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21.5.1917 Erstes Blatt
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Kr. WZ

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Sankvettehr:

Sewerbebani Gießen

7.

mm.

WDÄ.) Großes Hauptquartier. 19. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

H eeres gruppe Krön Prinz Rupprecht.

Zwischen der Küste und S t. Q u e n t i n nahm die Arrillerrcilliigkeit in mehreren Abschnitten zu und steigerte sich nachts zwischen A ch e v i l l e und G a v r e l l e zu großer Heftigkeit.

Ein unter dem Schutz dieses Feuers beiderseits der Straße Ar ras Douai einsetzender englischer Angriff brach in unserem Abwehrfeuer zusammen. Ebenso erfolglos blieben ftttwLiche Vorstöße östlich von Monchy.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An derAisne- und Champagne-Front halt das lebhafte Feuer an.

Bei B r a y e erreichten wir durch Fortnahme eines fran­zösischen Grabens eine weitere Verbesserung unserer Stel­lung An: W i n t e rb e r g wurde ein nächtlicher Vorstoß des Feindes in zähem Handgranatcnkampf abgeschlagen.

*

Bei ungünstigem Wetter war die Flicgertätigkeit die letz­ten Tage gering. Gestern schossen wir zehn Flugzeuge ab.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Russisches Artillerie- und Minenfeuer zwischen Au und Düna, westlich von L uck, beiderseits der Bahn Zloczow Tarnopol und an der Najarowka wurden lebhaft von uns er­widert.

An der

Mazedonischen Front

hat der Feirrd nach den Mißerfolgen der letzten Tage seine Angriffe nicht wiederholt. Das Artilleriefeuer ist wieder

schwächer geworden. , _

Der Erste Generalauartrermerster Ludendorfs.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 20. Mai. (Amtlich.)

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bei Ar ras hat die Kampftätigkeit wieder zugenom- men Beiderseits von Monchy griffet: die Engländer nach, kurzer heftiger Femrvorbereitung mit starken Kräften an: sie wurden restlos abgewiesen. Während der Nacht war die Artillerietätitzkeit zwischen Acheville und Queant außerodentlich lebhaft. Mit Tagesanbruch setzte in Dieter Linie starkes Trommelfeuer ein, dem südlich der Scarpc englische Angriffe folgten.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Während an der Ais ne in der Stärke des Feuers keine wesentlich'' Aenderung eingetreten ist, nimmt tn der West-Champagne die .Heftigkeit des Artilleriekampfes zu.

Die von uns am 18.5. genommene Stellung bei Braye wurde gegen einen starken französischen Angriff restlos be­hauptet.

Im Lustkampf und durch Abwehrfeuer büßte der Feind gestern acht Flugzeuge ein.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Mazedonische Front.

Mehrere feindliche Angriffe gegen die Höhenstellung von Krareea (östlich der Verna) wurden unter schweren Verlusten für den Feind Ä^eschlagen.

Der Erste Generalguarttermeffter Ludendorff.

»' »

Die Abendberichte.

Berlin, 19. Mai. (WTB. Amtlich.).In der Cham­pagne nachmittags zunehmende Artillerretätigkeit. Sonst im Westen und Osten keine besonderen Ereignisse.

Berlin, 20. Mai. (WTB. Amtlich.) Die heilte mor­gen gerneldeten Angriffe der Engländer südlich der Scarpe sind unter schweren Verlusten für den Feind iib- geschlagen. _ , r

Bei Laffaur blieben französische Tellvorftvße erfolglos.

