fefbigimg des MndeS ipö> zur Bewahrung der Errungensck-aften Der Rrvolntion Wie *lir Vertteibung des Feindes, der -ruf unserem Moden sieh:, mib besonders zur tätigen Unterstübung unserer jWu:wesgsr:osftn. Tos Land :oeiß, daß die Kttmpskaft unseres Dveres gesunken ist. TaS konimt nicht nur von der mangelhaften Versorgung mit fRunition, Lebensmitteln und Futter, so ledern «auch von der falsche:: Auslcggmg der Kriegsziele. Tie Regierung hält es daher für ihre Pflicht, klar und endgültig zn »erllären. daß sie offen den Abschluß eines schnellen Briedens erstrebt, aber, indem sie von einem Frieden vhne Annexionen und Kriegsentschädigungen spricht, erklärt die Regierung, daß es sich nicht um eine passive Verteidigung handelt. Das freie Rußland wird niemals dulden, die Gebiete unter dem Joel? des deutschen Militarismus zu belassen, die infolge der verbrach'risch.'n Naciflässigkeit der alten Regienmgsform gegenüber den Intrreßen des Vaterlandes und des Heeres aufgegeben Wiarden. Während es das Bündnis mit den großen Demokratien der West Mächte hoch,schätzt, die die Greieel des deutschen Ein- salles erlitten^ und i ni m er n o ch u n t -e r de m s ch Jr- 1 e r c lt T r i t t de Stiegers leiden, kann das russische Volk hinsichtlich des Schicksals Belgiens, Serbiens und Rumäniens nicht gleichgültig bleeibcn und nicht seine Pflicht ihnen gegenüber vergessen. Ich kann mir' nicht vorstetlen, wie man den Gedanken Anlassen kann, daß welc Millionen freier Belgier in Sklaven des deutschen Militarismus umgewandelt werden sollen. Um den künftigen Geschlechtern ein unbeflecktes Ansehen zu überliefern und hocherhobenen Hauptes unter den großen Tcmolratien frei KU bestechen, muß das revolutionäre Rußland die zkrait seines Heeres ans die nollvendiae Höhe bringen. Aus dieses Ziel werden alle Bemühungen der Regierung gerichtet sein. Die tatsächlich an der Front eingetretene Wasfenrich^, die dem deutschen Reicbs- .kanzler die Vermutung eines Rußland angehenden Sonderfriedens ermöglichte, diese Waffenriche muß aufhären. Das Land soll rin gebieterisches Wart sprechen und sein Heer in den Kampf schlicken
Ich bin sicher, daß das freie Heer Rußlands, fest zusammen- geftbwußt durch-die Disziplin, die «ui dem wechselseitigen Vertrauen der Offiziere und Soldaten beruht, hie sich gänzlich), der für Rußland &ur Fortsühiurng des Krieges treibenden Probleme bewußt sind, daß das Heer, welches weiß, daß das gesan.ite Volk hinter ihm steht, daß dieses Heer sein Land, seine Ehre und seine Würde «Derbeidigen wird. Es wich den Bundesgenossen, mit denen es -durch dal für die große Sache gemeinsam vergossene Blut verbunden iß, -eine kräftige Hilfe bringen. Der W a s f c n st i l l st a n d sau der Front ist unvereinbar mit der Ebre und W'ü rde Rußlands, ganz ebenso rvie der Bürgerkrieg. Wir anüssen dem Lande ein geregeltes Leben und die Ordnung wieder- kherstellen. Das sind die Grundprobleme, für die die Regienrng •ttfte Außrengungeit machen muß.
Tercftscherrko über das Verhältnis zu den Alliierten.
