Ausgabe 
21.5.1917 Erstes Blatt
Seite
3
 
Einzelbild herunterladen

DüaßTmhnlen ©tfirfuijn des Deutschtunrs in

1908 verliehene Riecht/ in den Bezirken, in denen die Siche­rung des geführdeterr DentschdmnA nicht nnders als durch Stärkung und Abrundung deutscher Niederlassungen mittels Ansiedelungen Möglich ersckwftrtt, hierzu die er forderlichen Grundstücke in einer Gesamtfläche von nicht mehr als 70000 Hektar im Wege der Enteignung zu erwerben, ist bisher in: Laufe von neuen Jahren nur auf Grund einmaliger Entschließung im Herbste 1912 auZgeübt worden. Äon der Enteignung wurden vier Güter von im ganzen 1655 Hektar Iketvofsen, die in den Besitz der An sied lungskmnm ission übergingen. Bon diesen Falten abgesehen, war die Wrsiede-- lungskommission bestrebt, die ihr gesetzlich obliegenden Auf­gaben ohne Inanspruchnahme des Enteignungsrechtes zu erfüllen. Im ganzen besiedelte sie seit 1908, ausgenommen die beiden letzten .^Iriegsjahrc, eine Fläche von 105 671 Hektar und. schuf 8066 ländliche Stellen daraus. Mit Rück­sicht hierauf erachtet cs die Staatsregierung für unbedenk­lich und int Hinblick auf die durch den Krieg und die Kund­gebung der verbündeten Kaiser vom 5. November 1916 ge­schaffene politische Lage für begründet, auf die Anwendung der Enteignung nach dein Gesetz von 1905 künftig zu ver zichten und diese Gesetzesvorschrift förmlich außer Kraft zu setzen.

Die Rheinregulierung.

Karlsruhe, 19. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die Zweite Kammer verlwndelte l)eute über die Frage der Oberrhein-Regulierung. Der Minister dev Innern v. Bodman betonte den imügen Zusammenhang der Wasser- krastfrnge mit der Frage der Schiffbarmachung des Ober- rheins, erinnerte an die anfänglichen Widerstände, die sich in Elsaß-Lothringen gegen hie Strecke Straßbnrg-Basel er­hoben haben, und bemerkte, daß der Wettbelverb zur Er­langung eines Projekts infolge des Krieges zu keinem Er­gebnis führen konnte. Das Reich habe sein Interesse an dem Werk dadurch bekundet, daß es eine Studiengesellschast in Form einer G. m. b. H. vorschlug, der uebeu den Uferstaatcn airch Preußen, Bayern. Württemberg und Hessen sowie einige große Firmen angehösveu sollen. Daß sich das Mich der Sache annelstwe, sei erfreulich, doch habe die badische Regierung Bedenken gegen die. vorgeschlagene Studien- gesellscl-aft und zwar wegen der Gefahr, überstimmt zu werden. 'Den Kernpunkt seiner, des Ministers, Borschlüge bilde deshalb das Vetorecht der badischen Regierung Elsaß-Lothringen habe sich dem badischen Standpunkt im wesentlichen angeschlossen. Recht schwierig lverde die Finan­zierung des Werkes sein.

Airs Stadt und Land.

D ießen, 21. Mai 1917.

Zur KartoffclauSsaat.

Vom Lebeusmittelamt wird mitgeteilt:

2Lachdem nun rroch ein Waggon Saatkartofseln aus iltorddeutschland angekvmmen isp wird die Ausgabe der Saatkartoffeln bei dem Kartoffclhändler Löbsack gegen Bezugsscheine fortgesetzt. Wir mackuni jetzt auf die schönen Kartoffelstecklingspflanzen aufmerksam, die bei den hiesigen Gärtnern Becker, Bernhard, Dönges, Gerhard, Georg, Mojer, Rivger, Schtnitz, Volk und Weber ohne Bezugsschein zum Preise vm: 4 Mark das Huirdert erhältlich sind. Nachdem irun die gestrengen Eisrnämrer glücklich vorüber sind und keine Frostgefahr mehr zu befürchten ist, so ist jetzt die Zeit zur Anpflanzung der Stecklingspflanzen gekonunen. Wer also Frühkartoffeln essen will, loemr im August die Keller leor sind und es Bezugslurten für Speisekartoffeln tricht mehr gibt, der ben.ühe diese Gelegenheit zu einen: Versuck> in seinem Gärten. Jedenfalls sollte man. sich die saatkartoffeln von dieser vorzüglichen Sorte für das Früh­jahr 1918 hevLnziehen und im Herbst schon aufheben.

