Ausgabe 
22.5.1917 Erstes Blatt
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fSinncn, rin Qwartier seines Gartens oder Feldes in der Nähe der ümt Kcrrtoffrif tecklinFen zn bepflanzen, zumal man nach ihrer frühen Ernte das Land swieder miderwritig bestellen kann Am> besten rft es, wenn man die Kartoffel stecklmge in der Weise vett- pflanzt, daß der Gärtner Var dem Ajuspflanzen aus dem Miutterbest die Erde angießt, damit den Pflanzen beim Ausziehen etwas Erde anhast-en bleibt. Nach der Berpflanziung ntust man bei trockenem! Wetter ettvas gießen, wie auch bei den anderen Gartenpflanzen. Wrr verreisen auf die Anzeige des städtischen Lebensmittelamts rn unserer Zeitung.

.. ** Fleischverkauf. Mit Rücksicht auf die jetzige wärmere FahresAeit empfiehlt es sich dringend, daß me Bevölkerung das Fleisch in den Metzgerläden zu Beginn der Verkaufs stunden und nicht erst am späten Abend an den Verkaufs tagen holt. Der einzelne Haushalt ist besser in der Lage, für die Haltbarkeit des Fleisches zu sorgen, als dies in beu Metzgereien geschehen kann, wenn die einzelnen Fleischportionen hergerichtet sind. Es liegt im Interesse jeder Haushaltung, wenn sie sich nach vorstehandem richtet.

** Verteilung vo u Gemüse-Konserven. Der Stadt Gießen sind Gemüse-Konserven zur Betteilung überiviescn worden. Wer Gemüse-Konserven beziehen will. l)at den Bezugs- a b s ch n i t t 10 der Lebensmittelkatte in einem Äcinhandcls- geschäfte abyu liefern. Wer in der festgesetzten Zeit den Bezngsabschnitt 10 nickt abgibt, kann bei der Verteilung nicht be­rücksichtigt werden. Die eingereichten Abschnitte dienen als Grund­lage für die Zuteilung an die Kleinhandelsgeschäfte; sie erhalten Bezugsscheine nun Bezug der erforderlichen Waren von Groß­händlern der Stadt Gießen. Die Marge an Geniüse-Konserven, die auf jeden Abschnitt entfällt, sowie der Beginn der Ausgabe werden noch bekannt gegeben. Die im Besitz von Kleinhandels- geschäften befindlichen Gemüse-Konserven kommen glcicki-zritig mit zur Verteilung. Näheres siehe Bekanntmachung.

** Ve rteilung von Suppenfab rikaten. Wer Suppen sab ri täte beziehen will, hat den Bezngsabschnitt 11 der Lebensmittelkarte in einem Kleiichaudelsgeschäft abzuliefern. Wer in der festgesetzten Zeit den Bezugsabschnitt 11 nicht abgibt, kann bet der Verteilung nicht berücksichtigt Iverden. Die Menge an Suppenfabrikaten, die ans jeden Abschnitt entfällt, sowie der Beginn der Ausgabe fverden noch bekannt gegeben. Siehe Bekansitmachung.

** Verteilung von Spei s e s ir u p. Diejenigen Klein- l?andelsgesckäste, ivelche den Bertäuf von Speisesirnp übernehmen wollen', werden in einer Bekanntmachung ini Anzeigenteil unseres Blattes aujgefovdert, sich am Mitt-rwck>, dem 23. Ddai 1917, auf dem Stadt. Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 11, zu melden.

