Die Richtlinien der neuen Regierung in Rußland.
Petersburg, 19. Mai. (WTB.) Welduns der Petersburger TÄ-egrvphenag-entur. Die neu zusammengesetzte ?^? -.?Esor i s ch e Regierung hat folgere Erklärung veröffenijHcht:
Tie neu zusammengesetzte und verstärkte provisorische Re- g,erung erklmc durch die Vertreter der revolutionären Demokratie, W. >re tatträfttg die Gedanken der F-reiheit, Gleichheit und -üurderkchkielt verwirNichen wird, unter denen die große russische Revolutton geboren wurde. Die Einheit der provisorischen Regierung beacht ans den folgenden Grundlagen ihrer künftige:: Dätt grell.
In der auswärtigen Politik lehnt die provisorische Reg^rung in Uebercmstimmung mit dem gesamten Volke, jeden Gedanken an einen Sonderfrieden ab mrd setzt sich offen als Ziel, die Wiederherstellung eines allgemeinen r ^ e d e ns , der weder eine Beherrschung anderer Völker, noch eine Beimlagnabme ihrer nationalen Güter, noch eine gewalt- fame Aneignung von Gebieten nnd Entschädigungen auf der Grund- lage des ^elbstbeitrmmungsrechtes der Völker verlangt. In der sesten Ueberzeugung, daß der Fall der zarischen Regierung in Rußland nnd du Beseitigung der demokratische Grundsätze in der inneren nnd äußeren.Politik für die alliierten Demokratien neue ?emuhuugen für eine* dauerhaften Frieden und die Brüderlichkeit der Bolter ge?et>afsen haben, wird die provisorische Re- gierung L ch r r tterinterneh men, umein Abkommen m^t den Alliierten auf der Grundlage der Er- klarung vom 9. April vorzuber eiten. Üeberzeugt davon, daß eine Niederlage Rußlands und seiner Mliierten nicht nur eme Quelle des größten Unglücks für das Volk wäre, sondern auch den ..Wschlutz eines Weltfriedens auf der oben erwähnten Grundlage lun aus schieben oder unmöglich machen würde, glaubt rne p^visornche Regierung, daß das Revolutionsheer Rußlands f-VJI 1 ^ ten werde, daß die deutschen Truppen unsere west-
^Uliwkelt Zernichten, um sich dann aus uns mit der ganzen Aiacht ihrer Wagen zu werfen. Tie Stärkung der Grundlagen der
o* r a t: n e r u n g des Heeres und die Stärkung seiner militariichen Macku sowohl der Offensive wie der Defensive werden me Wichtigsten Ausgaben der provisorischen Regierung bilden.
^:e provisorische Regierung wird entschlossen und Unbeugsam gegen die wirtschaftliche G e s e tz l o s: o ke i t des ^anoes anrampfeir. Sie wird eine planmäßige Aufsicht der Re- grerung und der sozialen Kreise über Erzeugung, Transport, Aus- raufcy und Verteilung der Erzeugnisse einrichten und wird nötigen- fatls zu nner Organisation der Erzeugung schreiten. Maßnahmen zrun völligen Schutze der Arbeit werden tveiter kraftvoll ent- wickelt iverden. o.ft Frage der Verteilung des Landes
der konstituierenden Versammlung zur Regelung überlassen b-.eiben, ^re vorläufige Regierung wird die vorbereitenden Arbeiten hierzu m Angriff nehmen und alle nötigen Maßnahmen ergreifen um eine möglichst große Erzeugung der für das Land notigen Körnerfrüchte zu sichern und die Bestellung des Landes im Interesse der Volkswirtschaft und der arbeitenden Klassen zu ^1td)t, das F i n a :t z w esen aus demokra- nfcher Grundlage lang,am umzugestalten, wird die vorläufige Regierung der Stärkung der direkten Besteuerung der besitzenden Klassen Erbschaftssteuer, Besteuerung der außerordentlichen Kriegs gewinne, ^hes Besitzes usw.) ihre besondere Aufmerksamkeit zu- »vendm. -t.re Arbeiten zur Einführung und Stärkung der demo rralisa>en Organe der Selbstverwaltung werden mit aller Aus Daun- und Schnelligkeit fortgesetzt werden. Die vorläufige Regie ' rung wird außerdem alle Anstrengungen darauf richten, die ver rassung gebende Versammlung so schnell als mög Ilch nam Petersburg e i n z u b e r u sen. Indem sich die provisorische Regierung die Verwirklichung des obengenannten Programms entschlossen zuM Ziele setzt, erklärt sie entschieden, daß eure fruchtbare Arbeit nur möglich ist unter der Bedingung des vollen und unumschränkten Vertrauens in das gesamte revolu- tionarc Volk und der Möglichkeit, wirklich die volle Fülle der Gewalt auszuuben, die zur Befestigung der Eroberungen der Re- volutwn Utid ihrer späteren Entwicklung so notwendig ist.
