Ausgabe 
10.5.1917 Erstes Blatt
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Au» Slavt und Land.

Bietzen. 10. Mai 1917.

Die gestrengen Herren.

(Mamertu-K. Pankratius und Servatius. 11.13. Mai.) ..Medr Regen als Sanne,

Mehr Leid als Wonne

Und der gestrengen Herren, die jeder keimt.

Kurzes, dach derbes Regiment

So ist man's oon je an nur gewohnt

Drum beiß ich in Deutschland der Wonnemond."

Alsa besingt der einstige kladderadatsch-Gekehrte imd P offen - dichter David Kcttisch ö«n Monat Mar. Einen noch grimmigeren Maiverächter stellt uns Jean Paul in seinem Rouran ..Der Komet" in dem Hof- und Zuchthausprediger Frobouf Süpritz vor, der fol- «ttnde Ierentiade über' den ..Womrenrvnat" anstimmt: ,,Bmu deut­schen Mai wollte ich ohnehin nicht reden: dieser Wonnemonat habe niit Recht bei den Katholiken den Jeremias an der Spitze, dessen Fest sie an dein ersten ln-gehen: aber' auch nur euren einigermaßen nusba!tbaren Frühling lmbe er nie erblicken können, lveder am! Himmel, noch ans denk Erdboden - sei es öden etwas hell, so sei es unten lall und windig. gewöhnlich aber ser Naß und Kot dis Regel. Erschienen einige Bluten, die von kverteui an einen Lenz erinnerri möchten, so erfrören sie entweder oder mrter Regengüssen blühe der weiß rote (Rrrten voll Kot ab, rrnd in dm Nächten falle ohnehin einiger Reif oder Wann emvnatft oft."

Die , Maikül ke" und das stets ironisch gemeinte ..MaMfterl" sind svriäüliörttich geworden, und die Schuld daran wird den drei gestrengen Herren Mainerttrs, Pankratius und -L-erv-atius ^uge­schoben. deren drei Gedenktage uns gcwölmlich einen starken Rück­fall der Deinperarur, ja zumeist die so sehr von allen Gärtneru. Weinbauern und Landwirten gefürchteten Maifroste bringen. Daß mit den drei Eisheiligen nicht zu spaßen ist. hat im Jahre 1769 Frredrick der Grösst erfahren nrüffen. Der König hielt viel auf seine präckwige £ rangerie im Park von Sanssouci: in denk in Rede stehenden Jahre pochte der Lenz überaus frühzeitig arr, und Fried­lich fragte Anfang Mai feilten Gärtner. loe-shalb er Me Orangerie noch nicht ins Freie .gebracht habe.Das geht nicht. Majestät," erwidert«' der Gärtner,erst Müsseir die drei Eisheiligeii vorüber sein."Was gehen inicb diese Heiligen an?" sagte der Wirig, bringe er die Bäume nur heraus!" Der Gärtner tat, wie ihm be­fohlen, und die Orangerie erfror. Traurig sah der König mm nächsten Morgen die Bestt-erung an und sagte zum .Gärtner:Er hat recht, mit seinen drei gestrengen Herren ist wirklich nicht zu! spaßen." Die Sache bereitete dem Könige noch nachträglich einigen Aerger: sie kam in die französische Presse, die nicht gaiiz im Ein­klang mit den Tatsachen behauptete, daß es sich hierbei um Lor­beerbäume des alten Fritz gehandelt habe. Nun lrndeutet das Wort laurier im Französischen nicht nur Lorbeerbauin. sonderil auch Lorbeer, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Dadurch kani dos böse. Iwenn.auch nicht im Geringsten den Tatsachen entsprechende Wortspiel von Friedrichserfrorenen Lorbeeren" auf, das der große König and) später mvcli oft genug zu hören bekam. Die drei in Rede stebeick-en Heiligen irnd Märtprer sind natürlich an den kalten Tagen ganz unschuldig. Für die drei Heiligen stellen die drei Eriiriierungstage ilre Todestage dar. Natürlich trifft die ge­fürchtete Periode der Mai froste nicht kalendermäßig an den drei Tagen ein, manchmal kommen die Fröste ftüb-er oder später, aber sie konemen gewöhnlich, nicht selten sogar mit kalendarischer Pünkt­lichkeit Daler frtpen sich auch die Gärtner gehörig vor, denn der Sckxrden, den ein Reif in der Frühlingsnackst anrichtet, kann leicht einen großen Umfang annehmen.

