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22.5.1917 Erstes Blatt
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Ter &:Kc; Tlnzeiger er schein: Ui glich, außer Sonntags. - Beilage::: GietzenerFüüülienblütter; Kretsl'lßU

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Erster Blatt

} 6 Z. Zahrganz

Sienstag, 52, Mai,»,r

poslschecttsnto: Kranksrirt a.N. N686

General-Anzeiger sii? Gdecheffen

Yankvertehr: Gewerbebank Gießen

Zwittingsrunddruck u. Verlag: brrMsche Univ.-Vuch- u. ZteLndruckerei R. Lange. Fchristleltung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7.

rlknaanre von Anzeigen l. die Tagesnumnter bis zinn Nachmittag vorher Zeilenvrers, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Per- mietungen u. Stellenge­suche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Plahvorfchrift 30 Pf., Reklamen 75 Pi,, bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug.. Goeh. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: A."n. (tzoetz. Stadt und- Laer», Vermischtes u.Ge^ richtssaal: Fr. R. Zenz. Ai:zeigenteil: H. Beck,

sämtlich in Gießen.

(WDG.) Großes Hauptquartier, 21 Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

Die gestrigen Angriffe der E n g l ä n d e r waren beider­seits der Stratze Arras-Cambrai auf einer Frontbreite von 12 Kilometern angesetzt. Wo es feindlichen Stoszlruppen Mischender Scarpe und dem Sensee-Bach gelang, ans ihren Graberc vorzustotzen. wurden sie in unserem vernichtenden Feuer MsammenKeschassen. Oestlich von Croisilles in unsere Linien «einAldrungenen Feind warf kraftvoll geführter Gegenstoß zurück. Am Nachmittag, abends und in der dtacht zwischen Fontaine und Bullecourt mehrfach wiederholte An- Srifte hatten dasselbe Schicksal. Wir l-ielten unsere Stellun­gen bis auf einen völlig zusammengeschlossenen Graben, den wir dem Gegner planmäßig überließen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

WHrend bei La Foux französische Teilangnfft er- ftlglvs mieden, gelang es westpreußischen Grenadieren bei B raye. sowie batzrischett Truppen bei Cernah und westlich der Haurtebrse Fe., durch Fortnahwe feindlicher Gräben ihre Stellungen zu verbessern und den Gewinn gegen Wieder- eroderungsversuche der Gegner zu halten.

In der Champagne ist gestern wieder schwer gekämpft worden.

Der seit Tagen gesteigerte Artilleriekampf erreichte von morgens <m äußerste Heftigkeit. Am Nachmittag brachen die Franzosen zu starken Angriffen gegen die Höhenstellungen nördlich der Straße Prima ySt. Hilaire-le-Grand vor. In erbitterten: Ringen, das sich bis in die Dunkelheit fortsetzte, gelang es dem Feinde, auf den: Cornillet-Berge, südlich von VLaurotz, mid Mls dem Keil-Berge, südwestlich von Moron- villiers, Fuß zu fassen. Wir liegen auf dem Nordhang der föhen. Um den Besitz der anderen Kuppen wogte der Kampf hin und her. Anfangs errungene Vorteile wurden den Fran­zosen in schnellen: Gegenstoß wieder entrissen. Die alten Stel­lungen find hier in unserer Hand. Abends neu einsetzende feindliche Angriffe wurden in den zurückgenommenen Linien abgewiefen. Die blutigen Verluste des Feindes sind auch gestern wieder sehr erhMich gewesen.

Dreistigkeit, die in der Tonart der Mahnung des deut­schen Friede7isvorschln-ges vom 12. Dez. gelegnen hatten! Eng­land und Frankreich werden sich höchst ärgerlich an die Nase fassen. Zwar strebt die russische Regierung nach einer Stärkung der militärischen Widerstands krast, um sie den Verbündeten nutzbar zu machen, allein das sind in der Hauptsache doch nur schöne Verbrämungen der bitteren 'Notwendigkeiten, die Rußland gebieterisch den Frieden for­dern lassen. Wir Deutsche wollen bei dieser Sachlage die grüßte Zurückhaltung üben. Unsere militärische Lage steht zu gut, als daß wir jetzt den Anschein erwecken dürs­ten, als sei der Friede auch, für uns-ein Retter aus höchster Not. Mögen die Alliierten Rußlands jetzt das Wort er­greifen! Sie werden sich wahrscheinlich so lange um die Be­griffeAnnexion" undEntschädigung" streiten, bis das russische Volk die letzte Geduld verliert. Auch so lange können wir noch warten und durchhalten.