** Amtlicke Personal Nachrichten Der Großbeczog hat den Oberpostsekretäven Heinrich Bundschuh und Georg Presser in Darmstadl die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des von ihnen vom Deutschen Kaiser, König von Preußen, verliehenen »Verdienffkveüzes für Kriegs'hilfc erteilt. lieber- tragen wurde: am 15. Mai der Schnlanttsaspirautin Lina E i ch l e r aus Benshrim eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Roßdorf, Kreis Darmsladt; am 16. Mai dem Schulamtsaspiranten Heinrich R e i n h e i m e r aus Alzey, Heinrich S ch m a h l aus Weinheim, Kreis Alzey, Hernrichl Webe r aus Nack, Kreis Alzey, mit Wirkung vom 1. April 1917 ab Lehrer stellen an der Volksschule zu Mainz; der SchUlamtsasprrantin Karoline Koch aus Mainz mit Wirkung vorn 1. April 1917 ab eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Mainz-Kvstel, der Schulamtsaspirantin Katharina Main hart ans Mainz mit Wirkung vom 1. 2lpril 1917 eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Mainz-Kostheim. Am 18. Mai ds. Js. wurde Philipp Katzen maier aus Heppenheim a. d. B. vom 20. Mai ds. Js. an zmn Schreibgehilfeu bei dem Finanzamt Heppenheim ernannt.

** Ernennung. Der seit Begimi des Krieges im Felde stehende Feldunterarzl W. Buchacker, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und des Hessischen Sanitäts- kreuzes am Tapfer keitsbwnde, wurde laut Kabinettsorder venu 25. April d. I. zum Feldhilfsarzt ernannt.

** Das Fest der Silber-Hochzeit begehen am 22. ds.Mts. die Eheleute Heinrich Barth und Frau, Bahnhofstraße 39.

** Warnung vor Pfing str e i s en. An den beiden 1 Pfin-gstfeiertagen sowie am Tage vor- und nachher werden zur Benutzung von Schnell-lD-)Zügen Fahrkarten des offent liehen Verkehrs nur für solche Reisen ausgegeben, bei denen die im Schnellzug zurückzul-egende Strecke 60 Kilometer übersteigt. Auch die Ausgabe von Fahrkarten für Eil- und Persvnenzüge form nur in beschränktem Umfange erfolgen Der Fahrkartenverkcruf für die einzelnen Eil- und Personen- züge wird eingestellt, sobald nach der Zahl der verabfolgten Fahrkarten eine Ueberlastung der Züge oder eine tzKfahr- duim der pünktlichen Zugabfertignng zu befürchten ist. Der Reisende muß daher mit Zurückbleiben, beim Reiseantritt vder unterwegs rechnen. Das Vaterland verlangt, daß nicht unbedingt notwendige Reisen unterbleiben.

** Vom Deutschen Sprachverein. Der Vortrag von Herrn Geh. Hofrat Professor Dr. O. Behaghel über Humor und Spieltrieb in der deutschen Sprache" findet heute (Dienstag) abend um 8V2 Uhr pünktlich im Großen Hörsaal der Universität statt. Gäste sind willkommen.

** Gießener Freilicht-Büh ne. Da alle Ver suche, geeignete inännttche Kräfte in genügender Anzahl für freiwillige künstlerische Mitarbeit zu gewinnen, erfolglos geblieben sind die meisten, die in Betracht kamen und kommen könnten, sind im Schützengraben oder stehen vor der Einberufung, wird die Walobuhne in diesen: Sommer voraussichtlich von Liebhaber-Aufführungen absehen müssen. Sie bedauert dies um so mehr, als sie infolgedessen einer Anregung des hiesigen Lazarett-Ausschusses,unfern Ver­wundeten wieder durch eine Vorstellung eine Freuoe zu bereiten", nicht entsprechen kann. Vielleicht läßt sich aber in der Mitte oder am Ende des Sommers ein Gastspiel durch Berufsschauspieler ermöglichen. Jedenfalls soll in erster Linie wegen der .Kriegsbeschädigten am Platze kein Mittel unversncht bleiben, wenigstens ein Stück herauszubringen.