Petersburg, 20. Mai. (WTB.) Meldung der Petersbg. ,'Telegr. Agentur: Ter Minister des Aeußern T e r e st s ch c n k o gc- XvÄhrle den Vertretern der russischen Presse eine Unterredung, bei tder er sa-fte:
i Sie fragen mich nach meinem Programm. Sie können cs "in der Erklärung der neuen vorläufigen Regierung, die zur Macht im freien Rußland berufen worden ist. lesen. Das Programm ist skmH, ober bedeutungsvoll, nämlich die möglichst schnelle Wiederherstellung eines allgemeinen Friedens, seines Friedens, der weder das Ziel hat, andere Völker zu bc- cherrschen, nach sie ihres nationalen Erbes zu berauben, iroch ge- Rvrrltsam fremdes Gebiet wegzunehmen, eines Friedens olmc tShaxzvcmpi imb Enfichädigungen, der sich auf das Selbstbestim- mungsrecht der Völker gründet, eines Friedens, der erreicht wirb in «rger unlöslicher Vereinigung mit den Demokratien der Alliierten.
Das freie Rußland hat, lvie jedes Land, das eine große 'verjüngende Revolution durch ge macht'hat, für diesen Wunsch zwei tief idealistische Gründe. Der erste ist das Verlangen, der ganzen .Welt einen gerechten Frieden zu geben, keine Nation zu verlern ^nnd nach dem Krieg keinen Haß und keine Entfremdung zu schaffen, Hie immer Zurückbleiben, wenu ein Volk aus dem Kampfe auf tÄvsten der anderen bereichert hervorgeht, wenn eins niedergeworfen, nach gezwungen wird, demütigende Friedensbedingungen anzu- .nehmen. Wir haben dies traurige Schauspiel 1870 gesehen. Die .-von Deutschland Frankreich beigebrachte Wunde blieb 45 Jahre lang affen. Die Hoffnung der Elsaß- Lothringer ans eine bessere fifcrtunU ist bis jetzt noch nicht gestorben, und heute l-nben sie ein R e ch t d e r Verwirklichung ihres Ideals zu erhoffen. Krän- "kungen und Ungerechtigkeit werden nickst vergessen. Gewalt zeugt Haß. Das befreite Rußland will das weder für sich noch für die anderen. - .
Der zweite Grund ist das Bewußtsein der Bcnrde, die Ruß- Land und die alliierten Demokratien verknüpfen, das ' Bewußtsein der Pslichttn, die ihnen diese Bande auftrlegt haben. <Äas revolutionäre Rußland kann und darf diese Bande, die durch 'Blut gefeitigt sind, nickst lockenu Dies ist eine Frage der revolntio- nchLn Ehre, die ihn jetzt um so kostbarer ist. Die große Revolution, Läe das Bolksmeer bis in seine größten Tiefen aufgewühlt hat, Konnte nicht umhin, die Armee zu beeinflussen, die sich eirickst sofort dem plötzlichen Wechsel der Lage anpassen konnte. sGlerc^eitig fuhr die Deinokratie des Westens fort, mit Zähigkeit Uw .Kriegsvoerk zu vollenden, was für uns eine große Hilfe be- Leutrt. Die alliierten Armeen, deren große Masse wie bei uns aus 'JSkmerrt und Arbeitern besteht,^ führen ohne Unterbrechung den ^Kanrps gegen den Feind, lenken seine Macht ab imb bewahren durch dir« heldenmütigen Anstrengungen die russische Revolution vor der Niederlage von außen. Der Erfolg der russisck^en Revolution hsr auck) mit ihrem Blut erkauft worden, und mit einen: Gefühl Tftftr Befriedigung darf man feftstellen, daß es in: freien Ruß-
trotz Meiirungsversckstcdeicheit tn den denrokratischen Parteien nicht eine einzige Partei oder Bereinigurrg gibt, wie es sie ■im recfticmärcn Rußland gegeben hat, die für einen Sonderfrieden geworben hat.