HilfSdienstpflichtige in der Landwirtschaft.

Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt:

Ueber die Verwendun.z Hrlfsdienstpflichtiger in der Demi)Wirtschaft wird uns mitgeteilt, daß vielerorts, be­sonders bei klenreren Landwirten, ein? Abneigung gegen die Einstellung Hilfsdienstpflichtiger besteht, zumal gegen solche, die mit landwirtschaftlichen Arbeiten nicht betraut sind

Da es nun nicht möglich ist, den Landwirten aus der Zahl der Hilfsdieitstpflichtigen nur gelernte Arbeitskräfte ^rriiweisen, die gegenwärftge Arbeitslage auch ausnahms­lose Bertveudung aller nur ernigerniaßen geeigneten Kräfte erfordert, ist die Aufnahme zugewiesener Hilfsdienstpstich- ttger den Landwirten nur dringend zu empfehlen, nur so mehr als auch zu erwarten steht, daß bei den eintretenden Arbeitsanhäufmigen, insbesondere zur Zeit der Ernte, mög­licherweise die erforderliche Zahl von Arbeitskräften nicht zu beschaffen ist.

Vielfach werden .Kriegsgefangene den Hilfsdienstpflich- trgen vorgezogen. Ihre Zahl ist jedoch so beschränkt, daß auf Zuweisung nur in seltenen Fälle ngerechnet werden fann. Unbedingt zu verirrteilen ist es aber, wenn ein Land Wirt in Erwartung billigerer Arbeitskräfte sogar solche Hilfsdienstpflichtsge zurücNveist, die mit Landarbeit ver­traut sind.

Bei alleinstehenden Krieaerfraueii dürfte die Zutei­lung von Gefangenen aus Billigkeitsgründen empfehlens­wert erscheinen. Für Hilfsdienstpflichtige, die bei allein­stehenden Frauen arbeiten, ist nach Möglichkeit Untcrkunst in geeigneten Quartieren außerhalb der Betriebsstätte zu stellen.

In allen Fällen, in denen nachweislich ohne Grund die Annalnne geeigneter hilfsdicnstpslichtiger Personen ab­gelehnt wird, bleibt die Zuweisung anderer Arbeitskräfte, insbesondere von Kriegsgefangenen, ausgeschlossen.

Lebensmittel.

** Die F l e i s ch z u f a tz k a r t e n werden laut Bekannt­machung in unserin heutigen Blatte nach der .Höhe des Einkoinmens in gelber oder grüner Farbe ausgegeben. Als Grenze der grünen Karten ist eiiEinkonrmen von 3000 Mk. angesetzt. Wer fälschlich grüne statt gelbe Karten erhall, muß sie beiru Lebensmittelamte wieder Umtauschen. An Teilselbswersorger wird für je zwei Haushaltungsmitg 1 ieder eine halbe Reichsfleischkarte und eine halbe Fleischzusatz karte ausgegeben.

** K a r t of f e lverb rau chs r ege lu n g Kartoffeln dürfen von Händlern nur auf solche Kcrrtosfelmarken der Stadt (stießen abgegeben werden, die zur Zeit der Abgabe der Kartoffeln entsvrechend dem Aufdruck der Marken Gül­tigkeit besitze!:. Die .Kartosselhändler haben jeden Montag die in der vergangenen Woche vereinnahmten. Kartoffel- markeii dem Städtischen Lebensmittelamt einzureichen. Einzelheiten sind aus der Bekanntmachung in nnscrent heutigen Blatte zu ersehen.

