß das Ersuchen des Präsidenten aniiahm, die N e ii- tr ali t ä t s e r klä ru n g zu w ifr c r r it fc u.
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Deutschland nnd Spanien.
Madrid, 23. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Mclduna dcr „Äaence .havas". Ter Mintsterpräsident hat dm, Kabinett mttgeteilt, Berlin habe auf die s v n n i sch c N o t c betreffeud die Hoheitsgewässer geantwortet. Die Antwort Teutschlauds ist b c fr ie d i q cu b. Sie er* kennt die Rechte Spaniens in feinen HohcitSgewäfsern an
^>e deunche Reg,erung zeigt sich bereit, diese tzstwasscr aebtcn zu lassen.
8eekrieg. s
Die neuesten U-Booterfolge.
Berlin, 23. Mai. (WTB. Amtlich) 1. Unsere U, Boote int Mittelmeer haben voii neueni eine größere Anzahl Dampfer und Segler mit einem Gesamt-Tonnen- geholt von 53 000 Brnttoregistertonnen versenkt. Hierunter befanden sich: der englische Truppentransport- d a m p f e r „T r a n s s y l v a n i a" (14 315 Tonnen), der sich in einem Zerstörergeteit befaitd, ein unbekannter vollbela- dener englischer 8000-Tonnen Dainpser auf deni Wege nach Italien; ein unbekannter englisck>er Dampfer vvii 5500 Tonnen mit demselben Ziel; ferner die italienischen bewasfiieten Dampfer „Atesfandria" mit 11000 Tomven Weäzwi für Italien, „Ferrara" (3172 Tonnen), wal>rscheinlich mit Munition, der englische beivaffnete Dampfer ,.K>irroitga" (4605 Tonnen) auf der Fahrt vmi Neapel nach Port Said.
2. Neue U-Boo t s er fo 1 ge im Atlantischen Ozean und in der Nordsee: Bier Danlpfcr und fünf Segler mit 17 200 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen besanoen sich u. a. der eilgttsche Dampfer „Adansy" (2644 Tonnen) mit Lebensmitteln nach England, ein englischer Segler mit Holz nach England, zwei russische Segler mit Kohlen nach England und Salpeter nach Frankreich und ein unbekannter englischer Dampfer, der an - dem l^eleitzuge l>erausgeschossen wurde.
Der Chef des Admiralstads der Marina. >
Krieges zusanimen 7 4 0 00 0 T o n ii e n S ch i f s s v a um, Drittel der ganzen norivegjschen Handelsflotte. Die ^chiffsverluste für 1017 sind bereits jetzt so groß, wie die Gejamtvertuste des ganzen Jahres 1916.'
Aus dem Ne^che.
Die KricgSzielc und die badische zweite Kammer.
K a r t s r u () c, 25. Mai. (WTB.) In der Z !v e i t c n Kammer sagte heute der Minister deS Innern Freiherr m B o d m a n am Schlüsse seiner Ausführungen über die Erna hrungs fragen in Beantwortung einer gestrigen Aeußerung, die der Abg. Geck (Unabh. Soz.) in der Kainmer gemacht hatte: Der Abg. Geck hat uns aufgefordert, wir nr>.>ck)1en auf die Reichsregierlnkg einwirken, damit sie mit beit Fr i e dens b ed inguN g eu herausrückt iind so zu
einem baldigen Frieden beiträgt. Das ivird die Großherzog liche Regierung nicht tiut. Sie steht durchaus aus dein taudpuukt der " - ' ' --
. Politik des Reichskanzlers. (Beifall.) Was über die KviegSziele zu sagen ist, ist wiederholt nnd ge- nngeiid allsgesprochen worden. Unsere Aufgabe besteht nun ^ ari ! t ' >7aß jeder an seinem Platze seine Pflicht tut, daß wir durchhalteu unfr beit Sieg erringen, der uns einen Frieden sichert, der uns vor loeitercni Unheil in der Zukunft bc- lvahrt, uns und die nach uns komnien. (Lebh. Bravorufe im ganzen 5)auje.)
Der sozialdemokratische Parteitag.
Berlin, 24. Mai. Laut „Vorwärts" hat der Partei Vorstand beschlossen, den Parteitag der Sozial demokratle Deutschlands für den 12. August d. I und die folgenden Tage zu berufen, lieber Mgesordnung und Tagungsort könne erst nach Verständigung'mit den in Betracht Hommenden Körperschaften Mitteilung gemacht werden.
Aus Stadt und Land.
Gießen. 24. Mai 1917. Ernteflächenerhebuttg im Fahre 1917.