** Keine Lebensmittel in d i e Feldlaza­rette senden! Ans einem Reservelazarett an der West­front schreibt der.Köln. Bolksztg." ein Stabsarzt: Schickt keine Lebensmittel in die Lazarette. Die Kranken und Ver­wundeten bekommen alles reichlich. Täglich liefert die Feld­post in die Kriegslazarette ganze Säcke mit kleinen Paketen, die Lebensmittel enthalten, ab. Eine Mutter spart sich in der Heimat ihr letztes Mehl vom Munde ab, um ihrem verwundeten Sohne eine Freude zu machen. Eiu großer Teil dieser Eßwaren (wie Eier, Bittter) kommt verdorben an Sehr oft darf der Verwundete Kuchen, Wurst usiu. gar nicht essen, wenn er z. B. einen Bauchschuß hat. Vielfach erreicht das Paket den Verwundeten überhaupt nicht oder- erst nach Wochen, weil er aus dem Feldlazarett schon wieder abtrans- portiert ist. Das Herz blutet einem oft, wenn man sieht, wie die kostbaren Lebensmittel auf diese Weise zugrunde gehen, die in der Heimat so bitter nötig sind. Die Heeres­verwaltung sorgt für ihre verwundeten und kranken Sol- oen Feldlazaretten durchweg in mustergültiger Weise. Die Schweckranken bekommen entsprechend den Anordnungen der Aerzte -, Milch. Eier, Wurst, Butter, Braten und Keks. Die Schwestern in den Lazaretten füttern und pflegen dre Soldaten Die Angehörigen in der Heimat Wunen daher ganz beruhigt sein. Keiner ihrer Lieben leidet Hunger oder Mangel in den Feldlazaretten. Daher spart aus vaterländischen Rücksichten mit den kostbaren Lebens- mrtteln, dre der .Heimat entzogen werden.

** Bankenschluß am P fin g stsa m s tag. Laut Be- kawittmachunF in unserem heutigen Blatt l-alten die Bank für

Handel und Industrie, die Mitteldeutsche Creditbank, die Gewerbe- ^k, me Firma Baruck Strauß Nachs. am Samstag, 26. Mai ihre ckafis räume geschlossen.

n** Au Schwarz-W eiß-Tbeater, Seltersweg 81, wrrtt ab Dienstag, 22. bis einschließlich Freitag, 25. Mai, Alwin ->oeutz m seinem neuesten Filmwerk:Tie Sttmme des Toten", modernes vornehmes Kriminal- und Gesellschaftsdrama in 4 Akten. Allmn Neuß gehört zu den gefeierten Künsllern des Films. Das dreiattige uLstspielTer Lausbub", mit Melitta Petri in il-rer Doppelrolle, dem Herbert Paulmüller und dessen Partner Lea tzeurert wird wahre Lachsalven Hervorrufen. SÜmlliche Films M Erstaufführungen. Ab Samstag, 26. Mai. werden Hans Mrerendorf und Thea Scrndtcu inDas Opfer einer Frau" auf- treten.

Landkreis Gießen.

c\r nr* ^Ellersheim, 22. Mai. Dem Gefreiten der Reserve A. A n g e r m ü l l e r wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen, wegen seinem tapferen Verhalten in der Schlecht bei Longneval Somme) im Herbste 1916. Er erhielt voriges Jahr ebenfalls die Hessische Tapferkeitsmeoaille.

Kreis Büdingen.

. L°rbach, 22. Mai. Zum Leutnant d. R. befördert wurde der Vizefeldwebel Heinrich H e u s 0 h n , Sohn des hiesigen Lehrers vnffohn. Das Eiserne Karenz und die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Gefreite Friedrich Bernhard, das Eiserne Kreuz der Dragoner Konrad Schäfer, Pionier Friedrich S ch ä -- fer' Gefreiter Friedrich Mohn, Schütze Ernst Lectzleidner und Johannes L e ch l e i d n e r.

Kreis Lauterbach.

. Grebenhain, 22. Mai. Unter Leitung des Schulrates Andres-Läuterbach fand am 10. ds. Mts. im hiesigen Schulsaate der 1 Klasse die 1. amtliche L ehrer-Kon fe ren z der Bezirke Herbstem und Nieder-Moos für das Schuljahr 1917/18 statt. Die ersten Worte widmete der Schulrat dem Andenken des im Welt- krioZe als Leutnant gefallenen Georg Seling. Ar der Be­grüßungsrede erinnerte der Schulrat Andres an den Ernst der Zeit.. Der Dageplan der Versammlung war hauptsächlich kriegs--' wirtichasilicher Art. An Hand des Schriftchens von BechtolsHeimer- Osfenbach:Der vaterländische Hilfsdienst der