Indem fie an alle Bürger den entschlossenen nnd dringende:: 5? -rl*? 11 J^terbakung der Gewalt richtet, die von der pro- vrforischen Regierung verwirklicht worden ist, erklärt sie, daß sie zum Wohle des Vaterlandes die t a t k r ä f t i g st e n Maßnahmen gegen alle Versuche einer Gegenrevolution sorvie gegen ungesetzliche gewaltsame und anarchistische Handlungen ergreifen wird, die das Land zersetzen und den Boden für eins Gegenrevolution oorbereiten. Die provisorische Regierung glaubt, daß f:e auf diesem Wege die entschlossene Unterstützung aller haben
stürzten Kaiserhauses, die zurzeit nc-ch hesangeingehalten werden, nur das aktive und nicht das passive Wahlrecht erhalten. Loslösuttgsbesirebrrrrgen der Ukraine.
Kopenhagen, 19. Mai. (WTB.) „Berlingske Tidende" Petersburg: Das Blatt „Rabotschaja" warnt in einem Leitaus,atz vor den Loslösungsbestrebungen der Ukraine und schreibt: Es kommen beunruhigende Nachrichten au t tt fra * ne - drach dem Bericht lder Kommissare des Arbeiter- uni) ru urteilen, sind die föderalistischen Bestrebun
gen ,ehr stark. Sie bezwecken eine vollständige Loslösung von Ruß land und die Einberufung erner unabhängigen konstituierenden Nationalversammlung der Ukraine.
wird denen die Freiheit Rußland teuer ist.
o*~Jr ¥ 9 * n b K Unterschriften des Ministerpräsidenten Fürsten Lwow und der anderen Minister.
Pctrrsburg 2.9. ffllat. (SBSE8.) Mrldung der Peters- burger Telegrap^n-Ageiitur. Die Regierung hat die Schgsfnng A^nnterieil für Arbeit. Post und Telegraphen und für offc.itilche Hilfeleistung befohlen.
Petersburg 19. Mai. (®£8.) MeLuug der Petcrs- ^irgcr Lelegravren Agentur Ter Rat der Arbeiter- und Zivlvpten Vertreter hat in seiner Vollsitzung satz. ein» stimmtg eine Ent,chlreßung angenommen, die der neuen Re gi.eruug,das Vertrauen des Rats ausspricht. Die zu dieser ^wun^: erschienenen Ncmrster waren Gegenstand lebhafter Kund-
Eiu Erlaß des neuen KrregsmrnifterS.
Petersburg, 19. Mai. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Der neue Kriegsminister K e r e n s- kif hat folgenden Tagesbefehl erlassen: ,
Das Vaterland ist in Gefahr, jeder muß sie nach seinen .Kräften abznwenden suchen .Kem Rücktrittsgesuch seitens höherer Kommandostellen, das dem Wunsche entspringt, der Verantwortlichkeit rn diesem so ernsten Augenblicke zu entgehen, tmrb von mir an- genommen. Den Deserteuren wird befohlen, bis zu dem schon
Ein Aufruf WilsonS.
5.- Washington, 20. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu berschen Bureaus. Wilson erließ einen Aufruf, der die allgemeine Eintragung zmn H e e r e s d i e n ft für den 5. Juni vorsieht und u. a. sagt: Die Völker stehen heute in Waffen, aber d^e Zuruckbleibendeii, Landmann und Arbeiter, sind nicht weniger als ein Teil des Heeres in Frankreich als die Leute unter der Kriegssahne. So muß es auch bei uns sein. Wir müssen das Volk für den Krieg vorbereiten und formen. Das Volk :nuß eine zuscun- menhängende Front gegen den gcmciufamJen Feind dar stellen. Alle mühen ein Ziel verfolgen. Die Nation braucht alle Männer, aber sie braucht jeden Mann an einem Platz, wo er am besten dem Allgemeinwohl dient. Die ganze Nation muß eine Truppe sein, m der federmann die Rolle spieleti muß, die ihm am besten liegt.