*

** Auszeichnung. Musketier Georg Nikolai wurde Mck dem westlichen Kriegssä-arVlatz im Monat April mit der Hes­sischen Tapferkertsmddackle ausgezciäinvt.

** Das Wetter war gestern wieder so köstlich, wie rnan es nur vtm einen: Maiensonntage erwarten kann Ueber dem Blütenpraumen der Natur stand leuchtend und segirend die Sorrne. Wohl schien ihr uirablässiges Hernieder­strahlen am frühen Nachmittage die Schwüle eines Ge- imtters herraufführen zn wollen, aber bja; legte sich ein kühler Wind ins SNittel und führte die hochgesteigerte Tem­peratur auf ein erträgliches Maß zurück. Wer durch Garte::, Lelo und Wald wandert und daran denkt, wie es noch an: 1. Mai, also vor knapp drei Wochen, dort aussah, dem muß das üppige Wachsen der Pflanzer: wie ein Wunder der Natur erscheinen. Das Getreide ist schon nmchtig in die Halme geschossen. Die Obstblüte ist fast sclion vorüber und zeigt reichlichen Fruchtansatz, und auf dei: Wiesen kann jetzt bald Kipn das erste Heu gemacht werden. Die Schwarzseher, die unsere ganze Ernte für verloren hielte::, werden so aufs schönste eines alleren belehrt. Ohne die scuchtwarme Treib- yanstemperatur der letzten Wochen wäre ein solch über­raschender Fortschritt in der Natur allerdings auch nicht zu benfen.

, ** Eine fleis'chlo se Woche? Nach Aeußerungen eines hochgestellten satirischen Staatsmannes sollte iiaii konttn eichen .Hkwbst eine fleischlose Woche bevorstel-en. Die Mitteilung ist, lute 15cm.Berl. Lok.-Anz." auf Erkundigungen beim Kriegsernäh- rimgsamt mitgeteilt :oird, in dieser Form, unrichtig. Es ist eine lisondere Kommission gebildet »oordeit, welü>e in ganz Dentsck>- iMÄ Erlilnukgen über den Viehbestand anstelle:: lv-ird. Von deren Ergebnis loird es abhänge::, ob imd tvie lveit eine Herabsetzung- der gegenwärtig zur Verteilung gelange?ldei: Menge, dem? nur erne solche kann in Frage komme::, von: 15. August an ein treten tmrd.

** Im Lichtspielhaus Bahnliofstraße 34 ist soebcu als wcttever amtluiier deutscher KriegsfllmDie deirtsche Minen, suchflottcklie" elngetwffen und wird ab freute im Airfchluß cm die §rohe Sommeschlaeht oorge führt. Siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

Großen- Linden, 21. Mai. Landwirt Lut zzuller. CNN Söhn des Landwirts und Wamers Lut u culler ll., wurde m de:: Kämpfen der Westfront verwundet. ^ Septeniber^ o. J s. Mst er als Grenadier in einen: Garde-R Schicke samn^elte 15 Körbe Spinat und übe, ne als Liebesgabe an ein Lazarett. Okfrnter Bern'hard G. wann.<nn Sohn des Strickers -Otto Gaßmann I., tmcrde befördert. Bei Ausbruch des Krieges trat er Krlegssreiwrllig'er tu cm Jnfaitterie-Regiment ein, kämpfte r\$S5* ,t# Mrde im Karpatheniointer verwundet im Mchl<lhr 1.916 mit der Hessischen Tapferkeitsrnedaille > «ezeichnel. Nach einer zweiten Verimmdung steht er jetzt bei e Dtaschinengerv'chraLcheiluug in Rumänien. Zwei Brüder von smd nil Kainpfe igefallen. i Der Eisenbahner und Schlitze bei ei Maschinengewehr ^.udwrg Weiß wurde mit dem Eisernen K Lilsgezeichnet. Da er kürzlich vermutlich in englische Gefan ^ ,' em Kompagiiieführer die Auszeichn Ärlmden Wortm semen Ellern. Ludwig Weiß III. und F geb. Mehl, zugeschickt.