ch u l t u g e n d" Wurde besprochen, wie man die schwache Kraft der Schulkinder in ausgiebiger und nutzbringender Weise dem Vaterlande zu führen kann. Die Worte des Bayern Heim ,.B c 0 t ist nötiger als Bildung" fanden ihre imtsyrechende Würdi­gung irwem nochmals betont wurde, daß mit der Sammeltätigkeit c.er Schüler nicht genug geschehe, daß vielmehr auch der Lehrer den an ihn gestellten llrlaubsbeirilligungen mit einem weiten Herzen gegenübertreten müsse. Heims Wort von Brot ünd Bildung kommt mis veritändigeni, vaterlandstreuem und ttefernstem Herzen.

rr. Nicdcr-Ltoll, 22. Mai. In unserer kleinen 120 Seelen zählmden Genreinde, nmrden für die H i n d e n b u r g - spende unentgeltlich gegeben: 280 Eier. 33 Pfd. Erbsen,

^2 Pfd. geschälte Gerste, 10* 2 Pfd. Dörrobst und s/4 Pfd. Wurst, .zn einer Zeit, wo auch der Bauer sich im Lebensmittelverbrauch sehr einschränkeu muß, verdient die Opferwilligkeit der Land­leute rechte Würdigung und Ancr-kennung auch von seiten der Stadtbewohner.

Starkenburg und Rheinhessen.

---- Offenbach a. M., 21. Mai. Der städtische Haus h a l t s p l a n für 1917 i>h eine Erhöhung derGemeindeeinkommen «teuer von 189 aus 168 P ozent und der Gemeindevermögenssteuer von 34,5 aus 36 Pfg. vor, um den Ausgleichsfouds nicht zu er- lcmibken- Rach den Aufstellungen des Großh. Finanzamtes hat lick aber das Steuersoll der Stadt deratt gelwben, daß eine Er- höliung der Gemeindesteuern unnötig ist. Auch der Ausgleichsfouds braucht nicht einmal in Anspruch gmommen werden.

Hessen-Nassau.

. ^ F r a n k f u r t a. M.,. 21. Mai. Für die im Juni ftatt-

ttndenden Frankfurter Rennen sind wider Erwarten viel Nennungen erfolgt, vor allem für die beiden 10 000 Mark-Handi- caps. Das Dr. Fr. Riese-Erinnerungs-Rennen weist 46, der Preis von >Tannenberg 29 Unterschriften auf.

nrr. Frankfurt a. M, 22. Mai. Auf Anordnuua des Bi­schofs von Limburg findet am 10. Juni in allen katholischen Kir­chen der Diözese ein Bettag zur Erflehung des Friedens ltatt.

= Hofhcim i. T., 22. Mai. Im Geinrindewald wurde Louutag nachmittag der 45jährige Arbeiter Pankrattus Kipp- hahn aus Offenback a. M. von dem Forstawffeher Erb beim Wildern überrascht. Der Wilddieb floh, wandte sich ivähvenb der Verfolgung jedoch plötzlich um und feuerte auf den Förster vier Schüsse aus einer Kugelbüchse ab, die aber glücklicherweise fehl- gingen. Hierauf schoß der Förster seinem Gegner eine Schrot- ladung sns GesickK, die zwar erhebliche, aber nicht lebensgefähr­liche Verletzungen verursachte. Trotz der Verwundungen floh der Wilderer nock mehrere Kilometer weit durch die Felder bis nach Zeilsheiiu, wo in seine Verfolger in einer Scheune auf stöberten. Kipphahu wurde dem Höchster Gerichtsgefängnis M- gefühtt.

Müllersche Badeanstalt. 22. Mai: 16° Reaumur.

Wasser wärme der Lahn am

SvielplM der vereinigten ikrankfutter Stadttheater.

Opernhaus.

