Ausgabe 
11.5.1917 Erstes Blatt
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drvHt- Das Gespenst der Anarchie uub deS Bürgerkriege-, r»S die Freiherr bedroht, richtet sich vor Rußland auf. Um die er­worbenen Freiheiten zu bewahren mst zu festigen, fordert die Kundgebung die Allgemeinheit auf, die ?Nacht zu stärken, die sie schützt. Die Regierung werde ihrerseits ihre Bemühungen fort­setzen und da bin streben, sich in ihrer Z usa m m c n i c tzun g zu erweitern, indem sie dazu Vertreter der lkündigen und schöpferischen -fräste des Landes anffordern werde, die bisher keinen tätiger mrt> unmittelbaren Anteil an der Verwaltung des Staates genommen l-aben.

Gutschkow.

Kopenhagen. 10. Mai. (WTB.) 9ba(fy Petersburge Zeitungen ist die E r k r a n ! il n g des Kriegstninister Guts ch k ow derart, daß er sich geziviurgen selben dürfte, die Leitung des Kriegsministeriums für unbeftunnite Zeit vollständig aus den Händen zu geben. Sämtliche Vorträge bei Gntschkow wurdet! abgesagt.

Amerika und die russischen Schulden.

Bern, IO. Mai. (WTB. Nichtamtlich.)Coriiere dclla Sera" meld.'t aus Petersburg: Der Finanzminister T e r e - schenko erklärte, die russischen Staatsschulden stiegen in den drei Kriegsjal-ren auf 36 Milliarden Rubel. Tie Kriegs- kosteu, die bei Krieg-beginn 15 Rdillion-en täglich betrugen, er­reichten heute 56 Millionen. Mmr erwarte eine kräftige finan­zielle ioitfo von den Vereinigten Staaten, es scheine aber, als ob diese von der einsttveiligen Regierung über die Lage des Landes Bürgsäiaften verlangt hätte, wie Miljukow in der d^achtsitzung zum 4. 2)löi im vollziehenden Llusschuß des Arbeiter- und Sol­datenrates nntt-eiltc. Dies set die wiclstige Gehemmote, von der in den letzten Tagen gesprochen wurde.

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Die Stockholmer Konferenz.

Stockholm, 10. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) lieber die Stoctcholmer Sozialistenkonferenz erfahrenDagens Nyheter, daß als Vertreter Dänemarks Stanniug nnd Mad- sen, als Vertreter Norwegens Ole Lian, Jakob Vidnaes und Magnus Nielsen hier eingetroffeu sind. Sie w'erdnr heute nrrt dem schroedischeu Ausschuß, der aus Branting, Hermann Lcndcpnst und Möller besteht, eine vorbereitende Beratung abhalten. Rian beabsichtigt, daß die skandinavisch-hvllän- dyche Abordnung bei den bevorstehenden Besprechungen nrtt den Bertretergruppen der einzelnen kriegführenden Län­der besonders rwrbandeln und zwischen ihnen vermitteln wird. Man hofft sicher auf das Kommen der russischen SiHialdemo traten. Amt) die französiscl)e Minderheit sagte bereits zu. Bon Amerika ist Tads Howe als Abgeordneter der Internationale aus Brooklyn nach Stockholm abgereist.

Wilsons SchiffSbauten.

Berlin, 11. Mai. Das B. T. erfährt aus Genf, nach einer' Meldung desVLatin" aus Nelvyvrk habe Wilson einen Kredit von fünf Milliarden Franks beansprucht, um außer dem Bau von Holzsckstffen auch eine Handels flotte aus S t a h l s ch i f f e u herzustellen. Ter gesamte Gehalt beider Flotten soll sechs Millionen Tonnen betragen.

Ein Unfall der französischen Sondermission in Amerika.

Berlin. 11. Mai. Laut B. T. bemchteu französische Blatter, daß bei Areola im Staate Illinois der Zug, in dem sich die französische Sondermission befand, entgleiste. Von den Mitgliedern der Mission, die von dem Unfall am Frühstücks tisch überrascht worden seien, sei keines verletzt worden. Während andere nach der Entgleisung auS dem Zuge gesprungen feien, sei Joffre beim Fimh- stüMtisch sitzen geblieben.

Eine Anleihe Frankreichs und Belgiens in Amerika.