Kongreß hat Vorsorge getroffen, daß die Nation für den Dienst in Klaffen eingeteilt wird, um jeden Mlann aus den Platz zu stellen. Liif dem er am besten dem Allgemeinwohl bienen kann.
Bern. 20. Näai. (WTB. Nichtamtlich.) „Petit Parisien bringt aus Washington eine Soirdermeldnng, wonach das Kriegs departement die Einberufung der Nationalgarde an- güvrdnet hat. Diese soll am 5. und 20. Juli nnd am 5. August ernrücken. Ferner fat das Kriegsdepartement die Beschaffung von 25 000 Pferden und Mauleseln im Werte von 100 Millionen Dollars angeordnet.
Ern neuer Feind.
Washington, 18. Mai. (Priv.-Del.) Das Reutersche Bureau meldet: Die Republik Honduras hat die Beziehungen zu Deutschland abgebrochen.
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England nnd Sondersriedensgedanken.
B e r n , 20. Mai (WTB. Nichtamtlich.) Im englischen Unter hause et (/'dt Brpoe am 14. Mai die Regierung um erne Erklärung, daß> fte fliicht beabsichtige, mit Oesterreich- Ungar::, Türkei einen Sonder-
fri t den tzu schließen. Brpeo betonte dabei, daß Oesterreich inl erster Linie für den Krieg verantwortlich sei. Es habe die Serben auf des grauenhafteste behandelt. Sonar Law lehnte die Erklärung ab mit der Begründung, kein Schlag würde die Fernde^ Englands, die sich vergeblich bemühten, die Alliierten zü entzweien, schwerer tveffen, als wenn einer ihrer Bundesgenossen attrüimig gemacht würde.
Seltene Auszeichnung eines Regimentskommandenrs.
Berlin, 20. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kom- ^ndeur des 4. niederschlesischen Infanterie-Regiments 51, Oberstleutnant S ch w e r ck, erhielt vom Kaiser das E i ch e n - ^aub zum Orden Pour le merite. Bisher erhielten diese hohe Auszeichnung während des Krieges fast nur Armeeführer oder kommandierende Generale. Die Verleihung des Eichenlaubs zum Pour le msrite an den Kommandeur des Regiments 51 bedeutet eine Auszeichnung nicht bloß der Persönlichkeit, sondern des ganzen Regiments, welches in den letzten schiveren Kämpfen bei Arras gleitti Hervorragen- des leistete. Leider wurde der Kommandeur des Regiments an dessen Spitze schwer verwundet, so daß ihm ein Bein abgenommen werden mußte. Er befindet sich zurzeit noch im Lazarett hinter der Westfront.
angekündigten rückzu kehren, bestraft.
Tagendem 28. Mai, zum Heer und zur Flotte zu-- Alle, die me Anordnung übertreten, werden streng
Die Partei Miljukows.
Petersburg, 19. Mai. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegvaphenagenttrr. Im Taurischen Palast fand im Zimmer des Dumapräfidenten unter dem Vorsitze Rodsjankos eine private Beratung von Mitgliedern der Duma statt, bei der ^ut.chkow und Milfukow, von lebhaftem Beifall begrüßt, ihre Grunde darlegten, die sie zum Rücktritt veranlaßt haben Dre Beratung schloß mit der einstimmigen Annahnie folgender Entwstießung:
Mitglieder der Duma erinnern die vorläufige Regierung in dem Augenblick m dem sie sich reorganisiert, eindringlich daran, Daß di» Grundlage ihrer auswärtigen Politik, insbAondere die ^Zrage von Krieg und Frieden, ebenso wie vorher die vollkommene irnveränderlick>e Treue gegenüber den t a v s e c e n B e i* b ü nieten Rußlands sein muß, denn die Lebensinteressen und die Ehre Rußlands find eng mit dieser Treue verbunden.
London, 19. Mai. (WTB.) Die „Morning Post" berichtet aus Washrngton vom 18. Mai: Der russischen Regierung - wurde zu verstehen gegeben, daß ihr, wenn nötig, weitereKre- d r t e zur Verfügung gestellt würden, wenn siekeinenSonder- srieben schließe und das Geld ausschließlich zu militärischen! Zwecken venvcnoe. sollte Rußland ohne Zusttmmung der Alliierten und 2lmerrkas einen Frieden schließen, so würde diese finanzielle Vereinbarung sofort außer Kraft treten.