Donnerstag, 24. Mai, abds 7:Das Dreimäderlhaus". Frei­tag, 25. dNai, abds. 6y 2 ; Uhr: Erstes Gastsp. d. K. u. K. Kammer­sängers Leo Slezak vom K. u. K. Hofoperutheater in Wien.Die Königin von Saba". Samstag, 26. Mai, abds 6:Tristan und Isolde". Sonntag, 27. Mai, abds 7:Der Gras von Luxemburg". Montag, 28. Mai, abds 6V2: Zweites u. letztes Gasffp. von Lev Slezak.Die Hugenotten". Dienstag, 29. Mai, abds 7:Der Postillon von Lonjumeau". Hierauf: Tanzszenen. Mittwoch, 30 Mai, abds 7:Frühlingsluft". Donnerstag, 31. Mai, abds 6i/->- Die Afrikanerin".

Zchausplelhaur.

Donnerstag, 24. Mai. abds. 7y 2 : Zum ersten Male.Wie es Euch gefällt". Freitag. 25. Mai. abds 7u:Wie es Euch gefällt". Samstag, 26. Mai, abds. 7y 2 ;Alt-Frankfutt". Sonntag, 27 Mai, nachm. 3:Glaube und Heimat". ?kbd§. 6^ >:Peer Gynt" Montag, 28. Mai, nachm. 3y 2 :Hampelmanns Geburtstag", dlbds 1\-2 :Die verlorene Tockster". Dienstag, 29. Mai, abds 7V2 : , Wie es Euch gefällt". Mittwoch, 30. Mar, abds. 7' 2 :Adam, Eva"und die Schlange".

vermischtem

* A u g sbu r g . 21. Mai. (Priv.-Tel.) Heute mittag brach in den Fabrikanlagen der Wvlsiam-Lampen-Fabrik, A.-G., in Lech- lwusen aus unbekannter Ursache G r 0 ß fe u e r aus, daö den Hock>- bau der Fabrik mit den anstoßenden Materialschuppen in Asche legte.

* M ü n chs m ü n st er Medcrbayern), 21. Mai. (Priv.-Tel) Eine Gesellschaft von Arbeitern einer Pulverfabrik wollte gestern eine Kahnfahrt machen. Infolge des hohen Wässerstandcs kenterte der Kühn. D r e i z e h n P e r s 0 n e n , darunter fünf weMiche, e r - t r anken, wer Männer und der Schiffer wurden gerettet.

keine

Die Besprechung im Hauptquartier.

Berlin, 21. Mai. Der Reichskanzler ist am Sonntag <ms dem Hauptq-uartier znrückgekehrt. Bei den Besprechnn- aen, an denen bekanntlich auch der österreichisch-niigarische Minister des Aenßern, Graf Czernin, teilnabm, sind alle zurzeit aktuellen Angelegenheiten der auswärtigen Politik, insbesondere lautVoss. Ztg." auch die Polenfrage, aus­führlich erörtertt worden.

Die Opfer d,'s Krieges.

Kopenhagen, 22. Mai. Der englische Minister Henderson teilte in Richmvnd m einer Rede mttt, bisher seien in dieseuk

Kriege 46 Millionen iNenschen verwundet oder getötet roou den; die Zahl hex Toten belaufe sich auf rrngefähr sieben Millionen^ Die miniittelbaren Kriegsausgaben veranschlagte er auf neun! Milliarden Pfund Sterling. Hierbei ist der unermeßliche Schaden nicht miigerochnet, der durch Zerstörung von Eigentum und Gütern angerichtet worden ist. Henderson erklärte noch, es sei keine Aus­sicht auf einen baldigen Abschluß des Krieges.

Im Oisc-Tal.

Rotterdam, 22. Mai.Daily Telegraph" undDaily Chronicle" berichten von der frarrzösischen Front, daß das über- ichwemntte .Tal der Oise von Berthincourt bis Mi die Sümpfe von Tergniers und 'Servies in einer Ansdelmuug von 18 Kiüo- metenr das gewaltigste Bollwerk der Hindenburglinie bildet. Der Gegner besehe das Gebirge von St. Gobain und den oberen Teil des Waldes von Cuty. Jene Teile bilden eine natürliche Festung. Ein Frontalangriff wäre eine gewaltige Aufgabe gewesen und die Flanken wären durch die Ueberschwenimnng gedeckt. Das Wasser sei jetzt zwar gefallen, aber das Oise-Tal sei noch immer uugairg- bar. Ans dem südlichen Ende der Stellung bilde die alte Fest Iladt La Fere eine Insel unmittelbar in den Sümpfen, beide Teile wertlos ist.