** Ka rtoffelablieferung. Um denjenigen Per- faTten, die bisher die freiwillige Ablieferung der ihnen nach den geltenden Bestimmungen nicht zustehenden Kar- tosfelmengen versäumt haben, nochmals Gelegenheit hierzu zu geben, werden als Ablieferungstage bestimmt: Freitag. N. Mai und Samstag, 12. Mai. Die Mnahine erfolgt durch das Städtische Tiefbauamt in der Alten Gewerbeschule, Asterweg.

** Spätkartosfeln. Auf Veranlassung des Kom- imrna lverb and es für den Kreis Gießen sind dem Städtischen Lebeusmittelamt 700 Zentner Saatspätkartofteln überwiesen worden, die jedenfalls in der nächsten Woche an kleinere Leute zur Ausgabe gelangen.

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** Amtliche P ers o na 1 n ach r i ch t c n. Der Großherzog hal aiu 23. April d'm Fabrikanten Eugen Wallerstein ln Oneulxlä! den Etarakter als Kommerzienrat verliehen und am 3. Man. l. As den, Pfarroerivalter Richard H ö g tz zu Birrkhards die evangellsche Piarrstetle zu Crumstadt übertragen. In tat

Ruhestand versetzt wurde, am 24. März der Lehrer Franz Jakob Schreiber zu Neu-Isenburg «ruf fein Nachftrchen unter An­erkennung seiner lcmgiährigen treuen DiQrste mit Wirkung vom 1. April 1917 an; am 23. April die Lehrerin an der höheren: Mrger-(Müdchen-)Schule zu, Oppenheim Elisabeth Gerhard, auf rhr Raäisuchen lvegen geschwächter (Gesundheit vom 16. Mai 1917 an; am 2. Mai die Lehrerin an der Volksschule zu Darm- stadt Dhcrest Stiel er auf ihr Nachsuckien mrter Anerkemruug ihrer langjährigen treuen Dienste vom 1. Juni. 1917 an.

" A n s z e i ch n u n g. Leutnant Werner Bock wurde mit dem Ritterkreuz deü Sächsisckstn Albrechts-Ordens mit Schwertern aus­gezeichnet. Das Eiserne Kreuz und die Hessists)>e Tapferkeitsmedaille wurden ihm bereits früher verliehen.. LeuttiMtt und Konipagnie- führer Helmitth Bock hat das Eiserne Kreus 1. Kl. erhallen.

** 93 e f ö r b e r u n g. Der Gefteite Karl Jäger aus Gießen, früher in Frld, Art.-Regt. Nr. 21, wurde zum Unteroffizier be­fördert.

** Provinzialausschuß. Mittwoch, den 16. Mai, vormittags 9 Uhr, findet im Regierungsgebäude dahier eilte öffent­liche Sitzung des Pravinzialausschusses der Provinz Oberh^'ssen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage der Holz-

Handlung L. ^Ruhenslloth in Gütersloh gegen ben KteiSanssämst des Kreises Lauterbach lvegen Beitrags für Kreisstraßenbenutzung mittelst Holzlastautos. 2. Antrag aus Entziehung des Patents als Gr. Geometer 2. Kl. gegen den Geonreter Julius rsauer aus Butzbach (Griedel» zurzeit Cliarlottenburg,^ Uhlaiidsstraße. 187.

