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Neue NaffengKgriffe der Feinde an der «zeöMffchLR
Front Witz ahgeNiefen.
Großes Hauptquartier,
10. Mai.
/
mm.)
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Bei Ar ras ist der Artillerickantps in weiterem Steigen begriffen. Nufere Graben westlich von Lens und Avion waren gestern das Ziel vergeblicher feindlicher Unternehmnn- gen. F r e snoy blieb gegen erneute englische Angriffe restlos in unserer Hand. Um den Besitz von Bulleeonrt wogte der Kampf hin und her.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen S o i s s o n s und Reims nahm die Gefechts- tätigkeir zeitweilig wieder zu, hielt sich im allgemeinen aber in mäßigen Grenzen. Am W i n t e r b e r g und bei St. Marie Hme.. westlich von Cormiry, wrnDen mehrmals nnederholte französische Angriffe in erbitterten; Nahkampf und durch Ge^nstotz abgefchluge;;. Nordwestlich von Prosnes blieben feindliche Teilvofftoße erfolglos.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
In mchreren Abschnitten verliefen Unternehmungen unserer Aufklärnngsabteilirnfteu^erfolgreich.
Neun feindliche Flugzeuge wurden durch Lustkampf, eines durch Abwehrfeuer zum Absturz gebracht.
O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz.
An der Rajarowka, bei Brzezany und an der Bahn Tarnopol-Zloczow lebte das Artillerie- und Miucnftucr zeitweilig wieder auf.
An der
Mazedonischen Front
wurde gestern die Schlacht mit größter Erbitterung fortgesetzt und übertraf in ihrer Heftigkeit alle bisherigen Kampfe auf dem dortigen Kriegsschauplatz.
Nordwestlich von Dstmastir Weiterten feindliche An griffe. die de:; Besitz unserer Höhenstellungerr zürn Ziele hatten. Im Ceruabogen wurden morgens, nachmittags und abends durch stärkstes Artillerie- und Minenfeuer vorbereitete. auf einer Front von 17 .Kilometern durchgeflchrtc Massenangriffe r«n Jtalienen;, Franzosen und Russen unter schwersten Verlusten für den Feind abgeschlagen. Nördlich von Vodena in unsere Stellungen eingedrnngene Serben rvurdeu blutig zurück- gewvrfen.
Die verbündete deutsche und bulgarische Infanterie hat in hartnäckigster Abwehr und erbitterten Gegenstößen, unterstützt durch die allen Lagen schnell sich anpassende Artillerie, ihre Stellungen restlos behauptet und sich glänzend geschlagen.
Der Erste Gencralauartiermeister Ludendorff.
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Der Abendbericht.
Berlin. 10. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) Bei Bullecourt ist ein englischer, irordwestlich von Prosnes nn franzi.sischer Teilangrisi abgeschlagen.
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Neben die weltb-ewogeuden Kwiegsereignisse tritt das Suchen nach einein neuen LlusdaMck der Zeit auch in der imieren Politik. Es sind nicht, wie irr Rußland, elementare Kräfte, LeidenschLsten, die Umkehrungen aller Staatsformen bezwecken, und selbst mrsere Sozialdemokratie n.nter Herrn Scheidemann ist nicht eigentlich revolutionärer geworden als vor dem Kriege. Nur ihr Machtbewußtsein ist gestiegen, der Trieb, von den alten Parteizielen bei passender Konstellation etwas durchzusetzen, beherrscht die sozialdenroki'a- tiicäen Köpfe. Denn die drei Kri>eg§jahre haben zur weiteren Stärkung von revolutionärem Fanatismus nichts beitragen können, und die stüheren Anklagien gegen die „verrottete bürgerliche Gesellschaft" könnten, auch wemr der Burgfriede nicht geboten tväre, nicht wiederholt werden. Das deutsche Volk hat sich in seiner Gesamtheit bewährt. Das recht- fertigr, wie es der ReichisVcmzler gemeint hat, die Neigun- gen dieses Volk politisch noch fteiheitlicher auszustatten, als er bisher geschehen war, seiner gesellschaftlichen Reife durch entrechende Unvgestcrlttrug der Regier::: :gs formen entgegen- zukommen. Daß dabei nicht über das Ziel hinansgeschoffen werden darf, daß z.B. das parlamentarische Regicrungssystem nrcht ute Krönung der politischen Reife des Volkes, sondern grundsätzlich unzweckmäßig ist, das konnten wir gerade wahrend des Krieges aus den Erfahrurrgen anderer Völker lernen Wir brauchen