Tie in Ausficht stehende Nationatversammlung.
Kopenhagen, 20. Mai. ^WTB. Nichtamtlich.) „Politiken" Meldet aus P e t e r s b u r g: Ir: Reaierungskreisen herrscht die An- sfckn. dap. die verfastungsgebende Nationalversammlung ^äunens am l Oktober wird zusammentreten können. Die Borb -eitungen^ sind bereits im vollen Ganlge und werden von.' em.m Ausschuß geleitet, der von der Regierung ernannt w::rde tmb tn oem alle Parteien vertreten sind. Das aktive und passive Wahlrecht ^holten alle Bürger über 20 Jahre. Dres gilt auch für die Farmlie Romaiww, doch werden diejenigen Mttglieder des ge-
seekrleg.
Ein Borpoftengefccht an der ftaudrifchen Küste
Berlin, 20. Mai. (WTB. Amtlich.) Am Morgen des 20. Mar kam es vor der flandrischen Küste zu einem kurzen Vorpostengefecht zwischen deutschen und französi- f ch e n Torpedobooten. Der Gogrrer erhielt mehrere Artillerietreffer. Unsere Boote kehrten ohne Verluste und Beschädigungen zurück.
Der Chef des Admivalstabs der Marine. Drei russische Flugboote bei Konstantza abgcschoffen.
Berlin, 19. Mai. (WTB. Amtlich) Am 18. Mai nttags erfolgte ein Angriff von d rei russischen Flugbooten auf Konstantza. Dank sofort einsetzen der Abwehr durch deutsche Soeflugzeuge und Artillerie kam nur eines dieser Flugboote bis über die Stadt und warf Bomben ab. Schaden wurde rricht angerichtet. Bei der Ver folgung des Feindes gelang es unseren Seeflug zeugen, alle drei Flugboote abznschießen. Eines davon wurde, gering beschädigt, samt seinen Insassen eingebracht, von einem weiteren die Besatzung gefangen genommen Gleichzeitig griffendentsche SeeflugLeugefeind. liche Kreuze rund Zerstörer an, die erne Beschießung der Küste von Mang alia versuchten. Auf einem Zerstörer wurden mehrere Treffer erzielt. Trotz heftigen Abwehrfeuers nnd Luftkanrpfes mit neu aufgestiegenen feindlichen Flugzeugen sind u n se re Flu g zeu ge w oh l be h al t e n zurück gekehrt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die zunehme»tde U-Bootbeute.
Berlin, 19. Mai. (WTB. Amtlich.) Nach endgültiger Feststellung sind im Monat April an Handelsschiffsraum insgesamt 1 091 000 Bruttoregistertonncn durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte vernichtet worden, darunter 822 000 Brnttoregistertonnen feindlichen Schiffsraums und von diesem 664 000 Brutro- registertonnen englisch. Hiervon wurden 80000 Bruttoregistertonnen von „U 55" (Kommandant: Kapitän- leutnant Arnaulddela Periöre) während einer Unternehmung versenkt.
Seit Beginn des uneingeschränkten U-Bootkricges sind insgesamt 2 772 000 B r u t to r e g i stc r to n- n e n Handelsschiffsraum inflge kriegerischer Maßnahmen der Mittelmiichte verloren gegangen. Davon waren 1 707 000 Brutto reg istertonnen englisch.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Neue Erfolge zur Sec.
Berlin, 19. Mai. (WTB .Amtlich.)
1. Unsere in den Hochseen kreuzenden Torpedoboote trafen in der Nacht vom 17. znm 18. Mai einen größeren, von England kommenden, durch Zerstörer geleiteten Dampfer, versenkten ihn nnd beschädigten einen der Zerstörer durch rnehrere Mtillerietresfer. Sie kehrten darauf wohlbehalten in ihre Stützpunkte zurück.
2 . Neue U-Boo t e r f o lg e im Atlantischen Ozean und englischen Kanal: 8 Dampfer, 2 Segler, ein Fischkutter mit 2.3 00 0 Br utto r eg r ste r to n nen.