3. Klage des Ortsarmenv-erbands Frankfurt a. M. gegen den Landarm-enverband Gießen wegerr Ersatz von Pslegekostcn für die Kinder der Alfred und Irma Niklas aus Zülz. 4. Wahl des Kiristags im Kreise Büdingen dnrch die -30 Höchstbesteueftcu; hier: Klage des Giitspäckters Jakob Schuch zn Hof-Schleifeld. 5. Klage des Müllers Heinrich Reichert, Diidelsheim, gegen Großh. Kreisamt Büdmgen .l-egeu Bcrfügungsaufhebnng (Ltörung des Wasscrlaufs vor der Hockst euischen Mühle in Düdelsheims ^ Die Kleingeldhamster rühren sich. . . Dir amtlich angeküudrgte und auch int Reichstag besprochene Absicht, Silber- und Nickelniünzen außer Kurs zu setzen, hat berells den Erfolg gezeitigt, daß' in allen öffentlicheii Kassen, Banken, 'wie SMrkassen, reichlick. Hartgeld eingezahlt wird. Svivvhl au Silber­nste an Nickel gelb sind allein in ben letzten Tagen so große Mengen eingekommen, wie im ganzen letzterr Halbjahr nicht. Die Einzahler erklärnr offen, daß sie mwlge der ecivähnten amtlichen Ankündi- gmrg das Geld lieber berausgebeu, ehe es seinen Münzwert verliert.

** B e s ch l a g n a h in e, B c ft a n d s e r h e b u n g n n d Ent­er g n rn n g v o n fertigen, g eb r a u ch t e n u n d nnge-- brauchten G e g e n st ä n d e n aus Alunrinii: m. Am 10. Mai 1917 ist ei» Nachtrag zur Bekanntmachung Nr. Icke. 500 2. 17. K. R. A. vom 1. März 1917, betreffend Beschlagnahme, Bestands- erhebnug und Enteignung coit fertigen, gebrau ästen und unge-- lrrauchten Gegenstäiiden ans Aluminium in Ki-aft getreten. Der Nachtrag bringt eine Abänderung des § 7 insofern, als die Ent­eignung der bescklagnablnten Gegenstände nicht nur durch besondere an den Besitzer gerichtete Anordnung, sonderrr and) durch öffent­liche Bekanntmachungen ausgesprochen werden kann. Ferner werden die Ueberiiahmepreisc 9 gegenüber der ursprünglichen Fest­setzung erhöbt. Es ist Vorsorge getroffen, daß Ablieferer,r, welche auf Grund der alten Fassung des § 9 der Bekanntmachung ^1e. 300/2.17. K. R. A. die geringere Vergütung erhalten haben, der Unterschied zwischen den neuen lind den bereits gezahlten Ueber- ilabmepreisen rrachgezahlt wird. Schließlich iberden ,wch ini 8 ll Bestimmungen über Ablieferung von nicht beschlagnahmten Gegen- ständeii aus Aluminium und die dafür zu zahlenden Uebernahine- vreise festgesetzt. Alle Einzelheiten ergeben sich aus dem Wortlaut der Bekauntiuachung, deren Veröffentlichung in der übllcheii Weise diirch Anschlag und durch Llbdruck in den Tageszeitungen erfolgt. Auherdeni ist der Wortlaut der Bekanntmachung im heutigen An­zeiger veröffentlicht.