nicht überall „Ueberwachungsaus- ttsTr ' int ^ ^ gebildet urrd reif die Herren Eoh:: und Bernstein vielleicht auch sein mögen, so müssen sie doch eben immer „bei ihrem Leiste::" bleiben. Noch wemger hat der init Hellern Blick begabte einfache Mann aus den; Volke Lust und Neigung, iit Dinge hiueiuzu- ^iUa)en, öenen er ferne steht und »die er nicht überblickt. So pnd die bisherigen Beratungen unseres neuen Ver- i ach u n g s a u s sch u s s e s des Reichstags verum: ftiger- nwich nr einem bescheidenen Rahmen gebiebeu, sie haben zlnar die Rechte des Reichstags gegenüber den; Reichs- tanzler etwas zu erweitern gesucht, im übrigen aber keineswegs unsilurzlerisch eingegriffeu. Wir stehen dem parlamen- tarcfchen Regrerungsshstenl. nach wie vor fern. Auch der ge>ter'n angenommene Antrag auf Schaffung van BerhAt- mSwahlen m großen LLahlkveisrn mid entsprechender Ber- mehrnng der Mandate ist nur ein Suchen nach dem rechten Ausdruck der neuen Zeit. Bon weltbewegender Wichtigkeit frnd diele Tange nicht. Der Abgeordnete Ffrhr. v. Zedlitz und Neuftrch irbertreibt sehr, lvenn er u. a. schreibt:
„DieReichsleitunst l>at setzt veiMchGelestercheit, die Wirkung allzu owver Anb.ncbigkcu nach lmks zu betrachten. Wie man sieht, wird
die Reichsleitung weit über GeMhr medrig gerade von den Rich- timgen eingeschätzt, die sich als ihre Hauptstützen ausgeben. Diese Lehre ist bitter, ab^r sehr belierz-igenswert. Sie zeigt deutlich, auf eine wie s chiefe Ebene übertriebene Nachgiebigkeit siihrt, und daß les höchste Zeit ist, dem Bestreben, die Reichsregierung einschließlich des Bnndesrats mehr und mehr anszuschalten und den Reichstag zmn allein ausschlaggebenden Faktor im Reiche zu macken, ein entschlossenes Halt zu gebieten. Daß eiü solches entschlossenes Vor- xhenvon vollem Erfolge sein wird, ist ernstlich zu bezweifeln. In den Mittelparteien zeigen sich außerhalb des Verfassungsausschusses Anzeichen zunehmender Erleichterung, und im Verfassungsausschusse selbst läßt der Beschluß einer zweiten Lesung erkemren, daß der demokratische Taumel den Höheprinkt Werscyrittcn hat. Alles spricht daher dafür, daß jetzt die Reichsrcgierung entschlossen von ihrem Recht derc Gebrauch macht, den die Psticht gegell das Vaterland gebietet."
Von einem „Abbau der Reichsberfassunchtz wie es die „Deicksche Tageszeitrrng" nennt, kann keine Rede sein. Im Volke iverdell die Arbchten des Verfassungsausschusses ganz ;md gar nicht nrit leidenschaftlichem Intwesse verfolgt. Es liegt da keinerlei Konfliktstoff vor. Alle Herzen und Geister wissen es, daß das Wichtigste fiir irns und unsere Zukunft darin liegt, daß unsere Diplomatie setzt keine Gelegenheiten verpaßt. Alle Sorge wacht darüber, daß wir uns auf diesem Gebiete nicht „auf einer schiefen Ebene" befinden! Der „Vorwärts", das Organ Scheidemanns, gebärdet sich noch immer als Stütze nno Führer der Regierungspolitik, und es berührt recht eigenartig, daß dieses Blatt gestern an seiner Spitze ein paar Zeilen brachte, die sich gegen die Rede des Staatssekretärs v. Capelle richteten. „Einheitliche Politik!", so rnft die Ueberschrift gebieterisch Herrn v. Beth- mann Hollweg zu, und daun heißt es u. a.:
„Manchnra'l hot man den Eindruck, als tvollte nmn mit navoleo- mscheu Gesten pazisistische Politik machen, ltub das gelü natiirlich nickt. Wenn wir den Friedeir wollen, dürfen keine Reden gehalten werden, die wie neue Kriegserklärungen klingen! mrd die den Kriegswillen der Gegirer aufs äußerste aufpeitschen müssen. Deswegen brauchen wir lcmge nicht ins Mauseloch kriechen, Unr dürfen den Gegnern sageri, daß wir den Krieg mit .äußerster.Energie und ungebeugtem Mut weiterfübren werden, solange sie ihn wollen. 'Aber Hohn-. Droh- und zu frühe Triumph- redcn sollten nicht gehalten werden. Mit solchen Reden kann man bei einer, t entsprechend geftimmtprt Priblikum stürmischen Verfall erregen, ober sie liegen nicht in der politischen Linie, die ein ^halten werden nmß. Solche Reden sind — wie das meiste in der Welt — gut gemeint, aber sie schaden der Sache! Siehe dazu den heutigen Reichstagsbericht!"