Wir verdanken die für uns erfreuliche Wendung im Osten unseren tapferen Heeren und ihrem Führer Hinden- burg. Das sei einmal doppelt unterstrichen, da dieKöln. Ztg." in einem Aufsatz über die Nachklänge zur Kanzlerrede folgende merkwürdige Meinung vertritt:Damit stehen Herr Lloyd George und Genossen wieder einmal vor der Notwen­digkeit, sich zu erklären. Das ist sicherlich ein n i ch t z u un­terschätzender Erfolg der Rede des Reichs­kanzlers , und wie peinlich die Erklärung der russischen Negierung ihre Verbündeten berührt, zeigen die Äeuße- rungen der französischen Presse, die sich dreht und windet, um schließlich unter den seltsamsten Verrenkungen auf ihr Vernich tungsprogramm zurückzukommen." Wir wollen dem Kanzler geben, was des Kanzlers ist, allein an der neueste:: Wendung der russischen Politik ist er schuldlos wie verdienstlos. Das ist vielmehr eine Werldung. die nicht durch Worte, durch Diplonurtisieren gefügt wor­den ist, sondern durch die eherne Wucht der Tatsachen.

* * *

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oestlich er und südöstlicher

Die Gegner verloren gestern 14 Flugzeuge.

O r st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Keine Veränderung der Lage.

An der

Mazedonischen Front

»schränkte sich die Kampstätigreit aus vereinzelt lebhafteres

Artilleneftuer.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

*

Der ASendbericht.

Berlin, 21. Mm, abends. (WTB. Amtlich.) Morgens A-eikrtcn bei B^lleconrt (Artois) englische, südwestlich von Na u ro y (Champagne) französische Teilangriffe. Tags­über in mehreren Abschnitten der Arras-, Arsne- und Cstam- pagne-rFont sowie auf dem Westufer der Maas wechselnd starker Feuerkanrpf.

Die Männer an dar Spitze das neuen Rnßla:rd sind daoon durchdrungen, daß das Heil ihres Landes in beschleunigten Abschluß eines Friedens liegt. Mrst Lli der Ministerpräsident, und Derestschenko, der neue Min des Auswärtigen, haben der Presse lange Darlegm gleichen Anhalts gegeben, die von der amtlichen Pel ouvger Telegraphenagwtnr auch dem gespannt horche: Ausland vorgelegt werden. (S3§ ! verstärkt sich der Nacht dessen, was über diese Notenveröfseutlichungeil hier bei gesagt wurde: sie sind für Freund und Feind stimmt, ganz besonders aber für die heutigen Verb d e t e n Rußlands. Au deren Adresse hüben die genau Minister neuerdings ganz.auffällige Sätze gerichtet, geben die Ausführungen, wie sie die Petersburger 3 H^^!!5st6§enlur verbreitet, int Wortlaut wieder.Klar endgültig" wird erklärt, daß die russische Regierungo den Abschluß eines schnellen Friedens erffcrebt". Zwar \ hexSonderfriede" noch imnier alsbeleidigend" a totefeTt, allein neben den schönen Worten, die von ( und Pflichttreue Rußlands sprechen, das an der Seite ft Verbündeten bleiben müsse, erhebt sich etwas halb $ gesprochenes, in dem der Keim einer neuen Entwickl ~\ e S*- r^ c beiden Minister erklären, daß dorr Verbünd me Neigung, Frieden zu schließen, mitgeteilt werden f; t ^w^ ßn «v a ^ cr was geschieht, wenn diese

ruisilche Programm ablehnen sollten. Praktisch sind Grundsätze des bekannten Londoner Wkommens, nur mernsvni Frieden zu schließen, durch diese beharrli WMenserklarnrLgen oes neue;: Rußlands bereits du broaMr.^urst Lwow spricht von den großen Demokra , We,t:nacgte,die die Gräuel d^es deutschen Einfa erlrtten und :mmer noch unter de m f dymeven Sv r? § Y .?l ie ßl V ? ^^iden", uiü) Derestschenko erklärt, f lächeriid), im gegenwärtigen Zeitpirnkt von Annexii Plänen der Alltrerter: als von den: wirklichen Hinderen 8?^ gerechter: Frieder: zu spreche::, loäh:

^^/wud, Belgien, Frankreich mck> Serbiwr ganz oder : welle vorn §e:noe besetzt" seien. Das ist ein famoses' ( gestzandnisdes Frevelmutes, der Ueberheb u ng

Kriegsschauplatz.

Keine Ereignisse von Belang.

Ita l i e n i sch e r K r ie g § sch a up tz.

Am Jsonzo setzte der Feind gestern seine Angriffe fort, deren Wucht sich gegen unsere Stellung Mischen Vodicc :md Saleano richtete. Alle Anstrengirrrgen des Angreifers blisven erfolglos. Er vermochte nrcht einen Fuß breit Boden zu gewinnen.

Am Vormittag führte der Gegner seine Massen zweimal gegen den Monte Santo zum Sturnr. Der erste Angriff brach, che er sich zu zeigen vermochte, in unserem Vernich­tungsfeuer zustrmmM. Beim zweiten bahnten welsche Ab­teilungen in der Nähe des Klosters Monte Santo den Weg in unsere durch Trommeiftuer zerschoss?n.en C-räbeu. Un'erc braven Truppen, unter ihnen Marburger Landsturm, trieben den Fein?) im Gegenstoß mit dem Bajonett zrlrück. Am AberÄ setzten die Italiener, auf Artillerievorbereitung ver­zichtend. zu einem breitangelegten mächtigen Angriff an, der sich diesmal gegen den ganzen Abschnitt V o d i c e M o n t e Santo richtete. Bei Vodice gelang es den Sturmkolonnen, unter schweren Verlusten der: Höhenkau'.w zu erklirnmen. Das altbewährte Jnfanterie-Negiment Nr. 41 warf sich aber ganz auf den überlegenen Gegner und zwang ihn im er­bitterten Händgemenge zur Flucht. Die gegen den Monte Santo angefetzten italienische::: Divisionen wurden schon durch unser Geschützfeuer in ihre Gräben zurückgejagt.

Die gestrigen Kämpft braärten über 260 Ge­sa ng e ne und vier Maschinengewehr^ ein.

Die überaus mannigfaltige Krregsgliederung unserer Karsttrirppen ermöglichte es nicht, heute schon jeden einzelnen der Truppenverbände, die sich mn den Erfolg des Tages be­sonders verdient gemacht haben, nach Bezeichnung rmd Bodenständigkeit hervorzuheben. Unsere Flieger Aben in den Luftkämpfen fünf italienische Flugzeuge ab­geschossen.

Auf den übrigen Abschnitten der Südwestfront ist nichts BesorDeres zu melden.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, FeLmarschalleutnant.

* * *

Die Köpfe im Westen.

Berlin, 21. Mm. (WTB.) Süblich der Scarpc wurden die am 20. Mai morgens gemeldeten A n g r i f f e mit starken Kräf­ten auf der ganzen Front beidersests der Straße ArrasCambrai unternommen. Sie kamen in unseren: Vernichtungsfeuer in der Hauptsache über die ersten Anfänge nicht hinaus. An einzelnen Ab­schnitten wurde:: sie schon durch daS auf deutlich erkamcte feindliche Sturmtruppeir liegende deutsche Feuer erstickt. Nur in der Gegend von Croisilles gelang es einer Mrscheiverrd frisch eingesetzten eng^ lischen Division, sich in Kompagniedreite in ucherem vordersten GraSer: festzusetzen. Englische Sturmtruppen, die weiter vorzudringen versuchten, wurden verjägt und vernichtet, zwei Offiziere und 43 Mann gefangen und drei Maschinengewehre erbeutet. Den morgeils errungenen Erfolg versucksten die Englä:we:1 am Nachmittage ausznÄcmen. Sie griffen mehrfach, an einzelnen Stellen bis zu fünf Malen, in nrehrerei: Wellen in DiivisionSvreite cox, wurden aber, wo sie eindra:rgcar, hinausgeworfeir. Nur eine sich- westlich voi: Fontaine nach Westen vvrspringende Ecke unserer Grabenstellung von geringer Breite blieb in ihren: Besitz. (An abendlicher feindlicher Vorstoß aus dem von wrs fteiwillig auf­gegebenen Bullecourt scheiterte