** Das neue Flandern. Die von dem Verein für das Deutschtum im Aiislaude veranlaßte Veranstaltung überD a s neue Flandern" dürfte, wie in einer Reihe anderer Städte, so auch iit Gießen der weitesten fteudigen Teilnahme der Bevölke­rungskreise lvgegnen. Die ..Teii tsch-Vlämische Gesell­schaft". die sich mit dies-eii Vorführungen in deii Dienst der Pflege der Beziehungen znstsckien Deutschlmrd imd Flandern auf der Grmidlage der Stammes U7Ü> Sprachvenvandtsckiaft und der gemeinsamen (fleschichLe gestellt hat. lwt in ihrenvlämischen Albenden" offenbar den rechten Weg gefnnden, iim in Deutschland für Wesen und Eigenart des seit Jahrhunderten so schwer um sein Dasein ringenden vlämischeii Brudervolkes Verständnis zu ver breiten. Eine Reihe von Berichten über die bisher ablzehaltenen Veranstaltungen rühmt die köstlich frischen lebensvollen Bilder aus der geschichtlichen iind kultuvellen Eiilivicklung Flanderns, von seineiu Kampfe gegen welsche Zwing Herrschaft seit den. Tagen der ersten französischeii Republik und der fraiizösifch-belgrschen Revo lrition bis auf die Gegemvart. Während das Auge^ sich an der ausgezeichneten Wiedergabe vlämiscker Kmrstttßrrke erfreute, wurde das Ohr gleichzeitig diirch den entsprechenden Vortrag vlämischer Volksweisen und der Donschöpmngen vlämischer Meister der neue ren Zeit entzückt. Infolge der sehr geschickten Zusaminenstellang der Darlnetungeii bildete dieser ttzesangsteil eine^ harmonische Er­gänzung der herrlichen Lichtbilder iind des gesprochcneii Wortes. So gestalten sich diese Abende zu einem außerordentlich ivirksanien Mittel, iim in den Beßichern der Ueberzeugung Eiiigang zu ver- schassen, daß in bem vlämischen Bolksstammc Geist von unserem deutschen öleiste lebt, daß es ein kerndeutsches Land ist, den: in diesem Wellkriege ein so schweres Los dnrch die Verblendung feiner Regierung und seines Herrschers aiifcrlegt worben ist, das^ aber, wie wir hoffen dürfen, einer lichteren Zukunft unter dem Schutze der de-ntsck-eii Großinacht entgegeiigeht. Möchte der am Freitag, denk 11. d. Mts., in der Netten Aula stattfindende vlämische Abend sich dnrch einen recht regen Besuch zu einer cindrllcksvollen Kund- ' «zebung brr bewährten deutsch-vaterländischeir Olesinuung unserer städtischen Bevölkerung und ihres liebevolleii Anteils an dem Schicksale unseres vlämischen Brirdervolkes gestalten!

** Oefsentlichc Bücherhallc. Im April ivurden 2282 Bände ausgeliehen. Davon ßommeir cmf Erzählende Literatur 1355, 'Zeitschriften 234, Jugendschriften 251, Literaturgeschichte 7. Ge­dichte und Dramen 41, Länder- und Völkerkunde 48. Kultur­geschichte 30. Geschichte und Biographien 98. Kunstgeschichte 13, Natilrimfftnschaft und Technologie 60, Heer- und Seewesen 12. Haus- irnd Landwirtschaft 6, 6>esundbeitslchre 13. Religion und Philosophie 31.« Staalswissei'.sckrafl 12. Sprachivissenschast 2, Fremdfpraä lickes 17 Bände. Nach miswärts kamen 21 Bände. Die Bücherballe ist nun wieder jeden Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag geöffnet. , ^ .

** Jur »galt He s s e u. Am ^vnntag, deui 13. Mai, vor mittags 10,13 Uhr beginnend, findet imGasthos Schütz" in Gießen der diesjährige Gail turn lag des Gaues Hessen unter Vorsitz des zweiten GauvcrtreterS D. Eidmann statt. Die Tages­ordnung ist «eine fthr reichhallige iurd Weist für die jetzige Zeit besonders wichtige Berntungsgegensttinde auf. Der Gau Hessen umfaßt etiva 180 Turuvcveine aus der Provinz Hessen-Nassau, dem Kreis Wetzlar und der Provinz Obethessen.

** Das heutige Kreis bla tt enthalt: Beschlagnahme. Bestandserhebung und Enreiigniiiig von fertigen, gebrauchten und ungebrauckteii (Kegeiiständeii a!ts Aluminium. Beia,mtmackvuiig über Geniüsdiersorgung.

Landkreis Gießen.