Ein ziemlich anmaßender Wink mit dem Zaunpsahl, der nicht taktvoller wird dadurch, daß der „Vorwärts" nicht besonders auf den Namen des Staatssekretärs Hinwerst. So weit ist es gekommen, daß solche mannhaften Ausführungen, die in jedem deutschen Herzen die beste Hoffnung und Freude aufquelleu ließen, als nicht in das Regierungssystem vassend bezeichicet werden können. Am Ende werden Hindenburgische Siege und weitere Steigerungen der U-Bootleistungen dem „Vorwärts" auch nicht nrehr in den Kram passen. Dann muß doch noch der Äbg. Cohn rnit seinem Ueberwachunasaus- schuß herbei!
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Der ösierrerchisch-ungarrsche Tagesbericht.
Wien, 10.Mm. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Auf keinem der drei Kriegsschauplätze Ereignisse van Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Gcueralstabs v. Hofer, Feldmarschalleutuaut.
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Dk Kämpfe an der Westfront.
Berlin, 10. Mai. (WTB.) An der Aisne gestaltete srch> die G e fecht s t ü t r g T et t mit der am Nachmittag des 9. ?Aai einsetzenden bessereir Sicht wieder zu größerer Heftigkeit, besonders aus dem Höhenzug des Chemiu des Tames. Beioerseits Eourteomr südlich Ailles hatten schon am Ibdorgeu des 9 wieder heftige Handgranatenkämpfe eingesetzt. Die Merid- und Nachtkämpfe vom 8. nnd 9. Acai am Winterberg waren erst am Morgen des 9. Mai in ihrem'ganzen Umfange zu übersehen Nach hestigstem Artilleriefeuer brachen .ftDrzösische Abteilungen um 8 Uhr aberrds mit Flammenwerfern in dreiinaligem Ansturm vor, um jedesnml in dem deutschen Feuer und teilweise im Gegenstoß zurückgeworfen zu werden, wobei eine Anzahl von Gefangenen in unserer Hand blieb. An der Straße Corbeny—Bern) au Bac^ wo die Frmrzosen sich am 8. Mai in einer Kiesgrube und, wie gemeldet, in einem anstoßenden Grabenstück von 400 Meter Breite festsetzen konnten (nicht ein Kilometer Breite, wie der ftanzöfische Heeresbericht angibt) war auch am 9. Mai die Infanterietätigkeit lebhaft.
Nördlich-, Reims griffen die Franzosen nordwestlich Bermerie- oaurt um 1 Uhr nachmittags nach bnzem Trommelfeuer in gröberer Breite an. Sie Mrrden zum Teil schon durch irnfer Sperrfeuer in ihre Gräben zurückgejagt. Bei erneuten Angriffen um 5 Uhr nachmittags erreichten die an ben meisten Stellen in erbitterten Nahkämpfen zurückgeworfenen Franzosen an einigen Punkten lunsere Gräben. Bis auf ein kleines Stück brackteir unsere Gegenstöße uns wieder in den restloserc Besitz imserer Stellungen Ich der Champagne wurde;: französische Llngriffe uordösllich Prosnes in der Nacht abgümesen.