Starkes Feuer lag wieder auf St. Q u e n ti it , dessen Kathe­drale 12 Treffer erhielt.

Im Raume der A is n e - F r o n t scheiterten bereits am Mor­gen in unseren: Infanterie-, Maschinengewehr- u:w Artilleriefeuer französische Teilangriffe in der Gegend von Laffaux. In der Gegend der Hurtebise-Fe. ivnrde unsere Stellung planmäßig nach kurzeo ivirkjämer Artülerievvrbereitrmg in etwa 200 Meter Breite vor­geschoben, wobei eine Gruppe von Gefangenen und seck)s Maschineir- gewehre in unsere Hand fielen. Am Nachmittag erfolgte:: drei stärkere seinfdliche Gegenangriffe, die ebenso wie wei­tere heftige abendliche Angriffe mit schwersten Verlusten für die Franzosen teilweise im Ha:ck>granatenkampf nbgewiiesen wurden. Ein im Anschluß an diese Unteriwhmung nach heftiger Artillerievorbereitung zur Verbesserung unserer Stellung gleickfb falls von Bayern unter::ommener Vorstoß setzte uns aus der 5)öln nordivestlich des Bevelle-Plateaus in den Besitz feindlicher GrcMn. In heftigen Kleingefechtcn uiü> hartrckickigen L»andgranatenkämpfe:t wurden die eroberten Grabe:: gegen alle Gegenangriffe gehalte:: und etwa 50 Gefangene und drei Masckfinenigewehre eingebracht.

Kurz vor Mitternacht stürncken am 20. Mai Truppe:: der Pro­vinz Posen in der Gegend :wrd)oestlich von Braye tue vordere feindliche Grabeuliifie in einer Breite von 200 Meter. Auch hier Mieft eine Anzahl Gefangener in unserer Hand.

Während sich in der Gegend von Reims das ArMeriefeuer in mäßigen Grenzen hielt, steigerte sich das tagelange fianzösffche Zerstönrngsfeuer gegen unsere Höhenstellungen in der westlich^n^ Eha'.npagne am 20. vormittags zum heftigen Svirmreiffchießen. Um 4 Uhr '.mchmittags ging der Feind mit starken Kräften gegen unsere Höhensicllungen :wrdlich von Prosnes, vom Carnillet Ks znm Poehlbcrg, zum Angriff vor. Im ersten Anprall gelang es de:: Franzosen, die Höhen zu besetzen Der Gegenstoß unserer Re­serven, die schon seit langer Zeit unter schwerste::: Feuer ausge-- halten hatten, entriß dem Feind unter Kämpfen größter Erbitterune einen großen Teil seines Gewinnes. Die anfänglich verloren ge­gangener: 5)öhen H o chber g nick» Poehlberg wurden znrlück- erobert und gegen mehrere starke Angriffe, bei denen die feind­liche Infanterie durch unsere Artillerie schwerste Verluste erlitt, gehalten. Eine größere Anzahl von Gefangenen und einig" Aiaschinengcwehre rmirden bei diesen Kämpfen eingebracht. Zwe andere Höhen, der Eornillett- und Keilberg, blieben, wie gemeldet, im Besitze des Feindes.

In der Gegend von Verdun verstärkte sich am 20. tagMbe: die Artillerietätigkeit und hielt auch stellenweise bis zum Mend .an, um in der'Nacht abtzustauen.

Amerikaner an der Westfront.