Washington, 10. Mai. (WTB.) Reuter. Die Regie­rung hat B e l g i e n und Frankreich eine gemein­same Anleihe von 75 Millionen Dollars geivährt. Die Regierung übernimmt damit die Finanzlast des belgi­schen H»ilfsdienstes.

Eine amerikanische Munitionsfabrik in die Luft geflogen.

Bern,^10. Mai. (WTBL Nach einer Neivhorker Mel­dung desJournal" ist die amerikanische Munition s- fabrik tzainmoth in die Lust geflogen. Die Zahl der Opfer ist noch unbekannt.

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Donar LawS Etatrede.

Amsterdam, 10. Mai. (WTB. Nichtamtlich.)Rotter- banyche Courant" meldet aus London: Sonar Law siigtc in seiner EtatSrede, daß vom 1. April bis 5. Mai 261 Millio­nen Pfund ausgegebcn imirdeu, von denen 173 Millionen für die Munition für Armee und Flotte, 68 Millionen auf die Verbündeten nnd die Ueberseebefitzmigen und 20 Mllio- nen auf verschiedene Zloecke entfallen. B a t h u r st teilte gestern im Unterhaare mit, daß die Stärkefabrikation aus Getreide nur nock) mit besonderer Bewilligung gestattet werden.

Amsterdam, 10. Mai. (WTB.) Reuter meldet aus Washington, das Schiffahrtsamt habe von den amerikani­schen (Ägeittümern sieben frühere österreichische Dampfer von zusammen 52621 Tonnen gekauft, um sie für Kriegs Handels zwecke zu vertuenden.

Rotterdam, 10. Mai. (Privattel.) Bei Lloyds waren bis zmn 6. Mai einschließlich Meldungen über 80 Schi ffs- v e r Senkungen seit dein 1. Mai eingelaufen. Im gleichen Zeitraum des April waren nur 41* Schiffe als in Beruuft geraten genreldet.

Haag, 1. Mai. (N. T. A.) Der Motorschoner Gru.no wurde von einem deutschen U-Boot in der Nordsee ver­senkt. Die Besatzung wurde auf das Leuchtschiff Novrdhiu- der gebracht.

Aus dem verfaff»ngsaus?chch des Reichstags.

Berlin, 10. Mai. Ter Verfassungsausschuß des Reichstages setzte heute die Beratung der W a h l r e ch t s a n t r ä g e fort.

Tie Vertrauensmänner der Fortschrittlichen Volkspartei, Natto- nallü»eralen und des Zentrums sowie der Sozialdemokraten haben über eine gemeinsame Fassung eines Antrages beraten, der für die Rie sc n w a h lkr e i s e V e r m e h r u n g der M a n d at e und Verhältniswahl fordert. Als Ergebnis dieser Beratung schlug heute Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fortschr. Vp.) namens dieser Partei folgende Entschließung vor:

Den Reichskanzler zu ersuchen, den: Reichstage alsbald einen OK.sttzentwurs vorzulegen, der bestimmt, daß bis zu einer allge­meinen Neufassung des Verhältnisses der Wählerzahl zur Zahl der Abgeordneten die Wahlkreise mit besonders starken Bevölke­rungszuwachs, die ein zusammenhängendes Wirtschaftsgebiet bil­den, eine entsprechende Vermehrung der Mandate unter Ein­führung der Verhältniswahl auf diese erhalten.

Nach Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages (Verhält­niswahl im ganzen Reick>e, FraueMvahlrecht, Wahlberechtigung mit 20 -Fahren) und des Antrags der Sozialüeuwkratischcn Arbeits­gemeinschaft gleichen Inhalts wird derAntragMüller-Mei- n irr g e n mit 16 gegen 9 Stimmen angenommen. In der Minderheit l-efindcn sich 4 Konservative, 2 Vertreter der Deutschen Fraktion, 1 Zentrumsmitglied und die 2 Vertreter der Sozialdemo­kratischen Arbeitsgemeinschaft.

Eingegangen ist ein Antraig der Fortschrittlichen olk spartet über die mecklenburgische Berfas- jungsfrage. Der Reichskanzler soll ersucht werden, dahin zu wirken, daß in den beiden Großherzogtümern unverzüglich eine konstitutionelle Verfassung eingeführt werde. Es entspann sich eine längere Geschüstsordnungsdebatte darüber, ob, wann und in welcher Reihenfolge die Anträge über Regelung der bundesstaatlichen Ver­fassung durch das Reich behandelt werden sollen. Eine Einigung wurde nicht erzielt und die Weiterberatung vertagt.