** Annerod, 10. Mai. Für die H i n de n b u r $ s p ende wurden in hiesiger Gemeinde gesammelt: 223 Eier. 1 Pfd Butter, 2 Töpfe Honig, 3 große imb 3 kleine Gläser Gelee. 1,7 Pfd. Wurst. 2,3 Pfd. Speck, 18 Pfd. Dörrobst, 10,3 Pfd. Erbsen und 12,3 Pfd. Gerste. In Aiibetracht der gegenwärtigen Tcuerungs- Verhältnisse kmm das Ergebnis befri^igdud genawit werden.

<n u ,7 q pn , 9. Mai. Es war ein schönes Kirchenkonzert, das auf Veranlassung ihrer Durchlaucht der Prinzessin von Solms Brannfels zum Besten der Ktiegsfürsvrge am Sonntag stattfand. Es wirkten dabei mit die Sängerin Frl. H e r m es ans Berlin und der Violinspieler und Konzertmeister Hindemith ans Frank furt Die Orgelbegleituug hatten Pfarrverwalter K l i n g e l h ö f e r und Lehrer M e tz übernommen. Die fromme getragene Musik Bachs sprach in dem Adagio aus dem Violinkonzert in E-Dur und aus dem Adagio in Es-Dur, von Händel wurde das Largkietto hi H-Moll mtb die Arie aus dem Messias Ist Gott für uns -ekvten. Die

Arie Ihr habt nun Traurmk^t aus den: deutschen Regmm, von Brahms. Cl>erubinisÄbe Mono" imb Hitlers Gebet mach­ten auf die zahlreich Erschienenen tiefen Eindruck. Das nnanzn-lle Ergebnis betrug 150 Mk.

Arkis Büdingen.

Gelnhaar, 10. Mai. Unsere kleine, meistens mis kleinen Leuten, besonders Industriearbeitern des Hirzenl-auier Hütten­werkes, bestehende Elemeinde Knuinelte zur Hin den bürg- spende unter Leitung des stellvertretenden vürgermeiivers ^

Eier, 14 Pfd. Graupen, 7 Pfd Erbsen,

Pfd. Dörrobst.

4,73 Pfd -Mehl, 3,23 Pfd.'Hafer, 3 Pkd. Gerste 2,3 Pfd. Zwiebln 1 Pfd. Wurst, 0,3 Pfd. Butter, 0,3 Pfd. Dörrftepch. 1 Korb vol. Meerrettich imd 1 Pfd. Kaffee, alles ivie überall ttcud'g» un erttgettlich, allen für die reichen Sachen herzlichen Dank.

Kreis Alsfeld.

Up. Aus dem Ohmtal, 10. Mai.Nun brlckü m* allen Zweigen das maienfrische Grün." Die Wälder norden grün, und tnc Blütenkiwfpcn der Grrtensträucher und Obftbänme icywcuen. Das gibt enren Mai, wie ihn die Dichter besingen. Der geprige ergiebige Landregen lyat geradezu ein zauberlxaftes Wack^sttlNi ge­zeigt. Die Kornsaat, die bisher ^urückblicb und BenirchttUWat aufkvmmen ließ, hat ganz erstaunliche ^Fortschritte gemacht, edenj» der Weizen. Wnnersamen und .Klee erfreuen Auge und Herz. Fm: die Bienen, die so ungewöhnlich laug« in ihre Stöcke gebarmt inaren^ kommt dasTischlein deck dich!" Hoffentlich bleiben Ershellrge und Schlehenwmtcr diesmal aus, denn wir haben Eis und Wmtcr genug gehabt.

Kreis Friedver-.

Bad-Nauheim. 10. Mai. Im Anttsgerrchtsbezttk

leihe 815 200 Mk. (738 200 ML), S. Anleihe 1 115 900 Mk. (1040 800 Mk.), 4. Anleihe 890 600 Mk. (587 000 Mk.), 5. An­leihe 849 100 Mk. (685 200 Mk.), 6. Anleihe 1 l 40 600 Mk. .940 600 Mk.), im ganzen 5 100600 Mk. Von diefei' Summe ent fallen allein auf Bad-Nauheim 4 341.000 Mk. ^ % Stell« des nach Gießen verzogenep. langjährigen ersten Vorsitzenden des Bildungsvereins, Prof. Dr. Strecker, wurde^in eimr gestern alHehalteiien Sitzung Reckstsanwalt imd Notar Stahl gewählt.