Indessen weiß ich, daß es eine Frage gibt, die zahlreiche Gruppen der russischen Demokratie in Erregung versetzen kann. Es ist Eine Frage, die die Leidenschaft erttfesselt. Ich glaube aber, daß ich -sie trotzdem berühren und darüber eine vollständige und wahrheitsgetreue Meinung äußern sollte, denn das russische Doll hat eii^ Neckst zu erwarten, daß die vorläufige Regierung ihm nur die Wahr- cheit sagt. Die rus-ische Dem okratie fürchtet, daß sie, rgcbunden durch die alten Verträge, annexionistischeu Zwecken die n stbar gemacht werden soll, die ihr fremd sind. Dies bcunrnlstgt ihr revolutionäres Vertrauen und verringert ihren) Schneid und ihre Begeisterung. Deswegen wird das Verlangen ausgesprochen, sofort aÜf von der alten Regierung abgeschlossenes Verträge zu veröffentlichen. Ich glaube, daß in diesem jfallc die (Gefühle, die dies Verlangen veranlaßt haben, Gefühle ,von hoher Mensckstichkeit sind, aber ick bin überzeugt, daß die Frage -qarrz irrtümlich ausgefaßt worden ist. Die russische Demokratie
'ick das klar macken. Die iosortige Vmöfsentlichung der Verträge ist gleichbedeutend dem Bruch m i t d e n Allsiierten und tuüix zur Vereinzelung Rußlaicks sühreir. Eine solche Handlungs- ggjfc kmrde nottvendigertveise zu einer Sonderstellung Rußlands! fühveir und wäre der Anfang eines Sonderfriedens.» Gerade das weist das rufstscke Volk mit aller Macht, nicht nur aus Ehrgefühl, wert von sich Es versteht sich, daß der Weltkrieg nur durch einen Matfrieden beendigt werden kann. Nur ein solck>cr Frieden könnte \bk Gerechtigkeit und das Selbstbestimmungsreckst der Völker verbürgen. die den heißen Wunich des befreiten Rußlands bilden Es müssen andere Wege gesucht werden. Das neue Rußland muß in btc Zukunst -chauen und nicht zurück. Tie Wett stelst vor 'mutn XathdKn : der großen russisckien Revolution ist der Eintritt W* großen gm er: kan:jlchen Republik in den Kiieg gefolgt, ^ie nna "-a.aNerung d^e russisckae Revolution begrüßt hat und sich Owv' ?,ögern auf die Seite der Alliierten stellte, nachdem der russische M»olutismns verschwunden war.
n Tatsachen muß man a^sgehen und diese Tat. tzchn' können rteil Demokratien nicht außer acht lassen.
^ ek-hr mit den Vertretern der w-esllichm Demo-
v 'Ziele, die sich jetzt infolge der russischen Revolution Kr die ganze Welt austun, für alle oerständLick..
^>uu uitfcn Verkehr muß das gosMfeittgk Vertrauen der ?llliiert^n
ruruchn^n, was der vorläufigen Regierung gestatten wird, vorbereitende Maßregeln für das Einvernehmen mit den Alliierten zu ergreifen, das sich auf die Erklärung vom 0. April grülü>et. Ich tverde mich bemühen, den Vorgang der Annäherung und des Verstehens des gegenseitigen Einvernehmens zu beschleunigen. Ilm aber dies Ziel ^iolgreicki, zu erreichen, muß das freie Rußland beweisen, daß es treu seiner harrptsächlichsten Verpflichtung nachkomml, die es den Alliierten gegenüber übernommen Ij-at, der Verpflichtung des gemeinsamen Kampfes und gegenseitiger Hilfe. Es muß ein unbegrenztes Vertrauen zu sich, einftößen und . beweisen, daß fern Idealismus nicht von seiner Schwäche lMrn'ihrt, daß Rußland auf 2lnncxionen verzichtet, nicht weil es sie nichch erlangen kam:, sondern weil es sie nicht will. Gerade deshalb ist os naincrns der Forderungen der Demokratie und namens eines schnellen uiiib gerechten Friedens notlvendig, eine Militär m a cht in: neuen Rußland wieder zu schassen Und mit voller Kraft ihre rovolutionäre Bebeisternng zu stärken. Die russische .Armee bewies .Heldemmll und großh S-elbstverleugnung sogar, als sie von der alten Regierung aus das Schlachtfeld geschickt wurde. Jetzt, wo sie mir einer fteiwillig angenommenen Manneszucht unter'.vorfen ist, mich sie verstehen und ve»fleht auch, daß sie für ihr Teuerstes auf Erden kämpft, für d:e Unversehrtheit tzmo das Wohl .des befreiten Vaterlandes, das^ nach einem neuen Leben verlangt. Sie versteht mich, daß eins Niederlage diese Freiiheft und, das neue Leben oeruickiden würde. Und das utuß das eiirzige Ziel sein, das sie beseelt. In der Tat ist es lächerlich, im gegenwärtigen Zeitpunkt von Annexionsplänenj der Lllliierten als von dein wirklichen Hinderungsgrund für einen gerechten Friede:: zu spreck-en, während RuUand, Belgien, Frankreich Md Serbien ganz oder teilweise vom Feinde besetzt sind.. Jetzt kcrmr zur^ Bcrteidiguirg der nationale:? Unabhängigkeit und Freil>eit nur die tätige Verteidigung in Frage konrinen. Was die Zukunft der alliierten Denrokraticn anbetrisft, so kan: die russische Freiheit nickst, umsonst zur Welt, nicht umsonst verbreiteten ihre Folgen irnd ihr Einfluß sch in einer großen mächtigen Woge durch die gmrze zivilisierte Welt.