Aus den Opfern und den Waffen ruht der Staat. Opsert euer Gold auf dem Altar des Vaterlandes!

in den Räumen der BeZirksfpartche Gießen ist morgen von 10 dis \ 2 % Uhr geöffnet!

Aus Stadt nnd Land.

Gießen, 11. Mai 1917.

Seekrieg.

Reue U-Bootbcute.

Berlin. Ist Mai. (WTB. Amtlich.) Im Mittel­mcer wurden nach neuen Meldungen neun Dampfer und acht Segler mit rund 32 000 Tonnen versenkt, darunter am 11. April der ikalienistche. mit Munition be­ladene Dampfer Candia (1045 Tonnen), am 14. April der swnMfthc Dampfer Gango (6886 Tonnen), am 16. April ein imbekannter bewaffneter Dampfer von ettua 5000 Ton­nen. aus einem Geleitszug heraus, am 21. April der eng­lische. tiefbeladkne Dampfer Warrior (3074 Tonnen), am 25. April der bewaffnte englische Dampfer Reynolds (3264 Tonnen) mit 5100 Tonnen Kohle auf dem Wege nach Mar­seille. am 26. April der italienische Segler August Taran­to! (200 Tonnen) mit Phosphat von Tunis nach Aleran- drien. am 28. April der englische Dampfer Bontiae (3345 Toimcn) mit 5260 Tonnen Mais, Erbstn nnd Gerste für Italien.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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Berlin, 10. Mai. (WTB. Mchtanttlich.) Es mehren sich die Beweise dafür, daß England die Neunen vieler lowpedterler Schiffe verheimlicht. Eine Anzahl holländi­scher Gesellschaften wurde bereits von den englischer! Ber- srcherungsgesellschaften für Waren etitschädigt, die mit Schiffen untergegaugen sind, deren Tvrpedioru'ng von Eng­land nicht bekannvgegeben worden ist.

Berlin, 11. Mai. Na chdemLokalanz." meldet die Neue Zürcher Ztg" aus deni .tzaag, in Amsterdam sei gestern seit drei Monaten das erste amerikanische Petroleum schiff angekommen. In der Woche vom 22. bis 29. Avril seien im Rotterdamer Hafen sechs Schiffe ein- nnd keines sei ausgelaufen. Es sei dies der schwächste Ver­kehr seit Beginn des U-Bootkrieges.

Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 24. bt§ 20. Mai 1917 haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 20. Woche, gültig vonr 14. bis 20. Mai 1917

Bnttermarken 20.' . 14. 20.

Ei ermatten Rr. 2

Fleischmatten der 20. Woche, gültig vom 14. bis 20. Mai 1917

Kartosselmarken , 20. u 14. , 20.

Sciieiimarfcn für den Monat Mai 1017 Znckcrmarten Nr. 12 bis 23, gültig bis 3t. Mai 1917.

Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr sta<t; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

Gcjchastosttrnden des Stadt. Lebrnsmettelamtes von 912 Uhr vorm., 24 Uhr nachm.

Markenausgabe iür Urlauber:

Sonntags von 1012 tthr vormittags.

Die hohen Saatkartoffelpreise.

Ein Kleinkartoffelzüchter richtete an die Redaktion desGieß. Anz." folgendes Eingesandt:

Laut Bekanntmachung imGießener 2lnzeiger" vom 1. Mai ist der Preis für 1 Pfund Saarkartosseln auf ^!5 Pfg. festgesetzt.

In Friedenszeiten kostete im Herbst 1 Pfund Speisekartoffeln 23 Pfg. und 1 Pfund Saat kartoffeln im Frühjahr 34 Pfg.: mithin nwr der Preis der Saatkartoffcln nur 33V 3 Prc^ent tst>ber als der der Herbst-Speisekartoffeln.

Der Preis der Speisekartoffein tvar vorigen Herbst rund 5 Pfg. für das Pfund, der der Saatkartoffeln ist jetzt laut Bekanntmachung 15 Pfg.; niithin 200 Prozent teurer. Ein Unterschied von 166% Prozntt gegen früher.

Ich möchte deshalb die zusürndigen Stell«:, bezw. Sachverstän­dige sreundlichst ersuchen, an dieser Stelle Aufklärung über das Mehr von 166* p, Prozent geben zu wollerr.