Durch Bmidesratsverordnung ist ebenso jvie int diesjälnZge Ern teiläche für
Vorjahre
Getteide
fme Erhebung über die
und die übrimtt für die menschliche Ernährung nnd als Futtermittel himptsäck-lich in Betracht lominenden feldmäßig anaebanten Fruchtarten anyeordnet worden. Die Erhebung soll'in der Zeit vom 15. bis 2.). Juni stattfnid-en. Die AuSsührung lieqt den Gemeindebehörden ob. Sic hat -ebenso wie bei der Erhebung tm vorigen Jahre durch Befragung alter landwirtscl'iaftlict^ir B-etriep^ inh-aber zu erfolgen. Es handelt sich dabei iabo 1, mir um bni sei dm ästigen Anbau, während der gartcnm ästige Anbau van Kartoffeln, Gemüse und anderen Gewächsen in -väusgärten, Schrel>er- gärten usw. außer Betracht bleibt. Die Erhebung soll sich erstrecken aui alle Getreidearten, Bnchw-nzen, Hirse, Hülsenfrüchte, Oelfrückche Gettnnstvttauzen, Mrtosseln, Zuckerrüben und sonstige Rüben.' Weißkohl, sonstige Kohl- nnd Gemüsearten nnd auf Futterpflanzen' ferner sind die nicht bestellten Ackerflächen und die Fsäclmi der Wiesen und der Viehiveiden anzugeben. Die Erhebung dient der Vorbereitung und her Sictwr'ung der Durchführung der zur Rege- s,lng des Verbrauchs her nächtigsten Nahrungs- und Futtermittel ijiv das kommende Erntejahr zu treffenden Maßnahmen. Ihre Ergelnulse bilden die Grundlage für die Beurteilung der zu er- warlenden Ernte^und der für allgemeine Zirecke der Volksernährung ein Verfügung steheudeu Nahrnngs und Futtermittel. Sie bildet rin wichtiges Glied in i\t Kette der kriegswirtschaftlichen uot^ >rendigen Mas nahmen. Es darf daher erwartet werden, daß alle beteiligten Kreise mit Verständnis und Hingebung zur gewissenhaften Durchführung der Erhebung beitragen iverden.
*
Die zukünftige Flcifchratiou
Aus den Mitteilungen des .Kriegsernälwuilgsamtes.
In mehreren Tageszeitungen fiub Berechnungen aufgestellt nouvn, um nach zuweilen, daß bei dem gegenwärtigen Viebbestande die Möglichkeit gegeben wäre, daß glich nad> der iteirwr Ernte die jetzt vorübergehend g-eumhrten Fleischznlageu ganz oder teilweise unbevenklick weiterglioäbrt werden könnten, ohne daß eine dte künftige Milch und Bullerversorgmig gefährdende Verminderung twc, Rindviehs eilt trete,
Von anderen Setten inird diese Möglichkeit bestritten. Tie Frage »vird zurzeit von ln Reicks fleisch stelle geprüft. Auch der Er nälwungSbeirat des Reichstages ist an dieser Prüfung beteiligt und fal einen besonderen Ausschuß eingesetzt, der voraussichtlich in den liäc/gteli Wochen durch örtliche Bereisung der iv-ichligsten Viehlief- rungc.gebiele des Deutschen Reiches sich ein Mld vom Stande unserer Vietwittschasf und damit ein Urteil über die Frage der richtigen AI«Messung der tünstigen Fteischratton verschasfeu ivird. Die aui I. Juni stattsiudende nächste Viehzählung wird biersür die Grundlage bilden.
„ Die verbilligte Flerschtzulage wird weiter gewährt, bis die Brotration aus deni Ertrage der neuen Ernte wieder erhöht werden kann, also bis etwa Mitte 9bugust 1917. Rechtzeitig vor diesem Zcitpuntt wird die Entscheidung darüber getroffen lverdon, wie- viel »vieifcfi Nieiter aus unsern Viehbeständen enttiommen werden kann, ohne die Versorgung der Bevölkermig mit Fleisch, Milch und Butter für die Dauer zu gefährden.
Fl e i sich s e n du n g e n a u S d e n besetzten G e b i e - Leu r.er Reichskanzler hat sich damit einverstanden erklärt, daß doitvatete init Lebensmitteln aller Art, einschließlich Fleisch, im Gelvicht bis zu 5 Kilogramm, die vvn Heere-Kingebörigen der Heimat zu deren eigenem Verbrauch geschickt werden, von der Anzeige- und Ablie'erungsvslichl an die Zentralein.taussgesellschaft io- wie von.der nach dem Fleischbeschaugesetz vorgeschriebenen linier^ luchung frei gelassen werden, ivenn aus dem Paket von dem Truppen- wu mit Lienitltemvel und Unterschrift eines Offiziers oder eines Beaiiiten mit OffizierSrang bestätigt ivird, daß das Patet „zur Betorderung zugelaffen" ist.