Unter den versenkten Schiffen befanden sich - der be
waffnete englische Dampfer „Sowwell" mit 6lD Tonnett Eisenerz nach Glasgow; die englischen Dampfer „Broom^ hrll"^ (1392 Bruttoregiftertonnen), „Helen" (1322 Brutto- reg lsterto nnen), „Derrirnore^' (485 Brutto registertonnen), die englischen Segler „Athole" u:rd „Burrowa", der englische Fijchdampfer „Kitty", von dem Kapitän und Maschinist; gefangen eingebracht wurden; der bewaffnete französische Dampfer „Nelly" (1868 Bruttoregistertonnen) mit einep Ladung Wein von Oran irach Ronen; der bewaffnete italie- „Giovannina" (3030 Bruttoregi ster to n: ten) ”^l e 0i nert nach Liverpool und ein größerer Dampfer mit Weizen nach England; ferner ein unbekannter bewaffneter Frachtdampfer.
Der Chef des Admiralstabs der Marine. Berlin, 20. Mai. (Amtlich.) Wiederholte Versuche russischer Flieger, von Lebara aus Oesel aus die Tätigkeit intferer Borpostenboote zu stören, führten am 18. Mai zu Luftkämpfen, bei dene:: es zweien unserer Meger gelang, je ein feindliches Flugboot znm Mstttrz zu bringen.. Außerdem wurde einwaiidfrei beobachtet, daß zwei feindliche Flugzeuge sich ramniterr und senkrecht abstürzten.
Eine rMrdlich der Wugstation Lebara befindliche russische militärische Anlage wurde von einem deutschen Luftschiff, als es von dort aus beschossen wurde, mit Bomben belegt.
Neue U-Bootserfolge im Atlantischen Ozean: 20300 Bruttoregistertonnen. Die Ladmrg der versenkten Schiffe bestand größtenteils aus Kohlen von England und Eisenerz nach England.
Der Chef des Admrralstabs der.Marine. Requirierung neutraler Schiffe durch England.
L o n b o n ;19. Mai. (WTB.) Das Reutcrsche Bureau erfahrt^ daß dre britische Regierung mit Rücksicht auf den Schutz der brupchen Interessen sich das Recht Vorbehalt, neutrale Schisfe, in deren Besitz ein größerer Betrag britischen Kapitals jteckt, zu reg u i x i e r cn , da es unmöglich ist, die britischen Jnter- epen zu schützen, solange solche Schisse unbewaffnet unter neuttaler Flagge fahren.
Der amerikanische Schiffsraum.
Washington, 19. Mai. (WTB.) Meldung des Ren- terschen Bureaus. Der Senat hat einen Zusatzmitrag zum K^egshaushalt gebilligt, der 400MillionenDollars zur sofortigen Erwerbung einer Handelsflotte vorsieht.
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M a d rid, 14. Mai. (WTB.) Verspätet eingetrossen. Funk- spruch des Vertreters des Wiener Korr. Bureaus. Nach vffizrellen m den Blättern veröffe:itlichten dJMbimoitn torpedierte am 11 4 APprl etn Unterseeboot bei Dortosa den bewaffnet en sran-' zowschen Pvstdamp fer „Medjerda", auf dem Wegs von Oran nach Port Vendres. Der Untergang des Schiffes erfolgte unerwartet und plötzlich. Die an Bord besindlick>en 450 Manu ol o nraltr uppen sind fast alle umgekommen. Vorgestern verlenkte das U-Boot nach einem kurzen Kämpft bei Tortostv den bewaffneten mgl. Dampfer „Zamvni" (6000To) mit 5000 sonnen Kohlen von New Castle arach GOrua. Der Wert des ^Schiffes wmt der Ladung wird mit drei Millionen Pesetas eingeschätzt
derselben Gegend versenkte das U-Boot den griechischen Dampfer „Sephosra" mit 2000 Sonaten Schwefelsäure und 900 Tonnen Kohlen von Valencia für Frankreich bestimmt.
Nach einer Erklärung des Ministerpräsidenten mutbeit zwer spanpche Zerstörer zur Beivachung der Küste -wischen Bilbao omb der französischen Grenze entsendet.
In der Nähe von Cartagena ist gestern der italienische Paket- dampfet „Re Vittoria", mit gemischter Ladung von Genua, für Buenos Arres bestimmt, gestrandet. In derselben Gegend erlitt der ttaltemsche Segler „Sainte Anne" Havarien. Wegen, Maschmenhavarte lief gestern der italienische HLfskreuzer „U nt-^ b e r t o" in Begleitung von zwei italienischen Dcttnpfern in Borcs- lona ent.