Dazu schreibt man uns aus dem Städtischen Lebens­mut tel a ni t,^daß man es auch dort lebhaft bedauert, daß der Preis für die Saatkartoffeln der frühen nnd mittelfrühen Sorten nicht niedriger gestellt .oerden konnte. Tic von den .Aernbauerrr, den Gartenbesitzern und Pächtern von Grundstücke» in der Stadt Gießen bei dein Tiefbiauamt bestellten Kartoffeln wurden von der Landwirtsä-aitskäinmer für das Großherzogttlm Hessen in Auftrag genommen, die Lieferung selbst aber von der Zentrale der landwirt­schaftlichen A'vnsumvcreme in Darmstadt ausgeführt. So war es gesetzliche Vorschrift; den Städten selbst tvar die Beschaffung von Saatkartosjelu nicht anders erlaubt. Nun kosten die jetzt bereits znr Verteilung gtiymnmm Saatkattofselu, die zum größten Teil aus Posen, zum Teil auch aus dem Kreis Gießeit, stammen, im Einkauf schon 12 Mk. pro Zentner. Dazu kommen die hohen Aus­gaben für Fracht, Ausladen, Auslesen, Verlust und Ansgeben dtw Kartoffeln, so daß der- Verkaufspreis von 15 Pfg. pro Pfund im Kleinen durchaus gerechtfertigt ist. was uns auch die sachverstän­digen Herren vom lattdroirtschastlichen Institut unserer Landes- unlversität bestätigen. Wenn die Stadt dabei eine recht beträchtliche Zubuße hat, io haben unsere Klein-Kartoffelzückster den Vorteil des Saatwechsels mit guten, nicht abgebauten Sorten ans einer anderen Gegend- Tie Verteuerung liegt, wie auch im Erriährnngsau-Sfchuß des Reichstages in Berlin ausgeführt wurde wir haben darüber bereits berichtet , bei den norddeutschen Landivittschaflskanunern nnd den dortigen Kommunal verbänden, weil für die anerkanntet' Snatk^ttoüeln kein Höchstpreis festgesetzt ist. Wir hoffen, daß die Spätlärtosselu, die reichlich spät jetzt nach und nach einzutreisen beginnen, nicht so teuer werben. Büi d.'r diesjährigen Kartoffel­ernte sorgt sich jeder Klein-Kartoffelzüchter am besten gleich im Herbst beim Einkellern nnd Auslesen seiner Kartoffeln für sein Saatgut für das Frühjahr 1918. Und dazu empfehlen tvir für die Früblartoifeln ganz besonders die Frühkartoffelstecklingspflanzen, hr alle von der besten Sorte der Frühkartoffeln, derKaiserkrone", gezogen sind.

bis 19

E i e r u u b Bu ttera ji s g a b e. In der Woche vom 1 1 2

19. ds. Mts. lverd-n wieder Eier in den beLmnteu Verkaufs-!§

stellen ausgegeben. Gültig ist die Eiermatte 2. Wegen des Feier- tags am 17. ds. Mts. köirn-en die an diesem aTge Bezugsberechtigten die ihnen zustehenden Eier in den betr. Bettaufsstellen bereits am 16. ds. Mts. erhalten. Das gleiche gilt für die Butter.

** Verkehr mit Eiern. Wir verweisen auch an dieser L-telle auf eine ausführliche Bekanntmachmrg des Großh. Ministe- rnnns des Innern im Anzeigenteil unseres !-eutigen Blattes, durch die die Ablieferungspflicht der Geflügell-alter, die Liefcrungspflichlt der Kommunalverbände die Bestellung von Aufkäufern, Preise, Be­förderung und Ueberwachimg der Eier gevegelt wird. Für Gießen selbst sind als Vertvaneirsmänner bestimmt: Herr Weinhändler Ä. Schwan und Lehrer Hahn. Ms Aufkäufer: der Geflügel- und Vogelzuchtt»erein (Geschäftsstelle Seltersweg 64 , die Molkerei Gebr. Grieb, der Eiedhandler Steinreich, Als Sammelstelle die Molkerei Gebr. Gtteb. lieber die Anzahl der abzuliefernden Eier wird den Htchnerhaltern eine besondere Aufforderung zugehen.