Starkenburg und Nheinhessen.

** Darmstadt, 10. Mai. Tie Stadt Darmstad-t hatte sich nach vorher ein geholten Bestell im gsa u ftt'ägen diirch feste Abschlüsse mit Landwirteii aus verschiedenen Orten der näheren und weitereii Entfernung, besonders mis dem Med die Lieferung oon Spar ge bn gesichert, welche den Bestellern zu dem Preise von 8 5 Pfg. das Pfund (1. Kl.) jetzt geliefert werden sollten. Sckoii am erftcnr AblieferiNigstogc der vorigen Woche blieb aber etn große:: Teil der Spargeln aus und am zweiten ^lbtieserungstage rani nur ein ganz kleiner Teil hier an. Nachforschungen ergaben, daß die Landwirte trotz ihrer Verträge die ersten Spargeln an F r a n k f u r t c r H ä n d l e r zirm Preise von 1 lns 1,25 Mk. und höher verkauft und geliefert hatten. Die mit der "Ausgabe be­auftragten Lebensmittelgeschäfte resp. die Besteller, welche de- stimmt die Spargeln erhalten sollten, hatt.'n das Nachsehen. In­zwischen wurde auf Grund der Beschwerden ein A us s n hr v er bot unter Androhung strenArr Strafen erlassen. Die Eisenbahnen und Gendarmerie sind mit strengster Ueberwacchmg beauftragt.

Kreis Wetzlar.

ll! D o r ii h o l z h a u s e n, 9. Mai. D»irch Unglücksfall winde der Bergarbeiter Heinrich M a ck in der GrubeGrenze" bei Lützellinden sofort getötet.

Hessen-Nassau.

-- Frankfurt a. M., 9. Mai. Auf dein Heilligen Pferde- markt am Ostbahnhof standen mehr als 200 Pferde mittleren und leichten Schlages zum Verkauf. Da bei den ungewöhnluli zahlreichen Käufern, meistens Landwirte, rege Kauflust herrschte, wurden für hie Pferde außerordentlich hohe Preise gezahlt, die um das Drei- bis Vierfache lyoiyez waren, als in Fri^enszeiten. Schon mittags war der Markt nahk»u gercumn. Sehr hohe Preist legten auch die Pferdemetzser für Schilachttiere an.

Letzte Hacbricfeten.

Der Unfall auf d«r Brrttner Nntergrundbakn

Berlin, 10. Mai. Im Laufe des gestrigen Tages wurde festgestellt. daß die Zähl der Verletzten bei dem Unfall auf der Berliner Untergrundbahn noch etwas größer ist, als mau ursprüng­lich annahni. Die Verletzungen sind im ganzen sehr leichter Natur. Die Schuld an denk Unfall trifft den Führer des aufgesahreneri Zirges und dessen Begleiterin. Genau 24 Stunden nach dem Untergrundbahnzusammenstoß erergikete sich ein schwerer Straßeii bahmmfall an der Ecke Acker- und Bernauersttatst. 12 Personen erlitten durch Glassplittcr Schnittwunden und ^Hautabschürfungen.

Die Lage bei Butleeourt.

Rotterdam, 9. Mai. Der Rerttrrsch' Berichterstatter aii der Westfront meldet vom 8. Mai: Die Käinpsc an der Front der britischen Offensive führen vorübergehend zu einer Reihe von ölesechten kleinerer Bederittmg. Bei Bullecourt blieb die Lage ziem tich dunkel. 2lllerlei Schanzen, Gräbert, Maschineligewehrstelllmgen der beiden Gegner liegen durcheinander. Am Montag wurde der Kampf im Dorfe mrd in der ganzen Umgegend den ganzen Tag über fortgesetzt. Eine Abteilung von 200 Deutschen war bis an deii Südwestrand des Dorfes vorgegangen und würde dort zum Stehen gebracht.