Das ist alles, was ich im gegenw-ärtigon Zeitpimkt darüber sagen kann, was mir als Grundlage meiner Tätigkcft :md Maßregeln, die ich zu ergveifen: beabsichtige, dienen soll.
Englische Eindrücke.
Haag. 21. Mai. (Priv.-Tel.) Der Korrespondent der „Morning Post" in Petersburg etilt mit, daß er die englischen sozialistischen Abgeordneten nach ihrer Rückkehr von der ausgedehnten Reise gesprochen habe, die sie durch Rußland, ncch Moskau, in die Industriezentren und an einen großen Teil der russischen nördlichen und westlichen Front geführt halte. Die Abgeordneten hätten ihm offen ihre Eindrücke mitgeteilt, die sie bei ihren'Gesprächen mit den Vertretern der Arbeiterorganisationen und den Soldaten hatten. Doch dürfe er keine Einzelheiten mitteilen, seine persönliche Meinung sei aber, daß sich die englischen Besucher durch das, was sie sahen und hörten, unangenehm in ihren nationalen Empfindungen getroffen fühlten. Bon privater Seite habe er Mitteilungen erhalten, die daraus htnweisen, daß in Petersburg eine starke deutsche Agitation bestehe, und cs unterliege keinem Zweifel, daß die deutschfreundlichen Strömungen an Stärke gewinnen, gleichzeitig mit einer Zunahme der antienglischen.
Rotterdam, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Time s" meldet aus Petersburg, daß die Duma, obwohl sie nicht aufgelöst ist, ihre Mackst cm die Regierung abgetreten hat. Sie bleibt zwar immer noch eine moralische Macht, hält aber keine Sitzimgen mehr ab. Der Arbeiter - undSol- datenrat ist das wirkliche Parlament geworden und die Regierung ist seine Exekutive.
Die Lage an der Front hat sich,, der „Times" zufolge, dadurch gebessert, daß B^russilow, Gurko und Dragomirow aus ihrem Poster: bleiben. Auch General Ruski soll einen wichtigen Posten erhalten.
Die russichen Kriegsziele und die franzöfesche Presse.