** Ge nrüsevcrsorg u n g. Die Stadt erhält jetzt regel­mäßig größere Posten von Grüngemüse, Gurken, Spargel und son­stigem. Heute trafen große Mengen Salat, Spinat, Gatten und Spargel ein, die bei hiesigen Geschäftsleuten zum Bettaui gegeben werden.

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** STm lliche Personal Nachrichten. Der Großherzog hat am 5. Mai d. Js. den Großherzogl. Bmirat I ckes zu Darm­stadt zum Mitglied des Groß!). Technischen Oberpttlfungsamts und am 9. Mai den Adam Pfeifer zu Darmstadt zum Schreib­gehilfen mit Wirkung vom 16. Mai 1917 an ernannt.

** Auszeichnung. Dem Sanitätssergeanten 5)einrich L i che r aus Gießen, zurzeit bei einem Artillerie-Regiment, wurde wegen hervorragender Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. Kl. ver­liehe,'. Licher, der auch den Clwua-Feldzug als Dragoner mit- machte, steht seit Kriegsbeginn im Felde und rückte als 0>efreiter aus. Infolge seiner^ Tüchtigkeit wurde er zu seiner jetzigen Stellung befördert. Die Hessische Tapfettcitsnredatlle hat er berecks früher erhalten.

B e f ö r d e r u n g. Zu Leutnants wurden befördert: Bize- wachtmeistcr W e y m e x irnb Western ach e r. Zunr Ober veteri­när befördert wurde der Veterinär Schneider.

L. U. Von der Landesuniversität. Die zweite und letzte Jnrnratrikulation findet mora-en Samstag mittags 12 Uhr statt.

** Gegen da s Hamstern von Kartoffeln schreibt man von maßgebender Stelle: In letzter Zeit lassen sich die Landwirte dazu verleietn, Kartoffeln, wenn auch in geringen Mengen, an frentde Pettonen, die sie darum an- gehcn, abzugeben. Aus einzelnen Kommunalverbänden sind auf diese Weise schon Hunderte von Zentnern ausgeführt worden. Hierdurck) wird die Versorgung der Einwohner des Kommunalverbands mit Kartoffeln ertistlich gefährdet. Die Gendarmerie und alel Polizeiorgane sind deshalb angewie­sen, solche eingehamsterten Kartoffeln rücksichtslos zu be­schlagnahmen und an die Kommunalverbände abzu- führen. Es erscheint dies , umso mehr geboten, als oftmals Personen, die die Kartoffeln geschenkt erhalten oder billig gekauft haben, solche zu sehr hohen Preisen oder gar als Saatkartoffeln Weiterverkäufen. Also Landwirte, gebt über­schüssige Kartoffeln nur an den Kommunalverband ab, der ihrer dringend benötigt nnd auch die kleinsten überschüssigen Mengen für sich in Anspruch nehmen muß.

** Dieb stahl. In der Nacht vom 9. ans 10. L Mts. wurden ans einem .Hausgxcrtem der Bleichstraße 36 Paar schwarze Damensttümpfe qe&. E. F. und E. O. gestohlen. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminal-Abteilung Gvoßh. Pvlizeiamts entgegen

** Zugelaufen ist ein schwarzer Zwergdackel. Der Eigen­tümer ftnrn sich auf dem Großh. Pvlizeürnrt melden.

** Der Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1917, ebenso dir Borccuschläge des Stadt- enverberungssonds, der Arnvenürste, der Clektrizitätswette und der Straßenbahn, sowie das Gas- und Wasserwerks für dieselbe Zeit, liegen vom 12. d. Mts. ab während einer Woche aus dem Stadt- l)aus offen. Während dieser Zeit Nimsr die Voranschläge ernge- sehen und bei detn Oberbürgersmeisder schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen vorgebracht werde,:. Siehe die Bekanntmachung.

** St e ue r reklama ti o neu. Tic Handrverkerbe- ratnugsste lle des O rtsgewe r be Vereins weist darmtf hin, daß Einwendungen gegen die Steuerveran­lag u n q innerhalb der ersten zwei Monate des Sterrer- jähres (April, Mai) gemachjt tverden muffen. Mit Rücksicht darauf, daß besonders bei Gewerbetreibenden die Beschaffung der für die Rttlamativnen irotwendigen Untattagvn oft sehr zeit- rau bend ist, empfiehlt es sich, umgcherrd das Erforderliche zu veranlassen. Die Handwerke rbaratungsstelle des O r t s g ewe rbe ver eins sleht^ ihren Mitgliedern sowie Hand- wettettrauen zur Beratung in Steuerauge legen heilen, sowie bei der AufftÄllmg der erforderlicheir Unterlagen in bei Mittivochs und Samstags von 12 Uhr im Mwerbehaus, Kirch- straße 16, stattfindenden Spreckrstunden zurr Perfügung.