Kreis Friedberg.

C. Bad-Nauheim, 20. Mai. In der vorgestern ab- ltehaltenen Stadtverordn eten ver sam ml ung ivurden toliTc:tbe Beschlüsse gefaßt: Geb. Medizinalrat Proi. Dr. G r o e d e 1 errichtet zrun Andenkeil an seinei: fürs ^Vaterland gefallenen Sohn Stabsarzt Dr. Tl>oo Groedel eine Sristung in Höhe von 5?0 000 Mk. Die Zinsen des Kapitals sollen währeiid der Dauer des Krieges an zehn Bad-Nauheiincr Familien zur Verteilung kommen, die biirch den Krieg, ohne e igelt es Verschulden, in Notstand geraten imd. Z:vei Fünftel des Vermögens fallen an das Viktoria heim, Kur- und ErlwluirgShcim für Schioestern vom Roteii Kreuz in Bad-9Lauheim. als Gruirdstock zur Enoerbung eines eigeiien Heims, drei Fünftel des Verinögcns solleii als Grundstock eines städtiscl>en Volksbades dienen. Zur Förderung der Schafzuäch bcscbli.'ßt die Versammlung, die Mitgliedschaft für die Stadt beim Ober- hesfischen Schafzüchtcrvcrein zu erwerben. Es wird beschlossen, ver:n hiesigen Spar- und Vorschuß verein ein Darlehen von 50 000 Mk. aufzunehme::, ferner genehnligt die Versaininlung, daß Ri obeiigenmiitten: Verein 100 000 Mark städtische Gelder auf laufende Rechnung angelegt lverden. Den: Fahrer des städtisäxn Leichenwag eil s wird mtsprech md seinem Gesuch ein 25 pro z cirtige r Teuerungszuschuß auf jederzcitigen Widerruf gewährt. In die Veranlagungskonimission für die zweite Abteilung werden geivählt: die Herren Ph. Hartin. Heß, Jakob Klingermeicr, Georg Schnantz, Olevrg RLartür Horn. Heinr. Aug. Reichwein. Friede. Wilh. Jakobi I. Wünsche der Versammlung nach ein ei- besseren Regelmig der Milchvcrsorgiuig sollen nach Mögliä-keit erfüllt werden.

Hessen-Nassau.

st.Arolsen, 30. Mai. In dem nahen Orte Udorf ereignete sich ein.trauriger lliiglücksfall. Ewige Jungen schossen dort mit einer Lustbücküe auf Spatzen, wobei ein Geschoß am Dache ab- prallte lwd einen in seiner Wohnung am Fenster sitzenden jungen Biirschen so unglücklich ii:s Auge traf, baß dieser sofort in die Rtarburger Mgelcklinik gebracht werden nrußte. Tort niußte tx'in Unglücklichen, der demnächst zun: Militär einrücken sollte, das Auge entfernt werden.

Eronberg, 20. Mai. Im Schlosse zu Blankenburg a. H. fand am Donnerstag die Taufe der Tochter des bra:msch>veigischen Herzogspaares statt. Zu Taufpaten war :rebcn zaUreichen an­deren fürstlichen Verwandte:: auch Prinzessin Friedrich Kar! von Hessen geladen. Das K a i s e r p a a r ließ sich durch den Generaladjutanten Geireralobcrst von Plessen vertreten.