Bern, 20. Mai. (WTB. Nichtamtl.) Die Frage der russi- schenKriegs ziele wird von der galten französischen Presse ausgegriffcn, die einmütig betont, daß die russische Auffassung von der der übrigen Entente nicht sehr weit abweiche. Es haiidle sich nur darum, sich über den Begriff Annexion und Entschädigungen zu einigen. Einige Blätter prägen ein neues Wort „Desannexion von Elsaß-Lothriugen"' und fragen, wie Rußland sich dazu stellen wird. Der „Temps." und die übrige große Presse erklären, keinesfalls dürfe von der Entente ein Verzicht auf die Herausgabe früher entrissener Gebiete, auf die Befreiung^ der unterdrückten Völker sowie auf die Wieder- erstatttlng und Sckiadlos^haltung ftic die angerichteten Schäden smtens Deutschlands verlangt werden. Der „Rappel" erklärt^ Rußland dürfe weder die Serben, noch die Tschechen, noch die Rumänen vergessen. Seine Aufgabe werde schwer sein. Der Geist und die Formen Miljukows müßten wieder zur vollen Geltung kommen, sonst würde sich der Horizont im Orient verdwrkeln. „La France" erklärt, das Eingreifen der revolutionären Ausschüsse in die Diachtbefu^nisse der Regierung sei augenblicklich das wichtigste Besorgnis. Die Tatsache, daß die Regierung auf ihre Kciegszicle verzichten mußte, weil der Ausschuß es wünschte, sei folgenschwer. Man kcnrne vielleicht sagen, die russisck>en Kriegsziele gingen nur die Russen an und es stehe ihnen fiei, darauf zu verzichten, sich auch auf Kosten anderer Nationen zu vergrößern, was zutreffend sei, aber nur unter der Bedingung, daß ihren Birndesgenossen die Hände für die Regelung der Dardancllenfrage und die Zertrümmerung der deutsche:: Vorherrschaft im Orient fveiblieben. Wem: die russischen Kriegsziele die der Alliierten werden sollten, würde dies mckhr als die Vernichtung der Entente- fordernngen darstellen, denn das deutsche Programm würde dann selbst im Falle der Niederlage Deutschlands durchgesührt. Man würde chm nichts nehmen und es hätte nichts zu bezahlen. Man glaube zu träumen, wenn man solches höre.
TlrchangelSk von den Engländern besetzt?
Stockholm, 21. Ma.i. (Privattel.) „Aftonbladett" erfährt von aus Petersburg zurückkchrmrden Reisenden, die Engländer hätten mit 4000 Mann Archangelsk besetzt und beabsichtigten auch, die Strecke von Archangelsk bis Petersburg zu besetzen. Die Japaner hätten Chardin besetzt
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Dre Ukraine.
Petersburg, 20. Mai. Ter in Kiew tagende Kongreß von Abgeordneten der Ukraine beschloß, von der vorläufigen Regierung die sofortige Verküickigung des Grunjdisatzes der nationalen und territorialen Selbstverwaltung mtb eine besondere gesetzgeberische Haicklung zu fordern und als ersten Schritt auf den: Wlege zur Verwirklichung dieses Grundsatzes die Sä)asfung eines Ministerpostens für ukrainisck-e Angelegeirheiten im Kabinett zu verlangen.
Secfrfcg.
Neue U-Boot-Erfolge im -tttantischen Ozean.
Berlin, 21. Mai. (Amtlich.) Neue U-Bootserfolge im Atlantischen Ozean: 18 000 Bruttorcgistertonnen. — Unter den Ladungen der versenkten Fahrzeuge befanden sich 10 000 Tonnen Eisen nach Italien und Getreide nach Frankreich.
Der Chef des Admiralstabs der Mariire.
Ein 23 876 Tonuerv-Dampser versenkt.
Rotterdam, 21. Mai. (WTB. Nichtamtl.) „Maas- bode" meldet, daß nach der Erklärung der Besützun-g deZ versenkten schwedischen Schiffes „Kordelia" dasselbe U-Boot: einige Tage später den White Star-Dampfer „B a l t io"' (2 2j87 6 Tonnen) angriff. TX 2 s ßchifi erhielt schwere Treffer und hatte bald darauf schnüre Sckstagseite. Englische Torpedojäger eilten sofor tzu Hilfe. Später hörte man, daß ein anderes U-Boot den „Baltio" zum Sinken gebracht hat.
Der Hafen von Portsmouth geschlossen.