Wie klüglich erscheint uns heute der Anteil Italiens tont ZVriege! Cs sind jetzt zn>ei Jahre seit seiner Kriegserklä- eurm verflossen, und auf den großen nationalen Rausch ist die lange Reihe der Ernüchterungen gefolgt, die man auch als die Schlachten am Jfonz-o bezeichnet, deren zehnte jetzt wieder zum Nachteil der Italiener abgeschlossen zu sein scheint. Die Js-onzjo-Gsvenz,e wird von unseren Verbündeten scharf gehütet. Sie haben jetzt nicht mehr, wie beim Beginn des italienischen Krieges, die volle Stärke der Russen im düatken sitzen, und wenn jetzt von Lonbon aus prahlerisch verkündet rvrrd, in der rtalienischen Front kämpfte die englische schlvere Artillerie entscheid^b mit, so sehen wir ja, das; die Berg kämme an dem Gvenzflüßchen noch stehen und trotz der großenArtillerievorbereitung" die stürmen­den Scharen Cadornas von de.i Höhen herabgeworfen wor­den jub>. Auch der ansänglrche Crholg der Italiener südllch

von Dolmein, wo sie das andere Flußufer gewonnen hatten, ist ihnen wieder zunichte geworden, wie aus dem neuesten klangvollen Wiener Bericht hervorgeht. Es ist auch eigen­tümlich, daß bei der Erörterung der Kriegsziele Italiens kaum noch gedacht wird. Die Eroberungspolitiker in London suchen noch allenfalls die Gier Rußlands und Frankreichs wachzuerhallen, aber sie haben kein aufmunterndes Wort für den südländischen Verbündeten. Wird ihm bei der Fort­setzung des Krieges nicht angst und bange? Wenn heute der Friede geschlossen wird, dann ist über die französisch-italie­nische Freundschaft eine starke Abkühlung gekommen. Denn Italien hat sich bis jetzt geweigert, an anderen Fronten als den eigenen mitzukämpsen, und der französische Groll darüber wird nur mühsam zurückgehalten.

Die Russen haben jetzt zu den Kriegszielen deutlicher Farbe bekannt. Die Lage wird sich vermutlich so gestalten, wie wir sie am Samstag nach der Veröffentlichung des Vorwärts" andeuteten. Die einstweilige Regierung in Pe­tersburg erklärt sich gegen einen Sonderfrieden und kündigt an, sie werde mit den verbündeten Mächten wegen des all­gemeinen Friedens auf der bekannten Grundlage des Verzichtes auf Annexionen uick) Entschädigungen verhandeln. Daß sie das so deutlich und öffentlich ankündigt, klingt nach London und Paris wie eine düstere Drohung und wird dort sicherlich nicht mit frohem Lächeln ausgenommen wer­den. Was bleibt den englischen und französischen Macht­habern zu tun? Lehnen sie die russische Anfrage ab, so feiert der russische Souderfriedenstrieb vielleicht doch noch ein spätes Frühlingserwachen. Langen Aufschub vertragen die Petersburger Regierenden offenbar nicht. Die neueste Veröffentlichung der russischen provisorischen Regierung ver­spricht uns, so darf man annehmen, wenn es auch nicht aus­drücklich darin geschrieben steht, auch die Mitteilung des Ergebnisses der Sondierung in London und Paris. Jetzt haben also die durch die ungeheuren Erfolge der deut­schen U-Boote eingeschüchterten und durch. ihre verlustreich gescheiterte Offensive einigermaßen entmutigten Engländer Gelegenheit, einem Frieden ohne Triumph nachzudenken. Vielleicht setzt .Herrn Lloyd George der russische Ellbogen­stoß in noch größere Verlegenheit als die deutsche Schalmei vorn 12. Dezember! Denn die tatsächlichen und entscheiden­den Ereignisse blasen einen Tusch, der so ziemlich dos Ende bedeutet. Mit der rirssischen Herrlichkeit ist es aus! Zwar hat der Bauernkongreß in Rußland noch einmal be- geisterungsvolt die Mahnungen des neuen Kriegsminifters Kerenski angehört. Wer es waren noch mehr Versprechungen als Mahnungen. Die -Bauern wollen und sollen Land erhalten. Dafür soll der Kriegs minister ihre Mahnungen auf Disziplin nach der Front mitnehmen dürfen. Natürlich, dagegen war nichts einzuwenden. Beffall, Begeisterung, Umarmung, und die russischen Agrarbären scheinen sogar französischen Enthusias­mus entwickelt zu haben: sie setzten den Minister in einen Schiel und trugen ihn bis zum Kraftwagen.