A *
str, u * i e r ” c Plaketten für Hilfsdienstpflichtiae .ui stelle der.Armbinde, die rwn den im vaterländischen Hilfsdienst der Militärischen Behörden und Einrichtungen beschäftigten Personell getragen iverden, wird eine runde mit einem Eichcnkranz- um gebe ne und unten mit schwarz-weiß-roler Sckilei'c versehene eiserne Blakette nut Inschriit ..Vaterländischer Hilfsdienst" cinge " ' I^?ckewclse auf der linken Brust, bei weiblichen Personen
n . r v 1 Brosche, ^n Tragung befindliche Armbinden und Bestände an iolwen und aufzubrauchen — An Hilfsdienstpflichtigc ausge- gevene platetten bleiben Eigentum der Heeresverrvaltung: erst bei oer. Lemobilmachnng können sie Ausscheidenden aus
11 uch'utgeltlich überlassen werden, n - E ine H o l z v e r st e i g e r n n g der Stadt Gießen, beginnend- Dienstag, den 29. Mai. vormittags 9 l . Uhr in d"n Waldungen der L-tadt Gießen (Distrikt Mühlberg . 'Näheres siehe Anzeige.
Das heutige Kreisblatt Nr. 86 enthält Bekannt- mackung-eil über: Rüstnngsarbeittn- — Förderung der Volks- vivlwthcken. Labmägen von Kalbeni. - Einfuhr von Saat- .ntreide. .> 2 afer. — (Berarbcittmg von Tomvinamburs. — Sperrzeit für Tauben. — Bekämpfung des Frostspanners. — Br- IchaNigung von Arbeitskräften.
Landkreis Gießen.
. t Ber Sro b ,.23.«ai. ©efreiftt Jakob Sof m aitn Bei twt schweren ^Artillerie int Westen, Inhaber der Hessischen Tapfer- tcilsiiiedaillc. ^erbiett iu den letzten Kämpfen das Eiserne Kreuz
Klave. Unteroffizier S ch e k d wurde im Westen verschüttet. Er konnte chiber von treuen Kameeaden rasch ansgegraben und Übend m ^sickerlMt gebracht wierden, ohne für die Dauer einen Schaden davongetrageu zu haben.
.Kreis Büdingen.
ba. B üd in g e.n . 24. Mai. DaS hiesige Kreisamt gibt be- lannt: einzelnen Gemeinden hat der Kirchenvorstand oder die
Bürgermeisterei versäumt, die Kircheunhr nach der Som- mcrzett um eine Stunde vorzustellen. In einem Fall hat ein Fremder insotgedessen den Zug versäumt und wird Schadenersatz- Anspruch erheben. Hoffentlich wird das Versäumnis sowrt uack>' geholt.
Kreis ffriedberg.
i Ö c^ %v ni b u r g v. b. H., 23. Mai. Die Stadtverordneten
beschlossen die Herausgabe von 'Notgeld, und zwar je 20 000 Mk in .M Psennigscheinen und Zehnpsennigskückeu. Tas Papiergeld soll auf der Rückseite das Bild des Schlosses tragen und dadurch zugleich Reklamezwecken fiir Homburg dienen. Mit der Stad: Frankfurt iind Verhandlungen eingeleitet, um dem lliotgeld beider Städte ivechscl- seitige Geltung im Verkehr zu verschaffen. — Der städtische Haus- liattsplan fi'lr 1917 sieht die Erhöhung der Einkommensteuer von 16 o auf 180 Prozent vor. — Die hiesige Polizei erhielt Dienstag abend aus Hausen bei Usingen die Mitteilung, daß sich in dem um tz Uhr hier einttefscnden Usingcr Zuge ein Einbrecher in Uuler- ossiziersunisorm befinde, der in Hausen einen schweren Einbruch begangen halst'. Tatsächlich entdeckte man in einem Abteil die beschttebene Persönlichkeit und verhaftete sic, da sie sich nicht ausiveisen konnte. Bei der Leibesuntersuchung fand die, Polizei bei dem Manne neben zahlreichen Wertsachen, einer größeren Geldsumme. auch inehrere geladene Revolver und zwei Dolche. Aus deni Wege nach dem Wachtlvkal entsloh der Mann und konnte erst nach einer verwegenen Jagd über Mauern, durch Straßen und Gärten, durch die ihm eine immer stärker anschwellende Menschen- lawine folgte, festgenommen iverdcu. Er kam ins Militäraefäuguis. Uebcr seine Persönlichkeit verweigert der Mann jedwede'Auskunft.