Die feindlichen Angriffe in Mazedonien.

Sofia, 8. Mai. (WTB.) Gerreralstabsbericht M aze-

donischc Front: Zwischen Ochrida- und Prespa-See gegen Einbruch der Nacht Istftiges Geschützfeuer. Em darauf folgender Angriff ivurdc durch das Feiler von Bomben und Maschinengewehren abgeschlagen. Ans der Tstrwena Stena und aus der Höhe 1248 nördlich von Bitolja Monastir lebhaftes Gefchützstuer, das in inavchen Augenblicken sehr beitig »vurde Im T s che r n a - Bo g e n mackuen nach zweitägiger heftiger Vor­bereitung durch (fstschütz-- und Minenwers«rfli,er. das livikte in 6eu Voimittagssttuiden oont fn'ilKn Margen an mit größter Heftigkeit tobte, giiwn 8 Uhr vvrnrittags die Franz o f t n , R u f 's? ri unb Italiener einen heftigen Angriff, bei dnrch das Sperrfeuer der Artillerie imd Minenwerfer a b g e w i e \ e n wurde. Feindliche Znfantericabteilimgen, die an mandien Stellen weiter Vordringen konmen, wurden diirch unser llinoehi- und Mosch in engelvehrfeuer VVrnichtet. Dos stindliche Geschütz- und Minrnweriersener dauerte darauf nock'> heftiger fort. Gegeii 4 Uhr nachmittags erfolgte ein zweiter heftiger Angriff: auch dieser ivurdc durch llünckKrtzstiier erstickt. Nach artilleristischer Vor- bereittmg erfolgte cm dritter Angriff, der gleickftalls drrrch Feuer Mid teilweise dirrck, Gegenmrgrin Eittig abgeschlagen wurde Nachts wurde ein vierter Arrgrift anrttsttzt, bn auch erfolglos blieb: Wertere Angriffe werden ernwriet. Oestlich der T scher it a imb in der tzlegriid der Mvglena schwltrl'eres Geschiitzfeuer- uni Feuenvechsel zwischen den vprgefichvbenen Abteil'.lirgen Medinr feindlich? llttwpp-?» perfuckOen vvrziigebe»:. Im,oben aber durch Fenn vertrieben. Westlich vonr Bords luftiges ('Keschntzstilei- airs ver icknedenen Kalibern bei Loppuie. Auf dem linken Wardar- Ufer führten die Deittsthen gelnngeiie 'Patrvinlllcimntenrebnnimttn gegen Matschllife durch Südlich oo Doirau wurde lmfcro vorderste Stellung den M,rzen Tag inft nnnnterbrochenem schütz- iind Minemverstrsäuer beschvfteii. das ttitweist die Heftig leih eines Trommeffeixrs ei-rrickOe. Em darauf folgender stmtckiNvi Angriff wurde durch Geickurtzfener im Keime erstickt An, Fuße der Betasiea Planina und in der Qrbm<- tum Serres das ge,vvbn licke Geick'.ützfeuer und die Tätchfei! jckHvacl^r Abteiliingen Ein feindliches Schiff beschoß von dem MeerbujtNi von Orwne ans die Küste bei bei» Dorfe Orfrno ofme Er.ttbnis

Lwerin bricht dir Bezstchttnittn ab.

Rotterdam, 9. Mai. (Privatkcl Dün- Generalkonsnk der Repitblik Liberia erhielt die telegraphische Verfüindi gnng. daß die diplomatischen Bezivhnnq«n zwischen Äbvria und Deutschland abgebrockieii )evn\.