Rotterdam, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Hafen von Portsmouth ist wegen M^kMgesahr bis auf weiteres geschlossen worden^
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Madrid, 18. Mai. (Fmrkspr. d. Vertr. i - W. K. K. T.-B. Verspätet eingStrossen.) Am 15. Moai hat ein t.^-Boot 12 Meilen tton Dcniia nach mehr als einstündigem Kamflie, wobei über 200 Kanoirenschüsse gewechselt wurden, den beiraffletm: englischen Dampfer „Tungshan" mit 6000 Xmtmn: KohDen von New- oastle nach Genua unterwegs, versenkt. Der KapiXän, der erste Artillerist und ein Maschinist wurden von der Besatzung dcÄ U-Bootes gefangen genonrmen.
Nach Mitt-eilangen des ,^ImPrrcial" ist der Odrne deS bei Tortroes versenkten englischn 6000 TLMnen-Danepsers Ianonc, Heimatshafei: London, nicht „Izanoni", wie irrtümlich iwrlautete. Auf der Flucht vor U-Booten ist in der Nähe von Demia der der italienischen Regierung ^schlawcahnrte deutsche 6000 Tonnen- Damplser „Amphitrits", von Argentinien 7nit Weizenladungi kommnfl), gestrandet. Er hatte mit ltxun versenkten englischen Dxrmp- fer Tngshen einen Geleitszug gebildet. In der Nähe von Mnreria scheiterte der Dampfer „Panchas" (4436 Tonnen) auf dem Wege nach Genua mit 4200 Tonnen Kohle sowie Medikamenten für Verwundete. Mehrere französisck)e und Optische Kriegsschiffe sowie der Zerstörer „Walkyria" sind nrit der Flortmachung des Dampfers beschäftigt.
Rotterdam, 22. Mai. Der „Maasbode" meldet, daß. der Dampfer ,^FoanniSP. Goulondrie^ (3153BRT.'^ nrit Erz auf dem Woge von Afrika nach England, versenkt wurde. Ferner seien torpediert: Da:npscr „Sow w cll" aus London. (3781 BRT.), „BoomHill" aus Newcastle (1395 Tonnen), „Helen" ans Belfast (322 BRT.), „Derrp- mor e" aus Tralee (485 Tonnen), die englischen Dampfer „A t hole" u:H „B u r ro w a", der englische Dampftraw- ler „Kitt y", der französische Dampfer „Nell p" (1868 BRT.), das Sckfifs „Snig", m:t Ballast von Belfast nach Anierila unterwegs, und „Hlmdso-n" (817 Tonnen) aus Kristiansand, schließlich der norwegisck-e Dampftrawler „Ro a l b“ (158 BRT.).
Paris, 21. Mai. (WTB.) Amtliche Meldung des Reu- ter sch e l: Bnreans. Der von der Marxne gemietete Darup fer „C o l b er t" mit einer Anzahl Mütitärpersonen, ist am 30. April im Mittelmeer tor p e d \t f x t worden. 61 Personen sind umgekommen.
Aus dem Reiche.
Die Reift deutscher Sozialdemokraten nach Stockholm.
Berlin, 21. Mai. (WTB. 97ichitarntl:ch.) Aus eine Anfrage des Abgeord-weten Haase (Königsberg) ist folgende schriftliche Antwort erteilt worden: Die im. HanptausschLttz von den: Staatssekretär im Auftraae feine? Amtes am 1. Mai 1917 abgegebene Erklärung, daß dew unabhängigen Sozialdemokraten lvegen ihrer Zugehörigkeit zu dieser Frattion die vor: ihrftn beanöragten Pass« zur Reise nach Stockholm:richt verweigert w^erden sollen, tvird im vollei: Umfange aufrechterhalten. Die Beteiligten werden sämtlich die Reiseerlcrubnis erhalten, augenommen der Landtagsabaeordnete Hoff mann. Diesem wird aber der Paß nicht weger: seirver Zibgehörigkeit zur Fraktion der unabhängigen Sozialdemokraten, sondern: lediglich deshalb verweigert werden, weil er nach einer Mitteilung des Oberreichsänwalts in ein ErmitteliMgsverfahren. lvegen Landesverrats verwickelt ist.
Ans Heffen.
Die hessische Sozialdemokratie und die Kriegsziele.