mr. Frankfurt a.'M., 20. Mai. Da die K a r t o s s el - Zufuhren in die Stadt nahezu vollständig aufgehört haben, niußte sich der Machstrat :wt;wdnlngen entschließen, außer ^ der Gvaipenzulage den Emwohnern für je b Pfund nicht gelieferte Kartoffeln einen Brotschein zu verteilen. Gleichzeitig wird die Bürgerschaft ermähnt, mit nock-.c.ttra vorhandenen Kartoffelvorräten' sparsam nmzugc'yeu. - Ter Postneubau in Frankfurt a. M. West schreitet rüstig vonvarts und wird in ungefähr vier Wochen fertig- gestellt sein. Auch die Envütcrungsbauten an der Hauptpost gehen ihrer Vollendung entgegen, so daß die beschränkten Raum- Verhältnisse der Poswerwaltung eine wesentliche Besserung er­fahren werden.

Fe. A u s d e m Regier:: n g s b c z i r k Wiesbaden, den 18. Mai. In verschiedenen Gegenden des Bezirks machen sich bereits Anfänge einer weitgehenden Verunkrautung der Aecker bemerkbar. Es ist dringend erforderlich, daß rechtzeitig Schritte gegen diese Verunkrautung, vor allem gegen den schäd­lichen Hederich unternommen weichen. Der Hederich findet sich nicht nur in der Sommeturtg, sondern auch in der Winterung, und selbst ln den Hackfruchtfeldern. Den weitaus größten Schaden richtet er in den Haserfelden: an. Die Haferanbaufläche in: Regie­rungsbezirk Wiesbaden beträgt rund 200 000 Morgen. Die Hülste davon ist durch Hederich verunkrautet. Der hierdurch verursachte Minderertrag stellt sich, wenn man .pro Morgen nur eitlen Zentner rechnet, auf 100 000 Zentner Hafer. Die Hederic!>- vertilgung hat deslialb nicht nur vom wirtschaftlichen, sondern auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus mit allen Mitteln einzusetzen. >

Hauptversamittlung des OdenwaldklubS.

Der Odenwaldklub lstelt seine, diesjährige ordentliche Haupt­versammlung anl gestrigen Sonntag, den 20. Mai in Heidel­berg ab. Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g - Darmstadt, eröfstrcte die Vrrsanunlung. Die zahlreich erschienenen Mitglieder liatte:: zuineist näl dm:: Besuch der Hauptversammlung eine Frühwanderung vcrblWdeu. Oberbürgermeister Tr. Gl ässing dankte der Stadt .Heidelberg für die freu:ü)liche Aufnahlne. Nach Verlesung einer Anzahl Begrüßungstelegramine gedachte der Vor­sitzende der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder und lwb ins­besondere die großen Verdienste hervor, die sich der verstorbene Finanzminister Dr. Braun um den Odenwaldklub erworben hatte. Die Verlesung der Ortsgruppenliste ergab, daß 24 Ortsgruppen ans Hesse:: uüd Baden vertreten lvaren. Der zLveste Punkt der Tagesordnung, Bericht über die vorjährige Hauptversammlung, wurde olpre Debatte erledigt. Aus dem Bericht über die Klub- tätigkeit im Jahre 1916/17, den der Vorsitzende n-ftattete, ist fol- gettdcs von Interesse:

Zum Andenke:: des 25jährigeu Jubiläums des hohen Ppo- tektors, Prob her zog Ernst Ludwig, Wurde au f Veran­lassung des Klubs ein mächtiger Felsblock bei^ der Wildfvaulxrns« gruppe an der st^-eimkirck^ner Höl>e mit der Jlckchrist:Großherzog Ernst Lichwig-Steiu, dein Schutzherrn des Odenwaldklubs, zum 25jährigen Regienurgsjubiläum, 14. März 1917" versel)en. Die Berichte über die verschiedenen Ortsgruppe,:: lauten den Kriegs- Verhältnissen angen:essen, die Gruppen König i. O. und Ma:mheim- Llchwigshafen feiern in dieseln Ialire. ihren 25jährigen Bestand. Die Auflage der MchzeitschriftUnter der Dorslindc'" ist wähvelü) der Kriegszeit m:f jgNua 8000 Exemplare l>esckrä:lkt: gleich nach den: Krieg soll die Hecmcsgabc eines neu«: Plakats und eines groß angelegten Bckderloerkes mit crläutenldem Text erfolge::, a::ch die Beröffentlichimg eines Odenwälder Taschenliederbuches ist geplant. Ter WegebezeickMungsausschlch l>at trotz der schlvierigen Berl-ältnifle die notivendigstei: Ericeuerunas- u:ü) Instalidhaltungs- arbeiter: im ganzen Kmogiebiet di:rchgest:hrt. Die regelmäßigen Wanderungen der Ortsgruppen wurden auch während,dcr Kriegs­zeit mit wenigen Ausnahme:: fortges-etzt, desglcick'en die sckw: :wr ^dem Krieg ein ge führten Iugendwanderungen (in Darnistadt 70) und die Feste zu Ehren der treuesten Wandergenossen. Ueber die Tätig­keit der einzelne:: Ortsgruppen während des verflossenen Jahres ich nichäs Besvnder-es zu berichten: vielfack: wurden die Mittel der OrtsgMtPpen für die Kriegsfürsorgc zur Verfügung gestellt.