Eine Meldung des „ABC" zufolge, trat tu (Ban SebchUmt die Mannschaft des vor 14 Tagen von einem Unterseeboot in der Nahe der englischen Küste versenkten spanischen Mineraldantpfers „A l l u- men di" ein. Nach Alussagen der Mannschaft Lomnren in Cardift täglich ^chifsbrücknge aus aller Herren Lärüier an. Die englischen^ Zerstörer verlassen aus Furcht vor den Unterseebooten kaum noch die .Heimathafen; im Aermelkanal ist kein englisch^- Kriegsschill zu sichten. Die Wirkung des verschärften U-Boot> krteges macht sich in England so stark fühlbar, daß rn Cardift und London die Seeleute Hunger leiden.
Madrid, 18. Mai. (WDB.) Meldung des Vertreters des Wiener Kvrr.-Bureans. Einer Mitteilung des ,^ntpareial" zn- folge ist neun Meilen nordöstlich von Valencia dar franzvfische Segler „Gravinoise" (270 Tonnen), nrit einer Wein- und Orangeladung von Alicante nach Marseiile unterwegs, von einem:' Unterseeboot versankt worden, ebenso südöstlich von Almeria der italienische Segler ndependerti" (183 Tonnen).
.Rotterdam, 19. Mai. (WTB.) Im englischen Oberhaus« erklärte am 10. Mai Lord Meath, daß der Dampfer „Rotor ua", ein Schiff von 11140 Tonnen, am 22. März im Kanal versenkt worden ist. Der Dampfer hatte hunderttausend Stück geschlachtetes Vieh und andere Nahrungsmittel an Bord. Er landete in Plymouth 250 Passagiere und fuhr nach einem anderen Hafen, um seine Ladung M löschen. Dabei wurde er von einem deutschen Tauchboot torpediert.
Rotterdam, 20iMai. (WTB. Nichtamtlich.) Nach denr „Maasbode" sind folgende Schiffe verseitkt worden: „Alu Mendi" (2104 Tonnen) aus Bilbao und „Zanoni" (3900 Tonnen) aus Lon- don. Folgende Schifte werden vermißt: „Ava" aus Glasgow, Bola" aus Liverpool und „Marie".
Dmuiden, 20. Mai. (WTB. Nichtanttlick>0 Der niederländische Motorschonrr „Annetta", der nnt Stt'ickgüter nach Havre fuhr, wurde von einem derttscheit U-Boot versenkt.
Der niederländische Dampfer .,Batjan" wurde auf der Heimreise von New York von einem detttsä-en U-Boot durch Schüsse angehalten. Nachdem sich heraus gestellt hatte, daß der Danrpftr sich :m freien Fahrwasser befand, durfte er seine Reise nach Dmuiden fortsetzen.
K r i ft i a n i a, 20. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Trosoe- bladet" meldet, hat ein deutsches U-Boot vor zwei Wöckien einen, englischen 7000Tonnen>-Kohlendampfer im Hasen von Ällexandrolv versenkt. Das U-Boot streute Mmen im.Aiel> wasser, wodurch den russischen Wachschiffen die Verfolgung unmöglich gemacht wurde.
London, 19. Mai. (WTB.) Amtliche Meldung. Am 15. Mal wurde der britische Dransportdampfer „Camero- nia" mit Truppen an Bord im östlichen Mittelmeer von einem feindlichen Unterseeboot torpediert. Ein Offizier und 128 Mann von dem Transport und zwei Offiziere und neun Mann von der Besatzung werden vermißt.
Aus dem Reiche.
Aufhebung des Enteignungsgesetzes in Preußen.
Berlin, 19. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Ein dem Landtag zugeganqener Gesetzentwurf zur Aufhebung der Bestimmungen über die Enteig- nungsbesug nisin den östlichen Provinzen besagt: Die Paragraphen 13 bis 22 und die Artikel 1 und 10 des Gesetzes ilber die Maßnahnum zur Stärkung des Deutschtttms in den Provinzen Westpreußen und Posen vom 20. März 1908 werden aufgehoben. Die Begründung lautet: Das dem Staate in dem § 13 des Gesetzes über t»ei