Aber der laute Vorgang wird in den verbündeten Län­dern keine Freude entzünden. Der Bauernkongreß war ein Strohseuer: darunter sitzen die düsteren Gluten und Ge­fahren neuer Unzufriedenheiten und Volkserhebungen.

Das bisherige Ergebnis der nun schon eine Woche ausfüllenden Kämpfe gegen unsere tapferen Jsonzo- truppen besteht für die Italiener lediglich in einer kau mzweiKilom et erim Um kreisbetragenden Erweiterung ihrer Brückenkopfftellung bei Plava. Im Flitscher- und Plöcken-Gebiet sowie an meh­reren Abschnitten der Tiroler Front wuchs das Geschützfeuer beiderseits zu beträchtlicher Stärke an. In Südtirol bei Lagii und auf dem Borcola-Paß drangen unsere Erkundungsabtei- lungen in die feindlichen Stellungen ein und nahmen die Besatzungen gefangen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. fr r, Feldmarschalleutnant.

Die österreichisch-nngarischen Tagesberichte.

Wien. 19. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oestlicher Kriegsschauplatz.

An einzelnen Frontabschnitten löste russische Artillerie­tätigkeit unser Vergeltungsfeuer ans.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Der gestrige siebente Tag der 10. Iso nzo sch lacht war wieder von heftigen Kämpfen erfüllt. Südwestlich von Auzza bemühten sich die hier am linken Jsonzo-Nfcr em- genisteten Jatliener vergeblich, ihre Stellungen zu erweitern. Unsere Linien östlich des Engtales Plava-Salcano stanoen andauernd unter feindlichem Geschützfeuer aller Kaliber. Die italienische Infanterie, deren schwere Verluste unausgesetzt durch den Einsatz neuer Truppen ausgeglichen wurden, rich­tete in diesem Raume ihre Anstrengungen vornehmlich gegen die Höhen von Vodice, gegen die sie zu wiederholten Malen in dichten Kolonnen Sturm tief. Feder dieser Anstürme brach dank Der heldenmütigen Haltung der von ihrer Artillerie und den an: Kampfe teilnehmenden Fliegern kräftig unterstiitzten Verteidiger blutig zusamnren. Besonderes Lob gebührt den Abteilungen des Kassaer Infanterie-Regiments Kaiser Wil­helm II Nr. 34. den: von dem tapferen Obersten Perner ge­führten westgalizischen Landstunn-Fnsanierie-Regimeu.t M 32 und dem K. K Landsturm-Bataillon Nr. 40. Oestlich von Görz versuchten die Italiener neuerdings mit einem ohne Artillerievorbereitung angesetzten Massenstoß dnrchzu- dringm. Das Ergebnis dieses Versuches war kern anderes wie am Vortage. UnsereStellungen wurden aus­nahmslos behauptet. Lebhaftes Geplänkel, das m diesem Abschnitt die Nacht herrschte, brachte uns 150 Ge­fabene ein. darunter zwei Offiziere.

Unsere Flieger schossen im Lnstkampf zwei feindliche Flugzeuge ab: ein drittes wurde bei Vertojba durch Klein- gewchrfeuer l-erabgeholt.

Wien. 20. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Lage unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die 1 0. I so n zo s ch l ach t nimmt ihren Fortgang. Die italienische Infanterie verhielt sich gestern bis in die Nachmittagsstunden ziemlich untätig. Umso heftiger war namentlich im Raume zwischen Tolmein und Görz der Artilleriekampf. Am Nordflüge! dieses Abschnittes zwang die zusammengefaßte Wirkung unserer Geschütze den bei Auzza muh am linken Flutzuftr angeklammerten Feind, üb e r d en I s o n z o zurückzu weichen. Nach 3 Uhr nachmittags schritt bei Vodice feindliche Infanterie abermals zu einem außerordentlich starken Angriff. Es kam zu wütenden Kämpfen, aus denen schließlich nach stundenlangem Ringen Mann gegen Manu unsere Truppen als Sieger hervor gingen. Der Feind wurde im Gegenangriff un­ter schwersten Verlusten die Höhen hinabgeworfen. Gleicher­weise scheiterte östlich von Görz ein beiderseits des Rosen­tales angesetzter Vorstoß der Italiener.