Painleve Wer die englisch-französische Offensive.

Berlin, 21. Mai. DemBerliner Tageblatt" wird aus Lugano gemeldet: DasGwrnale d'Jtalia" veröffentlicht eine Unterredung mit dem französischen Kriegsminister Painlevs. Dieser erklärte: Wenn auch strategische und taktische Gründe sie verlang­samen können, so wird die englisch-französische Offensive doch un­entwegt sortdauern. Die Engländer und Franzosen iverden fort­fahren. einen bestandigien stzttischeu Druck auszuüben, der sich, ivo es nötig ist. .in dynamischen Stößen äußern wird. Die russi­schen lBorgäuge haben keinerlei Einfluß Mlf die Westfront, wie bereits bewiesen ist. Uebrigens ist die russische Militärmacht weder vermiudett noch kompromittiert. Vom Eingreifen Ainerikas hat die Entente nicht nur finanzielle und technisck^ .Hilfe, sondern auch za hlreiches Menschen material zu erwarten.

Ge n f, 21. Mai. Die erste Amtshandlimg des Generals Petatn besteht in einem großen Generalsschub, 14 Divisionsgenerale und 10 Brigadegenerale, von denen oie meisten bei der letzten großen Offensive kommaTtdierten, sind in die Reserve versetzt worden.

Druck auf Holland?

Berlin, 22. Mai. In unterrichteten Kreisen Hol­lands erwartet mcm laut Kreuzzeitung in kurzer Frist eine 9ri)te, die die holländische Regierung vor die Wahl stellen loerde, Abbruch aller Handelsbeziehungen mit Deutschland oder Verweigerung jeder Lebensmitteleinfuhr aus den Ver­einigten Staaten.

Berichigungsvcrsuche in England

Berlin, 22. Mai. Um der zunehmenden Unzufriedenheit über den Nahrungsmangel und die Teuerung zn steuern, greift die englische Regierung zu dem Mittet, von Regiernngsverttetern Beruhigungsvorträge mt Lande abhalten zu lassen. Der Admirali­tät sei es gelungen, so wird verbreitet, eine neue Art der Be- känrpsung der U-Boote ausfindig zu machen, so daß T-eutfchland nach einigen Monaten merken würde, daß es sich verrechne und daß die Aushungerung Englands unmöglich, sei.

Eine Rede Kerenskis.

Petersburg, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Ageittuc. Bor einer großen Versamm­lung der gegenwärtig in Petersburg befindlichen Abgeordne­ten der Schwarten Meerflottc hielt Kriegsminister Ke- renski eine Rede, in der er u. a. sagte: Solange ich Kriegsminister bin, ijt kein Versuch der Gegenrevolution möglich. Ich werde dem Volke bis zum letzten Blutsttopsen dienen. Wenn wir der Welt Unseren Wunsch nach Frieden verkündet haben, so geschah dies nicht deshalb, weil wir ohnmäckßig sind, sondern weil wir Verttauen zu unserer.Kraft haben. Das Wesen der neuen Regierung ist vollstän­dige Einigkeit mit unseren Verbündeten.

Wie die Zeitungen melden, hat Kerenski Leutnant K 0 s m Ixt äum stellvertretenden Befehlshaber des Militärbezirks Petersburg ernannt. Kosmin wurde während^der Revolution im Jahre 1905 MM Präsidenten der Republik Krasnojarsk in Sibirien »rewählt und später zu Zwangsarbeit verurteilt, in der er fick vis zur jetzigen Revolution befand.

Miljuküw Nachfolger Jswoltis.

Paris, 22. Ncar. Raditäle Blätter verzeicknen laut Teurscher Tageszeitung das Gerücht, daß Jswolski beretts m der ersten Maiwock'e seine Entlassung überreichte. London und Paris wünschten als seinen Nachfolger Mrljnkvw, was Petersburg bisher verweigerte.

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