Aus den: Kassenbericht ist hcrvorzuheben, daß von den OrtS- gruppen 5323 Mark Beiträge eingstrgei:; der Kassenbestaird be­trägt 6633 Mark. Anschließend an den Tätigkeitsbericht sprach der Vorsitzende von Werbemitteln, mit bene:: man die Bestrebu:rgen der Klubs rveiter: förden: gedmikt, so ist die HevLuSgabe eines Verzeichnisses der Soinnnwfrischcn in: Odenwald geplant, ferner Abhaltung vm: Vorträgen mit Lichtbildern, die dem Klub aus Privatbesitz z:rr Verfügung stehen. Auch dem heimischen Gewerbe soll besondere Aufiuerlsamkeit geschenkt lverde::. Eine besondere Ausgabe erblickt de:' Klub auch darin, initzuhelsen au der Ueberbrückimg vor: Gegensätzen zwischen Stadt und Laich.

Ms Ort der nächste:: Hauptversammümg wird Re in heim gewählt.

Bei der Besprechung von Mnbangelcgerlhciten trat Professor Ki s s i n g e r - Tarn:stadt, nachdrücklick), für die Förderung von Jugendherbergen ein, wobei er besonders auf das Beispiel des Sauerländischm Gebirgs-BereinS hinwies. Eine weitgehende Unterstützung durch Ueberweisuug von Betten usw. erwartet man nach Kriegsende, insbesondere von, Roten Kreuz und der Militär­verwaltung. Deine Ausführungen fanden lebhafte Unterstützung durch Oberbürgermeister Dr. Glas sing, der mitteilte. daß der ZeutralanSschuß des Klubs in seiner Sitzung am Samstag Unter- Handlungen mit dm Behörde:: nach dieser Richtung beschlossen habe. Ta weitere Anfragen mtb Anträge nicht gesteckt wurden, schloß der Vorsitzende die Versammlung.

Gerichtssaal.

Dr. Adler zum Tode verurteilt.

Wien. 19. Mai. (WTB.) Nach dm PlaidoverS des Staats- anwaltes :rnd des Verteidigers hielt der M:gekla:rte Dr Adler sein Schlußwort, taotauf der Gerichtshof sich zur Urtecksfällung zurückzog.

Nach einviertelstündiger Beratung :»erkündcte der Präsident tus Urteil, wonach der 2bngeklagte wegen g e m e. inen Morde- z u u: Tode ver urteil t :mrrde.

Jll der U rte i lsbeg ründil n g wird alisgefillni. daß tvr Gerichthos auf Grund des Geständnisses des Angeklagten und auf Grund der Zeugeivanssagen u::d des GwachtenS der Fakultät zu der Ueberzenguug twu der SSuüo des Auge klagtet gelangt sei. Wa­den Be:voggru::d zur Tat anlanae, so lwbe dm GerichtSlws die von dein Mrgcflagtcn ^genmäxdm An gab«: als richtig angenommen- Das Urteil der Fakultät ließ keine Zunft fei an der Zill-eclnmngs- fähigkeit des Angeklagte:: mrfkonunen. Das BLoaneirt der Tücke fal> der 0)erichtSl>of Ttictvt als ge gelten an, nnftl der Angeklagte keme List angewachet habe, um das Opstn- in eine besonders schwierige Lage zu bring«:. Der Verteidiger erklärte, er behalte sich Bedenkzeit vor.