-- Mainz, 21. Mai. Eine stark besuchte Landeskonferenz der sozialdemokratischen Partei des Großherzogttlms Hessen na^n zu^ den Fragen des Friedens und der Ktiegsziele mehrere Entschließuw-l gen an, in denen es u. a. heißt: Die Landeskonferenz schließt sich iit! vollem Umfang der Bewegung an. tvelche die Zei:tralinsta:rzen der Partei zur .Herbeiführung «eines baldigen Friedens eingeleitel haben. Sie erkennt nach tvie vor die Pflicht der Landesverteidigung an und l>ält die Bewilligrmg der K>rregskrcd:te durch die Reick-stagsftaktion. so lange für gereckftfertigt. als die Feinde der Zentralmächtt nichL zum Abschluß eines Fri<ü)ens bereit sirck, der Deutschlands territoriale Unversehrtheit, polittsche Unabhängigkeit urrd wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit sichett. Um so mehr bedauert die Konferenz,, daß der Reichskanzler am 15. Mai die eine Eroberungspolitik ab*' lehnender: Kriegszicle der RögievuNg -richt klar zun: Ausdruck^ gebracht hat. — Für Hessen fordert die Konferenz die Einsühinntz des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlckechts für den Landtag, eine Erneuerung der gesamten Vertvaltungs- gcsctze, Einführung der Einheitsschule und eine Aenderung der Steuergesetze im Sinne schärferer Heranziehung der Besitzenden. Ferner verurteilte die Konferenz jede Sonderbestrebung innerhalV> der Partei und bettachtet daher alle die Genossen, die der Minderheitspartei oder einer anderen Soickerorganisation beitteten odeü für sie arbefteir, als aus der Landesorgarrisation und daUrft au- dev Sozialdemokratischen Parte: Deutschlands ausgeschieden.
Aus Stadt und Land.
D ietzen. 22. Mai 1917.
Warum die KartoffelsteckliugSpflauzen heraugezoge«
wurden?
Diese Frage beantwort^ das Stadt. Lebensmittelamt wie folgt:
Die ^Anregung ftndsAiussorderuug hierzu ging von de'm Gerwral- kommando aus, das seinen guten Grund dazu hatte. Eft:mal wap der große Mangel an Frühkartoffeln leicht vorauszufthen, da große Mengen davon als Speisekartoffeln zur Verlandung kommen mußte::. Sodann tvar zu befürchten, daß bei dein strenge::, überlmäßig langen Winter die Kartofftln in den Kellern und Mieten leicht großen Sck-aden erleiden könnten, :oas auch leider vielfach der Fall Nrar. Weiter war die Voraussicht maßgebend, daß bei der Ausgabe von Saatkartoffeln ai: die vielen Kl ein ka rto ssel züchter und Pächter von kleinen Grundstücken dazu führen könnte, daß dis Kartofftln nicht in die Erde gelegt, sondern gegessen würde::. AuS diesem Grunde werden auch Listen über die Kleinbauer voui Kartoffeln geführt, wobei jedem die ftlbstge^ogenen Kartoffeln im Herbste Mr Änrecftmng konrmen, soweit die mit Karwffeln bebauten Grundstücke über 200 Quadratmeter betrage::. Mißerdem bringe:: jetzt die Zeitungen schon Berichte über das Stehlen der Saa t ka rtof felu aus der Erde, wie es rm Hungerjahre 1817 der Fall lvar. Dies ist bei de:: Kartosftlstecklingspflanzen incht zu befürchte::. In Gieß-en haben mm die Gärtner ans Veranlassung dev Stadtverivallung und des Lel'ensmittelamtes die Kartoffelpflanzen von der besten frühe:: Sorte mit großer Mihe imb regem Eifer heran gezogen lutib lwingen sie zu^ einem so niedrigen Preise jimt ^Verkaufe, wie in keiner atiberen Stad: Wer in Bcttacht zieht, ivi« l-ock^, -:ach dcm ictzigen tGeinüseprefte!: lzu urtelben, b:c Fvüch- Cattoffeüi iw! Preise Lommen wewen, der wläd sermß nicht vcv^