oa. .Kaicken, 24. Mai. Der Gefreite d. R. R. Hahn, in einem Infanterie-Regiment im Westen, erhielt das Eiserne Kreuz.
oa. Vilbel, 24. Mai. Tein Oberarmierungssoldat Heinrich. P re scher, der zurzeit im Westen stcht, wurde die Hessische Tapfcrkeitsmedaille verliehen.
Kreis Wetzlar.
^ Dudenhofen, 23. Mai. In der letztcir Nacht vernich«« tele hier ein Großfeuer drei Scheunen, nachdem erst vor kurzem eine Wirtschaft eingeäschert worden war. Als Brandursache nimmt mwn den Racheakt eines hier beschäftigten fremden Arbeiters an.
Hessen-Nassau.
ra. Biedenkopf, 24. Mai. Die Erhöhung der Kreis- h u u d e st euer von 5 auf 6 Mk. wurde durch den Kreistag ein- stinmrig beschlossen.
ra. E a in borg, 24. Mai. T<Lan Dr. Bertram, hier, erwarb das demnächst frei werdende alle Eambergcr Rathaus zum Ztvecke einer Schenkung für ein Jugendheim.
F rank f u x k a. M., 23. Mai. Kapellmeister Egon P o l - lack von der hiesigen Oper ist aus Amerika, wohin er eine Gast- pielreise unternommen l>attc, zu rückgekehrt. Für die Hin- und .Heimreise war dem Künstler freies Geleit zngesick>ert worden. Herr Pollack traf znsamnien mit dem österreichischen Botschafter in Amerika und anderen hochstehenden Persöttlichkeittn ans einem Holland- Dampfer am Montag in Amsterdam ein.
^ Die Obsternte 1,9 1 7 im Tan n u s g ebi e t. Bei einer Bencdtigungsreise, die dieser Tage durch die bedeutendsten Obstorle des Tonus und Maingebietes stattfand. stellten Fachleute fest, daß eine geradezu glänzende Obsternte in Aussicht steht, oor- auSsesetzt, daß keine Naturereignisse die Ernte vernichten. Noch selten waren die Bedingungen für einen ungestörten Verlauf der Blütezeit so günstig wie diesmal. Weder Frost, noch Regen und vor allem kein Ungeziefer beeinträchtigten die Blüte, lleberall häu gen die Bäume dicht voll von jungen Fnichtbüschcln. die alle ein kerniges gesundes Aussehen zeigen. — lieber die Preisgestaltung äußerten sich Fachleute bis jetzt noch ausweichend: sic sind aber der Meinung, daß schon in wenigen Mochen. wenn sich eine Ilebersicht über den Ertrag nur einigermaßen geben läßt, durch die Behörde, preisbestimmend eingogrissen werden muß, da sich sonst die Spekulation in rücksichtsloser Weise der ganzen Obsternte schon im voraus bemächtigt.
Gietzener Strafkammer.
Gießen, den 22. Mai 1917.
Der vielbestrafte Steindrucker Heinrich N. von Niederzwehren ist angeklagt, zn Gießen in der Nacht vom 12. zum 13. März d. dem hiesigen Bäckermeister M. 3 O B rote, 130 B r ö 1 ch e n. 6 Einback. 14 Flasckx'n Rot und Weißwein, I Töpfe mit 50 ein gelegten Eiern. 20 (Räser mit Konserven nnd Obst, 1 Bäcker- nnd l Henlelforb, im Oß'samtwert von etlva I 15 Mark, dnrcki Einbruch zur Nacktzeit entwendet zu haben. Zum Fortschaffen dieser Sackten entwendete er weiter dem in tun Näh ewohnenoen Kohlenhändler Scki. einen zweirädengen Handkarren. Auf dem Wege uack Wetzlar, wohin er die Sack>eu verbringen wollte, wurde er in der Nähe von Atzback von der Polizei überrascht und festgt'mmtmeu. Er nannte fick' zunächst Siichett. wurde aber später als der sckwn Mlchr- sack vorbestrafte Heinrich N. ermittelt. Der Angeklagte pnelte d,-n Geisteskranken, Nleimt sich Graf von Ncllstein, Besitzer eines 40 Mil-