Der Angeklagte lxrtte angegeben, die Mordwaffe zu Osten: 1913 in Zürich gekauft zu habe,:, als er zun: ersten itfalc an ein Attentat dachte. Er erklärte, er l-abe gewußt, daß solck^e Brownings in Oesterreich verboten seim. Weiter sagte der Angeklagte aus, er habe lange an den: Tisch gesessen, bevor ec das Attentat aus- führte, lveil in der Nähe Stürgkhs eine Dam^ saß, die er hätte treffm können, und -lveil er nicht eine Unschuldige treffen nwllte. Nach Verübrmg der Tat lxrtte er nur einen Gedanken, daß er nickn von einen: Offizier mit den: Sälxck nieder gehauen würde, da :it dein anstoßenden Saale nvehl'ere Offiziere speisten. Aus dem langen Fa knltätsgutachten sei der Hinnreis hervvrzuheben. daß der Angeklagte schon als !siebenjül>riger K::abe von seinen: Vater ^u de:: Märzkulrdgebmmen mitgenvmlnen wurde, was sich seither flihrlich wiederholte, daß Zusamineustöße mit der- Polizei aus ihn groß«: Eindruck macksten, daß er mit Stolz von der Verurteilung seines Vaters sprach. Das Gutackstm erklärt: Mler ivar i:mncr mehr Theoretiker als politischer Praktiker. Er schämte sich förmlich seines Vaters, den er früher angebetet hatte.^alS JäuröS zu Kriegs- beginn erklärte, daß die österreichisck>en Sozialdeniotrateu mehr Mut in ihren Kundgebung«: gegen d«: Krieg aufbringen müßten.

Spielplan des Srohh. Kurtljcaters Sad-Nauheim.

Montag, 21. Mai:Der Herr Senator". Mittwoc!:, 23. Mai: Gastspiel von Mitgl. d. Schauspielh. FranksEine glücklickw Ehe". Freitag, 25. Mai: Neuheit! ..Die Warschauer Zitadelle". Sa:nS- tag, 26. Mai. im König!. Kurtheater Bad Ems: Gastsp. von Mitgl. des Neuen Theaters Franks, a. M.Abu Said". Hieraus:Unter vier Augen". Zum Schluß:Die Lore". Sonntag. 27. Mai: ddvi- heit!Die Königin der Luft". Montag, 28. Mai: Neuheit!Die verlorene Tochter".

Müllcrsche Badeanstalt-

M ü l l e r s ch e Badeanstalt. Wasser wärme der Lahn am 21. Mai 17° Reaumur.

Letzte Nackeielften.

Hilfskreuzer-Arbeit.

H aa g . 21. Mai. Das mehrfach berichtete 9lmftretm <rvnc£ deutschen Hilfskreuzers in: stillen Ocean nftrd aus Penang bestätigt. In: indischen Bdcrre sock an chnoch ein zweiter dnttscber Hilfs­kreuzer tätig sein. 'Das RunnMnedS-Hotel n: P«urng, das m: der Seeküste liege, darf abends nicht erleuchtet lvecdm, um ihm kerne Orrenttierung zu erlaiwm.

Kriegsinüde Engländer.

Berlin, 20. Mai ^(WTB. Nichtamtliche Engläirder. die am 8. und 9. Mai bei dem deattschen Angriff auf Fresnov gefangen wurden, erklärten, daß sie nur geringes Bertrmmn in die frisch aus txr Heimat gekommenen stmg«: Offiziere batten. Die gefan geilen Offiziere nuichten m:ch fexiLCit beosiwers günstigen Eindruck. -?cklgen:em hemschte große Kriegs Müdigkeit und ^eder» geschlagenheit.Evcrvdody iS steck of the njdt' / , einen Griuw für die Fortsetzimg des Krieges sah kcftirer der O^smlgenen ein, viel­mehr fragt«: viele: What ave >ve fighting gor, lvoflrr kämpfen wir cigentlick»?