Londvn, 20. Mai. (WTB. Nichtcuntlich.) Das Neuter> fche Bwrom: erfährt vo:: der an:eriraursche:: Botschaft, daß eure reguläre aruerikanische Divisio:: unter dem Befehl des Generals Perching sobald als ruöglich nach Frankreichs ab­gehen wird. Die Drvlisiou !vird auf neun Regin: enter Pw- niere verstärkt, die -urllängst für den Dienst in Frankreich ansgehoben worden sind.

Washington, 20. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) An:t- lich wird verlautbart: 2600 Seesoldaten werden die anreriöanische Division nach Frankreich begleiten.

Rott/erdam, 21. Mai. (WTB. Oftchtamtlich.)Dailtz Telegraph" meldet ans Mw Aork vom 20. Mai, daß die Elrtsendung der amerikanischen Division unter dem Kommando des Ge::erals Ferching nach Franlr-eich als Demonstration gedacht ist, um der Welt zu zeigen, daß die Amerikaner wirtlich kämpftu ivollen, und um in der Be­völkern:^ der Bereinigten Staaten die Kriegsbegeisbernng zu stärken. Der Beschluß zur Entsendung der Division wurde auf Anregung Josf res gefaßt. In OfsiziersL^isen in Washington ist er viel auf Widerstand gasroßen, da man glaubt, daß Amerika vorläufig seine reguläre Armee bis zum letzten Mann selbst braucht. Der Beschluß der Re­gierung, die ersten 500 000 Main: der neu aufzustellenden Ar:uee toegen Rtangel an nnlitärischeu Ausrnstimgsgege::- stäichen nicht vor September einzuberufen, stößt auf ziem­lich scharfe Kritik. Die Regierung will offenbar versuchen, zuerst die reguläre Annee und die Atiliz dirrch Freiwillige auf die nötige Stärke zu bringen und erst dann die Dienst­pflichtigen aufzurusen.

Die Revolution in Rutzlanö.

Fürst Lwow über die Fortführung de» Krieges.

Petersburg, 20. Mai. (WTB.) Meldung der Petersburger Egrapheu-Agenturi M:nisterpräside::t Fürst Lwow l)at Ver­tretern der Presse folgende E r k l ä r n :t g c n gemacht:

Als die vorläufige Regierung gebildet würde, lehnten die sozia- lffllschen Parteien den Eintritt in diese ab, indem sie erklärten daS Programm der vorläufigen Regierung zu billigia: imb zu unterstützen. Diese Parteien gründeten ihr eigenes Organ, immlich den Arbe:ter- und Soldatenrat, der die Arbeit der Regierung kontrollieren :md sie mit seinem ganzen Ansehen bei der Durchführung des von der vorlmifigen Regierung verkündeten Programms unterstütze:: sollte. Jndess«: nahm dieses Kontrollvrga:: mehr und mehr, den Charakter eines Verwaltungsorgans an, und die vorläufige Regierung sah sich Anweisungen gegenüber, die fi'

^lassen hatte. Die Folgen dieser Politik machten sich als- bald fühlbar. In der Tat sank die Ka mpfkra ft des Heeres bis an den Rand des Ab g rundes , und überall wurden Anzeichen der Anarchr e bemerkt. Gleichzeitig blickten :msere Bundesgenossen besorgt auf ims, während unsere Feinde uns einen Blick unerhörter Schad^nsveude (mochincete' joyeuse) zuwcrrfe::, und schon haben neuerlich unsere Gegner uns grausam be­leidigt, iiidem sie m:f die Vköglichkeit eines Sonder­friedens anspielten. Heute erivartet die neu zilsammengcsehte und durch das Vertrauen 'des Volkes starke Regierung, daß alle ihre Handlungen vollständig gebilligt und mrsgeführt iverden, sowie daß allen ihre:: Anwersungen wie denei: ihrer Vertreter getreulich ge­horcht wird.

Tic n«:e Regierung hat eine große allgeineine Aufgabe tx)r sich', nämlich so schnell wie nwglich das in Unordnung gmUcTK» Leben des Landes wieder aufzubaue::. Tie Regierung betrachtet a\x ihre Ausgabe die Erstarkung der bewaffneten Macht, die ein Höchstmaß an Kampfkraft besitzen nmß, sowohl zur Ber>