**Waldbrandgefahr. Mit Rücksicht auf die biei trockener Witterung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden er­innert der Oberbürgermeister daran, daß es verboten ist, mit uw- vcrrvahrtcnt Feuer oder Licht eineu Wald zu betreten, oder in der Nähe eines Wäldes Feuer an^uzünden.

** Flandern und sein Volk. Auf den heute abend, 8 Uhr, in der Neuen Aula stattftndenden Vortrag sei nochmals hin- gewiesen.

** Die Auszahlung der Familienunt erststtzum- gcn an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen Kr 16. 31. findet vom 15.18. statt: siehe Anzeigenteil.

** Das heutige K'reisblatt Nr. 81 enthält Bekanrtt- machrmgen überi Sicherstellung von Kriegsbedarf. Handel mit Arzneimitteln. Genehmigung des Großhandels mit Gemüse ustv. ZuckrvettTrouchsregellmg. Ausstellung von Dudlikatsarbeits- büaiern. Vettelw mit Futtermitteln. Anrechnung von Wurst auf die Fleischkarte. Druckpirpier. Höchstpreise für Zwiebeln. Fern- haltung unzuverlässiger Personen vom Handel. Höchstp-reist für Apfelmus. .Hessischer Landes verein für Kri-egerheimstättcn. Ver­hütung von Waldbrändeu. Waisenbüchstnaelder. Sochsbe Kriegs­anleihe. .Kinderarbeit in ben gewerblichen Betrieben Maul- nnd .Klanenseuckie. Eisenbahnunfällc.

Londkreis Gießen.

(HDorf-Gill, 6. VLai. Der hiesige Schmied Karl P f a n n^ m üller, der schon seit Beginn des Krieges in den Vogesen steht, 1915 die Hessische Tapferkeitsmedaille und im Januar d. Js. das Eiserne Kveuz erhielt, wrrrde dieser Tage zlrm Unteroffizier be­fördert.

LI Lang Göns, 9. Mai. Den Heldentod starb Robett Deutsch, Solm des Iäkob Dsrtsch. Er stand bei einem Garde- Regiment im Westen.

Kreis Büdingen.

^ Bellmuth, 10. Mai. An Gaben zur Hindenburg- spende Erden unter Leitung des Bürgermeister gesammelt und an die Sammelstelle des Roten Kreuzes m Ortenberg abgo- iuhrt: 100 Eier, 44 Pft>. Mehl, 12 Pfd. Zwiebel, 11,2 Pfund Graupen, 8 Pfd. gerirck,bette Wurst, 3,2 Pfd. Speck, 6,5 Pfd. MenwttM, 3,6 Pfd. Dörvvbst, 0.8 Pfd. Weizengncnipen, 2 Pst. Bohnen. 2.2 Pfd. Erbsmr, 1,1 Pfd. Grieß. 1 Pst. Haferslocken, ein? Bäche Lattverg. (^enüß ein glänzendes Ergebnis für die. 7 fei ne 1.1.0 Seelen zählende Gemeinde, das Gebern und Sammlern in gleict'"?!' Weise Ehre macht.

Effolderbach, 10. Mai. Mir die H i n d e n b u r g- spende nmrden bei der Sammelstelle des Roten Kreuzes in Ortenberg abgeliefert: 78 Eier, 20 Pfd. Zwiebel, 6 Pst. Bohnert, ' Pfd. Graupen, 2 Pst. Erbsen, 0,75 Pst. Sago, 0,5 Pst. Törr-

ileiick, 0,25 Pst. Wurst, 1 Pst. Butter, 1 Pst. Dörrobst, 8 Pst. Mcerrtttich. 2 Pst. Aepfcl, 0,75

Pst. Sellerie. Es ist bereits dos -wertemal, daß die Gemeinde unter Leittmg ihres Lehrers eine innmlung zur Hindenbuvgspende Vvruahm, um so höher ist das Ergebnis zu bewertm, um so l-erzlicher sei allen gedantt.