Im Raume von Ar ras umchten die Engländer am 9 Mai vergebliche Anstrengungen, den Bayern das Dorf Fresnoy wieder zu entreißen. Bereits um 4 Uhr morgens wurden englische Stoßtrupps unter empfindlichen Verlusten zurückgewiesen " Im Laufe des Vormittags brachen die Engländer in verschiedenen Angriffen gegen die Nordwestecke des ehemaligen Parks mm Fresnoy vor, wurden jedoch restlos, zum Teil in erbitterten: Nahkampf, zurückgeschlagen. Im Laufe des Nachmittags steigerte sich bei klarer Sicht das feindliche Artilleriefeuer nördlich und südlich der Scarpe. Unsere Batterien antivorteten kräftig. An: Nachmittag und gegen Abend wurden westlich Arleux feindlich^ Angrifssab- srchten durch imcser Feu-er erstickt. Un: Bullecviwc wurde bis in die späte Nach: erbrttert gekämpft. Am Vormittss stteßeu mrsere Truppen bei euwm abgeiviesenen HMrdgranateMrsrip der Eng-
lärrder im Orte wiederum bis zUM Südrande von BuklecoUrt vor. Um 3 Uhr nachmittags mtternahn: der G^:er einen heftigen Angriff gegei: den Südrand, der unter schwersten Verluste;: füc den Feind abgewiesn: wurde. Am Abend entbrannte der Kampf von nn:em, in dessen Verlauf es dem Gegner gelang, fick) wieder im Ostteil des, Dorfes leinzunisten.
Nördlich von St. Quentin konnten wir Vorfeldlänchfe zu Unseren Gunsten entscheiden. Der in euren schmalen llbschnilt unserer Vorstellung eingedrmrgene Gegner wurde durch ernm Gegenstoß unter cnnpfindlichen Verlusten weder znrückgeworfen.
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Die neue Niederlage Sarroils.
Berlin, 10. Mai. (WTB.) Die bulgmnselben und deutschen Truppen brachte:: Sarrail auch am 9. Mai wieder eine schwere Niederlage bei. Nordtvestlich Monastir, wo das Höhengelmche bei Höhe 1248 bis gegen Mittag unter schwerem feindlichen: Feuer lag, wurde ein starker Jnfanterieangrisi i:i drei Kilometer Breire unter schwersten Werlusten für den Feind ab- gewiesen, ebenso im Cernabogen, tvo vier feindliche Angriffe scheiterten. Der erste vergebliche Ansturm in den Morgerv- stunden wurde im Sperrfeuer, zum Teil im Gegenstoß, abgewiesen. Nach Mchmaliger mehrsttindiger Feuervorbereitung trugen die zusammengewürfelten Kontingente Sarrails einen heftigen Angriff in der Breite von 16 Kilometer): vor. Sie Wurden auf der ganzen Front mit Ausnahme einer Höhe südlich O r l e unter schwersten Verlusten geworfen. Ungezählte Tote liegen vor unseren Linien. Ueber 250 Gefangene, zwei Maschinengewehre und vier automatische Gewehre wurden bisher eingebrackst. Nachdem am Abend noch zwei iveiteve feindliche Angriffe abgewiesen waren, wurde auch das aus der erwähTtten Höhe südlich Orle in den Händen des^ (begners gebliebene Grabenstück von bulgarischen und deutschen Trurppen im gemeinsamen Gegenangriff wieder ge- :rommen. Wie nurchträglich genteldet wird, war es den Serben an: Oberlans der Äkochenica am Abend des 8. Mai gelungen, in den ersten Graben ernzudringen, aus den: sie am Morgen des 9. Mai durch die Bulgaren hiuansgeworfen wurden. Weiter Mich gegen Zborske und T::sin vorgehende stärkere Abteilungen wurden leicht abgewiesen. Südwestlich des Ortes Doiran, wo au: Vortage mck großer Erbitterung un^den Steritzberg gerimgen worden war, entriß das tapfere bulgarische Infanterie-Regiment 9kr. 34 am Vormittag des 9. Mai dirrch einen kraftvollen Gegenstoß dem Gegner 'nnedernn: die geringen Vorteile die der Gegner ant Vortage unter schwersten Verlusten hatte erringen können. Die ganze Vorstellung ist somit wieder fest in der Hand der Verbündeten.
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Niederträchtige Behandlung deutscher kriegSgefangener
Flieger durch die Franzosen.