Auf der Karschochfläche holte eine Sturmtruppe drei Offiziere und 30 Mann aus den feindlichen Verschanzungen

Der Chef des Generalstabs.

Englische Artillerie an der italienischen Front.

London, 19. Mai. (WTB.) Meldung des Reutersckien Bureaus. Das Kriegsamt meldet: Die schwere britische Artillerie nimmt an der italienischen Offensiv« an der Juli sch en Front teil und bringt wesentliche Hilfe.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 19. Mai. (WTB.) Amtlicher .Heeresbericht vom 17. Mai.

' Mazedonische Front: An der Tscberwena Stena den ganzen Tag über heftiges Artillerie- und Minenfeuer. Gegen Einbruch der Nacht unternahm der Feind drei aufeinanderfolgende Angriffe. Beim ersten Angriff, der sehr erbittert geführt wurde, gelangten feindliche 'Truppen bis an unsere Gräben, aber sie wurden sofort durch einen Gegenangriff der bulgarischen und deutschen Truppen zurückgeworfen. Die beiden anderen Llngriffe wurden durch Artillerie-, Gewehr- und Ntaschinengewehrfeuer ab­geschlagen. Der Feind erlitt blutige Verluste. Wir brachten Gefangene vom ersten afrikanischen Marsch-Regiment ein. Nördlich von Bitolia begann auf der .Höhe 1248 ein sehr heftiges Artillerie- und Minenfeuer zu früher Stunde. Gegen zehn Uhr abends unternahmen die Franzosen' einen heftigen /Angriff. In mehreren Wellen gelang es ihnen trotz unseres Vernichtungs­feuers Mi einzelnen Stellen sich unseren Gräben zu nähern, aber sie wurden von unseren tapferen Verteidigern mit dem Bajonett empfangen und nach erbitterten Nahkämpfen zurückgeworfen, wobei sie außerordentlich schwere Verluste erlitten. Wir machten 4 Offiziere imd 90 Mann vom 34. französischen Kolonial- regiment und von einer leichten Abteilung zu Gefangenen. Alle Gefangenen waren betrunken. Jrw Cernabogs» heftiges Artilleriefeuer. Feindliche Wteilungen, die während der Nackt vorgerückt waren, wurden vertrieben. Oestlich der Cecna und in der Gegend der Moglena lebhafte Artillerietätrgkert. Ziemlich, beträchtliche Jnfanterieeinl-eileu, die westlich von Bobropolje vorzurücken versuchten, rvurden durch Feuer oerstirengt. Beim Torfe Aleala mah, rvestlich des Wardar, wurden feindliche Truppen, die gegen unsere vorgeschobenen Posten Vvrzugehen vei'- suchten, durch). Feuer vertrieben. Oestlich) des Wardar spärliches Artilleriesener. Mehrere feindliche Abteilungen, die gegen die Umgebung des Ortes Resseli vorrückten, rvurden durch Feuer vertrieben. An der unteren Struma schüvache Artillerietätigkeit.

Rumänische Front: Bei Tulcea zeivvellig vereinzeltes Gewehrfeuer.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 19. Mai. (WTB.) Amtlicher Heeres­bericht :

InPersien, östlich von Suleimanic. griff eine russische Ab­teilung unsere Vorposten be!i Ga ran erneut an. Im Gegenangriff taugten die Russen zurückgeworfen und eine Anzahl Waffen und Munition erbeutet.

Kaukasus front: Außer Pa tro u illen untenrehm u ngen und dein üblich>en Artilleriefeucr an unserem linken Flügel keine Ge« ftchtstätigkeit.

An der Sinaifront Ruhe.