Erbitterte Kämpfe am Jsonzo.

Wien, 20. Mai. (WTB. Nickstauttlich.) Aus dem Kriegs- press-epuartier wird am 20. Viai abends mitgeteilt: Am Jsonzo inurde haute, um den Mönch Santo erbittert gckksinrpst- Unsere Truppen behmlptet«: fi-cgrrcidji ihre Stellungen.

LebenSmittclnnruhen in Portugal.

Madrid. 20. Mai. (Funkspruch des Vertreters d. W. k. k. Tel.-Korresv.--BurvauS.) D«- Korvefpoichent derApoca" nreldet. daß in Lissabon häustg hungrige VolkSurass«: die Bäckerläden ge- stilnnt hätt«:. Nur dllrch «:ergisck>es Eingreifen voi: Polizisten und Truppen, die von bei: Waffen Gebrauch machten, l)al>' die Ordnung uftederhergestellt lverden kärmen. "Ael-ickickw Szen«: hatten sich in der Provinz zngetragen. jedock> nicht nur 9eb«:smittel, sondern viele andere Artikel fehlten Mich. Die durrch den unbe­schränkte:: U-Bootkrieg in Portugal gesckwff«re Lage sei höchst hmnruhigend und biete ein«: düster:: Ausblick il: die Zukunft.

Zu verkaufen 3026 «deutscher

*J*UU|i« Rieseuscheck',

Sammler

Schanzcnstroßc 12.

1 lein. Bftserv., 1 Petroleim- Sänßel., 1 ov. Boldspleotl, Ansslahtlseh, vol.zu verk. Zu s. v. 47 nachm. Roonst r. 3-11.

Zirka 6Mc1erv»rIoii-v»w»1- svd!»k,cd. neu, zn verkaufen. 08197 Fr. Kiibn, SelterSw. 3L 631361 Bettstelle mit Mw trahe z. vcrk. Wallrorstr.AI.

Pgj>klöber>:er Zullitriiii«

zu verkaufen. Valentin Röbria, Auf derBach8.t«"-

Echwarzcr Habn z. verk. 08186 Roonstraße 31 .

Spargel

täglich zweimal frisch.

3884 W. llnnkcl,

Neue Baue 7. Tel. 612.

Gut erhalt. Li»»edrallk z. verk- 03116 Hammstraßc 7.

Britsliurkeil - Sammler

Kapitalist sucht auf seiner Nene für 160.000 Mark große Sammlungen. Raritäten, speziell Himerlasscnschaslen, zu guten Preisen dar anzu- kausen. Vermittler hohe Pro­vision. l. Bank-Referenzen. Gest. Offerten nebst Preis unterPhilatelist", Hotal Holländischer Hot,Hains. ,TM 8S

MIccfiimcn^errÄ!*

Peter Will, Annerod.

Schmier-

Wasch-Mittel.

schäumend, Gebrauch wie bei Schittierseise, per Kg. nur 06 Psg. Probekübel 60 70 Kg. ab Cvblenz. 4010

Herff, Eoblcnz

RegterungSstraße 1.

Prima Elchen-, Buchen-, Kie­lern-, Pappel-Bohlen, 36 .>

all, in Mengen von ic 2 bis 4Kbm. abzugeben. Angebote mit Preisangabe u. Nr. 08123

an den Gieß. Llnzeiger erb.

ttlcbr. Sekl- u. Rotwein- flaschen, Lcktkorke, sebler- »rei. kaust Firma 108060 Otto Schaaf,SellerSweg80.

Gebr. Gasherd

äu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 4039 an den Gtevener Anzeiger.

8 ut erfjaücncö Bett

zu kaufen gesucht. Angebote mit Preis au die Geschäfts« stelle de» Gieß. Anz. u. 08180.

Gebrauchte, gut erhaltene

Veranda-llardtnen zu kaufen gesucht. Größe angeben-Tchr. Ang. u. 03110 a. d. Gieß. Änz.

e