Berlin, 10. Mai. (WTB. Amtlich.) Vor kurzem wurde ein im Westen erbeuteter Befehl der 3. französischen Armee veröffentlicht, der die anständige ritterliche Behandlung gefangener deutscher Flieger, tvie es zum Leidwesen der französischen Heeresleitung vereinzelt vorgekommen zu sein scheint, ausdrücklich auf das schärfste verbot. Wie solche Befehle ausgeführt werden, zeigt ein soeben bekannt gewordener Bericht über das Ausfragelager für gefangene deutsche Flieger in dem französischen Vorpostenguartier Mpudy. Das Lager liegt auf einer windigen Höhe und besteht aus kleinen Einzelzelten, deren jedes in einen: besonderen Stacheldrahtkäfig liegt. Als Nachtlager dient loses Stroh mit einer Zelt- bahn^als Decke. Die Verpflegung ist knapp und schlecht. Je- ÖFr Offizier erhält täglich eine Büchse kaltes Konservenfleisch, ein halbes Brot und Wasser aus Tränkeimern. Mannschaften bekommen nur jeden 3. Tag kalets Fleisch. Unter Bedrohungen nnd Beschimpfungen werden die Flieger ausgefragt. Verweigern sie die Aussage, so verbleiben sie umso länger im Lager. Oft wird ihnen, um sie durch Kälte gefügig zu machen, das Lagerstroh und die Decke entzogen. Auf Veranlassung des Kriegsministeriums ließ die oberste Heeresleitung für gefangene französische Flieger ein entsprechendes Lager einrichten, das so lange bestehen bleiben wird, bis die ftanzösische Regierung eine Gewähr für die anständige Behandlung gefangener deutscher Flieger gibt. Es ist bedauerlich, daß wir den tapferen Gegnern ihnen die bisher gewährte Rücksicht nicht weiter erweisen können.
Die Neoslntron in RuUanv.
Eine Kundgebung der provisorischen Regierung
gegen die Opposition.
Petersburg, 9. Mai. (WTB.) Meldung der Petersblrrger Telegrapl)en-Agentnr. Die provisorische Regierung ver- öffe::ttich: eine lange Erklärung, in der es heißt: Seit dem Sturze der alten Regierung hat die einstweilige Regierung im Bewußtsein der Größe der ihr gestellten Aufgabe und der ihr anf- erlegten ungeheuren Vermttwortlichkeit die Bürde der Mackst ans sich genommen und sich alsbald an die Erfüllung und Verwirklichung des Programms der sozialen Freiheiten und a:i die Fortsetzung des Krieges in enger Gemeinschaft mit den Alliierten gemacht. Die Regierung zählt dann alle von ihr gemäß der denk Lande gegenüber eingegar:genen Verpflichttmgen vernirkkichten Maßnalmei: auf, namentlich die Amnestie, Pie ^Abschaffung der Todesstrafe, die Rechtsgleichheit der Bürger, die Veriammlungs- und Vereinsfteiheit usw. Indessen kann die provisorische Regierung. heißt es weiter, dem Volke nicht die Schwierigkeiten verbergen, denken ihre Tätigkeit begegiÄ und die in der letzten Zeit in einen: Maße zu genommen haben, daß sie beunruhigende Befürchtungen hinsichtlich der Zukunft l-ervorbrach- ten. Die Regierung suchst sich auf die moralischen ü^räfte zu stützen. Kein Tropfen Blut des Volkes ist durch ihre Schuld vergossen.' worden und kein Gedanke ist unterdrückt werben. Unglücklicherweise hält der Stand der soziale:: Entwicklung des Lm:dos die sichei-c Entwirrung der durch de:: Stt:rz der alten Regierung hervorgerufenen Schrvierigkftten auf. Eine Gruppe von vereinzelte::, wenig ge:msse::l-aftei: Personen aus bestimntten Klaffen sucht ihre Absichten ans gewaltsamem Wege, der die inner- politische Disziplin zu verittchte:: nnd Anarchie hervorzurufen droht, zu verwirkliche::. Die provisorische Regierung hält cs fiir ihre Pflicht, deutlich zu erklären, daß diese Lage der Dinge die Ver- waltung des Landes erschwert und das Land ü: i n n e r e S ch w i e- rigkeiten und zur dt i eder la ge a n der Front zu sü em


